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Kon­tro­ver­se um Schul­fach Wirt­schaft dau­ert an

Schon vor 15 Jah­ren setz­ten sich Wirt­schafts­ver­bän­de für ein Fach Wirt­schaft an den Schu­len ein: Jetzt rückt die Er­fül­lung des Wun­sches in greif­ba­re Nä­he - ge­gen al­le Wi­der­stän­de

07.11.2015. (dpa) - Die Kon­tro­ver­se um das ei­gen­stän­di­ge Schul­fach Wirt­schaft geht auch nach der Ver­bands­an­hö­rung zum neu­en Bil­dungs­plan wei­ter. Nach Kri­tik am neu­en ei­gen­stän­di­gen Schul­fach Wirt­schaft von Leh­rer-, El­tern- und Ge­werk­schafts­ver­tre­tern bre­chen die Ar­beit­ge­ber Ba­den-Würt­tem­berg ei­ne Lan­ze für die Plä­ne. «Der Bil­dungs­plan für die­ses Fach si­chert erst­mals ei­ne brei­te so­zio­öko­no­mi­sche Grund­bil­dung nach ver­bind­li­chen Stan­dards und ver­hin­dert die bis­her vor­herr­schen­de Be­lie­big­keit, wie öko­no­mi­sche In­hal­te ver­mit­telt wer­den sol­len», sag­te der Bil­dungs­ex­per­te des Ar­beit­ge­ber­ver­bands Ste­fan Küp­per in Stutt­gart nach der Ver­bands­an­hö­rung zum neu­en Bil­dungs­plan.

Vor­ge­se­hen ist, das Fach Wirt­schaft/ Be­rufs- und Stu­di­en­ori­en­tie­rung zum Schul­jahr 2016/17 in Werk­re­al-, Re­al- und Ge­mein­schafts­schu­len zwi­schen Klas­se 7 und 10, im Gym­na­si­um zwi­schen Klas­se 8 und 10 ein­zu­füh­ren. Bis En­de ver­gan­ge­ner Wo­che konn­ten Ver­bän­de und Pri­vat­per­so­nen auch über das In­ter­net Rück­mel­dun­gen zum ge­plan­ten Bil­dungs­plan an das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ge­ben.

Kri­ti­ker be­kla­gen al­ler­dings, dass das The­ma nicht in ge­sell­schaft­li­che und so­zia­le Zu­sam­men­hän­ge ein­ge­bet­tet wer­de, wie das bis­lang im Ge­mein­schafts­kun­de-Un­ter­richt ge­sche­hen sei. «Wir wol­len nicht, dass es als iso­lier­tes Fach rü­ber­kommt», hat­te die Lan­des­vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW), Do­ro Mo­ritz, im Lau­fe der An­hö­rung ge­sagt. Auch die Ge­werk­schaft Ver­di lehnt das Fach ab und kri­ti­sier­te: «Im Un­ter­richt löst die «öko­no­mi­sche Per­spek­ti­ve» gleich­zei­tig die bis­he­ri­ge so­zio-öko­no­mi­sche Per­spek­ti­ve ab.»

IG-Me­tall-Be­zirks­lei­ter Ro­man Zit­zels­ber­ger sieht die Ein­füh­rung we­ni­ger kri­tisch: «Es ist gut, dass nicht mehr dem Zu­fall über­las­sen wird, wel­che Rol­le Wirt­schaft spielt», sagt er. Die Fra­ge sei nun, wie das prak­tisch um­ge­setzt wer­de. «Ein wich­ti­ger Be­gleit­schritt ist der ver­ein­bar­te "Code of Con­duct", dass Ma­te­ri­al von Ver­bän­den aber auch Ge­werk­schaf­ten ein­deu­tig ge­kenn­zeich­net wird.»

Ar­beit­ge­ber-Ver­tre­ter Küp­per kon­ter­te: «Es ist we­nig glaub­wür­dig, wenn ei­ner­seits im­mer wie­der be­tont wird, wie be­deu­tend Fach­lich­keit ist, an­de­rer­seits die­se aber beim Fach Wirt­schaft ne­giert und auf ver­schwom­me­ne Pseu­do­in­hal­te in an­de­ren Fä­chern ver­wie­sen wird.» Er be­grüß­te auch die Ver­an­ke­rung der Be­rufs­ori­en­tie­rung in ei­ner Leit­per­spek­ti­ve. Der Dach­or­ga­ni­sa­ti­on ge­hö­ren 42 Mit­glieds­ver­bän­de al­ler wich­ti­gen Wirt­schafts­zwei­ge im Land an.

Die Be­tei­li­gung al­ler re­le­van­ten Grup­pen an der Er­stel­lung des neu­en Bil­dungs­pla­nes be­zeich­ne­ten die Ar­beit­ge­ber als vor­bild­lich. «Von ei­ner ein­sei­ti­gen Ein­fluss­nah­me, wie sie von den eben­so be­tei­lig­ten Ge­werk­schaf­ten be­haup­tet wird, kann al­so kei­ne Re­de sein.» Im Früh­jahr 2016 sol­len nach An­ga­ben des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums die we­sent­li­chen Er­geb­nis­se der An­hö­rung im In­ter­net prä­sen­tiert wer­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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