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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Bereitschaftsdienst, Vergütung
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg
Akten­zeichen: 2 Sa 498/09
2 Sa 839/09
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 04.02.2010
   
Leit­sätze:

1. Wech­seln sich Be­rufs­kraft­fah­rer auf länge­ren Tou­ren als Fah­rer und Bei­fah­rer ab, so sind die Zei­ten als Bei­fah­rer als Be­reit­schafts­zei­ten vergütungs­pflich­tig.

2. § 21 a Abs. 3 Nr. 3 Arb­ZG steht dem nicht ent­ge­gen, da die­se Vor­schrift nur die "ar­beits­zeit­schutz­recht­li­che" Her­aus­nah­me die­ser Zei­ten von den Ar­beits­zei­ten re­gelt, nicht aber Re­ge­lun­gen über die Vergütungs­pflicht enthält.

3. Für Be­reit­schafts­zei­ten kann - in­di­vi­du­al­recht­lich oder kol­lek­tiv­recht­lich - ei­ne ge­rin­ge­re Vergütung als für "Vol­l­ar­beits­zeit" ver­ein­bart wer­den (BAG vom 12.03.2008 - 4 AZR 616/06); ist dies nicht ge­sche­hen, sind sie wie Vol­l­ar­beits­zeit zu vergüten.

Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Potsdam, Urteil vom 14.11.2008, 6 Ca 1050/08
   

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg  

Geschäfts­zei­chen (bit­te im­mer an­ge­ben)
2 Sa 498/09
2 Sa 839/09

6 Ca 1050/08
Ar­beits­ge­richt Pots­dam

Verkündet

am 04. Feb. 2010

G.-K., VA
als Ur­kunds­be­am­ter/in
der Geschäfts­stel­le


Im Na­men des Vol­kes

Ur­teil

 

In Sa­chen

pp

hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, 2. Kam­mer,
auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 3. De­zem­ber 2009
durch den Vi­ze­präsi­den­ten des Lan­des­ar­beits­ge­richts Dr. B.
als Vor­sit­zen­den
so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen Frau B.-van E. und Frau J.
für Recht er­kannt:

I. Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Pots­dam vom
14.11.2008 - 6 Ca 1050/08 – wird zurück­ge­wie­sen.

II. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Pots­dam vom
14.11.2008 – 6 Ca 1050/08 – un­ter Zurück­wei­sung der Be­ru­fung im Übri­gen teil­wei­se
da­hin geändert, dass die Be­klag­te ver­ur­teilt wird, an den Kläger 1.659,79 € brut­to
(ein­tau­send­sechs­hun­dert­neun­undfünf­zig 79/100) nebst Zin­sen hier­auf in Höhe von
5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 08.05.2008 zu zah­len und die
Kla­ge im Übri­gen ab­ge­wie­sen wird.

III. Die Kos­ten des Rechts­streits wer­den der Be­klag­ten zu 23 % und dem Kläger zu
77 % auf­er­legt.


IV. Die Re­vi­si­on wird für die Be­klag­te zu­ge­las­sen.

- 3 -

T a t b e s t a n d


Der Kläger, der bei der Be­klag­ten, ei­nem Un­ter­neh­men des Spe­di­ti­ons­ge­wer­bes, in der Zeit vom 14.02.2003 bis zum 31.03.2008 als Kraft­fah­rer beschäftigt war, macht mit der vor­lie­gen­den Kla­ge Vergütungs­dif­fe­renz­ansprüche gel­tend; die­se be­ru­hen im We­sent­li­chen dar­auf, dass der Kläger von ei­ner ge­schul­de­ten Wo­chen­ar­beits­zeit von (nur) 40 St­un­den (Be­klag­te: 48 St­un­den) aus­geht und dass er um­fang­reich Vergütung für Ar­beits- und Be­reit­schafts­zei­ten be­gehrt, die über die­je­ni­gen hin­aus­ge­hen, die von dem di­gi­ta­len Ta­cho­graf er­fasst und von der Be­klag­ten be­zahlt wor­den sind.

Dem Ar­beits­verhält­nis liegt der Ar­beits­ver­trag vom 13. Fe­bru­ar 2003 zu­grun­de; dort heißt es u.a.: 

„§ 3 Be­triebs­ord­nung, Ar­beits­zeit-Mehr­ar­beit

1. ...
2.
3. Für das Fahr­per­so­nal rich­ten sich die Lenk­zei­ten, Lenk­zeit­un­ter­bre­chun­gen, die Ru­he­zei­ten und die Schicht­zeit nach den Be­stim­mun­gen der VO (EWG) 3820/85. Im Übri­gen rich­tet sich die Ar­beits­zeit nach dem Ar­beits­zeit­recht­ge­setz.
4. ...
5. ...
6. ...“

Der Kläger war im sog. Werks­ver­kehr ein­ge­setzt, und zwar für die Fir­ma G./D.. Auf den Fahr­ten wa­ren über­wie­gend 2, teil­wei­se auch 3 Fah­rer im glei­chen Lkw ein­ge­setzt, die sich für die teil­wei­se 30-stündi­gen Fahr­ten ent­spre­chend ab­wech­sel­ten.

Den Fah­rern stand ein „di­gi­ta­ler Ta­cho­graf“ zur Er­fas­sung der je­wei­li­gen Zei­ten zur Verfügung. Die­ser di­gi­ta­le Ta­cho­graf zeich­net – nach Ein­le­gung ei­ner Fah­rer­kar­te - zum

- 4 -

ei­nen tech­nisch die ent­spre­chen­den Fahr­da­ten auf; zusätz­li­che Ar­beits­zei­ten, die vor An­tritt der Fahrt oder da­nach ent­ste­hen, können per Hand ein­ge­ge­ben wer­den.

Mit der vor­lie­gen­den, bei Ge­richt am 2. Ju­ni 2008 ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge be­gehrt der Kläger über die von der Be­klag­ten ge­leis­te­ten Zah­lun­gen hin­aus­ge­hend wei­te­re Vergütungs­zah­lun­gen; er be­haup­tet, in die­ser Zeit ins­ge­samt 765,75 Über­stun­den ge­leis­tet zu ha­ben. Dem legt er zum ei­nen zu­grun­de, dass ar­beits­ver­trag­lich ei­ne 40-St­un­den-Wo­che ver­ein­bart wor­den sei, auf de­ren Grund­la­ge im Verhält­nis zu den ge­leis­te­ten St­un­den sich die­se Mehr­for­de­rung er­ge­be. Zum an­de­ren legt er ei­ne von ihm ge­fer­tig­te St­un­den­auf­stel­lung vor, aus der er er­rech­net, dass er über die di­gi­tal er­fass­ten Zei­ten hin­aus­ge­hend die ent­spre­chen­den wei­te­ren St­un­den ge­leis­tet ha­be. Bei ei­ner Mo­nats­vergütung von 1.636,00 € brut­to und ei­ner zu leis­ten­den durch­schnitt­li­chen St­un­den­zahl von 173 St­un­den er­ge­be sich ein St­un­den­lohn in Höhe von 9,46 € brut­to. Für die von ihm gel­tend ge­mach­ten 765,75 Std. er­ge­be sich so­mit ein Be­trag von 7.243,96 €.

Dem­ge­genüber hat die Be­klag­te die Auf­fas­sung ver­tre­ten, Über­stun­den sei­en nicht an­ge­fal­len. Zwi­schen den Par­tei­en sei ei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit von 48 St­un­den (ge­setz­li­che Höchst­ar­beits­zeit) ver­ein­bart wor­den. Im Hin­blick auf die Neu­re­ge­lung in § 21 a Abs. 3 Arb­ZG sei­en Zei­ten, in de­nen der Kläger nur als Bei­fah­rer tätig ge­we­sen sei, nicht als Ar­beits­zeit zu vergüten. Dem­nach ha­be der Kläger kei­ne Über­stun­den ge­leis­tet und ihm ste­he kei­ne wei­ter­ge­hen­de Vergütung zu.

Von ei­ner nähe­ren Dar­stel­lung des Par­tei­vor­brin­gens ers­ter In­stanz wird un­ter Be­zug­nah­me auf die dort ge­wech­sel­ten Schriftsätze und den Tat­be­stand der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung ab­ge­se­hen; § 69 Abs. 2 ArbGG.

Das Ar­beits­ge­richt Pots­dam hat mit Ur­teil vom 14. No­vem­ber 2008 der Kla­ge teil­wei­se statt­ge­ge­ben, sie im Übri­gen je­doch zurück­ge­wie­sen. Dem Kläger ste­he Vergütung für ins­ge­samt 530,75 Über­stun­den zu, die­se sei­en je­doch nur mit ei­nem St­un­den­satz von 7.36 € zu be­rech­nen, so dass sich ein Ge­samt­an­spruch des Klägers im Um­fang von 4.171,70 € er­ge­be. Zur Be­gründung hat es im We­sent­li­chen aus­geführt, zwi­schen den Par­tei­en gel­te ei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit von 48 St­un­den. Gemäß § 3 Ziff. 2 des Ar­beits­ver­tra­ges ha­be sich die Ar­beits­zeit nach dem Ar­beits­zeit­ge­setz rich­ten sol­len, die­ses se­he ei­ne Ar­beits­zeit von 48 St­un­den vor. So­weit in den Lohn­ab­rech­nun­gen ei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit von 40 St­un­den

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ge­nannt wor­den sei, könne dies nicht zur Grund­la­ge der hie­si­gen Be­rech­nung ge­macht wer­den. Un­ter Zu­grun­de­le­gung ei­ner 48-St­un­den-Wo­che und der vom Kläger be­haup­te­ten Ar­beits­stun­den er­ge­be sich ei­ne Dif­fe­renz von 530,75 St­un­den für den strit­ti­gen Zeit­raum. Die­se sei­en dem Kläger, al­ler­dings nur mit ei­nem St­un­den­lohn von 7,86 €, zu vergüten. Die Be­klag­te könne sich nicht dar­auf be­ru­fen, dass nach § 21 a Abs. 3 Arb­ZG Zei­ten wie Ru­he­pau­sen und Ru­he­zei­ten, War­te­zei­ten etc. nicht als Ar­beits­zei­ten gel­ten würden. Denn die Fra­ge der Vergütungs­pflicht sei un­abhängig von der ar­beits­zeit­recht­li­chen Be­hand­lung der in § 21 a Abs. 3 Arb­ZG de­fi­nier­ten Zei­ten zu be­ant­wor­ten. Der Um­stand, dass der Kläger sich mit ei­nem an­de­ren Fah­rer zwecks Ein­hal­tung der Lenk- und Ru­he­zei­ten als Bei­fah­rer ab­zu­wech­seln ge­habt ha­be so­wie der Um­stand, dass es vor­her­seh­ba­re Zei­ten ge­ge­ben ha­be, in de­nen der Kläger nicht den Lkw ha­be fah­ren können, son­dern ha­be war­ten müssen, führe nicht zu ei­ner Nicht­berück­sich­ti­gung die­ser Zei­ten als zu be­zah­len­de Ar­beits­zei­ten. We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten wird auf die Ent­schei­dungs­gründe (Bl. 142 ff. d. A.) Be­zug ge­nom­men.

Ge­gen die­ses dem Kläger am 17. Fe­bru­ar 2009 und der Be­klag­ten am 19. Fe­bru­ar 2009 zu­ge­stell­te Ur­teil rich­ten sich die Be­ru­fun­gen bei­der Par­tei­en. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten zum Az. 2 Sa 498/09 ist am 11. März 2009 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­gen und mit ei­nem beim Lan­des­ar­beits­ge­richt am 23. März 2009 ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz be­gründet wor­den. Die An­schluss­be­ru­fung des Klägers zum Az. 2 Sa 839/09 ist beim Lan­des­ar­beits­ge­richt am 24. April 2009 ein­ge­gan­gen und zu­gleich be­gründet wor­den.

Die Be­klag­te und Be­ru­fungskläge­rin (2 Sa 498/09) rügt, dass das Ar­beits­ge­richt zur Fra­ge der Ar­beits­zei­ten nur ei­ne sum­ma­ri­sche Prüfung vor­ge­nom­men, nicht aber die je­weils kon­kre­ten Wo­chen er­fasst ha­be. Das Ar­beits­ge­richt un­ter­schei­de auch nicht gehörig zwi­schen Ar­beits­zei­ten, Ru­he­zei­ten, Be­reit­schafts­zei­ten und Lenk­zei­ten. Dies aber sei seit dem Jah­re 2006 nach der neu ge­fass­ten Re­ge­lung des § 21 a Arb­ZG not­wen­dig ge­we­sen. Nur die tatsächli­che Ar­beits­zeit sei vergütungs­pflich­tig. Über­stun­den sei­en we­der an­ge­ord­net noch ge­neh­migt ge­we­sen. Im Übri­gen sei das Ur­teil des­we­gen feh­ler­haft, weil selbst bei Zu­grun­de­le­gung von – wie vom Kläger be­haup­tet - 2.386,75 St­un­den die fest­ste­hen­den Ru­he­pau­sen und Ru­he­zei­ten ab­zu­zie­hen ge­we­sen sei­en. Die­se sei­en je­den­falls nicht zu vergüten. In­so­weit stünden al­len­falls 1.641,44 vergütungs­pflich­ti­ge St­un­den im Raum, wenn man die Zei­ten, die kei­ne Ar­beits­zei­ten sei­en, über­haupt berück­sich­ti­gen könne. Un­ter recht­li­chen Ge­sichts­punk­ten sei zu berück­sich­ti­gen, dass § 21 a Abs. 3 Nr. 3

- 6 -

Ar­beits­zeit­ge­setz nicht der Um­set­zung der Ar­beits­zeit­richt­li­nie, son­dern der Um­set­zung der Richt­li­nie 2002/15 EG des Par­la­ments und des Ra­tes vom 11.03.2002 ge­dient hätten. Des­we­gen sei­en we­der die zu § 5 Arb­ZG er­gan­ge­ne Recht­spre­chung des BAG noch die Recht­spre­chung des EuGH zu den Richt­li­ni­en des Ra­tes 93/104/EG vom 23.11.1993 und 89/391/EG vom 12.06.1989 auf die vor­lie­gen­de Fra­ge über­trag­bar. Auf der Grund­la­ge der Richt­li­nie 2002/15/EG sei je­doch da­von aus­zu­ge­hen, dass nicht nur ei­ne die Fra­ge der Ar­beits­zei­ten re­geln­de Schutz­vor­schrift er­las­sen wor­den sei, son­dern viel­mehr auch ein Rah­men für ein­heit­li­che Vergütungs­be­din­gun­gen ha­be ge­schaf­fen wer­den sol­len. Denn die frag­li­che Richt­li­nie ha­be ins­be­son­de­re auch die An­glei­chung von Wett­be­werbs­be­din­gun­gen wie die Ver­mei­dung von Wett­be­werbs­ver­zer­rung zum Ziel. Un­ter Be­zug­nah­me auf den Wort­laut der Richt­li­nie sei aber fest­zu­stel­len, dass die Be­reit­schafts­zeit ex­pli­zit kei­ne Ar­beits­zeit sei und des­we­gen auch nicht vergütungs­pflich­tig sei. Für die Be­rech­nung der Vergütung sei von den Auf­zeich­nun­gen des di­gi­ta­len Ta­cho­gra­fen aus­zu­ge­hen; die vom Kläger vor­ge­tra­ge­nen St­un­den­auf­stel­lun­gen sei­en un­rich­tig.

