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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Betriebsratsmitglied
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 7 ABR 135/09
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 29.06.2011
   
Leit­sätze: Ein Be­triebs­rats­mit­glied muss sich grundsätz­lich bei sei­nem Ar­beit­ge­ber ab­mel­den, be­vor es an sei­nem Ar­beits­platz Be­triebs­ratstätig­keit ver­rich­tet.(Rn.24) Das gilt nicht, wenn es nach den Umständen des Ein­zel­falls nicht ernst­haft in Be­tracht kommt, die Ar­beits­ein­tei­lung vorüber­ge­hend um­zu­or­ga­ni­sie­ren. Der Ar­beit­ge­ber kann dann aber ver­lan­gen, dass ihm die Ge­samt­dau­er der in ei­nem be­stimm­ten Zeit­raum aus­geübten Be­triebs­ratstätig­keit nachträglich mit­ge­teilt wird.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 24.07.2008, 25 BV 249/07
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Beschluss vom 15.05.2009, 18 TaBV 6/08
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

7 ABR 135/09 18 TaBV 6/08

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am 29. Ju­ni 2011

BESCHLUSS

Schie­ge, Ur­kunds­be­am­ter der Geschäfts­stel­le

In dem Be­schluss­ver­fah­ren mit den Be­tei­lig­ten

1.

An­trag­stel­ler, Be­schwer­deführer und Rechts­be­schwer­deführer,

2.

hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der Anhörung vom 29. Ju­ni 2011 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Lin-sen­mai­er, die Rich­te­rin­nen am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gall­ner und Schmidt so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Schil­ler und Glock für Recht er­kannt:

Die Rechts­be­schwer­de des Be­triebs­rats ge­gen den Be­schluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg vom 15. Mai 2009 - 18 TaBV 6/08 - wird zurück­ge­wie­sen.


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Von Rechts we­gen!

Gründe

A. Die Be­tei­lig­ten strei­ten darüber, ob die Mit­glie­der des Be­triebs­rats

ver­pflich­tet sind, sich ab- und zurück­zu­mel­den, wenn sie an ih­ren Ar­beitsplätzen Be­triebs­ratstätig­keit ver­se­hen.

Die zu 2. be­tei­lig­te Ar­beit­ge­be­rin ist ein Un­ter­neh­men für au­to­mo­bi­le

Markt­for­schung mit et­wa 220 Ar­beit­neh­mern. Der zu 1. be­tei­lig­te An­trag­stel­ler ist der in ih­rem Be­trieb gewähl­te Be­triebs­rat. Er be­steht aus neun Mit­glie­dern, die über­wie­gend im Be­reich In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie, zum Teil auch in der Da­ten­er­fas­sung und der Te­le­fon­zen­tra­le beschäftigt sind.

Die Ar­beit­ge­be­rin teil­te dem Be­triebs­rat mit Schrei­ben vom 26. Ok­to­ber

2007 mit, sei­ne Mit­glie­der hätten sich bei der Ausübung je­der Be­triebs­ratstätig­keit bei ih­rem Vor­ge­setz­ten ab- und zurück­zu­mel­den.

Der Be­triebs­rat hat in dem von ihm ein­ge­lei­te­ten Be­schluss­ver­fah­ren

die Auf­fas­sung ver­tre­ten, es be­ste­he kei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Ne­ben­pflicht des Be­triebs­rats­mit­glieds, sich beim Ar­beit­ge­ber ab- und zurück­zu­mel­den, wenn Be­triebs­ratstätig­keit ver­rich­tet wer­de. Die Rechts­stel­lung des Be­triebs­rats­mit­glieds be­stim­me sich al­lein be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich. Das Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz be­gründe für die Be­frei­ung von der Ar­beits­pflicht - an­ders als § 37 Abs. 6 Be­trVG für die Teil­nah­me an Schu­lungs­ver­an­stal­tun­gen - kei­ne Ab- und An­mel­de­pflicht. Dem Be­triebs­rats­mit­glied ob­lie­ge es le­dig­lich nach dem Grund­satz der ver­trau­ens­vol­len Zu­sam­men­ar­beit des § 2 Abs. 1 Be­trVG, darüber zu ent­schei­den, ob die be­trieb­li­chen Be­lan­ge es er­for­der­ten, den Ar­beit­ge­ber über die an­ste­hen­de Be­triebs­ratstätig­keit zu in­for­mie­ren. Das gel­te auch dann, wenn das Be­triebs­rats­mit­glied den Ar­beits­platz nicht ver­las­se. Aus § 37 Abs. 2 Be­trVG fol­ge nur die Ver­pflich­tung, dem Ar­beit­ge­ber nachträglich den zeit­li­chen Um­fang der Be­triebs­ratstätig­keit mit­zu­tei­len. Da nur ei­ne be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Ob­lie­gen­heit und kei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Ne­ben­pflicht be­ste­he,


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könne der Ar­beit­ge­ber das Be­triebs­rats­mit­glied auch nicht auf­grund von § 106 Satz 1 Ge­wO an­wei­sen, sich ab- und zurück­zu­mel­den.

