Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Sozialplan, Einigungsstelle
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg
Akten­zeichen: 9 TaBV 1519/15
Typ: Beschluss
Ent­scheid­ungs­datum: 01.03.2016
   
Leit­sätze:

1.
Ein durch Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le be­schlos­se­ner Trans­fer­so­zi­al­plan zum Über­tritt in ei­ne ex­ter­ne Trans­fer­ge­sell­schaft muss hin­rei­chend kon­kre­te Re­ge­lun­gen zum Aus­gleich und der Mil­de­rung der wirt­schaft­li­chen Nach­tei­le der be­trof­fe­nen Beschäfti­gen ent­hal­ten. Dem genügt ein vor­ge­se­he­nes Ge­samt­bud­get der Wei­ter­bil­dungs­mit­tel für den Träger oh­ne Vor­ga­ben oder Ein­fluss der Ei­ni­gungs­stel­le zur Ver­tei­lung die­ser Mit­tel auf die über­ge­hen­den Beschäftig­ten re­gelmäßig nicht.

2.
Sieht der für den Über­tritt in die Trans­fer­ge­sell­schaft vor­ge­se­he­ne Auf­he­bungs­ver­trag mit dem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber oh­ne spe­zi­fi­schen Grund nach­tei­li­ge Re­ge­lun­gen wie all­ge­mei­ne Aus­gleichs­klau­seln vor, liegt hier­in selbst bei an­ge­nom­me­ner Re­ge­lungs­macht je­den­falls ei­ne Über­schrei­tung des Er­mes­sens der Ei­ni­gungs­stel­le.

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Berlin, Beschluss vom 07.07.2015 - 13 BV 1848/15
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ber­lin-Bran­den­burg  

Verkündet

am: 01.03.2016 

Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)
9 TaBV 1519/15

13 BV 1848/15
Ar­beits­ge­richt Ber­lin  

H., GB
als Ur­kunds­be­am­ter/in
der Geschäfts­stel­le

Im Na­men des Vol­kes

Be­schluss

In Sa­chen

 

 

hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, 9. Kam­mer,
auf die Anhörung vom 1. März 2016
durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt Dr. B. als Vor­sit­zen­de
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Herrn T. und Herrn Sch.
be­schlos­sen:

I. Die Be­schwer­de der Be­tei­lig­ten zu 2) ge­gen den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 7. Ju­li 2015, 13 BV 1848/15 wird zurück­ge­wie­sen.

II. Die Rechts­be­schwer­de wird nicht zu­ge­las­sen.

 

Dr. B.

T. 

Sch.

Gründe

A.

 

- 3 -

Die Be­tei­lig­ten strei­ten über die Wirk­sam­keit ei­nes von der Ei­ni­gungs­stel­le be­schlos­se­nen So­zi­al­plans.

Die Ar­beit­ge­be­rin und Be­tei­lig­te zu 2) (im Fol­gen­den: Ar­beit­ge­be­rin) er­brach­te mit zu­letzt ca. 190 Beschäftig­ten Pas­sa­gier­ab­fer­ti­gungs­dienst­leis­tun­gen. Kom­ple­mentärin der Ar­beit­ge­be­rin ist die A. P. S. Ber­lin GmbH & Co KG, ein­zi­ge Kom­man­di­tis­tin die G. Ber­lin GmbH & Co KG (im Fol­gen­den: GGB), de­ren Kom­man­dit­an­tei­le von ei­nem Un­ter­neh­men der W.-Grup­pe ge­hal­ten wer­den. Die 2008 von der Luft­han­sa und dem Flug­ha­fen­be­trei­ber veräußer­te GGB wur­de zum Mai 2012 in ei­nen Be­trieb Vor­feld­dienst­leis­tun­gen, ei­nen Be­trieb Ver­wal­tung und ei­nen Be­trieb Pas­sa­ge­dienst­leis­tun­gen - die Ar­beit­ge­be­rin - auf­ge­teilt. Die GGB be­auf­trag­te nun­mehr die Ar­beit­ge­be­rin im Rah­men ei­nes Un­ter­auf­trags­verhält­nis­ses mit der Er­brin­gung von Pas­sa­gier­ab­fer­ti­gungs­dienst­leis­tun­gen. Im Fe­bru­ar 2013 wur­de ein Man­tel- und Vergütungs­ta­rif­ver­trag für Bo­den­ver­kehrs­diens­te un­ter­zeich­net, die zum 1. Sep­tem­ber 2013 für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt wur­den. Wei­ter wur­de mit der Ar­beit­ge­be­rin ein Fir­men­ta­rif­ver­trag (Über­lei­tungs­ta­rif­ver­trag) ver­ein­bart, der er­heb­li­che Be­sitz­stands­zu­la­gen vor­sieht. Zu ei­ner später ar­beit­ge­ber­sei­tig an­ge­streb­ten Re­du­zie­rung der­sel­ben kam es nicht. Im Rah­men von Ta­rif­ver­hand­lun­gen bot die Ar­beit­ge­ber­sei­te im Ju­ni 2014 den Ab­schluss ei­nes ta­rif­ver­trag­li­chen So­zi­al­plans mit ei­ner Ab­fin­dungs­for­mel von 0,5 Mo­nats­ent­gel­ten pro Beschäfti­gungs­jahr an. Dies lehn­te die Ta­rif­kom­mis­si­on der Ar­beit­neh­mer­sei­te am 25. Ju­ni 2014 un­ter Hin­weis auf ih­re For­de­rung nach höhe­ren Ab­fin­dun­gen ab. Am 3. Sep­tem­ber 2014 be­schloss ei­ne aus An­lass des Weg­falls u.a. der Auf­träge in Schöne­feld im Be­trieb der Ar­beit­ge­be­rin ge­bil­de­te Ei­ni­gungs­stel­le nach ent­spre­chen­der Fi­nan­zie­rungs­zu­sa­ge der GGB ei­nen So­zi­al­plan mit Ab­fin­dun­gen in Höhe von ca. 0,3 Brut­to­mo­nats­gehältern pro Beschäfti­gungs­jahr (s. Bl. 163-167 d.A.).

Im Sep­tem­ber 2014 kündig­te die GGB als ein­zi­ge Auf­trag­ge­be­rin der Ar­beit­ge­be­rin sämt­li­che noch vor­han­de­nen Auf­träge, teil­wei­se zu An­fang No­vem­ber 2014, im Übri­gen zum 31. März 2015. Nach Mit­tei­lung ei­ner in­fol­ge­des­sen be­ab­sich­tig­ten Be­triebs­still­le­gung kam es zu Ver­hand­lun­gen zwi­schen der Ar­beit­ge­be­rin und dem Be­triebs­rat und an­trag­stel­len­den Be­tei­lig­ten zu 1) (im Fol­gen­den: Be­triebs­rat) über ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich. Die­se zu­letzt in ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le zu den Re­ge­lungs­ge­genständen In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan geführ­ten Ver­hand­lun­gen (s. hier­zu die Pro­to­kol­le der Ei­ni­gungs­stel­len­sit­zun­gen vom 28. No­vem­ber 2014, 2. De­zem­ber 2014, 4. De­zem­ber 2014, 18. De­zem­ber 2014, Bl. 178-203 d.A.) wur­den von Ar­beit­ge­ber­sei­te am 18. De­zem­ber 2014 für ge­schei­tert erklärt. Nach wei­te­ren Ver­hand­lun­gen (s. die Pro­to­kol­le der Ei­ni­gungs­stel­len­sit­zun­gen vom 13. Ja­nu­ar 2015 und 16. Ja­nu­ar 2015), ei­ner Kos­tenüber­nah­me­zu­sa­ge der GGB für ei­nen So­zi­al­plan

 

- 4 -

mit der Bil­dung ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft und äußerst nied­ri­gen Ab­fin­dun­gen vom 20. Ja­nu­ar 2015 (s. Bl. 243 d.A.) so­wie ei­ner dem­ge­genüber ge­ringfügig er­wei­ter­ten Kos­tenüber­nah­me­zu­sa­ge vom 21. Ja­nu­ar 2015 un­ter Hin­weis auf Emp­feh­lun­gen des Ei­ni­gungs­stel­len­vor­sit­zen­den (s. Bl. 245, 246 d.A.) be­schloss die Ei­ni­gungs­stel­le am 21. Ja­nu­ar 2015 durch Spruch ge­gen die Stim­men der Be­triebs­rats­sei­te ei­nen So­zi­al­plan mit ei­ner als „Mus­ter ei­nes drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges“ bei­gefügten An­la­ge, der un­ter an­de­rem fol­gen­de Re­ge­lun­gen enthält (s. im Ein­zel­nen Bl. 16-36 d.A. so­wie das Pro­to­koll der Ei­ni­gungs­stel­len­sit­zung Bl. 216-222 d.A.):

„Präam­bel:

Die APSB hat auf­grund der Kündi­gung al­ler ver­blei­ben­den Dienst­leis­tungs­aufträge be­schlos­sen, ih­ren Geschäfts­be­trieb zu schließen. Die In­ter­es­sen­aus­gleichs­ver­hand­lung wur­den von der APSB im Ei­ni­gungs­stel­len­ver­fah­ren für ge­schei­tert erklärt. Der APSB be­ab­sich­tigt da­her, die Ar­beits­verhält­nis­se al­ler Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer noch im Ja­nu­ar 2015 be­triebs­be­dingt zu kündi­gen. Ein Teil der Be­leg­schaft wird be­reits ab dem 01. Fe­bru­ar 2015 nicht mehr benötigt. Der ver­blei­ben­de Teil der Be­leg­schaft der ak­tu­ell noch für die Erfüllung der noch lau­fen­den Auf­träge benötigt wird, wird ab dem 01. April 2015 eben­falls nicht mehr benötigt.

Um den be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mern, die nicht da­von aus­ge­hen, un­verzüglich ei­ne ge­eig­ne­te An­schluss­beschäfti­gung zu fin­den, ei­ne an­ge­pass­te be­ruf­li­che Qua­li­fi­zie­rung zu ermögli­chen und die Auf­nah­me n den ers­ten Ar­beits­markt zu er­leich­tern, ver­ein­ba­ren die Par­tei­en im Fol­gen­den die Ein­rich­tung von Trans­port­ge­sell­schaf­ten gemäß den ge­setz­li­chen und den nach­fol­gen­den Be­stim­mun­gen.

§ 1 Gel­tungs­be­reich

Der Trans­fer­so­zi­al­plan gilt für al­le Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer der APSB mit Aus­nah­me der lei­ten­den An­ge­stell­ten i.S.d. § 5 Abs. 3 Be­trVG, so­weit sie bei Ab­schluss die­ser Be­triebs­ver­ein­ba­rung in ei­nem un­gekündig­ten Ar­beits­verhält­nis zur APSB ste­hen und ihr Aus­schei­den auch nicht auf­grund des Ab­schlus­ses ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges be­reits fest­steht (nach­fol­gen­de „Ar­beit­neh­mer“).

