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Al­ter­na­ti­ve zum Strand: Job­ben in den Schul­fe­ri­en

Zei­tung aus­tra­gen, Re­ga­le ein­räu­men oder im Ho­tel aus­hel­fen: Fe­ri­en­jobs für Schü­ler sind ge­fragt. Sie brin­gen Geld und ei­nen ers­ten Ein­blick in das Be­rufs­le­ben. Die Job­an­ge­bo­te sind un­ter­schied­lich ge­sät - und es gibt stren­ge Re­ge­lun­gen

14.07.2014. (dpa) - Fe­ri­en­zeit be­deu­tet nicht nur Ab­hän­gen am Strand.

Ein Teil der äl­te­ren Schü­ler nutzt die Som­mer­fe­ri­en auch da­zu, mit ei­nem Fe­ri­en­job die Ur­laubs­kas­se auf­zu­fül­len.

Doch die An­ge­bo­te sind un­ter­schied­lich ge­sät.

In den Ar­beits­agen­tu­ren des Lan­des gibt es deut­lich mehr In­ter­es­sen­ten als of­fe­ne Stel­len.

Wirt­schafts­mi­nis­ter Har­ry Gla­we (CDU) ap­pel­lier­te an die Un­ter­neh­men, Fe­ri­en­jobs an­zu­bie­ten. Fe­ri­en­jobs sei­en sehr sinn­voll, da sie für die Ju­gend­li­chen ei­nen Ein­blick in das täg­li­che Be­rufs­le­ben ge­ben, sag­te Gla­we. Un­ter­neh­men könn­ten po­ten­zi­el­le Kan­di­da­ten für Aus­bil­dungs­plät­ze ken­nen­ler­nen. Aber: Fe­ri­en­ar­beit dür­fe nicht da­zu die­nen, Auf­trags­spit­zen in den Un­ter­neh­men al­lein durch bil­li­ge Ar­beits­kräf­te ab­de­cken zu wol­len.

Wie vie­le Un­ter­neh­men im Land Fe­ri­en­jobs für Schü­ler an­bie­ten, ist un­klar. Dem Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um sind 135 Un­ter­neh­men im Land be­kannt, die Schü­ler- und Stu­den­ten­prak­ti­ka an­bie­ten.

Chan­cen ha­ben Schü­ler vor al­lem im Ho­tel- und Gast­ge­wer­be so­wie in Im­bis­sen oder beim Eis­ver­kauf. Nach An­ga­ben des De­ho­ga-Ge­schäfts­füh­rers Mat­thi­as Dett­mann, sind Fe­ri­en­jobs dort Pra­xis. Ge­ra­de un­ter dem As­pekt des Fach­kräf­te­man­gels sei­en Fe­ri­en­jobs ei­ne Chan­ce, po­ten­zi­el­le Azu­bis früh­zei­tig zu ge­win­nen und "Roh­dia­man­ten" zu er­ken­nen. Die Tä­tig­keits­fel­der sei­en breit - ob als Eis­ver­käu­fer am Tre­sen, als Kell­ner oder in grö­ße­ren Häu­sern als Pa­ge oder Lift­boy. "Man kann je­dem Ho­te­lier und Gas­tro­nom nur emp­feh­len, über Fe­ri­en­jobs ei­nen Pool von in­ter­es­sier­ten Leu­ten zu ge­win­nen. Das ist ei­ne Su­per­chan­ce", sag­te Dett­mann.

Auf Fe­ri­en­job-An­ge­bo­te von Ar­beits­agen­tu­ren zu set­zen, ist we­nig er­folg­ver­spre­chend. In West­meck­len­burg ge­be es wie auch in den Vor­jah­ren deut­lich mehr "Fe­ri­en­job­ber" als of­fe­ne Stel­len, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Ar­beits­agen­tur. Vie­le An­ge­bo­te wür­den ver­mut­lich di­rekt auf Nach­fra­ge ver­ge­ben oder ge­hen auch mal "un­ter der Hand" an Kin­der von Mit­ar­bei­tern weg, hieß es von der Ar­beits­agen­tur Stral­sund.

