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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: TV-Ärzte, Oberarzt: Eingruppierung
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 4 AZR 841/08
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 09.12.2009
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 12.07.2007, 14 Ca 669/07
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 8.08.2008, 9 Sa 1399/07
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

4 AZR 841/08

9 Sa 1399/07

Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

9. De­zem­ber 2009

UR­TEIL

Gaßmann, Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Vier­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 9. De­zem­ber 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am


 

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Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Be­p­ler, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Creutz­feldt, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Win­ter, den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Va­len­ti­en und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Re­de­ker für Recht er­kannt:

1. Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 8. Au­gust 2008 - 9 Sa 1399/07 - wird zurück­ge­wie­sen.

2. Der Kläger hat die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die ta­rif­ge­rech­te Ein­grup­pie­rung der Tätig­keit des Klägers und um die An­rech­nung ei­ner Vor­beschäfti­gungs­zeit.

Der Kläger war seit dem 15. Ju­li 1997 bei der Be­klag­ten und de­ren Rechts­vorgänger zunächst be­fris­tet als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter zur be­ruf­li­chen Wei­ter­bil­dung im Rah­men der Fach­arz­ta­n­er­ken­nung und da­nach als Fach­arzt für Herz­chir­ur­gie beschäftigt. Im Rah­men der wei­te­ren ärzt­li­chen Wei­ter­bil­dung hat er am 10. Fe­bru­ar 2005 die Fach­kun­de Echo­kar­dio­gra­phie in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie er­wor­ben und am 15. De­zem­ber 2005 ei­ne Zu­satz­aus­bil­dung auf dem Ge­biet der spe­zi­el­len herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­me­di­zin in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie er­folg­reich ab­ge­schlos­sen. Das Ar­beits­verhält­nis wur­de durch Auflösungs­ver­trag zum 31. Ja­nu­ar 2008 be­en­det.

Bis zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses war der Kläger in der chir­ur­gi­schen Kli­nik des Uni­ver­sitätskli­ni­kums D tätig, das im Rah­men der Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­form der Uni­ver­sitätskli­ni­ken in N als An­stalt des öffent­li­chen Rechts or­ga­ni­sa­to­risch ver­selbständigt wor­den ist und im Rah­men ei­ner Ko­ope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung mit der Be­klag­ten zu­sam­men­ar­bei­tet. Die chir­ur­gi­sche


 

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Kli­nik be­steht aus meh­re­ren Kli­ni­ken, de­nen je ein Di­rek­tor vor­steht. Die­se er­stel­len ge­mein­sam die Sta­ti­ons­be­set­zungs­pläne. Die Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie, in der der Kläger ein­ge­setzt war, be­steht aus meh­re­ren Sta­tio­nen. Der Kläger ar­bei­te­te vor dem 1. Mai 2006 auf der In­ten­siv­sta­ti­on und der In­ten­siv-Über­wa­chungs­sta­ti­on als Sta­ti­ons­arzt. Er über­nahm dort ua. die Funk­ti­ons­dia­gnos­tik und war an Ope­ra­tio­nen be­tei­ligt. Der ärzt­li­che Sta­ti­ons-be­set­zungs­plan für die Zeit ab dem 15. Sep­tem­ber 2006 weist den Kläger ne­ben Herrn Prof. K als Ober­arzt für die Sta­ti­on CH2B (In­ten­siv-Über­wa­chungs­sta­ti­on) aus. Der ärzt­li­che Sta­ti­ons­be­set­zungs­plan für die Zeit ab dem 15. März 2007 weist den Kläger ne­ben Herrn Prof. F als Ober­arzt für die Sta­ti­on CIA1B (In­ten­siv­sta­ti­on) und ne­ben Herrn Prof. K als Ober­arzt für die Sta­ti­on CH2B aus. Der ärzt­li­che Sta­ti­ons­be­set­zungs­plan ab dem 15. Sep­tem­ber 2007 weist den Kläger ne­ben Herrn Prof. Ko als Ober­arzt für die Sta­ti­on CB1 (Nor­mal­sta­ti­on) aus. Der Kläger wur­de auf Ver­an­las­sung der Kli­nik­lei­tung seit dem 1. Mai 2006 auf den Arzt­brie­fen, später auch in den Or­ga­ni­sa­ti­ons­plänen der Kli­nik als Ober­arzt be­zeich­net.

Auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en fand ab dem 1. No­vem­ber 2006 der zwi­schen der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Länder und dem Mar­bur­ger Bund ver­ein­bar­te Ta­rif­ver­trag für Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­sitätskli­ni­ken (TV-Ärz­te/TdL) vom 30. Ok­to­ber 2006 An­wen­dung.

Mit Schrei­ben vom 18. De­zem­ber 2006 for­der­te der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Klägers die Be­klag­te ver­geb­lich auf, den Kläger gemäß der Stu­fe 1 der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 des TV-Ärz­te/TdL seit dem 1. Ju­li 2006 zu vergüten.