Teil A: Trans­fer­ge­sell­schaft

§ 2 Ein­rich­tung ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft

Für die Ar­beit­neh­mer gemäß § 1 die­ser Ver­ein­ba­rung wer­den zwei Trans­fer­ge­sell­schaf­ten i.S.d. § 111 SGB III ein­ge­rich­tet, de­ren Träge­rin die Fa. W.-P. GmbH (im Fol­gen­den „Träge­rin“) ist. Die Trans­fer­ge­sell­schaf­ten wer­den hier­bei zum 1. März 2015 so­wie zum 1. April 2015 ein­ge­rich­tet.

§ 3 Wech­sel in die Trans­fer­ge­sell­schaft

1.

 

- 5 -

Den Ar­beit­neh­mern, die in der An­la­ge auf­geführt sind, wird ein Wech­sel in die zum 1. März 2015 er­rich­te­te Trans­fer­ge­sell­schaft an­ge­bo­ten. Al­len übri­gen Ar­beit­neh­mern wird ein Wech­sel in die zum 1. April 2015 er­rich­te­te Trans­fer­ge­sell­schaft an­ge­bo­ten.

2.

Ein Wech­sel in die Trans­fer­ge­sell­schaft gemäß vor­ste­hen­dem An­satz ist nur möglich, wenn der be­tref­fen­de Ar­beit­neh­mer die persönli­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Be­zug von Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld gemäß § 111 Abs. 4 SGB III erfüllt. Dies be­deu­tet ins­be­son­de­re, dass der Ar­beit­neh­mer ver­pflich­tet ist, sich vor dem Wech­sel in die Trans­fer­ge­sell­schaft ar­beits­su­chend zu mel­den und an ei­ner ar­beits­markt­lich zweckmäßigen Maßnah­me zur Fest­stel­lung der Ein­glie­de­rungs­aus­sich­ten (sog. Pro­filing-Maßnah­me) teil­zu­neh­men. Können in be­rech­tig­ten Aus­nah­mefällen trotz Mit­hil­fe der Agen­tur für Ar­beit die not­wen­di­gen Fest­stel­lungs­maßnah­men nicht recht­zei­tig durch­geführt wer­den, sind die­se im un­mit­tel­ba­ren An­schluss an die Über­lei­tung in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach­zu­ho­len.

3.

Der Wech­sel in die Trans­fer­ge­sell­schaft er­folgt mit­tels ei­nes drei­sei­ti­gen zwi­schen der APSB, dem je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer und dem Träger ge­schlos­se­nen Ver­tra­ges. Die­ser Ver­trag sieht Auf­nah­me ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Trans­fer­ge­sell­schaft zum je­weils maßgeb­li­chen Wech­sel­da­tum un­ter gleich­zei­ti­ger Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit der APSB zum Wech­sel­da­tum vor. Ein Mus­ter der drei­sei­ti­gen Verträge ist die­ser Be­triebs­ver­ein­ba­rung als An­la­ge bei­gefügt.

§ 4 Lauf­zeit der be­fris­te­ten Verträge mit der Trans­fer­ge­sell­schaft

1.

Tre­ten Ar­beit­neh­mer zum 01. März 2015 in die Trans­fer­ge­sell­schaft ein, be­stimmt sich die Lauf­zeit des be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Trans­fer­ge­sell­schaft nach fol­gen­der For­mel:

Dop­pel­te Kündi­gungs­frist gemäß § 26 Man­tel­ta­rif­ver­trag für die Bo­den­ver­kehrs­diens­te in Ber­lin und Bran­den­burg (Stand Ja­nu­ar 2015) abzüglich ei­nen Mo­nat, min­des­tens aber 5 Mo­na­te, höchs­tens 11 Mo­na­te.

2.

Tre­ten Ar­beit­neh­mer zum 01. April 2015 in die Trans­fer­ge­sell­schaft ein, be­stimmt sich die Lauf­zeit des be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Trans­fer­ge­sell­schaft nach fol­gen­der For­mel:

Dop­pel­te Kündi­gungs­frist gemäß § 26 Man­tel­ta­rif­ver­trag für die Bo­den­ver­kehrs­diens­te in Ber­lin und Bran­den­burg (Stand Ja­nu­ar 2015) abzüglich zwei Mo­na­te, min­des­tens aber 5 Mo­na­te, höchs­tens 10 Mo­na­te.

3.

Bei Ar­beit­neh­mern, die zum Zeit­punkt des Ein­tritts in die Trans­fer­ge­sell­schaft das 55. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben, beträgt die Lauf­zeit des be­fris­te­ten Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Trans­fer­ge­sell­schaft stets 12 Mo­na­te, so­fern die Ar­beit­neh­mer nicht während die­ser Zeit An­spruch auf Al­ters- oder Er­werbs­unfähig­keits­ren­te ggf. mit Ren­ten­ab­schlägen

 

- 6 -

ha­ben. Be­steht während der 12 Mo­na­te An­spruch auf Al­ters­ren­te ggf. mit Ren­ten­ab­schlägen, so en­det die Be­fris­tung mit dem Be­ginn des Mo­nats, an dem der An­spruch erst­mals ent­steht.

§ 5 Vergütung in der Trans­fer­ge­sell­schaft, Ur­laub

2. Die Ar­beit­neh­mer er­hal­ten während des Ver­trags­verhält­nis­ses mit der Trans­fer­ge­sell­schaft zusätz­lich ei­nen Auf­sto­ckungs­be­trag, durch den das Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld auf 80 Pro­zent des zu­letzt vom Ar­beit­neh­mer be­zo­ge­nen Net­to­ent­gelts gemäß Satz 2 auf­ge­stockt wird …

§ 7 Sprin­ter­prämie

1.

Für je­den vol­len Mo­nat der recht­li­chen Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Trans­fer­ge­sell­schaft vor Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Be­fris­tung erhält der Ar­beit­neh­mer ei­ne Sprin­ter­prämie. Die­se beträgt 1/3 der für den Ar­beit­neh­mer oh­ne sein vor­zei­ti­ges Aus­schei­den aus der Trans­fer­ge­sell­schaft zur Verfügung ste­hen­den Re­ma­nenz­kos­ten, die an­ge­fal­len wären, wenn der Ar­beit­neh­mer bis zum Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Be­fris­tung in der Trans­fer­ge­sell­schaft ver­blie­ben wäre („ein­ge­spar­te Re­ma­nenz­kos­ten“).

§ 8 Qua­li­fi­zie­rung

1.

Die APSB stellt für je­den Ar­beit­neh­mer, der in die Trans­fer­ge­sell­schaft wech­selt, ein Bud­get in Höhe von 2.000,- EUR für Wei­ter­bil­dungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­maßnah­men zur Verfügung. Das Qua­li­fi­zie­rungs­bud­get steht den Ar­beit­neh­mern, die in die Trans­fer­ge­sell­schaft wech­seln, ge­mein­sam zur Verfügung und wird je nach in­di­vi­du­el­lem Wei­ter­bil­dungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­be­darf ein­ge­setzt. So­weit das Qua­li­fi­zie­rungs­bud­get nicht ver­braucht wird, ste­hen die Mit­tel der APSB zu.

2.

Schei­den Ar­beit­neh­mer gemäß § 7 Abs. 1 vor­zei­tig aus der Trans­fer­ge­sell­schaft aus, erhöht sich das Qua­li­fi­zie­rungs­bud­get um 1/3 der ein­ge­spar­ten Re­ma­nenz­kos­ten für die­sen Ar­beit­neh­mer gemäß § 7 Abs. 1 S. 2, S. 3.

§ 9 Bei­rat

Für die Trans­fer­ge­sell­schaft wird ein Bei­rat ein­ge­rich­tet, der aus ei­nem Be­triebs­rats­mit­glied und ei­nem Ver­tre­ter der Ar­beit­ge­be­rin be­steht. Für die Bei­ratstätig­keit wer­den kei­ne Vergütung und kein Auf­wen­dungs­er­satz ge­zahlt. Zur Bei­rats­sit­zung wird von der Trans­fer­ge­sell­schaft ein­ge­la­den. Der Bei­rat hat die Auf­ga­be, die Tätig­keit der Trans­fer­ge­sell­schaft zu be­glei­ten und in Zwei­felsfällen über die Frei­ga­be von Qua­li­fi­zie­rungs­mit­teln zu be­ra­ten.

 

- 7 -

§ 10 Kos­tenüber­nah­me durch Ar­beit­ge­ber

Teil B: Ab­fin­dungs­leis­tun­gen, So­zi­al­zu­schläge

§ 11 Ab­fin­dungs­pau­scha­le, Al­ters­zu­schlag

1.

Ar­beit­neh­mer, die nicht in die Trans­fer­ge­sell­schaft wech­seln, ha­ben An­spruch auf ei­ne Ab­fin­dungs­pau­scha­le in Höhe von EUR 2.000,-.

2.

Die Ab­fin­dungs­pau­scha­le gemäß Abs. 1 erhöht sich bei Ar­beit­neh­mern, die zum Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ses So­zi­al­plans das 45. Le­bens­jahr, nicht aber das 55. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben, um EUR 750,-, bei Ar­beit­neh­mern, die zum Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ses So­zi­al­plans das 55., nicht aber das 61. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben, um EUR 1.500,-.

3.

Ar­beit­neh­mer, die zum Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ses So­zi­al­plans das 55., nicht aber das 61. Le­bens­jahr voll­endet ha­ben und in die Trans­fer­ge­sell­schaft wech­seln, er­hal­ten ei­nen Al­ters­zu­schlag in Höhe von EUR 1.500,-.

§ 12 So­zi­al­zu­schläge

…“

In der bei­gefügten, eben­falls mit der Kopf­zei­le „APSB-Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le vom 21.01.2015“ ver­se­he­nen „An­la­ge: Mus­ter ei­nes drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges“ heißt es u.a.:

„§ 1 Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses

1) Das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen dem/der Beschäftig­ten und der APSB en­det aus be­trieb­li­chen Gründen ein­ver­nehm­lich zum [28.02.2015 / 31.03.2015].

3) Al­le sich im Be­sitz des/der Beschäftig­ten be­find­li­chen Ge­genstände, die Ei­gen­tum der APSB (hier­zu gehören u. a. XXXXX) sind, händigt der/die Beschäftig­te spätes­tens zum Be­en­di­gungs­ter­min an den je­wei­li­gen Vor­ge­setz­ten im Be­trieb der APSB aus. Al­le Ge­genstände wer­den in ord­nungs­gemäßen Zu­stand über­ge­ben. Ein Zurück­be­hal­tungs­recht hat der/die Beschäftig­te nicht.

4) Der/die Beschäftig­te ver­pflich­tet sich, auch nach dem En­de des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses gemäß Zif­fer I. die­ses Ver­tra­ges, über al­le ihm/ihr während sei­ner Geschäftstätig­keit bei der APSB an­ver­trau­ten oder sonst zur Kennt­nis ge­lang­ten Geschäfts­vorfälle und In­for­ma­tio­nen, wie z. B. Pro­duk­ti­ons­ge­heim­nis­se, Ver­triebs- und Ser­vice­stra­te­gi­en und -ak­ti­vitäten und

 

- 8 -

sons­ti­ge In­for­ma­tio­nen, ab­so­lu­te Ver­schwie­gen­heit zu be­wah­ren und die­se nicht un­be­fugt zu ver­wer­ten.

