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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Aufhebungsvertrag, Anfechtung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Hamm
Akten­zeichen: 15 Sa 410/11
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 09.06.2011
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Paderborn, Urteil vom 16.02.2011, 2 Ca 1818/10
   

15 Sa 410/11

2 Ca 1818/10 ArbG Pa­der­born

 

Verkündet am 09.06.2011

Wulf-Rei­zig als Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

 

Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm

Im Na­men des Vol­kes

Ur­teil

In Sa­chen

hat die 15. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 09.06.2011
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Dr. Wes­sel
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Bur­mann und Haa­se, A.

für Recht er­kannt:

Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Pa­der­born vom 16.02.2011 – 2 Ca 1818/10 – ab­geändert und die Kla­ge ab­ge­wie­sen.

Die Kos­ten des Rechts­streits trägt die Kläge­rin.

Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

 

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Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten um die recht­li­che Wirk­sam­keit ei­nes zwi­schen ih­nen ge­schlos­se­nen Auf­he­bungs­ver­tra­ges.

Die Kläge­rin war seit März 2000 als Mit­ar­bei­te­rin im kaufmänni­schen Be­reich (Ver­kaufs­sach­be­ar­bei­te­rin) bei der Be­klag­ten, für die et­wa 80 Ar­beit­neh­mer tätig sind, beschäftigt.

In der 38. Ka­len­der­wo­che des Jah­res 2010 un­ter­brei­te­te die Kläge­rin ei­ner Kun­din der Be­klag­ten, der Fir­ma A1 L1 GmbH & Co.KG, M2, ein An­ge­bot über ei­ne Wasch­tisch­plat­te zu ei­nem Auf­trags­vo­lu­men von et­wa 2.500,00 EUR bis 3.000,00 EUR, wel­ches nach Hin­weis der Ar­beits­vor­be­rei­tung der Be­klag­ten in­des tech­nisch nicht durchführ­bar war. Der Geschäftsführer der Be­klag­ten, K1, erklärte der Kläge­rin in An­we­sen­heit der Per­so­nal­lei­te­rin B2, dass der Kun­din als Al­ter­na­ti­ve ei­ne Wasch­tisch­plat­te be­ste­hend aus zwei zu­sam­men­ge­leim­ten Plat­ten mit ei­ner mit­ti­gen Fu­ge an der Sicht­kan­te an­ge­bo­ten wer­den sol­le. Die Kläge­rin bot der Kun­din an­sch­ließend ei­ne ent­spre­chen­de Plat­te te­le­fo­nisch an; der Auf­trag wur­de er­teilt.

Strei­tig ist zwi­schen den Par­tei­en, ob die Kläge­rin in dem Gespräch von dem Geschäftsführer auf­ge­for­dert wur­de, ein Fo­to von der neu­en an­ge­bo­te­nen Plat­te zu fer­ti­gen und die­ses der Kun­din zu­kom­men zu las­sen.

Un­ter dem 23.09.2010 mahn­te die Per­so­nal­lei­te­rin B2 die Kläge­rin münd­lich ab, weil ein Über­sen­den des Fo­tos an die Kun­din un­ter­blie­ben war. Gleich­zei­tig er­ging an die Kläge­rin die Auf­for­de­rung, ei­ne Chro­no­lo­gie des An­ge­bots­vor­gangs zu er­stel­len. Die­ser Auf­for­de­rung ent­sprach die Kläge­rin.

Am 30.09.2010 führ­ten die Per­so­nal­lei­te­rin B2 und der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Be­klag­ten, Prof. Dr. M1, im Be­trieb der Be­klag­ten ein Gespräch über den Vor­fall

 

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be­tref­fend die Kläge­rin. Die Per­so­nal­lei­te­rin wies wei­ter­ge­hend dar­auf hin, dass es seit länge­rem Pro­ble­me mit der Ar­beits­leis­tung der Kläge­rin ge­be, dass es im Jahr 2008 Ab­mah­nun­gen und im Ja­nu­ar 2010 ei­ne Er­mah­nung ge­ge­ben ha­be. Prof. Dr. M1 erklärte, dass ei­ne Kündi­gung de­fi­ni­tiv nicht ge­recht­fer­tigt sei. Die Gesprächs­part­ner ka­men ab­sch­ließend übe­rein, der Kläge­rin im Rah­men ei­nes Per­so­nal­gesprächs ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag an­zu­bie­ten. Nach ent­spre­chen­den Vor­be­rei­tun­gen wur­de die Kläge­rin ge­gen 11.00 Uhr in das Büro der Per­so­nal­lei­te­rin B2 ge­ru­fen. Ihr wur­de – un­ter ab­spra­che­gemäßer stren­ger Ver­mei­dung des Worts „Kündi­gung" – mit­ge­teilt, dass man ihr die ein­ver­nehm­li­che Auf­he­bung des Ar­beits­verhält­nis­ses an­bie­ten wol­le, da der Geschäftsführer we­gen des Vor­gangs um die Wasch­tisch­plat­te nach wie vor er­heb­lich verärgert sei. Prof. Dr. M1 las der Kläge­rin den vor­be­rei­te­ten Auf­he­bungs­ver­trag (Bl. 30/31 d.A.) vor, den die Kläge­rin schließlich un­ter­zeich­ne­te.

Mit Schrei­ben vom 05.10.2010 erklärte die Kläge­rin die An­fech­tung des Auf­he­bungs­ver­trags nach §§ 119, 123 BGB und er­hob – am 19.10.2010 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­hend – ei­ne ge­gen die Wirk­sam­keit des Auf­he­bungs­ver­tra­ges vom 30.09.2010 ge­rich­te­te Fest­stel­lungs­kla­ge.

Die Kläge­rin hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, der Auf­he­bungs­ver­trag sei auf­grund ih­rer An­fech­tung nich­tig. Sie hat vor­ge­tra­gen, in dem Gespräch am 30.09.2010 erklärt zu ha­ben, sich an die An­wei­sung mit dem Fo­to nicht er­in­nern zu können. Sie ha­be ver­sucht, sich ge­gen die Vorwürfe zu weh­ren, doch sei ihr be­deu­tet wor­den, es ge­be zu dem Auf­he­bungs­ver­trag kei­ne Al­ter­na­ti­ve. Auf Auf­for­de­rung von Prof. Dr. M1 ha­be sie dann un­ter­schrie­ben. Wei­te­re Erörte­run­gen des Auf­he­bungs­ver­tra­ges, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich des­sen Zif­fer 5 ha­be es nicht ge­ge­ben. Zu­letzt ha­be Prof. Dr. M1 ge­sagt: „Un­ter­schrei­ben Sie jetzt, sonst se­hen wir uns vor Ge­richt." Sie ha­be un­ter­schrie­ben, ob­wohl sie ei­gent­lich ei­ne Be­denk­zeit hätte ha­ben wol­len.