Der Kläger, der sich dar­auf be­ruft, der Di­rek­tor der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie ha­be ihn am 1. Mai 2006 zum Ober­arzt er­nannt, hat be­haup­tet, er ha­be seit­dem die Funk­ti­ons­dia­gnos­tik als ver­ant­wort­li­cher Ober­arzt durch­geführt. Zusätz­lich sei ihm die Spe­zi­al­funk­ti­on der EKG- und Echo­kar­dio­gra­phie-Dia­gnos­tik zum 1. Mai 2006 über­tra­gen wor­den. Der Kli­nik­di­rek­tor sei von der Be­klag­ten auch be­vollmäch­tigt wor­den, die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- und Funk­ti­ons­be­rei­che auf ver­ant­wort­li­che Oberärz­te zu


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über­tra­gen. Die­se ha­be er in der In­ten­siv­sta­ti­on und der In­ten­siv-Über­wa­chungs­sta­ti­on wahr­ge­nom­men. Da die Be­klag­te al­le an­de­ren Oberärz­te der Kli­nik für Tho­rax- und Kar­dio­vas­ku­lar­chir­ur­gie letzt­lich in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 des TV-Ärz­te/TdL über­ge­lei­tet ha­be, ha­be er fer­ner auf­grund des ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes An­spruch auf die Vergütung nach die­ser Ent­gelt­grup­pe.

Der Kläger hat zu­letzt be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 9.600,00 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 3.200,00 Eu­ro seit dem 1. No­vem­ber 2006 und aus je­weils 800,00 Eu­ro seit dem 1. De­zem­ber 2006 so­wie dem 1. Ja­nu­ar 2007, 1. Fe­bru­ar 2007, 1. März 2007, 1. April 2007, 1. Mai 2007, 1. Ju­ni 2007 und 1. Ju­li 2007 zu zah­len;

2. fest­zu­stel­len, dass der Kläger seit dem 1. No­vem­ber 2006 bis 31. Ja­nu­ar 2008 als Ober­arzt in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 im Sin­ne des § 12 TV-Ärz­te ein­grup­piert und seit dem 1. Ju­ni 2006 bis zum 31. Ja­nu­ar 2008 als Ober­arzt für die Be­klag­te seit dem 1. Mai 2006 als Ober­arzt im Sin­ne des § 12 TV-Ärz­te tätig war.

Die Be­klag­te hat gel­tend ge­macht, der Kläger sei le­dig­lich als „Nen­no­ber­arzt“ an­zu­se­hen und nur als Fach­arzt tätig ge­wor­den. Zu­dem sei nur der Vor­stand des Uni­ver­sitätskli­ni­kums be­fugt, Ent­schei­dun­gen über Fra­gen der Ein­grup­pie­rung und tatsächli­chen Beschäfti­gung von Ärz­ten zu tref­fen.

Die Vor­in­stan­zen ha­ben die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sei­ne Kla­ge wei­ter. Die Be­klag­te be­an­tragt, die Re­vi­si­on zurück­zu­wei­sen.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on des Klägers ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung ge­gen das kla­ge­ab­wei­sen­de Ur­teil des Ar­beits­ge­richts zu Recht zurück­ge­wie­sen.


 

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A. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge nur teil­wei­se für zulässig und in die­sem Um­fang für un­be­gründet ge­hal­ten. Ein An­spruch des Klägers sei we­der nach den Vor­ga­ben der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te/TdL noch nach dem all­ge­mei­nen ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­satz ge­ge­ben. Die Tätig­keits­merk­ma­le der ers­ten Fall­grup­pe der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te/TdL sei­en nicht erfüllt, weil ei­ne ge­mein­schaft­li­che me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung meh­re­rer Ärz­te für ei­nen Teil- oder Funk­ti­ons­be­reich nicht aus­rei­che. Die Tätig­keits­merk­ma­le der zwei­ten Fall­grup­pe der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te/TdL und die Vor­aus­set­zun­gen des all­ge­mei­nen ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­sat­zes sei­en nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­legt wor­den.

B. Die hier­ge­gen ge­rich­te­te Re­vi­si­on des Klägers hat kei­nen Er­folg. Der Kläger hat kei­nen An­spruch auf Vergütung nach Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te/TdL.

I. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die ge­stell­ten Anträge zu Recht nur teil­wei­se als zulässig an­ge­se­hen.