6) Der/die Beschäftig­te ver­zich­tet hier­mit aus­drück­lich auf wei­te­re Be­denk- und Wi­der­rufsmöglich­kei­ten so­wie auf das Recht, die­se Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung an­zu­fech­ten.

10) Die APSB und der/die Beschäftig­te sind sich darüber ei­nig, dass mit Erfüllung der oben ge­nann­ten Ver­pflich­tun­gen aus die­ser Ver­ein­ba­rung al­le ge­gen­sei­ti­gen Ansprüche der Par­tei­en aus dem Ar­beits­verhält­nis und des­sen Be­en­di­gung, gleich aus wel­chem Rechts­grund, ob be­kannt oder un­be­kannt, ab­ge­gol­ten und er­le­digt sind.“ 

Vor­an­ge­gan­ge­ne Anträge der Be­triebs­rats­sei­te in der Ei­ni­gungs­stel­le, die die­sel­ben dann be­schlos­se­nen Re­ge­lun­gen zu Trans­fer­ge­sell­schaf­ten, aber deut­lich höhe­re Ab­fin­dungs­zah­lun­gen vor­sa­hen, fan­den kei­ne Mehr­heit.

Nach der Ent­schei­dung der Ei­ni­gungs­stel­le erklärte die Ar­beit­ge­be­rin die be­triebs­be­ding­te Kündi­gung sämt­li­cher Ar­beits­verhält­nis­se.

Die Zu­stel­lung die­ses Spruchs der Ei­ni­gungs­stel­le an den Be­triebs­rat er­folg­te am 26. Ja­nu­ar 2015.

Mit sei­nem am 9. Fe­bru­ar 2015 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen An­trag hat der Be­triebs­rat die Un­wirk­sam­keit die­ses Spruchs gel­tend ge­macht.

Die Präam­bel mit un­zu­tref­fen­den Aus­sa­gen sei nicht spruchfähig. Auch aus­ge­hend von der Spruchfähig­keit ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft lägen hier vom Zuständig­keits­be­reich ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le zum So­zi­al­plan bzw. de­ren Er­mes­sen nicht ge­deck­te Re­ge­lun­gen vor. Durch die Ver­wei­sung auf das Mus­ter ei­nes bei­gefügten drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges wer­de der In­halt des ab­zu­sch­ließen­den Auf­he­bungs­ver­tra­ges vor­ge­ge­ben, wofür kei­ne Ver­an­las­sung be­ste­he, erst Recht nicht für die vor­ge­se­he­ne all­ge­mei­ne Aus­gleichs­klau­sel und wei­te­re Ver­pflich­tun­gen. Bei der Fra­ge, wann wer in die Trans­fer­ge­sell­schaft wech­seln könne, hand­le es sich um ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich vor­be­hal­te­ne Re­ge­lun­gen. Die An­nah­me­ver­zugs­ansprüche, die die Beschäftig­ten mit ih­rer Kündi­gungs­frist ein­zu­brin­gen hätten, sei­en nicht spruchfähig, zu­mal Beschäftig­te im Fal­le ei­ner An­nah­me des An­ge­bots und ei­nem Aus­schei­den vor En­de der ursprüng­li­chen Kündi­gungs­frist nach § 7 nur ei­nen Teil der ver­lo­re­nen Ansprüche er­setzt er­hiel­ten. Man­gels fi­nan­zi­el­ler Aus­stat­tung könne auch kei­ne Qua­li­fi­zie­rung für ei­ne an­de­re Be­rufstätig­keit statt­fin­den. Un­ter gro­ben Ver­s­toß ge­gen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz er­hiel­ten die­je­ni­gen, die in die Trans­fer­ge­sell­schaft wech­sel­ten, er­heb­lich höhe­re Leis­tun­gen als die an­de­ren Beschäftig­ten.

 

- 9 -

Wei­ter ha­be die Ei­ni­gungs­stel­le mit den al­ter­na­tiv vor­ge­se­he­nen Ab­fin­dungs­re­ge­lun­gen ihr Er­mes­sen über­schrit­ten. Die vor­ge­se­he­nen Beträge für die durch­schnitt­lich über 50-jähri­gen Beschäftig­ten, von de­nen fast die Hälf­te ei­ne Be­triebs­zu­gehörig­keit von mehr als 20 Jah­ren auf­wei­se und de­ren über­wie­gen­de Qua­li­fi­ka­ti­on als Rei­se­ver­kehrs­kauf­frau/mann nicht mehr ge­fragt sei, stell­ten kei­ne an­satz­wei­se sub­stan­ti­el­le Mil­de­rung ent­ste­hen­der Nach­tei­le dar. Die Ei­ni­gungs­stel­le ha­be un­zu­tref­fend an­ge­nom­men, höhe­re Beträge sei­en wirt­schaft­lich nicht ver­tret­bar und hier­bei die Ein­bin­dung der Ar­beit­ge­be­rin in das Un­ter­neh­mens­ge­flecht der W. und die vor­her­ge­hen­den Ent­wick­lun­gen und Ent­schei­dun­gen un­berück­sich­tigt ge­las­sen. Trotz der von An­fang an be­ste­hen­den Über­schul­dung so­wohl der Ar­beit­ge­be­rin als auch der GGB sei stets die benötig­te Li­qui­dität zur Verfügung ge­stellt wor­den, noch im Sep­tem­ber 2014 sei ein ta­rif­li­cher So­zi­al­plan mit 0,5 Mo­nats­gehältern pro Beschäfti­gungs­jahr an­ge­bo­ten wor­den. Die Ar­beit­ge­ber­sei­te ha­be in der Ei­ni­gungs­stel­le die er­for­der­li­chen Auskünf­te ver­wei­gert, die Fi­nanz­la­ge sei vor dem Hin­ter­grund der wirt­schaft­li­chen La­ge vor 2012 nicht nach­voll­zieh­bar.

Der Be­triebs­rat hat be­an­tragt,

fest­zu­stel­len, dass der Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le über ei­nen So­zi­al­plan zur Be­triebs­still­le­gung der Be­tei­lig­ten zu 2) und dem Vor­sitz des Rich­ters am Ar­beits­ge­richt Ber­lin a. D. Herr V. R. vom 21.01.2015 un­wirk­sam ist.

Die Ar­beit­ge­be­rin hat be­an­tragt,

den An­trag zurück­zu­wei­sen.

Der streit­ge­genständ­li­che So­zi­al­plan sei wirk­sam.

Auf die Präam­bel kom­me es nicht ent­schei­dend an. Auch ein So­zi­al­plan, der Trans­fer­leis­tun­gen vor­se­he, sei spruchfähig, so­weit die Trans­fer­maßnah­men von ei­nem drit­ten Maßnah­meträger er­bracht würden und die Be­triebsände­rung un­berührt ließen. Dies sei hier der Fall. Die Un­ter­tei­lung in zwei Grup­pen von Beschäftig­ten mit un­ter­schied­li­chen mögli­chen Ein­tritts­da­ten sei er­folgt, weil die ei­ne Grup­pe be­reits seit An­fang No­vem­ber, spätes­tens aber seit 1. Fe­bru­ar man­gels ent­spre­chen­der Auf­träge nicht mehr benötigt und frei­ge­stellt ge­we­sen sei, während die zwei­te Grup­pe der bis 31. März 2015 benötig­ten Beschäftig­ten ab 1. April 2015 frei­ge­stellt wer­den soll­te. Da­mit wer­de die un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung zur Be­triebsände­rung zu­grun­de ge­legt und nicht in die­se ein­ge­grif­fen. Im Übri­gen könne sie nicht in ih­rer un­ter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dung un­zulässig be­ein­träch­tigt sein, da sie die­ses An­ge­bot selbst un­ter­brei­tet ha­be. Dass Beschäftig­te im Fal­le ei­nes frei­ste­hen­den Wech­sels in die Trans­fer­ge­sell­schaft teil­wei­se Kündi­gungs­fris­ten mit

 

- 10 -

ein­bräch­ten, sei möglich und üblich. Der vor­lie­gen­de Ver­weis auf den drei­sei­ti­gen Ver­trag sei möglich. Nach An­trag der Ar­beit­ge­ber­sei­te sei das An­ge­bot, in ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft zu wech­seln, da­mit ver­bun­den ge­we­sen, zu die­sem Zweck die bei­gefügte drei­sei­ti­ge Ver­ein­ba­rung ab­zu­sch­ließen. Da der Wech­sel den Beschäftig­ten frei­ste­he, könn­ten die Be­din­gun­gen für den Über­tritt fest vor­ge­ge­ben wer­den. Im Übri­gen ha­be sie den Beschäftig­ten im Nach­gang im Hin­blick auf § 1 Abs. 10 des Auf­he­bungs­ver­tra­ges mit­ge­teilt, et­wa noch of­fe­ne Ansprüche soll­ten mit­ge­teilt wer­den, da­mit die­se vor der Be­en­di­gung ge­re­gelt oder aus­ge­nom­men wer­den könn­ten. Bei dem vor­lie­gen­den Qua­li­fi­zie­rungs­bud­get von 2.000,00 Eu­ro pro Mit­ar­bei­ter hand­le es sich um ei­nen durch­aus übli­chen Be­trag.

Zu­tref­fend se­he der Spruch kei­ne über die von der GGB an­ge­bo­te­nen Mit­tel hin­aus­ge­hen­den Leis­tun­gen vor. Oh­ne die­se Fi­nan­zie­rungs­zu­sa­ge hätte kein So­zi­al­plan auf­ge­stellt wer­den können, da ein So­zi­al­plan nicht zur Il­li­qui­dität oder bi­lan­zi­el­len Über­schul­dung führen dürfe. Auch der Be­triebs­rat ge­he da­von aus, dass sie an­ge­sichts von mehr als 8 Mio. Eu­ro auf­ge­lau­fe­nen Ver­lus­ten in der Zeit von Mai 2012 bis En­de 2014 über kei­ne Mit­tel zur Fi­nan­zie­rung ei­nes So­zi­al­plans verfüge. Aus dem Vor­trag des Be­triebs­rats er­ge­be sich we­der, auf­grund wel­cher An­spruchs­grund­la­ge, noch wel­cher Drit­te für wei­te­re Zah­lun­gen haf­ten sol­le. Im Übri­gen lägen - wie im Ein­zel­nen aus­geführt wird - we­der die Vor­aus­set­zun­gen ei­nes Be­mes­sungs­durch­griffs auf­grund ei­nes Be­herr­schungs- und Ge­winn­abführungs­ver­tra­ges, ei­nes Be­mes­sungs­durch­griffs gemäß oder ana­log § 134 Um­wG noch auf­grund ei­nes sog. exis­tenz­ver­nich­ten­den Ein­griffs vor. Ei­ne Pa­tro­nats­erklärung in Be­zug auf Ansprüche aus ei­nem künf­ti­gen So­zi­al­plan be­ste­he nicht. Sie ha­be die er­for­der­li­chen In­for­ma­tio­nen er­teilt.

