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Ar­beits­markt fehlt Kon­junk­tur­schub - Som­mer­flau­te im Au­gust

Mit der Som­mer­flau­te stei­gen stets die Ar­beits­lo­sen­zah­len: Wenn dann auch noch der Kon­junk­tur­schub fehlt, kann der An­stieg auch schon ein­mal et­was grö­ßer aus­fal­len - wie in die­sem Jahr

30.08.2013. (dpa) - Kon­junk­tur- und Som­mer­flau­te ha­ben die Zahl der Ar­beits­lo­sen im Au­gust kräf­tig stei­gen las­sen.

Ins­ge­samt wa­ren in dem Mo­nat 2,946 Mil­lio­nen Män­ner und Frau­en oh­ne Ar­beit - und da­mit 32 000 mehr als im Ju­li, teil­te die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) am Don­ners­tag in Nürn­berg mit.

Im Ver­gleich zum Vor­jahr gab es im Au­gust 41 000 Er­werbs­lo­se mehr.

Die Ar­beits­lo­sen­quo­te ver­harrt im Ver­gleich zum Ju­li den­noch bei 6,8 Pro­zent - und da­mit auf Vor­jah­res­ni­veau.

Die Au­gust-Ar­beits­lo­sig­keit ha­be da­mit et­was stär­ker zu­ge­nom­men als sonst üb­lich, räum­te BA-Vor­stands­chef Frank-Jür­gen Wei­se ein. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren - mit Aus­nah­me von 2012 - war die Au­gust-Ar­beits­lo­sig­keit le­dig­lich zwi­schen 5000 bis 10 000 ge­stie­gen.

BA-Chef Wei­se sprach den­noch von ei­ner "sta­bi­len Ent­wick­lung auf dem Ar­beits­markt". Die Zahl der Job­su­cher sei vor al­lem we­gen der Som­mer­pau­se ge­stie­gen. In vie­len Un­ter­neh­men ru­he die Ar­beit we­gen Werks­fe­ri­en. Ein­stel­lun­gen wür­den auf spä­ter ver­scho­ben, was auch den sai­son­be­rei­nig­ten An­stieg von 7000 er­klä­re. Auch die Bun­des­re­gie­rung zeig­te sich zu­ver­sicht­lich, was die wei­te­re Ent­wick­lung an­geht.

Wei­se räum­te aber zu­gleich ein, dass dem Ar­beits­markt der­zeit der kon­junk­tu­rel­le Rü­cken­wind feh­le. Die leich­te Kon­junk­tur­be­le­bung im Früh­som­mer rei­che für ei­nen Job­auf­schwung nicht aus. "Wir se­hen, dass die wirt­schaft­li­che La­ge den Ar­beits­markt un­ter­stützt, aber nicht in dem Ma­ße, wie wir das er­war­tet ha­ben", sag­te er.

Den­noch rech­net er wei­ter­hin mit ei­ner durch­schnitt­li­chen Ar­beits­lo­sig­keit im Jahr 2013 von un­ter drei Mil­lio­nen. "Trotz­dem hat­ten wir für die­ses Jah­res ei­ne noch bes­se­re Ent­wick­lung er­war­tet." Die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung im zwei­ten Halb­jahr 2013 wer­de zwar bes­ser - "bes­ser heißt aber nicht dy­na­misch", sag­te der BA-Chef.

Auch die meis­ten der 156 Ar­beits­agen­tu­ren er­war­ten in den kom­men­den Mo­na­ten kaum Be­we­gung auf dem Ar­beits­markt. Drei­vier­tel von ih­nen ge­hen von "gleich­blei­ben­der Ar­beits­lo­sig­keit" aus, wie aus ei­ner mo­nat­li­chen Um­fra­ge der Nürn­ber­ger BA-Zen­tra­le bei den Agen­tur-Chefs her­vor­geht. Al­ler­dings rech­net auch kaum noch ei­ne Agen­tur da­mit, dass in nächs­ter Zeit neue Jobs ge­schaf­fen wer­den. Da­von war noch im März fast je­de zehn­te Agen­tur aus­ge­gan­gen.

