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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: AVR, Arbeitsvertragsrichtlinien, Tarifvertrag, Günstigkeitsprinzip, Gleichstellungsabrede
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Akten­zeichen: 16 Sa 582/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 09.11.2009
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Oberhausen, Urteil vom 03.04.2009, 3 Ca 2185/08
Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 22.02.2012, 4 AZR 24/10
   

16 Sa 582/09

3 Ca 2185/08
Ar­beits­ge­richt Ober­hau­sen  

 

Verkündet am 09. No­vem­ber 2009

Es­ser
Ur­kunds­be­am­ter der Geschäfts­stel­le

 

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT DÜSSEL­DORF

IM NA­MEN DES VOL­KES

UR­TEIL

In dem Rechts­streit

1. der Frau F. C., O. str. 157, P.,

- Kläge­rin und Be­ru­fungs­be­klag­te -

2. des Herrn C. E., I. straße 16, F.,

- Kläger und Be­ru­fungs­be­klag­ter -

3. der Frau H. N., T. str. 25, P.,

4. der Frau D. Q., E. Str. 14, P.,

5. der Frau J. T.-C., Im C. 20, P.,

6. der Frau E. C., C. weg 34, W.,

7. der Frau N. C., Q. str. 26, P.,

8. der Frau T. L., O. str. 86, P.,

9. der Frau N. D., L. berg 42, P.,

10. der Frau H. T., M. straße 47, P.,

11. der Frau Q. D., F. str. 49, P.,

- Kläge­rin­nen und Be­ru­fungs­be­klag­te -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­ter: Rechts­an­walt F.,
I. weg 8, C.,

g e g e n

 

- 2 -

HELIOS St. Eli­sa­beth Kli­nik Ober­hau­sen GmbH, ver­tre­ten durch die Geschäftsführer Dr. O. D., V. L. und I. I., Jo­sef­s­traße 3,
46045 Ober­hau­sen,

- Be­klag­te und Be­ru­fungskläge­rin -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte Dr. I. G., Dr. S. G.
u. E. E., I. str. 7, H.,

hat die 16. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 09.11.2009
durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt Dr. Ul­rich als Vor­sit­zen­den so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter No­vak und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dah­men

für R e c h t er­kannt:

1. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Ober­hau­sen vom 03.04.2009 – 3 Ca 2185/08 – wird kos­ten­pflich­tig zurück­ge­wie­sen.

Zur Klar­stel­lung wird der Te­nor wie folgt neu ge­fasst:

Für die Kläge­rin zu 1.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 1. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe Kr. 2 zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 1. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 1. ei­nen Be­trag in Höhe von 155,38 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 1. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

 

- 3 -

Für den Kläger zu 2.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, dem Kläger zu 2. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger zu 2. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger zu 2. ei­nen Be­trag in Höhe von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis des Klägers zu 2. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 3.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 3. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 3. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 3. ei­nen Be­trag in Höhe von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 3. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

 

- 4 -

Für die Kläge­rin zu 4.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 4. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge für 2 Kin­der und ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe Kr 2 zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 4. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 4. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 4. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 5.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 5. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 5. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 5. ei­nen Be­trag in Höhe von 215,81 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 5. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

 

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Für die Kläge­rin zu 6.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 6. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 6. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 6. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 6. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 7.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 7. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe 10 zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 7. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 7. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 7. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

 

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Für die Kläge­rin zu 8.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 8. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 8. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 8. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 8. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 9.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 9. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 6b Stu­fe 8 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 9. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 9. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 9. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

 

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Für die Kläge­rin zu 10.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 10. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 5c Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­gat­ten­be­zo­ge­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge für 2 Kin­der zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 10. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 10. ei­nen Be­trag in Höhe von 258,97 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 10. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 11.:

1. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin zu 11. ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner hälf­ti­gen ehe­gat­ten­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 11. für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag oh­ne An­rech­nung auf den Er­ho­lungs­ur­laub zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 11. ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 11. die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

2. Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.

 

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T A T B E S T A N D :

Die Par­tei­en strei­ten über die Fra­ge, ob nach dem Ab­schluss ei­nes Fir­men­ta­rif­ver­tra­ges durch den Ar­beit­ge­ber die­ser, oder die bis­he­ri­gen Re­ge­lun­gen der Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in den Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (im Fol­gen­den: AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Die Kläger zu 1) bis 11) sind langjährig im Sankt Eli­sa­beth Kran­ken­haus in Ober­hau­sen im nichtärzt­li­chen Dienst beschäftigt und Mit­glie­der der Ge­werk­schaft ver.di. Ursprüng­li­cher Träger des Sankt Eli­sa­beth Kran­ken­hau­ses war die Kran­ken­pfle­ge­an­stalt der Barm­her­zi­gen Schwes­tern von der hl. Eli­sa­beth zu F.. Die zwi­schen den Klägern und dem ursprüng­li­chen Träger ab­ge­schlos­se­nen Ar­beits­verträge ent­hal­ten je­weils fol­gen­de Klau­sel:

„Für das Dienst­verhält­nis gel­ten die „Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in den Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des“ (AVR) in der je­weils gülti­gen Fas­sung.“

Die je­wei­li­gen Ar­beits­verträge sind im We­ge von Be­triebsübergängen zu­letzt auf die St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus – Ober­hau­sen gGmbH über­ge­gan­gen. Da­bei be­steht Ei­nig­keit, dass die AVR auch nach die­sen vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsübergängen von den je­wei­li­gen Ar­beit­ge­bern wei­ter­hin dy­na­misch an­ge­wen­det wor­den sind.

Die AVR ent­hal­ten in ih­ren An­la­gen 2 und 2 a Vergütungs­grup­pen für Mit­ar­bei­ter (all­ge­mein) und für Mit­ar­bei­ter im Pfle­ge­dienst in sta­ti­onären Ein­rich­tun­gen. Nach die­sen Re­ge­lun­gen wa­ren die je­wei­li­gen Kläge­rin­nen und der Kläger ein¬grup­piert. Die Kläge­rin zu 1), die mit ei­nem Ar­beits­zeit­an­teil von 46,75 % tätig ist, war in Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR ein­grup­piert mit ei­nem Orts­zu­schlag Stu­fe 1). Der Kläger zu 2) war in Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 der AVR ein­grup­piert mit ei­nem Orts­zu­schlag Stu­fe 1). Die Kläge­rin zu 3) er­hielt ei­ne Vergütung nach Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 2. Die Kläge­rin zu 4) war ein­grup­piert in Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 zuzüglich Orts­zu­schlag Stu­fe 4). Die Kläge­rin zu 5), die mit ei­nem Ar­beits­zeit­an­teil

 

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von 64,94% tätig ist, er­hielt ei­ne Vergütung nach Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 2). Die Kläge­rin zu 6) war ein­grup­piert in Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 zuzüglich Orts­zu­schlag Stu­fe 2). Die Kläge­rin zu 7) war ein­grup­piert in Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 2). Die Kläge­rin zu 8) hat­te An­spruch auf Zah­lung ei­ner Vergütung nach Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 und er­hielt ei­nen Orts­zu­schlag Stu­fe 2). Die Kläge­rin zu 9) war ein­grup­piert in Vergütungs­grup­pe 6b Stu­fe 8 und er­hielt ei­nen Orts­zu­schlag der Stu­fe 1). Die Kläge­rin zu 10), die mit ei­nem An­teil von 77,92% tätig ist, er­hielt ei­ne Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 5c Stu­fe 9 nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 4). Die Kläge­rin zu 11) war in Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 ein­grup­piert nebst Orts­zu­schlag Stu­fe 1).

Zu­dem re­gel­ten die AVR u.a. Ar­beits­zeit­verkürzung durch freie Ta­ge gem. § 1 b An­la­ge 5 so­wie die Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des.

Mit Wir­kung zum 01.05.2007 hat die HELIOS Kli­ni­ken GmbH die Ge­sell­schafts­an­tei­le an der St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus – Ober­hau­sen gGmbH über­nom­men und die Ge­sell­schaft später in HELIOS St. Eli­sa­beth Kli­nik Ober­hau­sen GmbH um­be­nannt.

Die HELIOS Kli­ni­ken GmbH hat­te be­reits zu­vor, am 16.01.2007, mit der Ge­werk­schaft ver.di di­ver­se Ta­rif­verträge ab­ge­schlos­sen. Da­bei han­delt es sich um den Man­tel­ta­rif­ver­trag für Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns vom 16.01.2007 (im Fol­gen­den: TV HELIOS), den Ent­gelt- und Zu­wen­dungs­ta­rif­ver­trag für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns vom 16.01.2007 (im Fol­gen­den: TV Ent­gelt HELIOS) und den Ta­rif­ver­trag zur Um­set­zung von drei Ta­rif­verträgen für Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns vom 16.01.2007 (im Fol­gen­den: TV Um­set­zung HELIOS). Nach dem Er­werb der Geschäfts­an­tei­le an der Sankt Eli­sa­beth Kran­ken­haus Ober­hau­sen gGmbH hat die HELIOS Kli­ni­ken GmbH mit der Ge­werk­schaft ver.di am 01.11.2007 ei­nen Nach­trag 1 zum Ta­rif­ver­trag zur Um­set­zung der drei ge­nann­ten Ta­rif­verträge für die St Eli­sa­beth Kran­ken­haus Ober­hau­sen gGmbH ab­ge­schlos­sen (im Fol­gen­den: TV Um­set¬zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO), Bl. 18 – 26 GA.

 

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Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO enthält aus­zugs­wei­se fol­gen­de Re­ge­lun­gen:

§ 5

An­wen­dung des TV Ent­gelt HELIOS

Der TV Ent­gelt HELIOS nebst An­la­gen tritt zum 01. Ja­nu­ar 2008 in Kraft. Zum Zwe­cke der Über­lei­tung in dem TV Ent­gelt HELIOS gel­ten für die Beschäftig­ten der HSE­KO die nach­ste­hen­den Re­ge­lun­gen.

§ 6

Um­set­zung des TV Ent­gelt HELIOS

(1) Für Beschäftig­te im nichtärzt­li­chen Dienst kommt der TV Ent­gelt HELIOS gem. den Re­ge­lun­gen des § 11 Abs. 2 TV Um­set­zung HELIOS zur An­wen­dung mit der Maßga­be, dass ab­wei­chend von der hier zu § 9 TV Ent­gelt HELIOS ge­trof­fe­nen Re­ge­lung fol­gen­des ver­ein­bart wird:

a) § 9 TV Ent­gelt HELIOS kommt rück­wir­kend ab dem 01. Ja­nu­ar 2007 zur An­wen­dung. Zu die­sem Zweck wer­den die Beschäftig­ten des nichtärzt­li­chen Diens­tes der HSE­KO fik­tiv in die Ent­gelt­grup­pen des TVöD ein­grup­piert. Auf Ba­sis der so für je­den Beschäftig­ten er­mit­tel­ten Ent­gelt­grup­pe er­folgt so­dann die Zu­ord­nung des je­wei­li­gen Be­mes­sungs­sat­zes für die Son­der­zu­wen­dung gemäß § 9 Abs. 2 un­ter An­wen­dung der Be­mes­sungs­grund­la­ge gemäß § 9 Abs. 3 TV Ent­gelt HELIOS.

b) Im Hin­blick auf den Zeit­punkt des Ab­schlus­ses die­ses TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO, die für die Zah­lung der Son­der­zu­wen­dung ein­zu­hal­ten­den Fris­ten (Zah­lung mit der Ent­gelt­zah­lung im Mo­nat No­vem­ber) und den er­fah­rungs­gemäß mit ei­ner kor­rek­ten Über­lei­tung der Beschäftig­ten in die Ent­gelt­grup­pen des TVöD ver­bun­de­nen Zeit­auf­wand, ver­ein­ba­ren Ta­rif­part­ner ab­wei­chend von vor­ste­hen­der lit. a), dass für die Son­der­zu­wen­dung 2007 statt der bis­he­ri­gen Be­mes­sungs­grund­la­ge gemäß An­la­ge 1 Ab­schnitt XIV Abs. d) der Richt­li­ni­en der Ar­beits­verträge in den Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des in der Fas­sung vom 07.01.2007 (nach­fol­gend auch Zu­wen­dungs­ord­nung AVR ge­nannt) ein­heit­lich ein Be­mes­sungs­satz von 70 % zu­grun­de­ge­legt wird.