Die Kläge­rin hat be­an­tragt

fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis durch den Auf­he­bungs­ver­trag vom 30.09.2011 nicht auf­gelöst wor­den ist.

 

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Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie hat aus­geführt, die Kläge­rin ha­be nur halb­her­zig in Ab­re­de ge­stellt, von ih­rem Geschäftsführer die Wei­sung für die An­fer­ti­gung ei­nes Fo­tos er­hal­ten zu ha­ben. Prof. Dr. M1 ha­be der Kläger den Auf­he­bungs­ver­trag ein­mal kom­plett vor­ge­le­sen und sei ihn dann zusätz­lich Punkt für Punkt mit der Kläge­rin durch­ge­gan­gen. Spe­zi­ell ha­be er der Kläge­rin die Vor- und Nach­tei­le ei­ner Zeug­nis­no­te „sehr gut" erläutert. Zu Zif­fer 5 des Auf­he­bungs­ver­tra­ges ha­be er erklärt, der Auf­he­bungs­ver­trag die­ne da­zu, ei­ne vernünf­ti­ge Tren­nung her­bei­zuführen; es sei kei­nes­wegs si­cher, ob sie – die Be­klag­te – über­haupt Scha­dens­er­satz­ansprüche gel­tend ma­chen könne. Zif­fer 5 sol­le ab­sch­ließend klar­stel­len, dass Scha­dens­er­satz­ansprüche je­den­falls nicht bestünden. Die Kläge­rin ha­be auf Nach­fra­ge be­jaht, al­le Punk­te des Auf­he­bungs­ver­trags ver­stan­den zu ha­ben. Auf die Fra­ge, wie sie zu dem Auf­he­bungs­ver­trag ste­he, ha­be die Kläge­rin ge­schwie­gen. Ihr sei Zeit zum Über­le­gen ge­las­sen wor­den, ob­gleich sie nicht dar­um ge­be­ten ha­be. Sch­ließlich ha­be die Kläge­rin un­ter­schrie­ben und sinn­gemäß be­merkt, so sei es wohl das Bes­te.

Mit Ur­teil vom 16.02.2011 hat das Ar­beits­ge­richt Pa­der­born der Kla­ge ent­spro­chen. Es hat sei­ne Ent­schei­dung we­sent­lich wie folgt be­gründet:

Die Kläge­rin ha­be den Auf­he­bungs­ver­trag we­gen wi­der­recht­li­cher Dro­hung (§ 123 Abs. 1 2. Fall BGB) wirk­sam an­ge­foch­ten mit der Fol­ge sei­ner Nich­tig­keit (§ 142 Abs. 1 BGB). Ei­ner Be­weis­auf­nah­me über die Umstände des Gesprächs vom 30.09.2010 ha­be es nicht be­durft, da selbst un­ter Zu­grun­de­le­gung des Vor­brin­gens der Be­klag­ten ei­ne wi­der­recht­li­che Dro­hung durch schlüssi­ges Ver­hal­ten vor­lie­ge. Die Ge­samt­umstände des Gesprächs ergäben, dass der Kläge­rin durch schlüssi­ges Ver­hal­ten in Aus­sicht ge­stellt wor­den sei, der Vor­fall aus der 38. Ka­len­der­wo­che wer­de recht­li­che Kon­se­quen­zen für sie ha­ben. Ein verständi­ger Ar­beit­ge­ber ha­be auf­grund des den Auf­he­bungs­ver­trag auslösen­den Vor­falls kei­ne Scha­dens­er­satz­ansprüche in Erwägung zie­hen und sol­che auch nicht als ei­ge­ne

 

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Re­ge­lungs­punk­te in den Auf­he­bungs­ver­trag auf­neh­men dürfen. Auch sei der Kläge­rin kei­ne an­ge­mes­se­ne Be­denk­zeit ein­geräumt wor­den.

Aber auch bei Ver­nei­nung ei­ner wi­der­recht­li­chen Dro­hung durch die Be­klag­te sei der Auf­he­bungs­ver­trag un­wirk­sam, denn er sei un­ter Ver­s­toß ge­gen all­ge­mei­ne Ge­bo­te des fai­ren Ver­han­delns zu­stan­de ge­kom­men. Las­se sich der Ar­beit­ge­ber bei Ab­schluss ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags an­walt­lich ver­tre­ten, sei un­ter dem Ge­sichts­punkt der Waf­fen­gleich­heit auch dem Ar­beit­neh­mer das Recht ein­zuräum­en, ei­nen Rechts­an­walt hin­zu­zu­zie­hen. Nur dann sei der Waf­fen­gleich­heits­grund­satz nicht ver­letzt, wenn der Ar­beit­neh­mer trotz aus­drück­li­chen Hin­wei­ses von der Möglich­keit der Zu­zie­hung ei­nes Rechts­an­walts kei­nen Ge­brauch ma­chen wol­le. Die­se Möglich­keit ha­be die Be­klag­te der Kläge­rin nicht ein­geräumt. Der Kläge­rin ste­he so­mit we­gen Ver­s­toßes ge­gen das Ge­bot fai­ren Ver­han­delns ein auf Auf­he­bung des Ver­tra­ges ge­rich­te­ter Scha­dens­er­satz­an­spruch über den Grund­satz der Na­tu­ral­re­sti­tu­ti­on, § 249 S. 1 BGB, zu.

Ge­gen das ihr am 09.03.2011 zu­ge­stell­te erst­in­stanz­li­che Ur­teil hat die Be­klag­te mit am 11.03.2011 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­reich­ten Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se mit am 23.03.2011 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz be­gründet.

