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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Abmahnung, Gleichbehandlungsgrundsatz
   
Gericht: Arbeitsgericht Düsseldorf
Akten­zeichen: 8 Ca 7883/12
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 04.09.2013
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen:
   

T a t b e s t a n d :

Die Par­tei­en strei­ten über ei­nen An­spruch der Kläge­rin auf Gleich­be­hand­lung.

Die Kläge­rin ist bei der Be­klag­ten, die ei­ne Wer­be­agen­tur be­treibt, seit 16 Jah­ren, zu­letzt als persönli­che As­sis­ten­tin der Geschäftsführung beschäftigt.

Seit 2009, d.h. seit drei Jah­ren brach­te die Kläge­rin ih­ren drei­bei­ni­gen, aus Russ­land stam­men­den Hund Ka­ya mit der Chip­num­mer 7. mit Er­laub­nis des da­ma­li­gen Geschäftsführers der Be­klag­ten mit in die Be­triebsräume der Be­klag­ten. Auch an­de­re Mit­ar­bei­ter der Be­klag­ten brin­gen ih­re Hun­de mit in die Agen­tur.

Ein ers­tes Gespräch, in dem das Ver­hal­ten des Hun­des the­ma­ti­siert wur­de, fand am 07.04.2011 statt. Un­ter der Ru­brik "PART II 360° Be­wer­tung" in dem am 15.04.2011 u.a. von der Kläge­rin un­ter­zeich­ne­ten "App­rai­sal" (Blatt 134 bis 136 der Ge­richts­ak­te) heißt es un­ter an­de­rem:

"D. soll­te sich ih­rer Rol­le als PA mehr be­wusst ma­chen: sie ist das "Vor­zim­mer" zu un­se­ren GFs und da­her soll­te es im­mer auf­geräumt und sau­ber sein und der Hund muss sich der Um­ge­bung an­pas­sen (kein Knur­ren, kein of­fe­nes Hun­de­fut­ter im Büro etc.)"

Un­ter der Ru­brik "Zie­le & Fel­der für D. w. Ent­wick­lung" in die­sem "App­rai­sal" heißt es dann wei­ter:

"GE­NE­RELL

-...

-Mit­tel­fris­ti­ges Ziel: Hund verhält sich so­zi­al kom­pa­ti­bel mit Mit­ar­bei­tern (bellt und knurrt nicht, wird nicht im Büro gefüttert)

Kon­kre­te Next Steps:

-...

-Tier­trai­ner für den Hund, der ins Büro kommt und dort die Si­tua­ti­on vor Ort ana­ly­siert und ver­bes­sert"

Mit Schrei­ben vom 16.11.2012 (Blatt 5 der Ge­richts­ak­te) teil­te die Be­klag­te der Kläge­rin Fol­gen­des mit:

"Lie­be D.,

hier­mit ver­bie­ten wir Dir, Dei­nen Hund ab dem 01.12.2012 in die Agen­tur mit­zu­brin­gen. Wir wol­len Dir mit die­sem Ter­min die Ge­le­gen­heit ge­ben, ei­ne Be­treu­ung für den Hund zu or­ga­ni­sie­ren.

Es tut uns leid, ei­ne sol­che Maßnah­me er­grei­fen zu müssen, aber die Gründe ha­ben wir be­reits ausführ­lich, u.a. am 10.10.2012 und 12.10.2012 be­spro­chen und wir se­hen ins­be­son­de­re aus Ver­ant­wor­tung ge­genüber den Kol­le­gen und Be­su­chern kei­ne al­ter­na­ti­ve Möglich­keit."

Die Kläge­rin ist der An­sicht, sie sei aus Gründen der Gleich­be­hand­lung be­rech­tigt, den Hund wei­ter­hin mit in die Büroräum­lich­kei­ten der Be­klag­ten zu brin­gen. Ein Sach­grund ihr zu ver­bie­ten, den Hund mit­zu­brin­gen, sei nicht ge­ge­ben. Die Kläge­rin be­haup­tet, der Hund sei nicht ver­hal­tens­auffällig und ha­be im letz­ten Jahr nie­man­den be­droht. Dass ihr Hund ver­hal­tens­un­auffällig sei, er­ge­be sich auch aus dem Gut­ach­ten des Lei­ters der Po­li­zei­dienst­hun­de­staf­fel W. G. We­gen des ge­nau­en In­halts die­ses Gut­ach­tens wird auf Blatt 86 bis 103 der Ge­richts­ak­te Be­zug ge­nom­men. Die Kläge­rin be­strei­tet, dass sich Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten von ih­rem Hund be­droht fühl­ten, und erklärt außer­dem aus­drück­lich, so­weit die von der Be­klag­ten be­nann­ten Zeu­gen sich be­droht fühl­ten, be­daue­re sie das und sie wer­de al­les tun, um das Gefühl zu be­sei­ti­gen. Die Kläge­rin ist des Wei­te­ren der An­sicht, die Be­klag­te han­de­le mit dem Ver­bot wi­dersprüchlich im Hin­blick auf ei­ne kon­klu­den­te Zu­sa­ge und die Ver­wir­kung des jetzt verfügten Ver­bots. Die Be­klag­te ha­be ihr drei Jah­re lang ge­stat­tet, den Hund mit­zu­brin­gen und da­mit auch ei­ne kon­klu­den­te Zu­sa­ge getätigt, wo­durch sie das Recht, ein Haus­ver­bot in Be­zug auf das Mitführen des Hun­des aus­zu­spre­chen, ver­wirkt ha­be. Wenn es aus Be­klag­ten­sicht zu­mut­bar ge­we­sen sei, den Hund seit April 2011, d.h. 20 Mo­na­te lang, im Büro zu be­las­sen, sei nicht zu er­ken­nen, wie sich die Be­sei­ti­gungs­verfügung vom 16.11.2012 recht­fer­ti­ge. Die Kläge­rin be­haup­tet, ei­ne ne­ga­ti­ve Ver­hal­tensände­rung des Hun­des seit dem 07.04.2011 ha­be es nicht ge­ge­ben. Die Kläge­rin meint außer­dem, da die Be­klag­te ihr ei­nen Ver­hal­tens­ver­s­toß vor­wer­fe, weil sie es un­ter­las­se ih­rem Hund deut­lich zu ver­mit­teln, dass sie das Sa­gen ha­be und dem Hund die ent­spre­chen­den Be­feh­le zu ge­ben, wäre vor Aus­spruch ei­nes Haus­ver­bo­tes als mil­de­res Mit­tel erst ein­mal ei­ne Ab­mah­nung aus­zu­spre­chen ge­we­sen. Das Haus­ver­bot sei da­her un­verhält­nismäßig und ihr sei ei­ne Chan­ce zu ge­ben, die Ver­hal­ten­s­an­for­de­run­gen der Be­klag­ten zu erfüllen.

