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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Weihnachtsgeld, Gleichbehandlungsgrundsatz
   
Gericht: Arbeitsgericht Köln
Akten­zeichen: 3 Ca 1819/13
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 29.10.2013
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen:
   

Ar­beits­ge­richt Köln, 3 Ca 1819/13

 

Te­nor:

1. Die Kla­ge wird ab­ge­wie­sen.

2. Der Kläger trägt die Kos­ten des Rechts­streits.

3. Streit­wert: € 3.858,00

4. Die Be­ru­fung wird zu­ge­las­sen.

Kos­ten­streit­wert: € 3.998,00

 

Tat­be­stand:

Der Kläger nimmt die Be­klag­te auf Übe­reig­nung ei­nes iPads mi­ni so­wie Zah­lung ei­ner Prämie aus Gleich­be­hand­lung in An­spruch.

Die Be­klag­te beschäftigt et­wa 100 Mit­ar­bei­ter. Sie ver­an­stal­tet re­gelmäßig Weih­nachts­fei­ern und an­de­re Be­triebs­ver­an­stal­tun­gen wie ein ### .An die­sen Ver­an­stal­tun­gen nah­men und neh­men – ob­wohl sie aus Sicht der Be­klag­ten „at­trak­tiv“ ge­stal­tet sind – zahl­rei­che Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten nicht teil.

Die Weih­nachts­fei­er im De­zem­ber 2012 rich­te­te die Be­klag­te in der ### aus. An der Weih­nachts­fei­er nah­men 75 Mit­ar­bei­ter teil. Den an­we­sen­den Mit­ar­bei­tern über­reich­te die Be­klag­te je ein iPad mi­ni zu ei­nem Wert von € 429,00 „als

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Ge­schenk“. Die 42 Mit­ar­bei­ter, die an der Weih­nachts­fei­er – gleich aus wel­chen Gründen – nicht teil­nah­men, er­hiel­ten kein iPad mi­ni, auch nicht zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt.

Ei­ne Ankündi­gung des Ge­schenks durch die Be­klag­te er­folg­te im Vor­feld der Weih­nachts­fei­er nicht. Die Be­klag­te woll­te mit die­sem „Ge­schenk“ – dies hat der Kläger nicht be­strit­ten – die At­trak­ti­vität ih­rer Be­triebs­fei­ern für die Mit­ar­bei­ter stei­gern. Da­bei ging sie da­von aus, dass sich der Rah­men der Weih­nachts­fei­er ein­sch­ließlich der „Ge­schenküber­ra­schung“ im Be­trieb her­um­spre­chen wer­de und nahm da­bei an, dass da­durch die Mit­ar­bei­ter in Zu­kunft an be­trieb­li­chen Fei­ern in ei­nem größeren Um­fang als bis­her teil­neh­men.

Der Kläger, der in­fol­ge ei­nes Ar­beits­un­falls seit dem 10.11.2012 ar­beits­unfähig er­krankt war, nahm an der Weih­nachts­fei­er nicht teil und er­hielt auch kein iPad mi­ni. We­gen der vor­pro­zes­sua­len Kor­re­spon­denz der Par­tei­en wird auf Blatt 3 und 4 der Ak­te Be­zug ge­nom­men.

Die Be­klag­te zahlt an die in ih­rem La­ger beschäftig­ten Mit­ar­bei­ter Prämi­en in Abhängig­keit von der An­zahl der ab­ge­wi­ckel­ten Auf­träge, dem Auf­trags­durch­fluss, Auf­tragsrück­stand und krank­heits­be­ding­ten Fehl­zei­ten. Der Kläger ist nicht im Be­reich des La­gers tätig.

Mit sei­ner am 05.03.2013 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge nimmt der Kläger die Be­klag­te auf Übe­reig­nung ei­nes iPads so­wie kla­ge­er­wei­ternd auf Zah­lung ei­ner Prämie in Höhe von € 3.000,00 in An­spruch.