...

 

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§ 7

TV Ent­gelt HELIOS bei Ta­rif­kon­kur­renz

Der TV Ent­gelt HELIOS er­setzt in der SE­KO die für die HSE­KO bis­lang be­ste­hen­de Be­stim­mun­gen zu Ent­gel­ten, Zu­wen­dun­gen und sons­ti­gen geld­wer­ten Vor­tei­len (nach­fol­gend zu­sam­men Ta­ri­fent­gel­te ge­nannt). So­weit et­wai­ge in der SE­KO im Zu­ge des Träger­wech­sels ge­trof­fe­ne Re­ge­lun­gen zur Per­so­nalüber­lei­tung Be­zug neh­men auf die für den Ar­beit­ge­ber maßgeb­li­chen Ta­rif­be­stim­mun­gen und/oder Über­lei­tung in ei­nen Haus- oder Kon­zern­ta­rif vor­se­hen, gilt der TV Ent­gelt HELIOS als ent­spre­chend ablösen­der Ta­rif­ver­trag und er­setzt die bis­lang maßgeb­li­chen Be­stim­mun­gen für Ta­ri­fent­gel­te.

...

§ 9

Re­ge­lun­gen zum Ur­laubs­geld 2007

Die Ta­rif­part­ner ver­ein­ba­ren, dass das für das Ka­len­der­jahr 2007 für Beschäftig­te mit un­be­fris­te­tem Ar­beits­ver­trag, auf die § 11 Wirk­sam­keit ent­fal­tet, noch aus­ste­hen­des Ur­laubs­geld entfällt.

§ 10

Re­ge­lun­gen zu Weih­nachts­geld­zah­lun­gen (2004 – 2006) und Ur­laubs­geld­zah­lung (2006)

Ansprüche auf Weih­nachts­geld­zah­lun­gen und Ur­laubs­geld­zah­lun­gen für den Zeit­raum 2004 bis 2006 (nach­fol­gen­de auch WG/UG alt), die in der Ver­gan­gen­heit nicht in­ner­halb der Aus­schluss­fris­ten schrift­lich gel­tend ge­macht wur­den, blei­ben aus­ge­schlos­sen.

§ 12

Son­der­re­ge­lun­gen im Rah­men der Über­lei­tung

...

(4) Die Beschäftig­ten er­hal­ten – nach nähe­rer Maßga­be der An­la­ge 1 Ab­schnitt 3 a lit. f) bis g) der AVR – ei­ne Ein­mal­zah­lung von 450,00 € für das Jahr 2007. Wei­te­re Ein­mal­zah­lun­gen er­fol­gen nicht.

 

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Der TV Um­set­zung HELIOS vom 16.01.2007 re­gelt aus­zugs­wei­se Fol­gen­des:

§ 10

An­wen­dung des TV Ent­gelt HELIOS

Der TV Ent­gelt HELIOS nebst An­la­gen tritt zum 01. Ja­nu­ar 2007 in Kraft. Er fin­det An­wen­dung auf al­le in An­la­ge 1 und An­la­ge 2 be­nann­ten Un­ter­neh­men und de­ren Beschäftig­ten. Zum Zwe­cke der Über­lei­tung in den TV Ent­gelt HELIOS gel­ten die nach­ste­hen­den Re­ge­lun­gen.

§ 11

Um­set­zung des TV Ent­gelt HELIOS

(1) Für Beschäftig­te der Un­ter­neh­men nach An­la­ge 1 – Teil A – fin­den wei­ter­hin die bis­he­ri­gen Ent­gelt­re­ge­lun­gen in der am 31. De­zem­ber 2006 gülti­gen Fas­sung (al­so un­ter Be­ach­tung be­reits ver­ein­bar­ter Ta­rif­erhöhung) An­wen­dung ein­sch­ließlich der für die bis­he­ri­gen Ent­gelt­re­ge­lung ge­ge­be­nen­falls maßgeb­li­chen Über­lei­tungs- und Be­sitz­stands­re­ge­lun­gen. Die Ta­rif­part­ner sind sich ei­nig, dass bis En­de 2008 – un­ter Berück­sich­ti­gung et­wai­ger wei­te­rer Ta­rif­er­geb­nis­se im TVöD (VKA) – für die Beschäftig­ten die­ser Un­ter­neh­men ei­ne spe­zi­fi­sche Über­lei­tungs­re­ge­lung in den TV Ent­gelt HELIOS ver­ein­bart wer­den soll. Bis zum Ab­schluss ei­ner neu­en Re­ge­lung nach Abs. 2 gel­ten die Sätze 1 und 2 ent­spre­chend auch für neu ein­ge­stell­te Beschäftig­te.

(2) Für Beschäftig­te nach An­la­ge 1 Teil B gilt der TV Ent­gelt HELIOS mit Aus­nah­me des­sen § 1 – 3 und §§ 5 – 9. Die Ei­ni­gung über die Ein­grup­pie­rung und die Ent­gelt­ta­bel­le steht bei­der­seits un­ter dem Vor­be­halt, dass die Ein­grup­pie­rung für Zwe­cke der Über­lei­tung der Beschäftig­ten in die Ent­gelt­grup­pen des TV Ent­gelt HELIOS im Zu­ge der von den Ta­rif­part­nern bis En­de 2007 hier­zu fort­zu­set­zen­den Ver­hand­lun­gen im De­tail noch ver­han­delt wird. Für die Ta­bel­len-/Ent­gel­terhöhung gilt § 13.

§ 12

Ein­grup­pie­rung, Ent­gel­t­ord­nung

(1) Für die Beschäftig­ten fin­den al­le zum Zeit­punkt der Über­lei­tung je­weils gel­ten­den Ein­grup­pie­rungs-/Ein­rei­hungs­be­stim­mun­gen, Ent­gelt­ta­bel­len so­wie bis­lang je­weils gel­ten­de Re­ge­lun­gen zu Zeit- oder Er­schwer­nis­zu­schlägen bis zur Ei­ni­gung der neu­en Ent­gel­t­ord­nung und der Über­lei­tung (§ 11) wei­ter An­wen­dung; dies gilt auch für Re­ge­lun­gen bei Über­tra­gung höher­wer­ti­ger Tätig­kei­ten.

….

 

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§ 13

Ta­bel­len-/ Ent­gel­terhöhung Ost-/West-An­pas­sung

(1) Beschäftig­te der Un­ter­neh­men nach An­la­ge 1 – Teil B

Un­abhängig von der noch gemäß § 11 Abs. 2 und 12 S. 1 kon­kre­ti­sie­ren­den Ent­gel­t­ord­nung wer­den mit Aus­nah­me der Ärz­te und Zahnärz­te die bis­lang für den Beschäfti­gen an­ge­wand­ten Ta­ri­fent­gel­te wie folgt an­ge­passt:
...

(c) Bei Beschäftig­ten aus dem Gel­tungs­be­reich von Haus­ta­rif­verträgen und Ar­beits- und So­zi­al­ord­nun­gen, die nicht be­reits durch Abs. 1 lit. a) Satz 5 bzw. Abs. 1 lit. b) Satz 4 er­fasst sind, wird das Ta­ri­fent­gelt aus dem je­wei­li­gen Ta­bel­len­grun­dent­gelt und ei­ner ge­ge­be­nen­falls ein­grup­pie­rungs­re­le­van­ten Zu­la­ge ge­bil­det.

Der TV Ent­gelt HELIOS vom 16.01.2007 re­gelt die Ent­gelt­struk­tur. So beschäftigt sich § 1 mit der Struk­tur der Vergütungs­grup­pen, § 2 enthält die Re­ge­lun­gen zur Ein­grup­pie­rung, § 3 re­gelt Zu­la­gen, § 4 das Aus­bil­dungs­ent­gelt, § 5 Mehr­ar­beits­zu­schläge, § 6 Zu­schläge für Nacht-, Sams­tag-, Sonn- und Fei­er­tags­ar­beit, § 7 Wech­sel­schicht und Schicht­zu­la­gen, § 8 Be­reit­schafts­diens­te und § 9 Son­der­zu­wen­dun­gen.

Nach dem Er­werb der Ge­sell­schafts­an­tei­le an der St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus Ober­hau­sen g-GmbH zahl­te die­se den Klägern ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge der AVR in der Fas­sung vom 01.05.2007.

Die Bun­des­kom­mis­si­on der Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­si­on der Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des hat am 19.06.2008 durch Be­schluss ei­ne Emp­feh­lung ge­genüber den Re­gio­nal­kom­mis­sio­nen der Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­si­on ab­ge­ge­ben, rück­wir­kend ab 01.01.2008 das Ta­bel­len­ent­gelt zu erhöhen. Die Re­gio­nal­kom­mis­si­on Nord­rhein-West­fa­len hat am 23.06.2008 be­schlos­sen, die Emp­feh­lung zu über­neh­men, so dass seit dem 01.01.2008 das auf Ba­sis der AVR zu zah­len­de Ent­gelt erhöht wor­den ist. Die Ein­zel­hei­ten der Erhöhung er­ge­ben sich aus Bl. 32 – 55 GA.

 

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Die Be­klag­te gab die Erhöhung der Ar­beits­ent­gel­te der AVR we­der rück­wir­kend noch für die Zu­kunft an die Kläger zu 1) bis 11) wei­ter. Für das Jahr 2008 zahl­te sie auch kein Ur­laubs­geld und gewähr­te den Mit­ar­bei­tern kei­nen Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag. Die ent­spre­chen­den Re­ge­lun­gen der AVR lau­ten da­bei aus­zugs­wei­se wie folgt:

§ 1 b Ar­beits­zeit­verkürzung durch freie Ta­ge

(1) Der Mit­ar­bei­ter wird in je­dem Ka­len­der­jahr an ei­nem Ar­beits­tag (§ 3 Abs. 4 der An­la­ge 14 zu den AVR) von der Ar­beit frei­ge­stellt. Für die Zeit der Frei­stel­lung erhält der Mit­ar­bei­ter die Dienst­bezüge (Ab­schnitt 2 der An­la­ge 1 zu den AVR) und die in den Mo­nats­beträgen fest­ge­leg­ten Zu­la­gen fort­be­zahlt. Die Dau­er der Frei­stel­lung beträgt höchs­tens ein Fünf­tel der für den Mit­ar­bei­ter gel­ten­den durch­schnitt­li­chen wöchent­li­chen Ar­beits­zeit.