Die Kläge­rin be­an­tragt,

1.die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihr zu­sam­men mit ih­rem Hund mit der Chip­num­mer 7. Zu­tritt zu den Büroräum­lich­kei­ten in der T. zu gewähren,

2.hilfs­wei­se, für den Fall des Un­ter­lie­gens mit dem Haupt­an­trag zu 1),

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihr Zu­tritt zu den Büroräum­lich­kei­ten in der T. im Bei­sein des Sach­verständi­gen, Lei­ter der Po­li­zei­dienst­hun­de­staf­fel W. für zwei Ta­ge von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu gewähren, um ein et­wai­ges ag­gres­si­ves ter­ri­to­ria­les Ver­hal­ten des im Haupt­an­trag ge­nann­ten Hun­des auf­zu­he­ben und ihr Ver­hal­tens­auf­la­gen zur ord­nungs­gemäßen Führung des Hun­des zu ge­ben,

3.höchst vor­sorg­lich, für den Fall des Un­ter­lie­gens mit dem Haupt­an­trag zu 1) und dem Hilfs­an­trag zu 2),

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihr Zu­tritt zu den Büroräum­lich­kei­ten in der T. mit der Maßga­be zu gewähren, dass der im Haupt­an­trag ge­nann­te Hund im Büro der Kläge­rin in ei­nem 1,20 m x 1,20 m Git­ter­lauf­stall ge­hal­ten wird und außer­halb des Büros von der Kläge­rin an ei­ner 1 m lan­gen Lei­ne geführt wird und ei­nen Maul­korb trägt. Die Kos­ten des Lauf­stalls und der Lauf­stall­in­stal­la­ti­on trägt die Kläge­rin.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Sie ist der An­sicht, sie sei be­rech­tigt, der Kläge­rin das Mit­brin­gen des Hun­des zu un­ter­sa­gen. Die Kläge­rin könne sich nicht auf ei­ne Un­gleich­be­hand­lung be­ru­fen, da in ih­rem Be­trieb kei­ne ver­gleich­ba­ren Umstände vorlägen. Mit den an­de­ren Hun­den, die ih­re Mit­ar­bei­ter mit in den Be­trieb bräch­ten, ha­be es in der Ver­gan­gen­heit nie ver­gleich­ba­re Pro­ble­me ge­ge­ben. Die Be­klag­te be­haup­tet, der Hund der Kläge­rin sei ver­hal­tens­auffällig und ag­gres­siv. Be­reits in dem Gespräch am 07.04.2011 sei das gefähr­li­che so­zia­le und ter­ri­to­ria­le Ver­hal­ten des Hun­des im Büro von ihr the­ma­ti­siert wor­den. Aber auch die Ein­schal­tung ei­nes Tier­trai­ners ha­be an dem Ver­hal­ten des Hun­des nichts geändert. Dies ha­be zur Fol­ge, dass die Tür zum Büro der Kläge­rin, in dem sich der Hund auf­hal­te, im­mer ge­schlos­sen ge­hal­ten wer­den müsse, wenn das Tier im Haus sei. In der Funk­ti­on der Kläge­rin als persönli­che As­sis­ten­tin der Geschäftsführer sei dies je­doch nicht trag­bar. Bis auf ei­ni­ge we­ni­ge Aus­nah­men las­se der Hund nie­man­den ins Büro. Un­ter­la­gen würden teil­wei­se un­ter der Tür durch­ge­scho­ben oder di­rekt bei den Geschäftsführern im Büro ab­ge­ge­ben, weil sich we­gen des ag­gres­si­ven Hun­des nie­mand traue, das Büro der Kläge­rin zu be­tre­ten. Die Be­klag­te meint, es sei ih­re Pflicht, den An­spruch ih­rer Mit­ar­bei­ter, an ih­rem Ar­beits­platz angst­frei ar­bei­ten zu können, im Rah­men ih­rer Fürsor­ge­pflicht durch­zu­set­zen. Die Be­klag­te be­haup­tet, im Ju­li 2012 sei­en die Zeu­gin I. Di­rec­tor Hu­man Re­sour­ces, und die Zeu­gin T., Ma­na­ger HR, auf dem Weg zu ei­nem Gespräch mit ih­rer Geschäftsführe­rin H. ge­we­sen und hätten sich bei der Kläge­rin an­mel­den wol­len, de­ren Tür of­fen ge­stan­den ha­be. Als die Zeu­gin­nen aus dem Fahr­stuhl ge­tre­ten sei­en, sei der Hund zähne­flet­schend und knur­rend schnell auf bei­de zu­ge­lau­fen und ha­be da­bei so gefähr­lich ge­wirkt, dass bei­de zurück in den Fahr­stuhl hätten ren­nen müssen. Be­son­ders ag­gres­siv sei der Hund ge­genüber ih­rem Geschäftsführer K. der we­der in das Büro sei­ner Se­kretärin noch oh­ne Ge­fahr über den Flur ge­hen könne, da der Hund ihn je­des Mal zähne­flet­schend an­k­nur­re. Ca. zwei­mal pro Wo­che müsse Herr K. sei­ne persönli­che As­sis­ten­tin über den Flur hin­weg bit­ten, den Hund vom Flur zu ru­fen bzw. zu ent­fer­nen, da­mit er die Ab­tei­lung Krea­ti­on über­haupt ver­las­sen könne. Im Ju­ni/Ju­li 2011 sei die Zeu­gin T. auf der drit­ten Eta­ge in Rich­tung des Büros der Kläge­rin ge­gan­gen. Der Hund der Kläge­rin ha­be vor der Bürotür auf dem Flur ge­le­gen und sie an­ge­knurrt. Sie ha­be die Kläge­rin ge­be­ten, den Hund her­ein zu ru­fen. Die­ser
Auf­for­de­rung sei die Kläge­rin erst nach ei­ner un­freund­li­chen Be­mer­kung (Du hast die fal­schen Schu­he an) nach­ge­kom­men. Ein der­ar­ti­ger Vor­fall ha­be sich we­ni­ge Ta­ge später wie­der­holt. We­gen die­ses Er­leb­nis­ses gin­ge die Zeu­gin T. nicht mehr auf die drit­te Eta­ge, son­dern bit­te die dort täti­gen Kol­le­gen zu Be­spre­chun­gen zu ihr auf die vier­te Eta­ge zu kom­men. Der Zeu­ge L., der für die War­tung der Rech­ner und die In­stal­la­ti­ons­ar­bei­ten an Com­pu­tern zuständig sei, er­le­di­ge die­se Ar­bei­ten in der Re­gel, wenn die Mit­ar­bei­ter/in­nen nicht an ih­rem Ar­beits­platz sei­en, was im Fal­le der Kläge­rin nicht möglich sei. Als sie nicht im Raum ge­we­sen sei und der Zeu­ge L. die Bürotür geöff­net ha­be, sei der Hund der Kläge­rin auf­ge­sprun­gen, ha­be ge­bellt und sei in Rich­tung der geöff­ne­ten Tür ge­rannt. Der Hund ha­be deut­lich ge­macht, dass er ge­willt sei an­zu­grei­fen, falls der Zeu­ge L. nicht so­fort das Büro ver­las­se. Für den Zeu­gen L. sei es im­mer wie­der mit Schre­cken ver­bun­den, wenn er das Büro der Kläge­rin be­tre­ten müsse, denn der Hund fin­ge so­fort an zu knur­ren oder zu bel­len und er­he­be sich bis die Kläge­rin ihn mit Nach­druck in sei­ne Ecke ver­wei­se, wo der Hund oft wei­ter knur­re. Es sei dem Zeu­gen L. unmöglich, sich bei der Ar­beit si­cher zu fühlen, da er da­bei dem Hund den Rücken zu­wen­den müsse.

