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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Betriebsübergang: Widerspruch, Betriebsübergang: Informationspflichten, Betriebsübergang: Kettenübergang
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 8 AZR 773/14
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 19.11.2015
   
Leit­sätze: 1. „Neu­er In­ha­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB ist stets der­je­ni­ge, der beim letz­ten Be­triebsüber­gang den Be­trieb er­wor­ben hat. „Bis­he­ri­ger Ar­beit­ge­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB kann nur der­je­ni­ge sein, der bis zum letz­ten Be­triebsüber­gang, al­so vor dem neu­en In­ha­ber den Be­trieb in­ne­hat­te.

2. Kommt es nach ei­nem Be­triebsüber­gang zu ei­nem wei­te­ren Be­triebsüber­gang und hat der Ar­beit­neh­mer bis da­hin dem mit dem vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht wi­der­spro­chen, ver­liert der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber sei­ne Ei­gen­schaft als „bis­he­ri­ger“ Ar­beit­ge­ber iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB an den Zwi­schen­er­wer­ber. Will der Ar­beit­neh­mer in ei­nem sol­chen Fall mit ei­nem Wi­der­spruch ei­nen Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber be­wir­ken, muss er des­halb zunächst er­folg­reich dem an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang ge­knüpften Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber wi­der­spre­chen.

3. Das Recht, dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses zu wi­der­spre­chen, kann al­ler­dings zu­vor er­lo­schen sein. Dies ist re­gelmäßig an­zu­neh­men, wenn der Ar­beit­neh­mer im Rah­men ei­ner Un­ter­rich­tung nach § 613a Abs. 5 BGB von den dort ge­nann­ten Per­so­nen über den mit dem letz­ten und dem vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter Mit­tei­lung des Zeit­punk­tes oder des ge­plan­ten Zeit­punk­tes so­wie des Ge­gen­stan­des des Be­triebsüber­gangs und des Be­triebsüber­neh­mers in Text­form in Kennt­nis ge­setzt wur­de und er dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht bin­nen ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung über den in­fol­ge des wei­te­ren Be­triebsüber­gangs ein­tre­ten­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses wi­der­spro­chen hat. Wei­te­re Vor­aus­set­zung ist, dass die­se Mo­nats­frist noch vor dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ab­ge­lau­fen ist. Dar­auf, ob die Un­ter­rich­tun­gen über den an den vor­an­ge­gan­ge­nen und wei­te­ren Be­triebsüber­gang ge­knüpften je­wei­li­gen Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses im Übri­gen ord­nungs­gemäß iSv. § 613a Abs. 5 BGB sind, kommt es in­so­weit nicht an.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Gera, Urteil vom 27.09.2012 - 4 Ca 245/12
Thüringer Landesarbeitsgericht, Urteil vom 27.05.2014 - 7 Sa 398/12
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

8 AZR 773/14
7 Sa 398/12
Thürin­ger
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
19. No­vem­ber 2015

UR­TEIL

Wirth, Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Ach­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 19. No­vem­ber 2015 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Schlewing, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Win­ter, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Vo­gel­sang so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Dr. Volz und Hen­ni­ger für Recht er­kannt:

 

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Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 27. Mai 2014 - 7 Sa 398/12 - wird zurück­ge­wie­sen.

Der Kläger hat die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob zwi­schen ih­nen nach zwei Be­triebsübergängen ein Ar­beits­verhält­nis be­steht.

Der Kläger war seit 1991 bei der Be­klag­ten als Mit­ar­bei­ter der Be­triebs­ein­heit „K (K)“ in G beschäftigt. Der Be­trieb ging am 1. Sep­tem­ber 2007 im We­ge des Be­triebsüber­gangs von der Be­klag­ten auf die V GmbH (im Fol­gen­den V) über. Hierüber war der Kläger durch Un­ter­rich­tungs­schrei­ben der V vom 26. Ju­li 2007 in­for­miert wor­den. Der Kläger wi­der­sprach dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten auf die V zunächst nicht und ar­bei­te­te nach dem Be­triebsüber­gang für die V. Der Se­nat hat später zu ei­nem wort­glei­chen Un­ter­rich­tungs­schrei­ben der V, eben­falls vom 26. Ju­li 2007, aber ein an­de­res Ar­beits­verhält­nis be­tref­fend ent­schie­den, dass die Un­ter­rich­tung feh­ler­haft war, da sie den An­for­de­run­gen des § 613a Abs. 5 BGB nicht ent­sprach (BAG 26. Mai 2011 - 8 AZR 18/10 -).

Am 1. De­zem­ber 2008 er­folg­te ein wei­te­rer Be­triebsüber­gang von der V auf die T G GmbH (im Fol­gen­den T). Hierüber hat­ten die V und die T den Kläger mit Schrei­ben vom 25. Ok­to­ber 2008 un­ter­rich­tet.

Mit ei­nem wei­te­ren Schrei­ben vom 25. Ok­to­ber 2008 hat­te die V dem Kläger mit­ge­teilt, die „D“ veräußere zum 1. De­zem­ber 2008 fünf Stand­or­te der V, ua. den Stand­ort G an die T. Die Veräußerun­gen sei­en Teil ei­nes um­fas­sen-

 

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den Per­so­nal­um­baus, den die „D“ be­schlos­sen ha­be, um sich zu­kunfts- und wett­be­werbsfähig auf­zu­stel­len.

Der Kläger ar­bei­te­te in der Fol­ge­zeit für die T, oh­ne dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf die­se zunächst zu wi­der­spre­chen.

Mit Schrei­ben vom 3. No­vem­ber 2011 wi­der­sprach der Kläger ge­genüber der Be­klag­ten dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von die­ser auf die V. Mit ei­nem an die V ge­rich­te­ten Schrei­ben vom sel­ben Ta­ge wi­der­sprach er zu­dem „dem Be­triebsüber­gang des Be­trie­bes der V GmbH am Stand­ort G auf die T G GmbH“. Mit Wir­kung zum 30. Ju­ni 2012 wur­de der Be­trieb der T still­ge­legt. Die T kündig­te die Ar­beits­verhält­nis­se sämt­li­cher Ar­beit­neh­mer, so auch das Ar­beits­verhält­nis des Klägers be­triebs­be­dingt zum 30. Ju­ni 2012.

Mit - rechts­kräfti­gem - Ur­teil vom 18. Sep­tem­ber 2012 hat das Ar­beits­ge­richt G in dem Ver­fah­ren - 2 Ca 174/12 - die vom Kläger ge­gen die V er­ho­be­ne Kla­ge mit dem An­trag fest­zu­stel­len, dass über den 1. De­zem­ber 2008 hin­aus ein Ar­beits­verhält­nis mit der V be­ste­he, ab­ge­wie­sen.