Die Be­klag­te und Be­ru­fungskläge­rin zum Az. 2 Sa 498/09 be­an­tragt,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Pots­dam vom 14.11.2008 ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

Der Kläger und Be­ru­fungs­be­klag­te in die­ser Sa­che be­an­tragt,

die Be­ru­fung der Be­klag­ten zurück­zu­wei­sen.


Der Kläger und An­schluss­be­ru­fungskläger be­an­tragt darüber hin­aus,

das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Pots­dam vom 14.11.2008 ab­zuändern und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 7.243,69 € brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 6. Mai 2008 zu zah­len.


Der Kläger und An­schluss­be­ru­fungskläger be­zieht sich zur Stützung sei­ner Kla­ge­for­de­rung auf die von ihm ma­nu­ell ge­fer­tig­ten Auf­zeich­nun­gen. Die dort dar­ge­stell­ten Zei­ten sei­en zum ei­nen zu­tref­fend; zum an­de­ren sei­en die zu­grun­de lie­gen­den Tätig­kei­ten durch die Be­klag­te auf­grund von Tou­ren­plänen auch vor­ge­ge­ben ge­we­sen. Die Aus­wer­tung der di­gi­ta­len

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Ta­cho­gra­fen­da­ten sei nur in­so­weit möglich, wenn auch die Fah­rer­kar­te des Fah­rers in den Ta­cho­gra­fen bzw. das zu führen­de Fahr­zeug ein­ge­steckt wor­den sei. Die Kar­te sei von ihm nur dann in das Fahr­zeug bzw. den di­gi­ta­len Ta­cho­gra­fen ein­ge­steckt wor­den, wenn er auch ge­ar­bei­tet ha­be. Darüber hin­aus sei­en die von ihm an­ge­ge­be­nen Zei­ten zusätz­lich an­ge­fal­len; denn es sei­en über die di­gi­tal er­fass­ten Zei­ten hin­aus­ge­hend wei­te­re Ar­beits- und Be­reit­schafts­zei­ten not­wen­di­ger­wei­se zu leis­ten ge­we­sen. Dies be­tref­fe et­wa Ar­bei­ten des Be- und Ent­la­dens, der Er­le­di­gung von For­ma­litäten etc.

Die Be­klag­te und An­schluss­be­ru­fungs­be­klag­te be­an­tragt,

die An­schluss­be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.

Bei­de Par­tei­en ha­ben nach ent­spre­chen­den Auf­la­gen durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt je­weils un­ter­schied­lich zu den an je­dem ein­zel­nen Tag im An­spruchs­zeit­raum er­folg­ten Tätig­kei­ten im Ein­zel­nen und um­fang­reich vor­ge­tra­gen; die Auf­zeich­nun­gen des di­gi­ta­len Ta­cho­gra­fen sind Ge­gen­stand der Ak­te.

We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des zweit­in­stanz­li­chen Par­tei­vor­brin­gens wird auf die Schriftsätze der Be­klag­ten, Be­ru­fungskläge­rin und An­schluss­be­ru­fungs­be­klag­ten vom 20.03.2009 (Bl. 155 ff. d. A.). vom 19.05.2005 (Bl. 191 ff. d. A.),. vom 13.07.2009 (Bl. 247 ff. d. A.) und vom 28.09.2009 (Bl. 325 ff. d. A.) so­wie auf die­je­ni­gen des Klägers, Be­ru­fungs­be­klag­ten und An­schluss­be­ru­fungsklägers vom 24.04.2009 (Bl. 166 ff. d. A.), 18.06.2009 (Bl. 226 ff. d. A.), 27.08.2009 (Bl. 296 ff. d. A.) und vom 18.11.2009 (Bl. 422 ff. d. A.) so­wie auf sämt­li­che sons­ti­gen Ausführun­gen in den münd­li­chen Ver­hand­lun­gen Be­zug ge­nom­men.


E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

 

1.
Die gemäß §§ 8 Abs. 2, 64 Abs. 1 und 2 ArbGG, 511 ZPO statt­haf­ten Be­ru­fun­gen sind form- und frist­ge­recht im Sin­ne von §§ 64 Abs. 6, 66 Abs. 1 ArbGG, 519 ZPO ein­ge­legt und be­gründet wor­den.

- 8 -

Bei­de Be­ru­fun­gen sind da­her zulässig.

2.
Die Be­ru­fung der Be­klag­ten hat­te teil­wei­se Er­folg, im Übri­gen war sie zurück­zu­wei­sen; die Be­ru­fung des Klägers blieb er­folg­los.

Dem Kläger steht über die schon ge­leis­te­ten Zah­lun­gen hin­aus­ge­hend Vergütung noch im Um­fan­ge von 185,44 St­un­den (di­gi­tal auf­ge­zeich­ne­te Zeit 1.641,44 Std., abzüglich zu leis­ten­der Ar­beits­zeit von 1.456 St­un­den) und 25,83 St­un­den (über die di­gi­ta­len Auf­zeich­nun­gen hin­aus­ge­hen­de Mehr­zeit) zu, mit­hin Vergütung für 211,17 St­un­den zu ei­nem St­un­den­satz von 7,86 EUR, ins­ge­samt al­so 1.659,79 € brut­to. Der darüber hin­aus von ihm gel­tend ge­mach­te Be­trag konn­te nicht zu­ge­spro­chen wer­den.


2.1
Bei der Be­rech­nung der dem Kläger für den frag­li­chen Zeit­raum zu­ste­hen­den Vergütung war, wie es das Ar­beits­ge­richt zu Recht ge­tan hat, zunächst da­von aus­zu­ge­hen, dass die Par­tei­en ei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit von 48 St­un­den ver­ein­bart ha­ben.

Der zwi­schen den Par­tei­en ge­schlos­se­ne Ar­beits­ver­trag sieht in § 3 Ziff. 2, 3 vor, dass sich die Ar­beits­zeit „nach dem Ar­beits­zeit­recht­ge­setz“ rich­tet.

Die Par­tei­en ha­ben da­mit – un­ge­ach­tet der nicht ganz ex­ak­ten Ter­mi­no­lo­gie - bezüglich der ab­zu­leis­ten­den Ar­beits­zeit auf das Ar­beits­zeit­ge­setz ver­wie­sen. Da das Ar­beits­zeit­ge­setz in den §§ 3 und 21 a nur „Höchst­ar­beits­zei­ten“ nennt, muss die Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en da­hin ver­stan­den wer­den, dass die­se „Höchst­ar­beits­zeit“ auch die­je­ni­ge Ar­beits­zeit sein soll, die ver­trag­lich ge­schul­det ist. Dies er­gibt ei­ne Aus­le­gung des Ver­tra­ges. Für die vor­zu­neh­men­de Aus­le­gung war zunächst da­von aus­zu­ge­hen, dass sich der Ver­trag auf das Ar­beits­verhält­nis ei­nes Be­rufs­kraft­fah­rers im Spe­di­ti­ons­ge­wer­be be­zieht. Für die­se Ar­beits­verhält­nis­se gel­ten, und zwar so­wohl eu­ro­pa­recht­lich als auch im na­tio­na­len Recht be­son­de­re Rechts­vor­schrif­ten, ins­be­son­de­re auch sol­che über Lenk­zei­ten, Lenk­zeit­un­ter­bre­chun­gen, Ru­he­zei­ten und ähn­li­ches mehr. Sie sol­len den Be­son­der­hei­ten des Spe­di­ti­ons­ge­wer­bes Rech­nung tra­gen, zu­gleich aber auch den not­wen­di­gen Ar­beits­schutz für die Fah­rer si­cher­stel­len. Wird in ei­ner sol­chen Kon­stel­la­ti­on

- 9 -

im Ar­beits­ver­trag auf die Re­ge­lun­gen des Ar­beits­zeit­ge­set­zes Be­zug ge­nom­men, dann will je­den­falls der Ar­beit­ge­ber die dort vor­ge­se­he­nen Möglich­kei­ten der Ge­stal­tung der Ar­beits­zeit re­gelmäßig voll ausschöpfen; für den Ar­beit­neh­mer wie­der­um ist dies er­kenn­bar und ent­spricht den dor­ti­gen Üblich­kei­ten. In­so­weit ist in ei­nem sol­chen Fall da­von aus­zu­ge­hen, dass als Ar­beits­zeit die ge­setz­li­che Höchst­ar­beits­zeit von 48 St­un­den als die zu leis­ten­de Wo­chen­ar­beits­zeit ver­ein­bart ist (vgl. LAG Schles­wig-Hol­stein vom 31.05.2005 – 5 Sa 38/05 – NZA-RR 2005, 458; LAG Thürin­gen vom 19.03.2002 – 5/6/5 Sa 527/99 – LA­GE Nr. 1 zu § 3 Arb­ZG).

Im Streit­fal­le war da­her da­von aus­zu­ge­hen, dass zwi­schen den Par­tei­en ei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit von 48 St­un­den ver­ein­bart wor­den war. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass in Lohn­ab­rech­nun­gen teil­wei­se auf ei­ne Wo­chen­ar­beits­zeit von 40 St­un­den Be­zug ge­nom­men wor­den war. Die Lohn­ab­rech­nung ist für die Fra­ge der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen nicht kon­sti­tu­tiv; die Dar­stel­lung in der Lohn­ab­rech­nung trifft kei­ne „Re­ge­lung“, son­dern stellt al­len­falls ei­ne Erklärung ei­ner Be­rech­nungs­grund­la­ge dar. Aus ei­ner sol­chen Dar­stel­lung in ei­ner Lohn­ab­rech­nung kann der be­trof­fe­ne Ar­beit­neh­mer nicht fol­gern, der Ar­beit­ge­ber wol­le et­wa die ver­trag­lich ge­trof­fe­ne Re­ge­lung abändern. Zu ei­ner Abände­rung der Re­ge­lung im Ar­beits­ver­trag wäre gemäß § 16 Nr. 1 im Übri­gen Schrift­form er­for­der­lich ge­we­sen, was durch die bloße Er­tei­lung ei­ner Lohn­ab­rech­nung nicht erfüllt ge­we­sen wäre. Die Aus­wei­sung ei­ner ent­spre­chen­den Wo­chen­ar­beits­zeit führ­te im Streit­fal­le auch nicht et­wa zu ei­ner „Be­weis­last­um­kehr“ in dem Streit über die Wo­chen­ar­beits­zeit; denn die­se ist kon­sti­tu­tiv im Ar­beits­ver­trag fest­ge­legt. Die dies­bezüglich vor­ge­nom­me­ne Aus­le­gung be­trifft ei­ne Rechts­fra­ge, nicht aber Tat­sa­chen­fra­gen.

Bei Zu­grund­le­gung ei­ner ver­ein­bar­ten Wo­chen­ar­beits­zeit von 48 St­un­den, al­so 208 St­un­den mo­nat­lich, er­ge­ben sich für den Kläger für den An­spruchs­zeit­raum von sie­ben Mo­na­ten ins­ge­samt 1456 ab­zu­leis­ten­de St­un­den. Un­ter Berück­sich­ti­gung des ver­ein­bar­ten Mo­nats­ent­gelts von 1.636,00 € er­gibt dies zu­gleich ei­ne St­un­den­vergütung von 7,86 € brut­to.

2.2
Mit die­sem St­un­den­satz wa­ren so­wohl die Ar­beits­zei­ten des Klägers als auch die – di­gi­tal er­fass­ten – Be­reit­schafts­zei­ten des Klägers zu vergüten.

Die Vergütungs­pflicht für die Ar­beits­zei­ten er­gibt sich aus § 611 BGB.

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Zu vergüten sind darüber hin­aus auch die „Be­reit­schafts­zei­ten“. Da­bei sind Zei­ten, die ein Be­rufs­kraft­fah­rer, oh­ne selbst zu len­ken, im Führer­haus ei­nes Lkw“s ver­bringt, als Be­reit­schafts­zei­ten an­zu­se­hen und zu vergüten.

2.2.1
Es ist im Grund­satz da­von aus­zu­ge­hen, dass Be­reit­schafts­zei­ten sol­che Zei­ten sind, während de­rer der Ar­beit­neh­mer, oh­ne dass er un­mit­tel­bar am Ar­beits­platz an­we­send sein müss­te, sich für Zwe­cke des Be­trie­bes an ei­ner vom Ar­beit­ge­ber be­stimm­ten Stel­le in­ner­halb oder außer­halb des Be­trie­bes auf­zu­hal­ten hat, da­mit er er­for­der­li­chen­falls sei­ne vol­le Ar­beitstätig­keit so­fort oder zeit­nah auf­neh­men kann (BAG vom 16.03.2004 – 9 AZR 93/03 – NZA 2004, 927). So­fern sich ein Be­rufs­kraft­fah­rer nach Wei­sun­gen des Ar­beit­ge­bers als Bei­fah­rer in der Führer­ka­bi­ne ei­nes von ei­nem Kol­le­gen ge­steu­er­ten Lkw“s aufhält, erfüllt er die­se Vor­aus­set­zun­gen. Denn der Ar­beit­ge­ber hat sei­ne un­ter­neh­me­ri­sche Tätig­keit, den Trans­port von Wa­ren, so or­ga­ni­siert, dass bei länge­ren Tou­ren im Hin­blick auf die be­grenz­ten Lenk­zeitmöglich­kei­ten des Fah­rers an dem je­wei­li­gen Ort, an dem des­sen Lenk­zeit en­det, der bis­he­ri­ge Bei­fah­rer das Führen des Lkw“s über­neh­men kann. Der Bei­fah­rer ist mit­hin ge­ra­de des­we­gen so dis­po­niert, dass er – zu ge­ge­be­ner Zeit – sei­ne Ar­beit un­mit­tel­bar, und zwar am Ort, an dem sich der Lkw zum En­de der Lenk­zeit des ursprüng­li­chen Fah­rers ge­ra­de be­fin­det, auf­neh­men kann. Da die­ser Ort we­gen der Ver­kehrs­verhält­nis­se nicht stets im Vor­hin­ein be­stimm­bar ist, be­darf es der ständi­gen An­we­sen­heit des Bei­fah­rers, um zu je­ner Zeit an je­nem Ort das Führen des Kraft­fahr­zeu­ges zu über­neh­men. Des­sen un­ge­ach­tet würde er auch in Fällen, in de­nen der Fah­rer bei­spiels­wei­se aus ge­sund­heit­li­chen Gründen aus­fal­len würde, das Fahr­zeug über­neh­men sol­len, wenn ihm dies un­ter Berück­sich­ti­gung der Lenk­zei­ten- und Pau­sen­re­ge­lun­gen ar­beits­zeit­recht­lich sei­ner­seits möglich ist.