Im Rah­men des jähr­li­chen Mit­ar­bei­ter­gesprächs wer­de für je­den Mit­ar­bei­ter ein so­ge­nann­tes "360° Feed­back" von ca. zehn Kol­le­gen zu neu­tral for­mu­lier­ten Fra­gen ein­ge­holt. Die ab­ge­ge­be­nen State­ments sei­en im Mit­ar­bei­ter­gespräch mit der Kläge­rin be­spro­chen wor­den, oh­ne dass das zu ei­ner Ein­sicht der Kläge­rin geführt ha­be. Die für das Mit­ar­bei­ter­gespräch 2012 ein­ge­hol­ten State­ments zeig­ten, dass die im Vor­jahr ver­ein­bar­ten Maßnah­men in kei­ner Wei­se den gewünsch­ten Er­folg ge­zeigt hätten. Hin­zu­kom­me, dass die Kläge­rin an­statt Ein­sicht zu zei­gen, ih­re Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen selbst dafür ver­ant­wort­li­che ma­che, wenn sie von dem Hund an­ge­knurrt und be­droht würden. So ha­be die Kläge­rin vor­ge­wor­fen, "die fal­schen Schu­he an­zu­ha­ben" oder mit ih­ren "Pa­pie­ren zu ra­scheln" und da­durch den Hund zu pro­vo­zie­ren.

Die Be­klag­te meint, die Kläge­rin könne sich nicht auf ei­ne ein­ma­lig in der Ver­gan­gen­heit er­teil­te Er­laub­nis be­ru­fen, ei­ne sol­che könne nicht un­ein­ge­schränkt für al­le Zu­kunft gel­ten. Die Tat­sa­che, dass sie in der Ver­gan­gen­heit ge­dul­det ha­be, dass die Kläge­rin ih­ren Hund mit an den Ar­beits­platz brin­ge, ha­be un­ter drei Be­din­gun­gen ge­stan­den, dass der Hund kei­ne Ge­fahr für die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen oder für Be­su­cher ih­res Hau­ses dar­stel­le, d.h. die­sen Per­so­nen ge­genüber kei­ne Ag­gres­sio­nen zei­ge, von dem Hund kein Ge­ruch aus­ge­he und das das Büro der Kläge­rin trotz des Auf­ent­halts des Hun­des stets sau­ber und auf­geräumt sei. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sei­en nicht mehr ge­ge­ben.

Das Ge­richt hat Be­weis er­ho­ben durch Ver­neh­mung der Zeu­gin­nen I. T., und T. so­wie des Zeu­gen L.. We­gen des Er­geb­nis­ses der Be­weis­auf­nah­me wird auf die Sit­zungs­nie­der­schrift vom 04.09.2013, Blatt 236 bis 243 der Ge­richts­ak­te Be­zug ge­nom­men.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Par­tei­vor­brin­gens wird auf den vor­ge­tra­ge­nen In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie auf die Sit­zungs­nie­der­schrif­ten Be­zug ge­nom­men.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e :

Die Kla­ge ist zulässig, aber un­be­gründet.

I.

Die Kläge­rin hat un­ter kei­nem recht­li­chen Ge­sichts­punkt ei­nen An­spruch ge­gen die Be­klag­te dar­auf, dass die­se ih­rem Hund mit der Chip­num­mer 7. Zu­tritt zu den Büroräum­lich­kei­ten in der T. gewährt.

1.Ein sol­cher An­spruch der Kläge­rin er­gibt sich nicht aus dem all­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz.

a.Der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ist die pri­vat­recht­li­che Aus­prägung des in Art. 3 Abs. 1 GG sta­tu­ier­ten Gleich­heits­sat­zes (vgl. BAG, Ur­teil vom 16.02.2012 - 8 AZR 97/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 44; BAG, Ur­teil vom 22.12.2009 - 3 AZR 136/08, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 39). Der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ge­bie­tet dem Ar­beit­ge­ber, sei­ne Ar­beit­neh­mer oder Grup­pen von Ar­beit­neh­mern, die sich in ver­gleich­ba­rer La­ge be­fin­den, bei An­wen­dung ei­ner selbst ge­setz­ten Re­gel gleich zu be­han­deln. Da­mit ver­bie­tet er ei­ne sach­frem­de Grup­pen­bil­dung und die willkürli­che Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer in­ner­halb ei­ner Grup­pe. Sach­fremd ist ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung, wenn es für die un­ter­schied­li­che Be­hand­lung kei­ne bil­li­gens­wer­ten Gründe gibt, wenn die Re­ge­lung al­so für ei­ne am Gleich­heits­ge­dan­ken ori­en­tier­te Be­trach­tungs­wei­se als willkürlich an­zu­se­hen ist (vgl. BAG, Ur­teil vom 25.10.2012 - 2 AZR 552/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 62; BAG, Ur­teil vom 27.06.2012 - 5 AZR 317/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 17; BAG, Ur­teil vom 16.02.2012 - 8 AZR 97/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 44; BAG, Ur­teil vom 22.12.2009 - 3 AZR 136/08, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 40; BAG, Ur­teil vom 21.10.2009 - 10 AZR 664/08, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 24). Bil­li­gens­wert sind da­bei Dif­fe­ren­zie­rungs­gründe, die un­ter Berück­sich­ti­gung der Be­son­der­hei­ten der je­wei­li­gen Leis­tung auf vernünf­ti­gen, ein­leuch­ten­den Erwägun­gen be­ru­hen und nicht ge­gen ver­fas­sungs­recht­li­che oder sons­ti­ge über­ge­ord­ne­te Wer­tent­schei­dun­gen ver­s­toßen (vgl. BAG, Ur­teil vom 22.12.2009 - 3 AZR 136/08, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 45). Ent­schei­dend ist, wie der Ar­beit­ge­ber sich tatsächlich ver­hielt und ob es dafür tragfähi­ge Gründe gab (vgl. BAG, Ur­teil vom 22.12.2009 - 3 AZR 136/08, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 45).

b.Un­ter Zu­grun­de­le­gung der vor­ste­hen­den Grundsätze verstößt das Haus­ver­bot, das die Be­klag­te für den Hund der Kläge­rin aus­ge­spro­chen hat, auch dann nicht ge­gen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, wenn - wie hier - an­de­re Hund wei­ter­hin in der Agen­tur der Be­klag­ten zu­ge­las­sen sind. Die Un­gleich­be­hand­lung des Hun­des der Kläge­rin ist durch ei­nen sach­li­chen Grund ge­recht­fer­tigt, denn es lie­gen bil­li­gens­wer­te Gründe für die­se Ent­schei­dung der Be­klag­ten vor.

aa.Auf­grund des Er­geb­nis­ses der Be­weis­auf­nah­me ist die Kam­mer mit der er­for­der­li­chen Si­cher­heit da­von über­zeugt, dass es im Be­trieb der Be­klag­ten Mit­ar­bei­ter gibt, die sich mit gu­tem Grund vor dem Hund fürch­ten. Die Kam­mer folgt in­so­weit den Aus­sa­gen der Zeu­gin­nen I. T. und T. so­wie des Zeu­gen L., die übe­rein­stim­mend schil­der­ten, dass der Hund sie an­ge­knurrt ha­be und dass sie sich da­durch be­droht gefühlt hätten.

