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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Abmahnung
   
Gericht: Arbeitsgericht Berlin
Akten­zeichen: 28 Ca 6569/12
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 08.06.2012
   
Leit­sätze:

1. Dau­ert er­kran­kungs­be­ding­te Ar­beits­unfähig­keit über den zunächst be­schei­nig­ten Zeit­raum hin­aus an, so trifft den er­krank­ten Ar­beit­neh­mer ent­spre­chend § 5 Abs. 1 Satz 1 EFZG die Pflicht, dem Ar­beit­ge­ber die Fort­dau­er un­verzüglich an­zu­zei­gen (wie Hes­si­sches LAG 1.12.2006 - 12 Sa 737/06 - EEK 3289).

2. Enthält der Ar­beits­ver­trag kei­ne Re­ge­lung, die für den Ar­beit­neh­mer die in Leit­satz I. be­schrie­be­ne Rechts­la­ge ver­deut­licht, so kann der Ar­beit­ge­ber nicht schon den ers­ten "Ver­s­toß" zum Ge­gen­stand förm­li­cher Miss­bil­li­gung ("Ab­mah­nung") ma­chen. Er hat den be­tref­fen­den Pflich­ten­kreis des Ar­beit­neh­mers viel­mehr zunächst erst klar­zu­stel­len, ehe er ggf. im Wie­der­ho­lungs­fall ab­mah­nen kann.

3. Da dem Ar­beit­neh­mer die Erfüllung sei­ner vor­erwähn­ten Mit­tei­lungs­pflicht nicht höchst­persönlich ob­liegt, kann er sich hierfür als Bo­ten auch ei­nes Kol­le­gen (ei­ner Kol­le­gin) be­die­nen.

Vor­ins­tan­zen:
   

Ar­beits­ge­richt Ber­lin

 

Verkündet

am 08.06.2012

Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)

28 Ca 6569/12

als Ur­kunds­be­am­ter/in
der Geschäfts­stel­le 

 

Im Na­men des Vol­kes

 

Ur­teil

In Sa­chen

pp

hat das Ar­beits­ge­richt Ber­lin, 28. Kam­mer,
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 08.06.2012
durch den Rich­ter am Ar­beits­ge­richt Dr. R. als Vor­sit­zen­der
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Herrn Sch. und Frau R.

für Recht er­kannt:

I.
Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, die der Kläge­rin mit Schrei­ben vom 12. März 2012 er­teil­te Ab­mah­nung aus de­ren Per­so­nal­ak­te zu ent­fer­nen.

II.
Die Be­klag­te hat die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

III.
Der Wert des Streit­ge­gen­stan­des wird auf 2.381,-- Eu­ro fest­ge­setzt.

 

- 3 -

T a t b e s t a n d

Es geht um die Ent­fer­nung ei­ner Ab­mah­nung aus der Per­so­nal­ak­te ih­rer Adres­sa­tin. - Vor­ge­fal­len ist dies:

I. Die Kläge­rin steht seit No­vem­ber 2008 als „Ver­triebs­as­sis­ten­tin“ in den Diens­ten der Be­klag­ten. Sie be­zog zur Zeit der Er­eig­nis­se, die den Hin­ter­grund des Rechts­streits bil­den, ein Mo­nats­ge­halt von 2.381,-- Eu­ro (brut­to).
II. Mit be­sag­ten „Er­eig­nis­sen“ hat es fol­gen­de Be­wandt­nis:
1. Im ers­ten Quar­tal des Jah­res 2012 – mögli­cher­wei­se seit Mit­te Fe­bru­ar 2012 – er­krank­te die Kläge­rin ar­beits­unfähig. Ei­ne ihr hier­zu er­teil­te ärzt­li­che Be­schei­ni­gung at­tes­tier­te Ar­beits­unfähig­keit bis 9. März 2012, ei­nem Frei­tag. Am 12. März 2012 er­schien sie nicht zur Ar­beit. Ge­gen Mit­tag die­ses Ta­ges emp­fing die Be­klag­te über ei­ne Kol­le­gin der Kläge­rin die Nach­richt, dass wei­ter­hin Ar­beits­unfähig­keit be­ste­he .
2. Das nahm die Be­klag­te zum An­lass, die Kläge­rin mit Schrei­ben glei­chen Da­tums (12. März 2012; Ko­pie: Ur­teils­an­la­ge I.) fol­gen­des wis­sen zu las­sen:

„Ab­mah­nung/Ver­let­zung der An­zei­ge­pflicht bei Ar­beits­ver­hin­de­rung

… lei­der muss­ten wir fest­stel­len, dass Sie sich nicht an die Ih­nen ob­lie­gen­den An­zei­ge­pflich­ten im Zu­sam­men­hang mit dem Be­ste­hen ei­ner Ar-beits­unfähig­keit hal­ten.
Bis ein­sch­ließlich Frei­tag, den 9. März 2012, lag uns Ih­re Ar­beits­unfähig­keits­be­schei­ni­gung vor. Nach ei­ge­ner te­le­fo­ni­scher Aus­sa­ge konn­ten Sie an die­sem Ta­ge je­doch nicht ab­se­hen, ob Ih­re Ar­beitsfähig­keit ab dem 12. März 2012 wie­der her­ge­stellt wäre. Am Mon­tag, den 12. März 2012, sind Sie dann nicht zur Ar­beit er­schie­nen.
Ne­ben der Ver­pflich­tung, ei­ne Ar­beits­unfähig­keit, die länger als drei Ta­ge an­dau­ert durch ei­nen Arzt bestäti­gen zu las­sen, sind Sie vor al­lem auch ver­pflich­tet, zunächst un­verzüglich über das Be­ste­hen ei­ner Ar­beits­unfähig­keit und de­ren vor­aus­sicht­li­che Dau­er zu in­for­mie­ren. Wenn Sie fest­stel­len, dass Sie aus ge­sund­heit­li­chen Gründen (wei­ter­hin) nicht zur Ar­beit er­schei­nen können, dann sind Sie ver­pflich­tet, un­verzüglich mit­zu­tei­len, wie lan­ge Sie vor­aus­sicht­lich feh­len wer­den.
Un­verzüglich be­deu­tet, dass Sie oh­ne schuld­haf­tes Zögern die In­for­ma­ti­on an uns wei­ter­ge­ben. Spätes­tens zum Zeit­punkt Ih­res Ar­beits­be­ginns muss der Ar­beit­ge­ber in­for­miert sein, dass Sie die Ar­beit nicht auf­neh­men und für wie lan­ge Sie vor­aus­sicht­lich (wei­ter­hin) aus­fal­len. Die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen des § 5 Abs. 1 Sätze 1 und 2 Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge-

 

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setz (EFZG) ent­hal­ten je­weils ei­genständi­ge Ver­pflich­tun­gen. Die An­zei­ge­pflicht ei­ner­seits und die Nach­weis­pflicht an­de­rer­seits.
Sie ha­ben sich erst am Mit­tag den 12. März 2012 bei ei­ner Kol­le­gin ge­mel­det, um mit­zu­tei­len, dass Sie wei­ter­hin ar­beits­unfähig sind bis ein­sch­ließlich 14. März 2012. Sie ver­letz­ten hier­mit Ih­re An­zei­ge­pflicht.
Zu in­for­mie­ren ist der Ar­beit­ge­ber, der ver­tre­ten wird durch Ih­ren Vor­ge­setz­ten oder den Geschäftsführer. Eben­so gilt die In­for­ma­ti­on der Per­so­nal­ab­tei­lung in die­sem Zu­sam­men­hang als In­for­ma­ti­on des Ar­beit­ge­bers. Ei­ne In­for­ma­ti­on über Ih­re Ar­beits­ver­hin­de­rung ha­ben je­doch we­der Ihr Vor­ge­setz­ter, noch die Per­so­nal­ab­tei­lung er­hal­ten.
Ei­ne der­ar­ti­ge Ver­let­zung Ih­rer Mit­tei­lungs­pflich­ten sind wir nicht ge­willt, hin­zu­neh­men.
Ihr Ver­hal­ten stellt ei­ne Ver­let­zung Ih­rer ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen dar und führt zu Störun­gen im Be­triebs­ab­lauf. Darüber hin­aus wird durch Ihr Ver­hal­ten auch das für ei­ne Zu­sam­men­ar­beit not­wen­di­ge Ver­trau­ens­verhält­nis zwi­schen Ih­nen und uns gestört. Wir wei­sen Sie da-rauf­hin, dass ein er­neu­tes der­ar­ti­ges oder ähn­li­ches Ver­hal­ten Ih­rer­seits zu ar­beits­recht­li­chen Kon­se­quen­zen, die bis hin zur Kündi­gung rei­chen können, führen wird“.
Mit freund­li­chen Grüßen … “.

3. Dem ließ die Kläge­rin durch ih­re (da­ma­li­gen) Be­vollmäch­tig­ten un­ter dem 28. März 2012 (Ko­pie: Ur­teils­an­la­ge II.) dies ent­geg­nen:

„ … Un­ter Be­zug­nah­me auf Ih­re Ab­mah­nung vom 12. März 2012 (Ver­let­zung der Ar­beits­pflicht bei Ar­beits­verände­rung ) tei­len wir fol­gen­des mit:
Wie Sie rich­ti­ger­wei­se be­schrei­ben, konn­te un­se­re Man­dan­tin am Frei­tag, den 9. März 2012 noch nicht ab­se­hen, ob ih­re Ar­beitsfähig­keit ab dem 12. März 2012 wie­der­her­ge­stellt ist. Am Mon­tag, den 12. März 2012 wur­de sie dann, wie sie es Ih­nen mit­ge­teilt hat­te, von ih­rem Haus­arzt un­ter­sucht, der fest­stell­te, dass un­se­re Man­dan­tin wei­ter­hin ar­beits­unfähig ist. Sie hat sich dar­auf­hin so­fort bei Ih­nen ge­mel­det. Sie hat­te ver­sucht, die Per­so­nal­ab­tei­lung zu er­rei­chen, was we­gen des ständi­gen Be­set­zen al­ler Te­le­fon­lei­tun­gen nicht möglich war. Aus die­sem Grund hat sie dann ei­ner Kol­le­gin die oben be­schrie­be­ne Tat­sa­che mit­ge­teilt mit der Bit­te, münd­lich die Per­so­nal­ab­tei­lung zu in­for­mie­ren.
Ir­gend­ein Fehl­ver­hal­ten un­se­rer Man­dan­tin können wir dar­in nicht er­ken­nen. Ins­be­son­de­re kei­ne Ver­let­zung der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen un­se­rer Man­dan­tin, die sich im Ge­gen­teil vernünf­tig ver­hal­ten hat.
Wir ha­ben Sie auf­zu­for­dern, die un­ge­recht­fer­tig­te Ab­mah­nung aus der Per­so­nal­ak­te un­verzüglich zu ent­fer­nen.
Wir ha­ben uns da­zu ei­ne Frist bis zum

10. April 2012

ver­merkt.

 

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Nach frucht­lo­sem Zeit­ab­lauf, wer­den wir den An­spruch auf Ent­fer­nung ge­richt­lich gel­tend ma­chen.
Mit freund­li­chen Grüßen … “.
4. Es half nichts: Die Be­klag­te re­agier­te nicht .
III. Mit ih­rer am 30. April 2012 zu­ge­stell­ten Kla­ge nimmt die Kläge­rin die Be­klag­te nun­mehr ge­richt­lich auf Be­sei­ti­gung des Schriftstücks in An­spruch. Sie be­an­tragt sinn­gemäß,

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, die ihr mit Schrei­ben vom 12. März 2012 er­teil­te Ab­mah­nung aus der Per­so­nal­ak­te zu ent­fer­nen.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

IV. Sie hält das Ent­fer­nungs­ver­lan­gen der Sa­che nach für halt­los: So sei aus der Kla­ge­schrift schon „nicht er­kenn­bar, wor­aus der An­spruch auf Ent­fer­nung der Ab­mah­nung fol­gen“ sol­le . Da­mit sei die Kla­ge be­reits „un­schlüssig und da­her ab­zu­wei­sen“ . - Im Übri­gen lässt die Be­klag­te „un­ter Pro­test ge­gen die Dar­le­gungs­last“ dar­auf ver­wei­sen, dass Ar­beit­neh­mer ver­pflich­tet sei­en, „Ar­beits­ver­hin­de­run­gen un­verzüglich, spätes­tens al­so vor Ar­beits­be­ginn ge­genüber dem Ar­beit­ge­ber an­zu­zei­gen“ . Da die Kläge­rin hier ge­gen die­se Ver­pflich­tung ver­s­toßen ha­be, sei sie zu Recht ab­ge­mahnt wor­den .

V. We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Par­tei­vor­brin­gens wird auf den In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze und auf de­ren An­la­gen so­wie auf den In­halt der Sit­zungs­nie­der­schrif­ten ver­wie­sen.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

Der Kla­ge ist der Er­folg nicht zu ver­sa­gen.
Die Be­klag­te hat die der Kläge­rin er­teil­te Ab­mah­nung aus de­ren Per­so­nal­ak­te zu ent­fer­nen. Ih­re Einwände ändern dar­an nichts. - Im Ein­zel­nen:
I. Die Kläge­rin macht der Be­klag­ten im ge­dank­li­chen Aus­gangs­punkt nicht strei­tig, die Ver­let­zung ver­trag­li­cher Ver­pflich­tun­gen un­ter den dafür gel­ten­den nor­ma­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen ggf. mit förm­li­cher „Ab­mah­nung“ be­le­gen zu kön

 

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nen. Das ist auch rich­tig (vgl. da­zu nur et­wa §§ 281 Abs. 3 , 314 Abs. 2 Satz 1 BGB), so dass sich in­so­weit je­des wei­te­re Wort erübrigt.
1. Nicht we­ni­ger rich­tig ist, dass ei­ne „Ab­mah­nung“ – je­den­falls bei be­stim­mungs­gemäßem Ge­brauch – nicht nur den In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers dient, son­dern auch den In­ter­es­sen des Ar­beit­neh­mers: Denn als „Vor­stu­fe der Kün-di­gung“ und bei ent­spre­chen­der Kon­flikt­zu­spit­zung als sei­ne letz­te Chan­ce (im Bil­de und mit ei­nem an­schau­li­chen Be­griff aus der Welt des Sports ge­spro­chen: die „gel­be Kar­te“), kann sie dem Adres­sa­ten bei ver­hal­tens­be­ding­ten Ver­tragsstörun­gen so­wohl die Möglich­keit, als auch den An­s­toß dafür bie­ten, die Ar­beits­be­zie­hung vor ih­rem endgülti­gen „Aus“ (noch­mals im sel­ben Bil­de: die „ro­te Kar­te“ der Kündi­gung) zu be­wah­ren. In­so­fern kann die Ab­mah­nung als letz­tes Mit­tel, beim Adres­sa­ten sei­nen Ei­gen­an­teil zur Er­hal­tung der Ver­trags­be­zie­hung ein­zu­for­dern, in der Tat ein ret­ten­des In­stru­ment zur Wie­der­her­stel­lung gestörter Ko­ope­ra­ti­on dar­stel­len.

