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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Annahmeverzug, Annahmeverzugslohn
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Köln
Akten­zeichen: 3 Sa 1577/10
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 01.06.2011
   
Leit­sätze: Gemäß § 115 SGB X ge­hen Ansprüche des Ar­beit­neh­mers ge­gen den Ar­beit­ge­ber auf An­nah­me­ver­zug­s­ent­gelt nur in­so­weit auf den Träger von So­zi­al­leis­tun­gen über, als die­ser So­zi­al­leis­tun­gen an dem Ar­beit­neh­mer er­bracht hat, die auf­grund des­sen ei­ge­ner so­zi­al­recht­li­cher Ansprüche für die­sen selbst be­stimmt sind (An­schluss an LAG Köln, Ur­teil vom 16.09.2010 - 7 Sa 385/09).
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2010, 6 Ca 4330/10
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, 3 Sa 1577/10

 

Te­nor:

1. Auf die Be­ru­fung der Kläger wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Köln vom 12.10.2010 – 6 Ca 4330/10 – teil­wei­se ab­geändert.

2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläger

o 1.781,90 € brut­to abzüglich 241,29 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.08.2008,

o 1.691,08 € brut­to abzüglich 241,29 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.09.2008,

o 816,20 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.10.2008,

o 185,56 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.11.2008,

o 1.621,88 € brut­to abzüglich 209,12 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.12.2008,

o 1.730,00 € brut­to,

o 410,32 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 22.12.2008,
 

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o 4.844,01 € brut­to abzüglich 723,87 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 1.781,90 € brut­to seit dem 15.01.2009, aus 1.742,98 € brut­to seit dem 15.02.2009 so­wie aus 1.319,93 € brut­to seit dem 15.03.2009 zu zah­len.

3. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird zurück­ge­wie­sen.

4. Die Be­klag­te hat die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

5. Die Re­vi­si­on wird für die Be­klag­te zu­ge­las­sen so­weit die Be­klag­te zur Zah­lung ver­ur­teilt wor­den ist.

Im Übri­gen wird die Re­vi­si­on nicht zu­ge­las­sen.

 

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Wirk­sam­keit zwei­er ar­beit­ge­ber­sei­ti­ger Kündi­gun­gen so­wie über das Be­ste­hen von Vergütungs­ansprüchen. Die Kläger sind die Er­ben des am 26.02.2009 ver­stor­be­nen Herrn V D , der seit dem 10.06.2001 bei der Be­klag­ten, die in der Re­gel mehr als 10 Ar­beit­neh­mer aus­sch­ließlich der Aus­zu­bil­den­den beschäftigt, als In­nen­rei­ni­ger beschäftigt war. Aus­weis­lich des schrift­li­chen Ar­beits­ver­tra­ges vom 02.05.2002 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en ei­nen St­un­den­lohn in Höhe von 16,50 DM (= 8,65 €) brut­to.

Mit Schrei­ben vom 11.08.2008 kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis mit dem Erb­las­ser frist­ge­recht zum 30.11.2008. Gleich­zei­tig bot sie dem Kläger mit so­for­ti­ger Wir­kung bzw. hilfs­wei­se zum 30.11.2008 die Tätig­keit in ei­nem an­de­ren Ob­jekt in L an. Der Kläger hat das Ände­rungs­an­ge­bot der Be­klag­ten nicht an­ge­nom­men. Mit wei­te­rem Schrei­ben vom 04.11.2008 kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis zusätz­lich frist­los. Ge­gen bei­de Kündi­gun­gen hat sich der zwi­schen­zeit­lich ver­stor­be­ne Erb­las­ser mit der vor­lie­gen­den, am 29.08.2008 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen und am 17.11.2008 er­wei­ter­ten Kla­ge ge­wandt.

Die Kläger ha­ben die Auf­fas­sung ver­tre­ten, es feh­le hin­sicht­lich bei­der Kündi­gun­gen am Vor­lie­gen ei­nes Kündi­gungs­grun­des und ha­ben darüber hin­aus Rest­lohn­ansprüche für die Mo­na­te Ju­li 2008 bis ein­sch­ließlich 25.02.2009 gel­tend ge­macht.