1. Die Zulässig­keit des be­zif­fer­ten Zah­lungs­an­trags zu 1. er­gibt sich aus § 253 ZPO.

2. Der Fest­stel­lungs­an­trag zu 2. ist dem­ge­genüber größten­teils un­zulässig, weil in­so­weit das nach § 256 Abs. 1 ZPO er­for­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se fehlt. Dies er­gibt sich hin­sicht­lich des­sen ers­ten Teils, der sich auf die Ein­grup­pie­rung nach der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te/TdL be­zieht, für die Zeit vom 1. No­vem­ber 2006 bis 30. Ju­ni 2007 dar­aus, dass die Ansprüche für die­sen Zeit­raum schon mit dem Leis­tungs­an­trag ver­folgt wer­den. Für ei­ne Zulässig­keit als Zwi­schen­fest­stel­lungs­kla­ge (§ 256 Abs. 2 ZPO) ist in­so­weit nichts er­sicht­lich; so­weit der Kläger in der Re­vi­si­on un­sub­stan­ti­iert auf even­tu­el­le Ansprüche aus Mehr­ar­beit, Nacht­ar­beit und ähn­li­ches ver­weist, kann er sol­che mit Blick auf die Aus­schluss­frist nach § 37 TV-Ärz­te/TdL nicht mehr gel­tend ma­chen. Le­dig­lich für den ver­blei­ben­den Zeit­raum 1. Ju­li 2007 bis 31. Ja­nu­ar 2008 be­steht das vom Se­nat grundsätz­lich an­er­kann­te Fest­stel­lungs­in­ter­es­se bei Ein­grup­pie­rungs­fest­stel­lungs­kla­gen.


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Für den zwei­ten Teil des An­trags zu 2., mit dem fest­ge­stellt wer­den soll, dass der Kläger in der Zeit vom 1. No­vem­ber 2006 bis zum 31. Ja­nu­ar 2008 als Ober­arzt iSd. § 12 TV-Ärz­te/TdL tätig war, fehlt das Fest­stel­lungs­in­ter­es­se ins­ge­samt. Der An­trag ist in der Sa­che auf ei­ne Si­che­rung der An­rech­nung von Vor­zei­ten oberärzt­li­cher Tätig­keit ge­rich­tet und wird ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund von § 5 des Ta­rif­ver­tra­ges zur Über­lei­tung der Ärz­tin­nen und Ärz­te an Uni­ver­sitätskli­ni­ken (TVÜ-Ärz­te/TdL) so­wie von § 16 Abs. 2 TV-Ärz­te/TdL verständ­lich. Er wird vom Kläger in der Re­vi­si­ons­in­stanz nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Möglich­keit ei­ner An­rech­nung oberärzt­li­cher Vor­beschäfti­gungs­zei­ten bei et­wai­gen späte­ren Beschäfti­gun­gen im Gel­tungs­be­reich des TV-Ärz­te/TdL ge­recht­fer­tigt. Dies be­gründet in­des kein schützens­wer­tes In­ter­es­se an ei­ner ent­spre­chen­den als­bal­di­gen Fest­stel­lung, zu­mal die Fra­ge, ob ein späte­rer an­de­rer Ar­beit­ge­ber Vor­beschäfti­gungs­zei­ten des Klägers nach § 16 Abs. 2 TV-Ärz­te/TdL an­zu­er­ken­nen hat, nicht durch die ge­richt­li­che Ent­schei­dung ei­nes Rechts­streits zwi­schen dem Kläger und der Be­klag­ten rechts­kräftig be­ant­wor­tet wer­den kann.

II. Die da­nach auf­grund des An­trags zu 1. und des zulässi­gen Teils des An­trags zu 2. al­lein zur Ent­schei­dung an­ste­hen­de Fra­ge, ob der Kläger in der Zeit zwi­schen dem 1. Ju­li 2007 und dem 31. Ja­nu­ar 2008 als Ober­arzt nach der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 zu vergüten war, hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu Recht ver­neint. Die Re­vi­si­on des Klägers hat des­halb kei­nen Er­folg.

1. Für die Ent­schei­dung über das Kla­ge­be­geh­ren ist § 12 TV-Ärz­te/TdL maßgeb­lich, der fol­gen­den Wort­laut hat: „Ein­grup­pie­rung

Ärz­te sind ent­spre­chend ih­rer nicht nur vorüber­ge­hend und zeit­lich min­des­tens zur Hälf­te aus­zuüben­den Tätig­keit wie folgt ein­grup­piert:

Ent­gelt­grup­pe  Be­zeich­nung 
Ä 1 Ärz­tin/Arzt mit ent­spre­chen­der Tätig­keit
Ä 2

Fachärz­tin/Fach­arzt mit ent­spre­chen­der

Tätig­keit

Ä 3 Oberärz­tin/Ober­arzt

 


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Ober­arzt ist der­je­ni­ge Arzt, dem die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik be­zie­hungs­wei­se Ab­tei­lung vom Ar­beit­ge­ber über­tra­gen wor­den ist.

Ober­arzt ist fer­ner der Fach­arzt in ei­ner durch den Ar­beit­ge­ber über­tra­ge­nen Spe­zi­al­funk­ti­on, für die die­ser ei­ne er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Schwer­punkt- oder Zu­satz­wei­ter­bil­dung nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung for­dert.