Der Be­triebs­rat hat vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­letzt be­an­tragt

fest­zu­stel­len, dass sei­ne Mit­glie­der nicht ver­pflich­tet sind, sich bei der Ausführung von Be­triebs­ratstätig­keit am Ar­beits­platz an- und ab­zu­mel­den;

hilfs­wei­se

fest­zu­stel­len, dass sei­ne Mit­glie­der nicht ver­pflich­tet sind, sich bei der Ausführung von Be­triebs­ratstätig­keit am Ar­beits­platz an- und ab­zu­mel­den, wenn dem Be­triebs­rats­mit­glied im Ein­zel­fall ei­ne Um­or­ga­ni­sa­ti­on der ar­beits­ver­trag­lich ge­schul­de­ten Ar­beit bei ge­wis­sen­haf­ter Prü­fung nicht er­for­der­lich er­scheint.

Die Ar­beit­ge­be­rin hat be­an­tragt, die Anträge ab­zu­wei­sen. Sie hat ge-

meint, die Be­triebs­rats­mit­glie­der müss­ten sich auf­grund ar­beits­ver­trag­li­cher Ne­ben­pflicht ab- und zurück­mel­den, wenn sie Be­triebs­ratstätig­kei­ten ausübten. Der Ar­beit­ge­ber müsse darüber in­for­miert wer­den, dass die Ar­beit be­en­det wer­de, um den Ar­beits­ab­lauf um­or­ga­ni­sie­ren und auf die Be­triebs­ratstätig­keit Rück­sicht neh­men zu können. Das Ge­bot der ver­trau­ens­vol­len Zu­sam­men­ar­beit aus § 2 Abs. 1 Be­trVG be­tref­fe aus­sch­ließlich das be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Rechts­verhält­nis zwi­schen Ar­beit­ge­ber und ein­zel­nem Be­triebs­rats­mit­glied, wenn es be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Auf­ga­ben wahr­neh­me. Für das Ar­beits­verhält­nis des Be­triebs­rats­mit­glieds mit dem Ar­beit­ge­ber gel­te § 2 Abs. 1 Be­trVG nicht. Das Be­triebs­rats­mit­glied ha­be un­abhängig vom Ver­las­sen des Ar­beits­plat­zes und der Dau­er der Be­triebs­ratstätig­keit kei­nen Be­ur­tei­lungs­spiel­raum in der Fra­ge, ob es sich ab- und zurück­mel­de.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Anträge des Be­triebs­rats ab­ge­wie­sen. Das

Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­schwer­de des Be­triebs­rats zurück­ge­wie­sen. Mit der vom Se­nat zu­ge­las­se­nen Rechts­be­schwer­de ver­folgt der Be­triebs­rat sei­nen Haupt­an­trag mit der Maßga­be der Ab- und An­mel­dung wei­ter. Als Hilfs­an­trag hat der Be­triebs­rat mit der Rechts­be­schwer­de­be­gründung zunächst nicht den im zwei­ten Rechts­zug ge­stell­ten Even­tual­an­trag an­gekündigt. Er hat viel­mehr das Ziel ver­folgt fest­zu­stel­len, dass sei­ne Mit­glie­der nur nach ei­ge­nem Er­mes-


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sen ver­pflich­tet sind, sich bei der Ausführung von Be­triebs­ratstätig­keit am Ar­beits­platz ab- und an­zu­mel­den. In der Anhörung vor dem Se­nat hat der Be­triebs­rat klar­ge­stellt, dass er den Hilfs­an­trag in der Fas­sung zwei­ter In­stanz mit der Maßga­be der Ab- und An­mel­dung ver­folgt. Die Ar­beit­ge­be­rin hat der aus ih­rer Sicht ge­ge­be­nen An­tragsände­rung wi­der­spro­chen. Der Be­triebs­rat hat höchst hilfs­wei­se den Even­tual­an­trag aus der Rechts­be­schwer­de­be­gründung ge­stellt.

B. Die Rechts­be­schwer­de ist un­be­gründet. Die Vor­in­stan­zen ha­ben die

Anträge des Be­triebs­rats im Er­geb­nis zu Recht ab­ge­wie­sen.

