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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Massenentlassung, EU-Recht
   
Gericht: Europäischer Gerichtshof
Akten­zeichen: C-188/03
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 27.01.2005
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen:
   

UR­TEIL DES GERICH­TSHO­FES (Zwei­te Kam­mer)

27. Ja­nu­ar 2005 *

In der Rechts­sa­che C-188/03

be­tref­fend ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen nach Ar­ti­kel 234 EG, ein­ge­reicht vom Ar­beits­ge­richt Ber­lin (Deutsch­land) mit Ent­schei­dung vom 30. April 2003, beim Ge­richts­hof ein­ge­gan­gen am 7. Mai 2003, in dem Ver­fah­ren

Irm­traud Junk

ge­gen

Wolf­gang Kühnel

erlässt

DER GERICH­TSHOF (Zwei­te Kam­mer)

un­ter Mit­wir­kung des Kam­mer­präsi­den­ten C. W. A. Tim­mer­m­ans, der Rich­te­rin R. Sil­va de La­pu­er­ta so­wie der Rich­ter C. Gul­mann (Be­richt­er­stat­ter), P. Küris und G. Ares­tis,

Ge­ne­ral­an­walt: A. Tiz­za­no,

Kanz­ler: M.-F. Con­tet, Haupt­ver­wal­tungsrätin,

auf­grund des schrift­li­chen Ver­fah­rens und auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 15. Ju­li 2004,

un­ter Berück­sich­ti­gung der Erklärun­gen

nach Anhörung der Schluss­anträge des Ge­ne­ral­an­walts in der Sit­zung vom 30. Sep­tem­ber 2004

fol­gen­des

Ur­teil

Das Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen be­trifft die Aus­le­gung der Ar­ti­kel 1 bis 4 der Richt­li­nie 98/59/EG des Ra­tes vom 20. Ju­li 1998 zur An­glei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über Mas­sen­ent­las­sun­gen (ABI. L 225, S. 16, im Fol­gen­den: Richt­li­nie).

Die­ses Er­su­chen er­geht im Rah­men ei­nes Rechts­streits zwi­schen Frau Junk (im Fol­gen­den: Kläge­rin) und Rechts­an­walt Kühnel (im Fol­gen­den: Be­klag­ter) als In­sol­venz­ver­wal­ter der Ge­sell­schaft, bei der die Kläge­rin beschäftigt war, über de­ren Ent­las­sung.

Recht­li­cher Rah­men

Ge­mein­schafts­recht

Die Ar­ti­kel 1 bis 4 der Richt­li­nie be­stim­men:

"Ar­ti­kel 1

(1) Für die Durchführung die­ser Richt­li­nie gel­ten fol­gen­de Be­griffs­be­stim­mun­gen:

a) "Mas­sen­ent­las­sun­gen" sind Ent­las­sun­gen, die ein Ar­beit­ge­ber aus ei­nem oder meh­re­ren Gründen, die nicht in der Per­son der Ar­beit­neh­mer lie­gen, vor­nimmt und bei de­nen — nach Wahl der Mit­glied­staa­ten — die Zahl der Ent­las­sun­gen

i) ent­we­der in­ner­halb ei­nes Zeit­raums von 30 Ta­gen

ii) oder in­ner­halb ei­nes Zeit­raums von 90 Ta­gen min­des­tens 20, und zwar un­abhängig da­von, wie vie­le Ar­beit­neh­mer in der Re­gel in dem be­tref­fen­den Be­trieb beschäftigt sind,

beträgt;

Ar­ti­kel 2

(1) Be­ab­sich­tigt ein Ar­beit­ge­ber, Mas­sen­ent­las­sun­gen vor­zu­neh­men, so hat er die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter recht­zei­tig zu kon­sul­tie­ren, um zu ei­ner Ei­ni­gung zu ge­lan­gen.

(2) Die­se Kon­sul­ta­tio­nen er­stre­cken sich zu­min­dest auf die Möglich­keit, Mas­sen­ent­las­sun­gen zu ver­mei­den oder zu be­schränken, so­wie auf die Möglich­keit, ih­re Fol­gen durch so­zia­le Be­gleit­maßnah­men, die ins­be­son­de­re Hil­fen für ei­ne an­der­wei­ti­ge Ver­wen­dung oder Um­schu­lung der ent­las­se­nen Ar­beit­neh­mer zum Ziel ha­ben, zu mil­dern.

