Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Annahmeverzug
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 5 AZR 736/11
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 16.04.2014
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Bielefeld, Urteil vom 9.4.2010 - 4 Ca 639/09
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 12.4.2011 - 19 Sa 1963/10
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


5 AZR 736/11
19 Sa 1963/10
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Hamm

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

16. April 2014

UR­TEIL

Rad­t­ke, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläger, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­onskläger,

pp.

Re­vi­si­ons­be­klag­ter,

hat der Fünf­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der Be­ra­tung vom 16. April 2014 durch den Vi­ze­präsi­den­ten des Bun­des­ar­beits­ge­richts Dr. Müller-Glöge, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Biebl, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt We­ber so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Busch­mann und Pol­lert für Recht er­kannt:
 


- 2 -

1. Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm vom 12. April 2011 - 19 Sa 1963/10 - wird zurück­ge­wie­sen.


2. Der Kläger hat die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Fest­stel­lung von Vergütungs­ansprüchen we­gen An­nah­me­ver­zugs zur In­sol­venz­ta­bel­le.

Der am 31. Ja­nu­ar 1950 ge­bo­re­ne, le­di­ge Kläger war seit 1977 als kaufmänni­scher An­ge­stell­ter bei der ursprüng­li­chen Be­klag­ten beschäftigt, über de­ren Vermögen am 1. Fe­bru­ar 2013 das In­sol­venz­ver­fah­ren eröff­net wur­de. Die Schuld­ne­rin stell­te Trans­port­geräte her. Bei ihr wa­ren et­wa 55 Ar­beit­neh­mer beschäftigt. Der Kläger war zu­letzt als Lei­ter Buch­hal­tung/Fi­nan­zen/ Per­so­nal tätig. Ihm wur­de am 24. Ju­li 1981 Pro­ku­ra er­teilt, die bis zum 7. Ju­ni 2006 be­stand. Das Brut­to­grund­ge­halt des Klägers be­trug zu­letzt 5.749,75 Eu­ro mo­nat­lich.


Im Jahr 2003 stell­te die Schuld­ne­rin fest, dass der Kläger durch meh­re­re Hand­lun­gen ei­nen Be­trag iHv. min­des­tens 280.568,95 Eu­ro brut­to aus ih­rem Vermögen an sich ge­bracht hat­te. Der Kläger ge­stand die Ta­ten ein und gab dies­bezüglich am 4. März 2003 ein no­ta­ri­el­les Schuld­an­er­kennt­nis ab. Er ermäch­tig­te die Schuld­ne­rin, den je­weils pfänd­ba­ren Teil sei­nes Ar­beits­ein­kom­mens ein­zu­be­hal­ten und auf ih­re Scha­dens­er­satz­for­de­rung zu ver­rech­nen. Der Kläger wur­de in der Fol­ge­zeit wei­ter­beschäftigt. Die Kon­to­voll­macht blieb be­ste­hen. Doch ließ sich die Schuld­ne­rin ei­nen Großteil der vom Kläger er­teil­ten An­wei­sun­gen vor­le­gen.
 


- 3 -

Am 5. April 2007 wur­de der Schuld­ne­rin ein Pfändungs- und Über­wei­sungs­be­schluss über 48.900,00 Eu­ro zu­ge­stellt, mit dem das Ar­beits­ein­kom­men des Klägers we­gen ei­ner For­de­rung der Spar­kas­se Her­ford gepfändet wur­de. Dar­auf­hin streb­te die Schuld­ne­rin den Ab­schluss ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags an. Nach­dem der Kläger ein ent­spre­chen­des An­ge­bot ab­ge­lehnt hat­te, stell­te die Schuld­ne­rin den Kläger von der Ar­beit frei. Nach­for­schun­gen bei Kre­dit­in­sti­tu­ten er­ga­ben, dass der Kläger nach Ab­ga­be des no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses wei­te­re Beträge auf sein ei­ge­nes Kon­to über­wie­sen hat­te. Mit Schrei­ben vom 10. Mai 2007 kündig­te die Schuld­ne­rin das Ar­beits­verhält­nis des Klägers außer­or­dent­lich frist­los so­wie vor­sorg­lich frist­ge­recht. Ge­gen die­se Kündi­gung er­hob der Kläger Kündi­gungs­schutz­kla­ge, die un­ter Hin­weis auf ei­ne feh­ler­haf­te Anhörung des Be­triebs­rats er­folg­reich war (LAG Hamm 30. Ok­to­ber 2008 - 16 Sa 559/08 -).