I. Der Haupt­an­trag ist zulässig, aber un­be­gründet.

1. Die Ver­fah­rens­vor­aus­set­zun­gen sind erfüllt.

a) Wie die ge­bo­te­ne Aus­le­gung er­gibt, will der Be­triebs­rat fest­ge­stellt
wis­sen, dass sich das ein­zel­ne Be­triebs­rats­mit­glied un­abhängig von der Art der zu leis­ten­den Ar­beit nicht für die Dau­er der Be­triebs­ratstätig­keit ab­mel­den und sich da­nach nicht zurück­mel­den muss, wenn es sei­nen Ar­beits­platz nicht verlässt.

b) Mit die­sem Verständ­nis ist der Haupt­an­trag zulässig.

aa) Der Se­nat hat im Be­schluss­ver­fah­ren zu ent­schei­den. Er hat die rich­ti-

ge Ver­fah­rens­art nach § 92 Abs. 2 Satz 1, § 73 Abs. 2, § 65 ArbGG nicht zu prüfen, wenn die Be­tei­lig­ten die Ver­fah­rens­art - wie hier - in ers­ter In­stanz nicht gerügt ha­ben. Das vom Be­triebs­rat gewähl­te Be­schluss­ver­fah­ren ist im Übri­gen die rich­ti­ge Ver­fah­rens­art (§ 2a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 ArbGG). Die be­gehr­te Fest­stel­lung ist be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­cher Art. Der Be­triebs­rat ist als Gre­mi­um be­rech­tigt durch­zu­set­zen, dass sei­ne Mit­glie­der für er­for­der­li­che Be­triebs­ratstätig­kei­ten von der Ar­beits­pflicht be­freit wer­den und da­bei nur den ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Be­schränkun­gen un­ter­lie­gen (vgl. in dem an­de­ren Zu­sam­men­hang der Gel­tend­ma­chung von Schu­lungs­kos­ten zB BAG 17. No­vem­ber 2010 - 7 ABR 113/09 - Rn. 19 mwN, EzA Be­trVG 2001 § 37 Nr. 10; oh­ne Pro­ble­ma­ti­sie­rung vor­aus­ge­setzt von BAG 14. Fe­bru­ar 1990

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- 7 ABR 13/88 - zu B der Gründe, BB 1990, 1625; 23. Ju­ni 1983 - 6 ABR 65/80 - zu II 1 und 2 der Gründe, BA­GE 43, 109; in der Be­gründung ab­wei­chend BAG 27. Ju­ni 1990 - 7 ABR 43/89 - zu II 1 der Gründe, BA­GE 65, 230, das für die Zulässig­keit des Fest­stel­lungs­an­trags ei­nen ei­ge­nen An­spruch des Be­triebs-rats(-gre­mi­ums) aus § 37 Abs. 2 Be­trVG un­ter­stellt).

bb) Der Haupt­an­trag ist hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. 14

Dem steht nicht ent­ge­gen, dass er sich auf ver­schie­de­ne Fall­ge­stal­tun­gen der Ab­mel­dung von der Ar­beit we­gen Be­triebs­ratstätig­keit am Ar­beits­platz und der Rück­mel­dung da­nach be­zieht. Er er­fasst al­le denk­ba­ren Kon­stel­la­tio­nen, wenn das Be­triebs­rats­mit­glied den Ar­beits­platz nicht verlässt, und lässt des­halb nichts un­be­stimmt. Die Fra­ge, ob die feh­len­de Ver­pflich­tung, sich bei der Ausführung von Be­triebs­ratstätig­keit am Ar­beits­platz ab- und zurück­zu­mel­den, in al­len vom Haupt­an­trag er­fass­ten Fall­ge­stal­tun­gen fest­ge­stellt wer­den kann, stellt sich erst bei der Prüfung, ob der An­trag be­gründet ist (vgl. BAG 17. Au­gust 2010 - 9 ABR 83/09 - Rn. 10 mwN, AP SGB IX § 95 Nr. 3 = EzA SGB IX § 95 Nr. 3). Ein sol­cher Glo­balan­trag ist um­fas­send, aber nicht un­be­stimmt (BAG 17. No­vem­ber 2010 - 7 ABR 123/09 - Rn. 15, EzA Be­trVG 2001 § 99 Ein­grup­pie­rung Nr. 7).

cc) Der Haupt­an­trag wird den An­for­de­run­gen des § 256 Abs. 1 ZPO ge-

recht.

(1) Der Streit über die Ab- und Rück­mel­de­pflicht ei­nes Be­triebs­rats­mit-
glieds bei der Ausübung von Be­triebs­ratstätig­keit am Ar­beits­platz be­trifft ein be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­ches Rechts­verhält­nis der Be­triebs­par­tei­en im Sin­ne ei­ner durch die Herr­schaft von Rechts­nor­men - hier § 37 Abs. 2, § 2 Abs. 1 Be­trVG, § 241 Abs. 2 BGB - über ei­nen kon­kre­ten Sach­ver­halt ent­stan­de­nen recht­li­chen Be­zie­hung ei­ner Per­son zu ei­ner an­de­ren Per­son (vgl. BAG 17. No­vem­ber 2010 - 7 ABR 123/09 - Rn. 20, EzA Be­trVG 2001 § 99 Ein­grup­pie­rung Nr. 7).