Die Be­klag­te meint, ei­ne wi­der­recht­li­che Dro­hung sei nicht an­zu­neh­men. Es könne be­reits ei­ne Dro­hung gem. § 123 BGB bei ei­nem In-Aus­sicht-Stel­len von Scha­dens­er­satz­ansprüchen nicht vor­lie­gen. Denn ei­nem Ar­beit­neh­mer wer­de al­lein durch ei­ne Gel­tend­ma­chung von Scha­dens­er­satz­ansprüchen kein Scha­den zu­gefügt. Außer­dem ha­be sie Scha­dens­er­satz­ansprüche ge­ra­de nicht in Aus­sicht ge­stellt. Denn ihr Pro­zess­be­vollmäch­tig­ter ha­be in dem Gespräch geäußert, es sei of­fen, ob Scha­dens­er­satz­ansprüche über­haupt bestünden. Der Vor­wurf, die Kläge­rin nicht dar­auf hin­ge­wie­sen zu ha­ben, dass der Vor­fall aus der 38. Ka­len­der­wo­che kei­ne Kon­se­quen­zen für den Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses ha­be, lau­fe auf ei­ne Dro­hung durch Un­ter­las­sen hin­aus; die­ses Rechts­in­sti­tut ge­be es nicht.
Das erst­in­stanz­li­che Ur­teil las­se nicht er­ken­nen, ob es ab­stel­le auf ei­ne an­geb­li­che Dro­hung (durch Un­ter­las­sen) mit ei­ner Kündi­gung oder aus­sch­ließlich auf ei­ne (kon­klu­den­te) Dro­hung mit Scha­dens­er­satz­ansprüchen; es ar­bei­te zu sehr mit den

 

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„Ge­samt­umständen". Je­den­falls, so meint die Be­klag­te wei­ter, sei ei­ne et­wai­ge Dro­hung nicht wi­der­recht­lich, weil sie sehr wohl an die Gel­tend­ma­chung von Scha­dens­er­satz­ansprüchen hätte den­ken dürfen. Die Be­klag­te be­haup­tet in­so­weit, in dem Gespräch vom 23.09.2010 zwi­schen ih­rem Geschäftsführer, der Per­so­nal­lei­te­rin B2 und der Kläge­rin ha­be letz­te­re ein­geräumt, die An­wei­sung er­hal­ten zu ha­ben, mit dem Kun­den die Be­schaf­fen­heit der zu lie­fern­den Plat­te auf der Grund­la­ge ei­nes dort­hin ge­sand­ten Fo­tos zu ver­ein­ba­ren; die­ser Wei­sung sei sie nicht nach­ge­kom­men. Der Grund für die Nicht­ausführung der An­wei­sung ha­be die Kläge­rin nicht zu erklären ge­wusst. Scha­dens­er­satz­ansprüche hätten da­her ent­ste­hen können. Auch feh­le es an der Kau­sa­lität zwi­schen ei­ner et­wai­gen (wi­der­recht­li­chen) Dro­hung und der Ab­ga­be der Wil­lens­erklärung.

Die Be­klag­te ver­tritt die An­sicht, dass ein Scha­dens­er­satz­an­spruch we­gen Ver­let­zung der Grundsätze des fai­ren Ver­han­delns nicht be­ste­he. Die Si­tua­ti­on ei­nes „jetzt und heu­te" führe nicht zur Un­wirk­sam­keit ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges. Es tref­fe sie kei­ne Pflicht, dem Ar­beit­neh­mer un­auf­ge­for­dert Ge­le­gen­heit zu ge­ben, sich an­walt­lich be­ra­ten zu las­sen. Die Kläge­rin hätte sich zu­min­dest – was nicht ge­sche­hen sei – ent­spre­chend von sich aus äußern müssen.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

un­ter Abände­rung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Pa­der­born vom 16.02.2011 (2 Ca1818/10) die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Die Kläge­rin be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Sie meint, ob ei­ne Dro­hung vor­lie­ge, be­stim­me sich aus der Ge­samt­schau des tatsächli­chen Ge­sche­hens­ab­laufs. Sie ha­be sich, so trägt die Kläge­rin zu dem Gespräch vom 30.09.2010 vor, durch die Erklärung der Per­so­nal­lei­te­rin B2, die An­wei­sung zur Er­stel­lung des Fo­tos sei doch völlig un­miss­verständ­lich ge­we­sen, in die En­ge ge­trie­ben ge­se­hen und ha­be ei­nen Be­weis­not­stand befürch­ten müssen. Es

 

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sei von „eben auf jetzt" um den Be­stand ih­res Ar­beits­plat­zes ge­gan­gen. In der Ge­samt­schau ha­be die Be­klag­te ihr mit der Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses und da­mit ei­nem emp­find­li­chen Übel ge­droht. Nicht not­wen­dig sei, dass der Be­griff „Kündi­gung" aus­ge­spro­chen wer­de. Auch ha­be bei Nicht­un­ter­zeich­nung des Auf­he­bungs­ver­tra­ges sie recht­li­che Kon­se­quen­zen fürch­ten müssen, denn Zif­fer 5 des Auf­he­bungs­ver­tra­ges spre­che von ei­nem Nicht­gel­tend­ma­chen von Scha­dens­er­satz­ansprüchen, nicht „et­wai­gen" Scha­dens­er­satz­ansprüchen. Der Be­klag­ten sei schließlich vor­zu­wer­fen, sie – die Kläge­rin – nicht dar­auf hin­ge­wie­sen zu ha­ben, dass der Vor­fall aus der 38. Ka­len­der­wo­che kei­ne Kon­se­quen­zen für den Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses ha­be. Die Be­klag­te ar­bei­te in­so­weit mit ei­nem Ver­schwei­gen als Druck­mit­tel.

Die ihr vor­ge­wor­fe­ne Pflicht­ver­let­zung so­wie die zu befürch­ten­den Scha­dens­er­satz­ansprüche sei­en völlig halt­los kon­stru­iert. Sie hätten al­lein da­zu ge­dient, die Kläge­rin hin­sicht­lich des Auf­he­bungs­ver­tra­ges gefügig zu ma­chen. Die Dro­hung mit mögli­chen recht­li­chen Kon­se­quen­zen sei für ih­re Erklärung auch ursächlich ge­we­sen. Sie hätte oh­ne die Be­zug­nah­me der Be­klag­ten auf die Vorgänge aus der 38. Ka­len­der­wo­che kei­nen An­lass ge­habt, den Auf­he­bungs­ver­trag zu un­ter­zeich­nen.

Hin­sicht­lich des vom Ar­beits­ge­richt an­ge­nom­me­nen Scha­dens­er­satz­an­spruchs we­gen Ver­s­toßes ge­gen das all­ge­mei­ne Ge­bot fai­ren Ver­han­delns schließt sich die Kläge­rin den Ausführun­gen des erst­in­stanz­li­chen Ge­richts an (Bl. 142 – 145 d.A.).

We­gen des wei­te­ren tatsächli­chen Vor­brin­gens der Par­tei­en wird ver­wie­sen auf de­ren wech­sel­sei­ti­gen Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie die Pro­to­kol­le der öffent­li­chen Sit­zun­gen, die ins­ge­samt Ge­gen­stand der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung wa­ren.