 

 

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2. Um­ge­kehrt al­ler­dings ten­diert die ob­jek­tiv un­be­rech­tig­te Ab­mah­nung (oder sons­ti­ge – gar ei­gens ak­ten­kun­dig ge­mach­te - Miss­bil­li­gung) zum ba­ren Ge­gen­teil sol­cher Förde­rung und Fes­ti­gung wech­sel­sei­ti­ger Ko­ope­ra­ti­on: Sie de­mons­triert ih­rem Adres­sa­ten dann nämlich nicht nur – wie schon bei der „be-rech­tig­ten“ Ab­mah­nung - , dass der an­de­re Teil ihm ei­ge­ne Ein­sicht in die Er-for­der­nis­se ge­deih­li­cher Zu­sam­men­ar­beit nicht (mehr) zu­traut (und eben des­halb zur ul­ti­ma­ti­ven Dro­hung greift), son­dern dies oben­drein in ei­ner La­ge tut, in der ihm der Adres­sat für der­art un­gestüme Ent­fal­tung von Druck über­haupt kei­nen Grund ge­ge­ben hat.
Nicht nur we­gen der aus der­ge­stalt de­mons­tra­ti­vem Miss­trau­en er­wach­sen­den Er­schwe­rung wei­te­rer Ko­ope­ra­ti­on für den Adres­sa­ten , son­dern vor al­lem auch we­gen der enor­men Kränkungs­po­ten­tia­le sol­cher Be­hand­lung ob­jek­tiv ver­trags­treu­er Mit­ar­bei­ter über­zeugt es, dass die Ju­di­ka­tur der Ge­rich­te für Ar-beits­sa­chen die un­be­rech­tig­te Er­tei­lung förm­li­cher Ab­mah­nun­gen (er­satz­wei­se sons­ti­ger ak­ten­kun­dig ge­mach­ter Rügen) als rechts­wid­ri­gen Ein­griff in das durch Art. 1 Abs. 1 und 2 Abs. 1 GG geschütz­te all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht des Adres­sa­ten be­greift und sol­che Über­schrei­tung der Gren­zen der Hand­lungs­be­fug­nis­se des Ar­beit­ge­bers mit­hil­fe der ein­fach­ge­setz­li­chen Vor-schrif­ten im We­ge schutz­pflich­tori­en­tier­ter Rechts­an­wen­dung (s. schon Art. 1 Abs. 3 GG ) zurück­weist.
3. Zu den wich­tigs­ten Er­schei­nungs­for­men die­ses – not­ge­drun­gen : richter­recht­lich aus­ge­form­ten - Schutz­kon­zepts gehört die heu­te un­ge­teil­te Aner-

 

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ken­nung ei­nes im We­ge der Leis­tungs­kla­ge durch­setz­ba­ren An­spruchs des Adres­sa­ten ge­gen den Ar­beit­ge­ber, das sei­nen per­so­na­len Gel­tungs­an­spruch kränken­de – aber auch sei­ne be­ruf­li­chen Ent­wick­lungsmöglich­kei­ten gefähr­den­de - Schriftstück aus den über ihn geführ­ten Per­so­nal­ak­ten zu ent­fer­nen . Auf der Ebe­ne des ein­fa­chen Ge­set­zes­rechts wird die­ser Aus­druck prak­ti­zier­ten Persönlich­keits­schut­zes im Ar­beits­verhält­nis dog­ma­tisch dop­pelt fun­diert: Die ver­trags­recht­li­che An­spruchs­grund­la­ge (s. §§ 241 Abs. 2 , 242 BGB) wird flan­kiert von ei­ner in­halt­lich gleichläufi­gen Ba­sis in den zur Ab­wehr nor­ma­tiv in­ak­zep­ta­bler Störun­gen ent­wi­ckel­ten – ursprüng­lich dem Ei­gen­tums­schutz zu­ge­dach­ten - Grundsätzen des so­ge­nann­ten (qua­si-)ne­ga­to­ri­schen Rechtsgü-ter­schut­zes (§ 1004 Abs. 1 Satz 1 BGB in ana­lo­ger An­wen­dung).
4. Man­cher­lei Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten be­ste­hen zwar nach wie vor darüber, wie „be­rech­tig­te“ von „un­be­rech­tig­ten“ Ab­mah­nun­gen im Be­zug auf den Ent­fer­nungs­an­spruch nor­ma­tiv von­ein­an­der zu un­ter­schei­den sind. Ge­meint ist die Fra­ge, wor­auf die Rechts­kon­trol­le beim Zu­schnitt ih­rer dies­bezügli­chen Prüfkri­te­ri­en im Lich­te des Persönlich­keits­schut­zes im Ein­zel­nen Be­dacht zu neh­men ha­be. Ei­nes ist je­doch schon nach den ein­lei­ten­den Erläute­run­gen (s. S. 4-6 [II.1.-2.]) für die „be­rech­tig­te“ Ab­mah­nung es­sen­ti­ell: Ih­ren „Grund­stein“ bil­det ei­ne Ver­trags­ver­let­zung des Ar­beit­neh­mers. Fehlt es schon dar­an, dann ist das Schick­sal ei­ner per Ent­fer­nungs­kla­ge vor Ge­richt an­ge­grif­fe­nen Ab­mah­nung von vorn­her­ein be­sie­gelt. - Außer­dem ist fest­zu­hal­ten, dass sich für die ge­richt­li­che Kon­trol­le miss­bil­li­gen­der Äußerun­gen die Ein­sicht durch­ge­setzt hat, dass bei ei­ner Mehr­zahl ent­spre­chen­der Rügen das frag­li­che Schriftstück schon dann kom­plett aus der Per­so­nal­ak­te zu ent­fer­nen ist, wenn

