Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Altersdiskriminierung, Ausschlussfrist
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 6 AZR 628/14
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 18.02.2016
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Darmstadt, Urteil vom 28.11.2013 - 8 Ca 575/11
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 22.7.2014 - 13 Sa 18/14
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

6 AZR 628/14
13 Sa 18/14
Hes­si­sches
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
18. Fe­bru­ar 2016

UR­TEIL

Gaßmann, Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin, Re­vi­si­onskläge­rin und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

pp.

Kläger, Be­ru­fungskläger, Be­ru­fungs­be­klag­ter, Re­vi­si­ons­be­klag­ter und Re­vi­si­onskläger,

hat der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 18. Fe­bru­ar 2016 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Fi­scher­mei­er, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt

 

- 2 - 

Spel­ge, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Krum­bie­gel so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter St­ein­brück und Lauth für Recht er­kannt:

1. Die Re­vi­si­on des Klägers wird zurück­ge­wie­sen.

2. Auf die Re­vi­si­on der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 22. Ju­li 2014 - 13 Sa 18/14 - un­ter Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on im Übri­gen teil­wei­se auf­ge­ho­ben.

3. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Darm­stadt vom 28. No­vem­ber 2013 - 8 Ca 575/11 - teil­wei­se ab­geändert und zur Klar­stel­lung wie folgt ge­fasst:

Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger 1.075,24 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz der EZB seit dem 27. Ju­ni 2013 zu zah­len. Im Übri­gen wird die Kla­ge ab­ge­wie­sen.

4. Die Kos­ten des Rechts­streits trägt der Kläger zu 81 % und die Be­klag­te zu 19 %.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten noch über die Höhe ei­ner ta­rif­li­chen Ein­kom­mens­si­che­rungs­zu­la­ge.

Der Kläger ist 1967 ge­bo­ren und un­ter Berück­sich­ti­gung von an­re­chen­ba­ren Zei­ten seit dem 1. Ju­li 1988 bei der be­klag­ten Bun­des­re­pu­blik beschäftigt. Kraft bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung fin­den die Ta­rif­verträge des öffent­li­chen Diens­tes An­wen­dung. Seit dem 1. Sep­tem­ber 2006 er­folg­te ei­ne Ein­kom­mens­si­che­rung nach Maßga­be des § 6 des Ta­rif­ver­trags über so­zi­al­verträgli­che Be­gleit­maßnah­men im Zu­sam­men­hang mit der Um­ge­stal­tung der Bun­des­wehr

 

- 3 - 

(TV Um­Bw) vom 18. Ju­li 2001. Der Kläger er­hielt mo­nat­lich ei­ne persönli­che Zu­la­ge nach § 6 Abs. 1 TV Um­Bw in Höhe von zunächst 330,54 Eu­ro brut­to.

In der Fas­sung des Ände­rungs­ta­rif­ver­trags Nr. 2 vom 4. De­zem­ber 2007 be­stimm­te § 6 Abs. 3 TV Um­Bw zur Dy­na­mi­sie­rung der persönli­chen Zu­la­ge Fol­gen­des:

„1Die persönli­che Zu­la­ge nimmt an all­ge­mei­nen Ent­gel­terhöhun­gen teil. 2Ungeachtet von Satz 1 ver­rin­gert sie sich nach Ab­lauf der sich aus § 34 Abs. 1 TVöD oh­ne Berück­sich­ti­gung des § 34 Abs. 2 TVöD er­ge­ben­den Kündi­gungs­frist bei je­der all­ge­mei­nen Ent­gel­terhöhung bei Beschäftig­ten, die

a) ei­ne Beschäfti­gungs­zeit von 15 Jah­ren zurück­ge­legt und noch nicht das 55. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben, um ein Drit­tel,

b) noch kei­ne Beschäfti­gungs­zeit von 15 Jah­ren zurück­ge­legt ha­ben, um zwei Drit­tel

des Erhöhungs­be­tra­ges. ... 4Die Ver­rin­ge­rung un­ter­bleibt in den Fällen, in de­nen die/der Beschäftig­te

a) das 55. Le­bens­jahr voll­endet und ei­ne Beschäfti­gungs­zeit von 15 Jah­ren zurück­ge­legt hat,

b) ei­ne Beschäfti­gungs­zeit von 25 Jah­ren zurück­ge­legt hat oder

c) zum Zeit­punkt der Maßnah­me nach § 1 Abs. 1 be­reits auf Grund ei­ner frühe­ren Per­so­nal­maßnah­me nach die­sem Ta­rif­ver­trag, nach dem Ta­rif­ver­trag über ei­nen so­zi­al­verträgli­chen Per­so­nal­ab­bau im Be­reich des Bun­des­mi­nis­ters der Ver­tei­di­gung oder ei­nem der Ta­rif­verträge über den Ra­tio­na­li­sie­rungs­schutz vom 9. Ja­nu­ar 1987 ei­ne Vergütungs-Lohn-und Ent­gelt­si­che­rung er­hal­ten hat.