(2) Der neu ein­ge­stell­te Mit­ar­bei­ter er­wirbt den An­spruch auf die Frei­stel­lung erst­mals, wenn das Dienst­verhält­nis fünf Mo­na­te un­un­ter­bro­chen be­stan­den hat.

(3) Wird für den Mit­ar­bei­ter an dem für die Frei­stel­lung vor­ge­se­he­nen Tag aus dienst­li­chen bzw. be­trieb­li­chen Gründen zur Ar­beit her­an­ge­zo­gen, ist die Frei­stel­lung in­ner­halb des­sel­ben Ka­len­der­jah­res nach­zu­ho­len. Ist dies aus dienst­li­chen bzw. be­trieb­li­chen Gründen nicht möglich, ist die Frei­stel­lung in­ner­halb des fol­gen­den Ka­len­der­jah­res nach­zu­ho­len. Ei­ne Nach­ho­lung in an­de­ren Fällen ist nicht zulässig.

An­la­ge 14 der AVR re­gelt Er­ho­lungs­ur­laub, Ur­laubs­geld und Son­der­ur­laub. § 7 enthält in­so­weit fol­gen­de Re­ge­lung:

§ 7 Höhe des Ur­laubs­gel­des

(1) Das Ur­laubs­geld beträgt

(a) Für die am 1. Ju­li voll­beschäftig­ten Mit­ar­bei­ter der Vergütungs­grup­pen 1 – 5 b der An­la­gen 2 bzw. 2 b und 2 d zu den AVR und der Vergütungs­grup­pen Kr 14 bis Kr 7 der An­la­gen 2 a und 2 c zu den AVR 255,65 €.

(b) Für die am 1. Ju­li voll­beschäftig­ten Mit­ar­bei­ter der Vergütungs­grup­pen 5 c – 12 der An­la­gen 2 bzw. 2 b und 2 d zu den AVR und den Vergütungs­grup­pen Kr 6 – Kr 1 der An­la­gen 2 a und 2 c zu den AVR 332,34 €.

 

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(c) Für den gemäß der An­la­ge 7 zu den AVR zu ei­ner in Aus­bil­dung Beschäftig­ten 255,65 €.

(2) Der am 01. Ju­li teil­zeit­beschäftig­te Mit­ar­bei­ter, der un­ter die An­la­gen 2, 2a, 2b, 2c oder 2d zu den AVR fällt, erhält vom Ur­laubs­geld für voll­beschäftig­te den An­teil, der dem Maß der mit ihm ver­ein­bar­ten durch­schnitt­li­chen Ar­beits­zeit ent­spricht.

§ 9 Aus­zah­lung des Ur­laubs­gel­des

(1) Das Ur­laubs­geld ist mit den Bezügen für den Mo­nat Ju­li aus­zu­zah­len. In den Fällen des § 6 Abs. 1 Nr. 3 S. 3 wird das Ur­laubs­geld mit den ers­ten Bezügen der Wie­der­auf­nah­me der Tätig­keit wie­der aus­ge­zahlt.

Auf Grund­la­ge der AVR in der Fas­sung ab 01.01.2008 hat die Kläge­rin zu 1) ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung nach der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie An­spruch auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 155,38 € brut­to. Der Kläger zu 2) hat ei­nen An­spruch auf ei­ne Vergütung nach der Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 so­wie auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 255,65 € brut­to. Die Kläge­rin zu 3) hat ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung nach Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 255,65 € brut­to. Die Kläge­rin zu 4) hat ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie An­spruch auf ein Ur­laubs­geld in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 5) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung nach Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 215,81 € brut­to. Die Kläge­rin zu 6) hat ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 7) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie auf

 

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Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 8) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 9) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 6b Stu­fe 8 so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 332,34 € brut­to. Die Kläge­rin zu 10) hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 5c Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des in Höhe von 258,97 € brut­to. Die Kläge­rin zu 11) hat ei­nen An­spruch Zah­lung ei­ner mo­nat­li­chen Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 zuzüglich ei­ner hälf­ti­gen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld.

Mit ih­rer am 10.12.2008 er­ho­be­nen Kla­ge be­geh­ren die Kläger ei­ne Vergütung auf Grund­la­ge der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung, die Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des, die Gewährung ei­nes Ar­beits­zeit­verkürzungs­ta­ges so­wie die Fest­stel­lung, dass die AVR auf ihr Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung fin­den.

Die Kläger ha­ben in ers­ter In­stanz die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die AVR sei­en nicht durch die ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen für Un­ter­neh­men des HELIOS-Kon­zerns ab­gelöst wor­den. Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ha­be kei­ne Ablösung be­wir­ken können, weil er un­wirk­sam sei. Denn er grei­fe rück­wir­kend in be­reits ent­stan­de­ne Ansprüche ein. Darüber hin­aus gel­te zwi­schen AVR und den Haus­ta­rif­verträgen das Ablösungs­prin­zip auch gar nicht. Da die AVR kein Ta­rif­recht sei­en, gel­te das Güns­tig­keits­prin­zip. Dies könne aber letzt­lich da­hin­ste­hen, da auch auf Grund­la­ge der Ta­rif­verträge des HELIOS Kon­zerns die AVR dy­na­misch an­zu­wen­den sei­en. § 6 Abs. 1 des TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ver­wei­se auf § 11 Abs. 2 TV Um­set­zung HELIOS. Da­nach gel­te der TV Ent­gelt HELIOS mit Aus­nah­me 1 – 3 und 5 – 9. Da­mit sei­en sämt­li­che ent­gelt­re­le­van­ten Be­stand­tei­le des TV Ent­gelt HELIOS nicht an­wend­bar.

 

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Folg­lich grei­fe § 12 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS, wo­nach al­le zum Zeit­punkt der Über­lei­tung be­ste­hen­den Ent­gelt­be­stim­mun­gen wei­ter­hin an­wend­bar sei­en. Dies gel­te auch für die AVR. Auch der Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag stünde ih­nen wei­ter­hin zu. Der in den Ta­rif­verträgen für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns ge­re­gel­te Nicht­rau­cher­tag sei kei­ne Kom­pen­sa­ti­on, weil die­ser nur Nicht­rau­chern zur Verfügung ste­he. Eben­falls hätten sie wei­ter­hin ei­nen An­spruch auch Zah­lung ei­nes Ur­laubs­gel­des gem. Ab­schnitt II § 6 der An­la­ge 14 zu den AVR zu.

Die je­wei­li­gen Kläger ha­ben erst­in­stanz­lich be­an­tragt:

Für die Kläge­rin zu 1):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 1 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 954,16 € brut­to zuzüglich ei­ner Zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 23,38 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 155,38 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

 

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Für den Kläger zu 2):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger zu 2 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 3.519,93 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, dem Kläger ei­nen Be­trag in Höhe von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 3):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 3 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 3.203,76 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 108,61 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

 

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4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 4):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 4 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.040,98 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 103,45 € brut­to so­wie zuzüglich ei­ner Kin­der­zu­la­ge für 2 Kin­der in Höhe von mo­nat­lich 184,04 € brut­to und ei­ner Zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 50,00 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %¬Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 5):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 5 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 1.742,80 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 67,18 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

 

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2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 215,81 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08-2008.

4. Wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 6):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 6 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.683,71 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 103,45 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 7):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 7 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich

 

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1.742,84 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 103,45 € brut­to so­wie ei­ner Zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 50,00 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 8):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 8 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.379,05 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 103,45 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

 

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Für die Kläge­rin zu 9):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 9 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 6b Stu­fe 8 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.321,68 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 10):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 10 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 5c Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.052,97 € brut­to zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 80,61 € brut­to so­wie zuzüglich ei­ner Kin­der­zu­la­ge für 2 Kin­der in Höhe von mo­nat­lich 143,40 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin ei­nen Be­trag in Höhe von 258,97 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf

 

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Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

4. Es wird fest­ge­stellt, dass auf das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des (AVR) in der je­wei­li­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Für die Kläge­rin zu 11):

1. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin zu 11 ab Ja­nu­ar 2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 der AVR in der Fas­sung vom 05.09.2008 in Höhe von mo­nat­lich 2.504,84 € brut­to zuzüglich ei­ner hälf­ti­gen Be­sitz­stands­zu­la­ge in Höhe von mo­nat­lich 51,73 € brut­to zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge ab je­wei­li­ger Fällig­keit des Ge­halts mit 5 %-Punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz zu ver­zin­sen.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 11 in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag un­ter Fort­zah­lung der Bezüge un­abhängig vom be­ste­hen­den Ur­laubs­an­spruch zu gewähren.

3. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, der Kläge­rin zu 11 ei­nen Be­trag in Höhe von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 zu zah­len nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

Die Be­klag­te hat erst­in­stanz­lich be­an­tragt,

die Kla­gen ab­zu­wei­sen

Die Be­klag­te hat erst­in­stanz­lich die Auf­fas­sung ver­tre­ten, auf die Ar­beits­verhält­nis­se der Par­tei­en fände we­gen der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­bin­dung der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO An­wen­dung. Die­ser Ta­rif­ver­trag sei wirk­sam. Er ent­hal­te kei­ne un­zulässi­gen Rück­wir­kungs­tat­bestände. Die Re­ge­lun­gen zum Ur­laubs- und Weih­nachts­geld ent­hiel­ten kei­ne Rück­wir­kung, weil le­dig­lich ei­ne ab­sch­ließen­de Klärung her­bei­geführt wor­den sei. Al­len Beschäftig­ten sei be­kannt ge­we­sen, dass das Ur­laubs­geld 2006 und 2007 nicht ge­zahlt wor­den sei, eben­so das Weih­nachts­geld 2004 bis 2006. Für die Vergütung er-

 

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ge­be sich fol­gen­des: § 7 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO er­set­ze in Ver­bin­dung mit § 11 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS die bis­he­ri­ge Vergütung durch ei­ne sta­ti­sche Fort­gel­tung der AVR. Dies be­ru­he auf dem zwi­schen Ta­rif­verträgen an­wend­ba­ren Ablösungs­prin­zip, das auch für AVR gel­te. Ei­ne Dy­na­mik sei durch § 7 Satz 1 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO aus­drück­lich aus­ge­schlos­sen wor­den. Hin­zu kom­me fol­gen­des: Für Ent­gel­terhöhun­gen ver­wei­se § 11 Abs. 2 Satz 3 TV Um­set­zung HELIOS auf § 13 TV Um­set­zung HELIOS. Auch die­se Be­stim­mung reg­le kei­ne dy­na­mi­sche Fort­gel­tung. Aus § 12 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS er­ge­be nichts an­de­res. Dort sei le­dig­lich die Fort­gel­tung der zum Zeit­punkt der Über­lei­tung be­ste­hen­den Ein­grup­pie­rungs­be­stim­mun­gen an­ge­ord­net wor­den. Auch § 8 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ent­hal­te kei­ne Dy­na­mik. Die Kläger hätten auch kei­nen An­spruch auf Gewährung ei­nes Ar­beits­zeit­verkürzungs­ta­ges. Denn die Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns sähen die Gewährung ei­nes ent­spre­chen­den Ta­ges nicht vor. Auch wenn nicht das Ablösungs­prin­zip, son­dern das Güns­tig­keits­prin­zip An­wen­dung fin­den soll­te, bestünde kein An­spruch. Denn im Rah­men des er­for­der­li­chen Güns­tig­keits­ver­glei­ches sei hin­sicht­lich des Ar­beits­zeit­verkürzungs­ta­ges zu berück­sich­ti­gen, dass § 27 Abs. 2 TV HELIOS ei­nen Nicht­rau­cher­tag gewähre. Glei­ches gel­te für das Ur­laubs­geld 2008. §§ 9, 10 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO schlössen Ansprüche auf Ur­laubs­geld für 2007 aus­drück­lich aus und ent­hiel­ten kei­ne Re­ge­lung zum Ur­laubs­geld 2008. Zu­dem sei in § 12 Abs. 4 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ge­re­gelt, dass außer für das Jahr 2007 kei­ne wei­te­ren Ein­mal­zah­lun­gen er­fol­gen. Da­mit sei ein An­spruch auf Ur­laubs­geld aus­ge­schlos­sen wor­den.