Ä 4 

Fachärz­tin/Fach­arzt, der/dem die ständi­ge Ver­tre­tung des lei­ten­den Arz­tes (Chef­arzt) vom Ar­beit­ge­ber über­tra­gen wor­den ist.

(Pro­to­kollerklärung: Ständi­ger Ver­tre­ter ist nur der Arzt, der den lei­ten­den Arzt in der Ge­samt­heit sei­ner Dienst­auf­ga­ben ver­tritt. Das Tätig­keits­merk­mal kann da­her in­ner­halb ei­ner Kli­nik nur von ei­ner Ärz­tin/ei­nem Arzt erfüllt wer­den.)“

2. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend er­kannt, dass der Kläger be­reits des­halb nicht in die Ent­gelt­grup­pe Ä 3 ers­te Fall­gr. TV-Ärz­te/TdL ein­grup­piert ist, weil bei der ihm über­tra­ge­nen Tätig­keit die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik/Ab­tei­lung im ta­rif­li­chen Sin­ne nicht be­steht. Ei­ne mögli­che „Er­nen­nung“ zum Ober­arzt - selbst wenn sie von ei­nem da­zu be­vollmäch­tig­ten Chef­arzt vor­ge­nom­men wor­den wäre - ist des­halb oh­ne Be­deu­tung.

a) Da­bei kommt es auf den zeit­li­chen Zu­schnitt von Ein­zeltätig­kei­ten in­ner­halb der vom Kläger aus­zuüben­den Tätig­keit iSd. Ein­lei­tungs­sat­zes von § 12 TV-Ärz­te/TdL nicht an, weil der Kläger im streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum bei kei­nem denk­ba­ren zeit­li­chen Zu­schnitt der ihm über­tra­ge­nen Tätig­keit das Tat­be­stands­merk­mal „me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik be­zie­hungs­wei­se Ab­tei­lung“ des Tätig­keits­merk­mals der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 ers­te Fall­gr. TV-Ärz­te/TdL erfüllt.


 

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b) Die Ein­grup­pie­rung ei­nes Arz­tes (im Hin­blick auf die kla­gen­de Par­tei wird im Fol­gen­den stets die männ­li­che Form gewählt) als Ober­arzt iSd. Ent­gelt­grup­pe Ä 3 ers­te Fall­gr. TV-Ärz­te/TdL setzt ua. vor­aus, dass dem Arzt die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli­nik be­zie­hungs­wei­se Ab­tei­lung über­tra­gen wor­den ist. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ha­ben da­bei von ei­ner aus­drück­li­chen Be­stim­mung des­sen, was un­ter me­di­zi­ni­scher Ver­ant­wor­tung im ta­rif­li­chen Sin­ne zu ver­ste­hen ist, ab­ge­se­hen. Aus dem ta­rif­li­chen Ge­samt­zu­sam­men­hang er­gibt sich je­doch, dass das Tätig­keits­merk­mal nur dann erfüllt wer­den kann, wenn dem Ober­arzt ein Auf­sichts- und - teil­wei­se ein­ge­schränk­tes - Wei­sungs­recht hin­sicht­lich des me­di­zi­ni­schen Per­so­nals zu­ge­wie­sen wor­den ist. Da­bei genügt es nicht, dass in dem Teil­be­reich Ärz­te der Ent­gelt­grup­pe Ä 1 (As­sis­tenzärz­te und Ärz­te in Wei­ter­bil­dung) tätig sind. Ihm muss auch min­des­tens ein Fach­arzt der Ent­gelt­grup­pe Ä 2 un­ter­stellt sein. Fer­ner ist idR er­for­der­lich, dass die Ver­ant­wor­tung für den Be­reich un­ge­teilt bei ihm liegt.

aa) Mit der An­for­de­rung, dass sich die über­tra­ge­ne Ver­ant­wor­tung auf den me­di­zi­ni­schen Be­reich er­stre­cken muss, ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en deut­lich ge­macht, dass es nicht aus­reicht, wenn dem Arzt le­dig­lich die or­ga­ni­sa­to­ri­sche oder ver­wal­tungs­tech­ni­sche Ver­ant­wor­tung für den Teil-/Funk­ti­ons­be­reich ob­liegt (Cle­mens/Scheu­ring/St­ein­gen/Wie­se TV-L Stand April 2008 Teil IIa TV-Ärz­te/TdL § 12 Rn. 57). Der Arzt muss noch als sol­cher tätig sein (Bruns/Bier­mann/Weis Anästhe­sio­lo­gie und In­ten­siv­me­di­zin Mai 2007 S. 1, 5), al­so mit dem Vor­beu­gen, dem Er­ken­nen von Ur­sa­chen und Aus­wir­kun­gen von Ge­sund­heitsstörun­gen so­wie ih­rer Be­hand­lung beschäftigt sein.

bb) Das Tätig­keits­merk­mal der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 stellt hin­sicht­lich der über­tra­ge­nen Ver­ant­wor­tung maßge­bend auf de­ren Reich­wei­te ab. Die­se muss sich in per­so­nel­ler Hin­sicht auch auf Fachärz­te und in or­ga­ni­sa­to­ri­scher Hin­sicht als Al­lein­ver­ant­wor­tung auf den ge­sam­ten be­tref­fen­den Be­reich der Kli­nik oder Ab­tei­lung be­zie­hen. Das er­gibt sich aus der sys­te­ma­ti­schen Stel­lung die­ser Ent­gelt­grup­pe in­ner­halb der durch die Vergütungs­ord­nung ge­stal­te­ten Hier­ar­chie der Ent­gelt­grup­pen.