Mit der beim Ar­beits­ge­richt am 20. Fe­bru­ar 2012 ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat der Kläger ua. die Fest­stel­lung be­gehrt, dass zwi­schen ihm und der Be­klag­ten über den 1. Sep­tem­ber 2007 hin­aus ein Ar­beits­verhält­nis be­steht. Er hat die An­sicht ver­tre­ten, auf­grund der feh­ler­haf­ten Un­ter­rich­tung vom 26. Ju­li 2007 ha­be die Frist für den Wi­der­spruch ge­gen den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten auf die V nicht zu lau­fen be­gon­nen.

Er hat zu­letzt be­an­tragt

fest­zu­stel­len, dass zwi­schen den Par­tei­en über den 1. Sep­tem­ber 2007 hin­aus ein Ar­beits­verhält­nis be­steht.

Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und dies vor al­lem da­mit be­gründet, dass der Kläger sein Wi­der­spruchs­recht ver­wirkt ha­be.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung des Klägers zurück­ge­wie­sen. Der Kläger ver­folgt mit der Re­vi­si­on sein Kla­ge­be­geh­ren wei­ter. Die Be­klag­te be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.

 

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Ent­schei­dungs­gründe

Die zulässi­ge Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil zu Recht zurück­ge­wie­sen. Zwi­schen dem Kläger und der Be­klag­ten be­steht seit dem 1. Sep­tem­ber 2007 kein Ar­beits­verhält­nis mehr. Der Kläger konn­te am 3. No­vem­ber 2011 dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten auf die V nicht mehr wirk­sam wi­der­spre­chen, da sein dies­bezügli­ches Wi­der­spruchs­recht noch vor dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang von der V auf die T er­lo­schen war.

A. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu Recht er­kannt, dass die V am 1. Sep­tem­ber 2007 gemäß § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB in die Rech­te und Pflich­ten der Be­klag­ten aus dem mit dem Kläger be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis ein­ge­tre­ten war und dass der Wi­der­spruch des Klägers vom 3. No­vem­ber 2011 ge­gen den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten auf die V hier­an nichts geändert hat. Dies folgt al­ler­dings - an­ders als das Lan­des­ar­beits­ge­richt un­ter Be­zug­nah­me auf das Ur­teil des Se­nats vom 24. April 2014 (- 8 AZR 369/13 - BA­GE 148, 90) an­ge­nom­men hat - nicht erst dar­aus, dass der Kläger dem mit dem letz­ten Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der V auf die T nicht er­folg­reich wi­der­spro­chen hat, son­dern be­reits dar­aus, dass der Kläger dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten auf die V nicht in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach Zu­gang des Schrei­bens der V und der T vom 25. Ok­to­ber 2008 wi­der­spro­chen hat.

I. Der Se­nat hat in sei­ner Recht­spre­chung, der das Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­folgt ist, er­kannt, dass der Ar­beit­neh­mer den Wi­der­spruch ge­gen den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses gemäß § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB nur ge­genüber dem „bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber“ und dem „neu­en In­ha­ber“ erklären kann. Kommt es nach ei­nem Be­triebsüber­gang zu ei­nem wei­te­ren Be­triebsüber­gang

 

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und hat der Ar­beit­neh­mer bis da­hin dem mit dem vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht wi­der­spro­chen, ver­liert der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber sei­ne Ei­gen­schaft als „bis­he­ri­ger Ar­beit­ge­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB an den Zwi­schen­er­wer­ber. Will der Ar­beit­neh­mer mit ei­nem Wi­der­spruch ei­nen Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses zum vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber be­wir­ken, muss er des­halb zunächst er­folg­reich dem an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang ge­knüpften Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber wi­der­spre­chen (grund­le­gend BAG 24. April 2014 - 8 AZR 369/13 - Rn. 17 ff., BA­GE 148, 90; zu den Fol­ge­ent­schei­dun­gen vgl. et­wa BAG 21. Au­gust 2014 - 8 AZR 629/13 -; 16. Ok­to­ber 2014 - 8 AZR 696/13 -; 13. No­vem­ber 2014 - 8 AZR 919/13 -; 11. De­zem­ber 2014 - 8 AZR 967/13 -; 16. April 2015 - 8 AZR 273/14 -; 18. Ju­ni 2015 - 8 AZR 321/14 -). Hier­an hält der Se­nat fest.

II. So­weit der Se­nat je­doch mit Ur­teil vom 11. De­zem­ber 2014 (- 8 AZR 943/13 - Rn. 29 ff.) an­ge­nom­men hat, der Ar­beit­neh­mer könne in ei­nem sol­chen Fall ein et­wa fort­be­ste­hen­des Recht zum Wi­der­spruch ge­gen den in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den Zwi­schen­er­wer­ber stets so lan­ge ausüben, wie die Rechts­ausübung nicht aus­nahms­wei­se dem durch­grei­fen­den Ein­wand der un­zulässi­gen Rechts­ausübung (§ 242 BGB) aus­ge­setzt ist, be­darf dies ei­ner Ein­schränkung: Wur­de der Ar­beit­neh­mer im Rah­men ei­ner Un­ter­rich­tung nach § 613a Abs. 5 BGB von den dort ge­nann­ten Per­so­nen über den mit dem letz­ten und dem vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter Mit­tei­lung des Zeit­punk­tes oder des ge­plan­ten Zeit­punk­tes so­wie des Ge­gen­stan­des des Be­triebsüber­gangs und des Be­triebsüber­neh­mers (im Fol­gen­den „grund­le­gen­de In­for­ma­tio­nen“) in Text­form in Kennt­nis ge­setzt und wi­der­spricht er dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht bin­nen ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung über den in­fol­ge des wei­te­ren Be­triebsüber­gangs ein­tre­ten­den Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses, er­lischt re­gelmäßig sein auf den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang be­zo­ge­nes Wi­der­spruchs­recht. Wei­te­re Vor­aus­set­zung ist al­ler­dings, dass die-

 

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se Mo­nats­frist ih­rer­seits noch vor dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang abläuft. Dies gilt un­abhängig da­von, ob die Un­ter­rich­tung über den an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang ge­knüpften Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses im Übri­gen ord­nungs­gemäß iSv. § 613a Abs. 5 BGB ist.

1. § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB be­wirkt, dass im Fall ei­nes Be­triebsüber­gangs der neue In­ha­ber in die Rech­te und Pflich­ten aus den im Zeit­punkt des Über­gangs be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­sen ein­tritt; in die­sem Fall fin­det kraft Ge­set­zes „au­to­ma­tisch“ ein Ar­beit­ge­ber­wech­sel statt (vgl. ua. EuGH 24. Ja­nu­ar 2002 - C-51/00 - [Tem­co] Rn. 35, Slg. 2002, I-969). § 613a Abs. 1 BGB dient im Zu­sam­men­wir­ken mit der in § 613a Abs. 4 Satz 1 BGB ge­trof­fe­nen Re­ge­lung, wo­nach Kündi­gun­gen un­wirk­sam sind, die der bis­he­ri­ge Ar­beit­ge­ber oder der neue In­ha­ber we­gen des Be­triebsüber­gangs aus­spricht, dem ar­beits­recht­li­chen Be­stands­schutz (vgl. et­wa BAG 20. März 2003 - 8 AZR 97/02 - zu II 1 b der Gründe, BA­GE 105, 338). Die Kon­ti­nuität der im Rah­men ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­se soll un­abhängig von ei­nem In­ha­ber-wech­sel si­cher­ge­stellt wer­den (ua. EuGH 29. Ju­li 2010 - C-151/09 - [UGT-FSP] Rn. 22 mwN, Slg. 2010, I-7591; 18. März 1986 - 24/85 - [Spi­jkers] Rn. 11, Slg. 1986, 1119).

2. Den Ar­beit­neh­mern wird aber nach § 613a Abs. 6 BGB ein Wi­der­spruchs­recht gewähr­leis­tet. Das Wi­der­spruchs­recht trägt den grund­recht­li­chen Wer­tun­gen des Art. 12 Abs. 1 GG Rech­nung, der dem Ar­beit­neh­mer die freie Wahl des Ar­beits­plat­zes und da­mit auch die freie Wahl des Ver­trags­part­ners ga­ran­tiert. Der Ar­beit­neh­mer soll nicht ver­pflich­tet wer­den, für ei­nen Ar­beit­ge­ber zu ar­bei­ten, den er nicht frei gewählt hat (BT-Drs. 14/7760 S. 20 un­ter Hin­weis auf BAG 22. April 1993 - 2 AZR 50/92 -; vgl. auch EuGH 16. De­zem­ber 1992 - C-132/91, C-138/91 und C-139/91 - [Katsi­kas ua.] Rn. 32, Slg. 1992, I-6577; BAG 24. April 2014 - 8 AZR 369/13 - Rn. 18, BA­GE 148, 90).

a) Art. 12 Abs. 1 Satz 1 GG ga­ran­tiert ne­ben der frei­en Wahl des Be­rufs auch die freie Wahl des Ar­beits­plat­zes. Da­zu zählt bei abhängig Beschäftig­ten auch die Wahl des Ver­trags­part­ners. Eben­so wie die freie Be­rufs­wahl sich nicht in der Ent­schei­dung zur Auf­nah­me ei­nes Be­rufs erschöpft, son­dern auch die

 

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Fort­set­zung und Be­en­di­gung ei­nes Be­rufs um­fasst, be­zieht sich die freie Ar­beits­platz­wahl ne­ben der Ent­schei­dung für ei­ne kon­kre­te Beschäfti­gung auch auf den Wil­len des Ein­zel­nen, die­se bei­zu­be­hal­ten oder auf­zu­ge­ben (st. Rspr., vgl. et­wa BVerfG 25. Ja­nu­ar 2011 - 1 BvR 1741/09 - Rn. 69 mwN, BVerfGE 128, 157; 15. Ju­li 1998 - 1 BvR 1554/89 ua. - zu C III 1 a der Gründe, BVerfGE 98, 365; 24. April 1991 - 1 BvR 1341/90 - zu C III 1 der Gründe, BVerfGE 84, 133).

b) Das Wi­der­spruchs­recht ist ein Ge­stal­tungs­recht, des­sen Ausübung be­wirkt, dass die Rechts­fol­gen des § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB nicht ein­tre­ten (st. Rspr., vgl. et­wa BAG 21. Au­gust 2014 - 8 AZR 619/13 - Rn. 28; 24. April 2014 - 8 AZR 369/13 - Rn. 21, BA­GE 148, 90; 19. Fe­bru­ar 2009 - 8 AZR 176/08 - Rn. 22 mwN, BA­GE 129, 343; vgl. auch EuGH 16. De­zem­ber 1992 - C-132/91, C-138/91 und C-139/91 - [Katsi­kas ua.] Rn. 30 mwN, Slg. 1992, I-6577). Wird das Wi­der­spruchs­recht nach § 613a Abs. 6 BGB wirk­sam aus­geübt, hat dies zur Fol­ge, dass der Ar­beit­neh­mer den al­ten Ver­trags­part­ner behält, zu­gleich aber auch das Ri­si­ko ei­ner be­triebs­be­ding­ten Kündi­gung ein­geht, wenn bei die­sem we­gen des Be­triebsüber­gangs kein Be­darf an sei­ner Ar­beit mehr be­steht (vgl. BT-Drs. 14/7760 S. 20; BVerfG 25. Ja­nu­ar 2011 - 1 BvR 1741/09 - Rn. 73, BVerfGE 128, 157). Die Abwägung die­ser Ri­si­ken ist nach § 613a Abs. 6 BGB der pri­vat­au­to­no­men Ent­schei­dung des Ar­beit­neh­mers vor­be­hal­ten (vgl. BVerfG 25. Ja­nu­ar 2011 - 1 BvR 1741/09 - Rn. 92, aaO).

3. Nach § 613a Abs. 5 BGB ha­ben der bis­he­ri­ge Ar­beit­ge­ber oder der neue In­ha­ber die von ei­nem Über­gang be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer vor dem Über­gang in Text­form über die in § 613a Abs. 5 Nr. 1 bis Nr. 4 BGB auf­geführ­ten Umstände zu un­ter­rich­ten. Die­se Un­ter­rich­tungs­pflicht steht nach der Kon­zep­ti­on von § 613a BGB in ei­nem wech­sel­sei­ti­gen Be­zug zum Wi­der­spruchs­recht nach § 613a Abs. 6 BGB (BT-Drs. 14/7760 S. 12). Die Un­ter­rich­tung soll den Ar­beit­neh­mer in die La­ge ver­set­zen, ei­ne sach­ge­rech­te Ent­schei­dung darüber zu tref­fen, ob er dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en Be­triebs(teil)in­ha­ber wi­der­spre­chen will. Nach § 613a Abs. 6 BGB wird ihm al­ler­dings für die wirk­sa­me Ausübung des Wi­der­spruchs­rechts ei­ne Frist von ei-

 

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nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung iSv. § 613a Abs. 5 BGB ge­setzt. Da­mit trägt das Ge­setz auch den In­ter­es­sen des bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­bers so­wie des neu­en In­ha­bers an Pla­nungs­si­cher­heit Rech­nung. Bei­de sol­len es in der Hand ha­ben, durch ei­ne ord­nungs­gemäße Un­ter­rich­tung in­ner­halb ei­ner kur­zen Frist von ei­nem Mo­nat nach de­ren Zu­gang ei­ne rechts­si­che­re Zu­ord­nung der von dem Be­triebsüber­gang be­trof­fe­nen Ar­beits­verhält­nis­se zu dem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber oder dem neu­en In­ha­ber zu be­wir­ken. Bei recht­zei­ti­ger ord­nungs­gemäßer Un­ter­rich­tung weiß der neue In­ha­ber frühzei­tig, mit wel­chen Ar­beit­neh­mern er rech­nen kann und ob er ggf. Neu­ein­stel­lun­gen vor­neh­men muss. Eben­so hat der Be­triebs­veräußerer als­bald Klar­heit, wel­che Ar­beit­neh­mer er wei­ter­beschäfti­gen oder ggf. un­ter Ein­hal­tung der kündi­gungs­recht­li­chen Re­ge­lun­gen ent­las­sen muss (BT-Drs. 14/7760 S. 19).