(2) Für den Streit über die­se Pflicht kommt dem Be­triebs­rat das er­for­der­li-
che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se gelöst von ei­nem kon­kre­ten Aus­gangs­fall zu. Die


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Fra­ge der Ab- und Rück­mel­de­pflicht tritt im Be­trieb häufi­ger auf, wie das Schrei­ben der Ar­beit­ge­be­rin vom 26. Ok­to­ber 2007 zeigt. Das Pro­blem kann sich künf­tig je­der­zeit wie­der­ho­len (vgl. für die Fest­stel­lung ei­nes Mit­be­ur­tei-lungs­rechts BAG 17. No­vem­ber 2010 - 7 ABR 123/09 - Rn. 22, EzA Be­trVG 2001 § 99 Ein­grup­pie­rung Nr. 7).

2. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat den Haupt­an­trag des Be­triebs­rats im

Er­geb­nis zu Recht für un­be­gründet er­ach­tet. Der un­ein­ge­schränkt ge­stell­te Haupt­an­trag er­fasst auch Fall­ge­stal­tun­gen, in de­nen er in der Sa­che er­folg­los ist. Die um­strit­te­nen Pflich­ten zur Ab­mel­dung für die Dau­er der am Ar­beits­platz aus­zuüben­den Be­triebs­ratstätig­keit und zur Rück­mel­dung nach ih­rem En­de las­sen sich we­der all­ge­mein be­ja­hen noch ge­ne­rell ver­nei­nen. Sie hängen von den Umständen des Ein­zel­falls ab.

a) Nach § 37 Abs. 2 Be­trVG sind nicht frei­ge­stell­te Mit­glie­der des Be-

triebs­rats von ih­rer be­ruf­li­chen Tätig­keit oh­ne Min­de­rung ih­res Ar­beits­ent­gelts zu be­frei­en, wenn und so­weit es nach Um­fang und Art des Be­triebs zur ord­nungs­gemäßen Durchführung ih­rer Auf­ga­ben er­for­der­lich ist. Der Ar­beit­ge­ber muss der Ar­beits­be­frei­ung nicht zu­stim­men (vgl. nur BAG 15. März 1995 - 7 AZR 643/94 - zu I 1 der Gründe mwN, BA­GE 79, 263). Ein Be­triebs­rats­mit­glied, das sei­nen Ar­beits­platz verlässt, um Auf­ga­ben nach dem Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz wahr­zu­neh­men, hat sich aber nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund ar­beits­ver­trag­li­cher Ne­ben­pflicht beim Ar­beit­ge­ber ab­zu­mel­den. Es ist auch ver­pflich­tet, sich zurück­zu­mel­den, so­bald es nach Be­en­di­gung der Be­triebs­ratstätig­keit sei­ne Ar­beit wie­der auf­nimmt (vgl. BAG 13. Mai 1997 - 1 ABR 2/97 - zu B II 2 b der Gründe, AP Be­trVG 1972 § 37 Nr. 119 = EzA Be­trVG 1972 § 37 Nr. 135; 15. März 1995 - 7 AZR 643/94 - zu I 1 der Gründe mwN, BA­GE 79, 263; 15. Ju­li 1992 - 7 AZR 466/91 - zu 2 b bb der Gründe, BA­GE 71, 14; 14. Fe­bru­ar 1990 - 7 ABR 13/88 - zu B 2 der Gründe, BB 1990, 1625; 23. Ju­ni 1983 - 6 ABR 65/80 - zu II 1 der Gründe, BA­GE 43, 109).

aa) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Rechts­be­schwer­de tref­fen Be­triebs­rats-

mit­glie­der nicht nur kol­lek­tiv­recht­li­che Ob­lie­gen­hei­ten zur Ab- und Rück­mel­dung


