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Ar­beits­recht für Pfle­ge­kräf­te. 100 Fra­gen - 100 Ant­wor­ten

Ewald Helml: Ar­beits­recht für Pfle­ge­kräf­te. 100 Fra­gen - 100 Ant­wor­ten: Frank­furt am Main, Bund-Ver­lag 2008

Ewald Helml: Ar­beits­recht für Pfle­ge­kräf­te, 100 Fra­gen - 100 Ant­wor­ten, Bund-Ver­lag, Frank­furt am Main 2008, 1. Auf­la­ge, 429 Sei­ten, 24,90 EUR

15.01.2009. Ewald Helml, Rich­ter am Ar­beits­ge­richt Pas­sau, wen­det sich mit sei­nem Rat­ge­ber aus­drück­lich an Nicht­ju­ris­ten, näm­lich an Pfle­ge­kräf­te, die in Kran­ken­häu­sern, Hei­men und so­zia­len Ein­rich­tun­gen ar­bei­ten, so­wie an die dort tä­ti­gen Be­triebs­rä­te.

Das Buch be­han­delt 100 ty­pi­sche Kon­flikt­si­tua­tio­nen, die kurz ge­schil­dert wer­den und je­weils auf ei­ne ju­ris­ti­sche Fra­ge hin­aus­lau­fen. Die­se wird so­dann in all­ge­mein­ver­ständ­li­cher Wei­se be­ant­wor­tet.

Die Ant­wor­ten be­ste­hen al­ler­dings manch­mal nicht in ei­nem ein­deu­ti­gen "Ja oder Nein", son­dern lau­fen dar­auf hin­aus, dass ei­ne von zwei mög­li­chen Rechts­an­sich­ten vor Ge­richt grö­ße­re Er­folgs­aus­sich­ten als die an­de­re hät­te.

So lau­tet zum Bei­spiel die Ant­wort zu ei­nem Fall, der sich mit der Ver­wir­kung des Kün­di­gungs­rechts des Ar­beit­ge­bers be­fasst, dass die Kün­di­gung in die­sem Fall "mit ei­ni­ger Wahr­schein­lich­keit" un­wirk­sam ist (Fra­ge Nr.64). 

Das Buch ist in drei Ab­schnit­te ge­glie­dert, d.h. es geht um Fra­gen zur Be­grün­dung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, um Fra­gen zu sei­nem In­halt und um Fra­gen zu sei­ner Be­en­di­gung, so dass die ein­zel­nen The­men schnell zu fin­den sind. Aus­führ­lich wer­den ins­be­son­de­re For­mu­lar­ar­beits­ver­trä­ge, die Zu­läs­sig­keit von Fra­gen bei der Ein­stel­lung, Über­stun­den, Be­reit­schafts­dienst, Ur­laub, Be­triebs­über­gang, die Haf­tung für Schä­den, Be­fris­tun­gen und Kün­di­gun­gen the­ma­ti­siert.

Po­si­tiv ist die Pra­xis­be­zo­gen­heit der Fäl­le zu be­wer­ten. Dar­über hin­aus wird bei der Er­ör­te­rung des Fal­les bzw. Pro­blems je­weils er­klärt, wel­che Kon­se­quenz die Ge­set­zes­la­ge für Ar­beit­neh­mer hat und wie sie des­halb am bes­ten ver­fah­ren soll­ten. Im Er­geb­nis ge­lingt es dem Au­tor, auf 400 Buch­sei­ten ei­ne Fül­le von In­for­ma­tio­nen zu lie­fern.

Kri­tisch ist an­zu­mer­ken, dass vie­le ju­ris­ti­sche Fra­gen - ab­ge­se­hen von der Aus­schmü­ckung der Fall­schil­de­rung mit le­bens­na­hen De­tails aus dem Be­rufs­all­tag des Pfle­ge­diens­tes - kei­nen spe­zi­fi­schen Be­zug zu Pfle­ge­ein­rich­tun­gen oder zum Pfle­ge­dienst auf­wei­sen: Die Fra­ge zum Bei­spiel, wann ei­ne frist­lo­se Kün­di­gung mög­lich ist (Fra­ge Nr.93), stellt sich für al­le Ar­beits­ver­hält­nis­se und nicht nur für Ar­beits­ver­hält­nis­se im Pfle­ge­dienst.

Wie auch in dem von Weth her­aus­ge­ge­be­nen Hand­buch zum "Ar­beits­recht im Kran­ken­haus" ha­ben da­her die all­ge­mei­nen ar­beits­recht­li­chen In­for­ma­tio­nen deut­li­ches Über­ge­wicht ge­gen­über den nur am Ran­de be­spro­che­nen be­rufs- bzw. bran­chen­be­ding­ten Be­son­der­hei­ten. Im­mer­hin wird bei vie­len Ar­ti­keln, so et­wa bei der Er­ör­te­rung der ge­setz­li­chen Kün­di­gungs­fris­ten, ein Hin­weis zu den Be­son­der­hei­ten im öf­fent­li­chen Dienst und bei kirch­li­chen Ar­beit­ge­bern ge­ge­ben (Fra­ge Nr.62).

Im Er­geb­nis ist das Buch ei­ne nütz­li­che In­for­ma­ti­ons­quel­le für Ar­beit­neh­mer und Be­triebs­rä­te. Dass das Buch pas­sa­gen­wei­se für Per­so­nen, die mit ar­beits­recht­li­chen Fra­gen nicht ver­traut sind, nicht ein­fach zu ver­ste­hen sein dürf­te, liegt in der Na­tur der Sa­che. Schließ­lich zieht je­de Er­läu­te­rung ei­nes Fach­be­grif­fes oder ei­nes ar­beits­recht­li­chen Prin­zips un­ver­meid­lich wei­te­re Fra­gen nach sich, die ih­rer­seits wie­der er­klä­rungs­be­dürf­tig sind. Im­mer­hin weiß der Le­ser des Bu­ches nach der Lek­tü­re ei­nes der 100 Ar­ti­kel, ob er wei­ter­ge­hen­de In­for­ma­tio­nen braucht (und ggf. wel­che).

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 8. Juni 2014

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