4. Kommt es nach ei­nem Be­triebsüber­gang zu ei­nem wei­te­ren Be­triebsüber­gang und hat­te der Ar­beit­neh­mer bis da­hin dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht oder nicht wirk­sam wi­der­spro­chen, fin­det kraft Ge­set­zes (§ 613a Abs. 1 Satz 1 BGB) ein wei­te­rer Ar­beit­ge­ber­wech­sel auf den nun­meh­ri­gen neu­en In­ha­ber statt. Auch der wei­te­re Be­triebsüber­gang löst nach § 613a Abs. 6 BGB ein Wi­der­spruchs­recht aus, das eben­falls in ei­nem wech­sel­sei­ti­gen Be­zug zur Un­ter­rich­tungs­pflicht nach § 613a Abs. 5 BGB steht. In ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on kann der Ar­beit­neh­mer ein et­wa noch be­ste­hen­des Recht, dem durch den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses zu wi­der­spre­chen, al­ler­dings nur dann noch wirk­sam ausüben, wenn er er­folg­reich dem mit dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB wi­der­spro­chen hat. Dies folgt aus ei­ner Aus­le­gung von § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB, wo­nach der Ar­beit­neh­mer den Wi­der­spruch nach § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB ge­genüber dem „bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber“ oder dem „neu­en In­ha­ber“ erklären kann.

a) „Neu­er In­ha­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB ist stets der­je­ni­ge, der­beim letz­ten Be­triebsüber­gang den Be­trieb er­wor­ben hat (vgl. et­wa BAG

 

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24. April 2014 - 8 AZR 369/13 - Rn. 17, BA­GE 148, 90). Da im Fal­le ei­nes Be­triebsüber­gangs die Ar­beits­verhält­nis­se gemäß § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB au­to­ma­tisch auf den neu­en In­ha­ber über­ge­hen, kann „bis­he­ri­ger Ar­beit­ge­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB nur der­je­ni­ge sein, der bis zum letz­ten Be­triebsüber­gang, al­so vor dem neu­en In­ha­ber den Be­trieb in­ne­hat­te (vgl. et­wa BAG 24. April 2014 - 8 AZR 369/13 - aaO) und nicht mehr der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber, mit­hin nicht mehr der Ar­beit­ge­ber, mit dem bis zu dem dem letz­ten Be­triebsüber­gang vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ein Ar­beits­verhält­nis be­stand.

b) Zwar be­ur­tei­len sich die Ei­gen­schaft als „bis­he­ri­ger Ar­beit­ge­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB und die Stel­lung als „neu­er In­ha­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB stets auf den je­wei­li­gen Be­triebsüber­gang be­zo­gen. Je­der Be­triebsüber­gang löst ein auf die­sen Be­triebsüber­gang be­zo­ge­nes Wi­der­spruchs­recht aus. Will der Ar­beit­neh­mer aber durch ei­nen erst nach dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang erklärten Wi­der­spruch be­wir­ken, dass sein Ar­beits­verhält­nis - ent­ge­gen § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB - mit dem vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber fort­be­steht, muss er zunächst den Ein­tritt der Rechts­fol­gen ver­hin­dern bzw. be­sei­ti­gen, die das Ge­setz an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang knüpft. Das be­deu­tet, dass er zunächst er­folg­reich dem in­fol­ge des wei­te­ren Be­triebsüber­gangs nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB au­to­ma­tisch ein­tre­ten­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber wi­der­spre­chen muss. Nur dann können der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber sei­ne Stel­lung als „bis­he­ri­ger Ar­beit­ge­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB und der Zwi­schen­er­wer­ber sei­ne Ei­gen­schaft als „neu­er In­ha­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB - bei­des auf den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang be­zo­gen - wie­der­er­lan­gen.

Je­der wei­te­re Be­triebsüber­gang auf ei­nen neu­en In­ha­ber stellt ei­ne Zäsur dar. Mit je­dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang tritt ei­ne we­sent­li­che Verände­rung der Sach- und Rechts­la­ge ein. Der Be­trieb bzw. Be­triebs­teil geht auf den neu­en In­ha­ber über. Da­durch ent­steht das Ri­si­ko, dass der Ar­beit­neh­mer nun­mehr von dem­je­ni­gen, der vor dem neu­en In­ha­ber den Be­trieb in­ne­hat­te, nicht mehr wei­ter­beschäftigt wer­den kann. Die­sem Ri­si­ko be­geg­net § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB zum Schut­ze der Ar­beit­neh­mer vor ei­nem Aus­ein­an­der­fal­len von

 

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Ar­beits­verhält­nis und Beschäfti­gungsmöglich­keit mit dem ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Ar­beit­ge­ber­wech­sel auf den neu­en Be­triebs(teil)in­ha­ber. Da­bei knüpft § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB an die ob­jek­ti­ve Rechts­la­ge zum Zeit­punkt des je­weils letz­ten Be­triebsüber­gangs und nicht an ei­ne fik­ti­ve Rechts­la­ge an, die be­ste­hen würde, wenn der Ar­beit­neh­mer ein et­wa noch be­ste­hen­des Recht zum Wi­der­spruch be­zo­gen auf den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang aus­geübt hätte. Bei § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB han­delt es sich - wie auch bei der Richt­li­nie 2001/23/EG - um zwin­gen­des Recht; der Über­gang der Ar­beits­verhält­nis­se er­folgt von Rechts we­gen (vgl. ua. EuGH 26. Mai 2005 - C-478/03 - [Cel­tec] Rn. 38 mwN, Slg. 2005, I-4389; 25. Ju­li 1991 - C-362/89 - [d’Ur­so ua.] Rn. 20, Slg. 1991, I-4105; 10. Fe­bru­ar 1988 - C-324/86 - [Fo­re­nin­gen af Ar­be­jds­le­de­re i Dan­mark, „Dad­dy’s Dance Hall“] Rn. 14, Slg. 1988, 739; BAG 21. Ju­ni 2012 - 8 AZR 181/11 - Rn. 81).