 

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(1) Die Tätig­keit als Arzt ist grundsätz­lich mit ei­ner spe­zi­fi­schen Ver­ant­wor­tung ver­bun­den, die nicht auf an­de­re Per­so­nen über­tra­gen wer­den kann und darf. Nach § 11 Abs. 1, § 2 Abs. 3 der Mus­ter-Be­rufs­ord­nung für deut­sche Ärz­tin­nen und Ärz­te (MBO-Ä 1997 idF vom 24. No­vem­ber 2006) ist je­der Arzt im Rah­men der Be­rufs­ausübung ver­pflich­tet, sei­ne Pa­ti­en­ten ge­wis­sen­haft mit ge­eig­ne­ten Un­ter­su­chungs- und Be­hand­lungs­me­tho­den zu ver­sor­gen so­wie bei der Über­nah­me und Ausführung der Be­hand­lung die ge­bo­te­nen me­di­zi­ni­schen Maßnah­men nach den Re­geln der ärzt­li­chen Kunst ge­wis­sen­haft aus­zuführen (Teil C Nr. 2 der Grundsätze ärzt­li­cher Be­rufs­ausübung). Aus der Frei­heit ärzt­li­chen Han­delns und der da­mit ver­bun­de­nen selbstständi­gen Ver­ant­wor­tung ei­nes je­den Arz­tes er­gibt sich auch ei­ne Be­gren­zung der Wei­sungs­be­fug­nis, die sich selbst für ei­nen Chef­arzt in ei­ner Kli­nik dar­auf be­schränkt, den ihm un­ter­stell­ten Ärz­ten be­stimm­te Tätig­kei­ten und Ein­zel­auf­ga­ben zur selbstständi­gen Er­le­di­gung ver­bind­lich zu über­tra­gen (MünchArbR/Ri­char­di 3. Aufl. § 339 Rn. 20).

(2) Aus der Struk­tur der Re­ge­lung in § 12 TV-Ärz­te/TdL folgt, dass die den 25
Oberärz­ten im Ta­rif­sin­ne ob­lie­gen­de „me­di­zi­ni­sche“ Ver­ant­wor­tung über die all­ge­mei­ne „ärzt­li­che“ Ver­ant­wor­tung ei­nes As­sis­tenz­arz­tes und ei­nes Fach­arz­tes deut­lich hin­aus­geht. Da­bei wird an die tatsächli­che kran­ken­haus­in­ter­ne Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Ver­ant­wor­tungs­struk­tur an­ge­knüpft. Kli­ni­ken sind ar­beits­tei­lig or­ga­ni­siert und wei­sen zahl­rei­che spe­zia­li­sier­te und frag­men­tier­te Dia­gno­se-, Be­hand­lungs- und Pfle­ge­abläufe mit ei­ner ab­ge­stuf­ten Ver­ant­wor­tungs­struk­tur der han­deln­den Per­so­nen auf (vgl. Gen­zel in Laufs Hand­buch des Arzt­rechts 3. Aufl. S. 281; Deutsch NJW 2000, 1745, 1746). Dem ent­spricht die ta­rif­li­che Ein­ord­nung der me­di­zi­ni­schen Ver­ant­wor­tung von Oberärz­ten, die in § 12 TV-Ärz­te/TdL in­ner­halb der Struk­tur der Ent­gelt­grup­pen nach „un­ten“ und nach „oben“ in ein von den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en als an­ge­mes­sen an­ge­se­he­nes Verhält­nis ge­setzt wird.