...“

Ei­ne in­halt­lich gleich­lau­ten­de Re­ge­lung enthält § 6 Abs. 3 TV Um­Bw idF des Ände­rungs­ta­rif­ver­trags Nr. 3 vom 10. De­zem­ber 2010.

Auf­grund der seit dem 1. Ja­nu­ar 2008 er­folg­ten Ent­gel­terhöhun­gen kürz­te die Be­klag­te die persönli­che Zu­la­ge nach § 6 Abs. 3 Satz 2 Buchst. a TV Um­Bw auf zu­letzt 240,27 Eu­ro brut­to. Sie nahm da­bei je­weils ei­ne Kürzung um ein Drit­tel des auf das lau­fen­de Ent­gelt ent­fal­len­den Erhöhungs­be­trags vor.

 

- 4 - 

Der Kläger hat zunächst die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Zu­la­ge dürfe nur bezüglich des Erhöhungs­be­trags gekürzt wer­den, der auf die persönli­che Zu­la­ge selbst ent­fal­le. Die­sen An­spruch mach­te er erst­mals mit Schrei­ben vom 25. Sep­tem­ber 2008 schrift­lich gel­tend und hat mit sei­ner 2011 ein­ge­reich­ten Kla­ge zunächst die sich aus die­ser Rechts­auf­fas­sung er­ge­ben­de Ent­gelt­dif­fe­renz für die Zeit von Ja­nu­ar 2008 bis ein­sch­ließlich De­zem­ber 2011 be­gehrt. Nach­dem das Ver­fah­ren bis zur höchst­rich­ter­li­chen Klärung die­ser Fra­ge ge­ruht hat­te, be­ruft sich der Kläger seit Auf­nah­me des Ver­fah­rens mit Schrift­satz vom 6. Mai 2013, der der Be­klag­ten am 21. Mai 2013 zu­ge­stellt wor­den ist, dar­auf, dass § 6 Abs. 3 Satz 2 TV Um­Bw un­mit­tel­bar al­ters­dis­kri­mi­nie­rend sei, so­weit da­nach die Zu­la­ge gekürzt wer­de, wenn der Ar­beit­neh­mer wie der Kläger ei­ne Be­triebs­zu­gehörig­keit von min­des­tens 15 Jah­ren auf­wei­se, aber noch nicht min­des­tens 55 Jah­re alt sei. In­so­weit stützt sich der Kläger auf das ob­iter dic­tum des Se­nats in sei­ner Ent­schei­dung vom 15. No­vem­ber 2012 (- 6 AZR 359/11 -). Die Zu­la­ge ha­be da­her über­haupt nicht gekürzt wer­den dürfen. Ihm müsse des­halb die Dif­fe­renz nach­ge­zahlt wer­den, die sich für die Zeit von Ja­nu­ar 2008 bis Ju­ni 2013 zu den tatsächlich ge­zahl­ten Beträgen er­ge­be.

Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, er ha­be für den ge­sam­ten Streit­zeit­raum die ta­rif­li­che Aus­schluss­frist be­reits mit der Gel­tend­ma­chung vom 25. Sep­tem­ber 2008 ge­wahrt. Je­den­falls han­de­le die Be­klag­te treu­wid­rig, wenn sie sich auf die Aus­schluss­frist be­ru­fe. Auf­grund ih­res Pro­zess­ver­hal­tens ha­be er dar­auf ver­trau­en dürfen, dass während des Ru­hens des Ver­fah­rens kei­ne Frist­versäum­nis ein­tre­te.

Der Kläger hat - so­weit für die Re­vi­si­on noch von Be­deu­tung - zu­letzt be­an­tragt,

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 5.516,78 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz der EZB seit Rechtshängig­keit zu zah­len.

Die Be­klag­te hat zur Be­gründung ih­res Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trags vor­ge­tra­gen, der Kläger ha­be die ta­rif­li­che Aus­schluss­frist versäumt. Sie han­de­le auch nicht treu­wid­rig, wenn sie sich auf den Ab­lauf der Aus­schluss­frist be­ru­fe.

 

- 5 - 

Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge in Höhe von 4.071,08 Eu­ro brut­to statt­ge­ge­ben. Die Aus­schluss­frist des § 37 Abs. 1 TVöD-AT sei für den ursprüng­li­chen Kla­ge­zeit­raum nur in Höhe der zunächst er­ho­be­nen Kla­ge­for­de­rung ge­wahrt. Darüber hin­aus­ge­hen­de Dif­fe­renz­beträge sei­en ver­fal­len.

