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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Arbeitszeitkonto
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 5 AZR 681/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 17.11.2011
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 15.1.2009 - 21 Ca 7630/07
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 10. August 2009 - 4 Sa 7/09
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


5 AZR 681/09
4 Sa 7/09
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Ba­den-Würt­tem­berg

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
17. No­vem­ber 2011

UR­TEIL

Rad­t­ke, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin, Be­ru­fungs­be­klag­te, Re­vi­si­onskläge­rin und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin, Re­vi­si­ons­be­klag­te und Re­vi­si­onskläge­rin,


- 2 - 


hat der Fünf­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 17. No­vem­ber 2011 durch den Vi­ze­präsi­den­ten des Bun­des­ar­beits­ge­richts Dr. Müller-Glöge, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Laux, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Biebl so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Feld­mei­er und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Chris­ten für Recht er­kannt:

1. Auf die Re­vi­si­on der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg vom 10. Au­gust 2009 - 4 Sa 7/09 - auf­ge­ho­ben, so­weit es die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Stutt­gart vom 15. Ja­nu­ar 2009 - 21 Ca 7630/07 - zurück­ge­wie­sen hat.

2. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Stutt­gart vom 15. Ja­nu­ar 2009 - 21 Ca 7630/07 - ab­geändert, so­weit es die Be­klag­te ver­ur­teilt hat, dem Ar­beits­zeit­kon­to der Kläge­rin für den Zeit­raum 1. März bis 30. Sep­tem­ber 2007 152 St­un­den gut­zu­schrei­ben. In­so­weit wird die Kla­ge ab­ge­wie­sen.


3. Die Re­vi­si­on der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg vom 10. Au­gust 2009 - 4 Sa 7/09 - wird zurück­ge­wie­sen und der Hilfs­an­trag der Kläge­rin ab­ge­wie­sen.


4. Von den Kos­ten des Rechts­streits ers­ter und zwei­ter In­stanz ha­ben die Kläge­rin 43 % und die Be­klag­te 57 % zu tra­gen. Die Kos­ten der Re­vi­si­on hat die Kläge­rin zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten in der Re­vi­si­ons­in­stanz noch darüber, ob und in wel­chem Um­fang dem Ar­beits­zeit­kon­to der Kläge­rin St­un­den gut­zu­schrei­ben sind.
 


- 3 -

Die Kläge­rin ist seit Ju­ni 1994 bei der Be­klag­ten beschäftigt. Seit 1. Mai 2005 ist sie Mit­glied der In­dus­trie­ge­werk­schaft Me­tall. Die Be­klag­te trat mit Wir­kung zum 31. De­zem­ber 2005 aus dem Ver­band der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie Ba­den-Würt­tem­berg e.V. aus. Bis zu die­sem Zeit­punkt wand­te sie auf al­le Ar­beits­verhält­nis­se un­abhängig von ei­ner Ge­werk­schafts­zu­gehörig­keit der Ar­beit­neh­mer die Ta­rif­verträge für die Beschäftig­ten in der Me­tall­in­dus­trie Nordwürt­tem­berg/Nord­ba­den an.


Am 24. Ju­ni 2005 schlos­sen die Par­tei­en mit Wir­kung zum 1. Ja­nu­ar 2006 ei­nen neu­en Ar­beits­ver­trag, in dem sie ei­ne in­di­vi­du­el­le re­gelmäßige Wo­chen­ar­beits­zeit von 40 St­un­den ver­ein­bar­ten und fest­hiel­ten, dass kei­ne Ta­rif­verträge auf das Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung fänden.

In ei­ner am 7. De­zem­ber 2005 ge­schlos­se­nen „Be­triebs­ver­ein­ba­rung Nr. 02/2005“ heißt es:

„...

2. Dau­er der Ar­beits­zeit

Für die voll­zeit­beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer beträgt die persönli­che, re­gelmäßige, wöchent­li­che Ar­beits­zeit ab dem 01. Ja­nu­ar 2006 40 St­un­den.
...

4. Ar­beits­zeit­kon­to

Die Dif­fe­renz zwi­schen der ge­leis­te­ten Ar­beits­zeit und der Re­gel­ar­beits­zeit wird 1:1 in ein Ar­beits­zeit­kon­to über­tra­gen, wel­ches für je­den ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer geführt wird. (...)“


Ab 1. Ja­nu­ar 2006 ar­bei­te­te die Kläge­rin 40 Wo­chen­stun­den, während der Man­tel­ta­rif­ver­trag für Beschäftig­te in der Me­tall­in­dus­trie in Nordwürt­tem­berg/Nord­ba­den vom 14. Ju­ni 2005 (im Fol­gen­den: MTV) ei­ne ta­rif­li­che wöchent­li­che Ar­beits­zeit (oh­ne Pau­sen) von 35 St­un­den vor­sah.