(a) Aus der Un­ter­ord­nung un­ter den lei­ten­den Arzt und sei­nen ständi­gen Ver­tre­ter, der in die Ent­gelt­grup­pe Ä 4 ein­grup­piert ist, er­gibt sich, dass die von ei­nem Ober­arzt wahr­zu­neh­men­de Ver­ant­wor­tung kei­ne Al­lein- oder Letzt­ver-


 

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ant­wor­tung sein kann. Auch hier ent­spricht die ta­rif­li­che Re­ge­lung der kran­ken­haus­in­ter­nen Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Ver­ant­wor­tungs­struk­tur. Die me­di­zi­ni­sche Letzt­ver­ant­wor­tung liegt idR beim lei­ten­den Arzt (Chef­arzt) und sei­nem ständi­gen Ver­tre­ter, de­ren Wei­sun­gen der Ober­arzt bei sei­ner Tätig­keit re­gelmäßig un­ter­liegt (Wahlers PersV 2008, 204, 206; Bruns Arzt­Recht 2007, 60, 65). Wie sich aus der Sys­te­ma­tik von § 12 TV-Ärz­te/TdL er­gibt, kann die­ser Um­stand ei­ner Ein­grup­pie­rung als Ober­arzt nicht ent­ge­gen­ste­hen. Oberärz­te ha­ben in­so­fern ei­ne dem­ge­genüber be­schränk­te ärzt­li­che Führungs­ver­ant­wor­tung und weit­ge­hend selbstständi­ge Hand­lungs­ver­ant­wor­tung (Gen­zel in Laufs/Uh­len-bruck Hand­buch des Arzt­rechts 3. Aufl. § 90 Rn. 32).

(b) Auf der an­de­ren Sei­te muss sich die Reich­wei­te der Ver­ant­wor­tung aus der­je­ni­gen, die den Ärz­ten der un­te­ren Ent­gelt­grup­pen Ä 1 und Ä 2 TV-Ärz­te/TdL über­tra­gen wor­den ist, deut­lich her­aus­he­ben. Dem Ober­arzt muss ne­ben dem nichtärzt­li­chen auch ärzt­li­ches Per­so­nal un­ter­stellt sein. Nicht aus­rei­chend ist da­bei die Führungs- und Wei­sungs­be­fug­nis ge­genüber As­sis­tenzärz­ten und Ärz­ten in der Wei­ter­bil­dung. Die ei­nem Ober­arzt über­tra­ge­ne Ver­ant­wor­tung muss sich nach den Tätig­keits­merk­ma­len der Ent­gelt­grup­pen Ä 2 und Ä 3 auch von der ei­nes Fach­arz­tes qua­li­ta­tiv un­ter­schei­den. Be­zugs­punkt die­ser ge­stei­ger­ten Ver­ant­wor­tung ist die mit der Über­tra­gung ver­bun­de­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Kom­pe­tenz, die sich in ei­ner ge­stei­ger­ten Auf­sichts- und Wei­sungs­be­fug­nis nie­der­schlägt. Ein in die Ent­gelt­grup­pe Ä 2 ein­grup­pier­ter Fach­arzt übt sei­ne Auf­sichts- und Wei­sungs­be­fug­nis ge­genüber den in sei­nem Be­reich täti­gen As­sis­tenzärz­ten und Ärz­ten in der Wei­ter­bil­dung aus. Ei­ne Stei­ge­rung des quan­ti­ta­ti­ven und qua­li­ta­ti­ven Maßes die­ser Ver­ant­wor­tung ist nur dann ge­ge­ben, wenn sich die Ver­ant­wor­tung des Ober­arz­tes nicht nur auf die As­sis­tenzärz­te, son­dern auch auf min­des­tens ei­nen Fach­arzt be­zieht (Wahlers PersV 2008, 204, 206). Die­se ta­rif­li­che Wer­tig­keit der Stel­lung und Tätig­keit ei­nes Ober­arz­tes fin­det in dem nicht un­er­heb­li­chen Vergütungs­ab­stand der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 zu der Ent­gelt­grup­pe Ä 2 TV-Ärz­te/TdL ih­ren Aus­druck. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ha­ben für den ers­ten Ta­rif­zeit­raum mit der mo­nat­li­chen Dif­fe­renz von 1.100,00 Eu­ro im Ta­rif­ge­biet Ost und 1.200,00 Eu­ro im Ta­rif­ge­biet West deut­lich ge­macht, dass es sich mit der über­tra­ge­nen

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me­di­zi­ni­schen Ver­ant­wor­tung im Ta­rif­sin­ne um ei­ne ge­wich­ti­ge Her­aus­he­bung ge­genüber der­je­ni­gen des Fach­arz­tes nach Ent­gelt­grup­pe Ä 2 han­delt.

