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14/404a Neue Al­li­anz will Lehr­stel­len­pro­ble­me an­ge­hen

Noch nie seit der deut­schen Ein­heit gab es so we­nig neue Lehr­ver­trä­ge wie 2014: Auch das Aus­bil­dungs­an­ge­bot der Be­trie­be ging er­neut zu­rück. Zu­gleich blei­ben vie­le Lehr­stel­len frei, weil ge­eig­ne­te Be­wer­ber feh­len. Ei­ne neue Al­li­anz soll jetzt die Pro­ble­me lö­sen

13.12.2014. (dpa) - Bun­des­re­gie­rung, Wirt­schaft, Ge­werk­schaf­ten und die Län­der ha­ben am Frei­tag ei­ne neue "Al­li­anz für Aus- und Wei­ter­bil­dung" ge­grün­det.

Sie löst den bis­he­ri­gen Aus­bil­dungs­pakt von Wirt­schaft und Re­gie­rung ab, an dem die Ge­werk­schaf­ten nicht be­tei­ligt wa­ren.

Die Wirt­schaft ver­spricht, al­len im Herbst nicht ver­sorg­ten Ju­gend­li­chen drei Aus­bil­dungs­an­ge­bo­te zu ma­chen.

Zu­dem will sie 20 000 zu­sätz­li­che Lehr­stel­len­an­ge­bo­te und 500 000 Prak­ti­kums­plät­ze schaf­fen.

Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­bri­el (SPD) ver­wies auf das un­ge­bro­che­ne Stu­di­en­in­ter­es­se jun­ger Men­schen. Vie­le, die heu­te ih­re Aus­bil­dung an der Hoch­schu­le ab­bre­chen, sei­en "auf ei­ne fal­sche Fähr­te" ge­lockt wor­den. Die Al­li­anz müs­se deut­lich ma­chen, dass die be­trieb­li­che Aus­bil­dung für vie­le "ei­ne ech­te Al­ter­na­ti­ve" zum Stu­di­um be­deu­ten kön­ne. DIHK-Prä­si­dent Eric Schweit­zer sag­te: "Un­ser Ziel ist, dass kein Ju­gend­li­cher ver­lo­ren geht – und mög­lichst auch kein Aus­bil­dungs­platz."

DGB-Chef Rei­ner Hoff­mann sag­te, es sei nicht län­ger hin­zu­neh­men, dass rund 260 000 Ju­gend­li­che nach der Schu­le zu­nächst in Über­gangs­maß­nah­men ge­steckt wür­den – oft­mals oh­ne Aus­sicht auf ei­nen Be­rufs­ab­schluss. Die Prä­si­den­tin der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz, Syl­via Löhr­mann (NRW/Grü­ne), mahn­te bes­se­re Aus­bil­dungs­chan­cen für Mi­gran­ten und jun­ge Men­schen mit Be­hin­de­rung an.

Die neue Al­li­anz löst den zum En­de des Jah­res aus­lau­fen­den Na­tio­na­len Pakt für Aus­bil­dung und Fach­kräf­te­nach­wuchs ab. Ne­ben ih­rem Ver­spre­chen, im kom­men­den Jahr 20 000 zu­sätz­li­che Aus­bil­dungs­plät­ze der Bun­des­agen­tur für Ar­beit zur Ver­mitt­lung an­zu­bie­ten, will die Wirt­schaft 500 000 Prak­ti­kums­plät­ze zur Be­rufs­ori­en­tie­rung an­bie­ten. Das Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um wird wei­te­re Mit­tel zur För­de­rung der Ver­mitt­lung von Ju­gend­li­chen in ei­ne be­trieb­li­che Aus­bil­dung zur Ver­fü­gung stel­len.

Laut der am Frei­tag ver­öf­fent­lich­ten Ana­ly­se des Bun­des­in­sti­tuts für Be­rufs­bil­dung (BIBB) hat sich der seit drei Jah­ren auf dem Aus­bil­dungs­markt zu be­ob­ach­ten­de Ne­ga­tiv­trend auch 2014 fort­ge­setzt. Die Zahl der neu­en Aus­bil­dungs­ver­trä­ge ging 2014 er­neut zu­rück, und zwar um 7 300 auf 522 200 (-1,4 Pro­zent). Das Lehr­stel­len­an­ge­bot der Be­trie­be sank um 2400 auf 539 200 (- 0,4 Pro­zent). Die Be­wer­ber­zahl re­du­zier­te sich um 9700 auf 603 400 (- 1,6 Pro­zent).

Zum ge­setz­li­chen Stich­tag (30. Sep­tem­ber) wa­ren noch 37 100 Lehr­stel­len un­be­setzt, 3400 mehr als im Vor­jahr. Zu­gleich gal­ten aber auch zu die­sem Zeit­punkt noch 81 200 jun­ge Men­schen als un­ver­sorgt. Sie ha­ben ih­ren Aus­bil­dungs­platz­wunsch auf­recht er­hal­ten. Un­ter ih­nen sind auch zahl­rei­che Be­wer­ber mit Fach­hoch­schul­rei­fe oder Ab­itur.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 3. November 2016

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