Das Ar­beits­ge­richt Ober­hau­sen hat den Kla­gen in vol­lem Um­fang ent­spro­chen. Die AVR sei­en in ih­rer je­weils gülti­gen Fas­sung auf das Ar­beits­verhält­nis an­zu­wen­den. Dies er­ge­be sich aus den Ar­beits­verträgen der Kläger. Die AVR sei­en nicht durch die Ta­rif­verträge des HELIOS-Kon­zerns ab­gelöst wor­den. Dies fol­ge aus dem Güns­tig­keits­prin­zip. Denn zwi­schen den AVR und den Ta­rif­verträgen für die Un­ter­neh­men des HELIOS-Kon­zerns gel­te nicht das Ablösungs­prin­zip, weil sich die Re­ge­lun­gen nicht auf ei­ner Ebe­ne der Nor­men­hier­ar­chie

 

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befänden. Des­halb gin­gen in­di­vi­du­el­le ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen ei­nem Ta­rif­ver­trag vor, wenn die­se ins­ge­samt güns­ti­ger sei­en. In­so­weit ent­hiel­ten die AVR hin­sicht­lich der Vergütung, dem Ur­laubs­geld so­wie dem Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag güns­ti­ge­re Ar­beits­be­din­gun­gen. Die Recht­spre­chung des BAG zu Gleich­stel­lungs­ab­re­den sei nicht an­zu­wen­den, weil sie nur für Be­trie­be gel­te, in de­nen zu­vor ei­ne Ta­rif­bin­dung be­stan­den ha­be. Die AVR aber stell­ten kei­ne ta­rif­ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen dar.

Ge­gen das ihr am 22.05.2009 zu­ge­stell­te Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ober­hau­sen vom 03.04.2009 hat die Be­klag­te mit ei­nem am 05.06.2009 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se – nach Verlänge­rung der Frist zur Be­gründung der Be­ru­fung bis zum 24.08.2009 – mit ei­nem am 21.08.2008 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz be­gründet. Nach ei­nem Hin­weis der Kam­mer vom 02.11.2009 ha­ben die Kläger ih­re Anträge in ers­ter In­stanz zu Zif­fern 1) und 2) klar­ge­stellt. Sie ha­ben dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es sich bei den Anträgen zu Zif­fer 1) je­weils um Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­gen han­de­le. Hin­sicht­lich des An­trags zu Zif­fer 2) ha­ben sie klar­ge­stellt, dass es nicht dar­um ge­he, ih­nen in 2008 nachträglich ei­nen frei­en Tag zu gewähren, son­dern um Fest­stel­lung, dass ih­nen noch ein frei­er Tag aus 2008 zu gewähren sei.

Die Be­klag­te macht un­ter Wie­der­ho­lung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens im We­sent­li­chen gel­tend: Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sei wirk­sam und da­mit an­wend­bar. Oh­ne Be­deu­tung für die Wirk­sam­keit der ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen sei, dass die­ser Ta­rif­ver­trag rück­wir­kend in Kraft ge­tre­ten sei. Er ent­hal­te auch kei­ne un­zulässi­gen Rück­wir­kungs­tat­bestände. Bestünden aber ge­gen des­sen Wirk­sam­keit kei­ne Be­den­ken, er­fas­se er die mit den Klägern be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­se auf­grund der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­bin­dung und schließe da­mit die dy­na­mi­sche Wei­ter­ent­wick­lung der Vergütung nach den AVR aus. Denn der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO re­ge­le ge­ra­de die sta­ti­sche Fort­gel­tung der bis­he­ri­gen AVR. Gem. § 6 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO kämen die Re­ge­lun­gen des § 11 Abs. 2 TV Um­set­zung HELIOS zur An­wen­dung. Die­se Re­ge­lung schließe die An­wend­bar­keit

 

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der §§ 1 – 3 und 5 – 9 des TV Ent­gelt HELIOS aus. Man­gels Ablösung des bis­he­ri­gen Vergütungs­sys­tems durch den TV Ent­gelt HELIOS gel­te die bis­he­ri­ge Vergütung auf Grund­la­ge der AVR fort. Al­ler­dings ent­wi­ckel­ten die AVR kei­ne Dy­na­mik. Denn Ent­gel­terhöhun­gen rich­te­ten sich aus­sch­ließlich nach § 13 TV Um­set­zung HELIOS. Dem ste­he das Güns­tig­keits­prin­zip nicht ent­ge­gen. Denn zwi­schen den AVR und den Ta­rif­verträgen für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns gel­te we­gen der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­ge­bun­den­heit das Ord­nungs­prin­zip. Zwar han­de­le es sich bei den AVR nicht um Ta­rif­verträge, die AVR sei­en je­doch mit Ta­rif­verträgen ver­gleich­bar und für die Fra­ge der Ablösung als rang­glei­che Nor­men zu be­wer­ten. Darüber hin­aus ha­be das Ar­beits­ge­richt über­se­hen, dass die er­ho­be­nen Fest­stel­lungs­kla­gen be­reits un­zulässig sei­en. Es feh­le an ei­nem fest­stel­lungsfähi­gen Rechts­verhält­nis.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

Das Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ober­hau­sen vom 03.04.2009 – 3 Ca 2185/08 – wird ab­geändert.

Die Kla­gen wer­den ab­ge­wie­sen.

Die Kläger be­an­tra­gen,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen:

Die Kläger sind der Auf­fas­sung, die Be­ru­fung sei be­reits un­zulässig. Denn sie set­ze sich nicht mit den tra­gen­den Erwägun­gen des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils aus­ein­an­der. Die Be­ru­fungs­be­gründung wie­der­ho­le le­dig­lich erst­in­stanz­li­chen Sach­vor­trag. Ma­te­ri­ell sei das Ur­teil des Ar­beits­ge­rich­tes Ober­hau­sen nicht zu be­an­stan­den. Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sei be­reits un­wirk­sam. Denn die­ser Ta­rif­ver­trag reg­le ei­nen Fall ech­ter un­zulässi­ger Rück­wir­kung. Er grei­fe hin­sicht­lich der An­spruchs­aus­schlüsse für Weih­nachts- und Ur­laubs­geld nachträglich in be­reits ab­ge­schlos­se­ne Tat­bestände ein. Je­den­falls ergäbe sich aus dem TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO auch kei­ne sta­ti­sche Fort­gel­tung der AVR. § 12 Abs. 1 TV Um­set­zung HELIOS re­ge­le die

 

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Wei­ter­gel­tung der bis­he­ri­gen Vergütungs­re­ge­lun­gen, al­so der AVR. Dass die­se Wei­ter­gel­tung dy­na­misch zu ver­ste­hen sei, er­ge­be sich be­reits aus § 12 Abs. 2.

d) TV Um­set­zung HELIOS, weil dort nur für die Kin­der­zu­la­ge die Dy­na­mik aus­ge­schlos­sen wor­den sei. Darüber hin­aus er­ge­be sich die Dy­na­mik aus den Ar­beits­verträgen, die nach dem Güns­tig­keits­prin­zip wei­ter fort­gel­ten. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten gel­te zwi­schen den AVR und den Ta­rif­verträgen des HELIOS Kon­zerns nicht Ablösungs-, son­dern das Güns­tig­keits­prin­zip.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird ergänzend Be­zug ge­nom­men auf die in bei­den In­stan­zen zu den Ak­ten ge­reich­ten Schriftsätze der Par­tei­en nebst An­la­gen so­wie die Pro­to­kol­le der münd­li­chen Ver­hand­lun­gen.

 

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E N T S C H E I D U N G S G R Ü N D E:

I.

Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist zulässig, aber un­be­gründet. Im Er­geb­nis zu Recht hat das Ar­beits­ge­richt ent­schie­den, dass die AVR nicht durch die für die Be­klag­te gel­ten­den Haus­ta­rif­verträge ab­geändert wor­den sind und dem­ent­spre­chend die von den Klägern gel­tend ge­mach­ten Ansprüche be­jaht. Al­ler­dings war der Te­nor des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils im Hin­blick auf die von den Klägern tatsächlich ge­woll­ten Anträge klar­zu­stel­len. Dem ent­spre­chend ha­ben die Kläger ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass ih­nen ei­ne Vergütung ent­spre­chend ih­rer Ein­grup­pie­rung nach den AVR in der je­weils gel­ten­den Fas­sung zu­steht. Zu­dem ist die Be­klag­te ver­pflich­tet, den Klägern den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag nachträglich zu gewähren. Auch ha­ben die Kläger für das Jahr 2008 ei­nen An­spruch auf Zah­lung des Ur­laubs­gel­des. Sch­ließlich be­steht auch ein An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die AVR wei­ter­hin An­wen­dung fin­den.

Im Ein­zel­nen:

A. Die Be­ru­fung ist zulässig. Zu Un­recht mei­nen die Kläger, die Be­klag­te ha­be sich mit dem erst­in­stanz­li­chen Ur­teil nicht hin­rei­chend aus­ein­an­der ge­setzt.

1. Die Be­ru­fung ist an sich statt­haft (§ 64 Abs. 1 ArbGG), nach dem Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des zulässig (§ 64 Abs. 2 Buchst. b ArbGG) so­wie in ge­setz­li­cher Form und Frist ein­ge­legt (§ 518 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, § 66 Abs. 1 S. 1 ArbGG). Sie ist auch in­ner­halb der Frist (§ 519 Abs. 2 S. 2 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, § 66 Abs. 1 S. 1 ArbGG) aus­rei­chend be­gründet wor­den.