 

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sich nur ei­ner der Vorwürfe nach den vor­erwähn­ten Maßstäben als un­be­rech­tigt er­weist : Da­mit schei­det auch ei­ne „gel­tungs­er­hal­ten­de Re­duk­ti­on“ nach­tei­li­ger Schriftstücke auf ih­ren ge­ra­de noch zulässi­gen In­halt vor Ge­richt aus.
II. Nach die­sen Grundsätzen lässt sich die hie­si­ge Ab­mah­nung recht­lich nicht hal­ten. Es kann in der Tat schon nicht fest­ge­stellt wer­den, dass die Kläge­rin im Be­zug auf die dreitägi­ge Fort­dau­er ih­rer Ar­beits­unfähig­keit ih­rem Pflich­ten­kreis ge­genüber der Be­klag­ten nicht ge­recht ge­wor­den wäre. - Mehr noch: Tatsächlich er­scheint der Vor­wurf so­gar wi­der­legt:
1. Rich­tig ist al­ler­dings, dass der Ar­beit­neh­mer nach dem schon im Text des Ab­mah­nungs­schrei­bens (s. oben, S. 2-3 [II.2.]; Ur­teils­an­la­ge I.) erwähn­ten § 5 Abs. 1 Satz 1 Ent­geltFG bei Ein­tritt er­kran­kungs­be­ding­ter Ar­beits­unfähig­keit ge­hal­ten ist, dem Ar­beit­ge­ber die Ar­beits­unfähig­keit und de­ren vor­aus­sicht­li­che Dau­er un­verzüglich mit­zu­tei­len. Zur Fra­ge der Fort­dau­er ein­schlägi­ger Fehl­zei­ten sind gleich­lau­ten­de Grundsätze zwar nicht ko­di­fi­ziert (s. da­zu auch noch un­ten, S. 11 [3.]). Sie wer­den von den Ge­rich­ten für Ar­beits­sa­chen und im Fach­schrift­tum un­ter Über­nah­me der für Ers­ter­kran­kun­gen ge­schaf­fe­nen Re­ge­lungs­mus­ter je­doch eben­falls aus § 5 Abs. 1 Ent­geltFG her­ge­lei­tet . Der Sinn

 

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der Pro­ze­dur ist evi­dent: Ge­meint ist das In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers, Störun­gen sei­ner be­trieb­li­chen Dis­po­si­tio­nen beim Per­so­nal­ein­satz - möglichst frühzei­tig - be­geg­nen zu können . Je eher er erfährt, dass mit ei­ner Ar­beits­per­son nicht rech­nen sei, des­to bes­ser. Dar­in zeich­net sich zu­gleich – und nicht zufällig - ei­ne deut­li­che Ab­stu­fung der je­wei­li­gen In­ten­sität sei­ner Be­lan­ge je nach dem ab, ob ei­ne Ers­ter­kran­kung oder de­ren Fort­dau­er in Re­de steht. Dies hat das schon wie­der­holt erwähn­te Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt vor ei­ni­gen Jah­ren – im Ein­klang mit an­de­ren Stim­men – so auf den Punkt ge­bracht :

„Dem­ge­genüber sind die In­ter­es­sen der Be­klag­ten nach den un­ter­stell-ten Pflicht­ver­let­zun­gen des Klägers noch nicht in nicht mehr hin­nehm­ba­rer Wei­se be­ein­träch­tigt, so dass ihr die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses be­reits jetzt un­zu­mut­bar wäre. Das liegt vor al­lem dar­an, dass die letz­te Ver­let­zung der An­zei­ge­pflicht am 2.5.2005, die un­mit­tel­bar zur Kündi­gung geführt hat, nicht im Zu­sam­men­hang mit ei­ner Ers­ter­kran­kung, son­dern ei­ner fort­dau­ern­den Er­kran­kung ge­schah. Die­se be­ein­träch­tigt die mit der An­zei­ge­pflicht geschütz­te Dis­po­si­ti­onsfähig­keit des

 

