Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Diskriminierung: Alter, Altersdiskriminierung, Oberarzt
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Akten­zeichen: 10 Sa 101/14
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 04.07.2014
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Düsseldorf - 1 Ca 3468/13
   

10 Sa 101/14
1 Ca 3468/13
Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf


Verkündet am 04. Ju­li 2014


Hülpert
Re­gie­rungs­beschäftig­te
als Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le


LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT DÜSSEL­DORF

IM NA­MEN DES VOL­KES

UR­TEIL

In dem Rechts­streit


des Herrn Prof. Dr. N. L., A. 57, E.,

- Kläger und Be­ru­fungskläger -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­ter: Rechts­an­walt Jürgen Wahl, Ber­li­ner Al­lee 32, 40212 Düssel­dorf,

g e g e n

die Hein­rich-Hei­ne-Uni­ver­sität Düssel­dorf, ver­tre­ten durch den Rek­tor, Uni­ver­sitäts­str. 1, 40225 Düssel­dorf,

- Be­klag­te und Be­ru­fungs­be­klag­te -

Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte Bu­se, He­be­rer, Fromm, Königs­al­lee 100, 40215 Düssel­dorf,

 

hat die 10. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 04.07.2014
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Mailänder als Vor­sit­zen­den so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Evertz und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Köchling

für Recht er­kannt:

Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 20.12.2013 – 1 Ca 3468/13 – wird auf sei­ne Kos­ten zurück­ge­wie­sen.

Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

- 2 -

T A T B E S T A N D :

Der 63 Jah­re al­te Kläger ist seit 1989 bei der be­klag­ten Uni­ver­sität an­ge­stellt. Sei­ne Auf­ga­be erfüllt er als Ober­arzt (Ope­ra­teur) in der Kli­nik für Kar­dio­vas­ku-läre Chir­ur­gie des Uni­ver­sitätskli­ni­kums Düssel­dorf.

Die be­klag­te Uni­ver­sität und das Uni­ver­sitätskli­ni­kum sind je­weils selbständi­ge Rechts­persönlich­kei­ten (An­stal­ten des öffent­li­chen Rechts). Das Nähe­re ist in ei­ner auf Grund­la­ge von § 31a Abs. 2 Hoch­schul­ge­setz NW (HG NW) er­gan­ge­nen "Rechts­ver­ord­nung für die Uni­ver­sitätskli­ni­ken Aa­chen, Bonn, Düssel­dorf, Es­sen, Köln und Müns­ter" (UK­VO) ge­re­gelt.

Gemäß § 2 Abs. 1 Satz 1 UK­VO dient das Uni­ver­sitätskli­ni­kum zum ei­nen dem Fach­be­reich Me­di­zin der Uni­ver­sität zur Erfüllung sei­ner Auf­ga­ben in For­schung und Leh­re, nimmt gemäß § 2 Abs. 1 Satz 2, 4 UK­VO zum an­de­ren aber auch Auf­ga­ben in der Kran­ken­ver­sor­gung ein­sch­ließlich der Hoch­schul-leis­tungs­me­di­zin und dem öffent­li­chen Ge­sund­heits­we­sen als ei­ge­ne ho­heit­li­che Auf­ga­be wahr.

Nach § 15 Satz 1 UK­VO ist das wis­sen­schaft­li­che Per­so­nal der Uni­ver­sität nach nähe­rer Aus­ge­stal­tung des Dienst­verhält­nis­ses und der Wid­mung oder Funk­ti­ons­be­schrei­bung der Stel­le ver­pflich­tet, im Uni­ver­sitätskli­ni­kum Auf­ga­ben der Kran­ken­ver­sor­gung und im öffent­li­chen Ge­sund­heits­we­sen, in der Fort- und Wei­ter­bil­dung der Ärz­tin­nen und Ärz­te so­wie in der Aus- und Wei­ter­bil­dung von An­gehöri­gen sons­ti­ger Fach­be­ru­fe des Ge­sund­heits­we­sens zu erfüllen.