 

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2. Wird ein Ur­teil mit der Be­ru­fung an­ge­foch­ten, muss die Be­ru­fungs­be­gründung nach § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG i.V.m. § 520 Abs. 3 ZPO auf die Be­ru­fungs­gründe des § 513 Abs. 1 ZPO gestützt wer­den. Ent­spre­chend ih­rer Be­schränkung auf ei­ne Feh­ler­kor­rek­tur des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils kom­men als Be­ru­fungs­gründe nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 bis Nr. 4 ZPO in Be­tracht, ei­ne Rechts­ver­let­zung (Nr. 2); un­rich­ti­ge oder un­vollständi­ge Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen des Ar­beits­ge­richts (Nr. 3), so­wie neue Tat­sa­chen, An­griffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel (Nr. 4). Die Be­ru­fungs­be­gründung muss im Ein­zel­nen er­ken­nen las­sen, in wel­chen Punk­ten tatsäch­li­cher oder recht­li­cher Art so­wie aus wel­chen Gründen der Be­ru­fungskläger das an­ge­foch­te­ne Ur­teil für un­rich­tig hält. Ei­ne schlüssi­ge, recht­lich halt­ba­re Be­gründung kann zwar nicht ver­langt wer­den, doch muss die Be­ru­fungs­schrift sich mit den recht­li­chen oder tatsächli­chen Ar­gu­men­ten des an­ge­foch­te­nen Ur­teils ar­gu­men­ta­tiv be­fas­sen, wenn es die­se bekämp­fen will. Des­halb hat der Be­ru­fungsführer die Be­ur­tei­lung des Streit­fal­les durch den Er­strich­ter zu über­prüfen und dar­auf hin­zu­wei­sen, in wel­chen Punk­ten und mit wel­chem Grund er das an­ge­foch­te­ne Ur­teil für un­rich­tig hält. We­sent­lich ist, dass sich schon aus der Be­ru­fungs­be­gründung er­gibt, wel­che Ge­sichts­punk­te der Be­ru­fungskläger sei­ner Rechts­ver­fol­gung oder -ver­tei­di­gung zu­grun­de le­gen, ins­be­son­de­re wel­che tatsächli­chen und recht­li­chen Erwägun­gen des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils er bekämp­fen und auf wel­che Gründe er sich hierfür stützen will. Es ist die auf den Streit­fall zu­ge­schnit­te­ne Dar­le­gung not­wen­dig, in wel­chen Punk­ten und aus wel­chen ma­te­ri­ell recht­li­chen oder ver­fah­rens­recht­li­chen Gründen der Be­ru­fungskläger das an­ge­foch­te­ne Ur­teil für un­rich­tig hält (vgl. BAG v. 28.05.2009 – 2 AZR 223/08 – ju­ris; BAG v. 08.10.2008 – 5 AZR 526//07 – NZA 2008, 1429; BAG v. 10.02.2005 – 6 AZR 183/04 – NZA 2005, 597; BAG v. 15.08.2002 – 2 AZR 473/01 – AP Nr. 55 zu § 519 Nr. 55, je­weils m. w. N.; LAG Rhein­land-Pfalz v. 12.03.2009 – 10 Sa 568/08 – ju­ris; LAG Rhein­land-Pfalz 5.6.2008 – 10 Sa 128/08 – ju­ris).

3. Die­se An­for­de­run­gen erfüllt die Be­ru­fungs­be­gründung der Be­klag­ten. Die Be­klag­te wen­det sich ge­gen die vom Ar­beits­ge­richt Ober­hau­sen ver­tre­te­ne Rechts­auf­fas­sung, die AVR sei­en nicht durch die kraft bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung an­wend­ba­ren Haus­ta­rif­verträge ab­gelöst wor­den. Sie be­gründet ein­ge-

 

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hend, wes­halb aus ih­rer Sicht ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­rich­tes Ober­hau­sen die ab­ge­schlos­se­nen Haus­ta­rif­verträge wirk­sam sind und wes­halb sie zur Ablösung der AVR geführt ha­ben sol­len. Dass sie da­bei auch erst­in­stanz­li­chen Sach­vor­trag wie­der­holt, ist nicht zu be­an­stan­den, da es aus­sch­ließlich um die Dar­le­gung ei­ner ab­wei­chen­den Rechts­auf­fas­sung geht.

B. Die Kla­gen der Ar­beit­neh­mer zu 1) – 11) sind mit den sich aus dem Te­nor er­ge­ben­den Klar­stel­lun­gen be­gründet.

1. Teil

1. Die Kläge­rin zu 1) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe Kr 2 zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

a) Die Kla­ge ist mit dem in zwei­ter In­stanz klar­ge­stell­ten An­trag zulässig.

aa) Ursprüng­lich hat­te die Kläge­rin zu 1) be­an­tragt, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihr auf der Grund­la­ge der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 ein Ge­halt in Höhe von mo­nat­lich 954,16 € zuzüglich ei­ner Zu­la­ge in Höhe von 23,38 € zu zah­len und die nach­zu­zah­len­den Beträge zu ver­zin­sen. Bei die­sem An­trag blieb al­ler­dings ihr kon­kre­tes Be­geh­ren of­fen. Ei­ner­seits konn­te der An­trag da­hin­ge­hend aus­ge­legt wer­den, dass sie ge­gen die Be­klag­te ei­ne un­mit­tel­ba­re Kla­ge auf zukünf­ti­ge Leis­tung gem. § 259 ZPO in Höhe des Brut­to­mo­nats­ge­hal­tes er­he­ben woll­te. Da­ge­gen sprach aber, dass die Be­klag­te der Kläge­rin das Brut­to­mo­nats­ge­halt nicht ins­ge­samt ver­wei­gert, son­dern le­dig­lich die Erhöhung der AVR zum 01.01.2008 nicht um­ge­setzt hat und die Vergütung auf der bis­he­ri­gen Grund­la­ge zahl­te. In­so­weit wäre ein un­mit­tel­ba­rer Zah­lungs­an­trag oh­ne­hin nur auf die Ent­gelt­dif­fe­renz zu rich­ten ge­we­sen. Denn in vol­ler Höhe hätte kei­ne Be­sorg­nis der nicht recht­zei­ti­gen Erfüllung be­stan­den. Vor die­sem Hin-

 

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ter­grund war auch die Aus­le­gung möglich, dass die Kläge­rin zu 1) mit ih­rem Kla­ge­an­trag ei­gent­lich ei­ne Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­ge er­he­ben woll­te, um zu klären, nach wel­cher Be­stim­mung sich ih­re Vergütung rich­tet. Denn der ei­gent­li­che Streit der Par­tei­en geht hin­sicht­lich der Vergütung da­hin, ob die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, die AVR sta­tisch oder dy­na­misch an­zu­wen­den. Die Kläge­rin zu 1) hat nach Hin­weis durch die Kam­mer im Schrift­satz vom 05.11.2009 so­wie in der münd­li­chen Ver­hand­lung klar­ge­stellt, dass sie ih­re Kla­ge­anträge von vorn­her­ein als Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­ge ver­stan­den wis­sen woll­te.

bb) Mit die­sem An­trag ist die Kla­ge auch zulässig. Es han­delt sich um ei­ne all­ge­mein an­er­kann­te Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­ge.

Nach § 256 Abs. 1 ZPO kann auf Fest­stel­lung des Be­ste­hens oder Nicht­be­ste­hens ei­nes Rechts­verhält­nis­ses Kla­ge er­ho­ben wer­den, wenn der Kläger ein recht­li­ches In­ter­es­se dar­an hat, dass das Rechts­verhält­nis durch rich­ter­li­che Ent­schei­dung als­bald fest­ge­stellt wird. Der Vor­rang der Leis­tungs­kla­ge steht dem nicht ent­ge­gen, wenn durch die Fest­stel­lungs­kla­ge der Streit der Par­tei­en ins­ge­samt be­sei­tigt und das Rechts­verhält­nis ab­sch­ließend geklärt wer­den kann (BAG v. 31.01.2008 – 8 AZR 27/07 – AP Nr. 340 zu § 613a BGB; BAG v. 05.06.2003 – 6 AZR 277/02 – AP Nr. 81 zu § 265 ZPO Nr. 81). Hier ist die be­gehr­te Fest­stel­lung ge­eig­net, die zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Streit­fra­ge, wel­che kon­kre­te Vergütung zu zah­len ist, ab­sch­ließend zu klären. Mit die­sem Ziel ist die Er­he­bung ei­ner Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­ge auch all­ge­mein an­er­kannt (BAG v. 20.05.2009 – 4 AZR 315/08 – Ju­ris; BAG v. 31.01.2008 – 8 AZR 27/07 - AP Nr. 340 zu § 613a BGB; BAG v. 16.10.2002 – 4 AZR 447/01 – NZA 2003, 688; BAG v. 26.04.2001 – 8 AZR 472/00 n.v.; BAG v. 20.10.1993 – 4 AZR 47/93 – NZA 1994, 203).

b) Der An­trag ist auch be­gründet. Die Kläge­rin hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner Vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Ver-

 

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gütungs­grup­pe Kr. 2, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung.

aa) Ursprüng­lich fan­den auf das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen der Kläge­rin zu 1) und der Kran­ken­pfle­ge­an­stalt der Barm­her­zi­gen Schwes­tern von der hl. Eli­sa­beth zu F. die AVR dy­na­misch An­wen­dung. Dies er­gibt die Aus­le­gung der Re­ge­lung in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges.

(1) Nach § 133, 157 BGB sind Verträge so aus­zu­le­gen, wie die Par­tei­en sie nach Treu und Glau­ben un­ter Berück­sich­ti­gung der Ver­kehrs­sit­te ver­ste­hen muss­ten. Da­bei ist vom Wort­laut aus­zu­ge­hen, aber zur Er­mitt­lung des wirk­li­chen Wil­lens der Par­tei­en sind auch die außer­halb der Ver­ein­ba­rung lie­gen­den Umstände ein­zu­be­zie­hen, so­weit sie ei­nen Schluss auf den Sinn­ge­halt der Erklärung zu­las­sen. Dies gilt auch für Ver­trags­klau­seln, die dy­na­misch auf Ta­rif­verträge ver­wei­sen. Hier­von für die Aus­le­gung ei­ner Ver­wei­sung auf kirch­lich-dia­ko­ni­sche Ar­beits­be­din­gun­gen ab­zu­ge­hen, bei de­nen es sich eben­falls um ein nicht zwi­schen den Par­tei­en ver­ein­bar­tes und als sol­ches von ih­nen auch nicht ab­zuändern­des ex­ter­nes Re­gel­werk han­delt, be­steht kein An­lass (BAG v. 10.12.2008 – 4 AZR 845/07 – Ju­ris).

(2) Die­se Aus­le­gung er­gibt hier, dass die Be­zug­nah­me in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges ei­ne kon­sti­tu­ti­ve ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung zur Ein­be­zie­hung der AVR be­gründe­te.

Da­bei er­gibt sich aus dem Wort­laut auch ein­deu­tig ei­ne zeit­li­che Dy­na­mik. Der Ar­beit­neh­mer nimmt auf Grund die­ser Ab­re­de grundsätz­lich an der Ent­wick­lung der in Be­zug ge­nom­me­nen Re­gel­wer­ke teil. Dies er­gibt die Aus­le­gung der For­mu­lie­rung der An­wen­dung der AVR „in der je­weils gülti­gen Fas­sung“.

Dem ent­spre­chend nahm die Kläge­rin während des Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Kran­ken­pfle­ge­an­stalt der Barm­her­zi­gen Schwes­tern von der hl. Eli­sa­beth zu F. auch an der wei­te­ren Ent­wick­lung der AVR teil.

