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An­bie­ter für den Bil­dungs­ur­laub ste­hen in den Start­lö­chern

Das Bil­dungs­zeit­ge­setz ist lan­ge Zeit um­strit­ten ge­we­sen: Von An­fang Ju­li an be­steht nun ein Rechts­an­spruch dar­auf. Die An­bie­ter müs­sen sich re­gis­trie­ren las­sen. Doch der Streit bleibt

27.06.2015. (dpa) - Die An­bie­ter von Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men ste­hen be­reit: Min­des­tens 36 Ein­rich­tun­gen dür­fen mit dem Start des Bil­dungs­zeit­ge­set­zes am 1. Ju­li ent­spre­chen­de An­ge­bo­te an­bie­ten, wie das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um in Stutt­gart mit­teil­te.

Vor­aus­set­zung für die An­er­ken­nung ist, dass die Or­ga­ni­sa­ti­on seit min­des­tens zwei Jah­ren be­steht und sys­te­ma­tisch Lehr­ver­an­stal­tun­gen an­bie­tet.

Zu­dem bräuch­ten die An­bie­ter ein an­er­kann­tes Gü­te­sie­gel.

Beim lan­des­weit zu­stän­di­gen Re­gie­rungs­prä­si­di­um Karls­ru­he gin­gen ins­ge­samt 136 An­trä­ge ein.

An­ge­fan­gen von den Be­rufs­kam­mern, den Ge­werk­schaf­ten, den Uni­ver­si­tä­ten, den Volks­hoch­schu­len und pri­va­ten Wei­ter­bil­dungs­an­bie­tern. Durch das Bil­dungs­zeit­ge­setz kön­nen sich Ar­beit­neh­mer bis zu fünf Ta­ge im Jahr für ei­ne Fort­bil­dung frei­stel­len las­sen. Die­se Fort­bil­dung wird al­ler­dings nur an den aus­ge­wähl­ten Ein­rich­tun­gen an­er­kannt.

Die ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Ar­beit­ge­ber se­hen den An­spruch auf Bil­dungs­ur­laub wei­ter­hin kri­tisch. "Mit dem Bil­dungs­ur­laub ist kei­nem Ar­beits­lo­sen, kei­nem be­nach­tei­lig­ten Ju­gend­li­chen und auch nicht den An- und Un­ge­lern­ten in den Be­trie­ben ge­hol­fen", sag­te ein Spre­cher. Der Ver­band wer­de sich nun da­für ein­set­zen, dass sinn­vol­le Wei­ter­bil­dung, die be­reits in ganz vie­len Be­trie­ben statt­fin­de, tat­säch­lich auf die Bil­dungs­ur­laubs­an­sprü­che an­ge­rech­net wür­den.

Wirt­schafts­mi­nis­ter Nils Schmid (SPD) hielt da­ge­gen. Mit dem neu­en Ge­setz wür­den be­reits be­ste­hen­de Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten er­gänzt. "Wir ge­ben Be­schäf­tig­ten die Ge­le­gen­heit, sich über ih­re be­ruf­li­che Tä­tig­keit hin­aus be­ruf­lich oder po­li­tisch fort­zu­bil­den und da­mit über den Tel­ler­rand hin­aus zu schau­en", sag­te der Mi­nis­ter.

DGB-Lan­des­chef Ni­ko­laus Land­graf mo­nier­te, dass Aus­zu­bil­den­de und Stu­den­ten der Dua­len Hoch­schu­le le­dig­lich fünf Ta­ge An­spruch wäh­rend der ge­sam­ten Aus­bil­dung ha­ben. Die Re­ge­lung sieht auch die Mög­lich­keit ei­ner Bil­dungs­zeit für Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men zur Wahr­neh­mung eh­ren­amt­li­cher Tä­tig­kei­ten vor.

Ei­ne ent­spre­chen­de Rechts­ver­ord­nung soll An­fang kom­men­den Jah­res in Kraft tre­ten. Da­von pro­fi­tier­ten auch die Un­ter­neh­men, sag­te Land­graf. Sie un­ter­stütz­ten oft­mals ent­spre­chen­de Ak­ti­vi­tä­ten. Da­mit wer­de zu­gleich das eh­ren­amt­li­che En­ga­ge­ment ge­stärkt und Be­schäf­tig­te auf ent­spre­chen­de Auf­ga­ben vor­be­rei­tet.

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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