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Im­mer mehr Äl­te­re im Job, aber we­nig fle­xi­ble Über­gän­ge in die Ren­te

Die stark ge­stie­ge­ne Zahl der Be­schäf­tig­ten in Deutsch­land geht vor al­lem auf Äl­te­re zu­rück: Über das Ren­ten­al­ter hin­aus ar­bei­ten aber nur we­ni­ge - da­bei kann sich das fi­nan­zi­ell aus­zah­len

16.07.2015. (dpa) - Der An­teil der Äl­te­ren im Job ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in kei­nem EU-Land so stark ge­stie­gen wie in Deutsch­land.

Das nor­ma­le Ren­ten­al­ter ist trotz al­ler For­de­rung nach fle­xi­ble­ren Über­gän­gen in den Ru­he­stand da­bei aber für die meis­ten maß­ge­bend: Nur we­ni­ge Be­schäf­tig­te ma­chen von der Mög­lich­keit Ge­brauch, dar­über hin­aus noch ei­ne ge­wis­se Zeit wei­ter­zu­ar­bei­ten.

Dar­auf mach­te die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund (DRV) am Mitt­woch in Ber­lin auf­merk­sam.

Da­bei las­se sich die Ren­te durch et­was län­ge­res Ar­bei­ten deut­lich auf­bes­sern.

Die Zahl der re­gu­lär Be­schäf­tig­ten stieg zu­letzt we­gen der gu­ten Kon­junk­tur um rund 1,9 auf 29,9 Mil­lio­nen bin­nen fünf Jah­ren. Vor al­lem mehr 55- bis un­ter 65-Jäh­ri­ge wa­ren im Job: Hier gab es laut der jüngs­ten of­fi­zi­el­len Sta­tis­tik En­de 2013 4,8 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te - 1,3 Mil­lio­nen mehr als fünf Jah­re zu­vor. Nir­gends in der EU sei die Er­werbs­tä­ti­gen­quo­te bei den Äl­te­ren von 2000 bis 2014 so hoch­ge­gan­gen wie in Deutsch­land, sag­te DRV-For­schungs­lei­ter Rein­hold Thie­de un­ter Be­ru­fung auf EU-Zah­len. Bei den 60- bis 64-Jäh­ri­gen stieg der An­teil von rund 20 auf 53 Pro­zent.

Nach jüngs­ten Da­ten der Bun­des­agen­tur für Ar­beit dürf­te die ab­schlags­freie Ren­te mit 63 dem Trend al­ler­dings vor­über­ge­hend ent­ge­gen­wir­ken: Die Zahl der re­gu­lär Be­schäf­tig­ten ab 63 sank von Ju­ni bis Sep­tem­ber 2014 um knapp 23 600.

Bei den Über-65-Jäh­ri­gen sind die Be­schäf­tig­ten­zah­len viel ge­rin­ger. Hier gab es zwar ei­nen star­ken An­stieg bin­nen fünf Jah­ren um gut 45 Pro­zent - in ab­so­lu­ten Zah­len wa­ren es aber nur 56 000 mehr, näm­lich zu­letzt 178 000. Dies sei­en vor al­lem Ar­beit­neh­mer, die Ren­te be­zie­hen, aber noch ar­bei­ten, da­mit aber kei­ne hö­he­re Ren­ten-An­wart­schaft mehr er­wirt­schaf­ten, so die DRV.

Denn der Ar­beit­neh­mer zahlt jen­seits der Re­gel­al­ters­gren­ze von der­zeit 65 Jah­ren und 4 Mo­na­ten bei gleich­zei­ti­gem Be­zug ei­ner Ren­te kei­nen Ren­ten­bei­trag mehr. Die Bei­trä­ge der Ar­beit­ge­ber da­ge­gen flie­ßen in die all­ge­mei­ne Ren­ten­kas­se, kom­men dem ein­zel­nen Be­trof­fe­nen aber nicht mehr zu­gu­te. Der Wirt­schafts­flü­gel der Uni­on hat­te ge­for­dert, dies zu än­dern.

Oh­ne be­reits Ren­te zu be­zie­hen, ar­bei­ten der­zeit nur we­ni­ge über das Ren­ten­al­ter hin­aus. Die DRV zähl­te hier zu­letzt 2000 re­gu­lär Be­schäf­tig­te. Da­bei kom­men zu ei­nem Ren­ten­zu­schlag von 0,5 Pro­zent in die­sen Fäl­len er­höh­te An­wart­schaf­ten we­gen län­ge­ren Ein­zah­lens - ein Durch­schnitts­ver­die­ner kann laut Thie­de sei­ne Ren­te von 1324 auf 1435 Eu­ro stei­gern, wenn er ge­nau ein Jahr län­ger ar­bei­tet. We­gen star­rer Zu­ver­dienst­gren­zen ist es eben­so we­nig be­liebt, vor dem nor­ma­len Ren­ten­al­ter in Ren­te zu ge­hen und noch hin­zu­zu­ver­die­nen. Und auch nur we­ni­ge zah­len frei­wil­li­ge Bei­trä­ge zum Aus­gleich von Ab­schlä­gen bei vor­zei­ti­ger Ren­te.

Um die Über­gän­ge in die Ren­te fle­xi­bler zu ma­chen, hat die Ko­ali­ti­on ei­ne Ar­beits­grup­pe ge­bil­det. Sie tritt aber seit rund ei­nem Jahr auf der Stel­le. Die SPD pocht vor al­lem auf Mög­lich­kei­ten für be­las­te­te Ar­beit­neh­mer, frü­her in Ren­te ge­hen zu kön­nen. Der Fo­kus der Uni­on liegt eher auf län­ge­rem Ar­bei­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 14. September 2016

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