Mit An­walts­schrei­ben vom 29. Au­gust 2007 for­der­te die Kläge­rin die Be­klag­te auf, ihr bis zum 7. Sep­tem­ber 2007 zu bestäti­gen, dass sie für je­de ab dem 1. Ja­nu­ar 2006 über 35 St­un­den pro Wo­che hin­aus ge­leis­te­te Ar­beits­stun­de ei­ne ent­spre­chen­de Be­zah­lung er­hal­te oder je­de über 35 St­un­den pro Wo­che ge­leis­te­te Ar­beits­stun­de ih­rem Ar­beits­zeit­kon­to gut­ge­schrie­ben wer­de.
 


- 4 -

Mit ih­rer der Be­klag­ten am 5. Ok­to­ber 2007 zu­ge­stell­ten Kla­ge hat die Kläge­rin ua. gel­tend ge­macht, ih­rem Ar­beits­zeit­kon­to sei­en für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2006 bis zum 30. Sep­tem­ber 2007 ins­ge­samt 455 Ar­beits­stun­den gut­zu­schrei­ben.


Die Kläge­rin hat - so­weit für die Re­vi­si­on noch von In­ter­es­se - be­an­tragt,

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, dem Ar­beits­zeit­kon­to der Kläge­rin für den Zeit­raum 1. Ja­nu­ar 2006 bis 30. Sep­tem­ber 2007 455 St­un­den gut­zu­schrei­ben.


Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und gel­tend ge­macht, im streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum nicht mehr an die Ta­rif­verträge für die Beschäftig­ten in der Me­tall­in­dus­trie Nordwürt­tem­berg/Nord­ba­den ge­bun­den ge­we­sen zu sein. Zu­dem ha­be die Kläge­rin die sechs­mo­na­ti­ge Aus­schluss­frist des MTV nicht ein­ge­hal­ten.


Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge teil­wei­se statt­ge­ge­ben und die Be­klag­te ver­ur­teilt, dem Ar­beits­zeit­kon­to der Kläge­rin für den Zeit­raum 1. März bis 30. Sep­tem­ber 2007 152 St­un­den gut­zu­schrei­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fun­gen der Kläge­rin und der Be­klag­ten zurück­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt für bei­de Par­tei­en zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­fol­gen die Be­klag­te ihr Be­geh­ren auf vollständi­ge Kla­ge­ab­wei­sung, die Kläge­rin ih­ren ursprüng­li­chen Kla­ge­an­trag mit der Maßga­be, dass die Gut­schrift auf dem Ar­beits­zeit­kon­to der Kläge­rin in der Spal­te „FLEX“ er­fol­gen sol­le, wei­ter. Außer­dem hat die Kläge­rin in der Re­vi­si­ons­in­stanz ih­re Kla­ge um ei­nen Hilfs­an­trag er­wei­tert, mit dem sie die Zah­lung von 6.561,10 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 1. Ok­to­ber 2007 be­gehrt.

Ent­schei­dungs­gründe


I. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das der Kla­ge teil­wei­se statt­ge­ben­de Ur­teil des Ar­beits­ge­richts zu Un­recht zurück­ge­wie­sen.


- 5 -

1. Die Kla­ge ist mit dem in den Vor­in­stan­zen ge­stell­ten (Haupt-)An­trag mit der in der Re­vi­si­ons­in­stanz nach­ge­hol­ten Kon­kre­ti­sie­rung die­ses Leis­tungs­an­trags zulässig.