Ge­gen die­ses Ur­teil ha­ben bei­de Par­tei­en im Um­fang ih­res wech­sel­sei­ti­gen Un­ter­lie­gens Be­ru­fung ein­ge­legt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat bei­de Be­ru­fun­gen zurück­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt für bei­de Par­tei­en zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on grei­fen die­se im Um­fang ih­res wech­sel­sei­ti­gen Un­ter­lie­gens die Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts an.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist teil­wei­se be­gründet. Die Re­ge­lung in § 6 Abs. 3 Satz 2 Buchst. a iVm. Satz 4 Buchst. a TV Um­Bw ist zwar al­ters­dis­kri­mi­nie­rend. Dar­um hat­te der Kläger für den streit­be­fan­ge­nen Zeit­raum grundsätz­lich An­spruch auf ei­ne un­ein­ge­schränk­te Dy­na­mi­sie­rung der persönli­chen Zu­la­ge. Die vor No­vem­ber 2012 fällig ge­wor­de­nen Ansprüche des Klägers auf Ent­gelt­nach­zah­lung sind je­doch ver­fal­len. In­so­weit ist die Kla­ge un­be­gründet. Die Re­vi­si­on des Klägers ist da­ge­gen un­be­gründet. Ihm steht die be­gehr­te höhe­re Ent­gelt­nach­zah­lung von 1.445,70 Eu­ro brut­to nicht zu, son­dern nur ei­ne Nach­zah­lung von 1.075,24 Eu­ro brut­to für die Zeit von No­vem­ber 2012 bis Ju­ni 2013.

I. Die Re­ge­lung in § 6 Abs. 3 Satz 2 Buchst. a iVm. Satz 4 Buchst. a TV Um­Bw führt zu ei­ner un­mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung jünge­rer Beschäftig­ter, die wie der Kläger ei­ne Be­triebs­zu­gehörig­keit von min­des­tens 15 Jah­ren auf-wei­sen, so­weit sie in­ner­halb die­ses Per­so­nen­krei­ses Beschäftig­te we­gen der Voll­endung des 55. Le­bens­jah­res begüns­tigt. Das hat für die hier al­lein streit­be­fan­ge­ne Ver­gan­gen­heit im Er­geb­nis ei­ne „An­pas­sung nach oben“ zur Fol­ge, so dass der Kläger für den streit­be­fan­ge­nen Zeit­raum ei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner un­ein­ge­schränkt gemäß § 6 Abs. 3 Satz 1 TV Um­Bw dy­na­mi­sier­ten per-

 

- 6 - 

sönli­chen Zu­la­ge nach § 6 Abs. 1 TV Um­Bw er­wor­ben hat­te. In­so­weit nimmt der Se­nat auf sei­ne Ausführun­gen im Ur­teil vom 18. Fe­bru­ar 2016 (- 6 AZR 700/14 - Rn. 16 ff.) Be­zug und ver­weist zur Ver­mei­dung von Wie­der­ho­lun­gen dar­auf.

II. Die vor No­vem­ber 2012 fällig ge­wor­de­nen Ent­gelt­nach­zah­lungs­ansprüche sind je­doch gemäß § 37 Abs. 1 TVöD-AT ver­fal­len. Auch das Ge­bot von Treu und Glau­ben führt zu kei­nem an­de­ren Er­geb­nis. Sch­ließlich ist die Be­klag­te mit dem Ein­wand des § 37 TVöD-AT auch nicht präklu­diert.

1. Ent­ge­gen der An­sicht des Klägers ist die Aus­schluss­frist nicht erst mit Kennt­nis der Ent­schei­dungs­gründe des Ur­teils des Se­nats vom 15. No­vem­ber 2012 (- 6 AZR 359/11 -), son­dern je­weils mit der gemäß § 24 Abs. 1 Satz 2 bzw. Satz 3 TVöD-AT am Mo­nats­en­de ein­ge­tre­te­nen Fällig­keit des An­spruchs auf die persönli­che Zu­la­ge nach § 6 Abs. 1 TV Um­Bw an­ge­lau­fen. Dem Kläger wäre es be­reits vor Kennt­nis der Ent­schei­dung des Se­nats vom 15. No­vem­ber 2012 (- 6 AZR 359/11 -) oh­ne Wei­te­res tatsächlich möglich ge­we­sen, die nun-mehr ver­folg­ten Ansprüche auf Zah­lung der un­ein­ge­schränkt dy­na­mi­sier­ten persönli­chen Zu­la­ge zu be­zif­fern und gel­tend zu ma­chen. Sämt­li­che dafür er­for­der­li­chen Be­rech­nungs­grund­la­gen wa­ren ihm be­kannt.

