Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Jahrgang
   
Schlag­worte: Annahmeverzug, Zwischenverdienst
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Akten­zeichen: 1 Sa 194/15
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 01.07.2015
   
Leit­sätze: Be­steht nach ei­nem im Kündi­gungs­schutz­pro­zess ge­schlos­se­nen Ver­gleich das Ar­beits­verhält­nis zunächst fort, muss sich der Ar­beit­neh­mer auf Vergütungs­ansprüche aus dem Ge­sichts­punkt des An­nah­me­ver­zugs (§ 611 Abs. 1 BGB i.V.m. § 615 Satz 1 BGB) den während des Ver­zugs­zeit­raums er­ziel­ten an­der­wei­ti­gen Ver­dienst, der kau­sal durch das Frei­wer­den sei­ner Ar­beits­kraft ermöglicht wor­den ist, nach § 11 Nr. 1 KSchG, § 615 Satz 2 BGB nur im Um­fang der für ihn beim bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber maßge­ben­den Ar­beits­zeit an­rech­nen las­sen. Die An­rech­nung be­trifft nicht die im Ver­zugs­zeit­raum durch zusätz­lich ge­leis­te­te Ar­beits­stun­den er­ziel­te Vergütung.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Düsseldorf, 2 Ca 4459/14
   

Te­nor: 

Die Be­ru­fung der Kläge­rin und die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 20.01.2015 - 2 Ca 4459/14 - wer­den zurück­ge­wie­sen.

Die Kos­ten des Be­ru­fungs­ver­fah­rens tra­gen die Kläge­rin zu 78 % und die Be­klag­te zu 22 %.

Die Re­vi­si­on wird nur für die Be­klag­te und nur zu der Fra­ge des Um­fangs der An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes der Kläge­rin zu­ge­las­sen.

T a t b e s t a n d :

Die Par­tei­en strei­ten über die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst auf Vergütungs­ansprüche aus An­nah­me­ver­zug.

Die Be­klag­te ist ei­ne - in Ab­wick­lung be­find­li­che - sog. geöff­ne­te Be­triebs­kran­ken­kas­se mit Haupt­sitz in E.. Die Kläge­rin war Ar­beit­neh­me­rin der Be­klag­ten. Sie ar­bei­te­te wöchent­lich zwölf St­un­den, mon­tags bis mitt­wochs von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr.

Mit Be­scheid vom 02.11.2011 ord­ne­te das Bun­des­ver­si­che­rungs­amt die Sch­ließung der Be­klag­ten zum 31.12.2011 an. Mit Schrei­ben vom 16.11.2011 teil­te die Be­klag­te der Kläge­rin mit, ihr Ar­beits­verhält­nis wer­de mit Ab­lauf des 31.12.2011 - des Ta­ges der durch den Be­scheid verfügten Sch­ließung - sein En­de fin­den. Mit Schrei­ben vom 18.11.2011 kündig­te sie das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en außer­or­dent­lich, äußerst hilfs­wei­se or­dent­lich. Ge­gen die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf Grund der Sch­ließung und ge­gen die Kündi­gun­gen vom 18.11.2011 er­hob die Kläge­rin vor­dem Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf (Az. 12 Ca 6954/11) Kla­ge. Das Ar­beits­ge­richt stell­te mit Ur­teil vom 16.04.2012 fest, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung vom 18.11.2011 nicht auf­gelöst wor­den ist und zu den bis zum 31.12.2011 be­ste­hen­den Ar­beits­be­din­gun­gen fort­be­stan­den hat. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf wies die hier­ge­gen von der Be­klag­ten ein­ge­leg­te Be­ru­fung zurück. Die Be­klag­te leg­te ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Re­vi­si­on beim Bun­des­ar­beits­ge­richt ein.

Mit Wir­kung zum 01.01.2012 be­gründe­te die Kläge­rin ein neu­es Ar­beits­verhält­nis mit der Land­wirt­schaft­li­chen Be­rufs­ge­nos­sen­schaft Nord­rhein West­fa­len (LBG). Dort ist sie wöchent­lich 17 St­un­den, mon­tags bis mitt­wochs, von 09:00 Uhr bis 14:40 Uhr, tätig.

Nach­dem das Bun­des­ar­beits­ge­richt mit Ur­teil vom 21.11.2013 in vier par­al­lel ge­la­ger­ten Fällen die Re­vi­si­on der Be­klag­ten zurück­ge­wie­sen hat­te, wand­ten sich de­ren Pro­zess­be­vollmäch­tig­te mit Schrei­ben vom 17.12.2013 an die Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Kläge­rin. In die­sem Schrei­ben heißt es aus­zugs­wei­se wie folgt:

"Vor die­sem Hin­ter­grund hat un­se­re Man­dan­tin Über­le­gun­gen an­ge­stellt, ob und ge­ge­be­nen­falls wie die zahl­rei­chen noch anhängi­gen Rechts­strei­te durch ei­nen für den je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer öko­no­misch sinn­vol­len Ver­gleich be­en­det wer­den könn­ten.

Un­se­re Man­dan­tin ist zu ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Be­en­di­gung der anhängi­gen Ver­fah­ren ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung be­reit, die sich, um für al­le Ar­beit­neh­mer glei­cher­maßen Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit zu gewähr­leis­ten, an den hälf­ti­gen Wer­ten der An­la­ge VI des Haus-TV ori­en­tiert.

So­weit ein Ver­gleich zu den nach­fol­gend dar­ge­stell­ten Kon­di­tio­nen für Ih­re Man­dant­schaft nicht in Be­tracht kommt, wird un­se­re Man­dan­tin zur Er­lan­gung von Pla­nungs­si­cher­heit und zur ad­mi­nis­tra­ti­ven Ver­ein­fa­chung in mit Ih­rer Man­dant­schaft noch anhängi­gen Rechts­strei­tig­kei­ten hin­sicht­lich streit­ge­genständ­li­cher Be­en­di­gungs­tat­bestände de­ren Un­wirk­sam­keit an­er­ken­nen und gleich­zei­tig ei­nen Rechts­mit­tel­ver­zicht bezüglich des dann er­ge­hen­den An­er­kennt­nis­ur­teils erklären bzw. von ihr ein­ge­leg­te Rechts­mit­tel ge­gen ent­spre­chen­de Ent­schei­dun­gen zu Guns­ten des Ar­beit­neh­mers zurück­neh­men. Es ist dann rechts­kräftig fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen Ih­rer Man­dant­schaft und un­se­rer Man­dan­tin fort­be­steht.

Für die­sen Fall des Nicht­zu­stan­de­kom­mens des Ver­glei­ches bis zum 15.01.2014 for­dert un­se­re Man­dan­tin Ih­re Man­dant­schaft auf, ab dem 17.02.2014 die Tätig­keit bei un­se­rer Man­dan­tin wie­der auf­zu­neh­men. So­weit Ih­re Man­dant­schaft be­reits in ei­nem Ar­beits­verhält­nis mit ei­nem neu­en Ar­beit­ge­ber steht und die­ses fort­set­zen, mit­hin nicht zu un­se­rer Man­dan­tin zurück­keh­ren möch­te, wäre sie ge­hal­ten, bin­nen ei­ner Wo­che nach der Rechts­kraft der ent­spre­chen­den Ur­tei­le in den Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren die Fort­set­zung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­genüber un­se­rer Man­dan­tin zu ver­wei­gern, § 12 S. 1 KSchG. In die­sem Fal­le ist Ih­rer Man­dant­schaft ent­gan­ge­ner Ver­dienst - An­nah­me­ver­zugs- re­spek­ti­ve Dif­fe­renz­lohn - nur für die Zeit zwi­schen der Ent­las­sung und dem Ta­ge des Ein­tritts in das neue Ar­beits­verhält­nis zu gewähren, § 12 S. 4 KSchG.

Um die­ses Pro­ze­de­re und ge­ge­be­nen­falls hier­aus re­sul­tie­ren­de Kon­se­quen­zen für Ih­re Man­dant­schaft zu ver­mei­den und natürlich um sämt­li­che anhängi­gen Rechts­strei­tig­kei­ten kurz­fris­tig und öko­no­misch zu be­en­den, un­ter­brei­ten wir na­mens und in Voll­macht un­se­rer Man­dan­tin hier­mit fol­gen­des Ver­gleichs­an­ge­bot, das auf ent­spre­chen­den ge­richt­li­chen Vor­schlag hin in ei­nem der anhängi­gen Rechts­strei­te nach § 278 Abs. 6 ZPO pro­to­kol­liert wer­den könn­te:

1.Es be­steht Ei­nig­keit, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis zum 31.12.2013 be­en­det wor­den ist.