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auf­grund des Ge­bots der ver­trau­ens­vol­len Zu­sam­men­ar­beit aus § 2 Abs. 1 Be­trVG. Die Pflicht, sich beim Ar­beit­ge­ber ab­zu­mel­den, wenn während der Ar­beits­zeit die ge­schul­de­te Ar­beits­leis­tung nicht er­bracht wird, trifft al­le Ar­beit­neh­mer glei­cher­maßen. Sie ist - eben­so wie die Rück­mel­de­pflicht - ei­ne ar­beits­ver­trag­li­che Ne­ben­pflicht (vgl. nur BAG 13. Mai 1997 - 1 ABR 2/97 - zu B II 2 b der Gründe, AP Be­trVG 1972 § 37 Nr. 119 = EzA Be­trVG 1972 § 37 Nr. 135; 15. März 1995 - 7 AZR 643/94 - zu I 1 b der Gründe, BA­GE 79, 263; 15. Ju­li 1992 - 7 AZR 466/91 - zu 2 b bb der Gründe, BA­GE 71, 14, das of­fenlässt, ob sich die Pflich­ten da­ne­ben auch aus dem in § 2 Abs. 1 Be­trVG nor­mier­ten kol­lek­tiv­recht­li­chen Grund­satz der ver­trau­ens­vol­len Zu­sam­men­ar­beit der Be­triebs­par­tei­en er­ge­ben).

bb) Die Mel­de­pflich­ten die­nen dem Zweck, dem Ar­beit­ge­ber die Ar­beit­sein-

tei­lung zu er­leich­tern, vor al­lem den Ar­beits­aus­fall des Ar­beit­neh­mers zu über­brücken (vgl. BAG 13. Mai 1997 - 1 ABR 2/97 - zu B II 2 c der Gründe mwN, AP Be­trVG 1972 § 37 Nr. 119 = EzA Be­trVG 1972 § 37 Nr. 135). Um die­sen Zweck zu erfüllen, genügt es, wenn das Be­triebs­rats­mit­glied bei der Ab­mel­dung den Ort und die vor­aus­sicht­li­che Dau­er der Be­triebs­ratstätig­keit an­gibt. Auf­grund die­ser Min­destan­ga­ben ist der Ar­beit­ge­ber im­stan­de, die Ar­beits­abläufe in ge­eig­ne­ter Wei­se zu or­ga­ni­sie­ren und Störun­gen im Be­triebs­ab­lauf zu ver­mei­den. Das Be­triebs­rats­mit­glied muss die Art der ge­plan­ten Be­triebs­ratstätig­keit des­halb nicht mit­tei­len (vgl. BAG 15. März 1995 - 7 AZR 643/94 - zu I 1 b der Gründe, BA­GE 79, 263 un­ter teil­wei­ser Auf­ga­be von BAG 14. Fe­bru­ar 1990 - 7 ABR 13/88 - zu B 2 der Gründe, BB 1990, 1625). Wie das Be­triebs­rats­mit­glied die Mel­dun­gen be­wirkt, ist sei­ne Sa­che (vgl. BAG 13. Mai 1997 - 1 ABR 2/97 - aaO).

cc) Die­se ver­trag­li­chen Ne­ben­pflich­ten wer­den nicht da­durch zu be­triebs-

ver­fas­sungs­recht­li­chen, kol­lek­tiv­recht­lich be­gründe­ten Pflich­ten, weil das Be­triebs­rats­mit­glied von der Ar­beits­pflicht be­freit wer­den soll, um Be­triebs­ratstätig­keit aus­zuüben. § 37 Abs. 2 Be­trVG um­schreibt nur ei­nen be­son­de­ren, be­triebs­ver­fas­sungs­recht­lich be­gründe­ten An­lass für ei­ne Ar­beits­be­frei­ung oh­ne Min­de­rung des An­spruchs auf Ar­beits­ent­gelt. Da­mit wer­den die Ver­pflich-


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tun­gen, sich beim Ar­beit­ge­ber ab- und zurück­zu­mel­den, kei­ne aus­sch­ließlich kol­lek­tiv­recht­li­chen Pflich­ten. Die­sel­ben Ver­pflich­tun­gen tref­fen je­den Ar­beit­neh­mer auch in an­de­ren Fällen, in de­nen er An­spruch dar­auf hat, un­ter Fort­zah­lung der Bezüge von sei­ner Ar­beits­pflicht be­freit zu sein. Die Ab- und Rück­mel­de­pflich­ten be­ru­hen eben­so wie der Ent­gelt­an­spruch, der dem Be­triebs­rats­mit­glied im Fall des § 37 Abs. 2 Be­trVG er­hal­ten bleibt, nicht auf Be­triebs­ver­fas­sungs­recht, son­dern auf In­di­vi­du­al­recht, dem Ar­beits­ver­trag (vgl. BAG 15. Ju­li 1992 - 7 AZR 466/91 - zu 2 b bb der Gründe, BA­GE 71, 14). Sie sind als Rück­sichts­pflich­ten auf die Or­ga­ni­sa­ti­ons­in­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers iSv. § 241 Abs. 2 BGB zu ver­ste­hen.