a) Ta­rif­li­che Aus­schluss­fris­ten die­nen der Rechts­si­cher­heit und der Rechts­klar­heit. Der An­spruchs­geg­ner soll sich auf die aus Sicht des An­spruch­stel­lers noch of­fe­ne For­de­rung recht­zei­tig ein­stel­len, Be­wei­se si­chern und ggf. Rück­la­gen bil­den können (BAG 13. De­zem­ber 2007 - 6 AZR 222/07 - Rn. 18, BA­GE 125, 216). Er soll vor der Ver­fol­gung von Ansprüchen, mit de­ren Gel­tend­ma­chung er nicht rech­net und auch nicht rech­nen muss, geschützt wer­den (BAG 3. Ju­li 2013 - 4 AZR 476/12 - Rn. 44; vgl. be­reits RG 27. Fe­bru­ar 1940 - RAG 162/39 -).

b) Aus­ge­hend von die­sem Zweck ist die Fällig­keit im Sin­ne der Aus­schluss­frist nach ei­nem all­ge­mei­nen und ob­jek­ti­ven Maßstab zu be­stim­me (BAG 23. Au­gust 1990 - 6 AZR 554/88 - zu II 2 a der Gründe, BA­GE 66, 29).

Die Un­kennt­nis der Rechts­la­ge hat des­halb grundsätz­lich eben­so we­nig wie

 

- 7 - 

ei­ne recht­li­che Fehl­einschätzung Ein­fluss auf den Zeit­punkt der Fällig­keit und da­mit den Be­ginn der Aus­schluss­frist (für ei­nen aus ei­ner richt­li­ni­en­kon­form fort­ge­bil­de­ten Norm re­sul­tie­ren­den An­spruch BAG 21. Fe­bru­ar 2012 - 9 AZR 486/10 - Rn. 22 f.; für die Ver­ken­nung der Not­wen­dig­keit ei­ner ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung ei­ner Be­stim­mung: BAG 19. Mai 2011 - 6 AZR 806/09 - Rn. 18; 13. De­zem­ber 2007 - 6 AZR 222/07 - Rn. 19 f., BA­GE 125, 216). Dem An­spruch­stel­ler sind in die­ser Kon­stel­la­ti­on die Tat­sa­chen, die sei­nen An­spruch be­gründen, un­ein­ge­schränkt be­kannt. Er er­kennt le­dig­lich die sich dar­aus er­ge­ben­den recht­li­chen Kon­se­quen­zen nicht und macht dar­um den An­spruch nicht gel­tend. Die­se Untätig­keit fällt al­lein in sei­ne Ri­si­ko­sphäre. Dar­in liegt der Un­ter­schied zu den vom Kläger her­an­ge­zo­ge­nen Fällen (vgl. BAG 19. Fe­bru­ar 2004 - 6 AZR 664/02 - zu I 4 b bb der Gründe), in de­nen es - et­wa im Fal­le ei­ner Ge­haltsüber­zah­lung - dem An­spruch­stel­ler prak­tisch unmöglich ist, den An­spruch mit Fällig­keit gel­tend zu ma­chen, weil die rechts­be­gründen­den Tat­sa­chen in der Sphäre des An­spruchs­geg­ners lie­gen.

c) Aus der eben­falls vom Kläger an­geführ­ten Recht­spre­chung, ein An­spruch wer­de erst fällig im Sin­ne ei­ner ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist, wenn ihn der An­spruch­stel­ler annähernd be­zif­fern könne (vgl. nur BAG 31. Ju­li 2014 - 6 AZR 759/12 - Rn. 31 so­wie die vom Kläger ge­nann­te Ent­schei­dung BAG 1. März 2006 - 5 AZR 511/05 - Rn. 14, BA­GE 117, 165), folgt nichts an­de­res. Sie be­zieht sich al­lein auf die zur Be­zif­fe­rung er­for­der­li­chen Tat­sa­chen­grund­la­gen des An­spruchs, nicht aber auf die Kennt­nis der recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen ei­nes An­spruchs (vgl. BAG 16. Mai 1984 - 7 AZR 143/81 - zu II 1 der Gründe).

2. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Un­recht an­ge­nom­men, dass die Gel­tend­ma­chung vom 25. Sep­tem­ber 2008 die Aus­schluss­frist auch für den nun-mehr streit­be­fan­ge­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en und dar­um un­ein­ge­schränkt dy­na­mi­sier­ten persönli­chen Zu­la­ge nach § 6 Abs. 1 TV Um­Bw wahr­te. Dies rügt die Re­vi­si­on der Be­klag­ten mit Er­folg. Ei­ne Gel­tend­ma­chung die­ses An­spruchs iSv. § 37 Abs. 1 TVöD-AT ist erst mit dem Wie­der­auf­nah­me­schrift­satz vom 6. Mai 2013 er­folgt.

