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Neu­es Ar­beits­recht in ka­tho­li­scher Kir­che greift nicht bun­des­weit

Mit­ar­bei­ter der ka­tho­li­schen Kir­che muss­ten bis­her nach Schei­dung und er­neu­ter Hei­rat um ih­ren Job ban­gen: Das än­dert sich nun. Die Sa­che hat aber ei­nen Ha­ken

15.07.2015. (dpa) - Das neue, li­be­ra­le­re Ar­beits­recht in der ka­tho­li­schen Kir­che wird zum 1. Au­gust nicht bun­des­weit um­ge­setzt, son­dern nur in 23 der 27 Diö­ze­sen.

Drei baye­ri­sche Bis­tü­mer sche­ren we­gen in­halt­li­cher Be­den­ken aus und über­neh­men die Lo­cke­run­gen vor­erst nicht: Die Bi­schö­fe von Eich­stätt, Re­gens­burg und Pas­sau ha­ben zu­sätz­li­chen Klä­rungs- und Be­ra­tungs­be­darf.

Dies er­gab ei­ne Um­fra­ge der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Auch das Erz­bis­tum Ber­lin wen­det die neu­en Re­geln noch nicht an.

Das liegt aber dar­an, dass der künf­ti­ge Erz­bi­schof dort noch nicht im Amt ist.

Für die Kir­chen gel­ten beim Ar­beits­recht tra­di­tio­nell be­son­de­re Be­stim­mun­gen. Nach ei­nem im Früh­jahr ge­fass­ten Mehr­heits­be­schluss der ka­tho­li­schen deut­schen Bi­schö­fe grei­fen ab 1. Au­gust neue Re­ge­lun­gen: Ei­ne Schei­dung und ei­ne er­neu­te stan­des­amt­li­che Hei­rat sind da­nach für Mit­ar­bei­ter in ka­tho­li­schen Kran­ken­häu­sern, Kin­der­gär­ten oder Schu­len nur noch in Aus­nah­me­fäl­len ein Kün­di­gungs­grund. Auch ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Le­bens­part­ner­schaft gleich­ge­schlecht­li­cher Paa­re ist nicht mehr au­to­ma­tisch ein Hin­der­nis für ei­nen Job in ei­ner Ein­rich­tung un­ter kirch­li­cher Trä­ger­schaft.

Al­ler­dings ist es je­dem Bi­schof über­las­sen, ob er die Neue­rung in sei­ner Diö­ze­se auch an­wen­det. "Das Bis­tum Re­gens­burg prüft der­zeit die vor­ge­schla­ge­ne No­vel­le in Hin­blick auf Prak­ti­ka­bi­li­tät und Ver­ein­bar­keit mit dem uni­ver­sa­len Kir­chen­recht", sag­te ein Spre­cher.

Ähn­lich äu­ßer­te sich ei­ne Spre­che­rin des Bis­tums Pas­sau: Der­zeit lau­fe ei­ne Prü­fung, ob die neue Grund­ord­nung mit dem Kir­chen­recht zu ver­ein­ba­ren sei. "Bis da­hin gilt die be­ste­hen­de Grund­ord­nung, die nach An­sicht un­se­rer Fach­leu­te sehr be­währt ist und je­der­zeit Rechts­si­cher­heit für die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ge­währt."

Die Zwei­fel, die die Bi­schö­fe und Fach­leu­te in Eich­stätt, Re­gens­burg und Pas­sau he­gen, ha­ben die Kol­le­gen in den an­de­ren Diö­ze­sen of­fen­kun­dig nicht: Schon kurz nach dem Be­schluss der Bi­schö­fe im Mai hat­te der Frei­bur­ger Erz­bi­schof Ste­phan Bur­ger er­klärt, die Än­de­run­gen sei­en rich­tig. Es ge­he um Fra­gen des Ar­beits­rechts, "nicht um ei­ne Neu­for­mu­lie­rung oder auch Neu­be­wer­tung mo­ral­theo­lo­gi­scher Fra­gen", sag­te der Augs­bur­ger Ge­ne­ral­vi­kar Ha­rald Hein­rich.

In vie­len Diö­ze­sen ist der­weil noch of­fen, wie ge­nau die Neue­run­gen aus­ge­stal­tet wer­den. Für Mit­ar­bei­ter mit ei­ner be­son­de­ren Loya­li­täts­ver­pflich­tung grei­fen sie nicht. Man be­ra­te der­zeit, wel­chen Mit­ar­bei­ter­kreis dies um­fas­se, hieß es da­zu et­wa aus dem Or­di­na­ri­at des Erz­bis­tums Bam­berg.

Das Bis­tum Dres­den-Mei­ßen da­ge­gen hat schon fest­ge­legt, für wen die Lo­cke­run­gen nicht gel­ten: für Ka­te­che­ten et­wa und an­de­re Mit­ar­bei­ter, die auf­grund ei­ner be­son­de­ren bi­schöf­li­chen Be­auf­tra­gung tä­tig sind, so­wie für lei­ten­de Mit­ar­bei­ter et­wa in Kin­der­gär­ten. Ein Spre­cher des Bis­tums Mainz sag­te: "Ei­ne be­son­de­re Loya­li­täts­ver­pflich­tung gilt für die pas­to­ra­len Mit­ar­bei­ter im Dienst der Ver­kün­di­gung und für lei­ten­de Mit­ar­bei­ter." Das Bis­tum Trier da­ge­gen ver­zich­tet nach An­ga­ben ei­nes Spre­chers auf das In­stru­men­ta­ri­um, be­stimm­ten Be­schäf­tig­ten be­son­de­re Loya­li­täts­ver­pflich­tun­gen auf­zu­er­le­gen.

An­ge­wandt wird das neue Ar­beits­recht in der Re­gel so­wohl bei schon an­ge­stell­ten Mit­ar­bei­tern als auch bei Neu­ein­stel­lun­gen. Das heißt, wer nach ei­ner Schei­dung wie­der ge­hei­ra­tet hat, kann sich durch­aus Hoff­nun­gen auf ei­nen Job in ei­ner kirch­li­chen Ein­rich­tung ma­chen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 8. August 2016

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