2.Die Be­klag­te ver­pflich­tet sich, das Ar­beits­verhält­nis bis zu die­sem Zeit­punkt auf der Ba­sis des Mo­nats­ge­halts zum Zeit­punkt der Sch­ließung zuzüglich ver­trag­li­cher Son­der­zah­lun­gen, de­ren Höhe sich eben­falls nach dem Stand zum Zeit­punkt der Sch­ließung be­misst, ab­zu­rech­nen und sich hier­aus er­ge­ben­de Net­to­lohn­ansprüche an die Kläger­sei­te aus­zu­zah­len, so­weit Ansprüche nicht auf Drit­te, ins­be­son­de­re So­zi­al­ver­si­che­rungs­träger, über­g­an­gen sind.

3.Leis­tun­gen zur be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung wer­den von der Be­klag­ten gemäß den zum Sch­ließungs­zeit­punkt be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen nach­ver­si­chert. So­weit es sich um Dif­fe­renz­lohn­ansprüche han­delt, ist die Be­mes­sungs­grund­la­ge für die Leis­tun­gen zur be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung die von der Be­klag­ten zu vergüten­de Dif­fe­renz. Der von der Be­klag­ten zu zah­len­de jähr­li­che Nach­ver­si­che­rungs­be­trag wird bis zur Ein­zah­lung mit 4 % p.a. ver­zinst.

4.(...)"

Die Pa­ra­me­ter des Ver­gleichs­an­ge­bots ha­ben wir bei al­len ver­gleich­ba­ren Fällen glei­cher­maßen zu Grun­de ge­legt. In­so­fern dürfen wir dar­auf hin­wei­sen, dass das Ver­gleichs­an­ge­bot nicht als "Ver­hand­lungs­ba­sis" zu be­trach­ten ist, son­dern als um­fas­sen­des und ab­sch­ließen­des An­ge­bot, das an­ge­nom­men oder ab­ge­lehnt, aber aus Gleich­be­hand­lungs­gründen nicht nach­ver­han­delt wer­den kann.

...

Um Rück­sen­dung bis zum 15.01.2014 dürfen wir höflich bit­ten; das Ver­gleichs­an­ge­bot ist bis zu die­sem Zeit­punkt be­fris­tet.

Im Fal­le der An­nah­me des Ver­gleichs wer­den wir den vollständig aus­for­mu­lier­ten und in­di­vi­dua­li­sier­ten Ver­gleichs­text für Ih­re Man­dant­schaft er­stel­len und Ih­nen zur Ge­gen­prüfung zu­lei­ten. Nach ent­spre­chen­der Rück­bestäti­gung kann dann in ei­nem der anhängi­gen Ver­fah­ren das Ge­richt ge­be­ten wer­den, den ent­spre­chen­den Ver­gleichs­vor­schlag den Par­tei­en zu un­ter­brei­ten, so dass die Ver­fah­ren ins­ge­samt nach § 278 Abs. 6 ZPO ab­ge­schlos­sen wer­den können.

Mit Schrei­ben vom 10.01.2014 erklärte die Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Kläge­rin die An­nah­me des Ver­gleichs­an­ge­bo­tes. Mit Schrei­ben vom 14.01.2014 wand­ten sich die Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten der Be­klag­ten er­neut an die Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Kläge­rin. In die­sem Schrei­ben heißt es wie folgt:

"Ich neh­me Be­zug auf Ihr Schrei­ben vom 10.01.2014, wor­in Sie die An­nah­me des Ver­gleichs­an­ge­bots erklären. Ich ha­be den im ge­richt­li­chen Ver­fah­ren Az. 2 AZR 575/13 zu pro­to­kol­lie­ren­den Ver­gleich vollständig ent­wor­fen und darf Ih­nen den ein­zu­rei­chen­den Schrift­satz in der An­la­ge mit der Bit­te um kur­ze Rück­bestäti­gung über­mit­teln. Ich wer­de den Schrift­satz dann un­mit­tel­bar aus­fer­ti­gen und an das Ar­beits­ge­richt über­sen­den, so dass das Ge­richt den Par­tei­en den ent­spre­chen­den Ver­gleichs­vor­schlag un­ter­brei­ten kann.

Der gu­ten Ord­nung hal­ber möch­te ich noch dar­auf hin­wei­sen, dass die Ab­rech­nung der Vergütungs­ansprüche bis zum im Ver­gleich ver­ein­bar­ten Be­en­di­gungs­zeit­punkt natürlich ent­spre­chend den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen des § 11 KSchG bzw. § 615 S. 2 BGB er­folgt."

Dem Schrei­ben war ein Ent­wurf ei­nes Schrift­sat­zes an das Bun­des­ar­beits­ge­richt bei­gefügt. In­halt des Schrift­satz­ent­wurfs war der Ver­gleichs­vor­schlag, der hin­sicht­lich der Zif­fern 2 und 3 iden­tisch war mit dem Ver­gleichs­vor­schlag aus dem Schrei­ben der Be­klag­ten­ver­tre­ter vom 17.12.2013. Die Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Kläge­rin ant­wor­te­te mit Schrei­ben vom 21.01.2014 wie folgt:

"Un­ter Be­zug­nah­me auf den zwi­schen den Par­tei­en durch mei­ne An­nah­me­erklärung vom 10. Ja­nu­ar 2014 zu­stan­de ge­kom­me­nen Ver­gleich mag die­ser gemäß § 278 Abs. 6 ZPO gemäß dem Ent­wurf Ih­res Schrift­sat­zes vom 14. Ja­nu­ar 2014, ge­rich­tet an das Bun­des­ar­beits­ge­richt, durch Be­schluss­fas­sung fest­ge­stellt wer­den."

Mit Be­schluss vom 09.04.2014 stell­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt im Rechts­streit 2 AZR 575/13 das Zu­stan­de­kom­men und den In­halt des Ver­gleichs fest. We­gen der Ein­zel­hei­ten wird auf den zur Ak­te ge­reich­ten Be­schluss Be­zug ge­nom­men. Hin­sicht­lich der Zif­fern 2 und 3 ist der Be­schluss iden­tisch mit dem ursprüng­li­chen Ver­gleichs­vor­schlag der Be­klag­ten­ver­tre­ter vom 17.12.2013.

In der Fol­ge­zeit rech­ne­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis für die Jah­re 2012 und 2013 ab. Da­nach er­rech­ne­te sie für die Kläge­rin ein Brut­to­ge­halt für 2012 in Höhe von 13.846,80 € und für 2013 in Höhe von 13.839,31 €, ins­ge­samt ei­nen Ge­halts­an­spruch von 27.686,11 € brut­to. Hier­auf rech­ne­te sie von der LBG an die Kläge­rin ge­zahl­te Vergütung für 2012 in Höhe von 14.947,57 € brut­to und für 2013 in Höhe von 15.593,63 € brut­to an. Die Zah­lung ei­ner Dif­fe­renz­vergütung lehn­te die Be­klag­te ab.

Mit ih­rer der Be­klag­ten am 30.07.2014 zu­ge­stell­ten Kla­ge be­gehrt die Kläge­rin die Zah­lung der Vergütung für den Zeit­raum von Ja­nu­ar 2012 bis De­zem­ber 2013 in Höhe von 27.686,11 € brut­to nebst Zin­sen.

Die Kläge­rin hat aus­geführt:

Die Be­klag­te ha­be sich durch den Ver­gleich ver­pflich­tet, ihr die Vergütung oh­ne Ab­zug von Zwi­schen­ver­dienst zu zah­len. Dies er­ge­be sich ein­deu­tig aus dem ei­ge­nen Ver­gleichs­text der Be­klag­ten, in dem die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst nicht erwähnt wer­de. Da aus­drück­lich ge­re­gelt sei, dass die Zah­lung der Net­to­vergütungs­ansprüche nur in dem Um­fang er­fol­ge, wie Ansprüche nicht auf Drit­te, ins­be­son­de­re So­zi­al­ver­si­che­rungs­träger über­ge­gan­gen sei­en, wer­de deut­lich, dass die Be­klag­te be­stimm­te Fall­kon­stel­la­tio­nen ha­be berück­sich­ti­gen wol­len, an­de­re je­doch ge­ra­de nicht. Auch aus dem Schrei­ben der Be­klag­ten­ver­tre­ter vom 14.01.2014 er­ge­be sich kein an­de­res Er­geb­nis. Sie, die Kläge­rin, ha­be mit Schrei­ben vom 21.01.2014 le­dig­lich ihr Ein­verständ­nis zur Pro­to­kol­lie­rung des Ver­gleichs­tex­tes, wie er sich aus dem Schrei­ben der Be­klag­ten­ver­tre­ter vom 17.12.2013 er­ge­be, erklärt. Da der Ver­gleich am 14.01.2014 be­reits ab­ge­schlos­sen ge­we­sen sei, führe die Erklärung ih­rer Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten nicht da­zu, dass der Ver­gleich in­halt­lich noch ein­mal ab­geändert wor­den sei. Je­den­falls sei we­gen der bei der LBG um fünf St­un­den länge­ren wöchent­li­chen Ar­beits­zeit der ent­spre­chen­de Vergütungs­an­teil in Höhe von 6.127,61 € brut­to nicht an­rech­nungsfähig. We­gen ih­rer pfle­ge­bedürf­ti­gen Toch­ter könne sie nur mon­tags bis mitt­wochs und auch nur in den Vor­mit­tags­stun­den ar­bei­ten.