Nach Aus­spruch der Kündi­gung im Mai 2007 stell­te die Schuld­ne­rin wei­te­re un­be­rech­tig­te Über­wei­sun­gen auf ein Kon­to des Klägers fest. Sie kündig­te mit Schrei­ben vom 15. Au­gust 2007 er­neut frist­los. Auch die­se Kündi­gung wur­de zweit­in­stanz­lich durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm mit Ur­teil vom 30. Ok­to­ber 2008 (- 16 Sa 560/08 -) we­gen feh­ler­haf­ter Anhörung des Be­triebs­rats für un­wirk­sam erklärt. Der in die­sem Ver­fah­ren gel­tend ge­mach­te An­spruch auf vorläufi­ge Wei­ter­beschäfti­gung wur­de in bei­den In­stan­zen ab­ge­wie­sen, weil der Schuld­ne­rin auf­grund der er­heb­li­chen Straf­ta­ten des Klägers ei­ne tatsächli­che Beschäfti­gung nicht zu­zu­mu­ten sei.


Die Schuld­ne­rin er­stat­te­te am 29. Ju­ni 2007 Straf­an­zei­ge ge­gen den Kläger. Die Staats­an­walt­schaft Bie­le­feld er­hob un­ter dem 21. Mai 2008 An­kla­ge vor dem Amts­ge­richt Bie­le­feld. Dar­in wur­den dem Kläger 74 Ta­ten zum Nach­teil der Schuld­ne­rin zur Last ge­legt. Mit Be­schluss vom 18. No­vem­ber 2008 ließ das Amts­ge­richt Bie­le­feld die An­kla­ge der Staats­an­walt­schaft zur Haupt­ver­hand­lung zu und eröff­ne­te das Haupt­ver­fah­ren ge­gen den Kläger. Mit Schrei­ben vom 25. No­vem­ber 2008 kündig­te die Schuld­ne­rin das Ar­beits­verhält­nis er­neut außer­or­dent­lich frist­los, hilfs­wei­se frist­ge­recht. Der ge­gen die­se Kündi-
 


- 4 -

gung ge­rich­te­ten Kla­ge wur­de vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm (- 5 Sa 1076/09 -) mit der Be­gründung statt­ge­ge­ben, die Zwei-Wo­chen-Frist des § 626 Abs. 2 BGB sei nicht ein­ge­hal­ten wor­den und der Kläger sei or­dent­lich unkünd­bar.


Am 24. Au­gust 2009 wur­de der Kläger we­gen Un­treue zum Nach­teil der Schuld­ne­rin in 67 Fällen zu ei­ner Ge­samt­frei­heits­stra­fe von ei­nem Jahr und fünf Mo­na­ten ver­ur­teilt. Dar­auf­hin kündig­te die Schuld­ne­rin mit Schrei­ben vom 22. Sep­tem­ber 2009 das Ar­beits­verhält­nis des Klägers er­neut frist­los. Das Straf­ur­teil wur­de vom Land­ge­richt Bie­le­feld da­hin­ge­hend ab­geändert, dass die Ge­samt­frei­heits­stra­fe zur Bewährung aus­ge­setzt wur­de. Die ge­gen die Kündi­gung vom 22. Sep­tem­ber 2009 ge­rich­te­te Kündi­gungs­schutz­kla­ge wur­de durch Ur­teil vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm ab­ge­wie­sen (12. April 2011 - 19 Sa 1951/10 -). Die da­ge­gen vom Kläger ein­ge­leg­te Re­vi­si­on wur­de vom Bun­des­ar­beits­ge­richt am 22. No­vem­ber 2012 zurück­ge­wie­sen (- 2 AZR 732/11 -).

