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AWO und Ver­di se­hen Ei­ni­gungs­chan­cen im Ta­rif­streit

Der Ar­beits­kampf zwi­schen Ver­di und der Ar­beits­wohl­fahrt geht in Nord­rhein-West­fa­len auf die Ziel­ge­ra­de: Die Ge­werk­schaft droht ver­hal­ten

11.12.2014. (dpa) - Im Streit um hö­he­re Löh­ne sind am Mitt­woch meh­re­re Tau­send Be­schäf­tig­te der Ar­bei­ter­wohl­fahrt in Nord­rhein-West­fa­len auf die Stra­ße ge­gan­gen.

Po­li­zei und Ge­werk­schaft Ver­di spra­chen von 3500 Teil­neh­mern an ei­ner Kund­ge­bung in Dort­mund.

Ver­di droh­te vor der sechs­ten Ver­hand­lungs­run­de an die­sem Don­ners­tag in Gel­sen­kir­chen in­di­rekt mit ei­ner Ur­ab­stim­mung.

Wenn die Ar­beit­ge­ber nicht in ein, zwei Punk­ten ein­len­ken wür­den, ste­he das The­ma auf der Ta­ges­ord­nung, sag­te Ver­hand­lungs­füh­rer Wolf­gang Cre­mer wäh­rend der Kund­ge­bung.

AWO und Ver­di zeig­ten sich je­doch zu­ver­sicht­lich, dass ein Ab­schluss in der sechs­ten Run­de ge­lin­gen kön­ne. "Nie­mand wünscht sich ei­nen Streik", sag­te Cre­mer.

Zahl­rei­che Kin­der­ta­ges­stät­ten blie­ben am Mitt­woch ge­schlos­sen oder bo­ten nur Not­diens­te an. Auch in meh­re­ren Se­nio­ren­hei­me gab es laut Ge­werk­schaft nur ei­nen Not­dienst. Auch die Nach­mit­tags­be­treu­ung durch AWO-Mit­ar­bei­ter in Schu­len war be­trof­fen.

Die AWO re­agier­te ver­är­gert. "Wir hal­ten die Warn­streiks für un­nö­tig, weil wir im­mer noch von ei­ner Ei­ni­gung aus­ge­hen", sag­te der Ge­schäfts­füh­rer der AWO Deutsch­land, Ge­ro Kett­ler, der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Die Ak­tio­nen hät­ten aber nicht die Wir­kung vor­an­ge­gan­ge­ner Warn­streiks. Es sei­en nur et­wa fünf Pro­zent der Ein­rich­tun­gen be­trof­fen.

Ver­di wi­der­sprach die­ser Dar­stel­lung. Al­lein in Bo­chum hät­ten 24 Kin­der­ta­ges­stät­ten ge­schlos­sen. Im Groß­raum Dort­mund sei­en 15 Se­nio­ren­hei­me be­trof­fen ge­we­sen, sag­te Ver­di-Spre­cher Gün­ter Ise­mey­er in Düs­sel­dorf. NRW-weit sei­en 3000 Be­schäf­tig­te im Warn­streik ge­we­sen.

Ver­di ver­langt für die 36 000 Be­schäf­tig­ten der AWO in NRW ei­nen Ab­schluss auf dem Ni­veau des öf­fent­li­chen Diens­tes und kirch­li­cher Ein­rich­tun­gen. Dort lä­gen die Ein­kom­men von Er­zie­hern ab dem vier­ten Be­rufs­jahr bei rund 2700 Eu­ro im Mo­nat. AWO-Er­zie­her be­kä­men nur 2532 Eu­ro.

Ver­di will in NRW ne­ben der An­glei­chung der Ein­kom­men auch ei­ne deut­li­che­re An­he­bung der Löh­ne der un­te­ren Ein­kom­men durch­set­zen. Au­ßer­dem sol­len Ver­di-Mit­glie­der zu­sätz­li­che freie Ta­ge be­kom­men.

Cre­mer for­der­te die AWO auf, ein­zu­len­ken und ge­mein­sam ge­gen­über der Po­li­tik für ei­ne bes­se­re Aus­stat­tung so­zia­ler Ein­rich­tun­gen zu kämp­fen. "Die AWO wird schlecht fi­nan­ziert, wie an­de­re Trä­ger auch", sag­te Cre­mer.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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