Die Kläge­rin hat be­an­tragt,

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 27.686,11 Eu­ro brut­to zuzüglich Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie hat gel­tend ge­macht:

Die An­rech­nung von an­der­wei­tig er­ziel­tem Zwi­schen­ver­dienst sei in § 615 BGB als ge­setz­li­cher Re­gel­fall aus­ge­stal­tet. Ei­ne Ab­be­din­gung könne nur durch ei­ne ein­deu­ti­ge und kla­re Ver­ein­ba­rung er­fol­gen. Ei­ne sol­che Re­ge­lung sei im Ver­gleichs­text nicht zu fin­den. Darüber hin­aus er­ge­be sich aus dem Schrei­ben vom 17.12.2013, dass sie zu kei­nem Zeit­punkt die An­rech­nung von an­der­wei­ti­gem Ver­dienst ha­be ab­be­din­gen wol­len. Die Be­zug­nah­me auf ei­nen mögli­chen Dif­fe­renz­lohn ma­che nur Sinn, wenn an­der­wei­tig er­ziel­ter Zwi­schen­ver­dienst an­ge­rech­net wer­de. Auch an wei­te­ren Stel­len im Ver­gleichs­text wer­de auf Dif­fe­renz­lohn­ansprüche Be­zug ge­nom­men, so z.B. in Zif­fer 3. Sch­ließlich sei bei der Aus­le­gung zu be­ach­ten, dass ih­re Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten mit Schrei­ben vom 14.01.2014 vor­sorg­lich klar­ge­stellt hätten, dass die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst er­fol­gen wer­de. Die Kläger­ver­tre­te­rin ha­be den Ver­gleichs­text mit Schrei­ben vom 21.01.2014 oh­ne Einwände frei­ge­ge­ben. Vor­dem Hin­ter­grund des ge­schil­der­ten Ab­stim­mungs­ver­fah­rens sei de­ren Ver­hal­ten treu­wid­rig.

Die Be­klag­te hat wei­ter ge­meint:

Der Kläge­rin ste­he auch kein An­spruch auf Zah­lung von 6.127,61 € brut­to zu. Da sich aus de­ren Vor­trag nicht er­ge­be, dass sie wil­lens und in der La­ge ge­we­sen sei, bei ei­ner Beschäfti­gung von zwölf Wo­chen­stun­den wei­te­re 17 Wo­chen­stun­den tätig zu wer­den, al­so ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung aus­zuüben, sei der ge­sam­te Zwi­schen­ver­dienst kau­sal auf das Frei­wer­den ih­rer Ar­beits­kraft zurück­zuführen und da­mit nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts voll an­re­chen­bar.

Mit Ur­teil vom 20.01.2015 hat das Ar­beits­ge­richt un­ter Ab­wei­sung der Kla­ge im Übri­gen der Kläge­rin 6.127,61 € brut­to nebst Zin­sen zu­ge­spro­chen und zur Be­gründung im We­sent­li­chen aus­geführt:

Die Aus­le­gung des Ver­gleichs­tex­tes vom 09.04.2014 er­ge­be, dass die Kläge­rin sich grundsätz­lich er­ziel­ten Zwi­schen­ver­dienst an­rech­nen las­sen müsse. Auch ha­be die Kläge­rin das ent­spre­chend mit Schrei­ben vom 14.01.2014 klar­ge­stell­te An­ge­bot der Be­klag­ten mit Schrei­ben vom 21.01.2014 an­ge­nom­men. Nach der Aus­le­gungs­re­gel des § 154 Abs. 2 BGB sei der Ver­gleich erst mit der Be­schluss­fas­sung durch das Bun­des­ar­beits­ge­richt wirk­sam zu­stan­de ge­kom­men. An­zu­rech­nen sei al­ler­dings nicht die Vergütung für die Ab­leis­tung der zusätz­li­chen fünf Wo­chen­stun­den. Der Ar­beit­ge­ber sol­le kei­nen Vor­teil da­durch er­lan­gen, dass der Ar­beit­neh­mer sich aus persönli­chen Gründen ent­schließe, die Ar­beits­zeit bei dem neu­en Ar­beit­ge­ber zu erhöhen.

Ge­gen das ihr am 04.02.2015 zu­ge­stell­te Ur­teil hat die Kläge­rin mit ei­nem beim Lan­des­ar­beits­ge­richt am 04.03.2015 ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se - nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 04.05.2015 - mit ei­nem hier am 04.05.2015 ein­ge­reich­ten Schrift­satz be­gründet.

Die Be­klag­te hat ge­gen das ihr am 04.02.2015 zu­ge­stell­te Ur­teil mit ei­nem beim Lan­des­ar­beits­ge­richt am 12.02.2015 ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz eben­falls Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se - nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 28.04.2015 - mit ei­nem hier am 28.04.2015 ein­ge­reich­ten Schrift­satz be­gründet.

Die Kläge­rin trägt un­ter Wie­der­ho­lung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens im We­sent­li­chen vor:

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts er­ge­be die Aus­le­gung des Ver­gleichs un­ter Be­ach­tung des An­ge­bots­schrei­bens der Be­klag­ten vom 17.12.2013, dass die Be­klag­te das aufwändi­ge Ver­fah­ren ei­ner Dif­fe­renz­lohn­be­rech­nung ha­be ver­mei­den wol­len und die An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes aus­ge­schlos­sen sei. § 154 Abs. 2 BGB sei nicht an­wend­bar, weil ei­ne Pro­to­kol­lie­rung der Ver­ein­ba­rung nicht ver­ab­re­det, son­dern nur als Möglich­keit in den Raum ge­stellt wor­den sei. Auch könne das Schwei­gen auf die mit Schrei­ben vom 14.01.2014 an­gekündig­te Ver­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst nicht als Zu­stim­mung ge­wer­tet wer­den.

Die Kläge­rin be­an­tragt,

un­ter teil­wei­ser Abände­rung des am 20.01.2015 verkünde­ten Ur­teils des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf - 2 Ca 4459/14 - die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie wei­te­re 21.558,50 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 31.07.2014 zu zah­len.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Be­ru­fung der Kläge­rin zurück­zu­wei­sen.

Sie ver­tei­digt in der Be­ru­fungs­in­stanz die teil­wei­se Kla­ge­ab­wei­sung und ist der Auf­fas­sung, das Ar­beits­ge­richt hätte die Kla­ge ins­ge­samt ab­wei­sen müssen.

Sie führt aus:

Die Be­ru­fung der Kläge­rin sei man­gels aus­rei­chen­der Be­gründung be­reits un­zulässig, je­den­falls aber un­be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt sei zu Recht von der An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes aus­ge­gan­gen. Die­ser sei al­ler­dings voll­umfäng­lich an­zu­rech­nen. So­wohl aus ob­jek­ti­ven als auch aus sub­jek­ti­ven Umständen er­ge­be sich, dass der von der Kläge­rin er­ziel­te Ver­dienst im An­nah­me­ver­zugs­zeit­raum kau­sal durch das Frei­wer­den der Ar­beits­kraft bei der Be­klag­ten ermöglicht wor­den sei. Al­lein dar­auf kom­me es nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts an.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 20.01.2015 - 2 Ca 4459/14 - teil­wei­se ab­zuändern und die Kla­ge voll­umfäng­lich ab­zu­wei­sen.

Die Kläge­rin be­an­tragt,

die Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück­zu­wei­sen.

Sie macht gel­tend, die länge­re wöchent­li­che Ar­beits­zeit ha­be sie nur auf sich ge­nom­men, weil die Vergütung pro St­un­de bei ih­rer neu­en Ar­beit­ge­be­rin ge­rin­ger sei als bei der Be­klag­ten. Der sich in An­nah­me­ver­zug be­fin­den­de Ar­beit­ge­ber dürfe aber durch ei­ne um­fang­rei­che­re als die ge­schul­de­te Er­werbstätig­keit nicht ent­las­tet wer­den.

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en im Ein­zel­nen wird auf den in der Be­ru­fungs­in­stanz münd­lich vor­ge­tra­ge­nen In­halt der Ak­te aus­drück­lich Be­zug ge­nom­men.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

A.