b) Die­se Grundsätze sind auf Fall­ge­stal­tun­gen zu über­tra­gen, in de­nen

das Be­triebs­rats­mit­glied sei­nen Ar­beits­platz nicht verlässt, um Be­triebs­ratstätig­keit zu ver­se­hen. Grundsätz­lich be­steht auch in die­sen Fällen ei­ne Ab- und Rück­mel­de­pflicht. Auf­grund der Umstände des Ein­zel­falls - et­wa der Art der Ar­beits­auf­ga­be, der wahr­zu­neh­men­den Be­triebs­ratstätig­keit oder der vor­aus­sicht­li­chen Dau­er der Ar­beits­un­ter­bre­chung - können die Rück­sichts­pflich­ten je­doch ent­fal­len. Der Ar­beit­ge­ber kann dann ver­lan­gen, dass ihm die Ge­samt­dau­er der in ei­nem be­stimm­ten Zeit­raum ver­rich­te­ten Be­triebs­ratstätig­keit nachträglich mit­ge­teilt wird. Da der Be­stand der Ab- und Rück­mel­de­pflich­ten von den Umständen des Ein­zel­falls abhängt, kann der Se­nat die mit dem Haupt­an­trag er­streb­te Fest­stel­lung, dass die Be­triebs­rats­mit­glie­der (ge­ne­rell) nicht ver­pflich­tet sind, sich bei Ausführung von Be­triebs­ratstätig­keit am Ar­beits­platz ab- und an­zu­mel­den, nicht tref­fen.

aa) Grundsätz­lich hat sich auch das Be­triebs­rats­mit­glied, das am Ar­beits-

platz während der Ar­beits­zeit Be­triebs­ratstätig­keit ver­rich­tet, beim Ar­beit­ge­ber ab­zu­mel­den, die vor­aus­sicht­li­che Dau­er der Be­triebs­ratstätig­keit mit­zu­tei­len und sich nach dem En­de der Ar­beits­un­ter­bre­chung zurück­zu­mel­den. Das ge­bie­tet der Zweck der Pflich­ten, der in der Rück­sicht auf die Or­ga­ni­sa­ti­ons­in­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers be­steht. Dem Ar­beit­ge­ber soll ins­be­son­de­re ermög­licht wer­den, den Ar­beits­aus­fall zu über­brücken. Er soll darüber ent­schei­den


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können, ob und ggf. wel­che Maßnah­men er er­grei­fen will, um die aus sei­ner un­ter­neh­me­ri­schen Sicht un­ab­ding­ba­ren Ar­beits­abläufe si­cher­zu­stel­len.

bb) Das Be­triebs­rats­mit­glied ist nach dem Schutz­zweck der Rück­sichts-

pflich­ten al­ler­dings nicht ver­pflich­tet, sich beim Ar­beit­ge­ber ab­zu­mel­den, be­vor es an sei­nem Ar­beits­platz die Be­triebs­ratstätig­keit auf­nimmt, wenn ei­ne vorüber­ge­hen­de Um­or­ga­ni­sa­ti­on der Ar­beits­ein­tei­lung nicht ernst­haft in Be­tracht kommt. In sol­chen Kon­stel­la­tio­nen be­steht auch kei­ne Rück­mel­de­pflicht. Ent­schei­dend sind die Umstände des Ein­zel­falls. Die Ver­pflich­tung des Be­triebs­rats­mit­glieds, sich im Fall der während der Ar­beits­zeit ge­leis­te­ten Be­triebs­ratstätig­keit beim Ar­beit­ge­ber ab­zu­mel­den, folgt nicht aus ei­nem Recht des Ar­beit­ge­bers, be­reits im Vor­aus zu er­fah­ren, ob das Be­triebs­rats­mit­glied sei­ner Ar­beits­pflicht nach­kommt, die ihm als Ar­beit­neh­mer ob­liegt. Die Pflicht ist für die Dau­er der Be­triebs­ratstätig­keit nach § 37 Abs. 2 Be­trVG ge­ra­de auf­ge­ho­ben. Die Ab­mel­de­pflicht des Be­triebs­rats­mit­glieds be­ruht viel­mehr auf dem be­rech­tig­ten In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers dar­an, auf den Ar­beits­aus­fall des Be­triebs­rats­mit­glieds um­ge­hend re­agie­ren und durch or­ga­ni­sa­to­ri­sche Maßnah­men für Ab­hil­fe sor­gen zu können. Kom­men sol­che or­ga­ni­sa­to­ri­schen Maßnah­men - zB we­gen der Art der Tätig­keit, des Zeit­punkts und des An­las­ses der Ar­beits­un­ter­bre­chung so­wie ih­rer vor­aus­sicht­li­chen Dau­er - nicht ernst­haft in Be­tracht, be­steht kein be­rech­tig­tes In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers dar­an, schon vor der Auf­nah­me der Be­triebs­ratstätig­keit über sie in­for­miert zu wer­den. Während der Ar­beit­ge­ber den Ar­beits­aus­fall zB ei­nes Flug­lot­sen oder Call­cen­ter­ar­beit­neh­mers stets wird über­brücken müssen, wird es für ihn re­gelmäßig nicht ernst­haft in Be­tracht kom­men, die Ar­beit um­zu­or­ga­ni­sie­ren, wenn ein aus­sch­ließlich mit ei­nem lang­fris­tig an­ge­leg­ten Pro­jekt be­fass­ter Ent­wick­lungs­in­ge­nieur sei­ne Tätig­keit kurz­fris­tig un­ter­bricht, um an sei­nem Ar­beits­platz Be­triebs­rats­auf­ga­ben wahr­zu­neh­men. Ent­spre­chen­des wird gel­ten, wenn ein an­ge­stell­ter Leh­rer während der Kor­rek­tur von Klas­sen­ar­bei­ten in sei­ner Ei­gen­schaft als Be­triebs­rats­mit­glied ein Te­le­fon­gespräch führt. In der­ar­ti­gen Kon­stel­la­tio­nen be­gründen die be­rech­tig­ten or­ga­ni­sa­to­ri­schen In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers kei­ne Ab- und Rück­mel­de­pflicht des Be­triebs­rats­mit­glieds.