Das er­ken­nen­de Ge­richt hat Be­weis er­ho­ben zum Ver­lauf des Gesprächs vom 30.09.2010 und zur Be­haup­tung der Be­klag­ten, ihr Geschäftsführer K1 ha­be die Kläge­rin am 23.09.2010 an­ge­wie­sen, der Kun­din L. ein Fo­to ei­ner Wasch­tisch­plat­te zu schi­cken, durch Ver­neh­mung der Per­so­nal­lei­te­rin A. B2 der Be­klag­ten (vgl.

 

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Be­schluss vom 09.06.2011, Bl. 150 d.A.). Auf den In­halt der durch­geführ­ten Be­weis­auf­nah­me (Bl. 150 – 154 d.A.) wird ver­wie­sen.

Ent­schei­dungs­gründe

I.

Die statt­haf­te Be­ru­fung (§ 64 Abs. 1, 2 lit. c ArbGG) ist zulässig. Sie ist form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den, § 66 Abs. 1 ArbGG, §§ 519, 520 ZPO.

II.

In der Sa­che hat die Be­ru­fung Er­folg. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en ist durch den schrift­li­chen Auf­he­bungs­ver­trag vom 30.09.2010 mit Ab­lauf des 31.01.2011 auf­gelöst wor­den. Das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts war ent­spre­chend ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

1) Die auf Ab­schluss des Auf­he­bungs­ver­trags vom 30.09.2010 ge­rich­te­te Wil­lens­erklärung der Kläge­rin ist nicht nach den §§ 142, 123 BGB nich­tig. Sie ist nicht wirk­sam we­gen wi­der­recht­li­cher Dro­hung an­ge­foch­ten wor­den.

a) Die Kläge­rin hat zwar durch An­walts­schrei­ben vom 05.10.2010 (Bl. 32/33 d.A.) aus­drück­lich die An­fech­tung ih­rer Wil­lens­erklärung ge­genüber der Be­klag­ten erklärt, §§ 123, 143 BGB). Die An­fech­tung ist auch bin­nen Jah­res­frist er­folgt, § 124 Abs. 1 BGB.

Es liegt je­doch kein An­fech­tungs­grund nach der al­lein in Be­tracht kom­men­den Norm des § 123 Abs. 1 BGB vor.

 

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Dass die Kläge­rin durch arg­lis­ti­ge Täuschung sei­tens der Be­klag­ten zur Ab­ga­be ih­rer Wil­lens­erklärung vom 30.09.2010 be­stimmt wor­den ist, trägt die Kläge­rin selbst nicht vor.

Die Kläge­rin ist aber auch nicht zur Un­ter­zeich­nung des Auf­he­bungs­ver­tra­ges vom 30.09.2010 wi­der­recht­lich durch Dro­hung mit ei­nem emp­find­li­chen Übel be­stimmt wor­den.

aa) Nach § 123 Abs. 1 BGB kann ei­ne Wil­lens­erklärung we­gen Dro­hung an­ge­foch­ten wer­den, wenn der An­fech­ten­de zur Ab­ga­be sei­ner Erklärung wi­der­recht­lich durch Dro­hung be­stimmt wor­den ist. Ei­ne Dro­hung im Sin­ne des Ge­set­zes setzt ob­jek­tiv das In-Aus­sicht-Stel­len ei­nes zukünf­ti­gen Übels vor­aus, des­sen Zufügung in ir­gend­ei­ner Wei­se als von der Macht des Ankündi­gen­den abhängig hin­ge­stellt wird (BAG vom 05.04.1978 – 4 AZR 621/76, AP BGB § 123 Nr. 20; BAG vom 22.12.1982 – 2 AZR 282/82, AP BGB § 123 Nr. 23; BAG vom 23.11.2006 – 6 AZR 394/06, AP BGB § 623 Nr.8). Der Be­droh­te muss ei­ner Zwangs­la­ge aus­ge­setzt sein, die ihm das Gefühl ver­mit­telt, sich nur noch zwi­schen zwei Übeln ent­schei­den zu können. Die Wi­der­recht­lich­keit der Dro­hung kann sich er­ge­ben aus der Wi­der­recht­lich­keit des zum Ein­satz ge­lan­gen­den Mit­tels oder des ver­folg­ten Zwecks. Bei Ver­wen­dung ei­nes an sich er­laub­ten Mit­tels zur Ver­fol­gung ei­nes an sich nicht ver­bo­te­nen Zwecks kann sich die Wi­der­recht­lich­keit aus der Inadäquanz, d.h. der Un­an­ge­mes­sen­heit des ein­ge­setz­ten Mit­tels im Verhält­nis zum ver­folg­ten Zweck, er­ge­ben (LAG Hamm vom 01.12.2009 – 14 Sa­Ga 59/09, ju­ris). Die Ankündi­gung ei­ner außer­or­dent­li­chen wie auch ei­ner or­dent­li­chen Kündi­gung kann ei­ne Dro­hung im Sin­ne des § 123 Abs. 1 BGB dar­stel­len (BAG vom 16.11.1979 – 2 AZR 1041/77, AP BGB § 123 Nr. 21; BAG vom 21.03.1996 – 2 AZR 543/95, AP BGB § 123 Nr. 42). Für die Per­son des Dro­hen­den ist es aus­rei­chend, dass die­se ei­ne Hilfs­per­son des Ar­beit­ge­bers oder ein Drit­ter ist (BAG vom 26.11.1981 – 2 AZR 664/79; BAG vom 15.12.2005 - 6 AZR 197/05, NZA 2006, 841). Die Dro­hung muss nicht aus­ge­spro­chen wer­den, son­dern kann auch durch ein schlüssi­ges Ver­hal­ten oder ver­steckt er­fol­gen; es ist auf die Ge­samt­umstände ab­zu­stel­len (BAG vom 30.09.1993 – 2 AZR 268/93, NZA 94, 209; BAG vom 15.12.2005, a.a.0.; LAG Rhein­land-Pfalz vom 28.07.2005 – 4 Sa 381/05, ju­ris).

 

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bb) Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Grundsätze der Recht­spre­chung ins­be­son­de­re des Bun­des­ar­beits­ge­richts, die die Be­ru­fungs­kam­mer ih­rer Ent­schei­dung zu­grun­de ge­legt hat, ist ei­ne Dro­hung mit ei­nem künf­ti­gen emp­find­li­chen Übel durch die Be­klag­te un­ter Ein­be­zie­hung der ge­sam­ten Umstände, die zur Un­ter­zeich­nung des Auf­he­bungs­ver­tra­ges durch die Kläge­rin am 30.09.2010 führ­ten, nicht an­zu­neh­men.