 

- 8 - 

a) Für ei­ne ord­nungs­gemäße Gel­tend­ma­chung iSd. § 37 Abs. 1 TVöD-AT ist er­for­der­lich, dass der An­spruchs­geg­ner zur Erfüllung ei­nes be­stimm­ten An­spruchs auf­ge­for­dert wird. Der An­spruch­stel­ler muss un­miss­verständ­lich zum Aus­druck brin­gen, dass er In­ha­ber ei­ner nach Grund und Höhe spe­zi­fi­zier­ten For­de­rung ist und auf der Erfüllung die­ser For­de­rung be­steht (vgl. BAG 20. Ju­ni 2002 - 8 AZR 488/01 - zu II 2 e aa der Gründe). Der An­spruchs­geg­ner muss aus­ge­hend von sei­nem Empfänger­ho­ri­zont er­ken­nen können, um wel­che For­de­rung es sich han­delt (vgl. BAG 18. März 1999 - 6 AZR 523/97 - zu B II 3 a der Gründe). Das setzt vor­aus, dass der An­spruch sei­nem Grun­de nach hin­rei­chend deut­lich be­zeich­net und die Höhe des An­spruchs so­wie der Zeit­raum, für den er ver­folgt wird, mit der für den An­spruchs­geg­ner not­wen­di­gen Deut­lich­keit er­sicht­lich ge­macht wird. Die Art des An­spruchs und die Tat­sa­chen, auf die die­ser gestützt wird, müssen er­kenn­bar sein. Lie­gen die­se Vor­aus­set­zun­gen vor, ist ei­ne Be­zif­fe­rung nicht zwin­gend er­for­der­lich (vgl. BAG 19. Au­gust 2015 - 5 AZR 1000/13 - Rn. 24). Nur bei ei­ner Gel­tend­ma­chung, die die­sen An­for­de­run­gen genügt, wird der Zweck ta­rif­li­cher Aus­schluss­fris­ten, für Rechts­si­cher­heit und Rechts­klar­heit zu sor­gen, ge­wahrt.

b) Die Gel­tend­ma­chung vom 25. Sep­tem­ber 2008 wahr­te zwar hin­sicht­lich der ursprüng­lich zwi­schen den Par­tei­en strei­ti­gen Be­rech­nung des Ab­schmel­zungs­be­trags der persönli­chen Zu­la­ge nach § 6 Abs. 1 TV Um­Bw die ta­rif­li­che Aus­schluss­frist. An­ders als der Kläger be­haup­tet, hat er nicht (nur) ver­langt, dass § 6 TV Um­Bw „rich­tig an­ge­wandt“ wird - was zur Gel­tend­ma­chung nicht genügt hätte -, son­dern kon­kret deut­lich ge­macht, dass, war­um und in­wie­weit er die Be­rech­nung der Zu­la­ge durch die Be­klag­te für un­zu­tref­fend hält. Er hat als Grund für den Wi­der­spruch ge­gen die Neu­fest­set­zung der persönli­chen Zu­la­ge an­ge­ge­ben: „Die Ver­rin­ge­rung um 1/3, bzw. 2/3 der persönli­chen Zu­la­ge gemäß § 6 TV Um­Bw be­zieht sich nur auf den Erhöhungs­be­trag der persönli­chen Zu­la­ge und nicht wie in mei­ner Neu­fest­set­zung be­rech­net wur­de, auf die Erhöhung des lau­fen­den Ent­gel­tes“.

c) Der nun­mehr streit­be­fan­ge­ne An­spruch auf Be­sei­ti­gung der al­ters­dis­kri­mi­nie­ren­den Re­ge­lun­gen in § 6 Abs. 3 Satz 2 Buchst. a und Satz 4 Buchst. a

 