Die Mit­glied­staa­ten können vor­se­hen, dass die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter gemäß den in­ner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und/oder Prak­ti­ken Sach­verständi­ge hin­zu­zie­hen können.

(3) Da­mit die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter kon­struk­ti­ve Vor­schläge un­ter­brei­ten können, hat der Ar­beit­ge­ber ih­nen recht­zei­tig im Ver­lauf der Kon­sul­ta­tio­nen

a) die zweck­dien­li­chen Auskünf­te zu er­tei­len und

b) in je­dem Fall schrift­lich Fol­gen­des mit­zu­tei­len:

i) die Gründe der ge­plan­ten Ent­las­sung;

ii) die Zahl und die Ka­te­go­ri­en der zu ent­las­sen­den Ar­beit­neh­mer;

iii) die Zahl und die Ka­te­go­ri­en der in der Re­gel beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer;

iv) den Zeit­raum, in dem die Ent­las­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den sol­len;

v) die vor­ge­se­he­nen Kri­te­ri­en für die Aus­wahl der zu ent­las­sen­den Ar­beit­neh­mer, so­weit die in­ner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und/oder Prak­ti­ken dem Ar­beit­ge­ber die Zuständig­keit dafür zu­er­ken­nen;

vi) die vor­ge­se­he­ne Me­tho­de für die Be­rech­nung et­wai­ger Ab­fin­dun­gen, so­weit sie sich nicht aus den in­ner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und/oder Prak­ti­ken er­ge­ben.

Der Ar­beit­ge­ber hat der zuständi­gen Behörde ei­ne Ab­schrift zu­min­dest der in Un­ter­ab­satz 1 Buch­sta­be b Zif­fern i bis v ge­nann­ten Be­stand­tei­le der schrift­li­chen Mit­tei­lung zu über­mit­teln.

Ar­ti­kel 3

(1) Der Ar­beit­ge­ber hat der zuständi­gen Behörde al­le be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen schrift­lich an­zu­zei­gen.

Die Mit­glied­staa­ten können je­doch vor­se­hen, dass im Fall ei­ner ge­plan­ten Mas­sen­ent­las­sung, die auf­grund ei­ner ge­richt­li­chen Ent­schei­dung über die Ein­stel­lung der Tätig­keit des Be­triebs er­folgt, der Ar­beit­ge­ber die­se der zuständi­gen Behörde nur auf de­ren Ver­lan­gen schrift­lich an­zu­zei­gen hat.
Die An­zei­ge muss al­le zweck­dien­li­chen An­ga­ben über die be­ab­sich­tig­te Mas­sen­ent­las­sung und die Kon­sul­ta­tio­nen der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter gemäß Ar­ti­kel 2 ent­hal­ten, ins­be­son­de­re die Gründe der Ent­las­sung, die Zahl der zu ent­las­sen­den Ar­beit­neh­mer, die Zahl der in der Re­gel beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer und den Zeit­raum, in dem die Ent­las­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den sol­len.

(2) Der Ar­beit­ge­ber hat den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern ei­ne Ab­schrift der in Ab­satz 1 ge­nann­ten An­zei­ge zu über­mit­teln.

Die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter können et­wai­ge Be­mer­kun­gen an die zuständi­ge Behörde rich­ten.

Ar­ti­kel 4

(1) Die der zuständi­gen Behörde an­ge­zeig­ten be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen wer­den frühes­tens 30 Ta­ge nach Ein­gang der in Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 ge­nann­ten An­zei­ge wirk­sam; die im Fall der Ein­zelkündi­gung für die Kündi­gungs­frist gel­ten­den Be­stim­mun­gen blei­ben un­berührt.

Die Mit­glied­staa­ten können der zuständi­gen Behörde je­doch die Möglich­keit einräum­en, die Frist des Un­ter­ab­sat­zes 1 zu verkürzen.

(2) Die Frist des Ab­sat­zes 1 muss von der zuständi­gen Behörde da­zu be­nutzt wer­den, nach Lösun­gen für die durch die be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen auf­ge­wor­fe­nen Pro­ble­me zu su­chen.

(3) So­weit die ursprüng­li­che Frist des Ab­sat­zes 1 we­ni­ger als 60 Ta­ge beträgt, können die Mit­glied­staa­ten der zuständi­gen Behörde die Möglich­keit einräum­en, die ursprüng­li­che Frist auf 60 Ta­ge, vom Zu­gang der An­zei­ge an ge­rech­net, zu verlängern, wenn die Ge­fahr be­steht, dass die durch die be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen auf­ge­wor­fe­nen Pro­ble­me in­ner­halb der ursprüng­li­chen Frist nicht gelöst wer­den können.