Die Zeu­gin I. schil­der­te ei­nen Vor­fall, wo sie mit Frau T. we­gen ei­ner Be­spre­chung mit der Geschäftsführe­rin, Frau H. auf die Eta­ge ka­men, auf der auch das Büro der Kläge­rin liegt. Die Zeu­gin I. be­rich­te­te, dass sie zunächst in das Büro der Kläge­rin ge­gan­gen sei­en, da die Türe der Geschäftsführe­rin noch ver­schlos­sen ge­we­sen sei. Die Kläge­rin sei nicht in ih­rem Büro ge­we­sen. Der Hund sei ihr und Frau T. knur­rend und zähne­flet­schend ent­ge­gen­ge­kom­men. Frau T. und sie hätten dann zunächst ein­mal das Wei­te ge­sucht und sei­en ins Trep­pen­haus zurück in den Auf­zug ge­lau­fen und hätten dann die Kläge­rin ge­sucht. In dem Mo­ment, als der Hund auf sie zu­ge­kom­men sei, ha­be sie große Angst ge­habt. Die Zeu­gin sag­te des Wei­te­ren, es ha­be ei­ne Viel­zahl von Gesprächen mit der Kläge­rin we­gen des Hun­des ge­ben, die Kläge­rin ha­be sich ei­gent­lich im­mer un­ein­sich­tig ge­zeigt und im­mer die Schuld bei den Mit­ar­bei­tern, die sich fürch­te­ten oder die ir­gend­was sag­ten, ge­sucht. Auf­grund der Er­fah­rung mit dem Hund sei es in­zwi­schen so­weit ge­we­sen, dass man Un­ter­la­gen nicht mehr im Büro bei der Kläge­rin, der As­sis­ten­tin der Geschäftsführung, ab­ge­ge­ben ha­be, son­dern sie un­ter der Tür durch­ge­scho­ben wor­den sei­en. Es ha­be sich nie­mand mehr in das Büro hin­ein ge­traut. Auch sie traue sich dort nicht hin­ein, weil sie als Laie nicht abschätzen könne, ob der Hund nur knur­re und die Zähne flet­sche, um das Büro zu ver­tei­di­gen, oder ob er sie viel­leicht auch tatsächlich an­grei­fen würde. Seit die­sem Vor­fall be­tre­te sie das Büro über­haupt nicht mehr. Sie wi­cke­le seit­her Do­ku­men­te ent­we­der über das Post­fach ab oder mit den Geschäftsführern di­rekt. Gespräche würden in­zwi­schen sehr oft in dem Kon­fe­renz­raum in dem ge­genüber Gebäude, in dem sie ar­bei­te, geführt. Die ge­sam­te Ar­beit im Be­trieb sei da­durch be­ein­träch­tigt, dass die Se­kretärin oder As­sis­ten­tin der Geschäftsführung nicht als An­lauf­stel­le ge­nutzt wer­den könne, weil sich nie­mand in das Büro hin­ein traue.

Die Zeu­gin T. sag­te aus, sie könne sich an den Vor­fall im Ju­li 2012 nicht mehr so gut er­in­nern. So­weit sie sich er­in­ne­re, sei sie zu­sam­men mit der Zeu­gin I. auf die drit­te Eta­ge ge­kom­men, um mit der Geschäftsführe­rin Frau H. zu spre­chen, die das ers­te Büro auf der drit­ten Eta­ge ha­be. Das nächs­te Büro sei dann das der Kläge­rin. Als sie aus dem Fahr­stuhl um die Ecke ge­kom­men sei­en, sei­en sie nicht sehr weit ge­kom­men, da ih­nen dann der Hund ent­ge­gen­ge­kom­men sei und sie an­ge­knurrt ha­be. Der Hund ha­be be­droh­lich ge­wirkt, als er ge­knurrt ha­be. Er sei ja auch ziem­lich groß und wenn der Hund im Gang be­sch­ließe, dass sie da nicht mehr durchkämen und sie an­k­nur­re, dann sei da nichts zu ma­chen. Als der Hund knur­rend auf sie zu­ge­kom­men sei, ha­be sie sich um­ge­dreht und sei ge­gan­gen. Das ma­che sie im­mer, wenn der Hund sie an­k­nur­re. Sie sei wie­der zurück in den Fahr­stuhl ge­gan­gen. Die Zeu­gin I. und sie sei­en et­was schnel­ler ge­gan­gen, sie ren­ne in der Agen­tur ja nicht rum. Sie sei­en wie­der in den Auf­zug ge­stie­gen und run­ter ge­fah­ren. Sie ken­ne sol­che Si­tua­tio­nen, weil ihr das schon oft pas­siert sei. Sie sei so ca. zwei Mal in der Wo­che auf der ent­spre­chen­den Eta­ge, weil sie dort zu tun ha­be und je­des Mal knur­re sie der Hund an. Sie ha­be sel­ber Tie­re und sie ha­be Angst vor dem Hund. Sie ha­be die Kläge­rin auch ver­schie­dent­lich dar­auf an­ge­spro­chen, war­um der Hund sie an­k­nur­re. Die Kläge­rin ha­be ihr erklärt, das lie­ge zum Bei­spiel an ih­rem Gang, dass sie zu fest auf­tre­te oder ein­mal hätten ih­re Schu­he ge­klap­pert. Sie sei es im­mer ir­gend­wie Schuld, dass der Hund knur­re. Hin­ter dem Büro der Kläge­rin be­fin­de sich ein Großraumbüro, in dem sie auch ge­le­gent­lich zu tun ha­be. Der Hund lie­ge dann auf dem Gang und sie müsse an ihm vor­bei. Sie ha­be dann zur Kläge­rin ge­sagt, sie sol­le den Hund rein ru­fen, was sie dann auch ma­che. Wenn sie dann bei den Mit­ar­bei­tern im Großraumbüro sei, ha­be sie schon wie­der die Angst, dass sie auf dem Rück­weg wie­der an dem Hund vor­bei müsse. Ihr sei es auch pas­siert, dass der Hund im Büro ge­we­sen sei, oh­ne dass die Kläge­rin da ge­we­sen sei, und sie nicht ins Büro ge­las­sen ha­be, um die Un­ter­la­gen, die sie dort ha­be ab­ho­len wol­len und die auf dem Schreib­tisch ge­le­gen hätten, mit­zu­neh­men. Sie ha­be die Kläge­rin dar­auf an­ge­spro­chen und sie ha­be ge­sagt "Sei doch froh, dass der Hund mein Büro be­wacht".