Hat der Ar­beit­neh­mer bis zum Zeit­punkt des wei­te­ren Be­triebsüber­gangs dem durch den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht wi­der­spro­chen, stellt sich die (zwin­gen­de) ob­jek­ti­ve Rechts­la­ge so dar, dass sein Ar­beits­verhält­nis mit dem vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber au­to­ma­tisch auf den Zwi­schen­er­wer­ber über­ge­gan­gen ist. Der Zwi­schen­er­wer­ber wird hier­durch - auf den wei­te­ren Be­triebsüber­gang be­zo­gen - zum bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB. Will der Ar­beit­neh­mer durch ei­nen erst nach dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang erklärten Wi­der­spruch er­rei­chen, dass sein Ar­beits­verhält­nis mit dem vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber fort­be­steht, muss er des­halb zunächst er­folg­reich dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB wi­der­spre­chen. Der Um­stand, dass ein Wi­der­spruch, der nach dem Be­triebsüber­gang erklärt wird, nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Se­nats auf den Zeit­punkt des Be­triebsüber­gangs zurück­wirkt (vgl. et­wa BAG 23. Ju­li 2009 - 8 AZR 538/08 - Rn. 51, BA­GE 131, 258; 13. Ju­li 2006 - 8 AZR 305/05 - Rn. 41 mwN, BA­GE 119, 91), steht dem nicht ent­ge­gen. Rück­wir­kung kann ein Wi­der­spruch ge­gen den Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses nur dann ent­fal­ten, wenn das Wi­der­spruchs­recht zum Zeit­punkt sei­ner Ausübung noch be­stand und wirk­sam aus­geübt wur­de.

 

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5. Hat der Ar­beit­neh­mer dem mit dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ein­tre­ten­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber er­folg­reich wi­der­spro­chen, so führt dies je­doch - an­ders als der Se­nat dies bis­lang an­ge­nom­men hat (BAG 11. De­zem­ber 2014 - 8 AZR 943/13 - Rn. 29 ff.) - nicht in je­dem Fall da­zu, dass der Ar­beit­neh­mer ein et­wa noch be­ste­hen­des Recht, dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses vom vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber auf den Zwi­schen­er­wer­ber zu wi­der­spre­chen, bis zur Gren­ze der un­zulässi­gen Rechts­ausübung (§ 242 BGB) ausüben könn­te; nicht in je­dem Fall ei­nes er­folg­rei­chen Wi­der­spruchs des Ar­beit­neh­mers ge­gen den mit dem letz­ten Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses wer­den der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber und der Zwi­schen­er­wer­ber - auf den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang be­zo­gen - wie­der „bis­he­ri­ger Ar­beit­ge­ber“ und „neu­er In­ha­ber“ iSv. § 613a Abs. 6 Satz 2 BGB. Das Recht, dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses zu wi­der­spre­chen, kann zu­vor er­lo­schen sein. Dies ist re­gelmäßig an­zu­neh­men, wenn der Ar­beit­neh­mer von den in § 613a Abs. 5 BGB ge­nann­ten Per­so­nen im Rah­men ei­ner Un­ter­rich­tung nach § 613a Abs. 5 BGB die grund­le­gen­den In­for­ma­tio­nen er­hal­ten hat, dh. über den mit dem letz­ten und dem vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter Mit­tei­lung des Zeit­punk­tes oder des ge­plan­ten Zeit­punk­tes so­wie des Ge­gen­stan­des des je­wei­li­gen Be­triebsüber­gangs und des je­wei­li­gen Be­triebsüber­neh­mers (Rn. 15) in Kennt­nis ge­setzt wur­de, er dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht bin­nen ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung über den mit dem letz­ten Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses wi­der­spro­chen hat und die­se Mo­nats­frist ih­rer­seits noch vor dem letz­ten Be­triebsüber­gang ab­lief. Dar­auf, ob die Un­ter­rich­tun­gen über den in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen und wei­te­ren Be­triebsüber­gangs ein­tre­ten­den Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses auf den je­wei­li­gen neu­en In­ha­ber im Übri­gen ord­nungs­gemäß iSv. § 613a Abs. 5 BGB sind, kommt es in­so­weit nicht an.

a) Zwar wird die ein­mo­na­ti­ge Wi­der­spruchs­frist nach § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB nur durch ei­ne ord­nungs­gemäße Un­ter­rich­tung in Lauf ge­setzt (st. Rspr.,

 

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vgl. et­wa BAG 10. No­vem­ber 2011 - 8 AZR 430/10 - Rn. 23; 22. Ja­nu­ar 2009 - 8 AZR 808/07 - Rn. 23 mwN). Dies folgt be­reits aus dem Wort­laut des § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB, wo­nach der Ar­beit­neh­mer dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses in­ner­halb ei­nes Mo­nats „nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung nach Ab­satz 5“ wi­der­spre­chen kann. Da­mit setzt § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB ei­ne den An­for­de­run­gen des § 613a Abs. 5 BGB ent­spre­chen­de Un­ter­rich­tung vor­aus. Im Übri­gen er­gibt sich dies auch aus Sinn und Zweck der in § 613a Abs. 5 BGB ge­re­gel­ten Un­ter­rich­tungs­pflicht. Da­nach ha­ben Veräußerer und/oder Er­wer­ber den Ar­beit­neh­mer so zu in­for­mie­ren, dass die­ser sich über die Per­son des Über­neh­mers und über die in § 613a Abs. 5 BGB ge­nann­ten Umstände „ein Bild ma­chen“ kann. Er soll durch die Un­ter­rich­tung ei­ne aus­rei­chen­de Wis­sens­grund­la­ge für die Ausübung oder Nicht­ausübung sei­nes Wi­der­spruchs­rechts er­hal­ten (vgl. BT-Drs. 14/7760 S. 19). Dem Ar­beit­neh­mer soll auch die Möglich­keit eröff­net wer­den, sich wei­ter­ge­hend zu er­kun­di­gen und ge­ge­be­nen­falls be­ra­ten zu las­sen, um dann auf die­ser Grund­la­ge über ei­nen Wi­der­spruch ge­gen den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses zu ent­schei­den (vgl. et­wa BAG 14. No­vem­ber 2013 - 8 AZR 824/12 - Rn. 18 und 19 mwN).

b) Der Ar­beit­neh­mer kann aber ein auf den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang be­zo­ge­nes fort­be­ste­hen­des Wi­der­spruchs­recht nicht zeit­lich un­be­grenzt ausüben. Dies folgt aus der § 613a Abs. 6 BGB im­ma­nen­ten Be­frie­dungs­funk­ti­on.