Die Kläger ha­ben be­an­tragt,

1. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis des ver­stor­be­nen Ar­beit­neh­mers zur Be­klag­ten durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 11.08.2008 nicht be­en­det wor­den ist;

2. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis des ver­stor­be­nen Ar­beit­neh­mers zur Be­klag­ten we­der durch die außer­or­dent­li­che Kündi­gung der Be­klag­ten vom 04.11.2008 noch d die hilfs­wei­se aus­ge­spro­che­ne or­dent­li­che Kündi­gung vom 04.11.2008 be­en­det wur­de;

3. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an die Kläger

- 1.781,90 € brut­to abzüglich 241,29 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.08.2008,

- 1.691,08 € brut­to abzüglich 241,29 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.09.2008,

- 816,20 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem 

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Ba­sis­zins­satz seit dem 15.10.2008,

- 185,56 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.11.2008,

- 1.621,88 € brut­to abzüglich 209,12 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.12.2008,

- 1.730,00 € brut­to, 

- 410,32 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit

- 4.844,01 € brut­to abzüglich 723,87 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 1.781,90 € brut­to seit dem 15.01.2009, aus 1. brut­to seit dem 15.02.2009 so­wie aus 1.319,93 € brut­to seit dem 15.03.2009

zu zah­len. 

Die Be­klag­te hat be­an­tragt, 

die Kla­ge ab­zu­wei­sen. 

Die Be­klag­te hat erst­ma­lig mit ih­rem am 14.09.2010 zwei Ta­ge vor dem erst­in­stanz­li­chen Kam­mer­ter­min beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz Stel­lung ge­nom­men. In die­sem Schrift­satz hat sie die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dem Kläger ste­he kein An­nah­me­ver­zugs­an­spruch für den Zeit­raum vom 14.08. bis zum 30.08. zu, da er nicht zur Ar­beit er­schie­nen sei. Wei­ter hat die Be­klag­te ge­meint, auf ei­nen mögli­chen An­nah­me­ver­zugs­an­spruch des Klägers sei­en sämt­li­che Leis­tun­gen der A für die ge­sam­te Be­darfs­ge­mein­schaft voll an­zu­rech­nen. Auch der von den Klägern zu­grun­de­ge­leg­te St­un­den­lohn sei un­zu­tref­fend, da der ta­rif­li­che St­un­den­lohn 8,15 € be­tra­ge. Sch­ließlich hat die Be­klag­te in die­sem Schrift­satz die frist­lo­se Kündi­gung vom 04.11.2008 da­mit be­gründet, dass der ver­stor­be­ne Erb­las­ser am 22.10.2008 bei dem Kun­den M ei­nen Dieb­stahl be­gan­gen ha­be. Er sei da­bei be­ob­ach­tet wor­den, wie er Süßig­kei­ten ein­ge­steckt ha­be. Bei der am 27.10.2008 er­folg­ten Anhörung zu den Ver­dachts­gründen ha­be der Kläger die Tat zu­ge­ge­ben.

Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge hin­sicht­lich der Fest­stel­lungs­anträge mit Ur­teil vom 12.10.2010 statt­ge­ge­ben und die wei­ter­ge­hen­den Zah­lungs­ansprüche der Kläger ab­ge­wie­sen. Zur Be­gründung hat das Ar­beits­ge­richt im We­sent­li­chen aus­geführt, es könne da­hin­ste­hen, ob für die außer­or­dent­li­che Kündi­gung ein wich­ti­ger Grund oder aber für die frist­ge­rech­te Kündi­gung ein Grund gemäß § 1 Abs. 2 KSchG ge­ge­ben sei, denn der Sach­vor­trag der Be­klag­ten in ih­rem Schrift­satz vom 14.09.2010 sei je­den­falls als ver­späte­ter Sach­vor­trag nicht zu berück­sich­ti­gen ge­we­sen. Die Zah­lungs­anträge hat das Ar­beits­ge­richt man­gels schlüssi­ger Dar­le­gung der Kla­ge­for­de­rung ih­rer Höhe nach ab­ge­wie­sen. Es ist da­bei da­von aus­ge­gan­gen, dass die Kläger den ge­sam­ten, an die Be­darfs­ge­mein­schaft ge­zahl­ten Be­trag an Ar­beits­lo­sen­geld II hätten in Ab­zug brin­gen müssen. We­gen der Be­gründung im Ein­zel­nen wird auf die Ent­schei­dungs­gründe des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils (Bl. 214 ff. d. A.) Be­zug ge­nom­men.