(3) Die Ver­ant­wor­tung für den je­wei­li­gen Teil-/Funk­ti­ons­be­reich muss darüber hin­aus aber auch un­ge­teilt be­ste­hen. Sie be­trifft nicht le­dig­lich ein­zel­ne zu erfüllen­de Auf­ga­ben oder Auf­ga­ben­be­rei­che. Viel­mehr geht es um ei­ne auf ei­nen ar­beits­tei­lig or­ga­ni­sier­ten Be­reich be­zo­ge­ne Lei­tungs- und Ver­ant­wor­tungs­struk­tur. Die me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung für ei­nen Teil­be­reich im Ta­rif­sin­ne kann da­her nicht bei meh­re­ren Ärz­ten lie­gen, oh­ne dass es hier auf ei­ne Un­ter­schei­dung von Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­chen der Kli­nik oder der Ab­tei­lung an­kommt. Das er­gibt sich aus dem von den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en gewähl­ten be­stimm­ten Ar­ti­kel „die“, mit dem ei­ne ein­heit­li­che Ver­ant­wor­tung be­zeich­net ist, die in­ner­halb des zu­ge­wie­se­nen Be­reichs ein­heit­lich und al­lein wahr­zu­neh­men ist. Ei­ne ge­teil­te me­di­zi­ni­sche Ver­ant­wor­tung in­ner­halb der or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ein­heit ist re­gelmäßig nicht aus­rei­chend für ei­ne Ein­grup­pie­rung nach der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 ers­te Fall­gr. TV-Ärz­te/TdL. Et­was an­de­res mag in Be­tracht kom­men, wenn es um ei­ne ech­te Ar­beits­platz­tei­lung (Job­sha­ring) geht. Ei­ne sol­che liegt je­doch nicht vor, wenn in ei­ner or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ein­heit meh­re­re Ti­tu­la­r­o­berärz­te tätig sind, die nur teil- oder zeit­wei­se, et­wa bei den Hin­ter­grund­diens­ten, je­weils al­lein ver­ant­wort­lich sind.

Dar­aus, dass die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en mit der Pro­to­kollerklärung zur Ent­gelt­grup­pe Ä 4, wo­nach die­ses Tätig­keits­merk­mal ei­nes ständi­gen Ver­tre­ters des Chef­arz­tes in­ner­halb ei­ner Kli­nik nur von ei­nem Arzt erfüllt wer­den kann, ist nicht zu fol­gern, ei­ne ent­spre­chen­de Be­stim­mung für den Ober­arzt nach der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 ha­be in Be­zug auf den Teil­be­reich ei­ner Kli­nik oder Ab­tei­lung da­mit aus­ge­schlos­sen wer­den sol­len. In der Pro­to­kollerklärung zur Ent­gelt­grup­pe Ä 4 wird der dort ver­wen­de­te Be­griff der ständi­gen Ver­tre­tung erläutert und so­dann aus die­ser Erläute­rung ge­fol­gert, dass nur je­weils ein Arzt für ei­ne Kli­nik ständi­ger Ver­tre­ter sein könne. Das schließt nicht aus, dass ei­ne sinn­gemäß ähn­li­che Fol­ge­rung für die Oberärz­te nach Ent­gelt­grup­pe Ä 3 für den Teil­be­reich ei­ner Kli­nik oder Ab­tei­lung im We­ge der Ta­rif­aus­le­gung aus dem Wort­laut der dort von den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en be­stimm­ten Ent­gelt-


 

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grup­pen­be­zeich­nung ent­nom­men wird. Die sich aus der kon­kre­ten For­mu­lie­rung des Tätig­keits­merk­mals der Ent­gelt­grup­pe Ä 4 er­ge­ben­de Un­klar­heit, der die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en mit der Pro­to­kollerklärung ab­hel­fen woll­ten, ist in der Ent­gelt­grup­pen­be­zeich­nung Ä 3 nach dem oben Dar­ge­leg­ten nicht ge­ge­ben.

c) Da­nach schei­tert die vom Kläger an­ge­streb­te Ein­grup­pie­rung an der Nich­terfüllung des Tat­be­stands­merk­mals der me­di­zi­ni­schen Ver­ant­wor­tung für Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che ei­ner Kli­nik/Ab­tei­lung und dort schon dar­an, dass für die wech­seln­den Sta­tio­nen, auf de­nen der Kläger im Streit­zeit­raum als „Ober­arzt“ tätig war, nach den je­wei­li­gen Or­ga­ni­sa­ti­ons­plänen stets min­des­tens ein wei­te­rer Ober­arzt ver­ant­wort­lich war. Der Kläger hat nicht vor­ge­tra­gen, dass er ge­genüber die­sen wei­te­ren Oberärz­ten Führungs- und Hand­lungs­ver­ant­wor­tung in­ne­ge­habt ha­be. Des­halb kommt es we­der dar­auf an, ob und in wel­chem Um­fang dem Kläger auf die­sen Sta­tio­nen als mögli­chen Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­chen im Ta­rif­sin­ne Fachärz­te un­ter­stellt wa­ren, noch dar­auf, ob die wei­te­ren ta­rif­li­chen Merk­ma­le - Teil- oder Funk­ti­ons­be­rei­che der Kli-nik/Ab­tei­lung so­wie ei­ner Über­tra­gung der me­di­zi­ni­schen Ver­ant­wor­tung durch den Ar­beit­ge­ber - erfüllt sind.