Die Kam­mer hat kei­ne Ver­an­las­sung ge­se­hen, die Glaubwürdig­keit der Zeu­gin­nen und die Glaub­haf­tig­keit ih­rer Aus­sa­gen an­zu­zwei­feln. Die Aus­sa­gen wa­ren in sich im We­sent­li­chen schlüssig und wi­der­spruchs­frei. Dass die Zeu­gin­nen in ih­ren Aus­sa­gen nicht ge­nau übe­rein­stimm­ten hin­sicht­lich der Stel­le, an der sich der Hund be­fand, als sie ihn wahr­nah­men, er­scheint nicht er­heb­lich, denn zu be­den­ken ist, dass der Vor­fall zum Zeit­punkt der Zeu­gen­aus­sa­ge be­reits mehr als ein Jahr zurück­lag. Ins­be­son­de­re die Zeu­gin T. schil­der­te, dass sie häufi­ger von dem Hund an­ge­knurrt wur­de, so dass es nach­voll­zieh­bar er­scheint, dass sie sich an den ge­nau­en Ein­zel­fall nicht mehr in al­len De­tails er­in­nert. Bei­de Zeu­gin­nen be­schrie­ben aber ei­ne Si­tua­ti­on, in der sie sich - nach An­sicht der Kam­mer - zu Recht vor dem Hund fürch­te­ten, weil die­ser knur­rend auf sie zu­kam, als sie den Flur vom Auf­zug aus be­tra­ten. Zu be­den­ken ist auch, dass es sich bei dem Hund nicht um ei­ne klei­nes Tier han­delt. Bei­de Zeu­gin­nen erklären auch, dass sie sich schnell wie­der von der Eta­ge ent­fernt hätten, wo­bei es nicht ent­schei­den ist, ob sie ge­rannt oder schnell ge­gan­gen sind. Auch wenn die Zeu­gin T. auf Be­fra­gen des Kläger­ver­tre­ters einräum­te, im Vor­feld der Ver­hand­lung mit der Zeu­gin I. über den Sach­ver­halt ge­spro­chen zu ha­ben, er­schei­nen der Kam­mer die Aus­sa­gen ge­ra­de auf­grund der vor­ste­hend auf­ge­zeig­ten Un­ter­schie­de nicht ab­ge­spro­chen und da­mit un­glaub­haft.

Die Zeu­gin T. schil­der­te im Rah­men ih­rer Ver­neh­mung den fol­gen­den Vor­fall. Im Ju­ni/Ju­li 2011 sei sie auf dem Weg zur Krea­ti­on ge­we­sen und ha­be ei­ne Rein­zeich­nung in der Hand ge­habt. Der Hund ha­be vor dem Büro der Kläge­rin ge­le­gen und sie an­ge­knurrt als sie auf ihn zu­ge­kom­men sei. Sie ha­be dann die Kläge­rin, die mit dem Ge­sicht zum Gang hin sit­ze, an­ge­spro­chen, sie möch­te doch bit­te den Hund her­ein ru­fen. Das ha­be sie
dann ge­tan, al­ler­dings oh­ne sie an­zu­se­hen, und sie ha­be ihr die Schuld dafür ge­ge­ben, weil sie das Pa­pier in der Hand ge­habt ha­be und der Hund des­halb ge­knurrt ha­be. Später ha­be es noch­mal ein ähn­li­ches Er­eig­nis ge­ge­ben. Da sei­en ih­re Schu­he schuld ge­we­sen, dass der Hund ge­knurrt ha­be. Sie ha­be dann ent­schie­den, dass sie nicht mehr auf die­se Eta­ge ge­he, wenn der Hund auf dem Gang lie­ge, weil sie nicht an­ge­knurrt wer­den wol­le und man ja auch nicht wis­se, ob der Hund es nicht viel­leicht doch ernst mei­ne. Wenn sie durch die Glastür den Hund nicht auf dem Gang lie­gen se­he, dann ge­he sie zur Be­spre­chung zu dem Kol­le­gen, an­dern­falls bit­te sie die Kol­le­gen zu ihr zu kom­men. Nor­ma­ler­wei­se ha­be sie kei­ne Angst vor Hun­den, sie ha­be sel­ber ei­ne eng­li­sche Bull­dog­ge und sie könne un­ter­schei­den, ob ein Hund ernst­haft knurrt oder nicht. Wenn der Hund vor dem Büro ste­he, dann knur­re er und dass sei ein ganz kla­res Ver­tei­di­gen des Ter­ri­to­ri­ums. Die Kam­mer hat kei­ne Ver­an­las­sung ge­se­hen, die Glaubwürdig­keit der Zeu­gin und die Glaub­haf­tig­keit ih­rer Aus­sa­ge an­zu­zwei­feln. Die Aus­sa­ge war in sich schlüssig und wi­der­spruchs­frei. Dies er­gibt sich ins­be­son­de­re auch dar­aus, dass die Zeu­gin auf Be­fra­gen des Kläger­ver­tre­ters oh­ne wei­te­res an­gab, dass sie die­se Be­dro­hungs­si­tua­ti­on nur emp­fin­det, wenn der Hund auf dem Gang liegt, und dass sie sich dann, wenn die Kläge­rin das ab­stel­len würde, angst­frei in der Agen­tur auf­hal­ten könn­te. Wäre es der Zeu­gin al­lein dar­um ge­gan­gen, den Hund aus der Agen­tur zu ver­drängen, so hätte sie ei­ne sol­che Aus­sa­ge nicht ge­macht.