Mit der am 24. Fe­bru­ar 2009 ein­ge­reich­ten, mehr­fach er­wei­ter­ten Kla­ge hat der Kläger Lohn­ansprüche für den Zeit­raum No­vem­ber 2008 bis Sep­tem­ber 2009 gel­tend ge­macht. Er hat die An­sicht ver­tre­ten, die Schuld­ne­rin sei mit der An­nah­me der Ar­beits­leis­tung in Ver­zug ge­ra­ten.


Der Kläger hat zu­letzt - ne­ben wei­te­ren Hilfs­anträgen - sinn­gemäß be­an­tragt fest­zu­stel­len,

dass dem Kläger für No­vem­ber 2008 8.979,98 Eu­ro, für Ju­ni 2009 9.957,44 Eu­ro und für die wei­te­ren Ka­len­der­mo­na­te des Zeit­raums De­zem­ber 2008 bis Sep­tem­ber 2009 je­weils 5.817,62 Eu­ro brut­to zu­ste­hen, die in Höhe des Ar­beits­lo­sen­gelds auf die Bun­des­agen­tur für Ar­beit und in Höhe des pfänd­ba­ren Be­trags auf die Schuld­ne­rin über­ge­gan­gen sind.

Die Schuld­ne­rin hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen, und da­zu gel­tend ge­macht, auf­grund der schwer­wie­gen­den Pflicht­ver­let­zun­gen des Klägers sei ihr je­de Lohn­zah­lung un­zu­mut­bar. Un­ter Berück­sich­ti­gung des be­reits im Jahr 2003 ab­ge­ge­be­nen Schuld­an­er­kennt­nis­ses und der Fort­set­zung schwer­wie-
 


- 5 -

gen­der Un­treue­hand­lun­gen lie­ge ein Ex­trem­fall vor, der die Lohn­zah­lungs­ver­pflich­tung ent­fal­len las­se. Für die Zeit nach dem 22. Sep­tem­ber 2009 schei­de je­der Vergütungs­an­spruch aus, weil die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses rechts­kräftig fest­ste­he.


Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung des Klägers zurück­ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on hat der Kläger zunächst sei­ne zu­letzt ge­stell­ten Anträge wei­ter­ver­folgt. Nach Eröff­nung des In­sol­venz­ver­fah­rens hat der Kläger die streit­ge­genständ­li­chen Vergütungs­ansprüche zur Ta­bel­le an­ge­mel­det. Der In­sol­venz­ver­wal­ter hat die­se be­strit­ten. Mit dem ge­gen den In­sol­venz­ver­wal­ter auf­ge­nom­me­nen Rechts­streit be­gehrt der Kläger die Fest­stel­lung sei­ner For­de­run­gen zur Ta­bel­le. Der Re­vi­si­ons­be­klag­te wen­det dop­pel­te Rechtshängig­keit ein. Der Kläger ha­be mit sei­ner am 9. Mai 2013 beim Ar­beits­ge­richt Bie­le­feld ein­ge­reich­ten Kla­ge die im vor­lie­gen-den Ver­fah­ren strei­ti­gen Ansprüche er­neut rechtshängig ge­macht.


Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Die er­ho­be­nen Ansprüche auf Vergütung we­gen An­nah­me­ver­zugs ste­hen dem Kläger nicht zu, weil der Schuld­ne­rin die Beschäfti­gung des Klägers un­zu­mut­bar war.