Zu­ver­sicht­lich stimmt Bun­des­agen­tur und Kon­junk­tur­for­scher wei­ter­hin die gu­te Be­schäf­ti­gungs­la­ge. So ist die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen zu­letzt im Ju­li im Ver­gleich zum Vor­jahr um 218 000 auf 41,91 Mil­lio­nen ge­stie­gen. Die Zahl der so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Ar­beits­plät­ze lag nach BA-Hoch­rech­nun­gen zu­letzt im Ju­ni mit 29,27 Mil­lio­nen um 348 000 hö­her als im Jahr da­vor.

Auf dem Aus­bil­dungs­markt stellt die Bun­des­agen­tur der­weil ei­ne leich­te Ver­schlech­te­rung der La­ge im Ver­gleich zum Vor­jahr fest. Bis En­de Au­gust sei­en den ört­li­chen Ar­beits­agen­tu­ren 485 000 Lehr­stel­len ge­mel­det wor­den;, das sei­en 12 000 we­ni­ger als im Vor­jah­res­zeit­raum. Da­ge­gen liegt die Zahl der re­gis­trier­ten Lehr­stel­len­be­wer­ber mit 542 000 nur um 2000 nied­ri­ger als im Au­gust 2012. Auch die Zahl der bis­lang ab­ge­schlos­se­nen Aus­bil­dungs­ver­trä­ge lie­ge nach ak­tu­el­len Da­ten der Kam­mern un­ter dem Vor­jah­res­ni­veau.

Die Bun­des­re­gie­rung blickt un­ter­des­sen zu­ver­sicht­lich auf die Ent­wick­lung am Ar­beits­markt im Herbst. Ar­beits­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) sag­te am Don­ners­tag in Ber­lin, die Aus­gangs­la­ge sei "aus­ge­spro­chen gut". Der Au­gust sei mit sei­nem An­stieg der Er­werbs­lo­sen­zahl um 32 000 vor al­lem noch ge­prägt von der Fe­ri­en­zeit in den be­völ­ke­rungs­rei­chen Bun­des­län­dern. Al­ler­dings be­stün­den durch in­ter­na­tio­na­le Ein­flüs­se nach wie vor noch er­heb­li­che Ri­si­ken für den deut­schen Ar­beits­markt.

Auch die Ar­beit­ge­ber se­hen die Ent­wick­lung auf dem Ar­beits­markt po­si­tiv. Ent­ge­gen der Be­haup­tun­gen un­ter an­de­rem von Ge­werk­schafts­sei­te neh­me die Zahl der so­ge­nann­ten Nor­mal­ar­beits­plät­ze seit 2006 ste­tig zu, er­klär­te die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA) am Don­ners­tag in Ber­lin. So­wohl die Frau­en­er­werbs­tä­tig­keit als auch die Er­werbs­be­tei­li­gung Äl­te­rer stei­ge in Deutsch­land seit Jah­ren.

Der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) sieht da­ge­gen we­ni­ger Be­we­gung auf dem Ar­beits­markt. "Die­se "Ru­he" kann aber nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass der­zeit ei­ne gro­ße Un­ord­nung auf dem Ar­beits­markt herrscht", er­klär­te der DGB und ver­wies un­ter an­de­rem auf die jüngs­ten ju­ris­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen um Schein­werk­ver­trä­ge. Zu ei­ner neu­en Ord­nung am Ar­beits­markt ge­hört nach DGB-An­sicht der flä­chen­de­cken­de Min­dest­lohn von zu­nächst 8,50 Eu­ro pro St­un­de als un­te­re Hal­t­el­i­nie.

 

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    Letzte Überarbeitung: 17. Dezember 2013

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