Der Zeu­ge L., der bei der Be­klag­ten für die In­stal­la­ti­on und die War­tung der Rech­ner zuständig ist und re­gelmäßig War­tungs­ar­bei­ten an den PCs durchführen muss, schil­der­te in sei­ner Aus­sa­ge sei­ne Pro­ble­me mit dem Hund der Kläge­rin. Er führ­te aus, dass es nor­ma­ler­wei­se kein Pro­blem sei, die War­tungs­ar­bei­ten durch­zuführen, aber im Büro der Kläge­rin und wenn er auf die drit­te Eta­ge kom­men müsse ge­be es ein Pro­blem. Der Hund zei­ge ein aus­ge­prägtes Re­vier­ver­hal­ten. Er sprin­ge auf, bel­le ihn an, knur­re, ha­be ihn auch schon an die Wand ge­drängt, was be­son­ders un­an­ge­nehm sei, wenn er gra­de ir­gend­wel­ches schwe­res Equip­ment, wie z.B. Dru­cker oder Bild­schir­me tra­ge, und kei­ne Möglich­keit ha­be, sich in ir­gend­ei­ner Wei­se zu ver­tei­di­gen. Wenn er im Büro der Kläge­rin zu tun ha­be, sei der Hund, auch wenn sie da sei, zunächst ein­mal an­ge­sprun­gen, die Kläge­rin ha­be ihn dann zurück­ge­ru­fen und der Hund sei dann meist wi­der­wil­lig in sei­ne Ecke ge­gan­gen. Er ha­be dann die Ar­bei­ten er­le­di­gen können, al­ler­dings ha­be er da­bei ständig ein Knur­ren im Ohr ge­habt und da fühle man sich auch nicht si­cher. Größere War­tungs­ar­bei­ten ma­che er nor­ma­ler­wei­se, wenn der User gra­de nicht im Büro sei, was im Fal­le der Kläge­rin nicht möglich sei, weil dann, wenn sie nicht da sei, der Hund al­lei­ne im Büro ge­we­sen sei und wenn er die Tür auf­ge­macht ha­be, wie­der an­ge­sprun­gen sei und ihn nicht ins Büro ge­las­sen ha­be. Wenn der Hund im Ru­he­zu­stand ge­we­sen sei, dann ha­be er in ei­ner Ecke auf dem Bo­den ge­le­gen. In dem Mo­ment, wo er die Tür geöff­net ha­be, sei er auf­ge­sprun­gen, ha­be ge­bellt und auch ge­knurrt und sei auf die Tür zu­ge­lau­fen. Das ver­ste­he er un­ter an­ge­sprun­gen. Er ha­be die Kläge­rin ver­schie­dent­lich dar­auf an­ge­spro­chen und dann ha­be sie ihm mal ge­sagt, er sei zu laut oder in dem letz­ten Fall ha­be sie ge­sagt "Ist doch gut, dass der Hund sein Re­vier ver­tei­digt". Je­den­falls sei er es im Zwei­fel schuld ge­we­sen. Er ha­be sel­ber Kat­zen, er ha­be auch Be­kann­te die Hun­de hätten und er ha­be kei­ne Angst vor Tie­ren, al­so auch kei­ne Angst vor Hun­den. Man fühle sich bei dem Hund ei­gent­lich nie si­cher. Die Kam­mer hat auch hier kei­ne Ver­an­las­sung ge­se­hen, die Glaubwürdig­keit des Zeu­gen und die Glaub­haf­tig­keit sei­ner Aus­sa­ge an­zu­zwei­feln. Auch die­se Aus­sa­ge war in sich schlüssig und wi­der­spruchs­frei. Der Zeu­ge hat nach­voll­zieh­bar sein Pro­blem mit dem Hund der Kläge­rin ge­schil­dert. Dass man es als un­an­ge­nehm, ja so­gar be­droh­lich emp­fin­det, wenn man sein Ar­beit ausführen muss, während hin­ter ei­nem ein knur­ren­der Hund liegt oder wenn man die Hände voll hat und von dem Hund an die Wand ge­drängt wird, ist verständ­lich. Der Um­stand, dass es Fo­tos gibt, auf de­nen der Zeu­ge "ent­spannt" auf ei­nem Bar­ho­cker sitzt und der Hund in der Nähe liegt, macht die Aus­sa­ge nicht un­glaub­haft. Der Zeu­ge schil­dert in sei­ner Aus­sa­ge die Si­tua­ti­on, dass der Hund "sein Büro" und "sei­nen Gang" ver­tei­digt. Dass der Hund sich außer­halb die­ses Be­reichs auch ag­gres­siv oder be­droh­lich zeigt, be­haup­tet nicht ein­mal die Be­klag­te.

Dass die Zeu­gin­nen und der Zeu­ge auf­grund der von ih­nen ge­schil­der­ten Si­tua­tio­nen Angst vor dem Hund ha­ben, er­scheint nach­voll­zieh­bar und kann auch nicht als "An­stel­le­rei" ab­ge­tan wer­den. Der Hund der Kläge­rin ist kein klei­ner Hund, den man schon we­gen sei­ner Größe nicht ernst­neh­men kann son­dern ein mit­tel­großer Hund, von dem man an­neh­men kann, dass er in der La­ge ist zu­zu­beißen. Wenn ein sol­cher Hund ei­nen Men­schen, der ihn nicht gut kennt an­k­nurrt und die Zähne fletscht, ist das aus Sicht der Kam­mer ein be­gründe­ter An­lass, sich vor dem Tier zu fürch­ten. Zu be­ach­ten ist hier auch, dass so­gar die Zeu­gin T., die selbst ei­nen Hund hat, aus­sagt, sie könne nicht er­ken­nen, ob das Knur­ren ernst ge­meint sei und ob man ei­nen An­griff befürch­ten müsse.

bb.Da auf­grund des Er­geb­nis­ses der Be­weis­auf­nah­me zur Über­zeu­gung der Kam­mer fest­steht, dass es bei der Be­klag­ten Ar­beit­neh­mer gibt, die sich vor dem Hund der Kläge­rin fürch­ten bzw. sich von dem Hund nicht grund­los be­droht fühlen, war die Be­klag­te auf­grund ih­rer den Ar­beit­neh­mer ge­genüber be­ste­hen­den Fürsor­ge­pflicht ge­hal­ten, für Ab­hil­fe zu sor­gen.

(1).Nach § 241 Abs. 2 BGB ist je­de Par­tei des Ar­beits­ver­tra­ges zur Rück­sicht­nah­me auf die Rech­te, Rechtsgüter und In­ter­es­sen ih­res Ver­trags­part­ners ver­pflich­tet. Dies dient dem Schutz und der Förde­rung des Ver­trags­zwecks (vgl. BAG, Ur­teil vom 12.02.2013 - 3 AZR 99/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 39; BAG, Ur­teil vom 16.02.2012 - 8 AZR 242/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 58). Im Ar­beits­verhält­nis können die Ver­trags­part­ner des­halb zur Ver­wirk­li­chung des Leis­tungs­in­ter­es­ses zu leis­tungs­si­chern­den Maßnah­men ver­pflich­tet sein. Da­zu gehört auch die Pflicht, im Zu­sam­men­wir­ken mit dem Ver­trags­part­ner die Vor­aus­set­zun­gen für die Durchführung des Ver­tra­ges zu schaf­fen, Erfüllungs­hin­der­nis­se nicht ent­ste­hen zu las­sen bzw. zu be­sei­ti­gen und dem an­de­ren Teil den an­ge­streb­ten Leis­tungs­er­folg zu­kom­men zu las­sen (vgl. BAG, Ur­teil vom 16.02.2012 - 8 AZR 242/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 58). Die In­ter­es­sen des Ar­beit­neh­mers sind da­bei so zu wah­ren, wie dies un­ter Berück­sich­ti­gung der In­ter­es­sen und Be­lan­ge bei­der Ver­trags­part­ner so­wie der an­de­ren Ar­beit­neh­mer nach Treu und Glau­ben ver­langt wer­den kann (vgl. BAG, Ur­teil vom 16.02.2012 - 8 AZR 242/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 58), d.h. die Reich­wei­te der Fürsor­ge­pflicht kann nicht oh­ne Rück­sicht auf die ei­ge­nen In­ter­es­sen des Ar­beit­ge­bers be­stimmt wer­den (vgl. BAG, Ur­teil vom 16.02.2012 - 8 AZR 242/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 58).