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Ar­beit­ge­bers nicht in der­sel­ben schwer­wie­gen­den Wei­se wie bei ei­ner Ers­ter­kran­kung. Während das Nich­t­er­schei­nen des Ar­beit­neh­mers den Ar­beit­ge­ber am ers­ten Tag der Er­kran­kung bei un­ter­blei­ben­der Mit­tei­lung un­vor­be­rei­tet trifft und ihm die Möglich­keit, Vor­sor­ge durch die an­der­wei­ti­ge Be­set­zung des Ar­beits­plat­zes zu tref­fen, nimmt, ist die Si­tua­ti­on bei der fort­dau­ern­den Er­kran­kung ei­ne an­de­re, we­ni­ger ein­schnei­den­de. Das Aus­blei­ben des Ar­beit­neh­mers trifft den Ar­beit­ge­ber hier nicht un­vor­be­rei­tet. Er hat zwar nicht die Pflicht, sich beim Ar­beit­neh­mer vor­ab zu er­kun­di­gen, ob er die Ar­beit wie­der auf­neh­men wer­de. Er hat aber die Möglich­keit da­zu, wenn er Be­ein­träch­ti­gun­gen im Ar­beits­ab­lauf fürch­ten muss und ver­hin­dern will. Ihm ist so die Dis­po­si­ti­onsfähig­keit an­ders als in der Si­tua­ti­on der Ers­ter­kran­kung nicht gänz­lich ge­raubt, son­dern er ist noch hand­lungsfähig, weil er das Pro­blem kom­men se­hen kann. Da­her ist es ge­recht­fer­tigt, die­se Ver­trags­ver­let­zung als viel we­ni­ger gra­vie­rend zu be­wer­ten als die An­zei­ge­pflicht­ver­let­zung bei Ers­ter­kran­kung. … Die Wer­tung der Kam­mer wird auch durch die ge­setz­li­che Re­ge­lung in § 5 Abs. 1 EFZG bestätigt. Of­fen­bar hat auch der Ge­setz­ge­ber den Mit­tei-lungs­pflich­ten bei Ers­ter­kran­kung und bei fort­dau­ern­der Er­kran­kung nicht die glei­che Be­deu­tung zu­ge­mes­sen. Die Vor­schrift ver­langt nämlich im Fal­le der fort­dau­ern­den Er­kran­kung nur ei­nen Nach­weis, aber kei­ne wei-te­re un­verzügli­che An­zei­ge. Le­dig­lich die herr­schen­de Mei­nung kommt in An­leh­nung an die Recht­spre­chung des BAG zu § 3 LohnfzG, der auch kei­ne aus­drück­li­che Ver­pflich­tung vor­sah, durch Bil­dung ei­ner Ana­lo­gie zu dem Er­geb­nis, dass die An­zei­ge­pflicht auch bei der fort­dau­ern­den Ar-beits­unfähig­keit be­ste­he (...)“.

2. An­ge­sichts des­sen kann von ei­ner Ver­trags­pflicht­ver­let­zung der hie­si­gen Kläge­rin kei­ne Re­de sein:
a. Was da­bei zunächst die im Mit­tel­punkt des In­ter­es­ses ste­hen­de Mit­tei­lungs­pflicht der Kläge­rin an­be­langt, so ist zwar un­strei­tig, dass die Be­klag­te am 12. März 2012 erst „am Mit­tag“ (Ab­mah­nungs­schrei­ben; Ur­teils­an­la­ge I.) über ei­ne Kol­le­gin der Kläge­rin von de­ren wei­te­rer Ar­beits­unfähig­keit bis vorläufig 14. März 2012 kon­kret er­fuhr. Das ist aber nicht al­les. Denn tatsächlich be­schränk­ten sich die kom­mu­ni­ka­to­ri­schen Bemühun­gen der Kläge­rin um in­for­ma­to­ri­sche Vor­sor­ge bei der Be­klag­ten nicht dar­auf, die­ser we­gen ih­rer Ge­ne-sungs­per­spek­ti­ven erst Be­scheid zu ge­ben, als die Würfel nach ärzt­li­chem Vo­tum be­reits ge­fal­len wa­ren. Die Be­klag­te hält ihr im Text der ak­ten­kun­dig ge­mach­ten Miss­bil­li­gung viel­mehr sel­ber vor, schon am 9. März 2012 be­kun­det zu ha­ben, dass sie „nicht ab­se­hen“ könne, ob ih­re Ar­beitsfähig­keit zu Be­ginn der Fol­ge­wo­che wie­der her­ge­stellt wäre. - Sol­len Wor­te ei­nen Sinn be­hal­ten, so stand da­mit fest, dass die Be­klag­te mit ei­nem Ein­satz der Kläge­rin (schon) am 12. März 2012 nicht rech­nen konn­te. Schon dies genügt für ih­re vor­erwähn­ten (s. oben, S. 8-10 [II.1.]) Dis­po­si­ti­ons­be­lan­ge. Trifft oben­drein zu, was in den Zei­len des An­walts der Kläge­rin im Schrei­ben vom 28. März 2012 (s. oben, S. 3 [3.]; Ur­teils­an­la­ge II.) zur Spra­che ge­bracht wird, so war sie des Wei­te­ren so­gar darüber im Bil­de, dass sich die Fol­ge­ent­wick­lung nach der Einschätzung des Haus­arzt's der Kläge­rin rich­ten soll­te, den sie erst am 12. März 2012 kon-