Die Be­ru­fun­gen der Par­tei­en ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 20.01.2015 sind zulässig, in der Sa­che je­doch un­be­gründet. Zu Recht hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge im Um­fang von 6.127,61 € brut­to nebst Zin­sen zu­ge­spro­chen und sie im Übri­gen ab­ge­wie­sen. Die Kläge­rin muss sich auf ih­re Vergütungs­ansprüche in Höhe von ins­ge­samt 27.686,11 € brut­to, die ihr un­strei­tig aus dem Ge­sichts­punkt des An­nah­me­ver­zugs (vgl. § 611 Abs. 1 BGB i.V.m. § 615 Satz 1 BGB) zu­ste­hen, den während des Ver­zugs­zeit­raums bei der LBG er­ziel­ten an­der­wei­ti­gen Ver­dienst an­rech­nen las­sen, dies al­ler­dings nur im Um­fang der der Be­klag­ten ge­schul­de­ten Ar­beits­zeit.

I. Die Be­ru­fung der Kläge­rin ist zulässig. Die Be­ru­fungs­be­gründung genügt den ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen.

1. Nach § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG muss die Be­ru­fungs­be­gründung die Umstände be­zeich­nen, aus de­nen sich die Rechts­ver­let­zung durch das an­ge­foch­te­ne Ur­teil und de­ren Er­heb­lich­keit für das Er­geb­nis der Ent­schei­dung er­gibt. Der Be­ru­fungskläger hat dar­auf hin­zu­wei­sen, in wel­chen Punk­ten und aus wel­chen Gründen er das an­ge­foch­te­ne Ur­teil für un­rich­tig hält. Ei­ne schlüssi­ge Be­gründung kann zwar nicht ver­langt wer­den. Je­doch muss sich die Be­ru­fungs­be­gründung mit den recht­li­chen oder tatsächli­chen Ar­gu­men­ten des an­ge­foch­te­nen Ur­teils be­fas­sen. Für die er­for­der­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den Ur­teils­gründen reicht es nicht aus, die tatsächli­che oder recht­li­che Würdi­gung durch das Ar­beits­ge­richt mit for­mel­haf­ten Wen­dun­gen zu rügen und le­dig­lich auf das erst­in­stanz­li­che Vor­brin­gen zu ver­wei­sen oder die­ses zu wie­der­ho­len (st. Rspr. z.B. BAG 19.02.2013 - 9 AZR 543/11 - ju­ris Rn. 14; BAG 15.03.2011 - 9 AZR 813/09 - ju­ris Rn. 11 mwN).

2. Die Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift der Kläge­rin vom 04.05.2015 genügt die­sen An­for­de­run­gen.

a) Das Ar­beits­ge­richt hat an­ge­nom­men, die Kläge­rin müsse sich den er­ziel­ten Zwi­schen­ver­dienst grundsätz­lich an­rech­nen las­sen, da die ge­setz­li­che An­rech­nungs­vor­schrift des § 11 Satz 1 Nr. 1 KSchG mit dem Ver­gleich vom 09.04.2014 nicht zwei­fels­frei ab­be­dun­gen wor­den sei. Selbst wenn der Ver­gleich nicht in die­sem Sin­ne aus­zu­le­gen sei, so hätten die Par­tei­en je­den­falls aus­drück­lich ver­ein­bart, dass die An­nah­me­ver­zugs­vergütung un­ter An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes er­fol­gen sol­le. Das ent­spre­chend mo­di­fi­zier­te An­ge­bot der Be­klag­ten mit Schrei­ben vom 14.01.2014 ha­be die Kläge­rin mit Schrei­ben vom 21.01.2014 oh­ne Einwände an­ge­nom­men. Nach der Aus­le­gungs­re­gel des § 154 Abs. 2 BGB sei der Ver­gleich erst mit der Be­schluss­fas­sung durch das Bun­des­ar­beits­ge­richt wirk­sam zu­stan­de ge­kom­men.

b) Die Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift enthält ei­ne ar­gu­men­ta­ti­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit den Erwägun­gen des Ar­beits­ge­richts. Die Kläge­rin hat dar­in auf­ge­zeigt, aus wel­chen Gründen sie die vom Ar­beits­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Aus­le­gung der Ver­ein­ba­rung zur An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst für un­rich­tig und die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung für falsch hält. Sie hat gel­tend ge­macht, die Aus­le­gung des Ver­gleichs un­ter Be­ach­tung des An­ge­bots­schrei­bens der Be­klag­ten vom 17.12.2013, aus dem fol­ge, dass die Be­klag­te das aufwändi­ge Ver­fah­ren ei­ner Dif­fe­renz­lohn­be­rech­nung ha­be ver­mei­den wol­len, so­wie ih­re In­ter­es­sen­la­ge er­ge­be ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts, dass die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst aus­drück­lich aus­ge­nom­men wor­den sei. Auch sei § 154 Abs. 2 BGB nicht an­wend­bar, weil ei­ne Pro­to­kol­lie­rung der Ver­ein­ba­rung nicht ver­ab­re­det, son­dern nur als Möglich­keit in den Raum ge­stellt wor­den sei. Auf die mit Schrei­ben vom 14.01.2014 an­gekündig­te Ver­rech­nung ha­be sie nur ge­schwie­gen, ihr aber nicht zu­ge­stimmt. Sch­ließlich ha­be sich die Be­klag­te mit der Ankündi­gung der An­rech­nung an­ge­sichts ih­res vor­he­ri­gen An­ge­bots treu­wid­rig ver­hal­ten. Da­mit ist der Streitstoff für die Be­ru­fung aus­rei­chend vor­be­rei­tet.

II. Die Be­ru­fung der Kläge­rin ist je­doch un­be­gründet.

Der Kläge­rin steht für die Zeit vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2013 ne­ben den ihr erst­in­stanz­lich zu­ge­spro­che­nen 6.127,61 € brut­to kein An­spruch auf Zah­lung wei­te­rer Vergütung in Höhe von 21.558,50 € brut­to aus dem Ge­sichts­punkt des An­nah­me­ver­zugs (§ 611 Abs. 1 BGB i.V.m. § 615 Satz 1 BGB) zu. Die­ses während des Ver­zugs­zeit­raums bei der LBD ver­dien­te Ar­beits­ent­gelt muss sie sich gemäß § 11 Satz 1 Nr. 1 KSchG auf ih­ren Vergütungs­an­spruch an­rech­nen las­sen. Die An­rech­nung des an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes ist durch den zwi­schen den Par­tei­en ge­schlos­se­nen Ver­gleich nicht aus­ge­schlos­sen. Das er­gibt die Aus­le­gung der Ver­ein­ba­rung.

1. Der Ver­gleich ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin erst mit sei­ner ge­richt­li­chen Fest­stel­lung am 09.04.2014 wirk­sam ge­wor­den. Er be­inhal­tet die Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses und be­durf­te da­her gemäß § 623 1. Halbs. BGB der Schrift­form. Der vor­he­ri­ge Brief­wech­sel der Par­tei­en hat die ge­setz­li­che Schrift­form nicht ge­wahrt.

a) Nach § 126 Abs. 2 Satz 1 BGB ist es bei ei­nem Ver­trag zur Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Schrift­form er­for­der­lich, dass bei­de Ver­trags­par­tei­en den Ver­trags­text auf der­sel­ben Ur­kun­de un­ter­schrei­ben. Der ge­sam­te Ver­trags­in­halt muss durch die Un­ter­schrift bei­der Par­tei­en ge­deckt sein (Pa­landt/El­len­ber­ger BGB, 74. Aufl., 2015, § 126 Rn.13 m.w.N.).

b) Die Schrift­form ist vor ge­richt­li­cher Fest­stel­lung des Ver­gleichs nicht ein­ge­hal­ten wor­den. Die Be­klag­te hat ihr An­ge­bot aus dem Schrei­ben vom 17.12.2013 un­ter­schrie­ben und die Kläge­rin ih­re An­nah­me auf ei­nem an­de­ren Schrei­ben vom 10.01.2014 erklärt. Zwar lässt § 126 Abs. 2 Satz 2 BGB es genügen, wenn über den Ver­trag meh­re­re gleich­lau­ten­de Ur­kun­den auf­ge­nom­men wer­den und je­de Par­tei die für die an­de­re Par­tei be­stimm­te Ur­kun­de un­ter­zeich­net. Es reicht aber nicht aus, wenn ei­ne der un­ter­schrie­be­nen Ur­kun­den nur die Wil­lens­erklärung ei­ner Par­tei enthält und sich die Wil­lensübe­rein­stim­mung erst aus der Zu­sam­men­fas­sung bei­der Ur­kun­den er­gibt (BGH 18.10.2000 - XII ZR 179/98 - ju­ris). Ein Ver­trags­schluss durch Brief­wech­sel oder ein sons­ti­ger Aus­tausch ein­sei­ti­ger Erklärun­gen würde ei­ner ge­willkürten Schrift­form genügen (§ 127 Abs. 2 Satz 1 BGB), nicht aber der ge­setz­li­chen Schrift­form (§ 126 Abs. 2 Satz 1 BGB).

