Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Ar­beit in Deutsch­land wird spür­bar teu­rer

Die Kos­ten für Ar­beit in Deutsch­land sind in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren stär­ker ge­stie­gen als im EU-Schnitt: Was ha­ben die Mit­ar­bei­ter da­von? Und was be­deu­tet das für den Stand­ort Deutsch­land?
Europafahne

27.03.2013. (dpa) - Wie viel Geld kön­nen und sol­len Un­ter­neh­men für Ar­beit aus­ge­ben? Seit je­her strei­ten dar­über Ar­beit­ge­ber und Mit­ar­bei­ter.

In Deutsch­land hink­ten bis 2010 vie­le Jah­re lang Lohn­ent­wick­lung und Ar­beits­kos­ten deut­lich hin­ter den meis­ten an­de­ren eu­ro­päi­schen Staa­ten hin­ter­her - das trug auch ei­nen wich­ti­gen Teil zur Wett­be­werbs­fä­hig­keit bei.

Doch Ar­beit wird in Deutsch­land spür­bar teu­rer. In den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren sind die Ar­beits­kos­ten in der Pri­vat­wirt­schaft kräf­ti­ger ge­stie­gen als im EU-Schnitt – erst­mals seit Be­ginn der sta­tis­ti­schen Zeit­rei­he im Jahr 2001.

Gut so, fin­den die ei­nen - und hof­fen, dass es noch ein Weil­chen so wei­ter­geht. Vor­sicht, war­nen an­de­re Ex­per­ten. Sie sor­gen sich um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­orts Deutsch­land - und um Ar­beits­plät­ze.

Für vie­le Ar­beit­neh­mer ist das Plus bei den Ar­beits­kos­ten im ver­gan­ge­nen Jahr zu­nächst ei­ne gu­te Nach­richt: "Die ge­stie­ge­nen Ar­beits­kos­ten spie­geln die ge­stie­ge­nen Löh­ne und Ge­häl­ter wi­der", sagt der Lei­ter des WSI-Ta­rif­ar­chivs der ge­werk­schafts­na­hen Hans-Böck­ler-Stif­tung, Rein­hard Bispinck. "Es steht zu hof­fen, dass die­ser Trend sich fort­setzt und ver­stärkt."

Nach ei­ner län­ge­ren Flau­te war 2012 das drit­te Jahr in Fol­ge mit ei­nem Re­al­lohn­plus für die Ar­beit­neh­mer - nach Ab­zug der In­fla­ti­on blieb Be­rech­nun­gen des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes zu­fol­ge ein Plus von 0,5 Pro­zent pro Kopf. "Das ist nicht über­ra­gend viel, aber im­mer­hin ein Zu­wachs", sagt Bispinck.

Der Ar­beits­kos­ten­ex­per­te Chris­toph Schrö­der vom ar­beit­ge­ber­na­hen IW Köln er­klärt den An­stieg der Ar­beits­kos­ten zum ei­nen mit hö­he­ren Ta­rif­ab­schlüs­sen 2011 und 2012 als in den Jah­ren zu­vor. "Zum an­de­ren wer­den die Ar­beits­kräf­te in Deutsch­land knapp", sagt der Ex­per­te. "Der Ver­hand­lungs­spiel­raum auf Ar­beit­neh­mer­sei­te wird grö­ßer, weil die Un­ter­neh­men mehr da­für tun müs­sen, gu­te Ar­beits­kräf­te zu be­kom­men."

Er warnt vor den mög­li­chen Fol­gen stei­gen­der Ar­beits­kos­ten. "Die Un­ter­neh­men müs­sen auf­pas­sen, dass sie nicht an Wett­be­werbs­fä­hig­keit ver­lie­ren." Die Lohn­stück­kos­ten in der deut­schen In­dus­trie lie­gen sei­nen An­ga­ben zu­fol­ge ein Sieb­tel hö­her als noch 2007. "Hö­he­re Ar­beits­kos­ten be­las­ten die Un­ter­neh­men und müs­sen mit hö­he­rer Pro­duk­ti­vi­tät wett­ge­macht wer­den. Wenn die Pro­duk­ti­vi­tät nicht aus­ge­baut wer­den kann, ste­hen Ar­beits­plät­ze auf dem Spiel."

Ta­rif­ex­per­te Bispinck sieht kei­ne Ge­fahr für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit Deutsch­lands, der An­stieg der Ar­beits­kos­ten sei durch ei­ne sehr ho­he Pro­duk­ti­vi­tät ge­de­ckelt. "Sie hat sich in den letz­ten zehn Jah­ren ver­bes­sert - al­ler­dings zum Preis ei­ner sehr ge­dämpf­ten Bin­nen­ent­wick­lung", sagt Bispinck.

Die­se gel­te es nun wei­ter zu stär­ken. "Wir sind dar­auf an­ge­wie­sen, dass wir ein rea­les Plus bei Löh­nen und Ge­häl­tern ha­ben und stär­ker ba­lan­cier­tes Wachs­tum. Bei den staat­li­chen Haus­hal­ten soll kon­so­li­diert wer­den, Un­ter­neh­men sind zu­rück­hal­ten­der mit In­ves­ti­tio­nen, da ist es be­son­ders wich­tig, dass die pri­va­te Nach­fra­ge wächst."

Er kri­ti­siert, Deutsch­land ha­be we­gen des star­ken Ex­port­über­schus­ses stark auf Kos­ten sei­ner Nach­barn ge­lebt. "Das Ex­port­mo­dell hat kri­sen­ver­schär­fend ge­wirkt", sagt Bispinck. "Wenn wir die­sen Trend stop­pen oder so­gar um­keh­ren wür­den, wä­re das für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in Eu­ro­pa sehr sinn­voll. Es wür­de den Kri­sen­län­dern hel­fen, schnel­ler wie­der auf die Bei­ne zu kom­men."

In Län­dern wie Ita­li­en oder Spa­ni­en leg­ten die Ar­beits­kos­ten in der Pri­vat­wirt­schaft 2012 deut­lich schwä­cher zu als in Deutsch­land - im Ver­gleich stieg ih­re Wett­be­werbs­fä­hig­keit. Für Grie­chen­land rech­nen die Sta­tis­ti­ker so­gar mit ei­nem Rück­gang der Ar­beits­kos­ten um rund 7 Pro­zent.

Wie sich die Ar­beits­kos­ten in Deutsch­land wei­ter ent­wi­ckeln wer­den, hängt stark von den noch an­ste­hen­den Ta­rif­run­den ab. Die wich­ti­ge Me­tall-Ta­rif­run­de hat ge­ra­de erst be­gon­nen, auch im Ein­zel­han­del steht in die­sem Jahr ein Ab­schluss an.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 21. Dezember 2013

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880