- 9 - 

TV Um­Bw wird von der Gel­tend­ma­chung vom 25. Sep­tem­ber 2008 da­ge­gen nicht er­fasst. Es han­delt sich da­bei um ei­nen ei­genständi­gen An­spruch, der auf ei­nem an­de­ren Le­bens­sach­ver­halt be­ruht, und da­mit um ei­nen an­de­ren Streit­ge­gen­stand (zum Streit­ge­gen­stands­be­griff vgl. BAG 25. Sep­tem­ber 2013 - 10 AZR 454/12 - Rn. 17, BA­GE 146, 123). Dies steht der Wah­rung der Aus­schluss­frist ent­ge­gen (vgl. für die Gel­tend­ma­chung der Vergütung aus ei­ner höhe­ren Vergütungs­grup­pe, die zur Wah­rung der Aus­schluss­frist für den An­spruch auf Vergütung aus der nied­ri­ge­ren Vergütungs­grup­pe grundsätz­lich nicht aus­reicht, BAG 3. Au­gust 2005 - 10 AZR 559/04 - zu II 1 c aa der Gründe). Die An­nah­me des Lan­des­ar­beits­ge­richts, für ei­ne Gel­tend­ma­chung genüge es, wenn deut­lich wer­de, dass der Ar­beit­neh­mer die Kürzun­gen nicht ak­zep­tie­re und die Zah­lung ei­ner höhe­ren persönli­chen Zu­la­ge ver­lan­ge, berück­sich­tigt nicht, dass die Ent­schei­dung des An­spruchs­geg­ners, ob er die gel­tend ge­mach­te For­de­rung erfüllen will, ge­ra­de von der für die For­de­rung an­geführ­ten (recht­li­chen) Be­gründung abhängt und je nach dem an­ge­ge­be­nen An­spruchs­grund völlig un­ter­schied­lich aus­fal­len kann (vgl. für ei­ne For­de­rungs­mehr­heit: BAG 30. Mai 1972 - 1 AZR 427/71 - zu II 1 der Gründe; Dütz Anm. AP TVG § 4 Aus­schluss­fris­ten Nr. 50 un­ter II). Die Gel­tend­ma­chung vom 25. Sep­tem­ber 2008 ziel­te aus­sch­ließlich dar­auf, dass der Ab­schmel­zungs­be­trag sich al­lein aus dem Erhöhungs­be­trag der persönli­chen Zu­la­ge er­rech­ne. Dies gab der Be­klag­ten kei­ne Ver­an­las­sung zu prüfen, ob sie dem Ver­lan­gen des Klägers aus ei­nem ganz an­de­ren recht­li­chen Ge­sichts­punkt, nämlich der al­ters­dis­kri­mi­nie­ren­den Be­vor­zu­gung ei­nes be­stimm­ten Per­so­nen­krei­ses, nach­kom­men woll­te. Sie konn­te und muss­te sich dar­um auch nicht dar­auf ein­stel­len, un­ter die­sem recht­li­chen Ge­sichts­punkt Nach­zah­lun­gen leis­ten zu müssen und dafür haus­halts-recht­li­che Rück­stel­lun­gen zu bil­den.

d) Ent­ge­gen der An­sicht des Klägers ist auch nicht nur die Dif­fe­renz zwi­schen der ursprüng­li­chen und der ak­tu­el­len Kla­ge­for­de­rung ver­fal­len. Folg­te man der Auf­fas­sung des Klägers, wäre die An­ga­be des An­spruchs­grun­des zur Wah­rung ei­ner ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist ent­behr­lich, es käme al­lein dar­auf an, ei­nen be­stimm­ten Be­trag zu for­dern. Das macht fol­gen­des Bei­spiel deut­lich: For­dert der Ar­beit­neh­mer ei­ne Nach­zah­lung von 1.000,00 Eu­ro, weil Übers­tun-

 

- 10 - 

den, die er in der Zeit vom 1. Ja­nu­ar bis 31. März ge­leis­tet ha­be, nicht vergütet sei­en, wäre un­ter Zu­grun­de­le­gung der Auf­fas­sung des Klägers ei­ne er­neu­te Gel­tend­ma­chung für ei­ne For­de­rung ent­behr­lich, wenn der Ar­beit­neh­mer später ei­ne Nach­zah­lung von eben­falls 1.000,00 Eu­ro für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar bis 31. März for­dert, weil er in­so­weit das ge­schul­de­te Grun­dent­gelt nicht er­hal­ten ha­be. Ge­ra­de die An­ga­be des An­spruchs­grun­des ermöglicht aber, wie aus­geführt, dem An­spruchs­geg­ner erst die Prüfung, ob er der Gel­tend­ma­chung nach­kom­men will.

3. Die Gel­tend­ma­chung der Nach­zah­lung der persönli­chen Zu­la­ge für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2008 bis ein­sch­ließlich Ok­to­ber 2012 ist ent­ge­gen der An­nah­me des Klägers auch nicht aus­nahms­wei­se un­ter dem Ge­sichts­punkt von Treu und Glau­ben zu­zu­las­sen.