2. Die in dem Ver­gleich vom 09.04.2014 ge­trof­fe­ne Ver­ein­ba­rung zur Vergütungs­ab­rech­nung ist als All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung i.S.d. § 305 Abs. 1 BGB in den Auf­he­bungs­ver­trag ein­be­zo­gen wor­den.

a) Nach § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB sind All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen al­le für ei­ne Viel­zahl von Verträgen vor­for­mu­lier­ten Ver­trags­be­din­gun­gen, die ei­ne Ver­trags­par­tei (Ver­wen­der) der an­de­ren Ver­trags­par­tei bei Ab­schluss des Ver­trags stellt. All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen lie­gen nach § 305 Abs. 1 Satz 3 BGB nicht vor, so­weit die Ver­trags­be­din­gun­gen zwi­schen den Ver­trags­par­tei­en im Ein­zel­nen aus­ge­han­delt sind.

b) Hier­nach han­delt es sich bei der in dem Ver­gleich ver­ein­bar­ten Re­ge­lung zur Vergütungs­ab­rech­nung um ei­ne All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gung. Die Be­klag­te hat mit Un­ter­brei­tung des Ver­gleichs­vor­schlags durch Schrei­ben vom 17.12.2013 klar­ge­stellt, dass sie grundsätz­li­che Über­le­gun­gen an­ge­stellt hat, wie die "zahl­rei­chen noch anhängi­gen Recht­strei­te durch Ver­gleich be­en­det wer­den könn­ten", und mit­ge­teilt, dass sie die "Pa­ra­me­ter des Ver­gleichs­an­ge­bots ... bei al­len ver­gleich­ba­ren Fällen glei­cher­maßen zu Grun­de ge­legt" hat. Sie hat mit­hin das Ver­gleichs­an­ge­bot in ei­ner Viel­zahl von Fällen ver­wandt. Die Be­din­gun­gen des Ver­gleichs sind von ihr ge­stellt. Sie hat mit Ih­rem An­ge­bot aus­drück­lich auch dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das Ver­gleichs­an­ge­bot "aus Gleich­be­hand­lungs­grundsätzen" nicht nach­ver­han­delt, son­dern nur an­ge­nom­men oder ab­ge­lehnt wer­den könne (vgl. eben­so LAG Düssel­dorf 18.03.2015 - 12 Sa 64/15 -).

3. All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen sind nach ih­rem ob­jek­ti­ven In­halt und ty­pi­schen Sinn ein­heit­lich so aus­zu­le­gen, wie sie von verständi­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern un­ter Abwägung der In­ter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se be­tei­lig­ten Ver­kehrs­krei­se ver­stan­den wer­den, wo­bei die Verständ­nismöglich­kei­ten des durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zu­grun­de zu le­gen sind (st. Rspr. z.B. BAG 16.04.2015 - 6 AZR 352/14 - ju­ris Rn. 25).

4. In An­wen­dung die­ses ob­jek­ti­ven Aus­le­gungs­maßstabs er­gibt sich zur Über­zeu­gung der Kam­mer, dass ei­ne An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes der Kläge­rin grundsätz­lich statt­fin­det.

a) Nach § 11 Nr. 1 KSchG, § 615 Satz 2 BGB muss sich der Ar­beit­neh­mer an­rech­nen las­sen, was er durch an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung sei­ner Diens­te er­wor­ben hat. Die Re­ge­lung ist ab­ding­bar (BAG 10.01.2007 - 5 AZR 84/06 - AP Nr 6 zu § 611 BGB Ru­hen des Ar­beits­verhält­nis­ses). Die Ab­be­din­gung muss grundsätz­lich zwei­fels­frei ver­ein­bart sein (BAG 06.02.1964 - 5 AZR 93/63 - AP Nr. 24 zu § 615 BGB; ErfK/Preis, 15. Aufl., 2015, § 615 BGB Nr. 86; Pa­landt/Wei­den­kaff BGB, 74. Aufl., 2015, § 615 Rn. 6). Bei der Aus­le­gung All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen ge­hen al­ler­dings nach der Un­klar­hei­ten­re­gel des § 305c Abs. 2 BGB Zwei­fel zu Las­ten des Ver­wen­ders. Vor­aus­set­zung für die An­wen­dung der Norm ist, dass nach Ausschöpfung der Aus­le­gungs­me­tho­den ein nicht be­heb­ba­rer Zwei­fel be­steht. Die An­wen­dung des § 305c Abs. 2 BGB setzt vor­aus, dass die Aus­le­gung ei­ner ein­zel­nen AGB-Be­stim­mung min­des­tens zwei Er­geb­nis­se als ver­tret­bar er­schei­nen lässt und von die­sen kei­nes den kla­ren Vor­zug ver­dient. Es müssen "er­heb­li­che Zwei­fel" an der rich­ti­gen Aus­le­gung be­ste­hen. Die ent­fern­te Möglich­keit, zu ei­nem an­de­ren Er­geb­nis zu kom­men, genügt für die An­wen­dung der Be­stim­mung nicht (BAG 17.04.2013 - 10 AZR 281/12 - NZA 2013, 787 Rn. 12). Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind nicht ge­ge­ben. Zur Über­zeu­gung der Kam­mer führt die vor­zu­neh­men­de Aus­le­gung zu ei­nem ein­deu­ti­gen Aus­le­gungs­er­geb­nis (eben­so LAG Düssel­dorf 18.03.2015 - 12 Sa 64/15 - ).

b) Der Wort­laut der Ver­ein­ba­rung und die Be­gleit­umstände, die zum Ab­schluss des Ver­gleichs geführt ha­ben, be­le­gen, dass die An­rech­nung zum Ver­trags­in­halt ge­wor­den ist.

aa) Die Par­tei­en ha­ben im Ver­gleich kei­nen aus­drück­li­chen Aus­schluss der An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst ver­ein­bart, wie dies bei Auf­he­bungs­verträgen im­mer wie­der ge­schieht.

bb) Un­ter Zif­fer 2 des Ver­gleichs wur­de die Ab­rech­nung des Ar­beits­verhält­nis­ses vor­ge­se­hen und die Aus­zah­lung für die "sich hier­aus er­ge­ben­den Net­to­lohn­ansprüche" fest­ge­schrie­ben. Im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch be­deu­tet "ab­rech­nen": Re­chen­schaft ab­le­gen, ei­ne Rech­nung auf­stel­len und be­zah­len. Die Ab­rech­nung des Ar­beits­verhält­nis­ses meint mit­hin die Auf­stel­lung der sich aus dem Ar­beits­verhält­nis er­ge­ben­den ge­setz­li­chen, ta­rif­li­chen und ver­trag­li­chen Ansprüche. Auch in der Recht­spre­chung wird der Be­griff der Ab­rech­nung im Sin­ne von "mit je­man­dem ei­ne Geld­an­ge­le­gen­heit in Ord­nung zu brin­gen" ver­stan­den (vgl. BAG 05.09.2002 - 8 AZR 702/01 - NZA 2003,973; LAG Köln 28.10.1994 - 13 Sa 807/94 - NZA 1995,739). Ei­ne Ab­rech­nung be­trifft da­her von ih­rer Wort­be­deu­tung her die tatsächlich be­ste­hen­den Ansprüche (vgl. BAG 19.05.2004 - 5 AZR 434/03 - AP Nr. 108 zu § 615 BGB). Sie zielt auf ei­ne Be­rech­nung nach den außer­halb des Ver­gleichs auf­zu­fin­den­den, von ihm un­abhängig an­zu­wen­den­den Rechts­nor­men (vgl. BAG 19.05.2004 - 5 AZR 434/03 - a.a.O.). Zu die­sen Rechts­nor­men gehört zwei­fels­frei aber auch die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst nach § 11 Nr. 1 KSchG, § 615 Satz 2 BGB.

cc) Übli­cher­wei­se wird zwar in der­ar­ti­gen Ver­glei­chen ei­ne "ord­nungs­gemäße" Ab­rech­nung ver­ein­bart. Aus dem Feh­len des Zu­sat­zes er­gibt sich je­doch kein An­halts­punkt dafür, dass die Par­tei­en kei­ne An­rech­nung an­der­wei­ti­gen Ver­diens­tes vor­se­hen woll­ten. Das Wort "ord­nungs­gemäß" un­ter­streicht nur, wie die Ab­rech­nung vor­zu­neh­men ist, oh­ne sie als sol­che in Fra­ge zu stel­len. Oh­ne wei­te­re kon­kre­te Re­ge­lun­gen hat es nur de­kla­ra­to­ri­sche Be­deu­tung, da es sich grundsätz­lich von selbst ver­steht, dass ei­ne vor­zu­neh­men­de Ab­rech­nung den ge­setz­li­chen Vor­ga­ben ent­spre­chen soll.