Ge­gen die­ses bei­den Par­tei­en am 01.12.2010 zu­ge­stell­te Ur­teil ha­ben die Kläger am 24.12.2010 und die Be­klag­te am 03.01.2011 Be­ru­fung ein­ge­legt. Die Kläger ha­ben ih­re Be­ru­fung am 19.01.2011 be­gründet. Die Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift der Be­klag­ten ist nach ent­spre­chen­der Verlänge­rung der Be­gründungs­frist am 24.02.2011 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­gen.

Die Kläger tre­ten der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung bei so­weit der Kla­ge statt­ge­ge­ben wor­den ist. Das gilt ins­be­son­de­re für die Zurück­wei­sung des be­klag­ten­sei­ti­gen Vor­brin­gens als ver­spätet durch das Ar­beits­ge­richt. Da­ne­ben sei­en die Kündi­gun­gen auch in der Sa­che nicht be­rech­tigt. Das gel­te ins­be­son­de­re für die frist­lo­se Kündi­gung. Auch ha­be der Erb­las­ser in dem Gespräch am 27.10.2008 die Tat nicht zu­ge­ge­ben. Viel­mehr ha­be er erklärt, er sei da­von aus­ge­gan­gen, dass es sich um Ab­fall ge­han­delt ha­be und ha­be den Kau­gum­mi so­fort zurück­ge­ge­ben. Auch ha­be die

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Geschäfts­lei­tung und Be­triebs­lei­tung der Fir­ma M nicht be­ob­ach­ten können, wie er "ver­schie­de­ne Süßwa­ren" ge­nom­men ha­be. Es ha­be sich hier­bei viel­mehr le­dig­lich um 2 Päck­chen Kau­gum­mi ge­han­delt, die der Ent­sor­gung hätten zu­geführt wer­den sol­len.

Im Übri­gen hal­ten die Kläger ihr Zah­lungs­be­geh­ren auch in der Sa­che wei­ter­hin für be­gründet. Ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung der Be­klag­ten be­ste­he der An­nah­me­ver­zugs­an­spruch auch für die Zeit vom 14. bis 31.08.2008, da die Be­klag­te ei­ne Tätig­keit aus­drück­lich nur un­ter geänder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen ver­langt und der Erb­las­ser kei­ne Vor­be­halts­erklärung ab­ge­ge­ben ha­be. We­gen der Un­wirk­sam­keit der streit­ge­genständ­li­chen Kündi­gun­gen be­ste­he der An­nah­me­ver­zugs­an­spruch für die ge­sam­te Zeit. Wei­ter sind die Kläger der Auf­fas­sung, dass hin­sicht­lich der er­hal­te­nen So­zi­al­leis­tun­gen ei­ne per­so­nel­le Dif­fe­ren­zie­rung er­for­der­lich sei. Der Erb­las­ser sei nicht An­spruchs­in­ha­ber der Leis­tun­gen für die ge­sam­te Be­darfs­ge­mein­schaft ge­we­sen. Viel­mehr stünden die­se Leis­tun­gen je­dem ein­zel­nen zu, da es sich bei der Be­darfs­ge­mein­schaft nicht um ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son han­de­le.

Die Kläger be­an­tra­gen, 

un­ter teil­wei­ser Abände­rung des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Köln vom 12.10.2010 - 6 Ca 27 4330/10 - die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an die Kläger

- 1.781,90 € brut­to abzüglich 241,29 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.08.2008,

- 1.691,08 € brut­to abzüglich 241,29 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.09.2008,

- 816,20 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.10.2008,

- 185,56 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.11.2008,
- 1.621,88 € brut­to abzüglich 209,12 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 15.12.2008,

- 1.730,00 € brut­to, 

- 410,32 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit

Rechtshängig­keit 

- 4.844,01 € brut­to abzüglich 723,87 € net­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 1.781,90 € brut­to seit dem 15.01.2009, aus 1. brut­to seit dem 15.02.2009 so­wie aus 1.319,93 € brut­to seit dem 15.03.2009

zu zah­len und im Übri­gen die Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück­zu­wei­sen. 