a) Al­ler­dings kann der An­spruch­stel­ler dem Ab­lauf ei­ner ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist mit dem Ein­wand der un­zulässi­gen Rechts­ausübung be­geg­nen, wenn der An­spruchs­geg­ner die Kennt­nis des Gläubi­gers von den an­spruchs­be­gründen­den Tat­sa­chen ver­hin­dert, ihn von der recht­zei­ti­gen Gel­tend­ma­chung abhält, weil er in ihm das Ver­trau­en weckt, er wer­de auch oh­ne Gel­tend­ma­chung den An­spruch erfüllen, oder es pflicht­wid­rig un­terlässt, ihm Umstände mit­zu­tei­len, die ihn zur Ein­hal­tung der Frist ver­an­lasst hätten (vgl. BAG 8. De­zem­ber 2011 - 6 AZR 397/10 - Rn. 17, BA­GE 140, 99; 13. De­zem­ber 2007 - 6 AZR 222/07 - Rn. 28 ff., BA­GE 125, 216). Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind vor­lie­gend je­doch nicht erfüllt. Die Be­klag­te hat, an­ders als der Kläger an­nimmt, bei die­sem durch ih­re Zu­stim­mung zur Aus­set­zung des Rechts­streits bis zur Klärung der ursprüng­lich strei­ti­gen Rechts­fra­ge nicht das Ver­trau­en ge­weckt, er wer­de während des Ru­hens kei­ne Fris­ten versäum­en. Der Kläger hat nicht we­gen des Ru­hens des Rechts­streits die Aus­schluss­frist versäumt, son­dern al­lein des­halb, weil er die al­ters­dis­kri­mi­nie­ren­de Wir­kung des § 6 Abs. 3 Satz 2 Buchst. a iVm. Satz 4 Buchst. a TV Um­Bw nicht er­kannt hat­te und den An­spruch auf ei­ne dis­kri­mi­nie­rungs­freie persönli­che Zu­la­ge nicht gel­tend ge­macht hat­te.

 

- 11 -

b) Auch der vom Kläger an­ge­stell­te Ver­gleich mit der Recht­spre­chung in Über­zah­lungsfällen geht fehl. Zwar steht der Aus­schluss­frist in der Re­gel der Ein­wand des Rechts­miss­brauchs ent­ge­gen, wenn der Ar­beit­neh­mer ei­ne er­heb­li­che Über­zah­lung nicht an­zeigt, ob­wohl er er­kennt, dass dem Ar­beit­ge­ber bei der Be­rech­nung der Vergütung ein Irr­tum un­ter­lau­fen ist (vgl. nur BAG 13. Ok­to­ber 2010 - 5 AZR 648/09 - Rn. 19, BA­GE 136, 54). Der Kläger über­sieht je­doch, dass die vor­lie­gen­de Kon­stel­la­ti­on da­mit nicht ver­gleich­bar ist und dar­um ent­ge­gen sei­ner An­sicht die „wech­sel­sei­ti­gen Mit­tei­lungs­pflich­ten“ auch kei­nen un­ter­schied­li­chen Maßstäben un­ter­lie­gen. Der Vor­wurf des Rechts­miss­brauchs be­ruht in den Über­zah­lungsfällen dar­auf, dass der Ar­beit­neh­mer die Über­zah­lung und da­mit den Irr­tum des Ar­beit­ge­bers er­kennt, die­sem aber gleich­wohl die In­for­ma­tio­nen vor­enthält, die die­ser zur Ent­de­ckung des Irr­tums benötigt und die ihm die Ein­hal­tung der Aus­schluss­frist ermögli­chen würden (vgl. BAG 13. Ok­to­ber 2010 - 5 AZR 648/09 - aaO). Vor­lie­gend ha­ben die Par­tei­en aber bis zur Veröffent­li­chung der Ent­schei­dung des Se­nats vom 15. No­vem­ber 2012 (- 6 AZR 359/11 -) übe­rein­stim­mend die Rechts­la­ge un­zu­tref­fend be­ur­teilt. Die Be­klag­te hat sich nicht ein­sei­tig ei­nen Irr­tum des Klägers zu­nut­ze ge­macht, son­dern un­ter­lag dem­sel­ben Irr­tum.

4. Sch­ließlich ist die Be­klag­te ent­ge­gen der An­sicht des Klägers mit dem Ein­wand des Ab­laufs der Aus­schluss­frist auch nicht präklu­diert. Der Schrift­satz vom 21. Au­gust 2013, in dem die Be­klag­te erst­mals die Versäum­ung der Aus­schluss­frist gerügt hat, ist am letz­ten Tag der vom Ar­beits­ge­richt ge­setz­ten Frist per Te­le­fax bei Ge­richt ein­ge­gan­gen. Un­abhängig da­von wäre der Se­nat auch an ei­ne zu Un­recht er­folg­te Zu­las­sung von Vor­brin­gen ge­bun­den, weil ei­ne et­wai­ge, vom Lan­des­ar­beits­ge­richt ak­zep­tier­te Verzöge­rung nicht mehr rückgängig ge­macht wer­den kann (BAG 25. Ok­to­ber 2012 - 2 AZR 845/11 - Rn. 37).

III. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend an­ge­nom­men, auf die kürze­ren Aus­schluss­fris­ten nach dem AGG kom­me es nicht an, weil der Kläger kei­ne Entschädi­gung oder Scha­den­er­satz nach § 15 Abs. 1 oder Abs. 2 AGG be­geh­re, son­dern die Erfüllung der Haupt­leis­tungs­pflicht der Be­klag­ten durch Zah­lung

 

- 12 - 

ei­ner höhe­ren und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Vergütung an­stre­be. Das greift die Re­vi­si­on der Be­klag­ten nicht an.