dd) So­weit in Nr. 2 des Ver­gleichs an­ge­ge­ben ist, dass die Ab­rech­nung auf der Ba­sis des Mo­nats­ge­halts zum Zeit­punkt der Sch­ließung zuzüglich ver­trag­li­cher Son­der­zah­lun­gen nach dem Stand zum Zeit­punkt der Sch­ließung er­folgt, ist nur die Höhe der ab­zu­rech­nen­den Vergütung fest­ge­legt wor­den. Nichts an­de­res er­gibt sich dar­aus, dass die Net­to­lohn­ansprüche aus­zu­zah­len sind. Nach dem kla­ren Wort­laut sol­len nur die sich aus der Ab­rech­nung er­ge­ben­den Net­to­lohn­ansprüche aus­ge­zahlt wer­den.

ee) Auch aus dem letz­ten Halb­satz von Nr. 2 des Ver­gleichs, in dem es heißt, dass die Aus­zah­lung an die Kläger­sei­te nicht er­folgt, so­weit Ansprüche auf Drit­te, ins­be­son­de­re So­zi­al­ver­si­che­rungs­träger über­ge­gan­gen sind, kann nicht der Um­kehr­schluss ge­zo­gen wer­den, dass ei­ne An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst aus­schei­det. In dem ge­nann­ten Halb­satz wird die Aus­zah­lung ei­nes an sich be­ste­hen­den Net­to­lohn­an­spruchs ge­re­gelt. Die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst er­for­dert kei­ne be­son­de­re Erklärung und ist kei­ne Auf­rech­nung, der An­spruch auf den An­nah­me­ver­zugs­lohn wird viel­mehr au­to­ma­tisch kraft Ge­set­zes gekürzt (Pa­landt/Wei­den­kaff BGB, 74. Aufl., 2015, § 615 Rn. 18; ErfK/Preis, 15. Aufl., 2015 § 615 BGB Rn. 83). Es ent­steht da­mit von vorn­her­ein kein un­gekürz­ter An­nah­me­ver­zugs­lohn­an­spruch, der zur Aus­zah­lung an­ste­hen könn­te. Das Pro­blem der An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst stellt sich bei der Fra­ge der Ab­rech­nung und nicht bei der Aus­zah­lung. Ent­spre­chend ist es nur kon­se­quent, dass es dort nicht erwähnt wor­den ist.

ff) Der Ver­gleich geht auch im Übri­gen da­von aus, dass ei­ne An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst statt­fin­det. Nach sei­ner Nr. 3 wer­den die Leis­tun­gen zur be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung von der Be­klag­ten nach­ver­si­chert. So­weit es sich um Dif­fe­renz­lohn­ansprüche han­delt, ist die zu vergüten­de Dif­fe­renz die Be­mes­sungs­grund­la­ge. Es liegt nicht na­he, die An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes bei der Be­rech­nung des An­nah­me­ver­zugs zu ver­mei­den, um sie dann für die Nach­ver­si­che­rung der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung doch wie­der durch­zuführen. Nr. 3 des Ver­gleichs re­gelt für die Nach­ver­si­che­rung nach ih­rem Wort­laut auch nicht ei­ne ei­ge­ne, nur dafür an­zu­stel­len­de, d.h. hy­po­the­ti­sche Dif­fe­renz­be­rech­nung, son­dern setzt vor­aus, dass es sich bei den von der Be­klag­ten zu leis­ten­den Nach­zah­lun­gen um Dif­fe­renz­lohn­ansprüche han­delt. Satz 2 von Nr. 3 lau­tet ein­gangs: "So­weit es sich um Dif­fe­renz­lohn­ansprüche han­delt, . . ." und am En­de wird aus­geführt, dass die Be­mes­sungs­grund­la­ge "die von der Be­klag­ten zu vergüten­de Dif­fe­renz" ist. Der Ver­gleich geht mit­hin er­kenn­bar da­von aus, dass es ei­ne durch die Be­klag­te zu vergüten­de oder zu be­zah­len­de Dif­fe­renz gibt, d.h. der An­nah­me­ver­zugs­lohn auch in ei­nem Dif­fe­renz­lohn­an­spruch auf­grund an­zu­rech­nen­den Zwi­schen­ver­diens­tes be­ste­hen kann. Dies ent­spricht der ty­pi­sier­ten In­ter­es­sen­la­ge der be­tei­lig­ten, durch­schnitt­li­chen Ver­trags­part­ner des Ver­gleichs (vgl. LAG Düssel­dorf 18.03.2015 - 12 Sa 64/15 -).

gg) Wei­ter­hin folgt aus dem Schrift­wech­sel der Par­tei­en vor der ge­richt­li­chen Fest­stel­lung des Ver­gleichs aus verständi­ger Sicht ei­nes durch­schnitt­li­chen Ar­beit­neh­mers, dass ei­ne An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst statt­fin­det und die­se von dem Ver­gleich vor­aus­ge­setzt wird.

(1) Un­ge­ach­tet der be­ste­hen­den ge­setz­li­chen Form­vor­schrift kann der vor­be­rei­ten­de Schrift­wech­sel der Par­tei­en bei der Aus­le­gung des Ver­gleichs berück­sich­tigt wer­den. Form­vor­schrif­ten be­schränken bei form­bedürf­ti­gen Rechts­geschäften nicht die für die Aus­le­gung der Wil­lens­erklärun­gen zu berück­sich­ti­gen Umstände (BAG 17.07.2007 - 6 AZR 774/06 - AP Nr. 18 zu § 35 Gmb­HG). Außer­halb der Ur­kun­de lie­gen­de Umstände dürfen berück­sich­tigt wer­den, wenn der ein­schlägi­ge rechts­geschäft­li­che Wil­le der Par­tei­en in der form­ge­rech­ten Ur­kun­de ei­nen, wenn auch nur un­voll­kom­me­nen oder an­deu­tungs­wei­sen Aus­druck ge­fun­den hat (BAG 17.07.2007 - 6 AZR 774/06 - a.a.O.). So ist es im Streit­fall, denn die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst wird im Ver­gleich vor­aus­ge­setzt.

(2) Die Tat­sa­che, dass der An­nah­me­ver­zugs­lohn auch ein Dif­fe­renz­lohn sein kann, wird schon in dem An­ge­bots­schrei­ben der Be­klag­ten vom 17.12.2013 im Zu­sam­men­hang mit § 12 Satz 4 KSchG an­ge­spro­chen, oh­ne dass er­kenn­bar ist, dass die Be­klag­te im Ver­gleichs­we­ge nicht nur hin­sicht­lich der Ab­fin­dung, son­dern auch in­so­weit zu ei­nem Zu­geständ­nis be­reit war. Wenn es dar­in heißt, der Ver­gleichs­vor­schlag er­fol­ge, um "die­ses Pro­ze­de­re zu ver­mei­den . . .", ist da­mit nicht das aufwändi­ge Ver­fah­ren ei­ner Dif­fe­renz­lohn­be­rech­nung ge­meint, son­dern ei­ne et­wai­ge Ver­wei­ge­rungs­erklärung gemäß § 12 Satz 1 KSchG und die Fol­ge, dass dann An­nah­me­ver­zugs­lohn­ansprüche nur für die Zeit zwi­schen der Ent­las­sung und dem Ein­tritt in das neue Ar­beits­verhält­nis (§ 12 Satz 4 KSchG) be­ste­hen (vgl. zum Par­al­lel­fall LAG Düssel­dorf vom 18.03.2015 - 12 Sa 64/15 -).