Der An­trag, ei­nem Ar­beits­zeit­kon­to St­un­den „gut­zu­schrei­ben“, ist hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, wenn der Ar­beit­ge­ber für den Ar­beit­neh­mer ein Zeit­kon­to führt, auf dem zu er­fas­sen­de Ar­beits­zei­ten nicht auf­ge­nom­men wur­den und noch gut­ge­schrie­ben wer­den können (vgl. BAG 23. Ja­nu­ar 2008 - 5 AZR 1036/06 - Rn. 9, AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Luft­han­sa Nr. 42 = EzA TVG § 4 Luft­fahrt Nr. 16; 6. Ju­li 2011 - 4 AZR 501/09 - Rn. 72). Glei­cher­maßen kann der Ar­beit­neh­mer die Kor­rek­tur ei­nes oder meh­re­rer auf sei­nem Ar­beits­zeit­kon­to aus­ge­wie­se­ner Sal­den be­an­tra­gen (BAG 10. No­vem­ber 2010 - 5 AZR 766/09 - Rn. 11, EzA BGB 2002 § 611 Ar­beits­zeit­kon­to Nr. 3). Seit der im Re­vi­si­ons­ver­fah­ren er­folg­ten Kon­kre­ti­sie­rung des Leis­tungs­be­geh­rens (Gut­schrift in der Spal­te „FLEX“) ist der Kla­ge­an­trag hin­rei­chend be­stimmt.

2. Die Kla­ge ist im Haupt­an­trag un­be­gründet. Die Kläge­rin hat kei­nen An­spruch, dass die vom 1. Ja­nu­ar 2006 bis zum 30. Sep­tem­ber 2007 über die ta­rif­li­che wöchent­li­che Ar­beits­zeit von 35 St­un­den hin­aus ge­leis­te­te Ar­beits­zeit als Mehr­ar­beit auf ih­rem Ar­beits­zeit­kon­to in der Spal­te „FLEX“ ver­bucht wird. Dafür fehlt es an ei­ner An­spruchs­grund­la­ge.


a) Aus der Be­triebs­ver­ein­ba­rung Nr. 2/2005 vom 7. De­zem­ber 2005 er­gibt sich kein An­spruch dar­auf, dass die über 35 Wo­chen­stun­den hin­aus­ge­hen­de Ar­beits­zeit auf den Ar­beits­zeit­kon­ten der Ar­beit­neh­mer als Mehr­ar­beit ver­bucht wird. Die Be­triebs­ver­ein­ba­rung wur­de für ei­ne Re­gel­ar­beits­zeit von 40 Wo­chen­stun­den ge­trof­fen, nur die Dif­fe­renz zwi­schen der ge­leis­te­ten Ar­beits­zeit und die­ser Re­gel­ar­beits­zeit wird in ein Ar­beits­zeit­kon­to über­tra­gen (Ziff. 2 und Ziff. 4 der Be­triebs­ver­ein­ba­rung; vgl. da­zu auch BAG 10. No­vem­ber 2010 - 5 AZR 766/09 - Rn. 13, EzA BGB 2002 § 611 Ar­beits­zeit­kon­to Nr. 3; 6. Ju­li 2011 - 4 AZR 424/09 - Rn. 50).

b) Eben­so we­nig er­gibt sich der Kla­ge­an­spruch aus § 611 Abs. 1 BGB iVm. dem Ar­beits­ver­trag vom 24. Ju­ni 2005.
 


- 6 -

aa) Der Sach­vor­trag der Kläge­rin enthält kei­ne An­halts­punk­te dafür, aus dem Ar­beits­ver­trag ließe sich her­lei­ten, dass die Dif­fe­renz zwi­schen ver­trag­li­cher und ta­rif­li­cher Wo­chen­ar­beits­zeit als Mehr­ar­beit auf dem Ar­beits­zeit­kon­to ver­bucht wer­den sol­le.

bb) Aus § 611 Abs. 1 BGB kann der Ar­beit­neh­mer ei­nen An­spruch auf kor­rek­te Führung des Ar­beits­zeit­kon­tos ha­ben (vgl. BAG 19. März 2008 - 5 AZR 328/07 - Rn. 10 mwN, AP BGB § 611 Fei­er­tags­vergütung Nr. 1). Die Gut­schrift von Ar­beits­stun­den setzt aber vor­aus, dass die gut­zu­schrei­ben­den St­un­den nicht vergütet wur­den oder die dafür ge­leis­te­te Vergütung vom Ar­beit­ge­ber we­gen ei­nes Ent­gelt­fort­zah­lungs­tat­be­stands auch oh­ne tatsächli­che Ar­beits­leis­tung hätte er­bracht wer­den müssen (BAG 10. No­vem­ber 2010 - 5 AZR 766/09 - Rn. 16, EzA BGB 2002 § 611 Ar­beits­zeit­kon­to Nr. 3).