Zu­geständ­nis­se in Ta­rif­ver­hand­lun­gen sei­en in­fol­ge mas­si­ver Streik­dro­hun­gen er­folgt. Im Sep­tem­ber 2014 sei kein er­neu­tes An­ge­bot ei­nes Ta­rif­so­zi­al­plans un­ter­brei­tet wor­den. Viel­mehr ha­be sie als Vor­aus­set­zung für mögli­che Ver­hand­lun­gen - er­geb­nis­los - an­ge­fragt, ob im Fal­le des zu­letzt ab­ge­lehn­ten An­ge­bots nun­mehr Ein­verständ­nis be­ste­hen würde. In An­er­ken­nung der wirt­schaft­li­chen La­ge se­he be­reits der Spruch der vor­he­ri­gen Ei­ni­gungs­stel­le vom 3. Sep­tem­ber 2014 ge­rin­ge­re als marktübli­che Ab­fin­dun­gen vor, die zu­dem auf­grund ei­nes ge­ge­be­nen Be­triebsüber­gangs kaum re­le­vant ge­wor­den sei­en.

Das Ar­beits­ge­richt Ber­lin hat durch Be­schluss vom 7. Ju­li 2015 die Un­wirk­sam­keit des Ei­ni­gungs­stel­len­spruchs fest­ge­stellt und zur Be­gründung im We­sent­li­chen aus­geführt: Der zulässi­ge An­trag des Be­triebs­rats sei be­gründet, die zur Auf­stel­lung ei­nes So­zi­al­plans gem. § 111 S. 3 Nr. 1 Be­trVG zuständi­ge Ei­ni­gungs­stel­le ha­be mit ih­rer Ent­schei­dung das gem. § 112 Abs. 5 Be­trVG ein­geräum­te Er­mes­sen über­schrit­ten. Die Präam­bel sei un­wirk­sam, weil ei­ne „Ver­ein­ba­rung“ nicht vor­lie­ge. Die Re­ge­lun­gen be­tref­fend die Trans­fer­ge­sell­schaft

 

- 11 -

in Teil A des So­zi­al­plans sei­en un­wirk­sam. Zwar sei­en Re­ge­lun­gen zur Bil­dung von Trans­fer­ge­sell­schaf­ten grundsätz­lich spruchfähig, so­weit ei­ne kla­re Ab­gren­zung zu nicht der Mit­be­stim­mung un­ter­lie­gen­den Sach­ver­hal­ten, ins­be­son­de­re ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich vor­be­hal­te­nen Re­ge­lun­gen er­fol­ge. So­weit ei­ne Re­ge­lung möglich sei, müsse die Ei­ni­gungs­stel­le aber die re­ge­lungs­bedürf­ti­ge An­ge­le­gen­heit im Rah­men der ge­stell­ten Anträge vollständig lösen. Nur dann lie­ge ei­ne un­ter an­ge­mes­se­ner Berück­sich­ti­gung der je­wei­li­gen Be­lan­ge ge­trof­fe­ne Er­mes­sens­ent­schei­dung der Ei­ni­gungs­stel­le selbst und nicht ei­nes Drit­ten, bei­spiels­wei­se der Trans­fer­ge­sell­schaft vor. Die­sen An­for­de­run­gen genügten die ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen nicht, da sich die Ei­ni­gungs­stel­le nicht mit den Be­lan­gen ein­zel­ner Beschäftig­ter, vor­lie­gen­den Qua­li­fi­ka­tio­nen und der Fra­ge, wel­che Wei­ter­bil­dungs­maßnah­men hier ver­mit­telt wer­den soll­ten, beschäftigt ha­be. Die al­lein ge­trof­fe­ne Re­ge­lung in § 8 Nr. 1 re­ge­le in­halt­lich nichts, erst recht nicht in Be­zug auf in­di­vi­du­el­le Maßnah­men, viel­mehr wer­de die in­halt­li­che Aus­ge­stal­tung der Wei­ter­bil­dungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­maßnah­men der Trans­fer­ge­sell­schaft über­las­sen. Man­gels ver­blei­ben­der in sich ge­schlos­se­ner sinn­vol­ler Re­ge­lung sei der Teil A ins­ge­samt un­wirk­sam. Die in Teil B ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen sei­en un­wirk­sam, weil die Ei­ni­gungs­stel­le mit Fest­le­gung von Leis­tun­gen, die nicht als spürba­re Mil­de­rung wirt­schaft­li­cher Nach­tei­le an­ge­se­hen wer­den könn­ten, ih­rem Er­mes­sens­spiel­raum über­schrit­ten ha­be. Auch wenn die wirt­schaft­li­chen Verhält­nis­se der Ar­beit­ge­be­rin kei­ne höhe­ren Ab­fin­dungs­beträge recht­fer­tig­ten und die Ei­ni­gungs­stel­le ei­nen aus­nahms­wei­se mögli­chen Be­rech­nungs­durch­griff auf an­de­re Kon­zern­un­ter­neh­men ge­prüft und nach­voll­zieh­bar ver­neint ha­be, ha­be sie die Fi­nan­zie­rungs­zu­sa­gen der GGB auch un­ter Berück­sich­ti­gung zu­vor als möglich und fi­nan­zier­bar er­ach­te­ter ta­rif­ver­trag­li­cher Re­ge­lun­gen und ver­ein­bar­ter So­zi­alpläne so­wie des prak­ti­zier­ten cash poo­lings un­zu­rei­chend und da­mit er­mes­sens­feh­ler­haft gewürdigt und sich in Um­set­zung al­lein der dies­bezügli­chen Vor­ga­ben Drit­ter ih­rer ei­ge­nen Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz be­ge­ben. Auf die Gründe im Ein­zel­nen wird Be­zug ge­nom­men (s. Bl. 467-491 d.A.).

Ge­gen die­sen ihr am 27. Au­gust 2015 zu­ge­stell­ten Be­schluss rich­tet sich die am 31. Au­gust 2015 ein­ge­leg­te, nach ent­spre­chen­der Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist am 27. No­vem­ber 2015 be­gründe­te Be­schwer­de der Ar­beit­ge­be­rin.

Selbst ei­ne et­wai­ge Un­wirk­sam­keit der Präam­bel führe nur zur Un­wirk­sam­keit der­sel­ben und nicht des wei­te­ren Ei­ni­gungs­stel­len­spruchs.

Bezüglich des Teil A lie­ge auch be­tref­fend die Re­ge­lung zur Nut­zung des Wei­ter­bil­dungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­bud­gets ei­ne vom Ge­stal­tungs­spiel­raum der Ei­ni­gungs­stel­le ge­deck­te Re­ge­lung vor. Ei­ne pau­scha­lie­ren­de und ty­pi­sie­ren­de Be­trach­tung sei möglich. So­weit hier

 

- 12 -

ei­ne un­ter­schied­li­che mögli­che Ver­weil­dau­er der Beschäftig­ten vor­ge­se­hen sei, ha­be das Ar­beits­ge­richt kei­ne Be­den­ken geäußert. Bei dem vor­ge­se­he­nen Qua­li­fi­zie­rungs­bud­get hand­le es sich nicht um ei­nen fes­ten Be­trag, son­dern aus­drück­lich um ein Ge­samt­bud­get, das je nach in­di­vi­du­el­lem Qua­li­fi­zie­rungs­be­darf ein­ge­setzt wer­den könne. Ent­spre­chend wer­de der Trans­fer­ge­sell­schaft die Vor­ga­be ge­macht, die kon­kre­ten Qua­li­fi­zie­rungs­maßnah­men ori­en­tiert am Be­darf des Ein­zel­falls vor­zu­neh­men. Im Übri­gen sei mit dem in § 9 vor­ge­se­he­nen Bei­rat ein Me­cha­nis­mus vor­ge­se­hen, über den die Be­triebs­par­tei­en Ein­fluss auf die Ver­tei­lung und den Ab­stim­mungs­pro­zess neh­men könn­ten. Zu­dem wer­de im Rah­men der Trans­fer­maßnah­men gem. §§ 110 ff SGB III im Rah­men ei­nes vor­ge­schrie­be­nen so­ge­nann­ten Pro­filings das in­di­vi­du­el­le Leis­tungs- und Ent­wick­lungs-vermögen er­mit­telt, um dann über ge­eig­ne­te Qua­li­fi­zie­rungs­maßnah­men zu ent­schei­den. Hier­durch sei ei­ne Er­mitt­lung und Berück­sich­ti­gung in­di­vi­du­el­ler Pro­ble­me gewähr­leis­tet. Die Fra­ge der Höhe des er­for­der­li­chen Qua­li­fi­zie­rungs­bud­gets sei in der Ei­ni­gungs­stel­le ausführ­lich erörtert wor­den. Die zu­letzt ge­fun­de­ne Lösung ei­nes pau­scha­len Be­tra­ges von 2.000,00 Eu­ro in ei­nen Topf zwecks Ein­satz nach in­di­vi­du­el­lem Wei­ter­bil­dungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­be­darf ent­spre­che der prak­tisch übli­chen Vor­ge­hens­wei­se und im Übri­gen in­so­weit auch der An­trags­for­mu­lie­rung des Be­triebs­rats. Aus die­sem Grund sei auch das Rechts­schutz­in­ter­es­se frag­lich, es er­schei­ne viel­mehr rechts­miss­bräuch­lich, sich nun­mehr auf die Un­wirk­sam­keit die­ser Re­ge­lun­gen zu be­ru­fen. Von Sei­ten des Be­triebs­rats erst­in­stanz­lich vor­ge­tra­ge­ne wei­te­re Be­den­ken hin­sicht­lich des Teil A sei­en aus den be­reits erst­in­stanz­lich aus­geführ­ten Gründen nicht durch­grei­fend.

Die Ei­ni­gungs­stel­le ha­be sich nicht un­zulässig von Vor­ga­ben Drit­ter abhängig ge­macht, son­dern ei­nem von Ar­beit­ge­ber­sei­te nach in­ten­si­ven Gesprächen mit dem Vor­sit­zen­den un­ter­brei­te­ten mo­di­fi­zier­ten Vor­schlag zu­ge­stimmt. Wie das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend fest­stel­le, sei­en auf­grund ih­rer wirt­schaft­li­chen La­ge kei­ne höhe­ren Ab­fin­dungs­zah­lun­gen ver­tret­bar als durch die vor­lie­gen­de Fi­nan­zie­rungs­zu­sa­ge der GGB ab­ge­deckt. So­weit das Ar­beits­ge­richt an­neh­me, auf­grund frühe­rer höhe­re An­ge­bo­te in an­de­rem Zu­sam­men­hang sei sie ei­ne Selbst­bin­dung ein­ge­gan­gen, ge­be es hierfür kei­ne Rechts­grund­la­ge. Im Übri­gen un­ter­lie­ge we­der die GGB als Ge­sell­schaf­te­rin dem be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz noch be­ste­he hier­nach ei­ne Ver­pflich­tung, die So­zi­alpläne für un­ter­schied­li­che Be­triebsände­run­gen - zu­mal mit ei­ner un­ter­schied­li­chen An­zahl be­trof­fe­ner Beschäftig­ter - so aus­zu­stat­ten, dass Ab­fin­dun­gen nach dem­sel­ben Be­rech­nungs­fak­tor ge­zahlt wer­den könn­ten. An dem erwähn­ten „cash poo­ling“ ha­be sie zu kei­ner Zeit teil­ge­nom­men. Auf die GGB kom­me es nur bei ei­nem hier nicht mögli­chen Durch­griff auf die­se an, un­abhängig hier­von ha­be die GGB nur bis 24. De­zem­ber 2014 hier­an teil­ge­nom­men. Auf ab­ge­lehn­te An­ge­bo­te ei­nes Ta­rif­so­zi­al­plans kom­me es nicht an, im

 

- 13 -

Übri­gen ha­be sich die wirt­schaft­li­che La­ge seit­her auf­grund Auf­trags­ver­lus­tes und zu fi­nan­zie­ren­der Kündi­gungs­fris­ten deut­lich ver­schlech­tert.