(3) Die Be­klag­te hat wei­ter mit Schrei­ben vom 14.01.2014 klar­stel­lend dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Ab­rech­nung der Vergütungs­ansprüche ent­spre­chend den ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen des § 11 KSchG bzw. § 615 Abs. 2 BGB er­fol­ge, und zu­gleich den per­so­na­li­sier­ten Ver­gleichs­text im Ent­wurf vom 14.01.2014 an die Ver­tre­te­rin der Kläge­rin über­sandt. Die­se hat mit Schrei­ben vom 21.01.2014 der Fest­stel­lung des Ver­gleichs gemäß dem vor­ge­leg­ten Ent­wurf zu­ge­stimmt. Die Aus­le­gung des Schrei­bens aus der Sicht ei­nes verständi­gen und ob­jek­ti­ven Empfängers er­gibt, dass die Kläge­rin da­mit nicht nur dem bloßen Ver­gleichs­text, son­dern auch der An­ga­be in dem Schrei­ben vom 14.01.2014 be­tref­fend die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst zu­ge­stimmt hat. Zwar hat die Kläge­rin aus­drück­lich nur auf den "zwi­schen den Par­tei­en durch mei­ne An­nah­me­erklärung vom 10.01.2014 zu­stan­de ge­kom­me­nen Ver­gleich" Be­zug ge­nom­men, d.h. kei­ne Erklärung zu der an­ge­spro­che­nen An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst ab­ge­ge­ben, dies ändert aber nichts dar­an, dass die Be­klag­te die Ant­wort red­li­cher Wei­se nur so ver­ste­hen durf­te, dass die Kläge­rin mit die­sem Ver­gleich ein­ver­stan­den ist und ihm da­bei das glei­che Verständ­nis bei­legt (eben­so LAG Düssel­dorf 18.03.2015 - 12 Sa 64/15). Die Zu­stim­mung zum Ent­wurf vom 14.01.2014 steht nämlich nicht iso­liert. Viel­mehr be­zieht sich die Kläge­rin in Ih­rer Ant­wort ein­gangs aus­drück­lich auf den Ent­wurf des Schrift­sat­zes vom 14.01.2014. Sie hat die­sen Schrift­satz mit­hin er­hal­ten und zur Kennt­nis ge­nom­men, oh­ne den dor­ti­gen An­ga­ben zu wi­der­spre­chen. Ihr war da­mit klar, wel­ches Verständ­nis die Be­klag­te zur An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst hat­te und sie hat kom­men­tar­los ihr Ein­verständ­nis mit dem Ver­gleichs­ent­wurf bestätigt. Dies konn­te und durf­te die Be­klag­te so ver­ste­hen, dass die Kläge­rin mit dem Ver­gleich ein­sch­ließlich der Klar­stel­lung des an­zu­rech­nen­den Zwi­schen­ver­diens­tes ein­ver­stan­den ist. Dies gilt erst recht, weil die­se An­rech­nung sich - wie aus­geführt - be­reits aus dem Ver­gleich selbst in Nr. 2 er­gibt und in Nr. 3 vor­aus­ge­setzt wird. Es han­delt sich da­mit auch nicht um ein Schwei­gen der Kläge­rin, son­dern um ei­ne zu­min­dest kon­klu­den­te Zu­stim­mung zu dem Ver­gleichs­ent­wurf ein­sch­ließlich der Klar­stel­lung in dem Schrei­ben vom 14.01.2014.

5. Wenn kei­ne All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen vorlägen und des­halb ein kon­kre­ter Aus­le­gungs­maßstab an­zu­wen­den wäre, ergäbe sich nichts an­de­res. Die An­for­de­run­gen an den Aus­schluss der An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst wären in die­sem Fall we­gen Nicht­an­wend­bar­keit der Un­klar­hei­ten­re­ge­lung des § 305c Abs. 2 BGB höher und ei­ne zwei­fels­freie Ver­ein­ba­rung des Aus­schlus­ses wäre mit dem Ar­beits­ge­richt an­ge­sichts der obi­gen Erwägun­gen erst recht ab­zu­leh­nen.

6. Ist nach al­le­dem die An­rech­nung von Zwi­schen­ver­dienst nicht aus­ge­schlos­sen - für ein treu­wid­ri­ges Ver­hal­ten der Be­klag­ten feh­len jeg­li­che An­halts­punk­te -, re­du­ziert sich der An­nah­me­ver­zugs­lohn­an­spruch der Kläge­rin um 21.558,50 € brut­to. Den der Höhe nach un­strei­ti­gen Ver­dienst, den die Kläge­rin aus­ge­hend von der mit der Be­klag­ten ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit von 12 Wo­chen­stun­den in den Jah­ren 2012 und 2013 bei der LBG er­zielt hat, muss sie sich an­rech­nen las­sen.

a) Der Ar­beit­neh­mer hat sich al­ler­dings nicht je­den im Ver­zugs­zeit­raum er­ziel­ten Ver­dienst an­rech­nen las­sen. Nach ein­hel­li­ger Mei­nung muss der an­der­wei­ti­ge Er­werb kau­sal durch das Frei­wer­den der Ar­beits­kraft ermöglicht wor­den sein und dar­auf be­ru­hen. An­halts­punk­te hierfür können sich so­wohl aus ob­jek­ti­ven als auch aus sub­jek­ti­ven Umständen er­ge­ben (vgl. BAG 06.09.1990 - 2 AZR 165/90 - AP Nr. 47 zu § 615 BGB).

b) Die Tätig­keit der Kläge­rin bei der LBG ist kau­sal durch das Frei­wer­den von der Ar­beits­leis­tung bei der Be­klag­ten ermöglicht wor­den. Das zeigt be­reits der Um­stand, dass die Ar­beits­zei­ten bei der Be­klag­ten mit den bei der neu­en Ar­beit­ge­be­rin na­he­zu de­ckungs­gleich wa­ren. Die Kläge­rin hat mon­tags bis mitt­wochs je­weils vor­mit­tags ge­ar­bei­tet. Hin­zu kommt, dass sie nach ih­ren ei­ge­nen An­ga­ben aus fa­mi­liären Gründen nur in die­ser Zeit ar­bei­ten konn­te. Die Auf­nah­me der neu­en Tätig­keit war da­mit ein Er­satz für das bis­he­ri­ge Ar­beits­verhält­nis.

III. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist un­be­gründet. Der Kläge­rin steht ein An­spruch ge­gen die Be­klag­te auf Zah­lung von 6.127,61 € brut­to gemäß § 611 Abs. 1 BGB i.V.m. § 615 Satz 1 BGB zu. Den der Höhe nach un­strei­ti­gen "Mehr­ver­dienst", den die Kläge­rin bei ih­rer neu­en Ar­beit­ge­be­rin er­hal­ten hat, weil sie statt der bei der Be­klag­ten ge­leis­te­ten 12 St­un­den pro Wo­che wöchent­lich 17 St­un­den ge­ar­bei­tet hat, muss sie sich gemäß § 11 Nr. 1 KSchG nicht an­rech­nen las­sen.

1. Die Be­klag­te ist der Auf­fas­sung, aus der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zum Kau­sa­litätser­for­der­nis fol­ge, dass der ge­sam­te Ver­dienst, der kau­sal durch das Frei­wer­den der Ar­beits­kraft er­zielt wer­de, mit­hin auch der Ver­dienst für zusätz­lich ge­leis­te­te Ar­beits­stun­den der An­rech­nung un­ter­lie­ge. Dem folgt die Be­ru­fungs­kam­mer nicht.

2. Der Be­klag­ten ist al­ler­dings zu­zu­ge­ste­hen, dass es der Kläge­rin ne­ben der Tätig­keit bei ihr kaum möglich ge­we­sen wäre, bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber fünf Wo­chen­stun­den zusätz­lich zu ar­bei­ten. Bei der Fest­stel­lung der er­for­der­li­chen Kau­sa­lität ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf die kon­kre­ten Umstände des Ein­zel­fal­les ab­zu­stel­len (BAG 06.09.1990 - 2 AZR 165/90 - AP Nr. 47 zu § 615 BGB). Die Kläge­rin hat nach ih­rem ei­ge­nen Vor­trag don­ners­tags und frei­tags we­gen ih­rer pfle­ge­bedürf­ti­gen Toch­ter nicht ar­bei­ten können und ih­re Ar­beits­zeit war vor die­sem Hin­ter­grund auch von mon­tags bis mitt­wochs auf die Zeit bis max. 14:40 Uhr be­schränkt. Schon aus zeit­li­chen Gründen kam da­mit ein zwei­tes Ar­beits­verhält­nis bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber mit fünf Wo­chen­stun­den nicht in Be­tracht, so­dass kein Zwei­fel dar­an be­steht, dass auch die Ab­leis­tung der zusätz­li­chen fünf Wo­chen­stun­den bei der neu­en Ar­beit­ge­be­rin erst durch das Frei­wer­den ih­rer Ar­beits­kraft bei der Be­klag­ten ermöglicht wor­den ist und da­mit auch in­so­weit ein Kau­sal­zu­sam­men­hang be­steht.