Die Be­klag­te be­an­tragt, 

un­ter Abände­rung des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Köln vom 12.10.2010 - 6 Ca 4330/10 - die Kla­ge bezüglich des Fest­stel­lungs­an­tra­ges, dass das Ar­beits­verhält­nis we­der durch die außer­or­dent­li­che, noch durch die hilfs­wei­se or­dent­li­che Kündi­gung vom 04.11.2008 auf­gelöst wur­de, ab­zu­wei­sen und die Be­ru­fung der Kläger zurück­zu­wei­sen.

Die Be­klag­te ist der Auf­fas­sung, das Ar­beits­ge­richt ha­be den erst­in­stanz­li­chen Sach­vor­trag zu Un­recht als ver­spätet zurück­ge­wie­sen. Dies gel­te ins­be­son­de­re im Hin­blick dar­auf, dass die Be­klag­te im erst­in­stanz­li­chen Kam­mer­ter­min den Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den als präsen­ten Zeu­gen ge­stellt ha­be. Im Übri­gen hält die Be­klag­te wei­ter­hin dar­an fest, dass ein An­nah­me­ver­zugs­an­spruch je­den­falls für die Zeit vom 14.08. bis 31.08.2008 man­gels Ar­beits­kraft­an­ge­bot des Erb­las­sers nicht be­ste­he. Sie hält fer­ner die frist­lo­se Kündi­gung vom

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04.11.2008 für be­rech­tigt. Der Be­klag­ten sei­en mit Schrei­ben der M vom 31.10.2008 die Gründe des ihr be­kannt­ge­ge­be­nen Dieb­stahls des Erb­las­sers schrift­lich mit­ge­teilt wor­den. Nach die­sem Schrei­ben ste­he fest, dass der Erb­las­ser am 22.10.2008 an sei­nem Ar­beits­platz da­bei be­ob­ach­tet wor­den sei, dass er ver­schie­de­ne Süßwa­ren aus dem Sor­ti­ment der M in sei­ne Ja­cken­ta­sche ge­steckt ha­be. Da­mit ha­be er ei­nen Dieb­stahl be­gan­gen. Sch­ließlich ha­be er die Tat im Rah­men der Anhörung am 27.10.2008 zu­ge­ge­ben.

Im Übri­gen tritt die Be­klag­te der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung bei so­weit das Ar­beits­ge­richt die Zah­lungs­kla­ge der Kläger ab­ge­wie­sen hat. Die Be­klag­te meint, die Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts ent­spre­che ei­ner le­bens­na­hen Be­trach­tungs­wei­se. Der ver­stor­be­ne Ar­beit­neh­mer ha­be sein Ein­kom­men er­zielt, um den Un­ter­halt der Be­darfs­ge­mein­schaft zu gewähr­leis­ten. Aus die­sem Grun­de sei auch der an die­se Be­darfs­ge­mein­schaft von der A ge­zahl­te Be­trag an Ar­beits­lo­sen­geld II ins­ge­samt von den Streit­be­fan­ge­nen an­geb­li­chen Anah­me­ver­zugslöhnen in Ab­zug zu brin­gen. Sch­ließlich sei je­den­falls für even­tu­el­le Zah­lungs­ansprüche des Klägers al­len­falls ein Ta­rif­lohn in Höhe von 8,15 € pro St­un­de zu­grun­de­zu­le­gen.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf die ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie die Sit­zungs­nie­der­schrif­ten Be­zug ge­nom­men.

Ent­scheid u n g s g r ü n d e 

I. Die Be­ru­fun­gen bei­der Par­tei­en sind zulässig, weil sie statt­haft (§ 64 Abs. 1 und 2 ArbGG) und frist- so­wie form­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den sind (§§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 6 S. 1
ArbGG, 519, 520 ZPO).