Da­bei kann es da­hin­ste­hen, ob dann, wenn der Bei­fah­rer auch für die Fahrt not­wen­di­ge Tätig­kei­ten vor­nimmt, bei­spiels­wei­se al­so Kar­ten­le­sen, Führen von Te­le­fon­gespräche mit den Dis­po­nen­ten etc. , die Tätig­keit als Bei­fah­rer über­dies so­gar als Ar­beits­zeit zu qua­li­fi­zie­ren wäre. Die­se Fra­ge be­darf im vor­lie­gen­den Rechts­streit kei­ner Ent­schei­dung.

Die vom Kläger da­mit in den Zei­ten als Bei­fah­rer er­brach­te Be­reit­schafts­zeit ist nämlich als sol­che zu vergüten. Be­reit­schafts­dienst ist Ar­beits­zeit im Sin­ne der Richt­li­nie 93/104/EG des

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Ra­tes über be­stimm­te As­pek­te der Ar­beits­zeit­ge­stal­tung vom 23. No­vem­ber 1993; dies ent­spricht nach der SI­MAP-Ent­schei­dung des EuGH der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG vom 28.01.2004 – 5 AZR 530/02 – NZA 2004, 656 und seit­dem; vgl. et­wa BAG vom 12.03.2008 – 4 AZR 616/06 – AP Nr. 18 zu § 1 TVG Ta­rif­verträge: Che­mie).

Ist die Be­reit­schafts­zeit als Ar­beits­zeit (je­den­falls im vergütungs­recht­li­chen Sin­ne) dem­gemäß grundsätz­lich zu vergüten, so ist al­ler­dings an­er­kannt, dass nicht zwin­gend die vol­le Vergütung ge­zahlt wer­den muss. Das Ar­beits­ent­gelt für die­sen Zeit­raum kann an­ge­sichts der ge­rin­ge­ren Be­an­spru­chung auch ge­rin­ger sein als das Ent­gelt für Vol­l­ar­beit (BAG vom 12.03.2008 – 4 AZR 616/06 – a.a.O.). Die Höhe der Vergütung, die für Ar­beits­be­reit­schaft zu zah­len ist, rich­tet sich dann nach dem je­wei­li­gen Ar­beits­ver­trag in sei­ner Aus­ge­stal­tung durch Ta­rif­ver­trag oder Be­triebs­ver­ein­ba­rung. Auch die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en sind frei, für un­ter­schied­li­che Ar­ten der Be­an­spru­chung durch tatsächli­che Ar­beits­leis­tung Vergütun­gen in un­ter­schied­li­cher Höhe vor­zu­se­hen. Die Vergütungshöhe un­ter­liegt da­bei grundsätz­lich der frei­en Ver­ein­ba­rung der Par­tei­en. Eben­so wie sie re­geln können, dass be­son­de­re Be­las­tun­gen zu ei­ner höhe­ren Vergütung führen, können sie be­stim­men, dass Zei­ten mit ge­rin­ge­rer Be­las­tung oder In­an­spruch­nah­me nied­ri­ger vergütet wer­den. Nichts an­de­res gilt im Verhält­nis von Vol­l­ar­beit zu Be­reit­schafts­dienst, der ei­ne ins­ge­samt min­der wert­vol­le Dienst­leis­tung dar­stellt (BAG vom 12.03.2008 – 4 AZR 616/06 – a.a.O.).

2.2.2
Der sich hier­aus er­ge­ben­den grundsätz­li­chen Vergütungs­pflicht auch für die Be­reit­schafts­zei­ten, al­so für die Zei­ten als Bei­fah­rer, steht § 21 a Abs. 3 Nr. 3 Arb­ZG nicht ent­ge­gen. Al­ler­dings ist nach die­ser Vor­schrift, die für die Beschäfti­gung im Straßent­rans­port gilt, kei­ne Ar­beits­zeit für Ar­beit­neh­mer, die sich beim Fah­ren ab­wech­seln, die während der Fahrt ne­ben dem Fah­rer oder in ei­ner Schlaf­ka­bi­ne ver­brach­te Zeit.

Die­se Vor­schrift trifft – ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten - kei­ne Re­ge­lung zur Vergütungs­zah­lung, sie be­zieht sich – im Kon­text des Ar­beits­schutz­rech­tes – le­dig­lich auf das Verhält­nis der Zei­ten, in de­nen ein Ar­beit­neh­mer als Fah­rer ei­nes Lkw’s tätig sein darf, zu den­je­ni­gen Zei­ten, in de­nen er Ru­he­zei­ten ein­zu­hal­ten hat.

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Dies er­gibt ei­ne Aus­le­gung der Vor­schrift.

§ 21 a Abs. 3 Nr. 3 Arb­ZG sieht von sei­nem Wort­laut her kei­ne Re­ge­lung bezüglich der Vergütungs­pflicht für die dort von der Ar­beits­zeit der Fah­rer aus­ge­nom­me­nen Zei­ten vor.

Auch aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te und dem Re­ge­lungs­zu­sam­men­hang er­gibt sich nichts an­de­res.

Die Neu­re­ge­lung in § 21 a Arb­ZG er­folg­te u.a. auf der Grund­la­ge eu­ro­pa­recht­li­cher Vor­ga­ben. Da­bei ist der Be­klag­ten zu­zu­ge­ste­hen, dass die in § 21 a Abs. 3 Nr. 3 Arb­ZG er­folg­te Re­ge­lung nicht der Um­set­zung der Ar­beits­zeit­richt­li­nie, son­dern in ers­ter Li­nie der Um­set­zung der Richt­li­nie 2002/15/EG vom 11. März 2002 ge­dient hat. Zu­tref­fend ist auch, dass die­se Richt­li­nie u.a. auch die An­glei­chung von Wett­be­werbs­be­din­gun­gen und die Ver­mei­dung von Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zum Ziel hat­te. Die ge­bo­te­ne eu­ro­pa­rechts­kon­for­me Aus­le­gung hat die­se Ziel­rich­tung der Richt­li­nie zu berück­sich­ti­gen. Hier­aus folgt je­doch nicht, dass die Um­set­zung durch den na­tio­na­len Ge­setz­ge­ber be­reits auf die­ser Grund­la­ge da­hin aus­zu­le­gen wäre, dass sie (auch) Re­ge­lun­gen zur Vergütungs­pflich­tig­keit ge­trof­fen hätte. Denn bei der Um­set­zung der durch ei­ne Richt­li­nie er­folg­ten Vor­ga­ben ist der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber dar­in frei, die­je­ni­gen Re­ge­lun­gen zu tref­fen, die er – ge­ge­be­nen­falls auf der Grund­la­ge der na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten – zur Um­set­zung der Richt­li­nie für ei­ner­seits er­for­der­lich, an­de­rer­seits aber auch ge­eig­net hält. So ist bei­spiels­wei­se die Fra­ge der Wett­be­werbsfähig­keit oder die Fra­ge der Ver­hin­de­rung von Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen nicht oh­ne wei­te­res (al­lei­ne) mit den Vergütungs­fra­gen ver­bun­den; dies er­gibt sich schon dar­aus, dass in den un­ter­schied­li­chen Mit­gliedsländern un­ter­schied­li­che Vergütun­gen im Kraft­fahr­ge­wer­be ge­zahlt wer­den. Mit­hin kann nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass jed­we­de Um­set­zung der ge­nann­ten Richt­li­nie hauptsächlich oder gar nur die Har­mo­ni­sie­rung von Vergütungs­re­geln zum In­halt ha­ben müss­te.

Die Richt­li­nie 2002/15/EG enthält Re­ge­lun­gen ins­be­son­de­re für den Be­reich der Ar­beits­zeit für das Fahr­per­so­nal ; sie be­fasst sich mit der wöchent­li­chen Höchst­ar­beits­zeit, sie un­ter­schei­det Ar­beits­zeit, Ru­he­zeit und Be­reit­schafts­zeit und trifft Re­ge­lun­gen, wie lan­ge Fah­rer oh­ne Ru­he­pau­se hin­ter­ein­an­der ar­bei­ten dürfen. Dies al­les sind aber Ge­genstände, die das Zu­sam­men­wir­ken zwi­schen Ar­beits­zei­ten, Lenk­zei­ten, Be­reit­schafts­zei­ten und Ru­he­pau­sen be­tref­fen und – im In­ter­es­se des Fahr­per­so­nals – hier Be­gren­zun­gen

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vor­neh­men, was die zulässi­gen Lenk­zei­ten be­trifft. Im Hin­blick auf das Verhält­nis die­ser Ka­te­go­ri­en zu­ein­an­der und auf die hierfür not­wen­di­gen Ab­gren­zun­gen und Be­gren­zun­gen sind – na­tio­na­le – Re­ge­lun­gen darüber na­he lie­gend, wel­che Zei­ten wel­chen Ka­te­go­ri­en zu­zu­ord­nen sind. Dies ist in der Norm des § 21 a Abs. 3 Nr. 3 Arb­ZG bei­spiels­wei­se da­durch ge­sche­hen, dass die Zei­ten als Bei­fah­rer nicht als „Ar­beits­zeit“ an­zu­se­hen sind. § 21 a Abs. 3 Nr. 3 Arb­ZG nimmt dem­ge­genüber kei­ne aus­drück­li­che wei­ter­ge­hen­de „Ka­te­go­ri­sie­rung“ die­ser Zei­ten vor. Ins­be­son­de­re er­gibt sich auch kein An­halts­punkt dafür, dass mit der Her­aus­nah­me die­ser Zei­ten aus der Ar­beits­zeit zu­gleich Aus­sa­gen über die Vergütungs­pflicht ge­trof­fen wer­den soll­ten. An­ge­sichts des Um­stan­des, dass zum Zeit­punkt der Um­set­zung der Richt­li­nie und der Schaf­fung der Neu­re­ge­lung in § 21 a Arb­ZG die Recht­spre­chung des EuGH zum Verhält­nis von Ar­beits­zeit und Be­reit­schafts­zeit ei­ner­seits und die er­folg­te Re­zep­ti­on durch die Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts an­de­rer­seits be­kannt wa­ren, hätte es na­he ge­le­gen, dass dann, wenn der – na­tio­na­le – Ge­setz­ge­ber zu­gleich ei­ne Re­ge­lung hätte vor­neh­men wol­len , die auch die Vergütung beträfe, dies aus­drück­lich ge­sche­hen wäre. Da­bei kann hier da­hin­ste­hen, in­wie­weit er dies­bezügli­che Möglich­kei­ten über­haupt hätte. Ei­ne aus­drück­li­che dies­bezügli­che Re­ge­lung ist der Ge­set­zes­vor­schrift je­doch nicht zu ent­neh­men. Dem­gemäß liegt die An­nah­me nicht na­he, dass der Ge­setz­ge­ber mit die­ser Re­ge­lung zu­gleich ei­ne Re­ge­lung über die Vergütungs­pflicht – in der Auf­fas­sung der Be­klag­ten ei­ne „ne­ga­ti­ve“ Re­ge­lung – ge­trof­fen hätte. Viel­mehr hat er le­dig­lich im Kon­text von Ar­beits­zeit, Lenk­zeit, Be­reit­schafts­zeit die Aus­sa­ge ge­trof­fen, dass die Zeit als Bei­fah­rer nicht als „Ar­beits­zeit“ an­zu­se­hen ist. Hier­aus er­ge­ben sich im Ge­samt­zu­sam­men­hang des Ar­beits­zeit­ge­set­zes und der Fahr­per­so­nalRL nicht un­er­heb­li­che Kon­se­quen­zen für die Ein­satzmöglich­kei­ten für Fah­rer und Bei­fah­rer bei­spiels­wei­se, was die Höchst­ar­beits­zei­ten be­trifft. Die hier vor­ge­nom­me­ne Re­ge­lung, wenn man sie auf den ge­nann­ten Kon­text be­zieht, macht in­so­fern nicht nur für sich ge­nom­men Sinn, son­dern hat nicht un­er­heb­li­che ar­beits­zeit­recht­li­che Kon­se­quen­zen, die eben­falls un­ter Wett­be­werbs­ge­sichts­punk­ten re­le­vant wer­den können. In­so­fern ist auch mit die­ser Re­ge­lung dem von der Be­klag­ten ge­nann­ten wett­be­werbs­recht­li­chen As­pekt Rech­nung ge­tra­gen. Dass letz­te­rer nur ei­ne Aus­le­gung in dem Sin­ne zu­ließe, dass auch vergütungs­recht­li­che (Ne­ga­tiv-)Re­ge­lun­gen ge­trof­fen würden, kann nicht an­ge­nom­men wer­den.

Nach al­le­dem ist das Be­ru­fungs­ge­richt da­von aus­ge­gan­gen, dass § 21 a Abs. 3 Nr. 3 Arb­ZG die Zei­ten als Bei­fah­rer zwar „ar­beits­zeit­schutz­recht­lich“ aus der „Ar­beits­zeit“ her­aus­nimmt,

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nicht aber an­ord­net, dass die­se Zei­ten nicht zu vergüten sei­en. Die Vergütungs­fra­ge be­stimmt sich viel­mehr nach den „all­ge­mei­nen“ Re­geln. Da die­se Zei­ten – wie ge­zeigt - als „Be­reit­schafts­zei­ten“ an­zu­se­hen sind, sind sie vergütungs­pflich­tig.

Auf der Grund­la­ge der zi­tier­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts könn­te die Vergütung für die­se Be­reit­schafts­zei­ten zwar ge­rin­ger be­mes­sen sein als die für „Vol­l­ar­beit“. Hier­zu bedürf­te es ei­ner Ver­ein­ba­rung in­di­vi­du­al­recht­li­cher oder kol­lek­tiv­recht­li­cher Art. Die Be­klag­te ver­moch­te kei­ne sol­che in­di­vi­du­el­le oder kol­lek­tiv­recht­li­che Re­ge­lung dar­zu­tun, auf de­ren Grund­la­ge sich ei­ne ge­rin­ge­re Be­mes­sung der Be­reit­schafts­zeit als die­je­ni­ge der Ar­beits­zeit er­ge­ben würde. Mit­hin wa­ren die Zei­ten der Be­reit­schafts­zeit in glei­chem Um­fan­ge vergütungs­pflich­tig wie die­je­ni­gen der Ar­beits­zeit.