Der Kläger hält den Wert des iPads für zu hoch, um des­sen Zu­wen­dung anläss­lich der Weih­nachts­fei­er als bloßes Ge­schenk an­zu­se­hen. Tatsächlich han­de­le es sich um ei­ne An­we­sen­heits­prämie, die die Be­klag­te für die An­we­sen­heit auf der be­trieb­li­chen Weih­nachts­fei­er aus­ge­kehrt ha­be. Die­se sei ei­ne lohn­steu­er­pflich­ti­ge Sach­zu­wen­dung und da­mit Vergütungs­be­stand­teil, der gemäß § 3 EFZG ent­gelt­fort­zah­lungs­pflich­tig sei. Da es an ei­ner Ver­ein­ba­rung im Sin­ne des § 4a EFZG feh­le, ha­be die Be­klag­te die Gra­ti­fi­ka­ti­on ge­genüber dem er­krank­ten Kläger nicht wirk­sam kürzen können. Soll­te die Übe­reig­nung ei­nes iPads nicht (mehr) möglich sein, müsse die Be­klag­te im We­ge des Scha­dens­er­sat­zes den Ver­kaufs­preis in Geld zah­len.

Der Kläger meint so­dann, er ha­be An­spruch auf Aus­zah­lung der gel­tend ge­mach­ten Prämie aus dem Ge­sichts­punkt der Gleich­be­hand­lung. „Die Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten“ er­hiel­ten am Maßstab von Ar­beits­unfähig­keits­ta­gen ge­staf­fel­te Prämi­en.

Auf Blatt 16 und 17 der Ak­te wird Be­zug ge­nom­men.

Der Kläger be­an­tragt nach teil­wei­ser Rück­nah­me und Um­stel­lung sei­ner an­gekündig­ten Anträge zu­letzt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihm ein App­le iPad mi­ni WIFI 32 GB zu übe­reig­nen,

hilfs­wei­se,

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn € 429,00 nebst Zin­sen in Höhe von 5%punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.01.2013 zu zah­len,

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2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn € 3.000,00 brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len. 

Die Be­klag­te be­an­tragt, 

die Kla­ge ab­zu­wei­sen. 

Die Be­klag­te meint, bei den ver­schenk­ten iPads han­de­le es sich we­der um Ar­beits­lohn noch um ei­ne Son­der­leis­tung. Die iPads sei­en aus An­lass und als Teil der Weih­nachts­fei­er nur an die auf der Fei­er an­we­sen­den Mit­ar­bei­ter ver­schenkt wor­den. Dies sei der Zweck des Ge­schenks und zu­gleich Grund für die Dif­fe­ren­zie­rung, nach der kein Mit­ar­bei­ter, der – aus wel­chem Grund auch im­mer – an der Weih­nachts­fei­er nicht teil­ge­nom­men ha­be, ein iPad er­hal­ten ha­be.

Die Be­klag­te weist so­dann den gel­tend ge­mach­ten An­spruch des Klägers auf Zah­lung ei­ner Prämie zurück. Der Kläger sei nicht im La­ger beschäftigt und könne da­her nicht un­ter dem Ge­sichts­punkt der Gleich­be­hand­lung die Zah­lung ei­ner Prämie ver­lan­gen, die auf­grund der Ge­ge­ben­hei­ten des Be­rei­ches La­ger aus­ge­stal­tet sei.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten wird auf die wech­sel­sei­tig aus­ge­tausch­ten Schriftsätze der Par­tei­en nebst An­la­gen so­wie die Pro­to­kol­le der münd­li­chen Ver­hand­lun­gen Be­zug ge­nom­men.

Ent­schei­dungs­gründe:

Die Kla­ge ist zulässig. So­weit der Kläger sei­nen zunächst an­gekündig­ten An­trag in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor der Kam­mer am 18.09.2013 in geänder­ter Fas­sung ge­stellt hat, hat die Be­klag­te sich hier­zu durch die be­an­trag­te Kla­ge­ab­wei­sung rüge­los ein­ge­las­sen. Ih­re Zu­stim­mung gilt da­mit gemäß §§ 263, 267 ZPO als er­teilt.