II. In der Sa­che hat das Rechts­mit­tel der Kläger Er­folg. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist ins­ge­samt un­be­gründet.

1. Die zulässi­ge Kla­ge ist be­gründet, so­weit die Kläger die Fest­stel­lung der Un­wirk­sam­keit der bei­den Kündi­gun­gen vom 11.08. und 04.11.2008 be­geh­ren. Die für das Be­ste­hen ei­nes Kündi­gungs­grun­des so­wohl hin­sicht­lich der außer­or­dent­li­chen als auch hin­sicht­lich der or­dent­li­chen Kündi­gung dar­le­gungs- und be­weis­be­las­te­te Be­klag­te hat hier­zu nichts vor­ge­tra­gen. Mit ih­rem nun­meh­ri­gen Vor­trag in der Be­ru­fungs­be­gründung ist die Be­klag­te gemäß § 67 Abs. 1 ArbGG aus­ge­schlos­sen, denn das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht den Sach­vor­trag der Be­klag­ten in ih­rem Schrift­satz vom 14.09.2010 gemäß § 296 Abs. 2 ZPO i. V. m. § 282 ZPO als ver­spätet zurück­ge­wie­sen.

Gemäß § 67 Abs. 1 ArbGG, blei­ben An­griffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel, die im ers­ten Rechts­zug zu Recht zurück­ge­wie­sen wor­den sind, auch in der Be­ru­fungs­in­stanz aus­ge­schlos­sen. Die­se Vor­aus­set­zun­gen lie­gen hin­sicht­lich des Sach­vor­trags der Be­klag­ten zur Kündi­gungs­be­gründung vor. Die Be­klag­te hat hier­zu erst­ma­lig mit dem Schrift­satz ih­res Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten vom 14.09.2010, 2 Ta­ge vor dem erst­in­stanz­li­chen Kam­mer­ter­min, vor­ge­tra­gen. Das Ar­beits­ge­richt hat­te bei­den Par­tei­en mehr als 6 Mo­na­te vor­her, nämlich mit Be­schluss vom 04.03.2010 auf­ge­ge­ben, den Kam­mer­ter­min schriftsätz­lich vor­zu­be­rei­ten. Völlig zu Recht hat das Ar­beits­ge­richt aus­geführt, dass die Be­klag­te die­se meh­re­re Mo­na­te vor dem Kam­mer­ter­min er­folg­te Auf­la­ge zum An­lass hätte neh­men müssen, recht­zei­tig vor dem Kam­mer­ter­min die Kündi­gungs­gründe im Ein­zel­nen un­ter Be­weis­an­tritt dar­zu­le­gen. Hier­zu be­stand im Hin­blick auf den mehr als 1/2 Jahr nach die­ser Auf­la­ge an­be­raum­ten Kam­mer­ter­min aus­rei­chend Zeit. Wenn die Be­klag­te dann durch ih­ren Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten erst­mals 2 Ta­ge vor dem Kam­mer­ter­min zu den Kündi­gungs­gründen vorträgt und darüber hin­aus ih­ren späten Sach­vor­trag nicht ent­schul­digt, ist er­kenn­bar von ei­nem grob nachlässi­gen Ver­hal­ten des Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten bzw. sei­ner Par­tei aus­zu­ge­hen.

Gemäß § 296 Abs. 2 ZPO i. V. m. § 282 Abs. 1 und 2 ZPO können An­griffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel, die ent­ge­gen § 282 Abs. 1 ZPO nicht recht­zei­tig vor­ge­bracht oder ent­ge­gen § 282 Abs. 2 ZPO nicht recht­zei­tig mit­ge­teilt wer­den, zurück­ge­wie­sen wer­den, wenn ih­re Zu­las­sung nach der frei­en Über­zeu­gung des Ge­richts die Er­le­di­gung des Rechts­streits verzögern würde und die Ver­spätung auf gro­ber Nachlässig­keit be­ruht. Nach § 282 Abs. 1 ZPO hat je­de Par­tei in der münd­li­chen Ver­hand­lung ih­re An­griffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel so zei­tig vor­zu­brin­gen, wie es nach der Pro­zess­la­ge ei­ner sorgfälti­gen und auf Förde­rung des Ver­fah­rens be­dach­ten Pro­zessführung ent­spricht. Gemäß § 282 Abs. 2 ZPO sind Anträge so­wie An­griffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel, auf die