(1) Ei­ne aus­drück­li­che Dro­hung mit ei­ner Kündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses der Kläge­rin hat die Be­klag­te nicht aus­ge­spro­chen. Sol­ches hat auch die Kläge­rin selbst nicht be­haup­tet.

Die Kläge­rin hat al­ler­dings in­so­weit be­haup­tet, der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Be­klag­ten ha­be sie mit den Wor­ten „Un­ter­schrei­ben Sie jetzt, sonst se­hen wir uns vor Ge­richt" auf­ge­for­dert, den Auf­he­bungs­ver­trag zu un­ter­zeich­nen. Ob in die­ser von der Be­klag­ten be­strit­te­nen Äußerung ei­ne Dro­hung mit ei­nem emp­find­li­chen Übel zu se­hen ist, womöglich mit ei­ner Kündi­gung, kann da­hin­ste­hen. Denn die Be­weis­auf­nah­me hat zur Über­zeu­gung der Kam­mer er­ge­ben, dass Prof. Dr. M1 die strei­ti­ge Be­mer­kung nicht ge­macht hat. Die Zeu­gin B2 bestärk­te ih­re Aus­sa­ge mit der Ver­si­che­rung, dass eben dies von Prof. Dr. M1 nicht ge­sagt wor­den sei. Die Aus­sa­ge der Zeu­gin zu die­sem Punkt und wie auch zu al­len wei­te­ren Punk­ten ih­rer Ver­neh­mung war glaub­haft. Sie gibt den Ge­sche­hens­ab­lauf des Gesprächs vom 30.09.2010 und des­sen Zu­stan­de­kom­men, aber auch der wei­te­ren Gespräche vom 21.09.2010 und da­nach in sich schlüssig wie­der, ist frei von Wi­dersprüchen und ver­zich­tet dort auf Ein­zel­hei­ten, wo ei­ne Er­in­ne­rung nicht mehr vor­han­den ist. Die Zeu­gin hat auf die Kam­mer oh­ne Ein­schränkung auch ei­nen glaubwürdi­gen Ein­druck ge­macht. Sie wirk­te bei ih­rer Aus­sa­ge ru­hig und be­son­nen und nahm sich aus­rei­chend Zeit für die Be­ant­wor­tung der ihr ge­stell­ten Fra­gen. Ins­ge­samt ver­mit­tel­te die Zeu­gin den Ein­druck ei­ner in Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten be­rufs­er­fah­re­nen Per­son. Al­lein die Tat­sa­che, dass die Zeu­gin B2 „im La­ger" der Be­klag­ten steht, ver­moch­te oh­ne das Hin­zu­tre­ten wei­te­rer Umstände ih­re Glaubwürdig­keit nicht in Zwei­fel zu zie­hen.

An­halts­punk­te für ei­ne aus­drück­li­che Dro­hung durch die Be­klag­te mit ei­nem sons­ti­gen emp­find­li­chen Übel wa­ren nicht er­kenn­bar.

 

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(2) Ei­ne Dro­hung mit ei­ner Kündi­gung oder mit ei­nem sons­ti­gen emp­find­li­chen Übel durch schlüssi­ges Ver­hal­ten der Be­klag­ten und un­ter Berück­sich­ti­gung der Ge­samt­umstände, die zur Un­ter­zeich­nung des Auf­he­bungs­ver­tra­ges führ­ten, ist nicht an­zu­neh­men.

Be­trach­tet man die Ge­samt­umstände des Gesprächs der Kläge­rin auf der ei­nen Sei­te und der Zeu­gin B2 und des Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten Prof. Dr. M1 auf der an­de­ren Sei­te, ist we­der ei­ne Dro­hung mit ei­ner Kündi­gung noch mit ei­nem sons­ti­gen zukünf­ti­gen Übel ge­ge­ben.

Aus den Gesprächs­ge­samt­umständen er­gibt sich nicht, dass der Kläge­rin durch schlüssi­ges Ver­hal­ten in Aus­sicht ge­stellt wor­den sei, der Vor­fall aus der 38. Ka­len­der­wo­che wer­de recht­li­che Kon­se­quen­zen für sie ha­ben. Maßgeb­lich für ei­ne sol­che Einschätzung kann nicht sein, dass die Be­klag­te das Per­so­nal­gespräch, wel­ches zum Auf­he­bungs­ver­trag geführt hat, we­sent­lich durch ei­nen ex­ter­nen Rechts­an­walt führen lässt. Der nach­voll­zieh­ba­re Grund für die Hin­zu­zie­hung ei­nes be­triebs­frem­den Rechts­an­walts ist viel­mehr dar­in zu se­hen, dass der Geschäftsführer der Be­klag­ten über ein Fehl­ver­hal­ten der Kläge­rin in der 38. Ka­len­der­wo­che stark verärgert war und die Be­klag­te ei­ne recht­lich kom­pe­ten­te Be­glei­tung im Zu­sam­men­hang mit der von ihr gewünsch­ten ein­ver­nehm­li­chen Auf­he­bung des Ar­beits­verhält­nis­ses der Kläge­rin an­streb­te. Hier­auf wies Prof. Dr. M1 die Kläge­rin zu Be­ginn des Gesprächs aus­drück­lich eben­so hin wie auf den Sinn und Zweck des Gesprächs, nämlich die ein­ver­nehm­li­che Auf­he­bung des Ar­beits­verhält­nis­ses.

Ei­ne Ver­pflich­tung der Be­klag­ten, ge­genüber der Kläge­rin aus­drück­lich klar­zu­stel­len, auf­grund des Vor­falls aus der 38. Ka­len­der­wo­che müsse sie kei­ne Kon­se­quen­zen für den Be­stand ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses befürch­ten, ist recht­lich nicht be­gründ­bar. Für die Fra­ge des Vor­lie­gens ei­ner Dro­hung im Sin­ne des § 123 Abs. 1 BGB kommt es al­lein dar­auf an, ob der Ar­beit­ge­ber für den Fall der Nicht­un­ter­zeich­nung ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges die Kündi­gung oder ein sons­ti­ges zukünf­ti­ges Übel aus­drück­lich oder schlüssig in Aus­sicht stellt. Wer in sol­cher Wei­se kei­ne Aus­sa­ge zu ei­ner mögli­chen Kündi­gung oder ei­nem sons­ti­gen Übel trifft, droht nicht. Das Un­ter­las­sen ei­ner Klar­stel­lung ge­genüber dem Ar­beit­neh­mer, er müsse kei­ne

 

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Kon­se­quen­zen für den Be­stand sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses fürch­ten, stellt kei­ne Dro­hung im Sin­ne des § 123 Abs. 1 BGB dar. An­ders als im Fal­le ei­ner arg­lis­ti­gen Täuschung durch Un­ter­las­sen auf­grund ei­ner be­ste­hen­den Rechts­pflicht zur Aufklärung (vgl. et­wa LAG Köln vom 29.10.2010 – 11 Sa 163/10, ju­ris) gibt es das Rechts­in­sti­tut ei­ner Dro­hung durch Un­ter­las­sen nicht.