 

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bb) Durch den Be­triebsüber­gang von der Kran­ken­pfle­ge­an­stalt der Barm­her­zi­gen Schwes­tern von der hl. Eli­sa­beth zu F. auf die St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus – Ober­hau­sen g-GmbH änder­te sich an die­ser kon­sti­tu­ti­ven ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung nichts. Die St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus –Ober­hau­sen – G GmbH trat gem. § 613 a Abs. 1 Satz 1 BGB in die ar­beits­ver­trag­lich be­gründe­ten Rech­te und Pflich­ten ein. Denn nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB tritt der Er­wer­ber in die Rech­te und Pflich­ten aus den im Zeit­punkt des Über­gangs be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­se ein. Ver­trags­recht des über­nom­me­nen Ar­beits­verhält­nis­ses aber ist die Gel­tung der AVR. Da­bei ent­wi­ckel­ten die AVR auch wei­ter­hin ei­ne Dy­na­mik. Denn die St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus - Ober­hau­sen g GmbH wen­de­te die AVR dy­na­misch an, so dass die Kläge­rin zu 1) auch bei die­sem Ar­beit­ge­ber an der wei­te­ren Ta­ri­fent­wick­lung par­ti­zi­pier­te.

cc) Durch den Er­werb der Geschäfts­an­tei­le an der St. Eli­sa­beth Kran­ken­haus – Ober­hau­sen g-GmbH durch die HELIOS Kli­ni­ken GmbH und die an­sch­ließen­de Um­be­nen­nung der Be­klag­ten hat sich an der dy­na­mi­schen Fort­gel­tung der AVR gleich­falls nichts geändert. Ins­be­son­de­re sind die AVR nicht durch den TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ab­gelöst wor­den.

(1) Zu­zu­ge­ben ist der Be­klag­ten, dass die Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS-Kon­zerns auf­grund der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­bin­dung grundsätz­lich an­wend­bar sind. Der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO er­lang­te auf­grund der bei­der­sei­ti­gen Ta­rif­bin­dung nor­ma­ti­ve Gel­tung i.S.v. § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 TVG für das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin zu 1).

Zu­zu­ge­ben ist der Be­klag­ten auch, dass zwi­schen zwei Ta­rif­wer­ken das Ablösungs­prin­zip greift. Dies ist hier je­doch nicht der Fall, weil nicht zwei Ta­rif­verträge mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren. Die in­di­vi­du­al­recht­lich im Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en gel­ten­den Re­ge­lun­gen der AVR set­zen sich nach dem ta­rif­recht­li­chen Güns­tig­keits­prin­zip des § 4 Abs. 3 TVG ge­genüber den auf­grund bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung nor­ma­tiv auf das Ar­beits­verhält­nis ein­wir­ken­den Ta­rif­verträgen für die Un­ter­neh­men des HELIOS-Kon­zerns durch. Es geht hier­bei nicht um die Kon­kur­renz zwei­er Ta­rif­verträge, son­dern um die Kon­kur­renz ei­ner ar­beits­ver-

 

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trag­li­chen Re­ge­lung mit ei­nem kraft bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung nor­ma­tiv wir­ken­den Ta­rif­ver­trag. Dies ist kein Fall der Ta­rif­kon­kur­renz zwei­er Nor­men­verträge. Viel­mehr wird das Verhält­nis der ar­beits­ver­trag­li­chen Re­ge­lung zur nor­ma­tiv wir­ken­den ta­rif­li­chen Re­ge­lung durch das Güns­tig­keits­prin­zip des § 4 Abs. 3 TVG be­stimmt (BAG v. 22.10.2008 – 4 AZR 784/07 – NZA 2009; BAG v. 29.08.2007 – 4 AZR 767/06 – NZA 2008, 364; BAG v. 25.09.2002 – 4 AZR 294/01 – BA­GE 103, 9; ErfK/Preis, 9. Aufl. § 613 a Rz.127).

(2) Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht aus der Rechts­na­tur der AVR. Denn die AVR sind ge­ra­de kei­ne Ta­rif­verträge.

Ta­rif­verträge im Sin­ne des Ta­rif­ver­trags­ge­set­zes können nur durch Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ab­ge­schlos­sen wer­den. Ta­rif­ver­trags­par­tei­en sind nach § 2 Abs. 1 TVG Ge­werk­schaf­ten, ein­zel­ne Ar­beit­ge­ber so­wie Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern. Die AVR aber sind nicht un­ter Be­tei­li­gung von Ge­werk­schaf­ten zu­stan­de ge­kom­men (BAG v. 10.12.2008 – 4 AZR 845/07 – Ju­ris). Es ent­spricht des­halb der zu­tref­fen­den ständi­gen Recht­spre­chung des BAG und der all­ge­mei­nen Auf­fas­sung in der Leh­re, dass es sich bei den AVR um Kol­lek­tiv­ver­ein­ba­run­gen be­son­de­rer Art han­delt, in de­nen all­ge­mei­ne Be­din­gun­gen für die Ver­trags­verhält­nis­se der bei den Kir­chen beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer durch pa­ritätisch zu­sam­men­ge­setz­te Ar­beits­recht­li­che Kom­mis­sio­nen fest­ge­legt wer­den. Die­sen Re­ge­lun­gen kommt al­ler­dings kei­ne nor­ma­ti­ve Wir­kung zu. Sie fin­den auf das Ar­beits­verhält­nis nur kraft ein­zel­ver­trag­li­cher Be­zug­nah­me An­wen­dung (BAG v. 13.09.2006 – 4 AZR 1/06 – NZA-RR 2007, 224; BAG v. 23.09.2004 – 6 AZR 430/03 – NZA-RR 2005, 672; BAG v. 14.01.2004 – 10 AZR 188/03 – AP Nr. 3 zu An­la­ge 1 AVR Ca­ri­tas­ver­band; BAG v. 17.06.2003 – 3 AZR 310/02 – AP Nr. 1 zu § 1a AVR Dia­ko­ni­sches Werk; BAG v. 18.05.2000 – 6 AZR 53/99 – ZTR 2001, 172; BAG v. 24.09.1997 – 4 AZR 452/96 – AP Nr. 10 zu § 12 AVR Ca­ri­tas­ver­band). Auch wenn sich die Aus­le­gung der AVR nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts nach den glei­chen Grundsätzen, wie sie für die Ta­rif­aus­le­gung maßgeb­lich sind, führt dies nicht zu ei­ner Verände­rung des Rechtscha­rak­ters und zur An­wend­bar­keit des Ablösungs­prin­zips. Für ein Ein­grei­fen des Ablösungs­prin­zips fehlt es an der nor­ma-

 

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ti­ven Wir­kung, weil die AVR nur kraft ein­zel­ver­trag­li­cher Be­zug­nah­me auf ein Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung fin­den. Dafür spre­chen auch die Un­ter­schie­de beim Zu­stan­de­kom­men von Ta­rif­verträgen und kirch­li­chen Ar­beits­rechts­re­ge­lun­gen. Während ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen nicht ge­gen den Wil­len der Ar­beit­neh­mer­sei­te ge­schlos­sen wer­den können, son­dern nur ein­ver­nehm­lich und nicht oh­ne ei­ne an­ge­mes­se­ne Kom­pen­sa­ti­on, fin­det sich bei Re­ge­lun­gen im Be­reich des Drit­ten We­ges kein der­ar­ti­ger Re­ge­lungs­me­cha­nis­mus. Denn dort ist ei­ne Zwangs­sch­lich­tung in­sti­tu­tio­na­li­siert. Es be­steht kein Kräfte­gleich­ge­wicht (vgl. da­zu auch BAG v. 25.03.2009 – 7 AZR 710/07 – BB 2009, 1928).

(3) Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht aus der Ver­trags­klau­sel selbst. Denn sie ermöglicht aus sich her­aus kei­nen Ta­rif­wech­sel hin zur An­wend­bar­keit der Haus­ta­rif­verträge. Die Klau­sel enthält zwar den Hin­weis „in der je­weils gülti­gen Fas­sung“. Die­se For­mu­lie­rung kann aber nicht als Ta­rif­wech­sel­klau­sel aus­ge­legt wer­den.

Das BAG dif­fe­ren­ziert im Rah­men sei­ner Recht­spre­chung zu Gleich­stel­lungs­ab­re­den zwi­schen ei­ner sog. klei­nen dy­na­mi­schen und der großen dy­na­mi­schen Be­zug­nah­me­klau­sel. Bei der klei­nen dy­na­mi­schen Be­zug­nah­me­klau­sel be­zieht sich die Dy­na­mik al­lein auf das zeit­li­che Mo­ment des Ta­rif­ver­tra­ges. Bei der großen dy­na­mi­schen Ver­wei­sung han­delt es sich hin­ge­gen um ei­ne Klau­sel, die auch ei­nen Ta­rif­wech­sel be­inhal­tet. Die Dif­fe­ren­zie­rung ist des­halb von be­son­de­rer Be­deu­tung, weil es die Par­tei­en des Ar­beits­ver­tra­ges in der Hand ha­ben, das Maß der Ver­wei­sung zu be­stim­men. Es un­ter­liegt der Par­tei­au­to­no­mie, auch ei­nen Ta­rif­wech­sel zu ermögli­chen. Al­ler­dings kann ei­ne Be­zug­nah­me auf das Ta­rif­werk ei­ner be­stimm­ten Bran­che über ih­ren Wort­laut hin­aus nur dann als große dy­na­mi­sche Ver­wei­sung aus­ge­legt wer­den, wenn sich dies aus be­son­de­ren Umständen er­gibt (BAG v. 22.10.2008 – 4 AZR 784/07 – NZA 2009; BAG v. 29.08.2007 – 4 AZR 767/06 – NZA 2008, 364; BAG v. 25.09.2002 – 4 AZR 294/01 – BA­GE 103, 9; ErfK/Preis, 9. Aufl. § 613a Rz. 127). An­halts­punk­te für die Ver­ein­ba­rung ei­ner Ta­rif­wech­sel­klau­sel lie­gen nicht vor, ins­be­son­de­re nicht bei den Klägern, die sich bei der Be­gründung des Ar­beits­verhält-

 

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nis­ses be­wusst für ein Ar­beits­verhält­nis im Re­ge­lungs­be­reich der AVR ent­schie­den ha­ben.

(4) Die Klau­sel nimmt auch nicht die Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns in Be­zug. Sie enthält kei­ne ent­spre­chen­de Ver­wei­sungs­klau­sel.

Auch wenn die Klau­sen den Hin­weis „in der je­wei­li­gen Fas­sung“ enthält, kann nicht an­ge­nom­men wer­den, dass die Par­tei­en die Ta­rif­wer­ke für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns in Be­zug ge­nom­men ha­ben. Denn nach dem Wort­laut, Sinn und Zweck so­wie der Sys­te­ma­tik er­gibt sich ein­deu­tig, dass le­dig­lich die AVR in Be­zug ge­nom­men wer­den soll­ten. Die For­mu­lie­rung drückt in­so­weit le­dig­lich ei­ne Dy­na­mik in zeit­li­cher Hin­sicht aus.

dd) Da­mit fin­den die AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung nach wie vor An­wen­dung. Das Verhält­nis bei­der Re­ge­lun­gen zu­ein­an­der ist nach dem Güns­tig­keits­prin­zip zu be­ur­tei­len. Da die ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns ei­ne sta­ti­sche Fort­gel­tung der AVR zum Zeit­punkt der Über­lei­tung an­ord­nen, han­delt es sich bei der in­di­vi­du­al­ver­trag­li­chen Re­ge­lung um die güns­ti­ge­re Re­ge­lung. Dem ent­spre­chend rich­tet sich die Vergütung der Kläge­rin nach den AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung, so­lan­ge die­se Vergütung güns­ti­ger ist als die Vergütung nach den Ta­rif­nor­men für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns.