2.2.3
Für die – di­gi­tal er­fass­ten – 185,44 St­un­den Be­reit­schafts­zeit stand dem Kläger ei­ne (wei­te­re) Vergütung zu, die sich bei ei­nem St­un­den­satz von 7,86 EUR auf 1.457,55 EUR beläuft.

2.3
Über die­sen An­spruch hin­aus und über die di­gi­tal er­fass­ten Ar­beits­zei­ten hin­aus­ge­hend stand dem Kläger ein Vergütungs­an­spruch nur für wei­te­re 25,83 St­un­den zu. Darüber hin­aus wa­ren kei­ne Ansprüche ge­ge­ben.

Bei der Zu­er­ken­nung die­ser 25,83 St­un­den ist die Kam­mer von fol­gen­den Grundsätzen aus­ge­gan­gen:

2.3.1
Die Be­klag­te be­zieht sich in ih­rem der Kla­ge­for­de­rung ent­ge­gen­ste­hen­den Sach­vor­trag auf die Auf­zeich­nun­gen des dem Kläger zur Verfügung ge­stan­de­nen und von die­sem be­dien­ten di­gi­ta­len Ta­cho­gra­fen. Die­ser di­gi­ta­le Ta­cho­graf ist nach den ein­schlägi­gen recht­li­chen Re­ge­lun­gen, § 2 Fahr­per­so­nal­VO, als „Kon­troll­gerät im Straßen­ver­kehr“ durch den Fah­rer zu betäti­gen. So­weit der di­gi­ta­le Ta­cho­graf nicht ei­genständig auf „tech­ni­schem Weg“ Zei­ten er­fasst, sind „wei­te­re“ Ar­beits­zei­ten durch den Fah­rer „händisch“ ein­zu­ge­ben. Das Gerät sieht von sei­ner Tech­nik her vor, dass sons­ti­ge Ar­beits­zei­ten vor Fahrt­an­tritt und da­nach vom Fah­rer ma­nu­ell ein­ge­ge­ben wer­den können.

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Die von dem di­gi­ta­len Ta­cho­graf er­fass­ten Zei­ten sind im vor­lie­gen­den Rechts­streit der Zeit nach un­strei­tig, Streit be­steht über die Fra­ge, ob es sich teil­wei­se um Ar­beits­zeit oder Be­reit­schafts­zeit ge­han­delt hat und wel­che vergütungs­recht­li­chen Kon­se­quen­zen hier­aus fol­gen. Hier­zu wird auf die obi­gen Ausführun­gen ver­wie­sen.

So­weit der Kläger über die­se dort er­fass­ten Zei­ten hin­aus­ge­hend wei­te­re Ar­beits- bzw. Be­reit­schafts­zei­ten gel­tend macht, ist er dar­le­gungs- und be­weis­pflich­tig dafür , dass die­se Zei­ten als Ar­beits­zei­ten bzw. Be­reit­schafts­zei­ten tatsächlich an­ge­fal­len sind und dass sie – so­fern es sich um Über­stun­den han­delt – von der Be­klag­ten an­ge­ord­net oder ge­dul­det wa­ren, wo­bei sich letz­te­res auch aus der Or­ga­ni­sa­ti­on der Ar­beitstätig­keit durch die Be­klag­te und den dar­aus fol­gen­den zeit­li­chen Not­wen­dig­kei­ten er­ge­ben würde.

Dem Kläger ist es un­abhängig von dem Um­stand, dass er die von der Be­klag­ten tatsächlich zur Verfügung ge­stell­te Zeit­er­fas­sungs­tech­nik, nämlich den di­gi­ta­len Ta­cho­gra­fen, nicht ge­nutzt hat, pro­zes­su­al nicht ver­wehrt, sich gleich­wohl auf hand­schrift­li­che Auf­zeich­nun­gen und auch „Er­in­ne­run­gen“ zu be­zie­hen; in­des setzt der dies­bezügli­che Sach­vor­trag ei­ne der Sa­che und Zeit nach be­son­de­re Sub­stan­ti­ie­rung vor­aus.

Da­bei ist es er­for­der­lich, dass der Kläger kon­kre­te, auf die je­weils gel­tend ge­mach­te Ar­beits­zeit be­zo­ge­ne Abläufe und Vorgänge be­schreibt. Es genügt nicht, wenn er „Er­fah­rungs­wer­te“ über be­stimm­te Ar­beitsgänge schil­dert oder „Plau­si­bi­litätserwägun­gen“ darüber an­stellt, dass be­stimm­te Tätig­kei­ten zu den Auf­ga­ben da­zu zähl­ten und be­stimm­te Zei­ten in An­spruch nähmen. Ins­be­son­de­re im Hin­blick dar­auf, dass der Kläger ex­akt die Vergütung auch im Be­zugs­punkt von Mi­nu­ten be­gehrt, genügt er sei­ner Dar­le­gungs­last nicht, wenn er bei­spiels­wei­se (Schrift­satz 27.08.2009, Sei­te 304) da­von spricht, dass sich aus „der aus­zuführen­den Tätig­keit als Bei­fah­rer“ ein „Auf­schlag“ auf die di­gi­tal er­fass­te Ar­beits­zeit „recht­fer­ti­ge“. Glei­ches gilt für Ausführun­gen da­hin, dass die Ar­beits­zeit „na­tur­gemäß“ erst 15 bzw. 20 Mi­nu­ten später ge­en­det ha­be (a.a.O.), als es die Auf­zeich­nun­gen wie­dergäben.

2.3.2
Dies gilt ent­spre­chend auch für die Be­weis­an­ge­bo­te bei be­strit­te­nem Sach­vor­trag zu den ein­zel­nen Tou­ren und den kon­kre­ten Tätig­kei­ten, die in die­sem Zu­sam­men­hang an­ge­fal­len

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sind. Der Kläger muss die Tat­sa­chen ex­akt vor­tra­gen, die sei­nen Kla­ge­an­spruch stützen sol­len, und er muss die je­weils kon­kret auf ein­zel­ne Be­haup­tun­gen be­zo­ge­nen Be­weis­mit­tel be­nen­nen.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers war die Be­klag­te da­bei nicht ver­pflich­tet, ihm die je­wei­li­gen sei­ner­zei­ti­gen Tou­ren­pläne vor­zu­le­gen, um es ihm zu ermögli­chen, sich auf ei­nen kon­kre­ten Mit­fah­rer als Zeu­gen fest­zu­le­gen. Die Be­klag­te trifft in die­ser Be­zie­hung nicht ei­ne se­kundäre Dar­le­gungs­last. Zwar ist an­er­kannt, dass dann, wenn ein dar­le­gungs­pflich­ti­ger Kläger außer­halb des für sei­nen An­spruch er­heb­li­chen Ge­sche­hens­ab­lau­fes steht und zum an­de­ren die Be­klag­ten­sei­te al­le we­sent­li­chen Tat­sa­chen kennt, nach den Grundsätzen über die se­kundäre Dar­le­gungs­last das ein­fa­che Be­strei­ten der Be­klag­ten in der Sa­che nicht aus­reicht, so­fern ihr nähe­re An­ga­ben zu­zu­mu­ten sind (BGH vom 17.01.2008 – III ZR 239/06 – NJW 2008, 982). Ei­ne sol­che Si­tua­ti­on ist je­doch im Streit­fal­le nicht ge­ge­ben. Der Kläger steht nicht außer­halb des für sei­nen An­spruch er­heb­li­chen Ge­sche­hens­ab­laufs; er war selbst je­weils Fah­rer auf den von ihm an­ge­ge­be­nen Tou­ren und die Bei­fah­rer auf den Tou­ren wa­ren ihm des­we­gen je­den­falls be­kannt. So­fern er zum ge­genwärti­gen Zeit­punkt im Rah­men sei­ner Pro­zessführung nicht mehr ex­akt weiß, wel­cher der Kol­le­gen je­weils sein Bei­fah­rer war, führt die­ser Um­stand nicht zu ei­ner se­kundären Be­haup­tungs­last der Be­klag­ten. Ei­ne sol­che wäre an­zu­neh­men, wenn der Kläger über­haupt kei­ne Möglich­keit hätte, sich für sei­nen Tat­sa­chen­vor­trag auf ein taug­li­ches Be­weis­mit­tel zu be­ru­fen. Dies ist je­doch nicht der Fall. Der Kläger kennt die (we­ni­gen) denk­ba­ren Zeu­gen; im Rah­men sei­ner ihm ob­lie­gen­den pro­zes­sua­len Dar­le­gungs- und später ggf. Be­weis­last ob­liegt es ihm, ggf. durch Be­fra­gung der ein­zel­nen Zeu­gen fest­zu­stel­len, auf wen er sich für die je­wei­li­gen Tou­ren be­ru­fen soll. Dass die Be­klag­te ge­ge­be­nen­falls auf­grund et­wai­ger ei­ge­ner Auf­zeich­nun­gen ei­ne „leich­te­re“ Möglich­keit der Zu­ord­nung hat, führt nicht zu ei­ner pro­zes­su­al er­heb­li­chen se­kundären Be­haup­tungs­last der Be­klag­ten.

Denn ei­ne sol­che se­kundäre Be­haup­tungs­last der Be­klag­ten stell­te sich als Mo­di­fi­ka­ti­on der im Grund­satz be­ste­hen­den pro­zes­sua­len Dar­le­gungs- und Be­weis­last des An­spruch­stel­lers dar. Natürlich ist es un­ter dem Ge­sichts­punkt ei­ner fai­ren Pro­zessführung denk­bar, dem An­spruchs­geg­ner in be­stimm­ten Kon­stel­la­tio­nen be­stimm­te (se­kundäre) pro­zes­sua­le Pflich­ten auf­zu­er­le­gen. Dies kann je­doch nicht be­reits un­ter dem As­pekt er­fol­gen, wel­che Par­tei „leich­ter“ an die Be­nen­nung ei­nes Be­weis­mit­tels her­an­kommt als die an­de­re. Viel­mehr

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muss es hier da­bei blei­ben, dass die an­spruch­stel­len­de Par­tei im Grund­satz dar­le­gungs- und be­weis­pflich­tig für die ih­ren An­spruch be­gründen­den Tat­sa­chen bleibt.

Der vor­lie­gen­de Fall un­ter­schei­det sich auch von sol­chen Fällen, in de­nen dem An­spruch­stel­ler Umstände des­we­gen gar nicht be­kannt sind, weil sie sich „im La­ger“ und im Be­reich der Ge­gen­sei­te ab­ge­spielt ha­ben. In sol­chen Fällen mag es ge­recht­fer­tigt sein, von ei­ner se­kundären Dar­le­gungs­last des An­spruchs­geg­ners aus­zu­ge­hen; in der vor­lie­gen­den Kon­stel­la­ti­on ist dies nicht der Fall.

Da­bei ist auch zu berück­sich­ti­gen, dass im Rah­men ei­ner se­kundären Dar­le­gungs­last vom An­spruchs­geg­ner nicht oh­ne wei­te­res die Preis­ga­be von Na­men und la­dungsfähi­ger An­schrift von Zeu­gen ver­langt wer­den kann. Die Be­nen­nung ei­nes Zeu­gen mit den nach § 373 ZPO not­wen­di­gen An­ga­ben ein­sch­ließlich des­sen la­dungsfähi­ger An­schrift ist nämlich nicht mehr Teil des den Par­tei­en ob­lie­gen­den Tat­sa­chen­vor­tra­ges, son­dern Ele­ment der sich dar­an an­sch­ließen­den und auf dem Par­tei­vor­brin­gen be­ru­hen­den Be­weisführung. Die Grundsätze der se­kundären Dar­le­gungs­last fin­den dar­um hier­auf nicht oh­ne wei­te­res An­wen­dung. Die Wei­ge­rung der nicht be­weis­pflich­ti­gen Par­tei, ei­nen nur ihr be­kann­ten Zeu­gen oh­ne trif­ti­gen Grund nam­haft zu ma­chen, kann da­her nur im Rah­men der Be­weiswürdi­gung als Be­weis­ver­ei­te­lung zu de­ren Las­ten berück­sich­tigt wer­den (vgl. hier­zu BGH vom 17.01.2008, a.a.O.).

Dass der Be­klag­ten in die­sem Sin­ne ei­ne schuld­haf­te Be­weis­ver­ei­te­lung zur Last fie­le, kann nicht an­ge­nom­men wer­den. Das Ver­schul­den wäre je­den­falls des­we­gen nicht an­zu­neh­men, weil der Kläger die ge­setz­lich vor­ge­se­he­ne und ihm von der Be­klag­ten zur Verfügung ge­stell­te Auf­zeich­nungsmöglich­keit – wie ge­zeigt – aus ei­ge­ner Initia­ti­ve nicht ge­nutzt hat. Wenn die Be­klag­te an­ge­sichts die­ses Um­stan­des ihm im Hin­blick auf sei­ne Be­weisführung „nicht zur Sei­te springt“, kann dies nicht als schuld­haf­te Be­weis­ver­ei­te­lung ih­rer­seits an­ge­se­hen wer­den.

2.3.3
So­weit sich der Kläger zum Be­weis sei­ner strei­ti­gen Be­haup­tun­gen auf die Ver­neh­mung sei­ner Per­son als Par­tei be­ruft, ist die­ser Be­weis­an­tritt pro­zes­su­al nicht zulässig.