cc) Die Kläge­rin hat im streit­ge­genständ­li­chen Zeit­raum Vergütung für 40 Ar­beits­stun­den wöchent­lich er­hal­ten. Aus­ge­hend von den er­teil­ten Lohn­ab­rech­nun­gen steht dies zwi­schen den Par­tei­en außer Streit. Da­mit sind aber die St­un­den, die laut Kla­ge­an­trag auf dem Ar­beits­zeit­kon­to der Kläge­rin in der Spal­te „FLEX“ als Mehr­ar­beit ver­bucht wer­den sol­len, von der Be­klag­ten lau­fend vergütet wor­den. Dar­an ändert die - zu­guns­ten der Kläge­rin un­ter­stell­te - Un­wirk­sam­keit der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung ei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 40 St­un­den nach § 4 Abs. 3 TVG nichts. Die Kläge­rin hat al­len­falls für die wöchent­lich „zu viel“ ge­leis­te­ten Ar­beits­stun­den ei­ne zu ge­rin­ge Vergütung er­hal­ten, so­fern auch die ar­beits­ver­trag­li­che Vergütungs­ver­ein­ba­rung - wo­zu es al­ler­dings an Sach­vor­trag der Kläge­rin fehlt - nach § 4 Abs. 3 TVG un­wirk­sam sein soll­te. Ei­ne zu ge­rin­ge Vergütung von ge­leis­te­ten Ar­beits­stun­den be­gründet aber kei­nen An­spruch, die­se St­un­den auf ei­nem Ar­beits­zeit­kon­to als Mehr­ar­beit zu ver­bu­chen, son­dern nur auf Zah­lung der Vergütungs­dif­fe­renz.


II. Die Re­vi­si­on der Kläge­rin ist nicht be­gründet. Für den An­spruch auf Gut­schrift von Ar­beits­stun­den auf dem Ar­beits­zeit­kon­to fehlt es an ei­ner Grund­la­ge (sie­he un­ter I 2). Der erst­mals in der Re­vi­si­ons­in­stanz kla­ge­er­wei­ternd ge­stell­te Hilfs­an­trag ist un­zulässig.
 


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Die Einführung ei­nes zusätz­li­chen Hilfs­an­trags in der Re­vi­si­ons­in­stanz stellt ei­ne nachträgli­che An­spruchshäufung (§ 260 ZPO) und da­mit ei­ne Kla­geände­rung gem. § 263 ZPO dar, oh­ne dass le­dig­lich ei­ner der Fälle des § 264 ZPO vor­lie­gen würde. Die­se Kla­geände­rung ist in der Re­vi­si­ons­in­stanz un­zulässig. Das Re­vi­si­ons­ge­richt kann nicht erst­mals ein bis­her nicht be­schie­de­nes Be­geh­ren be­ur­tei­len, wel­ches die Fest­stel­lung neu­er Tat­sa­chen er­for­dert (BAG 12. Ju­li 2006 - 5 AZR 646/05 - Rn. 17, BA­GE 119, 62; 6. Ju­li 2011 - 4 AZR 424/09 - Rn. 29, je­weils mwN). Nach § 559 Abs. 1 Satz 1 ZPO un­ter­liegt der Be­ur­tei­lung des Re­vi­si­ons­ge­richts nur das­je­ni­ge Par­tei­vor­brin­gen, das aus dem Tat­be­stand des Be­ru­fungs­ur­teils oder dem Sit­zungs­pro­to­koll er­sicht­lich ist. Die Ent­schei­dung über den Hilfs­an­trag würde neue Fest­stel­lun­gen zur Un­wirk­sam­keit der ar­beits­ver­trag­li­chen Vergütungs­ver­ein­ba­rung, der Höhe der ta­rif­li­chen Vergütung so­wie zur Wah­rung der ta­rif­li­chen Aus­schluss­frist er­for­dern.

III. Un­ter Berück­sich­ti­gung der rechts­kräfti­gen Kos­ten­ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts nach § 91a ZPO hin­sicht­lich des in der Be­ru­fungs­in­stanz übe­rein­stim­mend für er­le­digt erklärten Teils des Rechts­streits ha­ben von den Kos­ten des Rechts­streits ers­ter und zwei­ter In­stanz die Kläge­rin 43 % und die Be­klag­te 57 % zu tra­gen, § 92 Abs. 1 ZPO. Die Kos­ten der Re­vi­si­on hat die Kläge­rin gem. § 91 Abs. 1, § 97 Abs. 1 ZPO zu tra­gen.


Müller-Glöge 

Laux 

Biebl

Feld­mei­er 

Chris­ten

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