3. Der Kläger hat auch kei­nen An­spruch auf Vergütung nach der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 zwei­te Fall­gr. TV-Ärz­te/TdL. Sein Vor­trag lässt nicht er­ken­nen, dass sei­ne Tätig­keit für die Be­klag­te das ta­rif­li­che Merk­mal des Fach­arz­tes in ei­ner durch den Ar­beit­ge­ber über­tra­ge­nen Spe­zi­al­funk­ti­on, für die die­ser ei­ne er­folg­reich ab­ge­schlos­se­ne Schwer­punkt- oder Zu­satz­wei­ter­bil­dung nach der Wei­ter­bil­dungs­ord­nung for­dert, erfüllt. Des­halb kann auch zu die­sem Tätig­keits­merk­mal ei­ne nähe­re Be­stim­mung des zeit­li­chen Zu­schnitts von Ein­zeltätig­kei­ten in­ner­halb der aus­zuüben­den Tätig­keit des Klägers iSd. Ein­lei­tungs­sat­zes von § 12 TV-Ärz­te/TdL da­hin­ste­hen.

a) Das Tätig­keits­merk­mal der zwei­ten Fall­grup­pe nimmt Be­zug auf die Vor­ga­ben der Ärz­te­kam­mern in den Wei­ter­bil­dungs­ord­nun­gen zum Er­werb von Kom­pe­ten­zen, die Ge­gen­stand der Schwer­punkt- und Zu­satz­wei­ter­bil­dung und da­zu­gehöri­ger Prüfung vor den Ärz­te­kam­mern sind. Nur im Hin­blick dar­auf


 

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können mit ei­ner durch den Ar­beit­ge­ber über­tra­ge­nen Spe­zi­al­funk­ti­on die Vor­ga­ben der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 zwei­te Fall­gr. TV-Ärz­te/TdL erfüllt wer­den.

b) Hier­zu hat der Kläger - trotz rich­ter­li­cher Hin­wei­se in den Vor­in­stan­zen - nicht dar­ge­legt, wel­che Spe­zi­al­funk­ti­on, die die ge­nann­ten Vor­ga­ben erfüllt, ihm kon­kret, wann und wie über­tra­gen wor­den sein soll. Auch wenn zu­guns­ten des Klägers un­ter­stellt würde, dass es sich bei den von ihm er­wor­be­nen Wei­ter­bil­dungs­ab­schlüssen - der Fach­kun­de Echo­kar­dio­gra­phie in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie und der Zu­satz­aus­bil­dung auf dem Ge­biet der spe­zi­el­len herz­chir­ur­gi­schen In­ten­siv­me­di­zin in Ver­bin­dung mit der Ge­biets­be­zeich­nung Herz­chir­ur­gie - um sol­che im Rah­men der Vor­ga­ben der Ärz­te­kam­mern han­delt, schei­tert sein Ein­grup­pie­rungs­be­geh­ren. Er hat nicht dar­ge­legt, dass die wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind. So ist schon un­klar ge­blie­ben, in­wie­weit sei­ne Tätig­keit in der Funk­ti­ons­dia­gnos­tik auch als Spe­zi­al­funk­ti­on an­zu­se­hen ist. Er hat zwar die EKG- und Echo­kar­dio­gra­phie-Dia­gnos­tik als sol­che be­zeich­net. Es fehlt je­doch jeg­li­cher Vor­trag da­zu, dass dafür die von ihm ab­sol­vier­ten Wei­ter­bil­dun­gen vom Ar­beit­ge­ber ge­for­dert wur­den. Eben­so ist zum Zeit­punkt und den Umständen der Über­tra­gung nichts vor­ge­tra­gen.

4. Der Kläger kann Vergütung in Höhe der Ent­gelt­grup­pe Ä 3 TV-Ärz­te/TdL nicht nach dem ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz be­an­spru­chen. Nach dem ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, der in­halt­lich durch den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG be­stimmt wird, hat ein Ar­beit­ge­ber sei­ne Ar­beit­neh­mer oder Grup­pen von Ar­beit­neh­mern, die sich in ver­gleich­ba­rer La­ge be­fin­den, gleich zu be­han­deln. Der Kläger hat kei­ner­lei Tat­sa­chen vor­ge­tra­gen, aus de­nen sich ei­ne gleich­heits­wid­ri­ge Rechts­ausübung der Be­klag­ten er­gibt. Ins­be­son­de­re hat er nicht im Ein­zel­nen zu Kol­le­gen mit gleich­ar­ti­ger und gleich­wer­ti­ger Tätig­keit vor­ge­tra­gen, die - im Un­ter­schied zu ihm - die be­gehr­te Vergütung er­hal­ten. Al­lein der Um­stand, dass es sich in­so­weit auch um im Kran­ken­hausall­tag als Oberärz­te be­zeich­ne­te Ärz­te han­delt, reicht hierfür nicht aus.


 

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C. Der Kläger hat die Kos­ten sei­ner er­folg­lo­sen Re­vi­si­on nach § 97 Abs. 1 ZPO zu tra­gen.

Be­p­ler Creutz­feldt Win­ter


 

Va­len­ti­en Re­de­ker

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