Gemäß § 7 Abs. 3 Satz 3 der auf § 7 UK­VO be­ru­hen­den Sat­zung des Uni­ver­sitätskli­ni­kums gehört es zum Geschäfts­be­reich der ärzt­li­chen Di­rek­to­rin oder des ärzt­li­chen Di­rek­tors, für die Erfüllung der me­di­zi­ni­schen Auf­ga­ben des Uni­ver­sitätskli­ni­kums und ei­nen ge­ord­ne­ten und wirt­schaft­li­chen Be­triebs­ab­lauf im Be­reich der Kran­ken­ver­sor­gung zu sor­gen.

Gemäß § 12 Abs. 2 Satz 1 der Sat­zung trägt die Lei­te­rin oder der Lei­ter ei­ner Ab­tei­lung (Chefärz­tin/Chef­arzt) für die Be­hand­lung der Pa­ti­en­ten der Ab­tei­lung und für die der Kran­ken­ver­sor­gung die­nen­den Un­ter­su­chun­gen und sons­ti­gen Dienst­leis­tun­gen ih­rer oder sei­ner Ab­tei­lung die ärzt­li­che und fach­li­che Ver­ant­wor­tung, wo­bei sie oder er gemäß § 12 Abs. 2 Satz 3 der Sat­zung auf dem Ge­biet der Kran­ken­ver­sor­gung ge­genüber al­len Be­diens­te­ten der Ab­tei­lung wei­sungs­be­fugt ist.

Nach der Neu­be­set­zung der Po­si­ti­on des Kli­nik­di­rek­tors kam es zu Un­stim­mig­kei­ten zwi­schen die­sem und dem Kläger. Der Kläger hat be­haup­tet, seit dem Jahr 2009 wer­de er zu deut­lich we­ni­ger großen Herz­ope­ra­tio­nen her­an­ge-

- 3 -

zo­gen. Ihm wer­de auch kei­ne Wei­ter­bil­dung im Be­reich der mi­ni­mal-in­va­si­ven Ein­grif­fe ermöglicht. Dar­in er­blickt der Kläger ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen sei-nes Al­ters. Di­ver­se Gespräche, ein­sch­ließlich ei­nes Me­dia­ti­ons­ver­fah­rens, brach­ten kei­ne Lösung.

Der Kläger hat be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihn gemäß Ar­beits­ver­trag vom 08. Mai 1989 in Form der Ände­rungs- und Nach­trags­verträge als Ober­arzt und Ope­ra­teur zu beschäfti­gen, min­des­tens aber zu 100 Ope­ra­tio­nen / Jahr ein­zu­tei­len,

2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­ne Entschädi­gung nebst Zin­sen i.H.v. 5 %-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len, wo­bei die Höhe der Entschädi­gung in das Er­mes­sen des Ge­richts ge­stellt wird, aber ei­nen Be­trag von 5.000,00 EUR (i.W. fünf¬tau­send Eu­ro, Cent wie ne­ben­ste­hend) nicht un­ter­schrei­ten soll­te.


Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.


Die Be­klag­te hat die Be­haup­tun­gen des Klägers be­strit­ten und zu­dem vor­ge­bracht, dass sie über die Einsätze des Klägers im Kli­ni­kum nicht zu be­fin­den ha­be.

Mit Ur­teil vom 20.12.2013, auf des­sen Ent­schei­dungs­gründe we­gen der im Ein­zel­nen zu­grun­de­lie­gen­den Erwägun­gen ver­wie­sen wird, hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen, weil die Be­klag­te für bei­de Be­geh­ren nicht pas­siv le­gi­ti­miert sei.

Hier­ge­gen wen­det sich der Kläger mit sei­ner Be­ru­fung, we­gen de­ren teils wie­der­ho­len­den, teils ver­tie­fen­den De­tails auf die Be­ru­fungs­be­gründung ver­wie­sen wird. Er bringt vor, Ar­beit­ge­ber sei un­zwei­fel­haft die Be­klag­te. Dar­an ände­re sich auch nichts in­fol­ge des Um­stan­des, dass das Uni­ver­sitätskli­ni­kum im Rah­men ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­form als An­stalt des öffent­li­chen Rechts or­ga­ni­sa­to­risch ver­selbstständigt wor­den sei und nun im Rah­men ei­ner Ko­ope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung mit der Be­klag­ten zu­sam­men­ar­bei­te. Die Be­klag­te könne sich nicht mit Hin­weis auf die Ver­selbstständi­gung des Uni­ver­sitätskli­ni­kums ih­rer ge­setz­li­chen Ver­pflich­tun­gen ent­le­di­gen.