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Gemäß § 445 ZPO kann der Be­weis da­durch an­ge­tre­ten wer­den, dass die Par­tei be­an­tragt, den Geg­ner über die zu be­wei­sen­den Tat­sa­chen zu ver­neh­men. Die­se Kon­stel­la­ti­on liegt nicht vor. Gemäß § 447 ZPO kann das Ge­richt über ei­ne strei­ti­ge Tat­sa­che auch die be­weis­pflich­ti­ge Par­tei ver­neh­men, wenn sie es be­an­tragt und die an­de­re da­mit ein­ver­stan­den ist. Die Be­klag­te hat im Streit­fal­le ihr Ein­verständ­nis mit der Par­tei­ver­neh­mung des Klägers nicht erklärt. Gemäß § 448 ZPO kann auch oh­ne An­trag ei­ner Par­tei und oh­ne Rück­sicht auf die Be­weis­last das Ge­richt, wenn das Er­geb­nis der Ver­hand­lun­gen und ei­ner et­wai­gen Be­weis­auf­nah­me nicht aus­reicht, um sei­ne Über­zeu­gung von der Wahr­heit oder Un­wahr­heit ei­ner zu er­wei­sen­den Tat­sa­che zu be­gründen, die Ver­neh­mung ei­ner Par­tei oder bei­der Par­tei­en über die Tat­sa­che an­ord­nen. Vor­aus­set­zung ist al­so, dass nach dem Er­geb­nis der münd­li­chen Ver­hand­lung ei­ne ge­wis­se Wahr­schein­lich­keit für die Rich­tig­keit der strei­ti­gen Be­haup­tung spricht und an­de­re Er­kennt­nis­quel­len nicht zur Verfügung ste­hen. Dies ist nicht der Fall. Zum Ei­nen gibt es nach der der­zei­ti­gen Pro­zess­la­ge noch kei­ne Wahr­schein­lich­keit für die Rich­tig­keit der strei­ti­gen Be­haup­tun­gen; zum an­de­ren ste­hen für das strei­ti­ge Ge­sche­hen Zeu­gen, nämlich die übri­gen Fah­rer, zur Verfügung, so dass vom Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Par­tei­ver­neh­mung im Sin­ne von § 448 ZPO nicht aus­ge­gan­gen wer­den kann.

So­weit in der Recht­spre­chung in jünge­rer Zeit die Möglich­keit der ei­ge­nen Ver­neh­mung als Par­tei in er­wei­ter­tem Um­fan­ge zu­ge­las­sen wor­den ist (vgl. et­wa BAG vom 22.05.2007 – 3 AZN 1155/06 – NZA 2007, 885) lie­gen die dort auf­ge­stell­ten Vor­aus­set­zun­gen im Streit­fal­le nicht vor. In je­ner Ent­schei­dung wird Be­zug ge­nom­men auf die Si­tua­ti­on, in der ein „4-Au­gen-Gespräch“ zwi­schen den Par­tei­en statt­ge­fun­den hat und die nun­mehr be­weis­be­las­te­te Par­tei in „Be­weis­not“ ge­kom­men ist. Die­se Umstände sind im Streit­fal­le nicht ge­ge­ben. In je­ner Ent­schei­dung wird auch kei­nes­falls ei­nem Grund­satz das Wort ge­re­det, dass im­mer dann, wenn die be­weis­be­las­te­te Par­tei in Be­weis­schwie­rig­kei­ten wäre, die­sen ab­ge­hol­fen wer­den müsse.

Lie­gen aber die Vor­aus­set­zun­gen für die Durchführung ei­ner Ver­neh­mung des Klägers als Par­tei un­ter den ge­nann­ten Ge­sichts­punk­ten nicht vor, so stellt sich sein dies­bezügli­ches Be­weis­an­ge­bot be­reits im Grund­satz als pro­zes­su­al un­zulässig dar.

2.3.4
Im Ein­zel­nen er­gibt sich auf der Grund­la­ge die­ser Fest­stel­lun­gen fol­gen­des:

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2.3.4.1
Für den 1. Au­gust be­gehrt der Kläger Vergütung für ei­ne wei­te­re Ar­beits­zeit von 53 Mi­nu­ten mit der Be­gründung, ab­wei­chend von den Auf­zeich­nun­gen des di­gi­ta­len Ta­cho­gra­fen ha­be er sei­ne Ar­beit nicht um 18:53 Uhr, son­dern be­reits um 18:00 Uhr an­ge­tre­ten. Was er in die­ser Zeit an Ar­beits­leis­tung er­bracht hat, bleibt un­klar: So­weit sich der Kläger auf Ar­bei­ten wie „La­dungs­si­che­rung“ und „Kon­trol­le des Fahr­zeu­ges“ be­ruft, wird be­reits nicht deut­lich, in wel­chem Um­fang die­se Ar­bei­ten tatsächlich durch­geführt wor­den sind und in­wie­weit die ent­spre­chen­den Ar­beits­zei­ten (?) für die Ar­beitsgänge not­wen­dig wa­ren. Der Kläger räumt auch selbst ein, dass ein ge­nau­es Zeit­maß hierfür nicht fest­stell­bar ist. Ei­ne „Schätzung“ der Ar­beits­zeit durch das Ge­richt, et­wa in ana­lo­ger An­wen­dung des § 287 ZPO, kam nicht in Be­tracht. Hier­zu feh­len die – un­strei­ti­gen – tatsächli­chen Grund­la­gen. Wa­ren die dies­bezügli­chen An­ga­ben des Klägers mit­hin be­reits nicht in hin­rei­chen­dem Maße schlüssig, so kam es nicht mehr dar­auf an, dass er für die­se – von der Be­klag­ten sub­stan­ti­iert be­strit­te­ne Be­haup­tung – kein taug­li­ches Be­weis­an­ge­bot, viel­mehr nur die ei­ge­ne Par­tei­ver­neh­mung, an­ge­bo­ten hat.

Für den 2. Au­gust 2007 be­gehrt der Kläger die An­er­ken­nung von 2 St­un­den und 35 Min. als „Ar­beits­zeit“ statt, wie di­gi­tal auf­ge­zeich­net, „Be­reit­schafts­zeit“. Nach den o. g. Grundsätzen der Gleich­be­hand­lung von Ar­beits­zeit und Be­reit­schafts­zeit spielt dies für die Kla­ge­for­de­rung kei­ne Rol­le.

Für den 3. Au­gust 2007 be­gehrt der Kläger eben­falls die An­er­ken­nung von di­gi­tal er­fass­ten Be­reit­schafts­zei­ten in Ar­beits­zeit, und zwar im Um­fan­ge von 40 Min. Auch dies spielt für die Kla­ge­for­de­rung kei­ne Rol­le.

Für den 4. Au­gust 2007 gilt im Be­zugs­punkt von ei­ner St­un­de und 12 Min. das glei­che.

Für den 6. Au­gust 2007 be­haup­tet der Kläger, zusätz­lich Ar­beits­zeit im Um­fang von 5 St­un­den und 7 Min. er­bracht zu ha­ben. Schriftsätz­lich (Schrift­satz vom 27. Au­gust 2009, S. 4) ver­weist er dar­auf, dass er im Büro der Be­klag­ten ge­we­sen sei, Pa­pie­re ab­ge­holt ha­be, den Lkw auf sei­ne Ord­nungs­gemäßheit über­prüft ha­be, die La­dung ge­si­chert etc. Wei­ter

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ha­be er auf die Ein­fahrt in ein Werk ge­war­tet. Auch die­se An­ga­ben sind von der Be­klag­ten in zulässi­ger Wei­se be­strit­ten wor­den. Ins­be­son­de­re ist zu berück­sich­ti­gen, dass die di­gi­ta­len Auf­zeich­nun­gen den Vor­trag des Klägers nicht bestäti­gen. Das für sei­nen ab­wei­chen­den Vor­trag ge­nann­te Be­weis­mit­tel der ei­ge­nen Par­tei­ver­neh­mung ist un­zulässig.

Für den 18. Au­gust 2007 macht der Kläger ne­ben ei­ner Ände­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fan­ge von ei­ner St­un­de und 13 Min. gel­tend, sei­ne Ar­beit nicht, wie es di­gi­tal auf­ge­zeich­net wor­den ist, um 13:19 Uhr, son­dern be­reits um 12:00 Uhr be­gon­nen. Das von ihm dies­bezüglich ge­nann­te Be­weis­an­ge­bot der ei­ge­nen Par­tei­ver­neh­mung ist un­zulässig. Das von ihm in die­sem Zu­sam­men­hang im Schrift­satz vom 27. Au­gust 2009 eben­falls ge­nann­te Be­weis­an­ge­bot des Zeug­nis­ses vie­rer Kol­le­gen be­zieht sich nicht auf die­se Tat­sa­chen­be­haup­tung, son­dern auf in die­sem Zu­sam­men­hang auf­ge­stell­te Hy­po­the­sen des Klägers über die Fra­ge der Über­prüfungs­dau­er etc.

Für den 19. Au­gust 2007 macht der Kläger le­dig­lich ei­ne Ver­schie­bung von Be­reit­schafts­zei­ten in Ar­beits­zeit gel­tend, was für die Kla­ge­for­de­rung nach den hier ver­tre­te­nen Grundsätzen kei­ne Rol­le spielt.

Für den 20. Au­gust 2007 macht der Kläger wie­der­um ei­ne Verände­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fan­ge von drei St­un­den 13 Min. gel­tend, was nach der hier ver­tre­te­nen Rechts­auf­fas­sung für die Kla­ge­for­de­rung kei­ne Rol­le spielt.
Für den 21. Au­gust 2007 macht der Kläger ei­ne zusätz­li­che Be­reit­schafts­zeit von 15 Min. gel­tend; die­se ist von der Be­klag­ten auf­grund ih­rer ei­ge­nen Auf­zeich­nun­gen zu­ge­stan­den.

Für den 22. Au­gust 2007 macht der Kläger ei­ne Verände­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fang von 28 Min. gel­tend. Dies spielt im Um­fang von 20 Min. für die Kla­ge­for­de­rung kei­ne Rol­le, hin­sicht­lich der wei­te­ren 8 Min. blei­ben die Dar­stel­lun­gen des Klägers un­klar (Schrift­satz vom 27. Au­gust 2007 S. 8). Der Kläger schil­dert hier, wie be­reits oben im grundsätz­li­chen dar­ge­stellt, ver­schie­de­ne Ar­beitsgänge wie et­wa das Ausfüllen von Pa­pie­ren, Te­le­fon­gespräche etc, die von Um­fang und Er­for­der­lich­keit für den kon­kre­ten Fall nicht ein­zuschätzen sind. Sch­ließlich ist das an­geführ­te Be­weis­mit­tel pro­zes­su­al un­zulässig.

Für den 23. Au­gust 2007 be­gehrt der Kläger die An­er­ken­nung von Be­reit­schafts­zei­ten im Um­fang von ei­ner St­un­de 21 Min.; für die Kla­ge­for­de­rung spielt das kei­ne Rol­le.

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Für den 24. Au­gust 2007 be­gehrt der Kläger ei­ne Verände­rung der Wer­tung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit von 30 Min.; dies spielt für die Kla­ge­for­de­rung nach der hier ver­tre­te­nen Auf­fas­sung kei­ne Rol­le.

Für den 27. Au­gust 2007 macht der Kläger wei­te­re Ar­beits­zeit im Um­fang von 23 Min. gel­tend; auch hier be­ruft er sich er­neut auf Tätig­kei­ten vor­be­rei­ten­der Art, so dass auf das be­reits ge­sag­te ver­wie­sen wer­den kann. Das von ihm an­ge­bo­te­ne Be­weis­mit­tel ist pro­zes­su­al un­zulässig.

Für den 28. Au­gust 2007 macht der Kläger ei­ne wei­te­re Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 3 Std. 43 Min. gel­tend, wo­bei er sich schriftsätz­lich (Schrift­satz vom 27.08.2009) auf ei­ne Werk­statt­zeit des Fahr­zeu­ges be­zieht. Die Erklärun­gen, wes­we­gen die­se Zeit als Ar­beits­zeit zu gel­ten ha­be, sind nicht schlüssig. Das an­ge­bo­te­ne Be­weis­mit­tel ist pro­zes­su­al un­zulässig.

Für den 29. Au­gust 2007 be­gehrt der Kläger die An­er­ken­nung ei­ner wei­te­ren Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 7 Std. 24 Min. und ei­ner wei­te­ren Ar­beits­zeit im Um­fang von 35 Min. Wes­we­gen der Kläger die Zei­ten in der Werk­statt im Um­fan­ge von 7 Std. 30 Min. als Be­reit­schafts­zeit an­er­kannt wis­sen will, wird nicht deut­lich. Auch die erhöhte Ar­beits­zeit von 35 Min. ist nicht deut­lich, bei­des ist nicht je­den­falls nicht mit ei­nem zulässi­gen Be­weis­mit­tel ver­se­hen.

Für den 30. Au­gust 2007 be­gehrt der Kläger die An­er­ken­nung von wei­te­ren 21 Min. als Ar­beits­zeit; auch hier be­zieht er sich auf vor­be­rei­ten­de Tätig­kei­ten, so dass das be­reits ge­sag­te gilt. Das von ihm an­ge­ge­be­ne Be­weis­mit­tel ist pro­zes­su­al un­zulässig.

Für den 31. Au­gust 2007 be­gehrt der Kläger die An­er­ken­nung von wei­te­ren 32 Min. Ar­beits­zeit, die wie­der­um dar­aus re­sul­tiert, dass er sei­ne Ar­beit zur Ab­leis­tung von Vor­be­rei­tungstätig­kei­ten früher als di­gi­tal auf­ge­zeich­net be­gon­nen hat. Auch hier kann auf das ge­sag­te ver­wie­sen wer­den; ein taug­li­ches Be­weis­mit­tel ist dem Be­weis­vor­trag des Klägers nicht bei­gefügt.

Ins­ge­samt er­gibt sich da­her, dass dem Kläger für den Mo­nat Au­gust zusätz­li­che 15 Min. zu vergüten sind.

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2.3.4.2
Für den 1. Sep­tem­ber 2007 be­gehrt der Kläger ei­ne Vergütung für länge­re Ar­beits­zeit um 2 Std. 38 Min. Die Be­klag­te be­strei­tet nicht die Fahrt selbst, son­dern die vom Kläger in An­satz ge­brach­te Zeit. Sie geht von ei­ner Fahrt­zeit von ma­xi­mal 2 Std. 13 Min. aus; da der Kläger für sei­ne wei­ter­ge­hen­de For­de­rung kein taug­li­ches Be­weis­mit­tel nennt, ist da­von aus­zu­ge­hen, dass ihm für die­sen Zeit­raum wei­te­re 2 Std. 13 Min. im Grund­satz zu­ste­hen; da er die Zeit zwi­schen 12:30 Uhr und 12:45 Uhr nicht be­le­gen kann, sind hier­von 15 Min. in Ab­zug zu brin­gen, so dass ihm für die­sen Tag noch 1 Std. 58 Min. zu­ste­hen.