 

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sul­tie­re. - Im Klar­text: Was die Kläge­rin der Be­klag­ten ih­rem Vor­halt zu­fol­ge al­so am Mon­tag (12. März 2012) vor 8.00 Uhr hätte be­rich­ten sol­len, ent­sprach be­reits am Frei­tag (9. März 2012) de­ren Kennt­nis­stand. Verhält es sich so, dann war die Be­klag­te mit der auf in­for­ma­tio­nel­le Vor­sor­ge sicht­lich be­dach­ten Kläge­rin so­gar bes­ser ge­stellt, als sie bei Ausschöpfung des zu­ge­bil­lig­ten Spiel­raums bis Mon­tag­früh ge­stellt ge­we­sen wäre. - „Ver­trags­ver­let­zung“ ist das nicht.
b. So­weit die Be­klag­te der Kläge­rin im Übri­gen zur Last legt, nicht die im Ab­mah­nungs­text (s. oben, S. 2-3 [II.2.]; Ur­teils­an­la­ge I.) ge­nann­ten Re­präsen­tan­ten (Geschäftsführer; Per­so­nal­ab­tei­lung; Vor­ge­setz­ter) in­for­miert zu ha­ben, son­dern ei­ne Kol­le­gin, ist ei­ne Ver­trags­pflicht­ver­let­zung eben­so we­nig ob­jek­ti­vier­bar. Das Ge­setz kennt in § 5 Abs. 1 Ent­geltFG - an­ders als in § 613 BGB im Be­zug auf die Ar­beits­leis­tung - kei­ne Ver­pflich­tung, die be­tref­fen­de Mit­tei­lung et­wa höchst­persönlich zu erfüllen. Der Ar­beit­neh­mer kann sich zur Über­mitt­lung der Nach­richt viel­mehr auch ei­ner Hilfs­per­son be­die­nen. Auch dies­bezüglich ist das Ver­hal­ten der Kläge­rin so­mit gleich­falls nicht zu be­an­stan­den, son­dern sach­ge­recht.
3. Nur ergänzend sei aus ge­ge­be­nem An­lass fest­ge­hal­ten, dass die ul­ti­ma­ti­ve Ab­mah­nung un­ter Kündi­gungs­an­dro­hung oh­ne­hin das fal­sche Me­di­um wäre, in bis­lang un­ge­re­gel­te De­tails zur Pflich­ten­stel­lung der Ziel­per­son die ge­bo­te­nen Kon­tu­ren zu brin­gen. Mit „An­lass“ ist hier der oben (s. S. 8 [II.1.]) schon an­ge­spro­che­ne Um­stand ge­meint, dass § 5 Abs. 1 Ent­geltFG sich zum in­for-ma­to­ri­schen Pflich­ten­kreis des Ar­beit­neh­mers in Fällen der Fort­dau­er ord-nungs­gemäß an­ge­zeig­ter und do­ku­men­tier­ter Ar­beits­unfähig­keit bis auf den Hin­weis auf ei­ne „neue Be­schei­ni­gung“ (§ 5 Abs. 1 Satz 4 Ent­geltFG ) kom­plett aus­schweigt. Das be­deu­tet, dass der Ar­beit­neh­mer, so­lan­ge ihm nicht ein ver­trag­lich fi­xier­tes Re­gle­ment wei­ter hilft, selbst bei gründ­lichs­ter Lektüre des Ge­set­zes­texts nicht dar­auf stoßen kann, was er dem Ar­beit­ge­ber in sol­cher La­ge ne­ben der be­sag­ten „neu­en Be­schei­ni­gung“ - recht­lich - schul­de. In sol­cher La­ge wäre es da­her zunächst ein­mal Sa­che des Ar­beit­ge­bers, ge­ge­be­nen­falls un­ter Ak­ti­vie­rung sei­nes Wei­sungs­rechts (s. § 106 Ge­wO ) die be­ste­hen­den Er­war­tun­gen kennt­lich zu ma­chen, ehe de­ren et­wai­ge Ver­nachlässi-

 