Ei­ne kon­klu­den­te Dro­hung der Be­klag­ten ge­genüber der Kläge­rin lässt sich auch nicht aus der Re­ge­lung zu Zif­fer 5 des Auf­he­bungs­ver­tra­ges her­lei­ten. In Zif­fer 5 des Auf­he­bungs­ver­tra­ges ha­ben die Par­tei­en ver­ein­bart, dass die Be­klag­te ge­gen die Kläge­rin „Scha­dens­er­satz­ansprüche im Zu­sam­men­hang mit dem Auf­trag Nr. AB 123456 nicht gel­tend" macht. Es er­sch­ließt sich zum ei­nen nicht, wes­halb die Kläge­rin auf­grund die­ser Ver­trags­re­ge­lung befürch­ten muss­te, für den Fall der Nicht­un­ter­zeich­nung des Auf­he­bungs­ver­tra­ges recht­li­chen Kon­se­quen­zen in Form von Scha­dens­er­satz­ansprüchen aus­ge­setzt zu sein. Die Kläge­rin trägt selbst vor, dass es wei­te­re Erörte­run­gen durch Prof. Dr. M1 zu Zif­fer 5 des Auf­he­bungs­ver­tra­ges nicht ge­ge­ben ha­be. Die von der Be­klag­ten be­haup­te­te und zur Grund­la­ge der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung ge­mach­te Kom­men­tie­rung der Re­ge­lung in Zif­fer 5 des Auf­he­bungs­ver­tra­ges, der Auf­he­bungs­ver­trag die­ne da­zu, ei­ne vernünf­ti­ge Tren­nung her­bei­zuführen, und es sei kei­nes­wegs si­cher, ob die Be­klag­te über­haupt und wenn ja, in wel­cher Höhe, Scha­dens­er­satz­ansprüche gel­tend ma­chen könne – ge­meint im Sin­ne ei­nes recht­li­chen Durch­set­zenkönnens -, stellt kei­ne Dro­hung durch schlüssi­ges Ver­hal­ten dar. Das folgt be­reits dar­aus, dass die Be­klag­te durch ih­ren Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten die Kläge­rin aus­drück­lich auf die Un­ge­wiss­heit des Be­ste­hens von Scha­dens­er­satz­ansprüchen hin­wies. Im Übri­gen wäre die Be­klag­te bei ei­nem Nicht­zu­stan­de­kom­men des Auf­he­bungs­ver­tra­ges in je­der Wei­se frei ge­we­sen, wei­ter­ge­hend das Be­ste­hen von Scha­dens­er­satz­ansprüchen ge­genüber der Kläge­rin zu prüfen. In­so­weit ist der von dem Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten der Be­klag­ten mögli­cher­wei­se ver­wen­de­te Be­griff der vernünf­ti­gen Tren­nung kein Hin­weis auf ei­ne an­dern­falls „un­vernünf­ti­ge" Tren­nung mit dem Ziel, Scha­dens­er­satz­ansprüche durch­zu­set­zen. Ge­ra­de die be­klag­ten­seits aus­drück­lich, ge­genüber der Kläge­rin for­mu­lier­te Un­si­cher­heit in Be­zug auf ei­ne er­folg­rei­che Durch­set­zung von Ansprüchen lässt ei­nen sol­chen Schluss nicht zu. Ei­ne durch die Be­klag­te ge­schaf­fe­ne Zwangs­la­ge der Kläge­rin, in der sie sich be­fand, war da­her nicht an­zu­neh­men.

 

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(3) Selbst bei un­ter­stell­ter kon­klu­den­ter Dro­hung mit ei­ner Scha­dens­er­satz-/Zi­vil­kla­ge wäre die Dro­hung nicht rechts­wid­rig, son­dern re­gelmäßig durch die Wahr­neh­mung be­rech­tig­ter In­ter­es­sen – wie auch im vor­lie­gen­den Fall – ge­deckt (LAG Hamm vom 20.11.2002 – 18 Sa 946/02, ju­ris).

(4) Nach dem Er­geb­nis der durch­geführ­ten Be­weis­auf­nah­me wei­sen auch die wei­te­ren Umstände des Gesprächs vom 30.09.2010 kei­ner­lei An­halts­punk­te für ei­ne Dro­hung ge­genüber der Kläge­rin durch schlüssi­ges Ver­hal­ten auf.

b) Da sich die Kläge­rin auf wei­te­re ge­setz­li­che An­fech­tungs­gründe nicht be­ru­fen hat, geht die An­fech­tung ins­ge­samt in Lee­re.

2. Der Auf­he­bungs­ver­trag vom 30.09.2010 ist nicht un­wirk­sam we­gen Ver­s­toßes ge­gen all­ge­mei­ne Ge­bo­te des fai­ren Ver­han­delns. Die Kläge­rin hat ge­gen die Be­klag­te kei­nen auf Auf­he­bung des Auf­he­bungs­ver­trags ge­rich­te­ten Scha­dens­er­satz­an­spruch aus § 249 S. 1 BGB.