I. Die ge­stell­ten Anträge sind zulässig.  

Es mag zwar sein, dass durch die vom Kläger beim Ar­beits­ge­richt un­ter dem 9. Mai 2013 ein­ge­reich­te Fest­stel­lungs­kla­ge dop­pel­te Rechtshängig­keit ein­ge­tre­ten ist, doch be­trifft die­se die Zulässig­keit des zwei­ten beim Ar­beits­ge­richt anhängi­gen Rechts­streits.

II. Die Kla­ge ist mit den noch anhängi­gen Anträgen un­be­gründet. Dem Kläger ste­hen die er­ho­be­nen In­sol­venz­for­de­run­gen nicht zu. Vergütungs­an-


- 6 -

sprüche des Klägers we­gen An­nah­me­ver­zugs (§ 615 Satz 1 BGB) sind im Zeit­raum No­vem­ber 2008 bis 22. Sep­tem­ber 2009 nicht ent­stan­den. Zu Recht hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt an­ge­nom­men, der Schuld­ne­rin sei in die­ser Zeit nach Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) die An­nah­me der Ar­beits­leis­tung un­zu­mut­bar ge­we­sen. In der Zeit vom 22. bis zum 30. Sep­tem­ber 2009 be­stand kein Ar­beits­verhält­nis mehr.


1. Ein Ar­beit­ge­ber kommt trotz Nicht­an­nah­me der Ar­beits­leis­tung nicht in An­nah­me­ver­zug, wenn sich der Ar­beit­neh­mer so verhält, dass der Ar­beit­ge­ber nach Treu und Glau­ben und un­ter Berück­sich­ti­gung der Ge­pflo­gen­hei­ten des Ar­beits­le­bens die An­nah­me der Leis­tung zu Recht ab­lehnt. Dies kann der Fall sein, wenn bei An­nah­me der an­ge­bo­te­nen Diens­te straf­recht­lich geschütz­te In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers, sei­ner An­gehöri­gen oder an­de­rer Be­triebs­an­gehöri­ger un­mit­tel­bar und nach­hal­tig so gefähr­det wer­den, dass die Ab­wehr die­ser Gefähr­dung Vor­rang vor dem In­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers an der Er­hal­tung sei­nes Ver­diens­tes ha­ben muss. Es ist auf die ob­jek­ti­ve Rechts­wid­rig­keit des Ver­hal­tens des Ar­beit­neh­mers ab­zu­stel­len; Ver­schul­den ist nicht er­for­der­lich. Wann ein sol­cher Fall vor­liegt, hängt von den je­wei­li­gen kon­kre­ten Umständen ab. Da­bei sind die Ge­pflo­gen­hei­ten des Ar­beits­le­bens zu berück­sich­ti­gen. Nicht je­de in der Er­re­gung ge­spro­che­ne Be­lei­di­gung des Ar­beit­ge­bers, nicht je­des böse Wort, nicht je­de Ro­bust­heit des Ar­beit­neh­mers lässt das Leis­tungs­an­ge­bot treu­wid­rig und sei­ne Ab­leh­nung durch den Ar­beit­ge­ber ge­recht­fer­tigt er­schei­nen. Ort und Zeit des Vor­falls so­wie das Be­triebs­kli­ma spie­len für die Be­ur­tei­lung die­ser Fra­ge ei­ne er­heb­li­che Rol­le. Es muss ein un­gewöhn­lich schwe­rer Ver­s­toß ge­gen all­ge­mei­ne Ver­hal­tens­pflich­ten vor­lie­gen, der den Ar­beit­ge­ber schlech­ter­dings be­rech­tigt, die Diens­te ab­zu­leh­nen (BAG GS 26. April 1956 - GS 1/56 - BA­GE 3, 66; dem fol­gend 11. No­vem­ber 1976 - 2 AZR 457/75 - zu B II 2 a der Gründe, BA­GE 28, 233; 29. Ok­to­ber 1987 - 2 AZR 144/87 - zu A III 2 der Gründe; 14. Sep­tem­ber 1988 - 5 AZR 616/87 - zu II 2 der Gründe; 1. Ju­li 1993 - 2 AZR 88/93 - zu II 3 der Gründe; im Er­geb­nis eben­so ErfK/Preis 14. Aufl. § 615 BGB Rn. 62 f.; HWK/Krau­se 5. Aufl. § 615 BGB Rn. 66 f.;
 