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der Geg­ner vor­aus­sicht­lich oh­ne vor­her­ge­hen­de Er­kun­di­gung kei­ne Erklärung ab­ge­ben kann, vor der münd­li­chen Ver­hand­lung durch vor­be­rei­ten­den Schrift­satz so zei­tig mit­zu­tei­len, dass der Geg­ner die er­for­der­li­chen Er­kun­di­gun­gen noch ein­zu­zie­hen ver­mag. Die all­ge­mei­ne Pro­zessförde­rungs­pflicht nach § 282 Abs. 1 ZPO und die Zurück­wei­sungs­vor­schrift des § 296 Abs. 2 - 4 ZPO be­ste­hen grundsätz­lich ne­ben den Spe­zi­al­re­ge­lun­gen des § 56 Abs. 2 ArbGG und des § 61 a Abs. 5 ArbGG auch im Ver­fah­ren vor den Ar­beits­ge­rich­ten ein­sch­ließlich des Kündi­gungs­schutz­ver­fah­rens (vgl. LAG Hamm, Ur­teil vom 02.02.1995 - 4 Sa 1850/94 - , LA­GE § 67 ArbGG 1979 Nr. 3; Schwab/Weth/Ko­rinth, ArbGG, 3. Auf­la­ge, § 56 Rd­nr. 43 m. w. N.).

Die Vor­aus­set­zun­gen der vor­ge­nann­ten zi­vil­pro­zes­sua­len Ver­fah­rens­vor­schrif­ten ha­ben erst­in­stanz­lich vor­ge­le­gen. Bei­den Par­tei­en ist recht­zei­tig durch rich­ter­li­che An­ord­nung auf­ge­ge­ben wor­den, die münd­li­che Ver­hand­lung schriftsätz­lich vor­zu­be­rei­ten. Dem ist die Be­klag­te nicht nach­ge­kom­men. Der 2 Ta­ge vor dem Kam­mer­ter­min ein­ge­gan­ge­ne Be­gründungs­schrift­satz stellt kei­ne der­ar­ti­ge recht­zei­ti­ge schriftsätz­li­che Ter­mins­vor­be­rei­tung dar.
Die Ge­gen­sei­te hat­te er­kenn­bar kei­ne Möglich­keit die­sen erst­ma­li­gen und da­mit neu­en Sach­vor­trag der Be­klag­ten zu über­prüfen und hier­zu fun­diert Stel­lung zu neh­men. Das Ar­beits­ge­richt hätte da­her bei Zu­las­sung die­ses Vor­brin­gens den Klägern Ge­le­gen­heit zu ei­ner wei­te­ren Stel­lung­nah­me ge­ben müssen. Dies hätte ei­ne Verzöge­rung des Rechts­streits zur Fol­ge ge­habt. Hier­an ver­mag auch der Um­stand nichts zu ändern, dass die Be­klag­te mit dem Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den ei­nen präsen­ten Zeu­gen im Kam­mer­ter­min ge­stellt hat. Denn auch in­so­weit hätte der Kläger­sei­te recht­li­ches Gehör gewährt wer­den müssen und ei­ne Verzöge­rung des Rechts­streits wäre die Fol­ge ge­we­sen. All dies be­ruht auch of­fen­sicht­lich auf gro­ber Nachlässig­keit, da die Be­klag­te kei­nen Grund dafür be­nannt hat, dass sie erst der­art kurz­fris­tig vor dem Ter­min Stel­lung be­zo­gen hat.