Die Mit­glied­staa­ten können der zuständi­gen Behörde wei­ter ge­hen­de Verlänge­rungsmöglich­kei­ten einräum­en.

Die Verlänge­rung ist dem Ar­beit­ge­ber vor Ab­lauf der ursprüng­li­chen Frist des Ab­sat­zes 1 mit­zu­tei­len und zu be­gründen.

(4) Die Mit­glied­staa­ten können da­von ab­se­hen, die­sen Ar­ti­kel im Fall von Mas­sen­ent­las­sun­gen in­fol­ge ei­ner Ein­stel­lung der Tätig­keit des Be­triebs an­zu­wen­den, wenn die­se Ein­stel­lung auf­grund ei­ner ge­richt­li­chen Ent­schei­dung er­folgt."

Na­tio­na­les Recht

Im deut­schen Recht sind die Ver­fah­ren für Mas­sen­ent­las­sun­gen in den §§ 17 und 18 des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes ge­re­gelt, die im Rah­men ei­nes ge­richt­li­chen In­sol­venz­ver­fah­rens gel­ten. Die maßgeb­li­che Fas­sung die­ses Ge­set­zes ist die der Be­kannt­ma­chung vom 25. Au­gust 1969 (BGBl. 1969 I, S. 1317), geändert durch das Ge­setz vom 23. Ju­li 2001 (BGBl. 2001 I, S. 1852) (im Fol­gen­den: KSchG).

Gemäß § 17 KSchG ist der Ar­beit­ge­ber, wenn er be­ab­sich­tigt, ei­ne be­stimm­te An­zahl von Ar­beit­neh­mern in­ner­halb von 30 Ka­len­der­ta­gen zu ent­las­sen, ver­pflich­tet,

§ 18 KSchG sieht Fol­gen­des vor:

"(1) Ent­las­sun­gen, die nach § 17 an­zu­zei­gen sind, wer­den vor Ab­lauf ei­nes Mo­nats nach Ein­gang der An­zei­ge beim Ar­beits­amt nur mit des­sen Zu­stim­mung wirk­sam; die Zu­stim­mung kann auch rück­wir­kend bis zum Ta­ge der An­trag­stel­lung er­teilt wer­den.

(2) Das Ar­beits­amt kann im Ein­zel­fall be­stim­men, dass die Ent­las­sun­gen nicht vor Ab­lauf von längs­tens zwei Mo­na­ten nach Ein­gang der An­zei­ge wirk­sam wer­den."

Da­ne­ben hat ein Ar­beit­ge­ber, der Mas­sen­ent­las­sun­gen vor­neh­men will, gemäß § 102 des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes in der Fas­sung vom 25. Sep­tem­ber 2001 (BGBl. 2001 I, S. 2518), geändert durch das Ge­setz vom 10. De­zem­ber 2001 (BGBl. 2001 I, S. 3443) (im Fol­gen­den: Be­trVG), das Mit­be­stim­mungs­recht des Be­triebs­rats zu be­ach­ten. Ei­ne oh­ne Anhörung des Be­triebs­rats aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung ist un­wirk­sam.

Sch­ließlich verfügt der Be­triebs­rat im Fall ei­ner Be­triebsände­rung, die ei­ne Mas­sen­ent­las­sung ein­sch­ließt, nach §§ 111 ff. Be­trVG über ein Be­tei­li­gungs­recht. Wird ei­ne Be­triebsände­rung oh­ne Be­ach­tung die­ser Be­stim­mun­gen vor­ge­nom­men, so ist der Ar­beit­ge­ber gemäß § 113 Be­trVG zum Er­satz des Scha­dens in Form ei­ner Ab­fin­dungs­zah­lung ver­pflich­tet.

Aus­gangs­rechts­streit und Vor­la­ge­fra­gen

Die Kläge­rin war bei der AWO Ge­meinnützi­ge Pfle­ge­ge­sell­schaft Südwest mbH (im Fol­gen­den: AWO) als Pfle­ge­hel­fe­rin/Haus­pfle­ge­rin beschäftigt. Die AWO be­trieb ein Un­ter­neh­men für Haus­pfle­ge­dienst­leis­tun­gen und beschäftig­te et­wa 430 Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer. Ein Be­triebs­rat war ge­bil­det wor­den.