Die Kla­ge ist un­be­gründet. Der Kläger hat we­der An­spruch auf Übe­reig­nung ei­nes – im Kla­ge­an­trag näher be­zeich­ne­ten – iPads mi­ni, noch An­spruch auf Zah­lung der gel­tend ge­mach­ten Prämie.

1.

Der An­trag zu 1.) ist mit sei­nem Haupt­an­trag un­be­gründet. Der Kläger hat kei­nen An­spruch auf Übe­reig­nung ei­nes iPads mi­ni.

a. 

Der gel­tend ge­mach­te An­spruch folgt nicht aus § 3 EFZG. 

Die anläss­lich der Weih­nachts­fei­er im De­zem­ber 2012 an die an­we­sen­den Mit­ar­bei­ter übe­reig­ne­ten iPads mi­ni sind kei­ne Vergütung im Sin­ne der ge­nann­ten Vor­schrift. Dies folgt zwar nicht un­mit­tel­bar aus der Tat­sa­che, dass die Be­klag­te die iPads ih­rer Ein­las­sung nach „ver­schenkt“ hat. Rei­ne Schen­kun­gen sind im Ar­beits­verhält­nis le­dig­lich dann an­zu­neh­men, wenn die zu­ge­wand­te Leis­tung kei­ne Be­zie­hung zum Ar­beits­verhält­nis auf­weist (vgl. Stau­din­ger-Ri­char­di/Fi­schin­ger, 2011, § 611 BGB Rn. 861 mit wei­te­ren Nach­wei­sen). Die Übe­reig­nung der iPads er­folg­te nicht los­gelöst vom Ar­beits­verhält­nis, son­dern im Rah­men ei­ner be­trieb­li­chen Ver­an­stal­tung, de­ren Be­such zwar frei­wil­lig, aber nicht un­abhängig vom
Ar­beits­verhält­nis ver­an­lasst war. Dies be­legt der Hin­weis der Be­klag­ten dar­auf, dass

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sie mit sol­chen Ver­an­stal­tun­gen den Wunsch ver­bin­det, das Be­triebs­kli­ma zu ver­bes­sern und den Zu­sam­men­halt der Be­leg­schaft zu stärken.

Die Ent­gelt­pflicht des Ar­beit­ge­bers im Sin­ne des § 3 EFZG ist je­doch ei­ne Haupt­leis­tungs­pflicht und steht als sol­che im Ge­gen­sei­tig­keits­verhält­nis zur Ar­beits­pflicht des Ar­beit­neh­mers (ErfKomm-Preis, 13. Aufl. 2013, § 611 BGB Rn. 389). An die­sem Ge­gen­sei­tig­keits­verhält­nis fehlt es vor­lie­gend. Die Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten wa­ren ge­ra­de nicht ver­pflich­tet, an der Weih­nachts­fei­er teil­zu­neh­men. Die Teil­nah­me oder auch die Nicht-Teil­nah­me an der Weih­nachts­fei­er fand da­mit außer­halb des ver­trag­li­chen Aus­tausch­verhält­nis­ses statt. Ins­be­son­de­re ha­ben die teil­neh­men­den Mit­ar­bei­ter durch ih­re Teil­nah­me kei­ne (Ar­beits-)Leis­tung er­bracht. Die – frei­wil­li­ge – Teil­nah­me konn­te die Be­klag­te wie­der­um auch nicht auf ver­trag­li­cher Grund­la­ge ver­lan­gen.

b. 

Der gel­tend ge­mach­te An­spruch folgt auch nicht aus § 4a EFZG. 