IV. Der Kläger hat be­reits mit dem der Be­klag­ten am 21. Mai 2013 zu­ge­stell­ten Wie­der­auf­nah­me­schrift­satz vom 6. Mai 2013 und nicht erst mit der be­zif­fer­ten Kla­ge­er­wei­te­rung vom 19. Ju­ni 2013 die Aus­schluss­frist für die Ansprüche auf Zah­lung ei­ner un­gekürz­ten persönli­chen Zu­la­ge nach § 6 Abs. 1 TV Um­Bw für die Zeit seit No­vem­ber 2012 ge­wahrt. Das führt zu ei­nem Nach­zah­lungs­an­spruch von 1.075,24 Eu­ro brut­to.

1. Be­reits mit Schrift­satz vom 6. Mai 2013 hat der Kläger un­ter Be­zug auf das ob­iter dic­tum des Se­nats in sei­ner Ent­schei­dung vom 15. No­vem­ber 2012 (- 6 AZR 359/11 -) gel­tend ge­macht, hin­sicht­lich des Per­so­nen­krei­ses, dem der Kläger an­gehöre, lie­ge ei­ne un­zulässi­ge Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung vor. Er hat die Be­klag­te auf­ge­for­dert, die Bezüge dem­ent­spre­chend neu zu be­rech­nen und die dar­aus fol­gen­de Nach­zah­lung vor­zu­neh­men. Da­mit hat er be­reits un­miss­verständ­lich zum Aus­druck ge­bracht, wel­cher For­de­rung er sich berühmt und dass er auf der Erfüllung die­ser For­de­rung be­steht. Die Be­klag­te konn­te nach ih­rem Empfänger­ho­ri­zont oh­ne Wei­te­res er­ken­nen, um wel­che For­de­rung es sich han­del­te. Auch wenn der Kläger sei­nen An­spruch in dem Schrift­satz noch nicht be­zif­fert hat, war für die Be­klag­te, die über das er­for­der­li­che Re­chen­werk verfügte, die Höhe des An­spruchs mit der er­for­der­li­chen Deut­lich­keit er­kenn­bar. Auch konn­te sie die Art des An­spruchs und die Tat­sa­chen, auf die die­ser gestützt wer­den soll­te, eben­so er­ken­nen wie den Um­stand, dass der Kläger den nun­mehr gel­tend ge­mach­ten An­spruch - so­weit im Rah­men der Aus­schluss­frist möglich - auch rück­wir­kend gel­tend ma­chen woll­te. Der Ver­gan­gen­heits­be­zug er­gab sich aus dem Ver­lan­gen, die Bezüge neu zu be­rech­nen und die „Nach­zah­lung“ vor­zu­neh­men.

2. Der An­spruch auf die persönli­che Zu­la­ge für No­vem­ber 2012 wur­de gemäß § 24 Abs. 1 Satz 2 TVöD-AT am 30. No­vem­ber 2012, ei­nem Frei­tag, fällig. Aus den Be­rech­nun­gen des Klägers, de­ren rech­ne­ri­sche Rich­tig­keit die Be­klag­te nicht in Zwei­fel ge­zo­gen hat, er­gibt sich für die Zeit seit No­vem­ber 2012 bis Ju­ni 2013 ei­ne Nach­for­de­rung von 1.075,24 Eu­ro brut­to. So­weit der

 

- 13 - 

Kläger da­bei für No­vem­ber und De­zem­ber 2012 statt der zunächst an­ge­ge­be­nen Dif­fe­renz von je­weils 121,52 Eu­ro brut­to in der Be­ru­fungs­be­gründung ei­nen Be­trag von 129,86 Eu­ro brut­to er­rech­net hat, steht § 37 Abs. 1 TVöD-AT die­ser kor­ri­gier­ten For­de­rungshöhe nicht ent­ge­gen. Es han­delt sich um ei­nen schlich­ten Re­chen­feh­ler, den der Kläger kor­ri­giert hat. Was der Kläger als Kla­ge­ziel an­strebt und wie er die For­de­rung er­rech­net, konn­te die Be­klag­te oh­ne Wei­te­res an­hand der Be­rech­nung in der Kla­ge­er­wei­te­rung er­ken­nen, die Be­rech­ti­gung die­ser For­de­rung recht­lich und rech­ne­risch prüfen und sich auf die Erfüllung die­ser For­de­rung ein­stel­len.

V. Die Zins­ent­schei­dung folgt aus § 291 Satz 1, § 288 Abs. 1 Satz 2 BGB. 

VI. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 92 Abs. 1 Satz 1 ZPO. 

Fi­scher­mei­er 

Spel­ge 

Krum­bie­gel

St­ein­brück 

Lauth

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 6 AZR 628/14  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880