Die Ar­beit­ge­be­rin be­an­tragt,

den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 7. Ju­li 2015, Az 13 BV 1848/15 ab­zuändern und den An­trag zurück­zu­wei­sen.

Der Be­triebs­rat be­an­tragt,

die Be­schwer­de zurück­zu­wei­sen.

Der Be­triebs­rat ver­tei­digt die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung un­ter Be­zug­nah­me sei­nes erst­in­stanz­li­chen Vor­trags.

Dass dem Ver­hand­lungs­ver­lauf ge­schul­det sei­tens des Be­triebs­rats kei­ne ei­genständig übe­r­ar­bei­te­ten Re­ge­lun­gen be­tref­fend ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft in Ver­bin­dung mit al­len Beschäftig­ten zu­ste­hen­den höhe­ren Ab­fin­dungs­leis­tun­gen als Ge­samt­pa­ket zur Ab­stim­mung ge­stellt wor­den sei­en, ste­he der Be­ru­fung auf die Un­wirk­sam­keit des nun­mehr vor­lie­gen­den Ei­ni­gungs­stel­len­spruchs nicht ent­ge­gen.

Ge­he man von der Spruchfähig­keit ei­nes Trans­fer­so­zi­al­plans aus, müsse da­mit ei­ne Durchführungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers ein­her­ge­hen. Auch aus­ge­hend von der Spruchfähig­keit stel­le das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend fest, dass die Ei­ni­gungs­stel­le kei­ne auf den kon­kre­ten Be­darf der Beschäftig­ten be­zo­ge­nen Re­ge­lun­gen ge­trof­fen ha­be, zu­mal der größte Teil der Be­leg­schaft ei­ne be­ruf­li­che Neu­ori­en­tie­rung benötigt hätte. Der vor­ge­se­he­ne Bei­rat er­set­ze nicht die not­wen­di­gen in­halt­li­chen Vor­ga­ben der Be­triebs­par­tei­en zur Art und Wei­se und Ziel­rich­tung des Mit­tel­ein­sat­zes und könne nur noch nach­steu­ern.

Wie aus­geführt, sei­en so vie­le Be­stim­mun­gen des Teil A un­wirk­sam, das dies zur Un­wirk­sam­keit des ge­sam­ten Teils A führe. Die Un­wirk­sam­keit des Teils A ha­be die Un­wirk­sam­keit des ge­sam­ten So­zi­al­plans zur Fol­ge, auf Er­mes­sens­feh­ler im Teil B kom­me es nicht an.

Hier ha­be das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend fest­ge­stellt, dass die Ei­ni­gungs­stel­le le­dig­lich die Vor­ga­ben der GGB um­ge­setzt ha­be und von ei­nem zu nied­ri­gen So­zi­al­plan­vo­lu­men aus­ge­gan­gen sei. So­weit die Ei­ni­gungs­stel­le höhe­re Ab­fin­dun­gen für wirt­schaft­lich nicht ver­tret­bar ge­hal­ten ha­be, ha­be sie es versäumt, die von Be­triebs­rats­sei­te ge­for­der­ten Auskünf­te ein­zu­ho­len. Da die Ar­beit­ge­be­rin bzw. die GGB er­sicht­lich Mit­tel von drit­ter Stel­le er­hiel­ten, sei oh­ne nähe­re Auskünf­te hier­zu an­zu­neh­men, dass die­se auch für ei­nen So­zi­al­plan ein­zu­set­zen sei­en.

 

- 14 -

Hin­sicht­lich des wei­te­ren Sach- und Rechts­vor­tra­ges wird auf die Schriftsätze der Be­tei­lig­ten nebst An­la­gen Be­zug ge­nom­men.

B.

Die zulässi­ge Be­schwer­de ist nicht be­gründet.

I.

Zu­tref­fend geht das Ar­beits­ge­richt von ei­nem zulässi­gen Fest­stel­lungs­an­trag des Be­triebs­rats aus (vgl. nur BAG, Be­schluss vom 22. Ja­nu­ar 2013 – 1 ABR 85/11 –, Rn. 11, ju­ris m.w.N.).

Das er­for­der­li­che Rechts­schutz­bedürf­nis be­steht, weil der Be­triebs­rat mit der gem. § 76 Abs. 5 Be­trVG ge­setz­lich eröff­ne­ten Möglich­keit der An­fech­tung ei­nes Spruchs der Ei­ni­gungs­stel­le gel­tend macht, die von der Ei­ni­gungs­stel­le durch Spruch ge­trof­fe­ne Re­ge­lung be­ru­he auf Rechts­feh­lern so­wie ei­ner Über­schrei­tung des ein­geräum­ten Er­mes­sens. Die­ses entfällt nicht, weil die Be­triebs­rats­sei­te in den Ver­hand­lun­gen der Ei­ni­gungs­stel­le ei­nen Teil der Re­ge­lun­gen, den in Teil A ge­re­gel­ten Trans­fer­so­zi­al­plan, in Ver­bin­dung mit höhe­ren Ab­fin­dungs­zah­lun­gen selbst zur Grund­la­ge ei­nes dann von der Ei­ni­gungs­stel­le ab­ge­lehn­ten An­trags ge­macht hat. Aus die­sem An­trag der vom Be­triebs­rat ent­sand­ten Bei­sit­zer folgt kein Ein­verständ­nis und kein Ver­zicht des Be­triebs­rats auf Rechts­mit­tel ge­gen ei­ne dann von der Ei­ni­gungs­stel­le ge­trof­fe­ne ab­wei­chen­de Re­ge­lung.

II.

Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht die Un­wirk­sam­keit des Ei­ni­gungs­stel­len­spruchs vom 21. Ja­nu­ar 2015 bei ge­ge­be­ner Zuständig­keit der Ei­ni­gungs­stel­le zur Ent­schei­dung über ei­nen So­zi­al­plan fest­ge­stellt.

Auch wenn man da­von aus­geht, dass die Er­rich­tung ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft durch Spruch ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le möglich ist, liegt hier man­gels nähe­rer Re­ge­lun­gen be­tref­fend die Mit­tel zur Qua­li­fi­zie­rung so­wie den vor­ge­se­he­nen Re­ge­lun­gen im Rah­men des ab­zu­sch­ließen­den drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges ei­ne je­den­falls nicht vom Er­mes­sen der Ei­ni­gungs­stel­le ge­deck­te Re­ge­lung vor. Dies führt zur Un­wirk­sam­keit des ge­sam­ten Spruchs der Ei­ni­gungs­stel­le.

1. Die Er­rich­tung Trans­fer­ge­sell­schaft durch ei­nen So­zi­al­plan dürf­te auch durch Spruch ei­ner zum Ab­schluss ei­nes So­zi­al­plans zuständi­gen Ei­ni­gungs­stel­le möglich sein. Die vor­lie­gen­de Re­ge­lung in § 112 Abs. 5 Nr. 2a Be­trVG, wo­nach die Ei­ni­gungs­stel­le „ins­be­son­de­re die im Drit­ten Buch des So­zi­al­ge­setz­bu­ches vor­ge­se­he­nen Förde­rungsmöglich­kei­ten zur Ver­mei­dung von Ar­beits­lo­sig­keit berück­sich­ti­gen“ soll, d.h. die Bil­dung von Trans­fer­ge­sell­schaf­ten nebst Qua­li­fi­zie­rungsmöglich­kei­ten un­ter In­an­spruch­nah­me hierfür

 

- 15 -

vor­ge­se­he­ner Mit­tel spricht für ei­ne mögli­che Berück­sich­ti­gung im Er­geb­nis auch oh­ne das Ein­verständ­nis bei­der Sei­ten. Sämt­li­che Vor­ga­ben gem. § 112 Abs. 5 Be­trVG rich­ten sich an die Ei­ni­gungs­stel­le, die hierüber in dem vor­ge­se­he­nen Ver­fah­ren nach § 76 Abs. 5 Be­trVG und da­mit ggf. durch Spruch zu ent­schei­den hat. Be­den­ken hier­ge­gen wer­den im Hin­blick auf die un­ter­neh­me­ri­sche Frei­heit er­ho­ben, es wird auf in­so­weit ei­nem nicht er­zwing­ba­ren In­ter­es­sen­aus­gleich vor­be­hal­te­nen Re­ge­lun­gen ver­wie­sen. Dies al­ler­dings be­trifft die Aus­ge­stal­tung im Ein­zel­fall und dürf­te Re­ge­lun­gen zu ei­ner sog. ex­ter­nen Trans­fer­ge­sell­schaft, die sich im We­sent­li­chen auf die Fi­nan­zie­rung der­sel­ben be­schränken, nicht ent­ge­gen­ste­hen. Dies ent­spricht auch der – mit un­ter­schied­li­chen Ak­zen­ten im Ein­zel­nen – über­wie­gend ver­tre­te­nen Auf­fas­sung in der Li­te­ra­tur (s. Be­p­ler in Ga­gel/Be­p­ler SGB III § 110, 59. EL Sep­tem­ber 2015, Rn. 78-81, un­ter Hin­weis auch auf die Neu­re­ge­lun­gen der förderfähi­gen Maßnah­men; Fit­ting, Be­trVG, 27. Aufl., §§ 112,112a Rn. 279; Sch­wei­bert in WHSS Um­struk­tu­rie­rung, Rn. 252a, un­ter Hin­weis auf die Ab­gren­zung zum ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich vor­be­hal­te­ne Re­ge­lun­gen; s. auch An­nuß in Ri­char­di Be­trVG/An­nuß Be­trVG § 112, 15. Aufl., Rn. 163, der sich ge­gen in­ner­be­trieb­li­che Qua­li­fi­zie­rungs­maßnah­men wen­det, aber ei­ne Re­ge­lung durch Spruch die sich im We­sent­li­chen auf die fi­nan­zi­el­le Aus­stat­tung ei­nes Trägers be­schränkt, je­den­falls nicht aus­sch­ließt, und dem fol­gend ErfK/Ka­nia Be­trVG § 112, § 112a Rn. 37a-37d, 16. Aufl. Rn. 37d; wei­ter­ge­hend, aber eben­falls un­ter Hin­weis auf die im Ein­zel­fall vor­zu­neh­men­den Ab­gren­zung zu ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich vor­be­hal­te­nen Re­ge­lun­gen Wen­ning-Mor­gen­tha­ler, Die Ei­ni­gungs­stel­le, 6. Aufl. Köln 2013, Rn. 1207f; ausführ­lich un­ter Hin­weis auf zu ver­mei­den­de Ein­grif­fe in die un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung zur Be­triebsände­rung Grüne­wald, In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan, Ham­burg 2012, S. 165; s. auch so­wie Schütte, NZA 2013, 249ff m.w.N.). So­weit es um ge­ringfügi­ge, mit den vor­ge­se­he­nen Fördermöglich­kei­ten ver­bun­de­ne Be­ein­träch­ti­gun­gen wie et­wai­ge kurz­zei­ti­ge Frei­stel­lun­gen von Beschäftig­ten für Pro­filing-Maßnah­men geht, spricht auf­grund der ge­setz­li­chen Re­ge­lung in § 112 Abs. 5 Nr. 2a Be­trVG viel für ei­ne ent­spre­chen­de Kom­pe­tenz der Ei­ni­gungs­stel­le (s. Be­p­ler a.a.O. Rn. 80).