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cc) Ist ein Be­triebs­rats­mit­glied we­gen der kon­kre­ten Umstände nicht

ver­pflich­tet, sich vor und nach der Be­triebs­ratstätig­keit ab- und zurück­zu­mel­den, kann der Ar­beit­ge­ber al­ler­dings ver­lan­gen, dass ihm die Ge­samt­dau­er der in ei­nem be­stimm­ten Zeit­raum ver­se­he­nen Be­triebs­ratstätig­kei­ten nachträglich mit­ge­teilt wird. Er hat ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se dar­an zu er­ken­nen, für wel­che Zei­ten er auf­grund von Be­triebs­ratstätig­keit nach § 611 Abs. 1 BGB iVm. § 37 Abs. 2 Be­trVG Ent­gelt leis­ten muss, ob­wohl der Ar­beit­neh­mer kei­ne Ar­beit ge­leis­tet hat. Mel­det sich das Be­triebs­rats­mit­glied ab und zurück, entfällt dem­ge­genüber die Do­ku­men­ta­ti­ons­pflicht (vgl. BAG 14. Fe­bru­ar 1990 - 7 ABR 13/88 - zu B 2 der Gründe, BB 1990, 1625).

c) Der Haupt­an­trag konn­te des­we­gen kei­nen Er­folg ha­ben. Er er­fasst
je­den­falls auch Fall­ge­stal­tun­gen, in de­nen die Be­triebs­rats­mit­glie­der we­gen der or­ga­ni­sa­to­ri­schen In­ter­es­sen der Ar­beit­ge­be­rin ei­ne Ab- und Rück­mel­de­pflicht trifft.

II. Der durch die Ab­wei­sung des Haupt­an­trags zur Ent­schei­dung des

Se­nats an­ge­fal­le­ne Hilfs­an­trag ist zulässig, aber in der Sa­che er­folg­los.

1. Der Even­tual­an­trag ist zulässig.

a) Er ist hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, wenn auch
aus­le­gungs­bedürf­tig. Dem Be­triebs­rat geht es mit dem vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­letzt ge­stell­ten Hilfs­an­trag dar­um fest­zu­stel­len, dass ei­ne Ab- und Rück­mel­de­pflicht des Be­triebs­rats­mit­glieds nicht be­steht, wenn es ei­ne Um­or­ga­ni­sa­ti­on der Ar­beit während der Be­triebs­ratstätig­keit am Ar­beits­platz im Ein­zel­fall als nicht er­for­der­lich be­ur­teilt. Zu die­sem Hilfs­an­trag ist der Be­triebs­rat in der Anhörung vor dem Se­nat mit ei­ner re­dak­tio­nel­len Um­for­mu­lie­rung vor­ran­gig zurück­ge­kehrt. Der aus­ge­leg­te, vor­ran­gig ge­stell­te Even­tual­an­trag ist aus­rei­chend kon­kret. Über ihn kann mit Rechts­kraft­wir­kung zwi­schen den Be­tei­lig­ten ent­schie­den wer­den (§ 322 Abs. 1 ZPO).

b) Der Be­triebs­rat hat den Hilfs­an­trag nicht in un­zulässi­ger Wei­se geän-
dert, in­dem er in der Anhörung vor dem Se­nat an­stel­le des in der Rechts­be-


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schwer­de­be­gründung an­gekündig­ten Even­tual­an­trags vor­ran­gig zu dem in zwei­ter In­stanz zu­letzt ge­stell­ten Hilfs­an­trag zurück­ge­kehrt ist.