Sch­ließlich geht auch der Ein­wand der Be­klag­ten in der Be­ru­fungs­be­gründung ins Lee­re, das Ar­beits­ge­richt ha­be ei­ne un­zuläng­li­che Auf­la­ge er­teilt, die nicht den Er­for­der­nis­sen des § 56 ArbGG genüge und sei da­her an der Zurück­wei­sung ge­hin­dert ge­we­sen. Wie be­reits aus­geführt, hat das Ar­beits­ge­richt das be­klag­ten­sei­ti­ge Vor­brin­gen ge­ra­de nicht nach § 56 Abs. 2 ArbGG, son­dern viel­mehr nach den da­ne­ben gel­ten­den all­ge­mei­nen Vor­schrif­ten der §§ 296 Abs. 2, 282 ZPO zurück­ge­wie­sen, für die die be­son­de­ren Er­for­der­nis­se des § 56 ArbGG nicht gel­ten.

2. Die Kla­ge ist schließlich auch hin­sicht­lich des kläge­ri­schen Zah­lungs­be­geh­rens be­gründet. Die Kläger ha­ben ge­gen die Be­klag­te gemäß §§ 615 S. 1, 1922 BGB als ge­setz­li­che Er­ben des ursprüng­li­chen Klägers An­spruch auf Zah­lung der kla­ge­wei­se gel­tend ge­mach­ten Beträge.

a. Bei der Vergütungs­be­rech­nung ist ein St­un­den­lohn des Erb­las­sers in Höhe von 8,65 € brut­to zu­grun­de­zu­le­gen. Dies folgt aus der Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en im schrift­li­chen Ar­beits­ver­trag vom 02.05.2002. Dort ha­ben die Par­tei­en ei­nen St­un­den­lohn in Höhe von 16,50 DM in­di­vi­du­ell ver­ein­bart. Vor dem Hin­ter­grund die­ser In­di­vi­du­al­ver­ein­ba­run­gen der Par­tei­en, die auch er­kenn­bar nicht auf ei­ne ta­rif­li­che Vergütung Be­zug nimmt, geht der be­klag­ten­sei­ti­ge Ein­wand ei­ner ge­rin­ge­ren Ta­rif­vergütung gemäß § 4 Abs. 3 TVG ins Lee­re.

b. Die Be­klag­te be­fand sich für den ge­sam­ten streit­be­fan­ge­nen Zeit­raum auf­grund der - wie oben dar­ge­stell­ten - un­wirk­sa­men Kündi­gun­gen im An­nah­me­ver­zug nach § 615 BGB.

c. Die Höhe der gel­tend ge­mach­ten Vergütungs­ansprüche ist ab­ge­se­hen von der Höhe des zu­grun­de­zu­le­gen­den St­un­den­lohns zwi­schen den Par­tei­en un­strei­tig. Dies gilt auch für die kläger­seits gel­tend ge­mach­te Ur­laubs­ab­gel­tung und das Ur­laubs­geld.

d. Ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung der Be­klag­ten, der sich das Ar­beits­ge­richt an­ge­schlos­sen hat, ha­ben die Kläger von den gel­tend ge­mach­ten Vergütungs­ansprüchen im Rah­men des An­nah­me­ver­zu­ges zu Recht nur die auf den Erb­las­ser ent­fal­len­den Leis­tun­gen der A in Ab­zug ge­bracht. Ei­ne An­rech­nung sämt­li­cher für die ge­sam­te Be­darfs­ge­mein­schaft er­brach­ter So­zi­al­leis­tun­gen hat nicht zu er­fol­gen. Die er­ken­nen­de Kam­mer schließt sich in­so­weit der Auf­fas­sung der 7. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts in sei­nem Ur­teil vom 16.09.2010 (7 Sa 385/09) an, die An­nah­me­ver­zugs­ansprüche der­sel­ben Par­tei­en für ei­nen vor­her­ge­hen­den
Zeit­raum be­trifft.

