Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Al­ters­geld soll Wech­sel vom Staats­dienst in die Pri­vat­wirt­schaft er­leich­tern

Al­ters­geld statt Nach­ver­si­che­rung in der Ren­ten­ver­si­che­rung für Bun­des­be­am­te, die in die Pri­vat­wirt­schaft wech­seln: Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes über die Ge­wäh­rung ei­nes Al­ters­gelds für frei­wil­lig aus dem Bun­des­dienst aus­schei­den­de Be­am­te, Rich­ter und Sol­da­ten

11.03.2013. Wer als Be­am­ter, Rich­ter oder Sol­dat aus dem Dienst des Bun­des vor Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze frei­wil­lig aus­schei­det, ver­liert sei­ne An­sprü­che auf ei­ne Al­ters­ver­sor­gung ge­gen­über sei­nem Ex-Dienst­herrn, denn das gel­ten­de Ver­sor­gungs­recht setzt für den An­spruch auf ein Ru­he­ge­halt vor­aus, dass bis zum Ein­tritt in den Ru­he­stand ein Dienst­ver­hält­nis be­stand.

Die­ser Ver­lust an Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten bzw. (bei Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters) von Ver­sor­gungs­an­sprü­chen wird da­durch ab­ge­mil­dert, dass die Bun­des­re­pu­blik als Dienst­herr den frei­wil­lig vor­zei­tig aus­schei­den­den Be­am­ter, Rich­ter bzw. Sol­da­ten in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nach­ver­si­chern muss. Durch die­se Nach­ver­si­che­rung, d.h. ei­ne meist be­trächt­li­che Ein­mal­zah­lung des Bun­des, wird der Aus­schei­den­de in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung so ge­stellt, als hät­te er wäh­rend sei­ner ge­sam­ten Dienst­zeit nicht im Bun­des­dienst ge­stan­den, son­dern als Ar­beit­neh­mer ge­ar­bei­tet.

Da­mit sind die ver­sor­gungs­recht­li­chen Nach­tei­le vor­zei­tig aus­schei­den­der Bun­des­be­diens­te­ter al­ler­dings nicht in vol­lem Um­fang be­sei­tigt. Denn bei der Nach­ver­si­che­rung gilt die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung, der zu­fol­ge bei ho­hen Ein­kom­men im­mer nur ein Teil in der Ren­ten­ver­si­che­rung ab­ge­si­chert ist.

Der­zeit, d.h. ab Ja­nu­ar 2013, liegt die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung bei ei­nem Mo­nats­ver­dienst von 5.600,00 EUR brut­to (West­deutsch­land) bzw. bei ei­nem Ver­dienst von 4.900,00 EUR (Ost­deutsch­land). Wer mehr ver­dient, er­wirbt Ren­ten­an­wart­schaf­ten, die nicht auf sein vol­les Ge­halt be­zo­gen sind, son­dern nur auf den ver­si­cher­ten Ge­halts­be­stand­teil von 5.600,00 EUR bzw. von 4.900,00 EUR. Da man­cher Spit­zen­be­am­te mehr ver­dient, ist er durch die Nach­ver­si­che­rung in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung un­zu­rei­chend ab­ge­si­chert, je­den­falls im Ver­gleich zu sei­nen Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten, die er be­hal­ten wür­de, wür­de er sei­nen Dienst nicht vor­zei­tig quit­tie­ren.

Ein wei­te­rer fi­nan­zi­el­ler Nach­teil in­fol­ge ei­nes vor­zei­ti­gen Aus­schei­dens aus dem Dienst­ver­hält­nis er­gibt sich beim The­ma Ren­te dar­aus, dass der aus­schei­den­de Be­am­te, Rich­ter bzw. Sol­dat kei­ne er­gän­zen­de Ab­si­che­rung in der Zu­satz­ver­sor­gung des öf­fent­li­chen Diens­tes er­hält, da hier so et­was wie ei­ne Nach­ver­si­che­rung nicht statt­fin­det. Mit der Zu­satz­ver­sor­gung bei der Ver­sor­gungs­an­stalt des Bun­des und der Län­der (VBL) er­hal­ten An­ge­hö­ri­ge des öf­fent­li­chen Diens­tes ei­nen wei­te­ren Ren­ten­an­spruch bzw. Ren­ten­bau­stein, der der Be­triebs­ren­te in der Pri­vat­wirt­schaft ent­spricht. An die­ser Stel­le er­lei­det man al­so ei­nen wei­te­ren ren­ten­recht­li­chen Nach­teil, wenn man vor­zei­tig aus dem Bun­des­dienst aus­schei­det und in die Pri­vat­wirt­schaft wech­selt.