- 4 -


Der Kläger be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 20.12.2013, Az. 1 Ca 3468/13, auf­zu­he­ben und die Be­klag­te gemäß sei­nen erst­in­stanz­li­chen Schluss­anträgen zu ver­ur­tei­len.


Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.


Mit ih­rer Be­ru­fungs­be­ant­wor­tung, auf die we­gen der Ein­zel­hei­ten des zwei­tin-stanz­li­chen Vor­brin­gens ver­wie­sen wird, ver­tei­digt sie das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts un­ter Wie­der­ho­lung und Ver­tie­fung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­trags.

Im Übri­gen wird von ei­ner wei­ter­ge­hen­den Dar­stel­lung des Tat­be­stan­des ge-mäß § 69 Abs. 2 ArbGG ab­ge­se­hen und we­gen der Ein­zel­hei­ten des zu­grun­de­lie­gen­den Sach­ver­halts so­wie des wi­der­strei­ten­den Sach­vor­trags und der un­ter­schied­li­chen Rechts­auf­fas­sun­gen der Par­tei­en gemäß § 69 Abs. 3 Satz 2 ArbGG ergänzend auf den Ak­ten­in­halt, ins­be­son­de­re die wech­sel­sei­ti­gen Schriftsätze der Par­tei­en nebst An­la­gen so­wie die Pro­to­kol­le der münd­li­chen Ver­hand­lun­gen aus bei­den In­stan­zen Be­zug ge­nom­men.

 

E N T S C H E I D U N G S G R Ü N D E :

I.

Die den An­for­de­run­gen der §§ 66 Abs. 1, 64 Abs. 1, 2, 6 ArbGG in Ver­bin­dung mit §§ 519, 520 ZPO genügen­de und des­halb zulässi­ge Be­ru­fung konn­te in der Sa­che kei­nen Er­folg ha­ben. Das Ar­beits­ge­richt hat den Rechts­streit rich­tig ent­schie­den, in­dem es die Kla­ge mit bei­den Anträgen ab­ge­wie­sen hat.


1. Der Kläger kann von der be­klag­ten Uni­ver­sität nicht ver­lan­gen, ihn gemäß Ar­beits­ver­trag vom 08. Mai 1989 in Form der Ände­rungs- und Nach­trags­verträge als Ober­arzt und Ope­ra­teur zu beschäfti­gen, min­des­tens aber zu 100 Ope­ra­tio­nen / Jahr ein­zu­tei­len.

- 5 -


a) Der auf tatsächli­che Beschäfti­gung ge­rich­te­te Kla­ge­an­trag zu 1. schei­tert schon dar­an, dass die be­klag­te Uni­ver­sität kein Kran­ken­haus be­treibt, in dem sie den Kläger ent­spre­chend sei­nem Be­geh­ren tatsächlich als Ope­ra­teur ein­set­zen könn­te.

Nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat der Ar­beit­neh­mer zwar grundsätz­lich ei­nen An­spruch dar­auf, ent­spre­chend sei­nem Ar­beits­ver­trag auch wirk­lich beschäftigt zu wer­den. Der Ar­beit­ge­ber ist nicht nur Schuld­ner der ver­ein­bar­ten Vergütung, son­dern er hat grundsätz­lich den Ar­beit­neh­mer auch ver­trags­gemäß zu beschäfti­gen (BAG, Ur­teil vom 13. Ju­ni 1990 – 5 AZR 350/89 –, ju­ris, Rn. 16). Der Beschäfti­gungs­an­spruch entfällt aber, wenn dem Ar­beit­ge­ber ei­ne tatsächli­che Beschäfti­gung unmöglich ist (§ 275 BGB). Setzt die Leis­tung ei­ne be­stimm­te Grund­la­ge vor­aus, im Ar­beits­recht al­so den Ar­beits­platz im Be­trieb des Ar­beit­ge­bers, kann mit des­sen Weg­fall die ursprüng­lich ge­schul­de­te Leis­tung nicht mehr er­bracht wer­den; sie ist ob­jek­tiv unmöglich ge­wor­den (BAG, Ur­teil vom 13. Ju­ni 1990 – 5 AZR 350/89 –, ju­ris, Rn. 18 m.w.N. ). So verhält es sich hier.