 

In dem Zeit­raum vom 4. Sep­tem­ber bis zum 11. Sep­tem­ber 2007 war der Kläger mit ei­nem Fahr­zeug un­ter­wegs, das nicht mit ei­nem di­gi­ta­len Ta­cho­gra­fen aus­ge­stat­tet war. Der Kläger macht für die­sen Zeit­raum 46 Std. 40 Min. Ar­beits­zeit so­wie 29 Std. Be­reit­schafts­zeit gel­tend. Dies sind ins­ge­samt 75 Std. 40 Min. Nicht be­le­gen kann er da­bei am 10. Sep­tem­ber 2007 1 Std. und am 11. Sep­tem­ber 2007 15 Min. Sei­ne Erklärun­gen im Schrift­satz vom 18.11.2009, S. 3, sind un­sub­stan­ti­iert, so dass die­se 1 Std. und 15 Min. in Ab­zug zu brin­gen ist. Die übri­ge Zeit ist von der Be­klag­ten nicht sub­stan­zi­ell in Fra­ge ge­stellt wor­den; so­weit sie sich dar­auf be­ruft, der Kläger ha­be kei­ne Ta­cho­schei­ben ein­ge­reicht, würde dies im Hin­blick auf ih­re ei­ge­ne Auf­zeich­nungs­pflicht bezüglich der Ar­beits­zeit je­den­falls vom Grund­satz her nicht ver­fan­gen. Da Be­reit­schafts­zei­ten von der Be­klag­ten nicht vergütet wor­den sind, ste­hen dem Kläger hier noch 29 Std. zu; die­se sind – wie ge­zeigt – in den Auf­zeich­nun­gen des Ta­cho­gra­fen nicht ent­hal­ten.

Für den 12. Sep­tem­ber 2007 nimmt der Kläger ei­ne Um­be­wer­tung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fang von 1 Std. und 7 Min. vor. Nach den hier ver­tre­te­nen Grundsätzen führt dies nicht zu ei­ner Ände­rung in der Be­rech­nung der Kla­ge­for­de­rung.
Für den 13. Sep­tem­ber 2007 gilt das glei­che.

Für den 14. Sep­tem­ber 2007 gilt im Um­fang von 4 Std. 40 Min. das glei­che; so­weit der Kläger wei­te­re 16 Min. gel­tend ma­chen will, ist dies eben­falls un­sub­stan­ti­iert.

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Für den 15. Sep­tem­ber 2007 be­gehrt der Kläger ei­ne um 21 Min. länge­re Ar­beits­zeit; die dies­bezügli­chen Dar­stel­lun­gen sind nach den Grundsätzen des bis­her ge­sag­ten un­sub­stan­ti­iert. Er macht ei­ne um 1 Std. 7 Min. länge­re Ar­beits­zeit gel­tend, die nach den ge­nann­ten Grundsätzen nicht hin­rei­chend dar­ge­stellt und vor al­lem nicht mit ei­nem hin­rei­chen­den Be­weis­an­ge­bot ver­se­hen ist. Al­ler­dings macht er ei­ne um 6 Std. 50 Min. ver­rin­ger­te Be­reit­schafts­zeit gel­tend und erklärt die­se Zeit zur Ru­he­zeit. Dem­nach sind von dem vom Kläger im Übri­gen gel­tend ge­mach­ten Be­reit­schafts­zei­ten 6 Std. 50 Min. in Ab­zug zu brin­gen.

Für den 18. Sep­tem­ber 2007 gibt der Kläger ei­ne um 1 Std. 14 Min. länge­re Ar­beits­zeit we­gen frühe­rem Ar­beits­be­ginn als di­gi­tal auf­ge­zeich­net an. Des wei­te­ren kommt es zu 9 Min. Verände­rung bei der Lenk­zeit, schließlich macht der Kläger ei­ne um 1 Std. 28 Min. länge­re Ar­beits­zeit und um 20 Min. länge­re Be­reit­schafts­zeit gel­tend. So­weit der Kläger das dies­bezügli­che Be­strei­ten der Be­klag­ten mit „Mi­nu­ten­rei­te­rei“ (Schrift­satz vom 27. Au­gust 2009, S. 11) ab­tut, hilft ihm dies nicht zur Sub­stan­ti­ie­rung sei­ner ei­ge­nen For­de­rung wei­ter. Auch hier ist sein Sach­vor­trag un­sub­stan­ti­iert, wenn er dar­auf ver­weist, dass der Lkw ver­spätet an­kam und erklärt: „dies wird ge­gen 10:30 Uhr ge­we­sen sein“. Sämt­li­che Verände­run­gen des Klägers sind nicht schlüssig dar­ge­legt, je­den­falls aber fehlt es an ei­nem taug­li­chen Be­weis­an­ge­bot für die von der Be­klag­ten zulässi­ger­wei­se be­strit­te­nen An­ga­ben des Klägers.

Für den 19. Sep­tem­ber 2007 er­gibt sich le­dig­lich ei­ne Ver­schie­bung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit, oh­ne dass dies auf die hie­si­ge Kla­ge­for­de­rung Aus­wir­kun­gen hätte.

Für den 20. Sep­tem­ber 2007 er­folgt eben­falls nur ei­ne Um­ver­tei­lung von Be­reit­schafts­zeit zur Ar­beits­zeit; al­ler­dings fügt der Kläger hier wei­te­re 5 Min. hin­zu, die nicht be­legt sind.

Für den 21. Sep­tem­ber 2007 er­folgt wie­der­um ei­ne Um­ver­tei­lung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit, was sich vergütungsmäßig nach dem hier ver­tre­te­nen nicht aus­wirkt.

Für den 22. Sep­tem­ber 2007 er­ge­ben sich kei­ne Dif­fe­ren­zen.

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Für den 23. Sep­tem­ber 2007 be­gehrt der Kläger wei­te­re Be­reit­schafts­zeit­vergütung im Um­fan­ge von 11 Min., oh­ne dass dies durch sub­stan­ti­ier­ten Vor­trag mit Be­weis­an­tritt näher be­legt sei.

Für den 27. Sep­tem­ber 2007 macht der Kläger ei­ne wei­te­re Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 1 Std. 11 Min. gel­tend; auch hier wird nicht sub­stan­ti­iert und un­ter ord­nungs­gemäßem Be­weis­an­tritt dar­ge­legt, in­wie­weit die­se wei­te­ren Zei­ten, die mit ei­nem frühe­ren Ar­beits­be­ginn zu­sam­menhängen sol­len, tatsächlich ent­stan­den sind.

Für den 28. Sep­tem­ber 2007 macht der Kläger wei­te­re 6 Min. Be­reit­schafts­zeit gel­tend, oh­ne dies näher zu be­gründen.

Für den 29. Sep­tem­ber 2007 er­folgt wie­der­um ei­ne Um­ver­tei­lung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit, oh­ne dass sich dies vergütungs­recht­lich aus­wir­ken würde.

Für den 30. Sep­tem­ber 2007 er­folgt er­neut ei­ne Um­wid­mung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit so­wie ei­ne Erhöhung von 7 Min., oh­ne dass dies durch Sach­vor­trag gestützt wäre.

 

Für Sep­tem­ber er­gibt sich dar­aus, dass dem Kläger zusätz­lich 22 Std. 35 Min. zu­ste­hen.

2.3.4.3
Für den 1. Ok­to­ber 2007 er­gibt sich eben­falls ei­ne Um­ver­tei­lung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit, oh­ne dass dies vergütungs­recht­lich Be­deu­tung hätte; der Kläger schlägt da­bei 5 Min. auf, die er nicht be­gründet.

Für den 2. Ok­to­ber 2007 er­folgt eben­falls ei­ne Um­ver­tei­lung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit, auch hier er­folgt ein nicht be­gründe­ter Auf­schlag im Um­fan­ge von 7 Min..

Für den 3. Ok­to­ber 2007 geht der Kläger von ei­ner um 2 Std. 21 Min. länge­ren Ar­beits­zeit aus, er be­gründet dies mit ei­ner Fahrt mit dem Fir­men-Pkw von Rie­sa nach Lud­wigs­fel­de,

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wofür die Be­klag­te nur 2 Std. in An­satz bringt. Die Mehr­for­de­rung des Klägers ist nicht be­legt und mit Be­weis­an­tritt ver­se­hen. Ins­ge­samt sind ihm 2 Std. an Ar­beits­zeit zu­zu­rech­nen.

Für den 6. Ok­to­ber 2007 geht der Kläger von ei­ner um 2 Std. 6 Min. länge­ren Ar­beits­zeit aus, weil er ei­nen Ar­beits­be­ginn um 8:00 Uhr, ent­ge­gen der di­gi­ta­len Auf­zeich­nung um 10:00 Uhr, an­nimmt. So­weit er dies­bezüglich erklärt, er sei im Büro ge­we­sen und ha­be auf den Lkw ge­war­tet, ist dies nicht mit ei­nem zulässi­gen Be­weis­mit­tel ver­se­hen. Auch die Verlänge­rung der Be­reit­schafts­zeit um 2 Std. 8 Min. ist vom Kläger nicht be­legt.

Für den 7. Ok­to­ber 2007 er­folgt ei­ne Um­ver­tei­lung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit, je­doch schlägt der Kläger hier 7 Min. auf, oh­ne die­se näher zu qua­li­fi­zie­ren.

Für den 8. Ok­to­ber 2007 ist eben­falls ei­ne Um­ver­tei­lung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit durch den Kläger gel­tend ge­macht, auch hier mit ei­ner Erhöhung um 7 Min., die nicht be­legt sind.

Für den 9. Ok­to­ber 2007 gilt das glei­che.

Für den 10. Ok­to­ber 2007 gilt das glei­che mit ei­nem Auf­schlag von 6 Min.

Für den 11. Ok­to­ber 2007 macht der Kläger ei­ne um 28 Min. verlänger­te Ar­beits­zeit und um 25 Min. verlänger­te Be­reit­schafts­zeit gel­tend. Die dies­bezüglich vom Kläger vor­ge­nom­me­nen Erläute­run­gen tra­gen die­sen „Auf­schlag“ in­des nicht; zulässi­ge Be­weis­an­ge­bo­te sind nicht er­folgt.
Für den 14. Ok­to­ber 2007 macht der Kläger eben­falls ei­ne um 1 Std. 11 Min. verlänger­te Ar­beits­zeit gel­tend, was wie­der­um – un­sub­stan­ti­iert – mit Büro­zei­ten be­gründet wird. Auch macht er ei­ne um 1 Std. 11 Min. verlänger­te Be­reit­schafts­zeit gel­tend, was eben­falls nicht be­legt oder mit ei­nem ord­nungs­gemäßen Be­weis­an­tritt ver­se­hen wird.

Für den 15. Ok­to­ber 2007 macht der Kläger ei­ne länge­re Ar­beits­zeit um 21 Min. gel­tend, oh­ne dass er die dies­bezügli­chen Zei­ten – wie be­reits mehr­fach ge­zeigt – näher sub­stan­ti­iert oder mit ei­nem zulässi­gen Be­weis­mit­tel ver­se­hen hätte.

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Für den 22. Ok­to­ber 2007 macht der Kläger wie­der­um ei­ne verlänger­te Ar­beits­zeit von 2 Std. 18 Min. und ei­ne verlänger­te Be­reit­schafts­zeit von 2 Std. 20 Min. gel­tend. Auch hier be­gründet er dies mit Auf­ent­halts­zei­ten im Büro und War­te­zei­ten auf den Lkw, oh­ne dies näher dar­zu­le­gen und mit ei­nem gehöri­gen Be­weis­an­ge­bot zu ver­se­hen.

Für den 23. Ok­to­ber 2007 be­gehrt der Kläger ei­ne um 20 Min. verlänger­te Be­reit­schafts­zeit. Auch dies hat er in der Sa­che nicht näher dar­ge­legt und mit ei­nem zulässi­gen Be­weis­mit­tel ver­se­hen.

Für den 24. Ok­to­ber 2007 schlägt der Kläger 9 Min. auf die Be­reit­schafts­zeit zu, oh­ne dies näher zu be­gründen.

Für den 25. Ok­to­ber 2007 be­gehrt der Kläger – auf der Grund­la­ge sei­nes zu­letzt er­folg­ten Vor­tra­ges – Vergütung für ei­ne um 2 Std. 20 Min. verlänger­te Ar­beits­zeit und ei­ne um 1 Std. 20 Min. verlänger­te Be­reit­schafts­zeit. Der Kläger be­gründet dies (Schrift­satz vom 18.11.2009, S. 5) mit u.a. War­te­zei­ten, im Schrift­satz vom 18.06.2009 u.a. mit Ent­la­dung/Be­la­dung. Die dies­bezügli­chen An­ga­ben sind in­des nicht sub­stan­ti­iert ge­nug, um dem kläge­ri­schen Be­geh­ren Rech­nung tra­gen zu können; sie sind auch nicht mit ei­nem zulässi­gen Be­weis­mit­tel ver­se­hen.

Am 26. Ok­to­ber 2007 be­gehrt der Kläger im Hin­blick auf ei­nen frühe­ren Ar­beits­be­ginn wei­te­re 24 Min. Vergütung für Ar­beits­zeit, rech­net in­des Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 1 Std. 45 Min. zu 2 Std. 13 Min. Ar­beits­zeit ein. Die gel­tend ge­mach­te Mehr­for­de­rung im Um­fang von 24 Min. ist nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­legt und mit ei­nem taug­li­chen Be­weis­mit­tel ver­se­hen.

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Für den 27. Ok­to­ber 2007 be­gehrt der Kläger, un­ter Um­be­nen­nung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Übri­gen, wei­te­re 20 Min. Ar­beits­zeit, oh­ne dies näher zu be­gründen und mit ei­nem taug­li­chen Be­weis­mit­tel zu ver­se­hen.

Für den 30. Ok­to­ber 2007 be­gehrt der Kläger wei­te­re 1 Std. und 4 Min. Ar­beits­zeit, dies im Hin­blick auf ei­nen frühe­ren Ar­beits­be­ginn; auch hier sind die For­de­run­gen nicht sub­stan­zi­ell be­legt und mit ei­nem zulässi­gen Be­weis­mit­tel ver­se­hen.

Für den 31. Ok­to­ber 2007 macht der Kläger ei­ne um 5 Std. 5 Min. länge­re Ar­beits­zeit gel­tend, re­du­ziert in­des die Be­reit­schafts­zeit um 2 Std. 2 Min. Die Be­klag­te hat hier im Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 40 auf die Un­stim­mig­kei­ten im dies­bezügli­chen kläge­ri­schen Vor­trag hin­ge­wie­sen, oh­ne dass der Kläger hier­auf in sei­nem Schrift­satz vom 18.11.2009 ein­ge­gan­gen wäre. Auch an­sons­ten sind nähe­re Erläute­run­gen des Klägers nicht er­folgt, so dass auch der dies­bezügli­che Vor­trag nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert und mit ei­nem taug­li­chen Be­weis­mit­tel ver­se­hen ist.

Für Ok­to­ber 2007 er­gibt sich dar­aus, dass dem Kläger noch wei­te­re 2 Std. zu­ste­hen.