3. Den­noch geht die er­ken­nen­de Kam­mer da­von aus, dass ei­ne be­ste­hen­de Kau­sa­lität nicht zwangsläufig zur vollständi­gen An­rech­nung führt.

a) Be­reits das Reichs­ge­richt hat in sei­nem Ur­teil vom 12.07.1904 (RGZ 58, 402, 404) aus­geführt, an­rech­nungs­pflich­tig sei nur der­je­ni­ge Ver­dienst, den der Dienst­pflich­ti­ge durch an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung des­je­ni­gen Teils sei­ner Ar­beits­kraft er­wer­be, wel­chen er dem Dienst­herrn zur Verfügung zu stel­len ver­pflich­tet ge­we­sen sei. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt ist dem in sei­ner Ent­schei­dung vom 01.03.1958 (- 2 AZR 533/55 - AP Nr. 1 zu § 9 KSchG) ge­folgt. Es hat er­wo­gen, ei­ne An­rech­nung aus­zu­sch­ließen, wenn das an­der­wei­ti­ge Ein­kom­men durch Über­stun­den er­zielt wur­de. Die­se Recht­spre­chung hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt in der Ent­schei­dung vom 14.08.1974 (- 5 AZR 497/73 - AP Nr. 3 zu § 13 KSchG) fort­geführt. Da­nach bleibt während der Dau­er des An­nah­me­ver­zu­ges ein Ne­ben­ver­dienst in­so­weit un­berück­sich­tigt, wie er auch bei Erfüllung der ar­beits­ver­trag­li­chen Pflich­ten möglich ge­we­sen wäre. Wird der Ver­dienst durch Ar­beits­leis­tun­gen in der ei­gent­lich frei­en Zeit er­zielt, so un­ter­liegt er nicht der An­rech­nung.

b) In sei­ner Ent­schei­dung vom 06.09.1990 (- 2 AZR 165/90 - a.a.O.), auf die die Be­klag­te aus­drück­lich Be­zug nimmt, hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt sich dem recht­li­chem An­satz an­ge­schlos­sen und fest­ge­stellt, dass der an­der­wei­ti­ge Er­werb kau­sal durch das Frei­wer­den der Ar­beits­kraft ermöglicht wor­den sein muss. Aus­ge­hend von die­sem Grund­satz hat es ge­prüft, ob sich ein ge­ringfügig beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer auf die Vergütung die Einkünf­te aus ei­nem an­de­ren, im Ver­zugs­zeit­raum auf­ge­nom­me­nen ge­ringfügi­gen Ar­beits­verhält­nis an­rech­nen las­sen muss. Da die Kläge­rin in dem da­ma­li­gen Streit­fall wohl ei­ne in zeit­li­cher Hin­sicht iden­ti­sche Tätig­keit während des An­nah­me­ver­zugs aus­geübt hat, kam es in die­sem Fall auf die hier strei­ti­ge Fra­ge zusätz­lich ge­leis­te­ter Ar­beits­stun­den al­ler­dings nicht an.

c) Ob sich ein Ar­beit­neh­mer während des An­nah­me­ver­zugs auch die durch zusätz­li­che Ar­beits­stun­den er­ziel­te Vergütung an­rech­nen las­sen muss, ist - so­weit er­sicht­lich - bis­lang aus­drück­lich noch nicht vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­den wor­den. Im Schrift­tum wird im An­schluss an die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ver­tre­ten, der An­rech­nung un­ter­lie­ge nur, was der Dienst­ver­pflich­te­te durch an­der­wei­ti­ge Ver­wer­tung des­je­ni­gen Teils sei­ner Ar­beits­kraft er­wirbt, den er dem Dienst­herrn zur Verfügung zu stel­len ver­pflich­tet war, um die rea­le Dienst­leis­tung zu er­brin­gen (Stau­din­ger/Ri­char­di/Fi­schin­ger BGB § 615 Rn. 162). Der Um­fang der An­rech­nung be­stim­me sich da­bei nach der für den Ar­beit­neh­mer beim al­ten Ar­beit­ge­ber maßge­ben­den Ar­beits­zeit (ErfK/Kiel, 15. Aufl., 2015, § 11 KSchG Rn. 5; eben­so KR-Spil­ger, 10. Aufl., 2013, § 11 KSchG Rn. 34 m.w.N.).

d) Die­ser Auf­fas­sung schließt sich die Be­ru­fungs­kam­mer an. Sie folgt in­so­weit der Be­gründung des Ar­beits­ge­richts und geht mit ihm da­von aus, dass nur die­ses Verständ­nis dem Sinn und Zweck der An­rech­nungs­vor­schrif­ten §§ 11 Nr. 1 KSchG, 615 Satz 2 BGB ge­recht wird. Die­se Vor­schrif­ten sol­len gewähr­leis­ten, dass der Ar­beit­neh­mer aus dem An­nah­me­ver­zug kei­nen fi­nan­zi­el­len Vor­teil zieht. Er soll nicht mehr er­hal­ten, als er bei nor­ma­ler Ab­wick­lung des Ar­beits­verhält­nis­ses er­hal­ten hätte (vgl. BAG 06.09.1990 - 2 AZR 165/90 - a.a.O. m.w.N.). Ent­spre­chend soll auch die Ge­samt­be­rech­nung aus Gründen der Bil­lig­keit si­cher­stel­len, dass der Ar­beit­neh­mer aus der an­der­wei­ti­gen Ver­wen­dung sei­ner Diens­te kei­nen Ge­winn auf Kos­ten des Ar­beit­ge­bers ma­chen kann. An­ge­sichts des ho­hen Ge­rech­tig­keits­ge­halts der Vor­schrift muss an­de­rer­seits dann aber auch gel­ten, dass der Ar­beit­neh­mer durch die An­rech­nung kei­nen Nach­teil er­lei­den darf (vgl. ErfK/Preis, 15. Aufl., 2015, § 615 BGB Rn. 90). Er ist so zu stel­len, als ob das Ar­beits­verhält­nis nor­mal wei­ter­geführt wor­den wäre. Ar­bei­tet der Ar­beit­neh­mer des­halb länger als bei sei­nem bis­he­ri­gen Ar­beit­ge­ber und er­zielt er da­durch ei­nen höhe­ren Ver­dienst, er­scheint es nur an­ge­mes­sen, wenn der Mehr­ver­dienst ihm und nicht sei­nem Ar­beit­ge­ber zu Gu­te kommt.

e) Im Streit­fall hat die Kläge­rin die zusätz­li­chen Ar­beits­stun­den auch nur des­halb möglich ge­macht und auf sich ge­nom­men, weil die St­un­den­vergütung bei ih­rem neu­en Ar­beit­ge­ber ge­rin­ger war. Um in et­wa den glei­chen Ver­dienst zu er­rei­chen, sah sie sich ge­zwun­gen, länger zu ar­bei­ten. Die An­rech­nung auch die­ses zusätz­li­chen Ver­diens­tes würde da­zu führen, dass ih­re länge­re Ar­beits­zeit, die sie nach der Rechts­la­ge nicht hätte ver­ein­ba­ren müssen und zu der sie sich nur ge­zwun­gen sah, weil sie auf den Ver­dienst an­ge­wie­sen war und die Be­klag­te sie nicht wei­ter­beschäftigt hat, die­ser zu Gu­te käme. Ein sol­ches Er­geb­nis wäre nach Auf­fas­sung der Be­ru­fungs­kam­mer un­bil­lig.

Der Zins­an­spruch recht­fer­tigt sich aus §§ 288 Abs. 1, 286 Abs. 1 Satz 2 BGB.

B.

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG.

Die Kam­mer hat hin­sicht­lich des Um­fangs der An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes ei­ne ent­schei­dungs­er­heb­li­che Rechts­fra­ge von grundsätz­li­cher Be­deu­tung im Sin­ne des § 72 Abs. 2 Zif­fer 1 ArbGG be­jaht und ent­spre­chend hier­zu die Re­vi­si­on für die Be­klag­te zu­ge­las­sen.

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der be­klag­ten Par­tei nur zu der Fra­ge des Um­fangs der An­rech­nung des Zwi­schen­ver­diens­tes der Kläge­rin

RE­VISION

ein­ge­legt wer­den.

Für die kla­gen­de Par­tei ist kein Rechts­mit­tel ge­gen die­ses Ur­teil ge­ge­ben.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich oder in elek­tro­ni­scher Form beim

Bun­des­ar­beits­ge­richt

Hu­go-Preuß-Platz 1

99084 Er­furt

Fax: 0361 2636 2000

ein­ge­legt wer­den.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1.Rechts­anwälte,

2.Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,

3.Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

In den Fällen der Zif­fern 2 und 3 müssen die Per­so­nen, die die Re­vi­si­ons­schrift un­ter­zeich­nen, die Befähi­gung zum Rich­ter­amt ha­ben.

Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

Bezüglich der Möglich­keit elek­tro­ni­scher Ein­le­gung der Re­vi­si­on wird auf die Ver­ord­nung über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr beim Bun­des­ar­beits­ge­richt vom 09.03.2006 (BGBl. I Sei­te 519) ver­wie­sen.

* ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

Gött­ling

Fri­cke

Dah­men

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 1 Sa 194/15  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880