(2).Un­ter Zu­grun­de­le­gung der vor­ste­hen­den Grundsätze war die Be­klag­te ge­hal­ten im Rah­men ih­rer Fürsor­ge­pflicht al­len Mit­ar­bei­tern ge­genüber zum Schutz des In­ter­es­ses ih­rer Ar­beit­neh­mer auf ei­nen "angst­frei­en" Ar­beits­platz das In­ter­es­se der Kläge­rin dar­an, auch wei­ter­hin ih­ren Hund mit in die Agen­tur zu brin­gen zurück­zu­stel­len. Im Rah­men des Ar­beits­verhält­nis­ses geht es vor­ran­gig dar­um, die Be­din­gun­gen für die Er­brin­gung der Ar­beits­leis­tung in zu­mut­ba­rer Wei­se für die Beschäftig­ten zu ge­stal­ten. Das Mit­brin­gen ei­nes Hun­des in das Büro ist für die Er­brin­gung der Ar­beits­leis­tung je­den­falls nicht er­for­der­lich. Wenn - wie nach dem Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me zur Über­zeu­gung der Kam­mer fest­steht - ei­ni­ge Mit­ar­bei­ter ge­zwun­gen sind, ih­re Ar­beits­wei­se zu ändern und Be­triebs­abläufe um­zu­stel­len, da­mit sie dem Hund der Kläge­rin, von dem sie sich be­droht fühlen, nicht be­geg­nen, ist die Ar­beit­ge­be­rin auf­grund ihr Fürsor­ge­pflicht ge­genüber die­sen Ar­beit­neh­mern ver­pflich­tet, zu han­deln und das Pro­blem zu lösen. Da die vor­he­ri­gen Ver­su­che in Form von Gesprächen eben­so we­nig wie die Ein­schal­tung ei­nes Tier­trai­ners zum Er­folg geführt ha­ben, hat­te die Be­klag­te kei­ne an­de­re Möglich­keit als für den Hund der Kläge­rin den Zu­tritt zur Agen­tur zu ver­bie­ten. Die Kläge­rin hat­te es auf­grund der zu­vor geführ­ten Gespräche selbst in der Hand die­se Fol­ge zu ver­mei­den, aber - war­um auch im­mer - ist es ihr nicht ge­lun­gen, das Pro­blem zu be­sei­ti­gen. Zu berück­sich­ti­gen ist in die­sem Zu­sam­men­hang auch, dass mit ei­ner kurz­fris­ti­ge­ren Ver­bes­se­rung der Si­tua­ti­on auf­grund des von den Zeu­gen übe­rein­stim­mend ge­schil­der­ten Ver­hal­tes der Kläge­rin nicht zu rech­nen war. Al­le vier Zeu­gen sag­ten aus, dass die Kläge­rin kein Verständ­nis für ih­re Ängs­te hat­te und ih­nen die Schuld dafür gab, dass der Hund sie an­k­nurr­te. Bei ei­ner der­ar­ti­gen Ver­hal­tens­wei­se kann man nicht mit dem Verständ­nis der Kol­le­gen und dem Ver­trau­en der Ar­beit­ge­be­rin dar­auf rech­nen, dass ein wei­te­res Gespräch er­folg­ver­spre­chend sein könn­te.

2.Die Kläge­rin kann ih­ren An­spruch auch nicht auf die ihr er­teil­te Zu­sa­ge stützen, sie dürfe den Hund mit ins Büro neh­men. Die­se Zu­sa­ge ver­bie­tet der Be­klag­ten nicht, in - wie oben be­reits aus­geführt - be­gründe­ten Fällen, das Mit­brin­gen des Hun­des zu un­ter­sa­gen. Das ei­ne sol­che Zu­sa­ge nicht oh­ne wei­te­res un­be­schränkt auf ewi­ge Zeit gel­ten kann, ist of­fen­sicht­lich, denn es muss dem Zu­sa­gen­den auch wei­ter­hin möglich sein, auf Vor­komm­nis­se oder Ent­wick­lun­gen zu re­agie­ren. Ge­ra­de in Be­zug auf die Ge­stat­tung der Mit­nah­me ei­nes Hun­des ins Büro kann man sich vie­le Sach­ver­hal­te vor­stel­len, die zur Rück­nah­me der Er­laub­nis führen können, ja müssen. Zu den­ken wäre an Kol­le­gen mit Tier­haar­aller­gi­en, an (neue) Kol­le­gen, die sich grundsätz­lich vor Hun­den fürch­ten, Gerüche, die von dem Tier aus­ge­hen können, Ver­un­rei­ni­gun­gen, die durch ein Tier ver­ur­sacht wer­den können, usw. Um von ei­ner un­wi­der­ruf­li­chen Zu­sa­ge aus­ge­hen zu könne, wie die Kläge­rin sie an­neh­men möch­te, müss­te dies aus Sicht der Kam­mer un­miss­verständ­lich und aus­drück­lich ver­ein­bart wor­den sein. Dies be­haup­tet aber nicht ein­mal die Kläge­rin.

3.Ent­ge­gen der von der Kläge­rin ver­tre­te­nen An­sicht hat die Be­klag­te ihr Recht, ih­re Er­laub­nis in Be­zug auf das Mit­brin­gen des Hun­des zurück­zu­neh­men, auch nicht ver­wirkt.

a.Die sog. Ver­wir­kung schließt als Son­der­fall der un­zulässi­gen Rechts­ausübung (§ 242 BGB) ei­ne il­loy­al ver­späte­te Gel­tend­ma­chung von Rech­ten aus. Sie dient dem Ver­trau­ens­schutz und ver­folgt nicht den Zweck, den Schuld­ner stets von sei­ner Ver­pflich­tung zu be­frei­en, wenn der Gläubi­ger länge­re Zeit sei­ne Rech­te nicht gel­tend ge­macht hat (Zeit­mo­ment). Der Be­rech­tig­te muss viel­mehr un­ter Umständen untätig ge­blie­ben sein, die beim Ver­pflich­te­ten den Ein­druck er­weckt ha­ben, der Be­rech­tig­te wol­le sein Recht nicht mehr gel­tend ma­chen, so dass der Ver­pflich­te­te sich dar­auf ein­stel­len durf­te, nicht mehr in An­spruch ge­nom­men zu wer­den (Um­stands­mo­ment). Wei­ter­hin muss das Ver­trau­en des Ver­pflich­te­ten, der Be­rech­tig­te wer­de sein Recht nicht mehr gel­tend ma­chen, das In­ter­es­se des Be­rech­tig­ten der­art über­wie­gen, dass ihm die Erfüllung des An­spruchs nicht mehr zu­zu­mu­ten ist (Zu­mut­bar­keits­mo­ment; vgl. BAG, Ur­teil vom 12.12.2012 - 4 AZR 327/11, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 27; BAG, Ur­teil vom 22.02.2012 - 4 AZR 3/10, zi­tiert nach Ju­ris Rz. 26).

b.Aus­ge­hend von die­sen Grundsätzen hat die Be­klag­te ihr Recht, die der Kläge­rin er­teil­te Zu­sa­ge zu wi­der­ru­fen bzw. die Mit­nah­me des Hun­des in die Agen­tur zu ver­bie­ten nicht ver­wirkt.