Die iPads stel­len be­reits kei­ne Son­der­vergütung, ins­be­son­de­re kei­ne An­we­sen­heits­prämie im Sin­ne der ge­nann­ten Re­ge­lung dar. Zwar sind Son­der­vergütun­gen sol­che Leis­tun­gen, die der Ar­beit­ge­ber zusätz­lich zum lau­fen­den Ar­beits­ent­gelt er­bringt. Gleich­wohl sind auch sie Teil des Ar­beits­ent­gelts, da sie die im Be­trieb ge­leis­te­te Ar­beit (zusätz­lich) vergüten (BAG 05.08.1992 – 10 AZR 88/90, NZA 1993, 130 ff; BAG 26.10.1994 – 10 AZR 492/93 – zi­tiert nach ju­ris). An­ders als das lau­fen­de Ar­beits­ent­gelt können Son­der­vergütun­gen je­doch für Zei­ten der Ar­beits­unfähig­keit gemäß § 4a EFZG gekürzt wer­den, wenn dies ver­ein­bart ist. Ei­ne Son­der­vergütung kann auch ei­ne so ge­nann­te An­we­sen­heits­prämie sein. Ei­ne An­we­sen­heits­prämie ist ei­ne (Geld-)Leis­tung, mit de­ren Zu­sa­ge dem Ar­beit­neh­mer der An­reiz ge­bo­ten wird, die Zahl sei­ner be­rech­tig­ten oder un­be­rech­tig­ten Fehl­ta­ge im Be­zugs­zeit­raum möglichst ge­ring zu hal­ten (BAG 25.07.2001 – 10 AZR 502/00 – zi­tiert nach ju­ris). Auf die­se Wei­se knüpft die An­we­sen­heits­prämie an die im Aus­tausch­verhält­nis er­brach­te Ar­beits­leis­tung und die An­we­sen­heit während der be­trieb­li­chen Ar­beits­zeit an (vgl. Stau­din­ger-Ri­char­di/Fi­schin­ger, a.a.O., Rn. 841). Dar­an fehlt es im vor­lie­gen­den Fall. Prämie­ren woll­te die Be­klag­te ein frei­wil­li­ges En­ga­ge­ment für das Mit­ein­an­der im Be­trieb außer­halb der be­trieb­li­chen Ar­beits­zeit, das sie recht­lich ge­ra­de nicht ver­lan­gen kann, weil es nicht Be­stand­teil des ver­trag­li­chen Aus­tausch­verhält­nis­ses ist. Auf die Ausführun­gen un­ter Zif­fer 1a.) wird Be­zug ge­nom­men.

Et­was an­de­res folgt auch nicht aus der durch den Kläger zunächst in den Raum ge­stell­ten Be­haup­tung, die Be­klag­te ha­be mit der Zu­wen­dung der iPads die Mit­ar­bei­ter für ih­re im Jahr 2012 er­brach­te Ar­beit „be­loh­nen“ wol­len (Blatt 2 der Ak­te). Zum ei­nen hat der Kläger die­se Be­haup­tung auf den Vor­trag der Be­klag­ten, sie ha­be mit die­sem „Ge­schenk“ die At­trak­ti­vität ih­rer Be­triebs­fei­ern für die Mit­ar­bei­ter stei­gern wol­len, nicht wei­ter auf­recht­er­hal­ten. Zum an­de­ren spricht auch die – un­strei­ti­ge – Tat­sa­che, dass ge­ra­de nicht al­le, son­dern nur die auf der Weih­nachts­fei­er an­we­sen­den Mit­ar­bei­ter ein iPad er­hal­ten ha­ben, ge­gen die An­nah­me ei­ner Son­der­vergütung für ge­leis­te­te Ar­beit. Et­was an­de­res folgt auch nicht aus dem Wert des iPads. Sein Wert macht das iPad nicht zu ei­ner Son­der­vergütung für ge­leis­te­te Ar­beit. Die Kam­mer muss­te nicht ent­schei­den, ob vom Ar­beit­ge­ber als „Ge­schen­ke“ be­zeich­ne­te Zu­wen­dun­gen anläss­lich ei­ner Weih­nachts­fei­er be­reits des­halb als sol­che nicht mehr an­zu­se­hen sind, weil al­lein der fi­nan­zi­el­le Ge­gen­wert die An­nah­me na­he­legt, es han­de­le sich tatsächlich um ei­ne „ver­kapp­te Son­der­vergütung“. Ge­ge­be­nen­falls be­ste­hen­de Gren­zen sind nach

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Auf­fas­sung der Kam­mer durch die Zu­wen­dung ei­nes iPads mit ei­nem Wert von € 429,00 je­den­falls nicht über­schrit­ten wor­den.