(1) Das in § 4 Abs.3 TVG nur un­voll­kom­men ge­re­gel­te Güns­tig­keits­prin­zip ist Aus­druck des aus dem ar­beits­recht­li­chen Schutz­prin­zip her­ge­lei­te­ten Grund­sat­zes, dass ar­beits­recht­li­che Ge­stal­tungs­fak­to­ren wie Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen und Ta­rif­verträge im Verhält­nis zu rangnied­ri­ge­ren Re­ge­lun­gen wie ins­be­son­de­re ein­zel­ver­trag­li­chen Ab­ma­chun­gen Ver­bes­se­run­gen nicht aus­sch­ließen können. Sie können nur ein­sei­tig zwin­gen­des Recht schaf­fen. Da­mit blei­ben güns­ti­ge­re ar­beits­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen auch ge­genüber nachträgli­chen ver­schlech­tern­den Ta­rif­verträgen wirk­sam (BAG v. 17.06.2003 - 3 ABR 43/02 – NZA 2004, 1110). Da­bei ist der Güns­tig­keits­ver­gleich bei In­di­vi­dual­nor­men in­di-

 

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vi­du­ell durch­zuführen, weil das Güns­tig­keits­prin­zip dem Schutz der Pri­vat­au­to­no­mie dient. Al­ler­dings müssen die zu ver­glei­chen­den Re­ge­lungs­ge­genstände er­mit­telt wer­den. Da­bei ist nach der Recht­spre­chung des BAG und der h.L. ein Sach­grup­pen­ver­gleich er­for­der­lich. So­weit al­ler­dings die An­wend­bar­keit ei­nes Ta­rif­wer­kes auf ei­ner ar­beits­ver­trag­li­chen Be­zug­nah­me­klau­sel be­ruht, der mit ei­nem Ta­rif­ver­trag kol­li­diert, der un­mit­tel­bar und zwin­gend gilt, wird zu­wei­len ver­tre­ten, es ha­be ein Ge­samt­ver­gleich der Re­ge­lungs­wer­ke, al­so der ge­sam¬ten ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen zu er­fol­gen (vgl. da­zu ErfK/Fran­zen, 9. Aufl. § 4 TVG Rz.37). Die­se Sicht­wei­se ist je­den­falls dann ab­zu­leh­nen, wenn die Be­zug­nah­me­klau­sel kei­nen Ta­rif­ver­trag in Be­zug nimmt, son­dern all­ge­mei­ne Ver­trags­be­din­gun­gen. In die­sem Fal­le fehlt es von vorn­her­ein an ver­gleich­ba­ren Re­ge­lungs­ge­genständen. Ein Ta­rif­ver­trag ist von ei­ner Kol­lek­tiv­ver­ein­ba­rung be­son­de­rer Art ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Ent­ste­hung zu un­ter­schei­den. Sie wird in ei­nem gänz­lich an­de­ren Ver­fah­ren er­zeugt, vgl. da­zu schon oben b) cc) (2). Des­halb können die AVR nicht ins­ge­samt mit den ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen ver­gli­chen wer­den, son­dern es bleibt beim in­di­vi­du­el­len Sach­grup­pen­ver­gleich. Da­nach ist ent­schei­dend, ob die Re­ge­lun­gen den­sel­ben Re­ge­lungs­ge­gen­stand be­tref­fen, die zu ver­glei­chen­den Re­ge­lun­gen al­so mit­ein­an­der in ei­nem sach­li­chen Zu­sam­men­hang ste­hen. Völlig un­ter­schied­lich ge­ar­te­te Re­ge­lungs­ge­genstände, für de­ren Be­wer­tung es kei­nen ge­mein­sa­men Maßstab gibt können nicht mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den (BAG v. 20.04.1999 – 1 ABR 72/98 – NZA 1999, 887).

(2) Auf die­ser Grund­la­ge ist of­fen­sicht­lich, dass die in § 6 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO ge­re­gel­te sta­ti­sche Fort­gel­tung der AVR hin­sicht­lich der Vergütung im Verhält­nis zur dy­na­mi­schen Wei­ter­ent­wick­lung der Vergütung ungüns­ti­ger ist.

Auf­grund des TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sol­len die AVR hin­sicht­lich der Vergütung sta­tisch in der Fas­sung vor dem 01.01.2008 an­ge­wen­det wer­den. Dies er­gibt die Aus­le­gung die­ses Ta­rif­ver­tra­ges.

 

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Die Aus­le­gung des nor­ma­ti­ven Teils ei­nes Ta­rif­ver­trags folgt nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts den für die Aus­le­gung von Ge­set­zen gel­ten­den Re­geln. Da­nach ist zunächst vom Ta­rif­wort­laut aus­zu­ge­hen, wo­bei der maßgeb­li­che Sinn der Erklärung zu er­for­schen ist, oh­ne am Buch­sta­ben zu haf­ten. Bei ei­nem nicht ein­deu­ti­gen Ta­rif­wort­laut ist der wirk­li­che Wil­le der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en mit zu berück­sich­ti­gen, so­weit er in den ta­rif­li­chen Nor­men sei­nen Nie­der­schlag ge­fun­den hat. Ab­zu­stel­len ist stets auf den ta­rif­li­chen Ge­samt­zu­sam­men­hang, weil die­ser An­halts­punk­te für den wirk­li­chen Wil­len der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en lie­fert und nur so der Sinn und der Zweck der Ta­rif­norm zu­tref­fend er­mit­telt wer­den können. Lässt dies zwei­fels­freie Aus­le­gungs­er­geb­nis­se nicht zu, können die Ge­rich­te für Ar­beits­sa­chen oh­ne Bin­dung an ei­ne Rei­hen­fol­ge wei­te­re Kri­te­ri­en wie die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Ta­rif­ver­trags, ggf. auch die prak­ti­sche Ta­rifübung ergänzend hin­zu­zie­hen. Auch die Prak­ti­ka­bi­lität denk­ba­rer Aus­le­gungs­er­geb­nis­se ist zu berück­sich­ti­gen; im Zwei­fel gebührt der­je­ni­gen Ta­rif­aus­le­gung der Vor­zug, die zu ei­ner vernünf­ti­gen, sach­ge­rech­ten, zweck­ori­en­tier­ten und prak­tisch brauch­ba­ren Re­ge­lung führt (BAG v. 24.09.2008 – 10 AZR 669/07 – NZA 2009, 45).

Nach dem TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sol­len die ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen des HELIOS Kon­zerns mit Wir­kung zum 01.01.2008 in Kraft tre­ten. Dies ord­net § 5 auch hin­sicht­lich der An­wen­dung des TV Ent­gelt HELIOS an. Die Über­lei­tung der Ar­beit­neh­mer in die Ent­gelt­struk­tur des TV Ent­gelt HELIOS re­gelt § 6 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO. Auf­grund des Ver­wei­ses auf § 11 Abs. 2 TV Um­set­zung HELIOS fin­den die Ein­grup­pie­rungs­re­ge­lun­gen des TV Ent­gelt HELIOS kei­ne An­wen­dung. Denn die­se Re­ge­lun­gen wer­den von der An­wend­bar­keit aus­drück­lich aus­ge­nom­men. Im Um­kehr­schluss kann sich dar­aus nur er­ge­ben, dass zum Zeit­punkt der Über­lei­tung – wie in § 12 TV Über­lei­tung HELIOS ge­re­gelt – zunächst die bis­he­ri­gen Ent­gelt­re­ge­lun­gen, al­so die AVR, wei­ter an­ge­wen­det wer­den sol­len. Dies al­ler­dings oh­ne Dy­na­mik hin­sicht­lich der Ent­gel­terhöhun­gen, weil für die­se durch § 13 TV Um­set­zung HELIOS ei­ne Son­der­re­ge­lung ge­schaf­fen wur­de. Al­ler­dings re­gelt die­se Be­stim­mung un­strei­tig kei­ne Erhöhung, die ei­ne Vergütungshöhe er­reicht, wie sie durch die Ent­gel­terhöhung der AVR rück­wir­kend zum 01.01.2008

 

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be­schlos­sen wor­den ist. Die Aus­le­gung des Ta­rif­ver­tra­ges spricht des­halb für ei­ne sta­ti­sche Fort­gel­tung der Ent­gelt­re­ge­lun­gen.

Es stellt sich aber die Fra­ge, zu wel­chem Zeit­punkt und mit wel­chem In­halt die AVR auf Grund­la­ge des TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO sta­tisch fort­gel­ten. Denn der in die­sem Ta­rif­ver­trag in der Präam­bel und in § 5 ge­re­gel­te Über­lei­tungs­stich­tag ist der 01.01.2008. Zum 01.01.2008 aber wirkt auch die Erhöhung der Ent­gel­te der AVR. Auch die­se Fra­ge ist durch Aus­le­gung des Ta­rif­ver­tra­ges zu er­mit­teln. Da der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO be­reits am 01.11.2007 un­ter­zeich­net wur­de und die Über­lei­tung zum 01.01.2008 er­fol­gen soll­te, kann die Über­lei­tung auch nur zu den Be­din­gun­gen er­fol­gen, die kon­kret am Ta­ge der Über­lei­tung am 01.01.2008 be­stan­den. Da die Ent­gel­terhöhung der AVR erst am 05.09.2008 mit Rück­wir­kung zum 01.01.2008 er­folg­te, kann die Erhöhung von der Über­lei­tungs­re­ge­lung nicht mehr er­fasst wer­den. Dies ist Kon­se­quenz der gewähl­ten Kon­struk­ti­on des Über­lei­tungs­stich­ta­ges.

Im Verhält­nis zur sta­ti­schen Ent­gelt­ent­wick­lung nach den ta­rif­li­chen Re­ge­lun­gen ist die in­di­vi­du­al­recht­li­che Po­si­ti­on der Kläge­rin zu 1) güns­ti­ger. Dem ent­spre­chend hat die Kläge­rin ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner Be­sitz­stands­zu­la­ge für die Vergütungs­grup­pe Kr. 2, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS.

2. Die Kläge­rin zu 1) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Gewährung ei­nes zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­ta­ges für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten frei­en Ar­beits­tag auf Grund­la­ge von § 1b An­la­ge 5 AVR.

a) Auch in­so­weit war ei­ne Aus­le­gung des An­trags er­for­der­lich. Ursprüng­lich hat­te die Kläge­rin be­an­tragt, ihr in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag als Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag zu gewähren. Der An­trag ist vom Ar­beits­ge­richt im Jah­re 2009 auch aus­ge­ur­teilt wor­den. Mit die­sem In­halt ist er in­des auf ei­ne

 

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unmögli­che Leis­tung ge­rich­tet. Aus­weis­lich der Be­gründung der Kla­ge geht es der Kläge­rin auch nicht dar­um, in 2008 ei­nen zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag zu er­hal­ten, son­dern um die Gewährung ei­nes frei­en Ar­beits­ta­ges für den in 2008 nicht gewähr­ten Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag. Dies hat die Kläge­rin im Schrift­satz vom 05.11.2009 so­wie in der münd­li­chen Ver­hand­lung auch klar­ge­stellt.

b) Der An­trag ist in der klar­ge­stell­ten Fas­sung auch be­gründet. Zwi­schen den Ta­rif­verträgen des HELIOS Kon­zerns und den AVR gilt wie dar­ge­stellt das Güns­tig­keits­prin­zip.