Das Ge­setz sieht in § 613a Abs. 5 BGB ei­ne Ver­pflich­tung zur Un­ter­rich­tung vor und ver­bin­det die­se in § 613a Abs. 6 BGB mit dem Wi­der­spruchs­recht. Nach § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB kann der Ar­beit­neh­mer dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber nur in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung nach § 613a Abs. 5 BGB wi­der­spre­chen. Mit die­ser Be­stim­mung hat der Ge­setz­ge­ber nicht nur dem In­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers an ei­ner für die Ausübung oder Nicht­ausübung des Wi­der­spruchs­rechts aus­rei­chen­den Wis­sens­grund­la­ge, son­dern auch dem Bedürf­nis von bis­he­ri­gem Ar­beit­ge­ber und neu­em In­ha­ber an Pla­nungs­si­cher­heit Rech­nung ge­tra­gen. Letz­te­re sol­len durch ei­ne ord­nungs­gemäße Un­ter­rich­tung in­ner­halb

 

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ei­ner kur­zen Zeit ei­ne rechts­si­che­re Zu­ord­nung der Ar­beits­verhält­nis­se her­beiführen können (vgl. BT-Drs. 14/7760 S. 19). Die­ses Ge­set­zes­ziel könn­te nicht er­reicht wer­den, wenn bei meh­re­ren Be­triebsübergängen zeit­lich un­be­grenzt auch die frühe­ren Ar­beit­ge­ber­wech­sel noch in­fra­ge ge­stellt wer­den könn­ten.

c) Durch ein Erlöschen des je­weils „älte­ren“ Wi­der­spruchs­rechts mit Ab­lauf der Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung über den wei­te­ren Be­triebsüber­gang wird der Ar­beit­neh­mer auch re­gelmäßig nicht un­verhält­nismäßig in sei­nem durch Art. 12 Abs. 1 GG geschütz­ten Grund­recht auf freie Wahl des Ar­beit­ge­bers be­ein­träch­tigt, so­fern er von den in § 613a Abs. 5 BGB ge­nann­ten Per­so­nen im Rah­men ei­ner Un­ter­rich­tung nach § 613a Abs. 5 BGB über den in­fol­ge des letz­ten und des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter An­ga­be der un­ter Rn. 15 auf­geführ­ten grund­le­gen­den In­for­ma­tio­nen in Text­form in Kennt­nis ge­setzt wur­de. Dies gilt al­ler­dings nur un­ter der Vor­aus­set­zung, dass die Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung über den an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang ge­knüpften Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses ih­rer­seits noch vor dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang abläuft.

aa) Der Ar­beit­neh­mer muss zunächst über den in­fol­ge der je­wei­li­gen Be­triebsübergänge ein­tre­ten­den je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von den in § 613a Abs. 5 BGB ge­nann­ten Per­so­nen in Text­form un­ter­rich­tet wor­den sein. Dies folgt aus der in § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB ge­trof­fe­nen Be­stim­mung, mit der der Ge­setz­ge­ber zum Aus­druck ge­bracht hat, dass er das In­ter­es­se von bis­he­ri­gem Ar­beit­ge­ber und neu­em In­ha­ber an Pla­nungs­si­cher­heit durch ei­ne rechts­si­che­re Zu­ord­nung der Ar­beits­verhält­nis­se nur dann für schützens­wert er­ach­tet, wenn der Ar­beit­neh­mer über­haupt ei­ne Un­ter­rich­tung erhält.

bb) Für ei­ne aus­rei­chen­de In­for­ma­ti­on ist in­so­weit nicht er­for­der­lich, dass die­se sämt­li­chen in § 613a Abs. 5 BGB ge­nann­ten An­for­de­run­gen ge­recht wird, al­so ord­nungs­gemäß im Sin­ne die­ser Be­stim­mung ist; viel­mehr reicht es in die­sem Zu­sam­men­hang aus, wenn der Ar­beit­neh­mer über den je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter An­ga­be der in Rn. 15 an­geführ­ten

 

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grund­le­gen­den In­for­ma­tio­nen, dh. un­ter Mit­tei­lung des Zeit­punk­tes oder des ge­plan­ten Zeit­punk­tes so­wie des Ge­gen­stan­des des je­wei­li­gen Be­triebsüber­gangs und des je­wei­li­gen Be­triebsüber­neh­mers in­for­miert wur­de.

Be­reits der so ge­fass­ten, anläss­lich des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ge­ge­be­nen Un­ter­rich­tung konn­te der Ar­beit­neh­mer hin­rei­chend deut­lich ent­neh­men, dass sein vor­ma­li­ger Ar­beit­ge­ber in­fol­ge die­ses Be­triebsüber­gangs sei­ne Po­si­ti­on als „sein Ar­beit­ge­ber“ an den Zwi­schen­er­wer­ber ab­ge­ben würde. Mit der ent­spre­chend ge­fass­ten Un­ter­rich­tung, die der Ar­beit­neh­mer anläss­lich des wei­te­ren Be­triebsüber­gangs erhält, wird ihm so­dann noch­mals deut­lich vor Au­gen geführt, dass sich nicht mehr der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber, son­dern der Zwi­schen­er­wer­ber als „sein Ver­trags­part­ner“ sieht und die­se Po­si­ti­on kraft Ge­set­zes an den neu­en In­ha­ber ab­ge­ben wird. Dem Ar­beit­neh­mer wird zu­dem un­miss­verständ­lich klar­ge­macht, dass es zu ei­ner wei­te­ren Ver­la­ge­rung der Beschäfti­gungsmöglich­keit, nun­mehr auf den neu­en In­ha­ber kommt und sich da­mit die Fra­ge, ob der Ar­beit­neh­mer den vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber als sei­nen Ver­trags­part­ner be­hal­ten will, in be­son­de­rer Schärfe stellt. Dann kann - auch un­ter Be­ach­tung der grund­recht­li­chen Wer­tun­gen von Art. 12 Abs. 1 GG - von dem Ar­beit­neh­mer re­gelmäßig er­war­tet wer­den, dass er sich als­bald ent­schei­det, ob er dem mit dem vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses noch wi­der­spre­chen will.

cc) Da dem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber und dem neu­en In­ha­ber nach § 613a Abs. 6 BGB selbst im Fall ei­ner ord­nungs­gemäßen Un­ter­rich­tung ab­ver­langt wird, nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung ei­nen Mo­nat ab­zu­war­ten, be­vor ei­ne rechts­si­che­re Zu­ord­nung der Ar­beits­verhält­nis­se be­wirkt wer­den kann, ist dem Ar­beit­neh­mer die­se Frist auch für die Erklärung sei­nes Wi­der­spruchs ge­gen den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses vom vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber auf den Zwi­schen­er­wer­ber zu­zu­ge­ste­hen. Die­se Mo­nats­frist lässt dem Ar­beit­neh­mer re­gelmäßig aus­rei­chend Zeit, um sich wei­ter­ge­hend zu er­kun­di­gen und ge­ge­be­nen­falls be­ra­ten zu las­sen, und dann über ei­nen et­wai­gen Ver­bleib sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses beim vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber zu ent­schei­den. Erklärt sich der Ar­beit­neh­mer in­ner­halb die­ser Frist nicht, dürfen der vor­ma­li­ge Ar­beit­ge­ber