Am 31. Ja­nu­ar 2002 stell­te die AWO auf­grund von Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten ei­nen An­trag auf Eröff­nung des In­sol­venz­ver­fah­rens. Mit Wir­kung vom 1. Fe­bru­ar 2002 stell­te sie sämt­li­che Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von der Ver­pflich­tung zur Ar­beits­leis­tung frei und zahl­te auch die Vergütung für den Mo­nat Ja­nu­ar 2002 nicht. Mit­te Ju­ni 2002 wa­ren noch 176 Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer beschäftigt. En­de Au­gust 2002 war die­se Zahl auf 172 zurück­ge­gan­gen.

Am 5. Fe­bru­ar 2002 wur­de das vorläufi­ge In­sol­venz­ver­fah­ren und am 1. Mai 2002 das endgülti­ge In­sol­venz­ver­fah­ren eröff­net. Als In­sol­venz­ver­wal­ter wur­de der Be­klag­te be­stellt.

Mit Schrei­ben vom 19. Ju­ni 2002, das dem Vor­sit­zen­den des Be­triebs­rats noch am sel­ben Tag zu­ging, teil­te der Be­klag­te dem Be­triebs­rat mit, dass er we­gen der Sch­ließung des Be­trie­bes be­ab­sich­ti­ge, sämt­li­che noch be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­se, dar­un­ter das der Kläge­rin, mit der im In­sol­venz­ver­fah­ren vor­ge­se­he­nen Höchst­frist von drei Mo­na­ten zum 30. Sep­tem­ber 2002 zu kündi­gen und ei­ne Mas­sen­ent­las­sung durch­zuführen. Dem Schrei­ben bei­gefügt war ei­ne Lis­te mit den Na­men, An­schrif­ten und Ge­burts­da­ten so­wie wei­te­ren Da­ten der zu ent­las­sen­den Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer.

Mit Schrei­ben vom 26. Ju­ni 2002 teil­te der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­de dem Be­klag­ten mit, dass ei­ne zügi­ge Ab­wick­lung der An­ge­le­gen­heit auch im Sin­ne des Be­triebs­rats sei.

Zu­vor hat­te der Be­klag­te mit dem Be­triebs­rat am 23. Mai 2002 ei­nen so ge­nann­ten In­ter­es­sen­aus­gleich über die Ein­stel­lung des Geschäfts­be­triebs der AWO und ei­nen So­zi­al­plan im Sin­ne des § 112 Be­trVG ver­ein­bart.

Mit Schrei­ben vom 27. Ju­ni 2002, das der Kläge­rin am 29. Ju­ni 2002 zu­ging, kündig­te der Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis der Kläge­rin aus be­triebs­be­ding­ten Gründen zum 30. Sep­tem­ber 2002.

Mit der beim Ar­beits­ge­richt Ber­lin am 17. Ju­li 2002 ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge wand­te sich die Kläge­rin ge­gen die­se Kündi­gung.

Mit Schrei­ben vom 27. Au­gust 2002, das am sel­ben Tag beim Ar­beits­amt ein­ging, zeig­te der Be­klag­te die­sem die Ent­las­sung von 172 Beschäftig­ten zum 30. Sep­tem­ber 2002 gemäß § 17 Ab­satz 3 KSchG an. Er fügte die­ser An­zei­ge die Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats bei.

Vor dem Ar­beits­ge­richt macht die Kläge­rin gel­tend, dass ih­re Kündi­gung un­wirk­sam sei.

Nach Auf­fas­sung des vor­le­gen­den Ge­richts hängt die Ent­schei­dung des Rechts­streits von der Fra­ge ab, ob die frag­li­che Kündi­gung we­gen Ver­s­toßes ge­gen die Vor­schrif­ten über Mas­sen­ent­las­sun­gen gemäß § 18 Ab­satz 1 KSchG un­wirk­sam ist.

Nach der bis­her herr­schen­den Mei­nung knüpften die Mas­sen­ent­las­sungs­vor­schrif­ten nicht an die Kündi­gun­gen, son­dern an das tatsächli­che Aus­schei­den der Ar­beit­neh­mer aus dem Be­trieb in der Re­gel mit dem Aus­lau­fen der Kündi­gungs­fris­ten an.

In den §§ 17 und 18 KSchG eben­so wie in der deut­schen Fas­sung der Richt­li­nie 98/59 sei von „Ent­las­sung" und nicht von „Kündi­gung" die Re­de.