Maßgeb­lich sind hier­nach die Verhält­nis­se und Ver­ein­ba­run­gen im Ein­zel­fall. So dürf­te im vor­lie­gen­den Fall der vor­ge­se­he­ne Über­tritt in die Trans­fer­ge­sell­schaft be­reits während der noch lau­fen­den Kündi­gungs­frist kei­ne ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich vor­be­hal­te­ne Re­ge­lung zur Durchführung der Be­triebsände­rung ent­hal­ten, weil die vor­lie­gen­de un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung, be­stimm­te Ar­beit­neh­mer ab be­stimm­ten Zeit­punk­ten nicht mehr zu beschäfti­gen, als sol­che zu­grun­de ge­legt und nicht von der Ei­ni­gungs­stel­le ge­stal­tend ge­re­gelt wur­de. Um­ge­kehrt dürf­te in dem hier nur während der lau­fen­den Kündi­gungs­frist mögli­chen frei­wil­li­gen Wech­sel in die Trans­fer­ge­sell­schaft kein un­zulässi­ger Ein­griff der

 

- 16 -

Ei­ni­gungs­stel­le in An­nah­me­ver­zugs­ansprüche der Beschäftig­ten lie­gen, da es sich nicht um be­ste­hen­de in­di­vi­du­el­le Ansprüche han­delt, son­dern um sol­che, die nur im Fal­le ei­nes wei­te­ren Fort­be­ste­hens des Ar­beits­verhält­nis­ses ent­ste­hen könn­ten.

2. Gleich­wohl liegt mit den hier durch Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen kei­ne ei­ner­seits vom Re­ge­lungs­auf­trag der Ei­ni­gungs­stel­le ge­deck­te und an­de­rer­seits die­sem Re­ge­lungs­auf­trag genügen­de Re­ge­lung im Rah­men der Er­mes­sens­gren­zen vor. Dies ist auf­grund der in­ner­halb der Frist gem. § 76 Abs. 5 S. 4 Be­trVG er­folg­ten An­fech­tung nebst ent­spre­chen­der Be­gründung in­ner­halb die­ser Frist zu prüfen.

a) Es wur­de kei­ne hin­rei­chen­de Re­ge­lung be­tref­fend die vor­ge­se­he­ne Qua­li­fi­zie­rung der Beschäftig­ten in der Trans­fer­ge­sell­schaft ge­trof­fen.

(1) Auf­ga­be der Ei­ni­gungs­stel­le ist es, durch ih­ren Spruch die Be­lan­ge des Be­triebs und der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer an­ge­mes­sen zu berück­sich­ti­gen und zu ei­nem bil­li­gen Aus­gleich zu brin­gen (§ 76 Abs. 5 Satz 3 Be­trVG). Da­bei ist der Zweck des je­wei­li­gen Mit­be­stim­mungs­rechts zu be­ach­ten. Die ge­trof­fe­ne Re­ge­lung muss den­je­ni­gen In­ter­es­sen Rech­nung tra­gen, um de­ren Wil­len dem Be­triebs­rat ein Mit­be­stim­mungs­recht zu­steht. Dem wird ein Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le, der nicht selbst ei­ne Re­ge­lung der mit­be­stim­mungs­pflich­ti­gen An­ge­le­gen­hei­ten trifft, son­dern die der Ei­ni­gungs­stel­le zu­ste­hen­den Re­ge­lungs­be­fug­nis auf den Ar­beit­ge­ber überträgt, nicht ge­recht (BAG 8. Ju­ni 2004 - 1 ABR 4/03 - zu B III 4 a der Gründe, BA­GE 111, 48; BAG, Be­schluss vom 17. Ja­nu­ar 2012 - 1 ABR 45/10 -, BA­GE 140, 223-230, Rn. 25).

Re­ge­lungs­auf­trag ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le zur Ent­schei­dung über ei­nen So­zi­al­plan ist die Ent­schei­dung über den Aus­gleich oder die Mil­de­rung der wirt­schaft­li­chen Nach­tei­le der Ar­beit­neh­mer. Dies setzt vor­aus, dass sich dem Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le - und sei es nach ent­spre­chen­der Aus­le­gung - ein­deu­tig ent­neh­men lässt, wel­chen ge­nau­en Um­fang der be­schlos­se­ne Aus­gleich oder die Mil­de­rung der Nach­tei­le hat. Sol­len die Re­ge­lun­gen wirt­schaft­li­che Nach­tei­le von Ar­beit­neh­mern nach § 112 Abs. 1 Satz 2 Be­trVG aus­glei­chen oder mil­dern, muss es möglich sein, auf ih­rer Grund­la­ge die Höhe von Aus­gleich oder Mil­de­rung durch Aus­le­gung ex­akt zu be­stim­men (BAG, Be­schluss vom 26. Mai 2009 - 1 ABR 12/08 -, Rn. 17, ju­ris; vgl. zu ei­nem dem­ge­genüber wohl et­was größeren Spiel­raum bei zusätz­li­chen Bo­nu­s­leis­tun­gen BAG, Ur­teil vom 11. De­zem­ber 2013 – 10 AZR 364/13 –, ju­ris).

(2) Die­sen An­for­de­run­gen genügt die vor­lie­gen­de Re­ge­lung nicht.

(2.1.) Zwar ver­weist die Ar­beit­ge­be­rin zu Recht auf zulässi­ge Pau­scha­lie­run­gen der Ei­ni­gungs­stel­le bei der Be­wer­tung ent­ste­hen­der Nach­tei­le und ei­nem mögli­chen Aus­gleich

 

- 17 -

der­sel­ben (s. auch BAG, Be­schluss vom 24. Au­gust 2004 – 1 ABR 23/03 –, BA­GE 111, 335-349, Rn. 38; ErfK/Ka­nia Be­trVG § 112, 112a Rn. 32 m.w.N.). Im Hin­blick hier­auf dürf­ten auch die vor­lie­gen­den Re­ge­lun­gen zur Ver­weil­dau­er in der Trans­fer­ge­sell­schaft nicht zu be­an­stan­den sein.

(2.2.) Ei­ne sol­che Pau­scha­lie­rung ist mit der Re­ge­lung in § 8 Qua­li­fi­zie­rung je­doch nicht er­folgt. Viel­mehr steht we­der die für ei­nen Ar­beit­neh­mer ver­wend­ba­re Sum­me noch die im Er­geb­nis ins­ge­samt auf­zu­wen­den­de Sum­me fest.

aa) Zunächst liegt kei­ne Fest­le­gung ei­ner be­stimm­ten pro Beschäftig­ten zu ver­wen­den­den Sum­me vor. Ei­ne pau­scha­le Re­ge­lung, wo­nach nicht nur für je­den wech­seln­den Ar­beit­neh­mer ein Bud­get in Höhe ei­ner be­stimm­ten Sum­me zur Verfügung ge­stellt, son­dern auch für Qua­li­fi­zie­rungs­maßnah­men für die­sen Ar­beit­neh­mer zu ver­wen­den ist, wur­de hier nicht vor­ge­nom­men; auch ei­ne sol­che Re­ge­lung würde Maßnah­men für meh­re­re Teil­neh­mer ge­mein­sam nicht aus­sch­ließen, hier kann ggf. ein Kos­ten­an­teil auf das dann persönli­che Bud­get an­ge­rech­net wer­den. Viel­mehr wird aus­drück­lich ein Ge­samt­bud­get zur Verfügung ge­stellt und die Ver­tei­lung ei­nem Drit­ten - hier der Trans­fer­ge­sell­schaft - über­las­sen.

Zu der dann we­sent­li­chen Fra­ge, wel­cher An­teil der Sum­me für den ein­zel­nen Beschäftig­ten auf­zu­wen­den ist heißt es, dies sol­le „je nach in­di­vi­du­el­lem Wei­ter­bil­dungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­be­darf“ ge­sche­hen. Da­mit ist kei­ne aus­rei­chen­de Re­ge­lung ge­trof­fen. Zwar weist die Ar­beit­ge­be­rin zu­tref­fend auf das zunächst er­for­der­li­che und vor­ge­se­he­ne Pro­filing zur Fest­stel­lung des in­di­vi­du­el­len Be­darfs hin. Aber auch wenn man ei­nen auf die­ser Grund­la­ge hin­rei­chend kon­kret fest­stell­ba­ren Wei­ter­bil­dungs­be­darf an­nimmt, so dass wei­te­re Re­ge­lun­gen nicht zwin­gend wären, bleibt die Fra­ge der Ver­tei­lung of­fen. Es ist oh­ne wei­te­res denk­bar, dass aus­ge­hend von dem fest­ge­stell­ten Wei­ter­bil­dungs­be­darf für ein­zel­ne Beschäftig­te ein Be­trag von mehr oder we­ni­ger als 2.000,00 Eu­ro er­for­der­lich ist. Der hier gewähl­te Träger hat im Rah­men sei­ner Vor­stel­lung in der Ei­ni­gungs­stel­le ein wünschens­wer­tes Wei­ter­bil­dungs­bud­get von 3.000,00 Eu­ro pro Beschäftig­ten ge­nannt, der Be­triebs­rat hält er­sicht­lich ei­nen deut­lich höhe­ren Be­trag für er­for­der­lich, um die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Ver­mitt­lung auf ei­nen neu­en Ar­beits­platz zu schaf­fen. Wie die­ses Ge­samt­bud­get dann zu ver­tei­len ist, d.h. ob ggf. ein­zel­nen Beschäftig­ten ei­ne sinn­vol­le, aber teu­re­re Qua­li­fi­zie­rung zu Las­ten der für die wei­te­ren Beschäftig­ten ver­blei­ben­den Mit­tel zu­ge­stan­den wer­den soll oder nicht, bleibt of­fen. Ei­ne von der Ei­ni­gungs­stel­le hier­zu ggf. zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt zu tref­fen­de Re­ge­lung ist nicht vor­ge­se­hen. Der hier vor­ge­se­he­ne Bei­rat er­setzt we­der die Ei­ni­gungs­stel­le noch ist mit der vor­ge­se­he­nen Be­ra­tung in Zwei­felsfällen ei­ne maßgeb­li­che Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz ver­bun­den. Da es sich an­ge­sichts der we­sent­li­chen Be­deu­tung der Qua­li­fi­zie­rung und der hierfür auf­zu­wen­den­den