 

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und der Zwi­schen­er­wer­ber re­gelmäßig dar­auf ver­trau­en, dass die Rechts­la­ge, die durch den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ent­stan­den ist, nicht mehr in­fra­ge ge­stellt wird.

dd) Al­ler­dings ist die­se Mo­nats­frist nur dann aus­rei­chend be­mes­sen, wenn der Ab­lauf die­ser Frist noch vor dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ein­tritt. Dies folgt nicht nur dar­aus, dass nach § 613a Abs. 5 BGB der bis­he­ri­ge Ar­beit­ge­ber oder der neue In­ha­ber die von ei­nem Be­triebsüber­gang be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer „vor dem Über­gang“ zu un­ter­rich­ten ha­ben; es folgt auch dar­aus, dass der Ar­beit­neh­mer an­dern­falls ge­zwun­gen sein könn­te, sich un­abhängig da­von, ob die Un­ter­rich­tung über den an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang ge­knüpften Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses ord­nungs­gemäß iSv. § 613a Abs. 5 BGB ist, in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach Zu­gang die­ser Un­ter­rich­tung zu ent­schei­den, ob er (auch) dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber wi­der­spre­chen will. Vor dem Hin­ter­grund, dass die in § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB be­stimm­te Frist nur durch ei­ne ord­nungs­gemäße Un­ter­rich­tung iSv. § 613a Abs. 5 BGB in Lauf ge­setzt wird, muss gewähr­leis­tet sein, dass es nicht zu ei­ner fak­ti­schen zeit­li­chen Be­schränkung des Rechts des Ar­beit­neh­mers kommt, dem mit dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ein­tre­ten­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber zu wi­der­spre­chen.

ee) Dem steht nicht ent­ge­gen, dass § 613a Abs. 6 BGB für den Fall, dass der Ar­beit­neh­mer nicht ord­nungs­gemäß iSv. § 613a Abs. 5 BGB un­ter­rich­tet wur­de, kei­ne zeit­li­che Höchst­gren­ze für die Ausübung des Wi­der­spruchs­rechts vor­sieht. Hier­aus kann nicht ge­fol­gert wer­den, dass das Wi­der­spruchs­recht schran­ken­los gewähr­leis­tet wäre.

6. Die Richt­li­nie 2001/23/EG steht die­ser Aus­le­gung von § 613a BGB nicht ent­ge­gen. In die­ser Richt­li­nie ist zwar - wie auch zu­vor in der Richt­li­nie 77/187/EWG - das Recht, dem mit dem Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses zu wi­der­spre­chen, nicht aus­drück­lich ge­re­gelt, je­doch ist es in der Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Uni­on an­er­kannt (ua. EuGH 24. Ja­nu­ar 2002 - C-51/00 - [Tem­co] Rn. 36 f., Slg. 2002, I-969; 16. De­zem­ber 1992 - C-132/91, C-138/91 und C-139/91 - [Katsi­kas ua.]

 

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Rn. 30 ff. mwN, Slg. 1992, I-6577). Der In­halt je­nes Rechts ist uni­ons­recht­lich al­ler­dings nicht aus­ge­stal­tet; die Rechts­fol­gen ei­nes Wi­der­spruchs für das Ar­beits­verhält­nis rich­ten sich viel­mehr nach na­tio­na­lem Recht (ua. EuGH 7. März 1996 - C-171/94 und C-172/94 - [Merckx, Neu­huys] Rn. 35, Slg. 1996, I-1253; 16. De­zem­ber 1992 - C-132/91, C-138/91 und C-139/91 - [Katsi­kas ua.] Rn. 35 und 37, aaO). Für die Vor­aus­set­zun­gen des Wi­der­spruchs­rechts er­gibt sich nichts an­de­res (ua. BAG 18. Ju­ni 2015 - 8 AZR 321/14 - Rn. 14; 16. Ok­to­ber 2014 - 8 AZR 670/13 - Rn. 14). Zu­dem ver­pflich­tet die Richt­li­nie die Mit­glied­staa­ten schon nicht, die Auf­recht­er­hal­tung des Ar­beits­ver­trags oder Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Veräußerer für den Fall vor­zu­se­hen, dass der Ar­beit­neh­mer sich frei dafür ent­schei­det, den Ar­beits­ver­trag oder das Ar­beits­verhält­nis nicht mit dem Er­wer­ber fort­zu­set­zen (ua. EuGH 7. März 1996 - C-171/94 und C-172/94 - [Merckx, Neu­huys] aaO; 16. De­zem­ber 1992 - C-132/91, C-138/91 und C-139/91 - [Katsi­kas ua.] aaO). § 613a Abs. 6 BGB gewährt den Ar­beit­neh­mern in­so­fern wei­ter­ge­hen­de Rech­te.

III. Kommt es nach ei­nem Be­triebsüber­gang zu ei­nem wei­te­ren Be­triebsüber­gang und wur­de der Ar­beit­neh­mer von den in § 613a Abs. 5 BGB ge­nann­ten Per­so­nen im Rah­men ei­ner Un­ter­rich­tung nach § 613a Abs. 5 BGB über den mit dem vor­an­ge­gan­ge­nen und dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter An­ga­be der in Rn. 15 an­geführ­ten grund­le­gen­den In­for­ma­ti­on, dh. un­ter Mit­tei­lung des Zeit­punk­tes oder des ge­plan­ten Zeit­punk­tes so­wie des Ge­gen­stan­des des je­wei­li­gen Be­triebsüber­gangs und des je­wei­li­gen Be­triebsüber­neh­mers in Kennt­nis ge­setzt, gilt nach al­le­dem Fol­gen­des:

1. Er­folg­te die In­for­ma­ti­on über den mit dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ein­tre­ten­den Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses so recht­zei­tig, dass die Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang die­ser Un­ter­rich­tung noch vor dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang abläuft, er­lischt das Recht des Ar­beit­neh­mers zum Wi­der­spruch ge­gen den in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses re­gelmäßig, wenn der Ar­beit­neh­mer die­se Mo­nats­frist un­ge­nutzt ver­strei­chen lässt. In ei­nem sol­chen Fall kann der

 

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Ar­beit­neh­mer durch ei­nen späte­ren Wi­der­spruch ge­gen den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses vom vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber auf den Zwi­schen­er­wer­ber den Fort­be­stand sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem vor­ma­li­gen Ar­beit­ge­ber auch dann nicht mehr her­beiführen, wenn sein Wi­der­spruch ge­gen den an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang ge­knüpften Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber er­folg­reich ist. Hat der Ar­beit­neh­mer dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber er­folg­reich wi­der­spro­chen, hat dies nur zur Fol­ge, dass das Ar­beits­verhält­nis nicht auf den neu­en In­ha­ber über­geht, son­dern beim Zwi­schen­er­wer­ber ver­bleibt.