Bei­de Be­grif­fe hätten im deut­schen Recht ei­ne un­ter­schied­li­che Be­deu­tung: Un­ter „Kündi­gung" wer­de die auf die Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­rich­te­te ein­sei­ti­ge Wil­lens­erklärung ei­ner der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en ver­stan­den, während un­ter „Ent­las­sung" die tatsächli­che Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund ar­beit­ge­ber­sei­ti­ger Kündi­gung ver­stan­den wer­de.

Über­tra­gen auf die Mas­sen­ent­las­sungs­vor­schrif­ten be­deu­te die­se Un­ter­schei­dung, dass es für das Vor­lie­gen ei­ner Mas­sen­ent­las­sung nicht auf den Zeit­punkt des Aus­spruchs der Kündi­gun­gen an­kom­me, son­dern auf den Zeit­punkt des Aus­lau­fens der in­di­vi­du­el­len Kündi­gungs­fris­ten. Da­her ha­be der Ar­beit­ge­ber die Möglich­keit, auch erst nach dem Aus­spruch der Kündi­gun­gen den Be­triebs­rat zu be­tei­li­gen und An­zei­ge beim Ar­beits­amt zu er­stat­ten, so­lan­ge er dies vor der tatsächli­chen Be­en­di­gung der Ar­beits­verhält­nis­se tue.

Nach Auf­fas­sung des vor­le­gen­den Ge­richts ist der Be­griff „Ent­las­sung" im Sin­ne der Richt­li­nie 98/59 je­doch als gleich­be­deu­tend mit ar­beit­ge­ber­sei­ti­ger Kündi­gung aus­zu­le­gen, so dass nach den Be­stim­mun­gen der Mas­sen­ent­las­sungs­richt­li­nie das Ver­fah­ren zur Kon­sul­ta­ti­on der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter und zur An­zei­ge bei der Behörde vor dem Aus­spruch der Kündi­gun­gen vollständig ab­ge­schlos­sen sein müsse.

Das Ar­beits­ge­richt Ber­lin hat da­her das Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Ge­richts­hof fol­gen­de Fra­gen zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt:

  1. Ist die Richt­li­nie 98/59/EG da­hin ge­hend aus­zu­le­gen, dass un­ter „Ent­las­sung" im Sin­ne des Ar­ti­kels 1 Ab­satz 1 Buch­sta­be a der Richt­li­nie die Kündi­gung als der ers­te Akt zur Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu ver­ste­hen ist, oder meint „Ent­las­sung" die Be­en­di­gung des Ar­beit­verhält­nis­ses mit dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist?
  2. Falls un­ter „Ent­las­sung" die Kündi­gung zu ver­ste­hen ist, ver­langt die Richt­li­nie, dass so­wohl das Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren im Sin­ne des Ar­ti­kels 2 der Richt­li­nie als auch das An­zei­ge­ver­fah­ren im Sin­ne der Ar­ti­kel 3 und 4 der Richt­li­nie vor dem Aus­spruch der Kündi­gun­gen ab­ge­schlos­sen sein müssen?

Zu den Vor­la­ge­fra­gen

Im Aus­gangs­rechts­streit geht es um die Be­ur­tei­lung der Rechtmäßig­keit ei­ner Ent­las­sung un­ter dem Ge­sichts­punkt der Kon­sul­ta­ti­ons- und An­zei­ge­ver­fah­ren im Sin­ne des Ar­ti­kels 2 so­wie der Ar­ti­kel 3 und 4 der Richt­li­nie. Für die­se Be­ur­tei­lung muss der Zeit­punkt be­stimmt wer­den, zu dem ei­ne Ent­las­sung er­folgt, d. h. das Er­eig­nis ein­tritt, das als Ent­las­sung gilt.

Für die Ent­schei­dung des Aus­gangs­rechts­streits muss al­so der In­halt des Be­grif­fes „Ent­las­sung" im Sin­ne der Richt­li­nie be­stimmt wer­den.

In Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1 Buch­sta­be a der Richt­li­nie wird der Be­griff „Mas­sen­ent­las­sun­gen" de­fi­niert, aber we­der an­ge­ge­ben, wel­cher Um­stand ei­ne Ent­las­sung be­wirkt, noch in­so­weit auf das Recht der Mit­glied­staa­ten ver­wie­sen.