Die 7. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richt hat in die­ser Ent­schei­dung zu Recht aus­geführt, dass es 

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sich bei den So­zi­al­leis­tun­gen im Sin­ne von § 115 Abs. 1 SGB X, die ein Leis­tungs­träger er­bringt, weil und so­weit der Ar­beit­ge­ber den An­spruch des Ar­beit­neh­mers auf Ar­beits­ent­gelt nicht erfüllt hat, nach dem ge­sam­ten Re­ge­lungs­zu­sam­men­hang zwei­fels­frei nur um sol­che han­deln kann, die an den be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer und für die­sen Ar­beit­neh­mer ge­leis­tet wor­den sind, weil er ei­nen so­zi­al­recht­li­chen An­spruch auf sol­che Leis­tun­gen hat. Da­ge­gen kann es nicht um Leis­tun­gen ge­hen, die ein So­zi­al­leis­tungs­träger an ar­beits­ver­trags­frem­de Drit­te er­bracht hat, auch wenn die­se ih­rer­seits un­ter Umständen mit dem Ar­beit­neh­mer durch ge­gen­sei­ti­ge Un­ter­halts­rech­te und Un­ter­halts­pflich­ten ver­bun­den sein könn­ten. Denn je­der Hilfs­bedürf­ti­ge ist in ei­ge­ner Per­son selbst An­spruchs­in­ha­ber der So­zi­al­leis­tun­gen. Zu­tref­fend hat die 7. Kam­mer wei­ter aus­geführt, dass hier­an auch der später ein­geführ­te Be­griff der sog. Be­darfs­ge­mein­schaft nichts ände­re. Denn die Be­darfs­ge­mein­schaft ist als sol­che kein rechtsfähi­ges Ge­bil­de und kann nicht
An­spruchs­in­ha­be­rin von So­zi­al­leis­tun­gen sein. Auch kann das ein­zel­ne Mit­glied ei­ner Be­darfs­ge­mein­schaft oh­ne ent­spre­chen­de Be­vollmäch­ti­gung nicht die Ansprüche der an­de­ren Be­darfs­ge­mein­schafts­mit­glie­der kla­ge­wei­se ver­fol­gen. Ins­ge­samt fun­gier­te der Erb­las­ser so­mit nur als Ver­tre­ter der Be­darfs­ge­mein­schaft und han­del­te für die übri­gen Mit­glie­der der Ge­mein­schaft als "Zahl­stel­le" oh­ne ins­ge­samt An­spruchs­in­ha­ber al­ler Leis­tun­gen zu wer­den. Viel­mehr hätten al­le an­de­ren Mit­glie­der der Be­darfs­ge­mein­schaft je­der­zeit ver­lan­gen können, dass der auf sie ent­fal­len­de Teil­an­spruch auch an sie selbst aus­ge­zahlt wird. Die­se Ar­gu­men­ta­ti­on der 7. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln in der vor­ge­nann­ten Ent­schei­dung schließt sich die er­ken­nen­de Kam­mer voll­in­halt­lich an und macht sich die­se zu Ei­gen.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts sind so­mit Ent­gelt­ansprüche des Erb­las­sers nur in Höhe der­je­ni­gen So­zi­al­leis­tungs­beträge nach dem SGB II nach § 115 Abs. 1 SGB X auf die So­zi­al­leis­tungs­träger über­ge­gan­gen, die während des An­spruchs­zeit­raums auf ent­spre­chen­de Ansprüche des Erb­las­sers selbst ge­zahlt wor­den sind. Die­se Beträge ha­ben die Kläger un­strei­tig in Ab­zug ge­bracht. Die Zah­lungs­kla­ge ist da­her ins­ge­samt be­gründet.

e. Der Zins­an­spruch folgt aus den §§ 286, 288 BGB. 

III. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus §§ 64 Abs. 6 S. 1 ArbGG, 92 Abs. 1 ZPO. 

Die auf die Zah­lungs­anträge be­schränk­te Re­vi­si­ons­zu­las­sung be­ruht auf § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG.

R e c h t s m i t t e l b e l e h r u n g

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der Be­klag­ten 

RE­VISION

ein­ge­legt wer­den. 

Für die Kläger ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben. 

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim 

Bun­des­ar­beits­ge­richt 

Hu­go-Preuß-Platz 1 

99084 Er­furt 

Fax: 0361 2636 2000 

ein­ge­legt wer­den. 

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte,
2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,
3. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten. 

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

Dr. Kreit­ner

Hei­ning

Do­se

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