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Nur we­ni­ge An­er­ken­nun­gen aus­län­di­scher Be­rufs­ab­schlüs­se

Qua­li­fi­zier­te Fach­ar­bei­ter aus dem Aus­land wer­den auch in der Thü­rin­ger Wirt­schaft hän­de­rin­gend ge­sucht: Doch von der er­leich­ter­ten An­er­ken­nung von Be­rufs­ab­schlüs­sen hat sie bis­lang kaum et­was

18.01.2016. (dpa) - Die Thü­rin­ger Wirt­schaft pro­fi­tiert bei ih­rer Su­che nach Fach­kräf­ten bis­lang kaum von der er­leich­ter­ten An­er­ken­nung aus­län­di­scher Be­rufs­ab­schlüs­se.

Im Jahr 2015 er­hiel­ten le­dig­lich zehn Zu­wan­de­rer in Thü­rin­gen die An­er­ken­nung ih­rer im Hei­mat­land er­wor­be­nen Be­rufs­aus­bil­dung, wie die zen­tra­le Prüf- und An­er­ken­nungs­stel­le der deut­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHK) in Nürn­berg mit­teil­te.

Sechs An­trä­ge wur­den neu ge­stellt.

"Das ist sehr über­sicht­lich", sag­te Tho­mas Fahl­busch, Aus- und Wei­ter­bil­dungs­ex­per­te bei der IHK Er­furt. An­ge­sichts des "ex­trem ge­rin­gen" Aus­län­der­an­teils in Thü­rin­gen kä­men die nied­ri­gen Zah­len al­ler­dings auch nicht über­ra­schend. Die ak­tu­el­le Flücht­lings­wel­le schlug sich bei den An­er­ken­nun­gen im ver­gan­ge­nen Jahr noch nicht nie­der.

Die Stel­le in Nürn­berg ist für die An­er­ken­nung bei 250 ver­schie­de­nen IHK-Be­ru­fen und 90 Fort­bil­dungs­ab­schlüs­sen in In­dus­trie, Dienst­leis­tungs­ge­wer­be, Gas­tro­no­mie und Han­del zu­stän­dig. Zu­wan­de­rer aus EU- und Nicht-EU-Län­dern kön­nen seit knapp vier Jah­ren ih­re im Hei­mat­land er­wor­be­nen Be­rufs­ab­schlüs­se prü­fen und an­er­ken­nen las­sen. Das soll die Ab­schlüs­se für die Ar­beit­ge­ber ver­gleich­ba­rer ma­chen.

Bun­des­weit gin­gen bei der Prüf­stel­le in Nürn­berg, der IHK Fo­sa ("For­eign Skills Ap­pro­val"), seit­dem rund 11.400 An­trä­ge ein. Die An­trag­stel­ler aus Thü­rin­gen – un­ter an­de­rem in den Be­ru­fen Bau­zeich­ner, Tech­ni­scher Zeich­ner und Ver­käu­fer – hat­ten ih­re Aus­bil­dung in Po­len, Russ­land, Ka­sachs­tan, Ita­li­en, Sy­ri­en und Ma­rok­ko ab­sol­viert.

Die Thü­rin­ger Wirt­schaft stellt im­mer wie­der ih­ren Be­darf an zu­ge­wan­der­ten Fach­kräf­ten her­aus, vor al­lem in der Me­tall­bran­che, dem Ho­tel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be und der Lo­gis­tik­bran­che. Hoff­nun­gen setzt sie da­bei auch in die ak­tu­ell an­kom­men­den Flücht­lin­ge. In der Erst­auf­nah­me­stel­le für Asyl­be­wer­ber in Suhl er­fasst die Lan­des­ar­beits­agen­tur seit An­fang No­vem­ber die be­ruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen der Ge­flüch­te­ten, um sie bes­ser ver­mit­teln zu kön­nen.

Bis­lang hät­ten sich rund 270 Men­schen re­gis­trie­ren las­sen, sag­te ein Agen­tur­spre­cher. Et­wa je­der Drit­te wol­le ei­ne Aus­bil­dung auf­neh­men, da die ei­ge­ne Qua­li­fi­ka­ti­on nicht für ei­ne An­er­ken­nung aus­rei­che. Ein wei­te­res Drit­tel sei­en Ab­itu­ri­en­ten, die stu­die­ren woll­ten so­wie Aka­de­mi­ker, die auf ei­ne An­er­ken­nung ih­rer Qua­li­fi­ka­ti­on hoff­ten. Et­wa eben­so hoch sei der An­teil je­ner Flücht­lin­ge, die zwar oh­ne ei­ge­nen Be­rufs­ab­schluss, aber hoch­mo­ti­viert für ei­ne Aus­bil­dung mit Grund­qua­li­fi­ka­ti­on sei­en.

Größ­tes Ein­satz­ge­biet für aus­län­di­sche Fach­kräf­te ist in Thü­rin­gen seit Jah­ren das Ge­sund­heits­we­sen, vor al­lem an Kran­ken­häu­sern sind Me­di­zi­ner aus dem Aus­land be­gehrt. Für die An­er­ken­nung der Ab­schlüs­se von aus­län­di­schen Ärz­ten, Zahn­ärz­ten, Apo­the­kern und Pfle­ge­kräf­ten ist das Lan­des­ver­wal­tungs­amt zu­stän­dig. Die Zahl der von der Be­hör­de er­teil­ten Zu­las­sun­gen oder Be­rufs­er­laub­nis­se für aka­de­mi­sche Heil­be­ruf­ler – über­wie­gend Ärz­te – lag im ver­gan­ge­nen Jahr mit 500 et­wa auf dem Ni­veau des Jah­res 2014. Im Jahr 2013 wa­ren es rund 420.

Um als Arzt in Deutsch­land ar­bei­ten zu kön­nen, ist ei­ne Ap­pro­ba­ti­on (Zu­las­sung) oder – als Vor­stu­fe - ei­ne Be­rufs­er­laub­nis nö­tig. Me­di­zi­ner aus Län­dern au­ßer­halb der EU müs­sen der Be­hör­de zu­fol­ge ih­re Fach­kennt­nis­se in ei­ner Prü­fung nach­wei­sen, au­ßer­dem über aus­rei­chen­de deut­sche Sprach­kennt­nis­se ver­fü­gen.

Zu­dem er­kann­te die Be­hör­de im ver­gan­ge­nen Jahr die Ab­schlüs­se von 35 Kran­ken­schwes­tern oder –pfle­gern an. Ins­ge­samt hat­ten 66 zu­ge­wan­der­te Pfle­ge­kräf­te die be­ruf­li­che An­er­ken­nung be­an­tragt. 31 An­trä­ge sei­en ab­ge­lehnt, an an­de­re Bun­des­län­der ab­ge­ge­ben oder von den Be­wer­bern zu­rück­ge­zo­gen wor­den, hieß es. Der­zeit lie­gen noch 64 of­fe­ne An­trä­ge zur Be­ar­bei­tung vor.

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Letzte Überarbeitung: 1. September 2016

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