Meist wer­den über Ar­beits­agen­tu­ren ge­ring­fü­gig Be­schäf­tig­te ge­sucht und dann für die ge­sam­te Sai­son. Das Hemm­nis für die Be­schäf­ti­gung bei Schü­lern: Es kom­men ei­gent­lich nur ein­fa­che Hel­fer­tä­tig­kei­ten oh­ne lan­ge Ein­ar­bei­tung in Be­tracht.

Den meis­ten Fe­ri­en­job­bern geht es vor­ran­gig dar­um, Geld zu ver­die­nen. Es sei eher sel­ten, dass Schü­ler sich ei­nen Job su­chen, um in die Bran­che hin­ein zu schnup­pern, be­rich­tet Re­ne Weich, Vor­sit­zen­der des Kreis­schü­ler­ra­tes Meck­len­bur­gi­sche Se­en­plat­te, von sei­nen Er­fah­run­gen.

Im Be­reich Sta­ven­ha­gen ge­be es aus­rei­chend An­ge­bo­te. Die Su­per­markt­ket­te Net­to be­schäf­ti­ge Schü­ler in ih­rem Zen­tral­la­ger, auch in der Gas­tro­no­mie, in Su­per­märk­ten oder auf der Müll­de­po­nie las­se sich Geld ver­die­nen. Weich, der ge­ra­de sein Ab­itur ab­ge­legt hat, ar­bei­tet im drit­ten Jahr in Fol­ge in ei­nem Ca­fé. "Man be­kommt durch den Fe­ri­en­job ein an­de­res Ge­fühl für das Geld. Ich den­ke zwei­mal dar­über nach, was ich mir leis­te", sagt er.

Ent­schei­dend ist, dass sich die Ju­gend­li­chen früh­zei­tig küm­mern. Wie Weich be­rich­tet, gibt es an sei­nem Gym­na­si­um ei­nen Kon­takt­leh­rer, an den sich die Un­ter­neh­men wen­den. "Wer erst zwei Wo­chen vor Fe­ri­en­be­ginn ei­nen Fe­ri­en­job sucht, kommt ei­gent­lich schon zu spät." Ver­diens­te von bis zu 400 Eu­ro pro Wo­che sei­en mög­lich. Vie­le nutz­ten das Geld, um sich ei­nen Ur­laub zu fi­nan­zie­ren.

Für die Be­schäf­ti­gung von Schü­lern gibt es stren­ge Re­ge­lun­gen. Das Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­setz ver­bie­tet Kin­dern bis zum 14. Le­bens­jahr zu ar­bei­ten. Aus­nah­me: Mit Zu­stim­mung der El­tern dür­fen Kin­der über 13 bis zu zwei St­un­den am Tag ar­bei­ten. Für äl­te­re Schü­ler bis 18 Jah­ren gibt es zwar mehr Spiel­raum. Sie dür­fen aber auch nicht län­ger als vier Wo­chen pro Jahr in den Fe­ri­en job­ben. Auch die Ar­beits­zeit von acht St­un­den am Tag und 40 St­un­den in der Wo­che dür­fen laut DGB nicht über­schrit­ten wer­den. Pau­sen sind streng ge­re­gelt. "Schul­fe­ri­en die­nen in ers­ter Li­nie der Er­ho­lung", sag­te Jea­ni­ne Wei­gel von der DGB-Ju­gend im Be­zirk Nord. Sie emp­fiehlt, den Lohn bei der Aus­wahl der Jobs im Blick zu ha­ben. Zu­dem soll­te der Ver­trag auch schrift­lich ab­ge­schlos­sen wer­den. Auch Wirt­schafts­mi­nis­ter Gla­we ap­pel­lier­te an die Un­ter­neh­men, die Schü­ler an­ge­mes­sen zu be­zah­len.

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Letzte Überarbeitung: 20. August 2014

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