b) Darüber hin­aus geht der Kla­ge­an­trag zu 1. auch des­halb ins Lee­re, weil der be­klag­ten Uni­ver­sität das zur Um­set­zung des kläge­ri­schen Be­geh­rens er­for­der­li­che Wei­sungs­recht von Ge­set­zes we­gen ent­zo­gen ist.

Grundsätz­lich ob­liegt es dem Ar­beit­ge­ber gemäß § 106 Ge­wO In­halt, Ort und Zeit der Ar­beits­leis­tung nach bil­li­gem Er­mes­sen näher zu be­stim­men. Dies al­ler­dings nur, so­weit die Ar­beits­be­din­gun­gen nicht durch Ar­beits­ver­trag, Be­stim­mun­gen ei­ner Be­triebs­ver­ein­ba­rung, ei­nes an­wend­ba­ren Ta­rif­ver­tra­ges oder ge­setz­li­che Vor­schrif­ten fest­ge­legt sind.

Mit dem Kla­ge­an­trag zu 1. be­gehrt der Kläger ei­ne kon­kre­te Ein­fluss­nah­me auf die me­di­zi­ni­schen und fach­li­chen Dis­po­si­tio­nen bezüglich der Kran­ken­ver­sor­gung im Uni­ver­sitätskli­ni­kum. Gemäß § 7 Abs. 3 Satz 3 der Sat­zung des Uni­ver­sitätskli­ni­kums hat je­doch al­lein der ärzt­li­che Di­rek­tor des Uni­ver­sitätskli­ni­kums für die Erfüllung der me­di­zi­ni­schen Auf­ga­ben des Uni­ver­sitätskli­ni­kums und ei­nen ge­ord­ne­ten und wirt­schaft­li­chen Be­triebs­ab­lauf im Be­reich der Kran­ken­ver­sor­gung zu sor­gen. In den ein­zel­nen Ab­tei­lun­gen - hier al­so kon­kret in der Kli­nik für Kar­dio­vas­kuläre Chir­ur­gie - ist das Wei­sungs­recht auf dem Ge­biet der Kran­ken­ver­sor­gung ge­genüber al­len Be­diens­te­ten der Ab­tei­lung durch § 12 Abs. 2 Satz 3 der Sat­zung dem je­wei­li­gen Ab­tei­lungs­lei­ter, d.h. dem Chef­arzt, zu­ge­wie­sen.

Bei die­sen Be­fug­nis­zu­wei­sun­gen han­delt es sich um ge­setz­li­che Vor­schrif­ten i.S.d. § 106 Ge­wO, denn da­zu zählt auch sog. ab­ge­lei­te­tes Recht, hier al­so die

- 6 -

Recht­set­zung durch die Sat­zung des Uni­ver­sitätskli­ni­kums, die ih­re Rechts­grund­la­ge in § 7 der UK­VO hat, die ih­rer­seits auf der Ver­ord­nungs­ermäch­ti­gung in § 31a Abs. 2 HG NW fußt.

Folg­lich sind hier die Ar­beits­be­din­gun­gen auf dem Ge­biet der Kran­ken­ver­sor­gung durch ge­setz­li­che Vor­schrift ei­ner nähe­ren Kon­kre­ti­sie­rung durch die be­klag­te Uni­ver­sität ent­zo­gen und dem aus­sch­ließli­chen Wei­sungs­recht des Uni­ver­sitätskli­ni­kums bzw. der dort ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen zu­ge­wie­sen. Die­ser Dis­po­si­ti­on durch "ar­beit­ge­ber­frem­de" Ak­teu­re ist der Kläger auch nicht et­wa auf­grund ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen mit der be­klag­ten Uni­ver­sität und/oder dem Uni­ver­sitätskli­ni­kum, son­dern auf­grund der ihm durch § 15 Satz 1 UK­VO
– d. h. von Ge­set­zes we­gen - auf­er­leg­ten Ver­pflich­tung un­ter­wor­fen, auf die die be­klag­te Uni­ver­sität er­sicht­lich eben­falls kei­nen Ein­fluss neh­men kann.