2.3.4.4
Für den 1. No­vem­ber 2007 er­folgt le­dig­lich ei­ne Um­be­nen­nung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit; wo­bei 4 Min. oh­ne nähe­re Be­gründung auf­ge­schla­gen wer­den.

Für den 2. No­vem­ber 2007 er­folgt eben­falls ei­ne Um­be­nen­nung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fang von 1 Std. 45 Min., wo­bei – be­gründungs­los – 10 Min. auf­ge­schla­gen wer­den.

Für den 3. No­vem­ber 2007 er­folgt eben­falls ei­ne Um­be­nen­nung von Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 47 Min. in Ar­beits­zeit, wo­bei auch hier – be­gründungs­los – 8 Min. hin­zu­gefügt wer­den.

Für den 4. No­vem­ber 2007 macht der Kläger ei­ne um 1 Std. 39 Min. länge­re Ar­beits­zeit gel­tend, wo­bei er hier­auf 1 Std. 05 Min. Be­reit­schafts­zeit ver­rech­net. Die 28 Min. Mehr­for­de­rung re­sul­tie­ren aus ei­nem späte­ren Ar­beits­zei­t­en­de, was der Kläger in­des nicht sub­stan­ti­iert be­gründet.

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Für den 8. No­vem­ber 2007 macht der Kläger ei­ne um 2 Std. 10 Min. und zum an­de­ren 57 Min. länge­re Ar­beits­zeit und ei­ne um 10 Std. 47 Min. länge­re Be­reit­schafts­zeit gel­tend. Die Be­klag­te hat dies­bezüglich be­strit­ten, dass der Kläger be­reits um 2:00 Uhr in Lud­wigs­fel­de war, statt ei­nes im Ta­cho­gra­fen er­kenn­ba­ren Be­ginns um 4:09 Uhr. Der Kläger hat hier­zu im Schrift­satz vom 18.11.2009 kei­ne wei­ter­ge­hen­de Stel­lung­nah­me ab­ge­ge­ben; sei­ne Ausführun­gen im Schrift­satz vom 18.06.2009 sind nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert. Die Gel­tend­ma­chung von wei­te­ren 57 Min. Ar­beits­zeit ge­genüber der di­gi­tal er­fass­ten ist nicht näher be­gründet; gleich­falls nicht die um 10 Std. 47 Min. erhöhte Be­reit­schafts­zeit. Je­den­falls aber liegt kein taug­li­ches Be­weis­an­ge­bot vor.

Für den 9. No­vem­ber 2007 geht der Kläger von ei­nem um 3 Std. 19 Min. späte­ren En­de der Ar­beits­zeit als di­gi­tal er­fasst aus. Der dies­bezügli­che Vor­trag weicht in großem Um­fan­ge von den di­gi­ta­len Auf­zeich­nun­gen ab, dies hat die Be­klag­te im Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 44 deut­lich ge­macht. Die dies­bezügli­chen Erläute­run­gen des Klägers im Schrift­satz vom 18.11.2009 vermögen sei­nen Sach­vor­trag nicht hin­rei­chend zu erläutern; ein taug­li­ches Be­weis­an­ge­bot liegt eben­falls nicht vor.

Für den 10. No­vem­ber 2007 ist vergütungs­recht­lich nur die Um­ver­tei­lung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit re­le­vant, bei der der Kläger al­ler­dings 10 Min. hin­zufügt, oh­ne dies näher zu be­gründen.

Für den 11. No­vem­ber 2007 er­ge­ben sich aus dem kläge­ri­schen Vor­trag gänz­lich an­de­re Umstände, als sie di­gi­tal er­fasst sind. Der Kläger ge­langt hier zu ei­ner um 3 Std. 6 Min. länge­ren Ar­beits­zeit und zu ei­ner 2 Std. 44 Min. länge­ren Be­reit­schafts­zeit. Die Erläute­run­gen des Klägers im Schrift­satz vom 18.11.2009 S. 6 hel­fen hier nicht wei­ter; der Kläger stellt dort ei­ne denk­ba­re Si­tua­ti­on dar, die die ein­zel­nen von ihm gel­tend ge­mach­ten St­un­den und Mi­nu­ten nicht hin­rei­chend erläutern. Ein taug­li­ches Be­weis­an­ge­bot fehlt. Auf die wei­te­ren Un­stim­mig­kei­ten weist die Be­klag­te im Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 45 hin.

Für den 12. No­vem­ber 2007 er­gibt sich le­dig­lich ei­ne Um­ver­tei­lung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit; die hin­zu­gefügten 4 Min. sind nicht be­gründet.

Für den 13. No­vem­ber 2007 macht der Kläger ei­ne um 21 Min. verlänger­te Ar­beits­zeit und ei­ne um 23 Min. verlänger­te Be­reit­schafts­zeit gel­tend. Der Kläger be­gründet dies mit Zei­ten der „Ablösung“, „der Fahr­zeugüberg­a­be“ und dem „Ver­brin­gen der Pa­pie­re in den Kel­ler /das

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Büro“. Dies ist im Hin­blick auf die an­zu­set­zen­den Zei­ten nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert und auch nicht mit ei­nem taug­li­chen Be­weis­an­ge­bot ver­se­hen.
Für den 15. No­vem­ber 2007 er­gibt sich ei­ne Mehr­for­de­rung von 35 Min. Ar­beits­zeit und 35 Min. Be­reit­schafts­zeit, die nicht hin­rei­chend, auch nicht im Schrift­satz vom 18.11.2009, dar­ge­legt wor­den sind.

Glei­ches gilt für die For­de­rung des Klägers für den 16.11.2007 und fort­fol­gend bis zum 21.11.2007. Der Kläger gibt hier­zu im Schrift­satz vom 18.11.2009 an, dass er „oh­ne Un­ter­bre­chung“ für die Be­klag­te mit dem Lkw un­ter­wegs ge­we­sen sei. Teil­wei­se sei er in ei­nen Stau ge­kom­men; da die Schicht- und Lenk­zei­ten vorüber ge­we­sen sei­en, hätten die Fah­rer­kar­ten ge­zo­gen wer­den müssen. All dies erklärt nicht die von der Be­klag­ten im Schrift­satz vom 28.09.2009 ab S. 47 dar­ge­stell­ten Un­stim­mig­kei­ten im kläge­ri­schen Vor­trag, ins­be­son­de­re, wenn man die­sen mit den di­gi­ta­len Auf­zeich­nun­gen kon­tras­tiert. Für die kläge­ri­schen Be­haup­tun­gen fehlt es auch an ei­nem taug­li­chen Be­weis­an­ge­bot, wenn man sie denn nicht oh­ne­hin als un­sub­stan­ti­iert qua­li­fi­zie­ren woll­te.

Für den 25. No­vem­ber 2007 er­gibt sich ei­ne Um­de­fi­ni­ti­on von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit, die auf­ge­schla­ge­nen 3 Min. blei­ben be­gründungs­los.

Für den 26. No­vem­ber 2007 gilt sinn­gemäß das glei­che; die Hin­zufügung von 24 Min. an Ar­beits­zeit bleibt auch hier be­gründungs­los.

Ähn­li­ches gilt für den 27. No­vem­ber 2007, die Mehr­for­de­rung von 6 Min. bleibt eben­falls be­gründungs­los.

Für den 28. No­vem­ber 2007 macht der Kläger ei­ne Mehr­for­de­rung an Be­reit­schafts­zeit um 13 Min. gel­tend, oh­ne dies hin­rei­chend zu be­gründen und mit ei­nem taug­li­chen Be­weis­mit­tel zu ver­se­hen.

Für den 29. No­vem­ber 2007 er­folgt ei­ne Um­de­fi­ni­ti­on von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit mit ei­nem – be­gründungs­lo­sen – Auf­schlag von 8 Min.

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Für den 30. No­vem­ber 2007 macht der Kläger ei­ne um 26 Min. länge­re Ar­beits­zeit gel­tend, auch dies ist nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert be­gründet; die Be­klag­te hat im Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 54 hier­zu zu Recht Zwei­fel an­ge­mel­det.

Aus al­lem er­gibt sich für den Mo­nat No­vem­ber kei­ne be­gründe­te Mehr­for­de­rung.


2.3.4.5.
Für den 3. De­zem­ber 2007 er­gibt sich ei­ne Mehr­for­de­rung an Ar­beits­zeit im Um­fan­ge von 2 Std. 17 Min.; die­se wird vom Kläger in sei­nem Schrift­satz vom 18.06.2009 – je­den­falls im Um­fan­ge von 2 St­un­den – da­mit be­gründet, dass er in Lud­wigs­fel­de auf den Lkw ge­war­tet ha­be. Für die von der Be­klag­ten be­strit­te­nen Be­haup­tun­gen bie­tet er kein taug­li­ches Be­weis­mit­tel an.

Für den 4. De­zem­ber 2007 er­gibt sich ei­ne Verände­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit, was vergütungs­recht­lich nicht ins Ge­wicht fällt, so­wie ei­ne Erhöhung um 7 Min., die ih­rer­seits nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert be­gründet sind.

Für den 5. De­zem­ber 2007 er­gibt sich le­dig­lich ei­ne Erhöhung der Be­reit­schafts­zeit um 6 Min., die nicht sub­stan­ti­iert be­gründet ist.

Für den 6. De­zem­ber 2007 er­gibt sich ei­ne Verände­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fang von 1 Std. und 7 Min., was vergütungs­recht­lich nicht ins Ge­wicht fällt; der vom Kläger vor­ge­nom­me­ne Auf­schlag von 12 Min. wird nicht sub­stan­ti­iert be­gründet.

Für den 7. De­zem­ber 2007 er­gibt sich ver­gleich­ba­res; die Verände­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fang von 32 Min. fällt vergütungsmäßig nicht ins Ge­wicht, der Auf­schlag von 4 Min. wird nicht wei­ter sub­stan­ti­iert be­gründet. Da­bei ist für die­sen Tag, für die Ta­ge zu­vor und für die Ta­ge da­nach fest­zu­stel­len, dass der Kläger in sei­nem Schrift­satz vom 18.11.2009 die Dif­fe­ren­zen zwi­schen Be­reit­schafts- und Ar­beits­zeit so erklärt, dass sie Zei­ten des Be- und Ent­la­dens sei­en. Die­se Dar­stel­lung des Klägers ist für sich ge­nom­men nicht ge­eig­net, die je­weils mi­nu­ten­ge­nau gel­tend ge­mach­ten For­de­run­gen hin­rei­chend sub­stan­ti­iert zu be­le­gen. Es ist – wie be­reits mehr­fach ge­zeigt – dem Kläger zu­zu­ge­ste­hen, dass ggf. sol­che Ar­beits­zei­ten an­ge­fal­len sind; für die Zu­er­ken­nung von Vergütung für sol­che

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Tätig­keit wäre es je­doch er­for­der­lich ge­we­sen, die Tätig­kei­ten ex­akt der Art und der Zeit nach zu kon­kre­ti­sie­ren. Es ist dem Ge­richt nicht möglich, dies­bezüglich von „Er­fah­rungs­wer­ten“ oder „Schätzun­gen“ aus­zu­ge­hen.

Für den 8. De­zem­ber 2007 er­gibt sich ei­ne Mehr­for­de­rung bezüglich Ar­beits­zeit im Um­fang von 27 Min. und ei­ne Mehr­for­de­rung bezüglich Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 28 Min. Die Be­klag­te ver­weist dies­bezüglich (Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 57) zu Recht dar­auf, dass sich hier­bei er­heb­li­che Dif­fe­ren­zen zu den zu­vor vom Kläger ge­nann­ten Zei­ten er­ge­ben. Die von der Be­klag­ten dort auf­geführ­ten Un­klar­hei­ten und Wi­dersprüche ver­moch­te der Kläger in sei­nem Schrift­satz vom 18.11.2009 nicht auf­zuklären; er nimmt in die­sem Zu­sam­men­hang viel­mehr zu die­sem Tag nicht ge­son­dert Stel­lung; die dies­bezüglich von ihm gel­tend ge­mach­ten Mehr­for­de­run­gen er­wei­sen sich da­mit nicht als hin­rei­chend sub­stan­ti­iert.

Für den 11. De­zem­ber 2007 be­gehrt der Kläger ei­nen höhe­ren Ar­beits­zeit­an­teil im Um­fang von 28 Min.; hier­zu weist die Be­klag­te in ih­rem Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 58 auf ver­schie­de­ne Wi­dersprüche hin, die der Kläger sei­ner­seits in sei­nem Schrift­satz vom 18.11.2009 nicht aufklärt. Die kläge­ri­schen Be­haup­tun­gen blei­ben in­so­weit un­klar und nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert.

Für den 12. De­zem­ber 2007 er­folgt ei­ne Um­qua­li­fi­zie­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fan­ge von 3 Std. 7 Min., was sich vergütungs­recht­lich nicht aus­wirkt, so­wie ein Auf­schlag von 5 Min., der vom Kläger nicht näher be­gründet ist.

Für den 13. De­zem­ber 2007 gilt ver­gleich­ba­res, hier beträgt der Auf­schlag 7 Min.

Für den 14. De­zem­ber 2007 macht der Kläger wei­te­re 4 Min. Be­reit­schafts­zeit gel­tend; hin­sicht­lich sei­ner Erklärung von Be- und Ent­la­de­zei­ten wird auf das be­reits ge­sag­te ver­wie­sen.

Für den 15. De­zem­ber 2007 qua­li­fi­ziert der Kläger Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 42 Min. in Ar­beits­zeit um und fügt ei­nen Auf­schlag von 11 Min. hin­zu, hierfür gilt das so­eben ge­sag­te.

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Für den 16. De­zem­ber 2007 macht der Kläger wei­te­re Ar­beits­zeit im Um­fang von 26 Min. gel­tend; die Be­klag­te hat hier­zu im Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 61 auf die Un­stim­mig­kei­ten hin­ge­wie­sen, die vom Kläger sei­ner­seits in sei­nem Schrift­satz vom 18.11.2009 nicht aus­geräumt wor­den sind. Die Um­qua­li­fi­zie­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fang von 54 Min. fällt vergütungsmäßig nicht ins Ge­wicht, die von ihm hin­zu­ge­setz­ten 30 Min. bezüglich der Ar­beits­zeit sind von ihm nicht näher erklärt.