 

- 18 -

und ggf. für ei­nen Beschäftig­ten zur Verfügung ste­hen­den Mit­tel um ei­ne zen­tra­le Re­ge­lung han­delt, ist Aus­ge­stal­tung durch die Ei­ni­gungs­stel­le er­for­der­lich.

bb) Darüber hin­aus steht nach der vor­lie­gen­den Re­ge­lung auch die ins­ge­samt pro Beschäftig­ten für Qua­li­fi­zie­rung auf­zu­wen­den­de Sum­me nicht fest. § 8 Nr. 1 S. 2 des So­zi­al­plans sieht vor: „So­weit das Qua­li­fi­zie­rungs­bud­get nicht ver­braucht wird, ste­hen die Mit­tel der APSB zu“. D.h. so­weit Mit­tel, auf de­ren Ver­tei­lung we­der die Ei­ni­gungs­stel­le noch be­trof­fe­ne Beschäftig­te Ein­fluss ha­ben, nicht ver­teilt wer­den, fal­len die­se an die Ar­beit­ge­be­rin zurück. Auch wenn es re­gelmäßig das Be­stre­ben ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft sein dürf­te, Qua­li­fi­zie­rungs­mit­tel umfäng­lich und zweck­dien­lich ein­zu­set­zen, schließt dies Ab­wei­chun­gen im Ein­zel­fall, ggf. auch abhängig vom Wei­ter­bil­dungs­in­ter­es­se der Beschäftig­ten, nicht aus. Ansprüche der Beschäftig­ten, Mit­tel in be­stimm­ter Höhe für sie zu ver­wen­den, be­ste­hen nicht. Un­ter die­sen Umständen über­schrei­tet ein Rück­fall der Mit­tel die Gren­zen des Er­mes­sens. Für ei­ne sol­che mögli­che nachträgli­che Re­du­zie­rung der ins­ge­samt für ei­nen So­zi­al­plan zur Verfügung ste­hen­den Mit­tel ist kein Grund fest­stell­bar. So­weit die Ar­beit­ge­be­rin in der münd­li­chen Ver­hand­lung erklärt hat, man ha­be die­se Re­ge­lung gewählt, um an­ders als bei ei­nem Ver­bleib nicht ver­brauch­ter Mit­tel bei der Trans­fer­ge­sell­schaft ei­nen An­reiz zur tatsächli­chen Ver­wen­dung der Mit­tel für Qua­li­fi­zie­run­gen zu schaf­fen, recht­fer­tigt dies kei­ne nachträgli­che Re­du­zie­rung der So­zi­al­plan­mit­tel. Die­sem – sinn­vol­len – Ziel wird durch je­de Re­ge­lung, nach der kei­ne Qua­li­fi­zie­rungs­mit­tel bei der Trans­fer­ge­sell­schaft ver­blei­ben, Rech­nung ge­tra­gen. Auch so­weit bei­spiels­wei­se nicht ver­brauch­te Mit­tel ei­nem Härte­fall­fonds zu­geführt und nach be­stimm­ten Kri­te­ri­en ver­teilt würden, würde dies Fehl­an­rei­ze für die Trans­fer­ge­sell­schaft ver­mei­den. Ins­be­son­de­re an­ge­sichts der sehr be­grenz­ten Mit­tel im vor­lie­gen­den Fall han­delt es sich auch an­ders als mögli­cher­wei­se in an­de­ren Fällen um kei­ne im Verhält­nis zur Ge­samt­sum­me zu ver­nachlässi­gen­den Beträge, für die ein größerer Er­mes­sens­spiel­raum der Ei­ni­gungs­stel­le an­ge­nom­men wer­den könn­te.

(3) Dies führt an­ge­sichts der we­sent­li­chen Be­deu­tung der Fra­ge der Qua­li­fi­zie­rung und der hierfür zur Verfügung ste­hen­den Mit­tel, wie das Ar­beits­ge­richt zu­tref­fend fest­ge­stellt hat, zur Un­wirk­sam­keit der ge­sam­ten Re­ge­lun­gen in Teil A. Es han­delt sich nicht um ei­ne nur lücken­haf­te Re­ge­lung, die im Rah­men der Vor­ga­ben gem. § 15 des So­zi­al­plans durch ergänzen­de Aus­le­gung ge­schlos­sen wer­den könn­te.

b) Un­abhängig hier­von sind die Re­ge­lun­gen des vor­ge­se­he­nen drei­sei­ti­gen Ver­tra­ges zum Über­gang in die Trans­fer­ge­sell­schaft nicht vom Re­ge­lungs­spiel­raum der Ei­ni­gungs­stel­le ge­deckt. Mit die­sem sind für den Fall ei­nes Über­tritts Nach­tei­le für die Beschäftig­ten ver­bun­den, für die es kei­ne Recht­fer­ti­gung gibt.

 

- 19 -

(1) Durch den Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le wird mit der bei­gefügten An­la­ge vor­ge­ge­ben, wel­cher Ver­trag hier ab­zu­sch­ließen ist, § 3 Nr. 3 des So­zi­al­plans ver­weist auf das bei­gefügte Mus­ter. Dass es sich nicht le­dig­lich um ein un­ver­bind­li­ches Bei­spiel han­delt, er­gibt sich aus dem Be­griff des Mus­ters als ei­ner ver­bind­li­chen Vor­ga­be und ent­spricht im Übri­gen dem er­kenn­ba­ren Zweck, we­sent­li­che Re­ge­lun­gen in der Ei­ni­gungs­stel­le zu tref­fen. Bestätigt wird dies durch die Kopf­zei­le der An­la­ge „APSB-Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le vom 21.01.2015“, die eben­falls ver­deut­licht, dass die Ei­ni­gungs­stel­le die­se zu tref­fen­den ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen als maßgeb­lich an­sieht.

(2) Da mit die­sem Ver­trags­mus­ter vor­ge­ge­ben wird, auf wel­che Be­din­gun­gen sich Beschäftig­te ein­las­sen müssen, wenn sie von dem An­ge­bot ei­nes Wech­sels in die Trans­fer­ge­sell­schaft als der zen­tra­len Leis­tung die­ses So­zi­al­plans Ge­brauch ma­chen wol­len, sind die­se Re­ge­lun­gen zu über­prüfen, auch wenn der Ab­schluss die­ser Ver­ein­ba­rung frei­wil­lig ist.

(3) Auch wenn man an­nimmt, dass ei­ne Ei­ni­gungs­stel­le mit dem Re­ge­lungs­auf­trag des Aus­gleichs und der Mil­de­rung der wirt­schaft­li­chen Nach­tei­le die frei­wil­li­ge In­an­spruch­nah­me von Leis­tun­gen an ei­nen Ver­zicht auf et­wa be­ste­hen­de in­di­vi­du­el­le Ansprüche oder sonst nach­tei­li­ge Re­ge­lun­gen knüpfen kann (vgl. zur Fra­ge der Gren­zen der Re­ge­lungs­macht BAG, Ur­teil vom 31. Mai 2005 – 1 AZR 254/04 –, BA­GE 115, 68-82, Rn. 18), genügt ei­ne Re­ge­lung nur dann bil­li­gen Er­mes­sen, wenn es hierfür ei­nen recht­fer­ti­gen­den Grund gibt, d.h. die In­k­auf­nah­me der Nach­tei­le als er­for­der­lich an­ge­se­hen wer­den kann. An­sons­ten ist je­den­falls der be­ste­hen­de Re­ge­lungs­spiel­raum über­schrit­ten. Dies gilt ins­be­son­de­re, wenn es um die In­an­spruch­nah­me der we­sent­li­chen in die­sem So­zi­al­plan vor­ge­se­he­nen Leis­tung geht. Ge­ne­rell be­darf der Aus­schluss von Leis­tun­gen – hier der­je­ni­gen, die nicht zur Ver­ein­ba­rung u.a. ei­ner all­ge­mei­nen Aus­gleichs be­reit sind - ei­ner sach­li­chen Recht­fer­ti­gung (vgl. BAG, Ur­teil vom 06. No­vem­ber 2007 – 1 AZR 960/06 –, BA­GE 124, 335-344, Rn. 15).

(4) Vor­lie­gend sind nach­tei­li­ge Re­ge­lun­gen vor­ge­se­hen, oh­ne dass ein sol­cher Grund fest­stell­bar ist.

Mit der all­ge­mei­nen Aus­gleichs­klau­sel in § 1 Zif­fer 10) des vor­ge­se­he­nen Ver­trags ver­zich­ten die Un­ter­zeich­ner die­ser Ver­ein­ba­rung auf sämt­li­che nicht aus­ge­nom­me­nen Ansprüche. Aus­ge­nom­men sind je­doch nach § 1 Zif­fer 2 nur die nach ta­rif­li­chen und ver­trag­li­chen Be­stim­mun­gen zu­ste­hen­de Vergütung so­wie die im Wei­te­ren auf­geführ­te Er­tei­lung ei­nes Zeug­nis­ses, nicht da­ge­gen et­wai­ge Scha­dens­er­satz- oder Ur­laubs­ab­gel­tungs­ansprüche. Ein mögli­ches In­ter­es­se, das Ar­beits­verhält­nis zu be­en­den und sich nicht mehr mit et­wai­gen of­fe­nen Fra­gen beschäfti­gen zu müssen, stellt kei­nen hin­rei­chen­den Grund dar, ein Ein­verständ­nis hier­mit zur Be­din­gung für die zen­tra­le Leis­tung

 

- 20 -

des So­zi­al­plans zu ma­chen. Auch sons­ti­ge Gründe sind nicht fest­stell­bar. Dass die Ar­beit­ge­be­rin in ih­ren In­for­ma­tio­nen zu ei­nem Über­tritt in die Trans­fer­ge­sell­schaft ih­rer­seits im Hin­blick auf die­se Aus­gleichs­klau­sel auf ei­ne er­for­der­li­che Gel­tend­ma­chung et­wai­ger Ansprüche und ih­re Be­reit­schaft zur Klärung der­sel­ben ver­wie­sen hat, ändert hier­an nichts. Maßgeb­lich ist die ge­trof­fe­ne recht­lich ver­bind­li­che Re­ge­lung und nicht ei­ne im Nach­gang frei­wil­lig prak­ti­zier­te Ku­lanz.