Die Be­klag­te schul­det der Kläge­rin gem. § 280 Abs. 1 BGB kei­nen Scha­dens­er­satz we­gen Ver­trags­pflicht­ver­let­zung.

a) Grundsätz­lich er­fasst die Scha­dens­er­satz­norm des § 280 Abs. 1 BGB auch die ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Ver­let­zung von Ne­ben­pflich­ten. Ne­ben den Haupt­pflich­ten der Ent­gelt­zah­lung und Beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers tref­fen den Ar­beit­ge­ber bei der Durchführung des Ar­beits­verhält­nis­ses zahl­rei­che Ne­ben­pflich­ten, in großem Um­fang ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen fol­gend (et­wa § 617 BGB, § 108 Gew0, § 1 NachwG). Die­se häufig un­ter dem Be­griff der Fürsor­ge­pflicht zu­sam­men ge­fass­ten Ne­ben­pflich­ten las­sen sich dar­auf zurückführen, dass der Ar­beit­ge­ber bei sämt­li­chen sei­ner Maßnah­men auf die Rech­te, Rechtsgüter und In­ter­es­sen des Ar­beit­neh­mers Rück­sicht zu neh­men hat, § 241 Abs. 2 BGB (vgl. et­wa BAG vom 16.10.2007 – 9 AZR 110/07, NZA 2008, 367; Hei­den in Tschöpe, AHB-Ar­beits­recht, Teil 2 A Rz. 771). Zu den Ne­ben­pflich­ten des Ar­beit­ge­bers zählen auch In­for­ma­ti­ons­pflich­ten, wenn er­kenn­ba­re Ge­fah­ren für das Leis­tungs- oder In­te­gritätsin­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers ge­ge­ben sind, von de­nen die­ser kei­ne Kennt­nis hat (BAG vom

 

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14.12.2006 – 8 AZR 628/05, NZA 2007, 262). Stets be­stimmt sich der Um­fang der ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Ne­ben­pflich­ten nach dem Grund­satz der Verhält­nismäßig­keit. Ab­zuwägen sind das Schutz­bedürf­nis des Ar­beit­neh­mers und die Zu­mut­bar­keit für den Ar­beit­ge­ber.

b) Die Be­klag­te ver­letz­te der Kläge­rin ge­genüber kei­ne ver­trag­li­chen Ne­ben­pflich­ten.

aa) Die Be­klag­te war nicht ver­pflich­tet, der Kläge­rin vor Un­ter­zeich­nung des Auf­he­bungs­ver­tra­ges ei­ne Be­denk­zeit ein­zuräum­en. Die Un­ter­brei­tung ei­nes „jetzt und heu­te" an­zu­neh­men­den Auf­he­bungs­an­ge­bots oh­ne Zu­las­sung von Be­denk­zeit, Rück­tritts- oder Wi­der­rufs­rech­ten führt nicht ge­ne­rell zur Un­wirk­sam­keit ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags (BAG vom 30.09.1993, a.a.0., BAG vom 27.11.2003 – 2 AZR 135/03, NZA 2004, 597). Das gilt erst recht, wenn der Ar­beit­neh­mer nicht um ei­ne Über­le­gungs­frist nach­sucht (BAG vom 30.01.1986 – 2 AZR 196/85, NZA 1987, 91).

Der Kläge­rin war vor­lie­gend ei­ne Be­denk­zeit zwar nicht einräumt wor­den. Nach ih­rem Vor­trag ha­be sie ei­ne Be­denk­zeit ha­ben wol­len, sei je­doch durch die An­dro­hung der Be­klag­ten, man se­he sich vor Ge­richt wie­der, ab­ge­hal­ten wor­den, die Be­denk­frist ein­zu­for­dern. Un­abhängig da­von, dass die Kläge­rin ih­ren von der Be­klag­ten be­strit­te­nen Vor­trag nicht un­ter Be­weis ge­stellt hat, er­gab die Ver­neh­mung der Zeu­gen B2 zur Über­zeu­gung der Kam­mer, dass die Äußerung, man se­he sich vor Ge­richt wie­der, nicht ge­fal­len ist.

bb) Die Be­klag­te hat das Ge­bot fai­ren Ver­han­delns nicht da­durch ver­letzt, der Kläge­rin nicht die Möglich­keit ein­geräumt zu ha­ben, den ihr vor­ge­leg­ten Auf­he­bungs­ver­trag erst nach Rück­spra­che mit ei­nem Rechts­an­walt zu un­ter­zeich­nen bzw. das Auf­he­bungs­ver­trags­gespräch im Bei­sein ei­nes von ihr hin­zu­ge­zo­ge­nen Rechts­an­walts fort­zuführen.

(1) Zwar nimmt das Bun­des­ar­beits­ge­richt in sei­ner Ent­schei­dung vom 27.11.2003 (a.a.0.) an, dass der all­ge­mei­nen Ge­fahr ei­ner mögli­chen Über­rum­pe­lung des Ar­beit­neh­mers bei Ab­schluss ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges - et­wa bei Ver­trags­ver­hand­lun­gen zu un­gewöhn­li­chen Zei­ten oder an un­gewöhn­li­chen Or­ten - al­lein über In­for­ma­ti­ons­pflich­ten und mit dem Ge­bot fai­ren Ver­han­delns be­geg­net wer­den könne. In die­sem Sin­ne ist das Ge­bot fai­ren Ver­han­delns be­reits des­halb

 

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nicht ver­letzt, weil die Ver­hand­lun­gen der Par­tei­en vor­lie­gend we­der zu ei­ner un­gewöhn­li­chen Zeit – 11.00 Uhr vor­mit­tags – noch an ei­nem un­gewöhn­li­chen Ort – hier: Büro der Per­so­nal­lei­te­rin – statt­fan­den.

(2) Die Be­klag­te war un­ter dem Ge­sichts­punkt der Waf­fen­gleich­heit auch nicht ge­hal­ten, der Kläge­rin oh­ne de­ren ent­spre­chen­de Auf­for­de­rung die Möglich­keit ein­zuräum­en, ei­nen Rechts­an­walt hin­zu­zu­zie­hen.

(a) Zwar lässt die Recht­spre­chung im Zu­sam­men­hang mit der Anhörung des Ar­beit­neh­mers zu ei­ner Ver­dachtskündi­gung er­ken­nen, dass dem Ar­beit­neh­mer Ge­le­gen­heit zu ge­ben ist, ei­nen Rechts­an­walt hin­zu­zu­zie­hen (LAG Ber­lin-Bran­den­burg vom 16.12.2010 – 2 Sa 2022/10, ju­ris, un­ter Hin­weis auf BAG vom 13.03.2008 – 2 AZR 961/06, NZA 2008, 809 so­wie LAG Ber­lin-Bran­den­burg vom 06.11.2009 – 6 Sa 1121/09, DB 2009, 2724).