Hier­zu ist dar­an zu er­in­nern, dass die ein­heit­li­che An­wen­dung des Ge­mein­schafts­rechts und der Gleich­heits­satz ver­lan­gen, dass Be­grif­fe ei­ner Vor­schrift des Ge­mein­schafts­rechts, die für die Er­mitt­lung ih­res Sin­nes und ih­rer Be­deu­tung nicht aus­drück­lich auf das Recht der Mit­glied­staa­ten ver­weist, in der Re­gel in der ge­sam­ten Ge­mein­schaft au­to­nom und ein­heit­lich aus­ge­legt wer­den, wo­bei die­se Aus­le­gung un­ter Berück­sich­ti­gung des Re­ge­lungs­zu­sam­men­hangs und des mit der Re­ge­lung ver­folg­ten Zwe­ckes zu er­mit­teln ist (vgl. ins­be­son­de­re Ur­tei­le vom 19. Sep­tem­ber 2000 in der Rechts­sa­che C-287/98, Lins­ter, Slg. 2000, 1-6917, Rand­nr. 43, und vom 12. Ok­to­ber 2004 in der Rechts­sa­che C-55/02, Kom­mis­si­on/ Por­tu­gal, Sig. 2004, 1-9387, Rand­nr. 45).

Der Be­griff „Ent­las­sung" im Sin­ne der Ar­ti­kel 2 bis 4 der Richt­li­nie ist da­her in der Ge­mein­schafts­rechts­ord­nung au­to­nom und ein­heit­lich aus­zu­le­gen.

Zur ers­ten Fra­ge

Mit sei­ner ers­ten Fra­ge möch­te das vor­le­gen­de Ge­richt im We­sent­li­chen wis­sen, ob die Ar­ti­kel 2 bis 4 der Richt­li­nie da­hin aus­zu­le­gen sind, dass die Kündi­gungs­erklärung des Ar­beit­ge­bers das Er­eig­nis ist, das als Ent­las­sung gilt, oder da­hin, dass die tatsächli­che Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist die­ses Er­eig­nis dar­stellt.

Nach den An­ga­ben des vor­le­gen­den Ge­richts be­zieht sich der in der deut­schen Fas­sung der Richt­li­nie ver­wen­de­te Be­griff „Ent­las­sung" im deut­schen Recht auf die tatsächli­che Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses und nicht auf die Kündi­gungs­erklärung des Ar­beit­ge­bers.

Nach ständi­ger Recht­spre­chung ver­bie­tet die Not­wen­dig­keit ein­heit­li­cher An­wen­dung und da­mit Aus­le­gung ei­ner Vor­schrift des Ge­mein­schafts­rechts, sie in ei­ner ih­rer Fas­sun­gen iso­liert zu be­trach­ten, son­dern ge­bie­tet viel­mehr, sie nach dem wirk­li­chen Wil­len ih­res Ur­he­bers und dem von die­sem ver­folg­ten Zweck na­ment­lich im Licht ih­rer Fas­sung in al­len Spra­chen aus­zu­le­gen (vgl. ins­be­son­de­re Ur­tei­le vom 12. No­vem­ber 1969 in der Rechts­sa­che 26/69, Stau­der, Slg. 1969, 419, Rand­nr. 3, vom 7. Ju­li 1988 in der Rechts­sa­che 55/87, Mok­sel, Slg. 1988, 3845, Rand­nr. 15, vom 20. No­vem­ber 2001 in der Rechts­sa­che C-268/99, Ja­ny, Slg. 2001, 1-8615, Rand­nr. 47).

Was die Richt­li­nie an­geht, so de­cken die in den an­de­ren Sprach­fas­sun­gen als der deut­schen für „Ent­las­sung" ver­wen­de­ten Be­grif­fe ent­we­der bei­de vom vor­le­gen­den Ge­richt ge­nann­ten Er­eig­nis­se, oder sie ha­ben eher die Be­deu­tung von ar­beit­ge­ber­sei­ti­ger Kündi­gungs­erklärung.

So­dann ist fest­zu­stel­len, dass Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 der Richt­li­nie ei­ne Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers vor­sieht, die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter recht­zei­tig zu kon­sul­tie­ren, wenn er „be­ab­sich­tigt, Mas­sen­ent­las­sun­gen vor­zu­neh­men". Nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 der Richt­li­nie hat der Ar­beit­ge­ber der zuständi­gen Behörde „al­le be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen ... an­zu­zei­gen".