Die Be­klag­te hat da­mit den an­we­sen­den Mit­ar­bei­tern als Be­stand­teil der Weih­nachts­fei­er ein iPad „zu­ge­wen­det“. Es han­delt sich hier­bei um ei­ne „Zu­wen­dung“ ei­ge­ner Art außer­halb des ar­beits­ver­trag­li­chen Aus­tausch­verhält­nis­ses.

c. 

Der gel­tend ge­mach­te An­spruch steht dem Kläger auch nicht un­ter dem Ge­sichts­punkt der Gleich­be­hand­lung zu. Die An­wend­bar­keit des all­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes un­ter­stellt, gilt für den vor­lie­gen­den Fall Fol­gen­des:

Ei­ne Weih­nachts­fei­er, für die kei­ne Teil­nah­me­ver­pflich­tung be­steht, fin­det – wie aus­geführt – außer­halb des Aus­tausch­verhält­nis­ses statt. Es kom­men die­je­ni­gen, die kom­men können und/oder kom­men wol­len. Dar­aus folgt – ähn­lich ei­ner Ein­la­dung – der Cha­rak­ter der Ver­an­stal­tung: Nur der, der kommt, kommt auch in den Ge­nuss des­sen, was es dort gibt. Im vor­lie­gen­den Fall gab es un­ter an­de­rem ein iPad.

Die­ser Ver­an­stal­tungs­cha­rak­ter um­schreibt zu­gleich den Ver­an­stal­tungs­zweck. Am Maßstab die­ses Zwe­ckes zu dif­fe­ren­zie­ren, ist sach­ge­recht. Aus wel­chen Gründen Mit­ar­bei­ter kom­men oder nicht kom­men, spielt kei­ne Rol­le. So­weit die Be­klag­te ei­nen wei­te­ren Zweck in der Wei­se ge­setzt hat, dass sie den Rah­men der Weih­nachts­fei­er ein­sch­ließlich der „Ge­schenküber­ra­schung“ at­trak­ti­ver ge­stal­ten und durch ein Her­um­spre­chen im Be­trieb er­rei­chen woll­te, dass in Zu­kunft mehr Mit­ar­bei­ter an be­trieb­li­chen Fei­ern als bis­her teil­neh­men, stellt auch die­ser Zweck ei­ne sach­ge­rech­te Dif­fe­ren­zie­rung dar. Mehr Mit­ar­bei­ter als bis­her zur Teil­nah­me an be­trieb­li­chen Ver­an­stal­tun­gen zu mo­ti­vie­ren, ist ein le­gi­ti­mer Zweck. Das von der Be­klag­ten ein­ge­setz­te Mit­tel – die Zu­wen­dung des iPads – ist auch nicht un­ge­eig­net, die­sen Zweck zu fördern, auch wenn der Ein­druck ver­blei­ben mag, die Be­klag­te ha­be hier – un­tech­nisch ge­spro­chen – ei­ne Lock­prämie aus­ge­lobt.

d. 

Et­was an­de­res folgt schließlich nicht aus der Tat­sa­che, dass die „Zu­wen­dung“ der iPads ge­genüber den Fi­nanz­behörden zu ver­steu­ern ist und die Be­klag­te die­se als anläss­lich der Weih­nachts­fei­er gewähr­te Zu­wen­dung pau­scha­liert (§ 40 EStG) – so hat sie es in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor der Kam­mer am 18.09.2013 vom Kläger un­wi­der­spro­chen vor­ge­tra­gen – ver­steu­ert hat. Der zur Lohn­steu­er­pau­scha­lie­rung nach § 40 EStG be­rech­ti­gen­de und da­mit er­for­der­li­che in­ne­re Zu­sam­men­hang zwi­schen der Zu­wen­dung und der Ver­an­stal­tung selbst (vgl. in­so­weit BFH 07.11.2006 – VI R 58/04 – zi­tiert nach ju­ris) steht zwi­schen den Par­tei­en nicht im Streit.

2. 

Der nach Ab­wei­sung des Haupt­an­tra­ges zur Ent­schei­dung ge­stell­te Hilfs­an­trag zu 1.) ist eben­falls un­be­gründet.