Der Hin­weis auf die Recht­spre­chung zur Ver­dachtskündi­gung verfängt nicht. Un­abhängig da­von, dass die Si­tua­ti­on ei­nes Ar­beit­neh­mers bei der Anhörung vor Aus­spruch ei­ner Ver­dachtskündi­gung nicht ver­gleich­bar ist mit der bei Ver­hand­lun­gen zum Ab­schluss ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags, nimmt die zi­tier­te Recht­spre­chung nicht an, dass ei­ne Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers be­steht, den Ar­beit­neh­mer un­ge­fragt auf die Möglich­keit der Hin­zu­zie­hung ei­nes Rechts­an­walts hin­zu­wei­sen. Ei­ne der­ar­ti­ge grundsätz­li­che Pflicht des Ar­beit­ge­bers kann da­her nicht an­ge­nom­men wer­den.

(b) Auch der Ge­sichts­punkt der Waf­fen­gleich­heit ge­bie­tet es nicht, dem Ar­beit­neh­mer oh­ne des­sen Bit­te oder Auf­for­de­rung Ge­le­gen­heit zu ge­ben, ei­nen Rechts­an­walt zu den Auf­he­bungs­ver­trags­ver­hand­lun­gen hin­zu­zu­zie­hen.

So­weit das erst­in­stanz­li­che Ur­teil ab­stellt auf die feh­len­de Waf­fen­gleich­heit bei Ab­schluss der Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung, ist dies ei­ne Fra­ge des Ver­trags­ab­schlus­ses selbst, der in­des primär durch Wil­lens­erklärungs- und An­fech­tungs­re­geln geschützt wird (BAG vom 03.06.2004 – 2 AZR 427/03, ju­ris; BAG vom 22.04.2004 – 2 AZR 281/03, AP BGB § 620 Auf­he­bungs­ver­trag Nr. 20).

 

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Der ver­fas­sungs­recht­lich ab­ge­si­cher­te Grund­satz der Waf­fen­gleich­heit ist vor­ran­gig ein zi­vil­pro­zes­sua­ler. Das Ge­richt hat in die­sem Sin­ne Sor­ge zu tra­gen für die Gleich­be­hand­lung der Par­tei­en und für die gleichmäßige Ver­tei­lung des Ri­si­kos am Ver­fah­rens­aus­gang und der Kos­ten­be­las­tung (BAG vom 06.06.2007 – 4 AZR 411/06, NZA 2008, 1086).

Je­den­falls ist dem Ar­beit­ge­ber ein Ver­s­toß ge­gen den Grund­satz der Waf­fen­gleich­heit nicht vor­werf­bar, so­lan­ge der Ar­beit­neh­mer nicht von sich aus die Hin­zu­zie­hung ei­nes Rechts­an­walts ver­langt. Da die Kläge­rin ein ent­spre­chen­des Ver­lan­gen zu kei­nem Zeit­punkt for­mu­liert hat, schei­det ei­ne Pflicht­ver­let­zung der Be­klag­ten aus.

cc) Es be­stand sei­tens der Be­klag­ten kei­ne ge­stei­ger­te Aufklärungs­pflicht ge­genüber der Kläge­rin.

Den Ar­beit­ge­ber trifft im Rah­men des Ab­schlus­ses ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges grundsätz­lich kei­ne Ver­pflich­tung, den be­tei­lig­ten Ar­beit­neh­mer über die sich er­ge­ben­den recht­li­chen Fol­gen auf­zuklären (vgl. et­wa BAG vom 17.10.2000 – 3 AZR 605/99, AP BGB § 611 Fürsor­ge­pflicht Nr. 116). Nur aus­nahms­wei­se wird ei­ne Pflicht des Ar­beit­ge­bers an­ge­nom­men, den Ar­beit­neh­mer über Rechts­fol­gen, et­wa be­zo­gen auf Ver­sor­gungs­an­wart­schafts­ansprüche, auf­zuklären. All­ge­mein for­mu­liert wird man Aufklärungs- und Hin­weis­pflich­ten im Zu­sam­men­hang mit dem Zu­stan­de­kom­men ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags nur an­neh­men können, wenn der Ar­beit­neh­mer auf­grund be­son­de­rer Umstände dar­auf ver­trau­en durf­te, dass sein Ver­trags­part­ner bei der Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung die recht­li­chen In­ter­es­sen des Ar­beit­neh­mers wah­ren und ihn vor un­be­dach­ten nach­tei­li­gen Fol­gen ei­nes vor­zei­ti­gen Aus­schei­dens – auch hier ins­be­son­de­re bei der Ver­sor­gung – be­wah­ren wer­de (BAG vom 03.07.1990 – 3 AZR 382/89, NZA 1990, 971).

Ob vor­lie­gend sol­che ge­setz­li­chen Umstände vor­la­gen, kann da­hin­ste­hen. Denn je­den­falls kann die Ver­let­zung der Aufklärungs­pflicht vor Un­ter­zeich­nung ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges nur fi­nan­zi­el­le Entschädi­gungs­ansprüche zur Fol­ge ha­ben, nicht aber die Nich­tig­keit des Ver­tra­ges ins­ge­samt be­gründen (BAG vom 14.02.1996

 

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– 2 AZR 234/95, EZA BGB § 611 Auf­he­bungs­ver­trag Nr. 21; BAG vom 24.02.2011 – 6 AZR 626/09, ju­ris).

3. Der Auf­he­bungs­ver­trag ist schließlich nicht we­gen Ver­s­toßes ge­gen die Be­stim­mun­gen des § 307 Abs. 1 S. 1 BGB un­wirk­sam. Die Kläge­rin hat nicht oh­ne Ge­gen­leis­tung auf Kündi­gungs­schutz ver­zich­tet. Die Par­tei­en ha­ben in ih­rem Auf­he­bungs­ver­trag vom 30.09.2010 ver­ein­bart, dass die Be­klag­te auf die Gel­tend­ma­chung von Scha­dens­er­satz­ansprüchen im Zu­sam­men­hang mit dem Auf­trag Nr. AB 123456 ver­zich­tet. Ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung im Sin­ne des Ge­set­zes kann da­her nicht an­ge­nom­men wer­den (so auch LAG Hamm vom 24.06.2010 – 8 Sa 110/10, ju­ris; BAG vom 06.09.2007 – 2 AZR 722/06, NZA 2008, 219).

III.

Die Kos­ten des Rechts­streits hat die Kläge­rin zu tra­gen, da sie un­ter­le­gen ist, § 91 Abs. 1 ZPO.

IV.

Die Vor­aus­set­zun­gen für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on gem. § 72 ArbGG lie­gen nicht vor.

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil ist ein Rechts­mit­tel nicht ge­ge­ben.
We­gen der Möglich­keit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de wird auf § 72a ArbGG ver­wie­sen.

 

Dr. Wes­sel 

Bur­mann 

Haa­se, A.

/WR.

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