Das Tat­be­stands­merk­mal, dass ein Ar­beit­ge­ber Mas­sen­ent­las­sun­gen „be­ab­sich­tigt", ent­spricht ei­nem Fall, in dem noch kei­ne Ent­schei­dung ge­trof­fen wor­den ist. Da­ge­gen ist die Mit­tei­lung der Kündi­gung des Ar­beits­ver­trags Aus­druck ei­ner Ent­schei­dung, das Ar­beits­verhält­nis zu be­en­den, und des­sen tatsächli­che Be­en­di¬gung mit dem Ab­lauf der Kündi­gungs­frist stellt nur die Wir­kung die­ser Ent­schei­dung dar.

Da­mit sind die vom Ge­mein­schafts­ge­setz­ge­ber ver­wen­de­ten Be­grif­fe ein In­diz dafür, dass die Kon­sul­ta­ti­ons- und An­zei­ge­pflich­ten vor ei­ner Ent­schei­dung des Ar­beit­ge­bers zur Kündi­gung von Ar­beits­verträgen ent­ste­hen.

Die­se Aus­le­gung wird, was das Ver­fah­ren der Kon­sul­ta­ti­on der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter an­geht, schließlich durch das in Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 der Richt­li­nie vor­ge­ge­be­ne Ziel bestätigt, Kündi­gun­gen zu ver­mei­den oder ih­re Zahl zu be­schränken. Die­ses Ziel ließe sich nicht er­rei­chen, wenn die Kon­sul­ta­ti­on der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter nach der Ent­schei­dung des Ar­beit­ge­bers stattfände.

Da­her ist auf die ers­te Fra­ge zu ant­wor­ten, dass die Ar­ti­kel 2 bis 4 der Richt­li­nie da­hin aus­zu­le­gen sind, dass die Kündi­gungs­erklärung des Ar­beit­ge­bers das Er­eig­nis ist, das als Ent­las­sung gilt.

Zur zwei­ten Fra­ge

Mit sei­ner zwei­ten Fra­ge möch­te das vor­le­gen­de Ge­richt wis­sen, ob der Ar­beit­ge­ber Mas­sen­ent­las­sun­gen vor­neh­men darf, be­vor das Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren im Sin­ne des Ar­ti­kels 2 der Richt­li­nie und das An­zei­ge­ver­fah­ren im Sin­ne der Ar­ti­kel 3 und 4 der Richt­li­nie be­en­det sind.

Aus der Ant­wort auf die ers­te Fra­ge geht be­reits her­vor, dass der Ar­beit­ge­ber Ar­beits­verträge nicht kündi­gen darf, be­vor er die­se bei­den Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet hat.

Das Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­ren wird gemäß Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 der Richt­li­nie geführt, „um zu ei­ner Ei­ni­gung zu ge­lan­gen". Die Kon­sul­ta­tio­nen er­stre­cken sich nach Ab­satz 2 die­ses Ar­ti­kels „zu­min­dest auf die Möglich­keit, Mas­sen­ent­las­sun­gen zu ver­mei­den oder zu be­schränken, so­wie auf die Möglich­keit, ih­re Fol­gen durch so­zia­le Be­gleit­maßnah­men ... zu mil­dern".

Das zeigt, dass Ar­ti­kel 2 ei­ne Ver­pflich­tung zu Ver­hand­lun­gen be­gründet.

Die prak­ti­sche Wirk­sam­keit ei­ner sol­chen Ver­pflich­tung wäre be­ein­träch­tigt, wenn der Ar­beit­ge­ber die Ar­beits­verträge während oder so­gar schon zu Be­ginn des Ver­fah­rens kündi­gen dürf­te. Für die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter wäre es er­heb­lich schwie­ri­ger, die Rück­nah­me ei­ner be­reits ge­trof­fe­nen Ent­schei­dung zu er­rei­chen als den Ver­zicht auf ei­ne be­ab­sich­tig­te Ent­schei­dung.

Die Kündi­gung des Ar­beits­ver­trags darf al­so erst nach En­de des Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­rens aus­ge­spro­chen wer­den, d. h., nach­dem der Ar­beit­ge­ber die Ver­pflich­tun­gen nach Ar­ti­kel 2 der Richt­li­nie erfüllt hat.

Zum An­zei­ge­ver­fah­ren sieht Ar­ti­kel 3 der Richt­li­nie, wie erwähnt, vor, dass der Ar­beit­ge­ber der zuständi­gen Behörde „al­le be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen" an­zu­zei­gen hat.

Nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 der Richt­li­nie be­steht der Zweck der An­zei­ge dar­in, es der zuständi­gen Behörde zu ermögli­chen, nach Lösun­gen für die durch die be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen auf­ge­wor­fe­nen Pro­ble­me zu su­chen.

Wei­ter muss die zuständi­ge Behörde nach die­ser Be­stim­mung die Frist des Ar­ti­kels 4 Ab­satz 1 für die Su­che nach sol­chen Lösun­gen nut­zen.

Die­se Frist beträgt min­des­tens 30 Ta­ge ab der An­zei­ge. Un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des Ar­ti­kels 4 Ab­satz 1 Un­ter­ab­satz 2 und Ab­satz 3 der Richt­li­nie können die Mit­glied­staa­ten der zuständi­gen Behörde die Möglich­keit einräum­en, die­se Frist zu verkürzen oder zu verlängern.
so Nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Un­ter­ab­satz 1 der Richt­li­nie wer­den die Mas­sen-ent­las­sun­gen, d. h. die Kündi­gun­gen der Ar­beits­verträge, erst mit dem Ab­lauf der gel­ten­den Frist wirk­sam.

Die­se Frist ent­spricht folg­lich dem Min­dest­zeit­raum, der der zuständi­gen Behörde für die Su­che nach Lösun­gen zur Verfügung ste­hen muss.

Da nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Un­ter­ab­satz 1 der Richt­li­nie die im Fall der Ein­zelkündi­gung für die Kündi­gungs­frist gel­ten­den Be­stim­mun­gen aus­drück­lich un­berührt blei­ben, muss sich die­se Be­stim­mung zwangsläufig auf den Fall be­reits aus­ge­spro­che­ner Kündi­gun­gen be­zie­hen, die ei­ne sol­che Frist in Gang set­zen. Der Vor­be­halt des Ab­laufs ei­ner an­de­ren als der in der Richt­li­nie vor­ge­se­he­nen Kündi­gungs­frist wäre nämlich sinn­los, wenn über­haupt kei­ne Frist zu lau­fen be­gon­nen hätte.

Dem­nach ist fest­zu­stel­len, dass die Ar­ti­kel 3 und 4 der Richt­li­nie der Kündi­gung von Ar­beits­verträgen während des durch sie ein­geführ­ten Ver­fah­rens nicht ent­ge­gen­ste­hen, so­fern die­se Kündi­gung nach der An­zei­ge der be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sung bei der zuständi­gen Behörde er­folgt.

Da­her ist auf die zwei­te Fra­ge zu ant­wor­ten, dass der Ar­beit­ge­ber Mas­sen­ent­las­sun­gen nach En­de des Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­rens im Sin­ne des Ar­ti­kels 2 der Richt­li­nie und nach der An­zei­ge der be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sung im Sin­ne der Ar­ti­kel 3 und 4 der Richt­li­nie vor­neh­men darf.

Kos­ten

Für die Par­tei­en des Aus­gangs­ver­fah­rens ist das Ver­fah­ren ein Zwi­schen­streit in dem bei dem vor­le­gen­den Ge­richt anhängi­gen Rechts­streit; die Kos­ten­ent­schei­dung ist da­her Sa­che die­ses Ge­richts. Die Aus­la­gen an­de­rer Be­tei­lig­ter für die Ab­ga­be von Erklärun­gen vor dem Ge­richts­hof sind nicht er­stat­tungsfähig.

Aus die­sen Gründen hat der Ge­richts­hof (Zwei­te Kam­mer) für Recht er­kannt:

  1. Die Ar­ti­kel 2 bis 4 der Richt­li­nie 98/59/EG des Ra­tes vom 20. Ju­li 1998 zur An­glei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über Mas­sen­ent­las­sun­gen sind da­hin aus­zu­le­gen, dass die Kündi­gungs­erklärung des Ar­beit­ge­bers das Er­eig­nis ist, das als Ent­las­sung gilt.
  2. Der Ar­beit­ge­ber darf Mas­sen­ent­las­sun­gen nach En­de des Kon­sul­ta­ti­ons­ver­fah­rens im Sin­ne des Ar­ti­kels 2 der Richt­li­nie 98/59 und nach der An­zei­ge der be­ab­sich­tig­ten Mas­sen­ent­las­sung im Sin­ne der Ar­ti­kel 3 und 4 der Richt­li­nie vor­neh­men.

* Ver­fah­rens­spra­che: Deutsch.

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