Der Kläger hat man­gels An­spruchs­grund­la­ge kei­nen An­spruch auf Übe­reig­nung ei­nes iPads mi­ni. Aus den glei­chen Gründen hat er kei­nen An­spruch auf Zah­lung des fi­nan­zi­el­len Ge­gen­wer­tes.

3. 

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Der Kläger hat kei­nen An­spruch auf Zah­lung der gel­tend ge­mach­ten Prämie in Höhe von € 3.000,00 aus dem ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz.

Die von dem Kläger in An­spruch ge­nom­me­ne Prämie ist nach un­be­strit­te­nem Vor­trag der Be­klag­ten, ei­ne Prämie, die die Be­klag­te an Mit­ar­bei­ter im La­ger am Maßstab der dort be­ste­hen­den Er­for­der­nis­se und Ge­ge­ben­hei­ten zahlt. Ei­ner von meh­re­ren zu­sam­men­wir­ken­den Pa­ra­me­tern sind krank­heits­be­ding­te Fehl­ta­ge. Der Kläger ist nicht im La­ger beschäftigt. Er gehört da­mit je­den­falls ei­ner an­de­ren Grup­pe von bei der Be­klag­ten beschäftig­ten Mit­ar­bei­tern an.

Der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ge­bie­tet dem Ar­beit­ge­ber, sei­ne Ar­beit­neh­mer oder Grup­pen von Ar­beit­neh­mern, die sich in ver­gleich­ba­rer La­ge be­fin­den, bei An­wen­dung ei­ner selbst ge­setz­ten Re­gel gleich zu be­han­deln. Er ver­bie­tet nicht nur die willkürli­che Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer in­ner­halb ei­ner Grup­pe, son­dern auch sach­frem­de Grup­pen­bil­dun­gen (BAG 27.07.2010 – 1 AZR 874/08 – zi­tiert nach ju­ris).

Der Kläger hat nicht dar­ge­legt, dass und wenn ja, aus wel­chen Gründen er mit den Mit­ar­bei­tern im Be­reich des La­gers ver­gleich­bar ist. Eben­so we­nig hat er ei­ne sach­frem­de Grup­pen­bil­dung durch die Be­klag­te be­haup­tet. Hier­auf hat die Kam­mer den Kläger in der münd­li­chen Ver­hand­lung am 18.09.2013 hin­ge­wie­sen.

4. 

Den im Ur­teil gemäß § 61 Abs. 1 ArbGG aus­zu­wei­sen­den Streit­wert hat die Kam­mer in Höhe der gel­tend ge­mach­ten For­de­run­gen so­wie wei­te­ren € 429,00 für den An­trag zu 1.) fest­ge­setzt. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 46 Abs. 2 ArbGG in Ver­bin­dung mit §§ 91, 269 Abs. 3 ZPO.

Die Be­ru­fung hat die Kam­mer gemäß § 64 Abs. 3 Zif­fer 1 ArbGG zu­ge­las­sen. 

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der kla­gen­den Par­tei Be­ru­fung ein­ge­legt wer­den. Für 55 die be­klag­te Par­tei ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Be­ru­fung muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich oder in elek­tro­ni­scher Form beim

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln 

Blu­ment­hals­traße 33 

50670 Köln 

Fax: 0221-7740 356 

ein­ge­gan­gen sein. 

Die elek­tro­ni­sche Form wird durch ein qua­li­fi­ziert si­gnier­tes elek­tro­ni­sches Do­ku­ment ge­wahrt, das nach Maßga­be der Ver­ord­nung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr bei den Ar­beits­ge­rich­ten im Lan­de Nord­rhein-West­fa­len (ERV­VO ArbG) vom 2. Mai 2013 in der je­weils gel­ten­den Fas­sung in die

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elek­tro­ni­sche Post­stel­le zu über­mit­teln ist. Nähe­re Hin­wei­se zum elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr fin­den Sie auf der In­ter­net­sei­te www.egvp.de.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach des­sen Verkündung.

Die Be­ru­fungs­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1. Rechts­anwälte, 

2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,

3. ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­te zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten. 

* Ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

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