Vor die­sem Hin­ter­grund stellt die bis­he­ri­ge Nach­ver­si­che­rung in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ein „Mo­bi­li­täts­hemm­nis“ dar, d.h. sie er­schwert den Wech­sel aus dem Bun­des­dienst in die Pri­vat­wirt­schaft.

Die­ses Hemm­nis möch­te die schwarz-gel­be Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on be­sei­ti­gen und hat da­her En­de Fe­bru­ar 2013 ei­nen ent­spre­chen­den Ge­setz­ent­wurf vor­ge­legt. Kern des Ent­wurfs ist ei­ne Al­ter­na­ti­ve zur Nach­ver­si­che­rung in Form ei­nes Al­ters­gel­des, das den Aus­schei­den­den bei Er­rei­chen des Ren­ten­al­ters auf der Grund­la­ge ih­rer bis zum Aus­schei­den zu­rück­ge­leg­ten Dienst­zei­ten ge­währt wird (Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes über die Ge­wäh­rung ei­nes Al­ters­gel­des für frei­wil­lig aus dem Bun­des­dienst aus­schei­den­de Be­am­te, Rich­ter und Sol­da­ten, Ge­setz­ent­wurf der Frak­tio­nen der CDU/CSU und der FDP, vom 26.02.2013, BT-Drucks. 17/12479).

Im ein­zel­nen ist vor­ge­se­hen, dass sich die Hö­he des Al­ters­gel­des nach den zu­letzt er­hal­te­nen Be­zü­gen und den ge­leis­te­ten Dienst­zei­ten be­rech­net. Der An­spruch ruht, bis der ehe­ma­li­ge Bun­des­be­diens­te­te die Re­gel­al­ters­gren­ze in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung er­reicht hat. Bei dem Al­ters­geld han­delt es sich, so die Be­grün­dung des Ge­setz­ent­wurfs, nicht um ei­ne Ver­sor­gung im Sin­ne des Be­am­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes, son­dern um ei­nen ei­gen­stän­di­gen fi­nan­zi­el­len Aus­gleich für den Ver­lust von Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten.

Wer das Al­ters­geld nicht in An­spruch neh­men möch­te, hat auch künf­tig die Mög­lich­keit, sich in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nach­ver­si­chern zu las­sen.

Dass sich die ren­ten­recht­li­che Si­tua­ti­on der vor­zei­tig aus dem Dienst aus­schei­den­den Bun­des­be­diens­te­ten ver­bes­sern wür­de, ent­spricht der Schät­zung des da­mit ver­bun­de­nen fi­nan­zi­el­len Mehr­auf­wan­des: Laut Ge­set­zes­be­grün­dung ste­hen den Ein­spa­run­gen bei der Nach­ver­si­che­rung von ge­schätz­ten 15 Mio. EUR jähr­lich Aus­ga­ben für das Al­ters­geld in Hö­he von 30 Mio. EUR ge­gen­über, d.h. es wür­de sich ei­ne ef­fek­ti­ve Mehr­be­las­tung von 15 Mio. EUR pro Jahr er­ge­ben.

Fa­zit: Die ge­plan­te Re­ge­lung er­leich­tert un­mit­tel­bar nur den Über­gang vom Bun­des­dienst in die Pri­vat­wirt­schaft, macht da­durch aber mit­tel­bar die Tä­tig­keit beim Bund für sol­che po­ten­ti­el­len Be­wer­ber at­trak­ti­ver, die sich ei­ne Tä­tig­keit im Bun­des­dienst für ihr ge­sam­tes wei­te­res Er­werbs­le­ben nur schwer vor­stel­len kön­nen. Da­mit er­gänzt das Al­ters­geld die schon seit län­ge­rem un­ter­nom­me­nen An­stren­gun­gen des Bun­des, Fach­kräf­te durch zu­sätz­li­che fi­nan­zi­el­le An­rei­ze zu ge­win­nen (wir be­rich­te­ten in: Ar­beits­recht ak­tu­ell: 11/190 Per­so­nal­ge­win­nungs­zu­schlag und an­de­re Goo­dies: Ge­setz zur Un­ter­stüt­zung der Fach­kräf­te­ge­win­nung im Bund).

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 29. September 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880