Auch bezüglich wei­te­rer Re­ge­lun­gen stellt sich die Fra­ge, wes­halb die­se zur Vor­aus­set­zung ei­nes Über­tritts in die Trans­fer­ge­sell­schaft ge­macht wer­den. Falls durch die Re­ge­lung in § 1 Abs. 3 ei­ne von der Ge­set­zes­la­ge ab­wei­chen­de Re­ge­lung ei­nes Zurück­be­hal­tungs­rechts ge­trof­fen wer­den soll, gäbe es hierfür kei­nen Grund. Die Ver­pflich­tung zur aus­nahms­lo­sen ab­so­lu­ten Ver­schwie­gen­heit auch be­tref­fend sons­ti­ge In­for­ma­tio­nen dürf­te über ei­ne Wie­der­ga­be oh­ne­hin be­ste­hen­der ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen hin­aus­ge­hen. Wes­halb ein Ver­zicht auf ei­ne An­fech­tung die­ser Auf­he­bungs­ver­ein­ba­rung vor­ge­se­hen ist, er­sch­ließt sich nicht oh­ne wei­te­res.

(4) Dass die­ser Ver­trag nach den An­ga­ben der Ar­beit­ge­be­rin in der münd­li­chen Ver­hand­lung auf ei­nem von dem Träger ge­fer­tig­ten Ver­trags­ent­wurf be­ruht, recht­fer­tigt die­se Ver­ein­ba­run­gen nicht. Es gibt kei­ne An­halts­punk­te dafür, dass der Träger nur die­sen und sonst kei­nen Ver­trag ab­zu­sch­ließen be­reit wäre, zu­mal es bei die­sen Punk­ten sämt­lich um mögli­che Ansprüche im Verhält­nis zwi­schen den Beschäftig­ten und der – im Fal­le ei­ner Auf­he­bung des Ar­beits­verhält­nis­ses ehe­ma­li­gen – Ar­beit­ge­be­rin geht und der Träger hier­von nicht be­trof­fen ist. In­so­weit dürf­te es sich bei den vor­ge­schla­ge­nen Re­ge­lun­gen eher um ei­nen Ser­vice für In­ter­es­sen­ten han­deln, der an­der­wei­ti­ge Re­ge­lun­gen bzw. ins­be­son­de­re ein Strei­chen die­ser Re­ge­lungs­vor­schläge nicht aus­sch­ließt. Hierfür spricht auch die sei­tens des Be­triebs­rats in der münd­li­chen Ver­hand­lung erwähn­te wohl zwi­schen­zeit­lich er­folg­te Übe­r­ar­bei­tung.

3. Un­ter wel­chen Umständen die Be­ru­fung auf Er­mes­sens­feh­ler der Ei­ni­gungs­stel­le rechts­miss­bräuch­lich sein kein, wenn ei­ne selbst in der Ei­ni­gungs­stel­le ver­tre­te­ne Po­si­ti­on an­ge­grif­fen wird, kann da­hin­ge­stellt blei­ben.

a) We­der die vom Be­triebs­rat ent­sand­ten Bei­sit­zer in der Ei­ni­gungs­stel­le noch der Be­triebs­rat selbst ha­ben zu ir­gend­ei­nem Zeit­punkt ihr Ein­verständ­nis mit der durch Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le ge­trof­fe­nen Re­ge­lung erklärt.

b) So­weit die Be­triebs­rats­sei­te in der Ei­ni­gungs­stel­le aus­weis­lich ih­rer Anträge mit den vor­ge­schla­ge­nen Re­ge­lun­gen zu ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft in Ver­bin­dung mit er­heb­lich höhe­ren Ab­fin­dun­gen ein­ver­stan­den ge­we­sen wäre, er­gibt sich hier­aus kein Ein­verständ­nis

 

- 21 -

mit den vor­lie­gen­den Re­ge­lun­gen. Die Ak­zep­tanz be­stimm­ter Re­ge­lun­gen in Ver­bin­dung mit höhe­ren Ab­fin­dun­gen ist nicht mit der Ak­zep­tanz die­ser Re­ge­lun­gen oh­ne die­se Ab­fin­dun­gen gleich­zu­set­zen. Un­abhängig hier­von hat die Be­triebs­rats­sei­te aus­weis­lich der Ver­hand­lungs­pro­to­kol­le in der Ei­ni­gungs­stel­le die ge­son­der­te ein­ver­nehm­li­che Ver­ein­ba­rung nur der Re­ge­lun­gen der Trans­fer­ge­sell­schaft aus­drück­lich ab­ge­lehnt und da­mit zu er­ken­nen ge­ge­ben, dass sie die­se als iso­lier­te Re­ge­lung nicht für ak­zep­ta­bel hal­ten.

4. Die Un­wirk­sam­keit der in Teil A ge­trof­fe­nen Re­ge­lun­gen zur Er­rich­tung so­wie der in der An­la­ge vor­ge­se­he­nen Be­din­gun­gen für ei­nen Über­tritt in die Trans­fer­ge­sell­schaft führen zu ei­ner Un­wirk­sam­keit der des Spruchs der Ei­ni­gungs­stel­le ins­ge­samt.

Ent­spre­chend der her­an­zu­zie­hen­den Re­ge­lung in § 139 BGB hat die Teil­nich­tig­keit ei­nes Rechts­geschäfts des­sen Ge­samt­nich­tig­keit zur Fol­ge, wenn nicht an­zu­neh­men ist, dass es auch oh­ne den nich­ti­gen Teil vor­ge­nom­men wor­den wäre (BAG, Be­schluss vom 24. Au­gust 2004 - 1 ABR 23/03 -, BA­GE 111, 335-349, Rn. 57; s. auch BAG, Be­schluss vom 09. No­vem­ber 2010 - 1 ABR 75/09 -, Rn. 51, ju­ris) und der ver­blei­ben­de Teil oh­ne die un­wirk­sa­men Be­stim­mun­gen kei­ne sinn­vol­le und in sich ge­schlos­se­ne Re­ge­lung enthält (BAG, Be­schluss vom 11. Ja­nu­ar 2011 – 1 ABR 104/09 –, BA­GE 136, 353-358, Rn. 23).

a) Da die Re­ge­lun­gen be­tref­fend ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft den we­sent­li­chen Teil des aus­drück­lich als „Trans­fer­so­zi­al­plan“ be­zeich­ne­ten So­zi­al­plans (s. § 1 des So­zi­al­plans) aus­ma­chen, kann nicht an­ge­nom­men wer­den dass die ver­blei­ben­de Re­ge­lung auch oh­ne den Teil A ver­ein­bart wor­den wäre. Die Re­ge­lun­gen zu ei­ner Trans­fer­ge­sell­schaft nebst den da­mit ver­bun­de­nen Möglich­kei­ten ei­ner be­ruf­li­chen Qua­li­fi­zie­rung wa­ren, wie in der Präam­bel fest­ge­hal­ten wur­de, maßgeb­li­ches Re­ge­lungs­ziel, hier­in sah die Ei­ni­gungs­stel­le die we­sent­li­che Möglich­keit ei­ner zu­min­dest teil­wei­sen Mil­de­rung wirt­schaft­li­cher Nach­tei­le auf­grund der Be­triebsände­rung.

b) Auch enthält der ver­blei­ben­de Teil kei­ne sinn­vol­le in sich ge­schlos­se­ne Re­ge­lung.

Im Rah­men der Ent­schei­dung über ei­nen So­zi­al­plan hat die Ei­ni­gungs­stel­le über den Aus­gleich und die Mil­de­rung ent­ste­hen­der Nach­tei­le zu ent­schei­den und, so­weit der für an­ge­mes­sen er­ach­te­te Aus­gleich von Nach­tei­len der Ar­beit­neh­mer für das Un­ter­neh­men wirt­schaft­lich nicht ver­tret­bar ist, das So­zi­al­plan­vo­lu­men bis zum Er­rei­chen der Gren­ze der wirt­schaft­li­chen Ver­tret­bar­keit zu min­dern (s. nur BAG, Be­schluss vom 22. Ja­nu­ar 2013 – 1 ABR 85/11 –, Rn. 16, ju­ris), d.h. über das So­zi­al­plan­vo­lu­men und die Ver­tei­lung zu ent­schei­den. Auf­grund der Un­wirk­sam­keit der Re­ge­lun­gen zur Trans­fer­ge­sell­schaft ent­fal­len so­wohl die­se von der Ei­ni­gungs­stel­le vor­ge­se­he­ne Mil­de­rungsmöglich­keit als auch die

 

- 22 -

hierfür ein­ge­plan­ten fi­nan­zi­el­len Mit­tel. Über die ge­bo­te­ne Neu­re­ge­lung hat die Ei­ni­gungs­stel­le im Rah­men ih­res Er­mes­sens­spiel­raums zu ent­schei­den.

5. Da der ver­fah­rens­ge­genständ­li­che Spruch der Ei­ni­gungs­stel­le hier­nach un­wirk­sam ist, be­darf es kei­ner Ent­schei­dung, ob die Ei­ni­gungs­stel­le zu Recht Ab­fin­dungs­beträge, die als ei­ne sub­stan­zi­el­le Mil­de­rung der Nach­tei­le an­zu­se­hen wären, im Hin­blick auf die wirt­schaft­li­che La­ge der Ar­beit­ge­be­rin und dem er­for­der­li­chen „Gleich­lauf von Zu­rech­nung und In­nen­haf­tung“ als Vor­aus­set­zung für ei­nen Be­mes­sungs­durch­griff (vgl. Ah­rendt, RdA 2012, 340ff m.w.N.) zu Recht als wirt­schaft­lich un­ver­tret­bar an­ge­se­hen oder ob hier an­ge­sichts der Fi­nan­zie­rung in der Ver­gan­gen­heit und et­wa hier­aus fol­gen­der Ansprüche auch be­tref­fend ei­nen So­zi­al­plan zu­min­dest noch Aus­kunfts­ansprüche of­fen sind (vgl. zur Ein­set­zung ei­ner Ei­ni­gungs­stel­le we­gen mögli­cher Un­ter­rich­tungs­rech­te des Wirt­schafts­aus­schus­ses LArbG Ber­lin-Bran­den­burg, Be­schluss vom 23. Ju­li 2015 – 26 TaBV 857/15 –, ju­ris; vgl. zu teil­wei­se an­ge­nom­me­nen wei­ter­ge­hen­den Aus­kunfts­ansprüchen nach § 17 Ab. 3a KSchG im Rah­men des Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­rens LArbG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 26. No­vem­ber 2015 – 10 Sa 1604/15, 10 Sa 1920/15 –, ju­ris).

III.

Ei­ne Kos­ten­ent­schei­dung ist nicht ver­an­lasst, die Ent­schei­dung er­geht nach § 2 Abs. 2 GKG in Ver­bin­dung mit § 2a Abs. 1 Nr. 1 ArbGG ge­richts­kos­ten­frei.

IV.

Ge­gen die­se Ent­schei­dung ist ein Rechts­mit­tel nicht ge­ge­ben.

Die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Zu­las­sung der Rechts­be­schwer­de gemäß § 92 Abs.1 Satz 2 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 72 Abs. 2 ArbGG lie­gen nicht vor. Hin­sicht­lich der ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fra­gen han­delt es sich um ei­ne am Ein­zel­fall ori­en­tier­te Ent­schei­dung oh­ne grundsätz­li­che Be­deu­tung.

Dr. B.

T.

Sch.

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 9 TaBV 1519/15  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880