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Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent star­tet Ge­gen­in­itia­ti­ve zum Bil­dungs­ur­laub

Fünf Ta­ge frei für die Wei­ter­bil­dung? Für die Un­ter­neh­mer in Ba­den-Würt­tem­berg ist der ge­plan­te Bil­dungs­ur­laub ein ro­tes Tuch: Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent Rai­ner Dul­ger hat des­halb an­de­re Plä­ne

28.07.2014. (dpa) - Die Ar­beit­ge­ber im Land ha­ben ei­nen Ge­gen­vor­schlag zu dem von der Lan­des­re­gie­rung Ba­den-Würt­tem­berg ge­plan­ten Bil­dungs­frei­stel­lungs­ge­setz in Ar­beit.

"Wir wol­len Maß­nah­men von Ar­beit­ge­ber­sei­te vor­schla­gen, um zum Bei­spiel un­ge­lern­te Kräf­te bes­ser zu qua­li­fi­zie­ren", sag­te der neue Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent Rai­ner Dul­ger der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

"Das wür­de uns mehr hel­fen, als noch mehr Wohl­ta­ten zu ver­tei­len, nur weil es im Mo­ment der Wirt­schaft gut geht."

Wirt­schafts­mi­nis­ter Nils Schmid (SPD) woll­te ur­sprüng­lich schon im Früh­jahr Eck­punk­te für den Ge­setz­ent­wurf vor­stel­len. We­gen Dis­kus­sio­nen auch in­ner­halb der grün-ro­ten Lan­des­re­gie­rung zieht sich das Vor­ha­ben aber. Nach den Plä­nen im Ko­ali­ti­ons­ver­trag sol­len Ar­beit­neh­mer bis zu fünf Ta­ge im Jahr auch für po­li­ti­sche Bil­dung frei­ge­stellt wer­den - da­für ma­chen sich auch die Ge­werk­schaf­ten stark. Die Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de leh­nen das ka­te­go­risch ab.

"Wir müs­sen uns den tat­säch­li­chen Pro­ble­men zu­wen­den und pass- und ziel­ge­naue Lö­sun­gen fin­den", sag­te Dul­ger. Er be­zeich­ne­te den ge­plan­ten Bil­dungs­ur­laub als "Ver­schwen­dung von Zeit und Geld". Das feh­le für "sinn­vol­le Maß­nah­men", wie die Ar­beit­ge­ber sie vor­schla­gen. Die Ar­beit­ge­ber rech­nen bis­lang da­mit, dass der Bil­dungs­ur­laub - wür­de das An­ge­bot voll aus­ge­schöpft - die Ar­beits­kos­ten um 2,5 Pro­zent er­hö­hen wür­de.

"Der Bil­dungs­ur­laub wür­de die Un­ter­neh­men mit wei­te­ren Kos­ten be­las­ten", sag­te Dul­ger. Es ge­he da­bei auch um per­sön­li­che Wei­ter­bil­dung, wie et­wa ei­nen Übungs­lei­ter­kurs für den Sport­ver­ein. "Das sind zu­sätz­li­che Ar­beits­ta­ge, an de­nen kei­ne Leis­tung er­bracht wür­de»" sag­te Dul­ger, selbst Ge­schäfts­füh­rer der Fir­ma Pro­mi­nent in Hei­del­berg.

"Die Un­ter­neh­men in Ba­den-Würt­tem­berg ge­ben je­des Jahr rund vier Mil­li­ar­den Eu­ro für Wei­ter­bil­dung aus", rech­ne­te Dul­ger vor. "Da­zu kommt das gro­ße En­ga­ge­ment in der dua­len Erst­aus­bil­dung." Au­ßer­dem ge­be es Initia­ti­ven wie Schul­part­ner­schaf­ten, das För­der­jahr oder ein Pro­gramm, das hel­fen soll, das An­ge­bot bei der Kin­der­be­treu­ung zu ver­bes­sern.

Die Plä­ne sol­len sich un­ter an­de­rem an jun­ge Men­schen wen­den, die bis­lang nicht aus­bil­dungs­fä­hig wa­ren. "Wir wol­len sie an ei­ne ge­si­cher­te Exis­tenz her­an­füh­ren", sag­te Dul­ger. Das be­gin­ne bei der Be­rufs­ori­en­tie­rung und der Her­an­füh­rung an das Be­rufs­le­ben. Und ge­he wei­ter bis zur Fra­ge, wie man et­wa Al­lein­er­zie­hen­den ei­ne Aus­bil­dung er­mög­li­chen oder 40- oder 50-jäh­ri­ge An- und Un­ge­lern­te da­zu brin­gen kön­ne, noch ein­mal ei­ne Qua­li­fi­zie­rung zu ma­chen. Wie die neu­en Initia­ti­ven fi­nan­ziert wer­den sol­len, da­zu woll­te sich Dul­ger noch nicht äu­ßern. Die kon­kre­ten Vor­schlä­ge sol­len im Herbst vor­ge­stellt wer­den. Der­zeit wird die Initia­ti­ve mit den Mit­glie­der­ver­bän­den ab­ge­stimmt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 20. August 2015

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