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Un­ge­lös­te Alt­pro­ble­me er­schwe­ren Ta­rif­run­de für öf­fent­li­chen Dienst

Di­cke Bro­cken lie­gen auf dem Weg zu ei­nem Ta­rif­er­geb­nis für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der: Ge­löst wer­den soll et­wa ein seit Jah­ren schwe­len­der Streit um Leh­rer

17.02.2015. (dpa) - Zum Auf­takt der Ta­rif­run­de für den öf­fent­li­chen Dienst der Län­der klaf­fen die Po­si­tio­nen weit aus­ein­an­der.

Die Län­der wie­sen die For­de­run­gen der Ge­werk­schaf­ten am Mon­tag strikt zu­rück.

Ver­di und der Be­am­ten­bund (dbb) ver­lan­gen 5,5 Pro­zent mehr Ein­kom­men.

Für den Chef der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der (TdL), Sach­sen-An­halts Fi­nanz­mi­nis­ter Jens Bul­ler­jahn (SPD), ist dies "rea­li­täts­fern".

Die ers­te Ver­hand­lungs­run­de ging in Ber­lin wie er­war­tet nach we­ni­ger als zwei St­un­den oh­ne Er­geb­nis zu En­de.

An­ge­setzt sind zwei wei­te­re Run­den bis Mit­te März in Pots­dam.

Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke be­ton­te: "Die Be­schäf­tig­ten er­war­ten ei­ne deut­li­che Re­al­lohn­stei­ge­rung." Er zeig­te sich zwar op­ti­mis­tisch, dass ei­ne Lö­sung oh­ne Streiks ge­fun­den wer­den kön­ne. Aber: "Wenn es am Ver­hand­lungs­tisch stockt, ge­he ich da­von aus, dass die Be­schäf­tig­ten be­reit und in der La­ge sind, Flag­ge zu zei­gen."

Ver­di und der Be­am­ten­bund (dbb) ver­lan­gen 5,5 Pro­zent mehr Geld oder min­des­tens 175 Eu­ro. Ver­han­delt wird für die rund 800 000 An­ge­stell­ten der Län­der. Zu­dem soll der Ab­schluss laut Ge­werk­schaf­ten auch auf die rund 2 Mil­lio­nen Be­am­ten und Pen­sio­nä­re über­tra­gen wer­den.

Kom­pli­ziert wird die Ta­rif­run­de auch, weil die Ge­werk­schaf­ten nach jah­re­lan­gen, er­geb­nis­lo­sen Ver­hand­lun­gen nun ei­ne ta­rif­li­che Ein­grup­pie­rung der 200 000 an­ge­stell­ten Lehr­kräf­te er­rei­chen wol­len. Bul­ler­jahn sag­te zwar, es kön­ne nicht al­les auf ei­nen Schlag nach­ge­holt wer­den, was in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­säumt wur­de. Die Län­der sei­en aber be­reit zu ei­ner bun­des­wei­ten Re­ge­lung für die Leh­rer. Die Län­der po­chen zu­dem auf Neu­re­ge­lun­gen zur be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung.

Bei der Kern­fra­ge des Ein­kom­mens sind bei­de Sei­ten laut dbb noch weit aus­ein­an­der. "Nach­wuchs­ge­win­nung und Wert­schät­zung sind mehr als In­fla­ti­ons­aus­gleich", be­ton­te der dbb-Ver­hand­lungs­füh­rer Wil­li Russ. Hin­ter­grund ist, dass die we­gen der kom­men­den Schul­den­brem­se zur Haus­halts­dis­zi­plin ge­zwun­ge­nen Län­der auf­grund der nied­ri­gen In­fla­ti­ons­ra­te kei­ne Not­wen­dig­keit für gro­ße Lohn­stei­ge­run­gen se­hen. Das Er­geb­nis müs­se so aus­fal­len, dass es sich güns­tig auf die Mo­ti­va­ti­on der Be­schäf­tig­ten und die At­trak­ti­vi­tät der Ar­beits­plät­ze aus­wirkt, for­der­te Russ.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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