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gung dann im späte­ren Ver­lauf der Be­zie­hung als „Ver­trags­ver­let­zung“ die Ab­mah­nung in Reich­wei­te bräch­te. - In­so­fern käme die hie­si­ge Rüge vom 12. März 2012 im Zwei­fel selbst oh­ne die be­reits gewürdig­te Vor­sor­ge der Kläge­rin vom 9. März 2012 zu früh.
4. Dass die Kla­ge schließlich nicht dar­an schei­tern kann, wie die Be­klag­te meint (s. oben, S. 4 [IV.]), dass die Kläge­rin nicht an­ge­ge­ben ha­be, „wor­aus der An­spruch auf Ent­fer­nung der Ab­mah­nung fol­gen“ sol­le, be­darf nicht vie­ler Wor­te. Be­kannt­lich können die Par­tei­en dem Ge­richt im Zi­vil­pro­zess nicht vor­schrei­ben, wel­che An­spruchs­grund­la­gen es sei­ner Würdi­gung im Ein­zel­nen zu­grun­de legt . Ge­nau so we­nig ist die Kla­ge­par­tei ge­hal­ten, die An­spruchs­grund­la­ge an­zu­ge­ben, die ih­rem An­lie­gen vor Ge­richt zum Er­folg ver­hel­fen soll . Es genügt die An­ga­be des Kla­ge­ziels , an dem die hie­si­ge Kläge­rin kei­nen Zwei­fel lässt.
3. Die Kon­se­quen­zen bringt der Te­nor zu I. des Ur­teils zum Aus­druck.
III. Für das Übri­ge genügen Stich­wor­te:
1. So­weit das Ge­richt auch oh­ne be­kun­de­ten Wunsch der Par­tei­en über die Ver­pflich­tung zur Tra­gung der Kos­ten sei­ner In­an­spruch­nah­me ent­schie­den hat, be­durf­te es hier­zu kei­nes An­trags (§ 308 Abs. 2 ZPO ). Be­sag­te Kos­ten

 

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tref­fen nach § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO und in den Gren­zen des § 12 a Abs. 1 Satz 1 ArbGG die Be­klag­te, weil sie im Rechts­streit un­ter­le­gen ist (Te­nor zu II.).
b. Den Wert des Streit­ge­gen­stan­des hat das Ge­richt auf­grund des § 61 Abs. 1 ArbGG im Te­nor fest­ge­setzt und nach den Ge­pflo­gen­hei­ten der ar-beits­ge­richt­li­chen Pra­xis mit ei­nem Mo­nats­ge­halt der Kläge­rin be­zif­fert. - Das macht 2.381,-- Eu­ro und erklärt den Te­nor zu III.

 

R e c h t s m i t t e l b e l e h r u n g e n

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der Be­klag­ten Be­ru­fung ein­ge­legt wer­den.

Die Be­ru­fungs­schrift muss von ei­nem bei ei­nem deut­schen Ge­richt zu­ge­las­se­nen Rechts­an­walt oder ei­nem Ver­tre­ter ei­ner Ge­werk­schaft bzw. ei­ner Ar­beit­ge­ber­ver­ei­ni­gung oder ei­nes Zu­sam­men­schlus­ses sol­cher Verbände ein­ge­reicht wer­den.

Die Be­ru­fungs­schrift muss in­ner­halb

ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat

bei dem

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg,

Mag­de­bur­ger Platz 1, 10785 Ber­lin

ein­ge­gan­gen sein. Die Be­ru­fungs­schrift muss die Be­zeich­nung des Ur­teils, ge­gen das die Be­ru­fung ge­rich­tet wird, so­wie die Erklärung ent­hal­ten, dass die Be­ru­fung ge­gen die­ses Ur­teil ein­ge­legt wer­de.

Sie ist gleich­zei­tig oder in­ner­halb

ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten

in glei­cher Form schrift­lich zu be­gründen.

Die Schrift­form wird auch durch Ein­rei­chung ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments im Sin­ne des § 46 c ArbGG genügt. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den sich auf der In­ter­net­sei­te un­ter www.ber­lin.de/erv.

 

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Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­setz­ten Ur­teils, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Da­bei ist zu be­ach­ten, dass bei ei­ner Zu­stel­lung durch Nie­der­le­gung bei ei­ner Nie­der­las­sung der Deut­schen Post AG die Frist be­reits mit der Nie­der­le­gung und Be­nach­rich­ti­gung in Lauf ge­setzt wird, al­so nicht erst mit der Ab­ho­lung der Sen­dung. Das Zu­stel­lungs­da­tum ist auf dem Um­schlag ver­merkt.

Für die Kläge­rin ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Von der Be­gründungs­schrift wer­den zwei zusätz­li­che Ab­schrif­ten zur Un­ter­rich­tung der eh-ren­amt­li­chen Rich­ter er­be­ten.


Wei­te­re Statt­haf­tig­keits­vor­aus­set­zun­gen er­ge­ben sich aus § 64 Abs. 2 ArbGG:
„Die Be­ru­fung kann nur ein­ge­legt wer­den,
a) wenn sie in dem Ur­teil zu­ge­las­sen wor­den ist,
b) wenn der Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des 600 Eu­ro über­steigt,
c) in Rechts­strei­tig­kei­ten über das Be­ste­hen, das Nicht­be­ste­hen oder die Kündi­gung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses oder
d) wenn es sich um ein Versäum­nis­ur­teil han­delt, ge­gen das der Ein­spruch an sich nicht statt­haft ist, wenn die Be­ru­fung oder An­schluss­be­ru­fung dar­auf gestützt wird, dass der Fall schuld­haf­ter Versäum­ung nicht vor­ge­le­gen ha­be“.

 

D r . R u b e r g

 

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