2. Er­folg­te die In­for­ma­ti­on des Ar­beit­neh­mers über den mit dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ein­tre­ten­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses so recht­zei­tig, dass die Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang die­ser Un­ter­rich­tung noch vor dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang abläuft und wi­der­spricht der Ar­beit­neh­mer in­ner­halb die­ser Frist dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses, ist zunächst die Wirk­sam­keit die­ses Wi­der­spruchs zu klären.

Dem Ar­beit­neh­mer bleibt es in ei­nem sol­chen Fall al­ler­dings un­be­nom­men, auch dem mit dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber für den Fall zu wi­der­spre­chen, dass sich sein Wi­der­spruch ge­gen den in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses als nicht durch­grei­fend er­wei­sen soll­te. Für den Wi­der­spruch ge­gen den mit dem letz­ten Be­triebsüber­gang ein­tre­ten­den Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses ver­bleibt es da­bei, dass die in § 613a Abs. 6 Satz 1 BGB be­stimm­te Frist nur durch ei­ne ord­nungs­gemäße Un­ter­rich­tung iSv. § 613a Abs. 5 BGB in Lauf ge­setzt wird.

3. Läuft die Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang der Un­ter­rich­tung über den mit dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ver­bun­de­nen Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses erst nach dem wei­te­ren Be­triebsüber­gang ab, ist der Ar­beit­neh­mer zwar nicht ge­hal­ten, ein et­wa fort­be­ste­hen­des Recht zum Wi­der­spruch ge­gen den in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über-

 

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gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses in­ner­halb der Mo­nats­frist aus­zuüben. Will er durch ei­nen Wi­der­spruch aber be­wir­ken, dass der an den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang ge­knüpfte Ar­beit­ge­ber­wech­sel letzt­lich nicht statt­fin­det, ver­bleibt es da­bei, dass er zunächst den Ein­tritt der Rechts­fol­gen ver­hin­dern muss, die das Ge­setz an den wei­te­ren Be­triebsüber­gang knüpft. Das be­deu­tet, dass er zunächst er­folg­reich dem in­fol­ge des wei­te­ren Be­triebsüber­gangs kraft Ge­set­zes ein­tre­ten­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses auf den neu­en In­ha­ber wi­der­spre­chen muss.

IV. In An­wen­dung die­ser Grundsätze be­stand zwi­schen dem Kläger und der Be­klag­ten seit dem 1. Sep­tem­ber 2007 kein Ar­beits­verhält­nis mehr.

1. Zwar war das Recht des Klägers, dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten auf die V zu wi­der­spre­chen, nicht mit Ab­lauf ei­nes Mo­nats nach der Un­ter­rich­tung über die­sen Be­triebsüber­gang er­lo­schen, son­dern be­stand zunächst fort. Der Kläger war nämlich durch das Schrei­ben der V vom 26. Ju­li 2007 nicht ord­nungs­gemäß iSv. § 613a Abs. 5 BGB über den mit dem Be­triebsüber­gang von der Be­klag­ten auf die V ver­bun­de­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses un­ter­rich­tet wor­den, so­dass die Wi­der­spruchs­frist nach § 613a Abs. 6 BGB nicht zu lau­fen be­gann. Der Kläger hat aber so­wohl durch das Schrei­ben der V vom 26. Ju­li 2007 als auch durch das Schrei­ben der V und der T vom 25. Ok­to­ber 2008 die un­ter Rn. 15 an­geführ­ten grund­le­gen­den In­for­ma­tio­nen er­hal­ten, dh. er war über den je­wei­li­gen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten auf die V und von der V auf die T un­ter Mit­tei­lung des Zeit­punk­tes oder des ge­plan­ten Zeit­punk­tes so­wie des Ge­gen­stan­des des je­wei­li­gen Be­triebsüber­gangs und des je­wei­li­gen Be­triebsüber­neh­mers in Kennt­nis ge­setzt wor­den; auch war die Un­ter­rich­tung über den be­vor­ste­hen­den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der V auf die T so frühzei­tig er­folgt, dass die Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu­gang die­ser Un­ter­rich­tung noch vor dem Be­triebsüber­gang von der V auf die T ab­lief. Da­nach hätte der Kläger, um ein Erlöschen sei­nes Wi­der­spruchs­rechts be­zo­gen auf den vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gang zu ver­mei­den, dem in­fol­ge des vor­an­ge­gan­ge­nen Be­triebsüber­gangs ein­ge­tre­te­nen Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses

 

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von der Be­klag­ten auf die V in­ner­halb ei­ner Frist von ei­nem Mo­nat nach Zu-gang des Un­ter­rich­tungs­schrei­bens vom 25. Ok­to­ber 2008 wi­der­spre­chen müssen. Dies hat der Kläger nicht ge­tan. Er hat erst am 3. No­vem­ber 2011 und da­mit erst nach Erlöschen sei­nes Wi­der­spruchs­rechts wi­der­spro­chen. Des­halb kam es nicht mehr dar­auf an, ob der Kläger dem Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der V auf die T er­folg­reich wi­der­spro­chen hat­te. Dies war im Übri­gen auch nicht der Fall, da sei­ne dies­bezügli­che Kla­ge rechts­kräftig ab­ge­wie­sen wur­de.

2. An­halts­punk­te, die im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren aus­nahms­wei­se ei­ne an­de­re Be­wer­tung ge­bie­ten könn­ten, sind nicht vor­ge­tra­gen und auch sonst nicht er­sicht­lich.

3. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers muss sich die Be­klag­te auch nicht auf­grund des wei­te­ren Schrei­bens der V vom 25. Ok­to­ber 2008 so be­han­deln las­sen, als sei sie über den 1. Sep­tem­ber 2007 hin­aus Ar­beit­ge­be­rin des Klägers ge­we­sen. Die­ses Schrei­ben stammt nicht von der Be­klag­ten, son­dern von der V. Zu­dem wird dar­in nur dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die „D“ zum 1. De­zem­ber 2008 fünf Stand­or­te der V, ua. den Stand­ort G, an die T veräußere. Da­mit wur­de ge­ra­de klar­ge­stellt, dass der­zei­ti­ger Be­triebs­in­ha­ber die V war und neu­er In­ha­ber die T wer­den würde.

V. Auf die Fra­ge, ob der Kläger sein Recht zum Wi­der­spruch ge­gen den Über­gang sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses von der Be­klag­ten auf die V ver­wirkt hat­te, kommt es nach al­le­dem für die Ent­schei­dung des Rechts­streits nicht an.

B. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1 ZPO. 

 

Schlewing 

Win­ter 

Vo­gel­sang

F.-E. Volz 

An­dre­as Hen­ni­ger

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