aa) Nach § 559 Abs. 1 ZPO ist ei­ne An­tragsände­rung in der Re­vi­si­ons-

oder Rechts­be­schwer­de­instanz grundsätz­lich aus­ge­schlos­sen. Der Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung oder Anhörung in zwei­ter In­stanz bil­det nicht nur hin­sicht­lich des tatsächli­chen Vor­brin­gens, son­dern auch im Hin­blick auf die Anträge der Par­tei­en oder Be­tei­lig­ten die Ent­schei­dungs­grund­la­ge für das Re­vi­si­ons- oder Rechts­be­schwer­de­ge­richt. Aus­nah­men sind ins­be­son­de­re aus ver­fah­rensöko­no­mi­schen Gründen möglich, et­wa wenn sich der geänder­te Sach­an­trag auf ei­nen in der Be­schwer­de­instanz fest­ge­stell­ten oder von den Be­tei­lig­ten des Re­vi­si­ons- oder Rechts­be­schwer­de­ver­fah­rens übe­rein­stim­mend vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt stützen kann, sich das recht­li­che Prüfpro­gramm nicht we­sent­lich ändert und die Ver­fah­rens­rech­te der Be­tei­lig­ten durch ei­ne Sach­ent­schei­dung nicht verkürzt wer­den (vgl. BAG 12. Ja­nu­ar 2011 - 7 ABR 15/09 - Rn. 19 mwN, EzA Be­trVG 2001 § 99 Um­grup­pie­rung Nr. 7).

bb) In der Rück­kehr zu dem letz­ten Hilfs­an­trag zwei­ter In­stanz liegt kei­ne

un­zulässi­ge An­tragsände­rung. Der Be­triebs­rat hat in drit­ter In­stanz den­sel­ben An­trag wie im zwei­ten Rechts­zug ge­stellt. Die­ser An­trag ist von der Rechts­be-schwer­de­be­gründung ge­deckt. Die bei­den An­trags­for­mu­lie­run­gen un­ter­schei­den sich nach ge­bo­te­ner Aus­le­gung in­halt­lich nicht. Der Be­triebs­rat re­kla­miert für das ein­zel­ne Be­triebs­rats­mit­glied ei­nen Be­ur­tei­lungs­spiel­raum in der Fra­ge, ob die Ar­beits­abläufe im Ein­zel­fall um­zu­or­ga­ni­sie­ren sind, wenn das Be­triebs­rats­mit­glied an sei­nem Ar­beits­platz Be­triebs­ratstätig­keit ver­sieht. Für den Fall, dass die Ar­beits­abläufe nach der Be­ur­tei­lung des Be­triebs­rats­mit­glieds im Ein­zel­fall nicht um­zu­or­ga­ni­sie­ren sind, will der Be­triebs­rat fest­ge­stellt wis­sen, dass kei­ne Ab- und Rück­mel­de­pflicht be­steht.

c) Die Vor­aus­set­zun­gen des § 256 Abs. 1 ZPO sind aus den für den

Haupt­an­trag ge­nann­ten Gründen erfüllt.

2. Der Hilfs­an­trag ist un­be­gründet. Die Ab- und Rück­mel­de­pflicht ei­nes

Be­triebs­rats­mit­glieds entfällt nicht schon dann, wenn es ihm bei ge­wis­sen­haf­ter


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Prüfung nicht er­for­der­lich er­scheint, die ar­beits­ver­trag­lich ge­schul­de­te Ar­beit um­zu­or­ga­ni­sie­ren. Sie entfällt viel­mehr nur, wenn ei­ne Um­or­ga­ni­sa­ti­on durch den Ar­beit­ge­ber anläss­lich der vom Be­triebs­rats­mit­glied ver­se­he­nen Be­triebs­ratstätig­keit nicht ernst­haft in Be­tracht kommt.

3. Über den in der Anhörung vor dem Se­nat höchst hilfs­wei­se ge­stell­ten

wei­te­ren Hilfs­an­trag aus der Rechts­be­schwer­de­be­gründung hat der Se­nat nicht zu be­fin­den. Er ist nicht für den Fall der Ab­wei­sung des vor­ran­gig ge­stell­ten Even­tual­an­trags in der Fas­sung zwei­ter In­stanz ge­stellt, son­dern für den Fall, dass der Se­nat in der Rück­kehr zu dem frühe­ren Hilfs­an­trag ei­ne un­zulässi­ge An­tragsände­rung sieht. Die­se Be­din­gung ist nicht ein­ge­tre­ten.

Lin­sen­mai­er Schmidt Gall­ner

Für den durch Ur­laubs­ab­we­sen­heit an der Un­ter­schrift ge­hin­der­ten eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Schil­ler

Lin­sen­mai­er

Glock

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