Der TV HELIOS re­gelt in § 13 ei­ne re­gelmäßige wöchent­li­che Ar­beits­zeit von 38,5 St­un­den, aber kei­nen Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag. Dem­ge­genüber re­gelt § 1 An­la­ge 5 AVR gleich­falls ei­ne wöchent­li­che Ar­beits­zeit von 38,5 St­un­den, gewährt aber zusätz­lich in § 1 b der An­la­ge 5 ei­nen Ar­beits­zeit­verkürzungs­tag. Ver­gleicht man die­se Re­ge­lun­gen im We­ge ei­nes Sach­grup­pen­ver­glei­ches „Ar­beits­zeit“, ent­hal­ten die AVR die güns­ti­ge­re Re­ge­lung. In den Sach­grup­pen­ver­gleich nicht ein­zu­be­zie­hen ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten al­ler­dings der Nicht­rau­cher­tag, weil die­ser ei­nen völlig an­de­ren Re­ge­lungs­ge­gen­stand be­trifft. Er hat mit dem Kom­plex „Ar­beits­zeit“ als sol­chem nichts zu tun, son­dern gewährt le­dig­lich für ein be­stimm­tes Ver­hal­ten ei­nen zusätz­li­chen frei­en Tag.

Die Kläge­rin zu 1) kann den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten frei­en Tag gem. § 1 b Abs. 3 An­la­ge 5 AVR auch noch im Jah­re 2009 nach­ho­len.

3. Die Kläge­rin zu 1) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 155,38 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

Es kann of­fen blei­ben, ob die Re­ge­lun­gen in §§ 9, 10 TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO auch für das Jahr 2008 ei­nen An­spruch auf Ur­laubs­geld aus­sch­ließen. Dar­an be­ste­hen Zwei­fel, weil die ursprüng­li­chen Re­ge­lun­gen der AVR fort­gel­ten und der TV Um­set­zung HELIOS – Nach­trag 1 / SE­KO in §§ 9

 

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und 10 aus­drück­lich nur das Ur­laubs­geld 2006 und 2007 the­ma­ti­siert. Da die Ta­rif­verträge für Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns kein Ur­laubs­geld re­geln, es sich da­bei aber um ei­nen ei­ge­nen Re­ge­lungs­kom­plex han­delt, greift je­den­falls das Güns­tig­keits­prin­zip, so dass die Kläge­rin zu 1) gem. § 7 An­la­ge 14 ei­nen – der Höhe nach un­strei­ti­gen - An­spruch auf Zah­lung des Ur­laubs­gel­des 2008 in Höhe von 155,38 € hat. Der Zins­an­spruch er­gibt sich aus § 9 An­la­ge 14 AVR. Da­nach ist das Ur­laubs­geld mit den Bezügen für den Mo­nat Ju­li aus­zu­zah­len, so dass sich die Be­klag­te je­den­falls seit dem 01.08.2008 in Ver­zug be­fand.

4. Die Kläge­rin zu 1) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass auf ihr Ar­beits­verhält­nis die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

a) Der An­trag ist zulässig.

Der Fest­stel­lungs­an­trag rich­tet sich nach § 256 Abs. 1 ZPO, vgl. oben B) 1. Teil 1. a) bb). Ei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge kann sich auf ein­zel­ne Be­zie­hun­gen oder Fol­gen aus ei­nem Rechts­verhält­nis, auf be­stimm­te Ansprüche oder Ver­pflich­tun­gen oder auf den Um­fang ei­ner Leis­tungs­pflicht be­schränken – sog. Ele­men­ten­fest­stel­lungs­kla­ge (BAG v. 22.10.2008 – 4 AZR 784/07 – NZA 2009, 151; BAG v. 15.03.2006 – 4 AZR 75/05 – BA­GE 117, 248). Da­bei ist all­ge­mein an­er­kannt, dass auch die An­wend­bar­keit ei­nes be­stimm­ten Ta­rif­ver­tra­ges oder Ta­rif­wer­kes auf ein Ar­beits­verhält­nis kann Ge­gen­stand ei­ner Fest­stel­lungs­kla­ge sein (BAG v. 22.10.2008 – 4 AZR 784/07 – NZA 2009, 151; BAG v. 15.03.2006 – 4 AZR 75/05 – BA­GE 117, 248). Nichts an­de­res gilt aus Sicht der Kam­mer für die An­wend­bar­keit der AVR. Mit dem klar­ge­stell­ten Fest­stel­lungs­be­geh­ren kann der Streit der Par­tei­en über den Um­fang der zukünf­ti­gen Leis­tungs­pflich­ten, der sich aus der in den Ar­beits­verträgen ent­hal­te­nen Be­zug­nah­me­klau­sel in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges er­gibt, be­rei­nigt wer­den. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die Kläge­rin zu 1) im Hin­blick auf den Um­fang der Be­zug­nah­me­klau­sel be­reits ei­ni­ge strei­ti­ge Fra­gen durch selbständi­ge Anträge ei­ner Klärung zuführt. Denn ne­ben den streit­ge­genständ­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen (Vergütung, Ur­laubs­geld

 

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und Ar­beits­zeit­verkürzung) gibt es wei­te­re sich aus den AVR er­ge­ben­de Streit­fra­gen, wie die Kläge­rin zu 1) im Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung erläutert hat. Die­se Streit­fra­gen können mit dem um­fas­sen­den Fest­stel­lungs­an­trag dem Grun­de nach ab­sch­ließend geklärt wer­den. Zwar lässt sich erst auf­grund des Güns­tig­keits­prin­zips ent­schei­den, ob sich ein Re­ge­lungs­kom­plex der AVR schließlich ge­genüber den nor­ma­tiv wir­ken­den Re­ge­lun­gen der Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns durch­setzt. Es ist aber zu er­war­ten, dass be­reits die grundsätz­li­che Ent­schei­dung über die An­wend­bar­keit der AVR Streit zwi­schen den Par­tei­en be­sei­ti­gen kann, weil schon die An­wend­bar­keit der AVR von der Be­klag­ten dem Grun­de nach ne­giert wird.

b) Der An­trag ist auch be­gründet.

Die ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen der Par­tei­en führen wie be­reits dar­ge­legt zur schuld­recht­li­chen An­wen­dung der AVR auf das Ar­beits­verhält­nis. Ei­ne Ablösung der AVR durch die auf­grund bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­ge­bun­den­heit an­wend­ba­ren Ta­rif­verträge für die Un­ter­neh­men des HELIOS Kon­zerns ist nicht ein­ge­tre­ten, weil das Ablösungs­prin­zip in die­sem Verhält­nis kei­ne An­wen­dung fin­det. Des­halb sind die AVR auf das Ar­beits­verhält­nis an­wend­bar. Da­bei ent­wi­ckeln die AVR in zeit­li­cher Hin­sicht Dy­na­mik. Ob sich die in­di­vi­du­al­ver­trag­li­che Re­ge­lung ge­genüber den an­wend­ba­ren Ta­rif­verträgen durch­setzt, ist auf der Grund­la­ge des Güns­tig­keits­prin­zips zu be­ur­tei­len, vgl. oben. 1. b) cc).

5. Über den Hilfs­an­trag war nicht zu ent­schei­den. Er ist von der Kläge­rin zu 1) als Hilfs­an­trag für den Fall der Ab­wei­sung des An­trags zu Zif­fer 4 ge­stellt wor­den.

2. Teil

Für den Kläger zu 2) so­wie die übri­gen Kläge­rin­nen zu 3) bis 11) er­ge­ben sich auf der Grund­la­ge der Ausführun­gen zur Kläge­rin 1) ent­spre­chen­de Ansprüche. Da­bei sind die je­wei­li­gen Vergütungs­ele­men­te auf Ba­sis der An­wen­dung der AVR in der Fas­sung vom 01.01.2008 zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig. Al­le

 

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Kläger ha­ben dem ent­spre­chend ei­nen An­spruch auf Gewährung ei­nes zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­ta­ges für den im Jah­re 2008 nicht gewähr­ten zusätz­li­chen frei­en Ar­beits­tag auf Grund­la­ge von § 1 b An­la­ge 5 AVR. Zu­dem ha­ben die Kläger zu 2) – 11) ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass auf ihr Ar­beits­verhält­nis die Richt­li­ni­en für Ar­beits­verträge in Ein­rich­tun­gen des Deut­schen Ca­ri­tas­ver­ban­des in der je­weils gülti­gen Fas­sung an­zu­wen­den sind.

Darüber hin­aus be­ste­hen fol­gen­de Ein­zel­ansprüche:

A) Der Kläger zu 2) hat auf­grund sei­ner Ein­grup­pie­rung ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihm ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4a Stu­fe 10 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Er hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

B) Die Kläge­rin zu 3) hat auf­grund ih­rer Ein­grup­pie­rung ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 4b Stu­fe 10 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 3) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 255,65 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

C) Die Kläge­rin zu 4) hat auf­grund ih­rer Ein­grup­pie­rung ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 2 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so-

 

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weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 4) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

D) Die Kläge­rin zu 5) hat auf­grund ih­rer Ein­grup­pie­rung ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 5) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 215,81 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

E) Die Kläge­rin zu 6) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 6) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

F) Die Kläge­rin zu 7) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe 10 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 7) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst

 

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Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

G) Die Kläge­rin zu 8) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5a Stu­fe 5 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 8) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

H) Die Kläge­rin zu 9) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 6b Stu­fe 8 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 9) hat ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

I) Die Kläge­rin zu 10) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5c Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner ehe­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge so­wie ei­ner kin­der­be­zo­ge­nen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 10) hat ge­gen Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 258,97 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

 

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J) Die Kläge­rin zu 11) hat ei­nen An­spruch auf Fest­stel­lung, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, ihr ab dem 01.01.2008 ei­ne mo­nat­li­che Re­gel­vergütung auf der Ba­sis der Vergütungs­grup­pe Kr 5 Stu­fe 9 der AVR in der je­weils gülti­gen Fas­sung zuzüglich ei­ner hälf­ti­gen Be­sitz­stands­zu­la­ge zu zah­len, so­weit die­se güns­ti­ger ist als ei­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des TV HELIOS in der je­weils gülti­gen Fas­sung. Die Kläge­rin zu 11) hat ge­gen die Be­klag­te zu­dem ei­nen An­spruch auf Zah­lung von 332,34 € brut­to als Ur­laubs­geld für das Jahr 2008 nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab dem 01.08.2008.

 

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II.

Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf §§ 64 Abs. 6 ArbGG, 525, 97 Abs. 1 ZPO. Da­nach fal­len die Kos­ten ei­nes oh­ne Er­folg ein­ge­leg­ten Rechts­mit­tels der Per­son zur Last, die es ein­ge­legt hat.

III.

Die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Zu­las­sung der Re­vi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt lie­gen vor. Die Kam­mer ist der Auf­fas­sung, dass dem Rechts­streit grundsätz­li­che Be­deu­tung zu­kommt. Dies be­ruht ei­ner­seits auf der Klärung des Verhält­nis­ses der AVR zu ei­nem Ta­rif­ver­trag, an­de­rer­seits auf der Viel­zahl der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer. Da­mit be­steht der Re­vi­si­ons­grund des § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG.

 

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RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der Be­klag­ten

R E V I S I O N

ein­ge­legt wer­den.

Für die Kläger ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Fax: 0361 2636 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,
2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
3. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

 

Dr. Ul­rich

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