Selbst wenn man die Erfüllung des Zeit­mo­ments zu­guns­ten der Kläge­rin be­ja­hen würde, so müss­te die Be­klag­te außer­dem durch ihr Ver­hal­ten ei­nen Ver­trau­en­stat­be­stand bei der Kläge­rin her­vor­ge­ru­fen ha­ben, dass sie den Hund auch wei­ter­hin stets mit ins Büro brin­gen darf. Dass die Be­klag­te zum Aus­druck ge­bracht hat, un­abhängig von dem Ver­hal­ten des Hun­des des­sen An­we­sen­heit im Büro zu ge­stat­ten, hat auch die Kläge­rin nicht be­haup­tet. Zwi­schen den Par­tei­en ist viel­mehr im Ver­lauf des Ver­fah­rens un­strei­tig ge­wor­den, dass es zu­min­dest seit April 2011 Be­an­stan­dun­gen hin­sicht­lich des Hun­des ge­ge­ben hat, denn in dem Jah­res­gespräch 2011 wur­de mit der Kläge­rin als Ziel ver­ein­bart, dass die Hil­fe ei­nes Tier­trai­ners we­gen des Bel­lens und Knur­rens des Hun­des in An­spruch ge­nom­men wer­den soll­te. Dass die Be­klag­te der Kläge­rin nach die­sem Gespräch Ge­le­gen­heit ge­ge­ben hat, das Ver­hal­ten des Hun­des zu ver­bes­sern und die von ihm aus­ge­hen­de Störung zu be­sei­ti­gen, durf­te die Kläge­rin nicht da­hin­ge­hend ver­ste­hen, dass die Zu­sa­ge fest und un­wi­der­ruf­lich auf ewi­ge Zeit er­teilt sein soll­te. Dies konn­te sie ins­be­son­de­re schon des­halb nicht an­neh­men, weil es zu­min­dest mit dem Geschäftsführer der Be­klag­ten K. im­mer wie­der Pro­ble­me we­gen des Hun­des gab. In­so­weit ist un­stritg, dass der Geschäftsführer die Kläge­rin im­mer wie­der bit­ten muss­te, den Hund in ihr Büro zu ru­fen, weil er nicht an dem Hund vor­bei über den Gang ge­hen konn­te.

4.Das Haus­ver­bot für den Hund der Kläge­rin ist auch nicht des­halb un­wirk­sam, weil es un­verhält­nismäßig ist, da die Be­klag­te zunächst ein mil­de­res Mit­tel hätte wählen müssen und der Kläge­rin ei­ne Ab­mah­nung hätte aus­spre­chen müssen.

Ent­ge­gen der von der Kläge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung stellt die Ab­mah­nung der Kläge­rin im Verhält­nis zu dem Haus­ver­bot für den Hund ar­beits­recht­lich kein mil­de­res Mit­tel dar. Es mag sein, dass die Kläge­rin ei­ne Ab­mah­nung als das "klei­ner Übel" emp­fin­det. Im Ar­beits­recht wird ei­ne Ab­mah­nung aber als Vor­stu­fe zu ei­ner dro­hen­den ver­hal­tens­be­ding­ten Kündi­gung aus­ge­spro­chen, so dass ei­ner sol­chen Maßnah­me ein viel größeres Ge­wicht zu­kommt als dem Ver­bot, den Hund wei­ter­hin mit ins Büro zu brin­gen. Während die Ab­mah­nung ei­ne Ver­trags­pflicht­ver­let­zung rügt und für den Wie­der­ho­lungs­fall un­ter an­de­rem die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses an­droht, wirkt sich das Haus­ver­bot für den Hund in kei­ner Wei­se auf den Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses aus und ist da­her nach An­sicht der Kam­mer un­zwei­fel­haft die we­ni­ger ein­schnei­den­de Maßnah­me und da­mit das mil­de­re Mit­tel.

II.

Auch die Hilfs­anträge der Kläge­rin sind un­be­gründet.

1.Der Hilfs­an­trag zu 1) ist un­be­gründet. Es ist nicht er­sicht­lich, wel­che An­spruchs­grund­la­ge der Kläge­rin ei­nen An­spruch auf Zu­tritt zu den Büroräum­lich­kei­ten in der T. im Bei­sein des Sach­verständi­gen, Lei­ter der Po­li­zei­dienst­hun­de­staf­fel W. für zwei Ta­ge von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr ge­ben soll­te, um ein et­wai­ges ag­gres­si­ves ter­ri­to­ria­les Ver­hal­ten des im Haupt­an­trag ge­nann­ten Hun­des auf­zu­he­ben und ihr Ver­hal­tens­auf­la­gen zur ord­nungs­gemäßen Führung des Hun­des zu ge­ben, wenn die Be­klag­te der Kläge­rin - wie un­ter I. aus­geführt - zu Recht die Mit­nah­me des Hun­des in die Agen­tur un­ter­sagt hat.

2.Der Hilfs­an­trag zu 2) ist eben­falls un­be­gründet. Es ist auch nicht er­sicht­lich, wel­che An­spruchs­grund­la­ge der Kläge­rin ei­nen An­spruch Zu­tritt zu den Büroräum­lich­kei­ten in der T. mit der Maßga­be ge­ben soll, dass der Hund im Büro der Kläge­rin in ei­nem 1,20 m x 1,20 m Git­ter­lauf­stall ge­hal­ten wird und außer­halb des Büros von der Kläge­rin an ei­ner 1 m lan­gen Lei­ne geführt wird und ei­nen Maul­korb trägt und die Kläge­rin die Kos­ten des Lauf­stalls und der Lauf­stall­in­stal­la­ti­on trägt, wenn die Be­klag­te der Kläge­rin - wie un­ter I. aus­geführt - zu Recht die Mit­nah­me des Hun­des in die Agen­tur un­ter­sagt hat

III.

Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf §§ 46 Abs. 2 ArbGG, 91 Abs. 1 ZPO.

Die Streit­wert­fest­set­zung er­gibt sich aus §§ 46 Abs. 2, 61 Abs. 1 ArbGG, 3 ZPO, 63 Abs. 2 GKG. Für den Haupt­an­trag wur­de ein ein­fa­cher Hilfs­wert an­ge­setzt. Die bei­den Hilfs­anträge wur­den mit je­weils der Hälf­te des Hilfs­wer­tes be­wer­tet.

Die Be­ru­fung war - so­weit sie nicht be­reits kraft Ge­set­zes zulässig ist (§ 64 Abs. 2 Buch­sta­ben b) und c) ArbGG) - nicht zu­zu­las­sen, da die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne ge­son­der­te Be­ru­fungs­zu­las­sung vor­lie­gend nicht ge­ge­ben sind. Ins­be­son­de­re hat die Rechts­sa­che kei­ne grundsätz­li­che Be­deu­tung.

RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der kla­gen­den Par­tei Be­ru­fung ein­ge­legt wer­den. Für die be­klag­te Par­tei ist ge­gen die­ses Ur­teil kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.

Die Be­ru­fung muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich oder in elek­tro­ni­scher Form beim

Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf

Lud­wig-Er­hard-Al­lee 21

40227 Düssel­dorf

Fax: 0211-7770 2199

ein­ge­gan­gen sein.

Die elek­tro­ni­sche Form wird durch ein qua­li­fi­ziert si­gnier­tes elek­tro­ni­sches Do­ku­ment ge­wahrt, das nach Maßga­be der Ver­ord­nung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums über den elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr bei den Ar­beits­ge­rich­ten im Lan­de Nord­rhein-West­fa­len (ERV­VO ArbG) vom 2. Mai 2013 in der je­weils gel­ten­den Fas­sung in die elek­tro­ni­sche Post­stel­le zu über­mit­teln ist. Nähe­re Hin­wei­se zum elek­tro­ni­schen Rechts­ver­kehr fin­den Sie auf der In­ter­net­sei­te www.egvp.de.

Die Not­frist be­ginnt mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­fass­ten Ur­teils, spätes­tens mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach des­sen Verkündung.

Die Be­ru­fungs­schrift muss von ei­nem Be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als Be­vollmäch­tig­te sind nur zu­ge­las­sen:

1.Rechts­anwälte,

2.Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,

3.ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder an­de­rer Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt, und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.

Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­te zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten.

* Ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.

E.

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