2. Der Kläger hat ge­genüber der be­klag­ten Uni­ver­sität auch kei­nen An­spruch auf Entschädi­gung we­gen Dis­kri­mi­nie­rung. Ein sol­cher er­gibt sich ins­be­son­de­re nicht aus § 15 Abs. 2 AGG.

Es kann da­hin­ste­hen, ob dem Kläger da­durch ei­ne un­ge­recht­fer­tig­te Dis­kri­mi-nie­rung we­gen sei­nes Al­ters wi­derfährt, dass er - nach sei­ner Be­haup­tung - durch das Uni­ver­sitätskli­ni­kum bzw. die für die­ses han­deln­den Per­so­nen we­ni­ger zu be­stimm­ten Ope­ra­tio­nen ein­ge­teilt wird als jünge­re Kol­le­gen. Denn selbst wenn dem so wäre, ergäbe sich dar­aus kein An­spruch ge­genüber der be­klag­ten Uni­ver­sität.

Zwar be­steht der Entschädi­gungs­an­spruch we­gen ei­nes Scha­dens, der nicht Vermögens­scha­den ist, nach § 15 Abs. 2 Satz 1 AGG ver­schul­dens­un­ab-hängig. Da­bei hat der Ar­beit­ge­ber wie bei § 15 Abs. 1 AGG außer für ei­ge­nes (Or­ga­ni­sa­ti­ons-) Ver­schul­den ent­spre­chend § 31 BGB auch für das­je­ni­ge von ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Or­gan­mit­glie­dern ein­zu­ste­hen und muss ggf. auch ent­spre­chend § 278 BGB oder § 831 BGB für dis­kri­mi­nie­ren­des Ver­hal­ten sei­ner sons­ti­gen Erfüllungs- oder Ver­rich­tungs­ge­hil­fen haf­ten. Bei dem Uni­ver­sitätskli­ni­kum oder den dort han­deln­den Per­so­nen han­delt es sich aber er­kenn­bar nicht um Or­gan­mit­glie­der der be­klag­ten Uni­ver­sität ent­spre­chend § 31 BGB. Es kann auch kei­ne Re­de da­von sein, dass das Uni­ver­sitätskli­ni­kum oder die dort han­deln­den Per­so­nen, na­ment­lich der Ärzt­li­che Di­rek­tor oder der Chef­arzt der be­trof­fe­nen Ab­tei­lung, ent­spre­chend § 278 BGB und/oder § 831 BGB als Erfüllungs- oder Ver­rich­tungs­ge­hil­fen der Uni­ver­sität tätig würden. Im Ge­gen­teil: Auf dem Ge­biet der Kran­ken­ver­sor­gung, um die es hier geht, nimmt das Uni­ver­sitätskli­ni­kum kraft aus­drück­li­cher ge­setz­li­cher Zu­wei­sung ei­ge­ne ho­heit­li­che Auf­ga­ben wahr. Aus die­sem Grun­de tref­fen die be­klag­te Uni­ver­sität auf die­sem

- 7 -

Ge­biet auch kei­ne ei­ge­nen Or­ga­ni­sa­ti­ons­pflich­ten, ge­gen die sie ver­s­toßen ha­ben könn­te.


II.

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 64 Abs. 6 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 97 Abs. 1 ZPO.


III.

Für ei­ne Zu­las­sung der Re­vi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt be­stand an­ge­sichts der dafür gel­ten­den Vor­aus­set­zun­gen des § 72 Abs. 2 ArbGG kei­ne Ver­an­las­sung.


RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG:

Ge­gen die­ses Ur­teil ist ein Rechts­mit­tel nicht ge­ge­ben.
We­gen der Möglich­keit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de wird auf § 72 a ArbGG ver­wie­sen.

 


Mailänder

Dr. Evertz

Köchling

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 10 Sa 101/14  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880