- 7 -

MüArbR/Boewer 3. Aufl. Bd. 1 § 69 Rn. 26 Fn. 208; Kon­zen/We­ber Anm. AP BGB § 615 Nr. 42).

2. Der Be­griff der „Zu­mut­bar­keit der Wei­ter­beschäfti­gung“ ist ein un­be­stimm­ter Rechts­be­griff, so­dass die Rechts­an­wen­dung des Be­ru­fungs­ge­richts re­vi­si­ons­recht­lich nur be­schränkt über­prüfbar ist. Ei­ne re­vi­si­ons­recht­lich er­heb­li­che Rechts­ver­let­zung liegt al­lein dann vor, wenn der Rechts­be­griff selbst ver­kannt wor­den ist oder wenn bei der Un­ter­ord­nung des fest­ge­stell­ten Sach­ver­halts un­ter die­sen Rechts­be­griff Denk­ge­set­ze oder all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze ver­letzt oder bei der ge­bo­te­nen In­ter­es­sen­abwägung nicht al­le we­sent­li­chen Umstände berück­sich­tigt wor­den sind oder das Er­geb­nis in sich wi­dersprüchlich ist.


3. Das Er­geb­nis des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist da­nach nicht zu be­an­stan­den. Das Be­ru­fungs­ge­richt hat - im An­schluss an rich­ti­ge Erwägun­gen des Ar­beits­ge­richts - zu­tref­fend er­kannt, dass es im Fall des Klägers nicht um ein ein­ma­li­ges De­likt der Un­treue zu­las­ten der Ar­beit­ge­be­rin geht, son­dern der Kläger über Jah­re hin­weg im­mer wie­der mit großem Be­dacht ver­deckt di­ver­se Straf­ta­ten zum Nach­teil sei­ner Ver­trags­part­ne­rin be­gan­gen hat. Da der Kläger nach Auf­de­ckung die­ser Ta­ten und Ab­ga­be des no­ta­ri­el­len Schuld­an­er­kennt­nis­ses sein ge­setz- und ver­trags­wid­ri­ges Ver­hal­ten nicht änder­te, viel­mehr wei­ter­hin un­ter täuschen­dem Deck­man­tel Un­treue­hand­lun­gen von er­heb­li­chem wirt­schaft­li­chen Ge­wicht zum Nach­teil der Ar­beit­ge­be­rin be­ging, ließ er je­de Ein­sicht in das für ei­nen Lei­ter Buch­hal­tung/Fi­nan­zen/Per­so­nal ge­bo­te­ne Min­dest­maß ver­trags­gemäßen Ver­hal­tens ver­mis­sen. Je­der Tag ei­ner wei­te­ren Beschäfti­gung be­deu­te­te die nicht un­er­heb­li­che Gefähr­dung des Kon­to­stands und da­mit des Vermögens der Ar­beit­ge­be­rin. Ge­ra­de un­ter Be­ach­tung des Ge­bots von Treu und Glau­ben durf­te der Kläger al­les, aber nicht mehr über Vermögen der Ar­beit­ge­be­rin verfügen.

4. Da­mit war die Schuld­ne­rin während des streit­be­fan­ge­nen Zeit­raums nicht zur Zah­lung der ver­trag­li­chen Vergütung ver­pflich­tet.
 


- 8 -

III. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. 

Müller-Glöge 

Biebl 

We­ber

Busch­mann 

Pol­lert

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 5 AZR 736/11  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880