Für den 19. De­zem­ber 2007 macht der Kläger ins­ge­samt 3 Std. gel­tend, da­von 2 Std. als Ar­beits­zeit und 1 Std. als Be­reit­schafts­zeit. Nach sei­ner Dar­stel­lung (Schrift­satz vom 18.11.2009, S. 7) ist er, oh­ne die Fah­rer­kar­te ein­ge­checkt zu ha­ben, von Lud­wigs­fel­de nach Fürs­ten­wal­de ge­fah­ren. Die Kar­te ha­be er erst nach Be­la­dung des Fahr­zeu­ges in Fürs­ten­wal­de ein­ge­steckt, da ab die­sem Mo­ment 21 St­un­den Schicht­zeit möglich ge­we­sen sei. Oh­ne die­se tatsächlich vor­ge­nom­me­ne Ma­ni­pu­la­ti­on ha­be ein kom­plet­ter „Um­lauf“ mit dem Fahr­zeug, d. h. die Durchführung der Tour, nicht gewähr­leis­tet wer­den können. So­weit die Be­klag­te hier­zu in ih­rem Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 62, die An­ga­ben be­strei­tet und sie als „nicht glaub­haft“ be­zeich­net, reich­te das an­ge­sichts der ihr be­kann­ten Be­we­gungs­da­ten des Fahr­zeu­ges nicht aus. Schlüssig ist dem­ge­genüber ihr Hin­weis dar­auf, dass der Kläger für die­se Fahrt 1 Std. und 20 Min. an­ge­setzt hat, er aber zu an­de­ren Zei­ten mit ei­ner St­un­de, mit 50 Min. und an an­de­ren Ta­gen nur mit 45 Min. aus­ge­kom­men sein will. Legt man zu­grun­de, dass es zu dem Zeit­punkt kei­nen nen­nens­wer­ten Ver­kehr ge­ge­ben ha­ben dürf­te, ist ei­ne St­un­de für die Fahrt ein­zu­rech­nen; die Be- und Ent­la­de­zei­ten, die der Kläger gel­tend macht, sind nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­legt und mit ei­nem taug­li­chen Be­weis­mit­tel ver­se­hen. Dem­nach ist ihm für den 19. De­zem­ber 2007 ei­ne wei­te­re St­un­de zu­zu­er­ken­nen.

Für den 20. De­zem­ber 2007 macht der Kläger ei­ne um 2 Std. und 22 Min. länge­re Ar­beits­zeit gel­tend und erklärt hier­zu, dass es sich um Zei­ten der „Be­la­dung“ han­de­le, wo­bei ei­ne „schlep­pen­de Frei­ga­be der Wa­re“ vor­ge­le­gen ha­be. Die­se An­ga­ben sind wie­der­um nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert, ins­be­son­de­re aber nicht mit ei­nem zulässi­gen Be­weis­mit­tel ver­se­hen.

Für den 21. De­zem­ber 2007 nimmt der Kläger ei­ne Um­qua­li­fi­zie­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit im Um­fan­ge von 3 Std. 34 Min. vor, was vergütungs­recht­lich nicht ins Ge­wicht fällt. Er nimmt wei­ter ei­nen Auf­schlag von 4 Min. vor, hier­zu gilt das be­reits ge­sag­te.

- 33 -

Für den 22. De­zem­ber 2007 nimmt der Kläger ei­ne Um­qua­li­fi­zie­rung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit vor, die sich vergütungsmäßig nicht aus­wirkt; zu­gleich fügt er wei­te­re 4 Min. Ar­beits­zeit an, dies­bezüglich gilt das be­reits ge­sag­te.

Für den 23. De­zem­ber 2007 geht der Kläger von ei­ner um 18 Min. länge­ren Ar­beits­zeit und ei­ner um 1 Std. 30 Min. länge­ren Be­reit­schafts­zeit aus. Die­se An­ga­ben kor­re­spon­die­ren nicht mit sei­nen An­ga­ben im Schrift­satz vom 18.06.2009. Der Kläger erklärt hier­zu im Schrift­satz vom 18.11.2009, S. 8, dass er sich in der Ta­bel­le ver­tan und die Lenk­zeit nicht kor­rekt ver­merkt ha­be. Die Lenk­zeit von 1 Std. 40 Min. tref­fe zu. Darüber hin­aus ha­be es nach Be­en­di­gung der Fahrtätig­keit noch die Überg­a­be des Fahr­zeu­ges, den Fah­rer­wech­sel und das Ver­brin­gen der Pa­pie­re in das Büro zu er­le­di­gen ge­ge­ben, was die Dif­fe­renz hin­sicht­lich des En­des der Ar­beits­zeit erklärt. Dies­bezüglich ist fest­zu­stel­len, dass auch die­se An­ga­ben des Klägers – wie be­reits mehr­fach erwähnt – nicht sub­stan­ti­iert ge­nug sind. Hin­sicht­lich der übri­gen An­ga­ben liegt zu­min­dest kein taug­li­ches Be­weis­mit­tel vor.

Für den 27. De­zem­ber 2007 macht der Kläger ei­ne um 26 Min. länge­re Ar­beits­zeit gel­tend, schließlich be­gehrt er die An­er­ken­nung ei­ner länge­ren Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 31 Min. Hier­zu hat die Be­klag­te in ih­rem Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 65 ent­spre­chen­de Rügen vor­ge­bracht. Auch für das Ge­richt ist nicht zwei­fels­frei nach­voll­zieh­bar, wie der Kläger zu sei­nen Be­rech­nun­gen ge­kom­men ist; schließlich fehlt ein taug­li­ches Be­weis­mit­tel.

Für den 28. De­zem­ber 2007 qua­li­fi­ziert der Kläger Ru­he­zeit im Um­fang von 20 Min. Be­reit­schafts­zeit um und macht ei­nen Auf­schlag von 6 Min. gel­tend. In sei­nem Schrift­satz vom 18.11.2009 erklärt er dies da­mit, dass die zeit­li­che Dif­fe­renz mit Fahr­zeugüberg­a­be, Fahr­zeug­wech­sel und Ver­brin­gen von Pa­pie­ren zu­sam­menhänge. Dies ist – wie be­reits mehr­fach ge­zeigt – von der Art und Zeit her nicht sub­stan­ti­iert ge­nug; schließlich fehlt es auch an ei­nem taug­li­chen Be­weis­mit­tel.

Für den 30. De­zem­ber 2007 macht der Kläger ins­ge­samt 6 zusätz­li­che St­un­den gel­tend,
und zwar in Form von Be­reit­schafts­zeit. Die kläge­ri­schen An­ga­ben sind für das Ge­richt nicht nach­voll­zieh­bar. In sei­nem Schrift­satz vom 18.06.2009 erklärt der Kläger hier­zu, in der Zeit von 11:15 Uhr bis 16:30 Uhr mit dem Fir­men-Pkw und an­de­ren Kol­le­gen nach Lud­wigs­fel­de ge­fah­ren zu sein. Die Lkw sei­en in Ha­nau ste­hen­ge­blie­ben. Gleich­zei­tig gibt er (Schrift­satz

- 34 -

vom 18.11.2009, S. 8) an, in Ha­nau um 11:15 Uhr ab­ge­fah­ren zu sein und bis nach Lud­wigs­fel­de 5 Std. und 15 Min. ge­braucht zu ha­ben. Hier wird für die Kam­mer – und auch für die Be­klag­te – wie sich aus ih­rem Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 67 er­gibt – nicht deut­lich, wel­che Zei­ten der Kläger auf wel­cher Grund­la­ge nun gel­tend ma­chen will. Ein taug­li­ches Be­weis­mit­tel ist hier – wie­der­um – nicht be­nannt.

Für De­zem­ber 2007 steht dem mit­hin zusätz­lich 1 Std. zu.

2.3.4.6
Für den 8. Ja­nu­ar 2008 rech­net der Kläger Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 2 Std. in Ar­beits­zeit um, was sich vergütungs­recht­lich nicht aus­wirkt; hin­zu kom­men 7 Min. Auf­schlag, die ih­rer­seits nach den be­reits dar­ge­leg­ten Ge­sichts­punk­ten nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­stellt sind.

Für den 9. Ja­nu­ar 2008 rech­net der Kläger wie­der­um Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 2 Std. 38 Min. in Ar­beits­zeit um, oh­ne dass dies vergütungs­recht­lich re­le­vant würde; sein vor­ge­nom­me­ner Auf­schlag in Höhe von 6 Min. bleibt un­sub­stan­ti­iert.

Für den 10. Ja­nu­ar 2008 gilt das glei­che.

Für den 11. Ja­nu­ar 2008 gilt eben­falls das ge­sag­te.

Für den 12. Ja­nu­ar 2008 gilt das ge­sag­te.

Für den 13. Ja­nu­ar 2008 geht der Kläger von ei­ner um 17 Min. verlänger­ten Ar­beits­zeit aus, dies ist nicht sub­stan­ti­iert be­legt. Der Kläger rech­net Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 1 Std. 6 Min. in Ar­beits­zeit um, was sich vergütungs­recht­lich nicht aus­wirkt; der von ihm vor­ge­nom­me­ne Auf­schlag von 17 Min. ist nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­tan.
Für den 15. Ja­nu­ar 2008 geht der Kläger von ei­nem frühe­ren Ar­beits­be­ginn aus und rech­net 32 Min. Ar­beits­zeit hin­zu, was nicht mit ei­nem taug­li­chen Be­weis­an­tritt ver­se­hen ist. Im Um­fan­ge von 1 Std. und 41 Min. wid­met er Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit um, dies macht sich vergütungs­recht­lich nicht be­merk­bar.

- 35 -

Für den 17. Ja­nu­ar 2008 rech­net der Kläger wie­der­um Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 2 Std. und 22 Min. um, macht aber le­dig­lich Ar­beits­zeit im Um­fan­ge von 2 Std. 15 Min. gel­tend; vergütungs­recht­lich er­gibt sich hier kei­ne Ände­rung.

Für den 18. Ja­nu­ar 2008 rech­net der Kläger Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 5 Std. 11 Min. in Ar­beits­zeit um, eben­falls Ru­he­zeit im Um­fan­ge von 18 Min. Die Um­rech­nung von Be­reit­schafts­zeit in Ar­beits­zeit fällt vergütungs­recht­lich nicht ins Ge­wicht, für die Um­rech­nung von Ru­he­zeit in Ar­beits­zeit fehlt ein sub­stan­ti­ier­ter Sach­vor­trag, je­den­falls aber ein taug­li­ches Be­weis­mit­tel.

Für den 19. Ja­nu­ar 2008 rech­net der Kläger Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 4 Std. 43 Min. in Ar­beits­zeit um, was sich vergütungs­recht­lich nicht aus­wirkt; sein vor­ge­nom­me­ner Auf­schlag von 10 Min. ist un­sub­stan­ti­iert und nicht mit ei­nem taug­li­chen Be­weis­mit­tel ver­se­hen.

Für den 20. Ja­nu­ar 2008 gilt im Um­fan­ge von 36 Min. Um­rech­nung von Be­reit­schafts­zeit und Ar­beits­zeit und ei­nem Auf­schlag von 7 Min. das glei­che.

 

Für den 21. Ja­nu­ar 2008 macht der Kläger wei­te­re Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 32 Min. gel­tend; dies be­ruht dar­auf, dass er das En­de der Ar­beits­zeit auf 5:00 Uhr legt, statt, wie der Ta­cho­graf es aus­weist, auf 4:28 Uhr. Hier­zu er­folgt kei­ne sub­stan­zi­el­le Sach­dar­stel­lung, da­zu fehlt es an ei­nem taug­li­chen Be­weis­mit­tel.

Für den 24. Ja­nu­ar 2008 geht der Kläger von ei­nem um 31 Min. vor­ver­leg­ten Ar­beits­zeit­be­ginn aus, oh­ne dies hin­rei­chend sub­stan­ti­iert zu be­le­gen.

Für den 25. Ja­nu­ar 2008 macht der Kläger ei­ne erhöhte Be­reit­schafts­zeit um 49 Min. gel­tend; hier ver­weist die Be­klag­te in ih­rem Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 76 auf die dies­bezügli­chen Un­stim­mig­kei­ten. Die Ausführun­gen der Be­klag­ten sind nach­voll­zieh­bar, dem kläge­ri­schen Vor­trag fehlt die ent­spre­chen­de Schlüssig­keit und Sub­stan­ti­iert­heit.

Für Ja­nu­ar 2008 steht dem Kläger kei­ne wei­te­re Zeit zu.

- 36 -

2.3.4.7
Für den 7. Fe­bru­ar 2008 rech­net der Kläger wie­der­um Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 2 Std. 26 Min. auf Ar­beits­zeit um, was sich vergütungsmäßig nicht aus­wirkt; der Auf­schlag von 10 Min. ist wie­der­um nicht sub­stan­ti­iert be­gründet.

Für den 9. Fe­bru­ar 2008 geht der Kläger von ei­nem um 20 Min. frühe­ren Ar­beits­be­ginn aus und ge­langt zu ei­ner um 16 Min. höhe­ren Ar­beits­zeit und um 31 Min. höhe­ren Be­reit­schafts­zeit. Auch hier sind die Einwände der Be­klag­ten aus dem Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 77 schlüssig: Ei­ne sub­stan­zi­el­le Be­gründung für die vom Kläger gel­tend ge­mach­ten Zei­ten ist nicht er­sicht­lich. Hin­zu kommt, dass ein taug­li­ches Be­weis­an­ge­bot nicht vor­liegt.

Für den 10. Fe­bru­ar 2008 rech­net der Kläger Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 1 Std. 56 Min. in Ar­beits­zeit um, was sich vergütungsmäßig nicht nie­der­schlägt; sein Auf­schlag um 7 Min. bleibt oh­ne Sub­stanz.

Für den 11. Fe­bru­ar 2008 rech­net der Kläger wie­der­um Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 4 Std. 29 Min. in Ar­beits­zeit um, was vergütungs­recht­lich kei­ne Aus­wir­kun­gen hat; sein Auf­schlag von 4 Min. ist nicht schlüssig.

 

Für den 12. Fe­bru­ar 2008 geht der Kläger von ei­nem um 19 Min. verlänger­ten Ar­beits­zei­t­en­de aus und rech­net 21 Min. Be­reit­schafts­zeit hin­zu. Dies kor­re­spon­diert - wor­auf die Be­klag­te im Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 79, zu Recht hin­weist - nicht mit sei­nen Ta­ge­buch­auf­zeich­nun­gen. Die dies­bezügli­chen Ausführun­gen blei­ben un­sub­stan­ti­iert.

Für den 16. Fe­bru­ar 2008 geht der Kläger von ei­nem ge­genüber dem Ta­cho­gra­fen um 32 Min. vor­ge­zo­ge­nen Be­ginn der Ar­beits­zeit aus und ge­langt mit ei­ner Um­be­nen­nung von Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 1 Std. 9 Min. zu ei­ner Ar­beits­zeit­erhöhung von 1 Std. 45 Min. Auch die dies­bezügli­chen tatsächli­chen Grund­la­gen sind nicht hin­rei­chend schlüssig dar­ge­tan. Ein taug­li­ches Be­weis­mit­tel fehlt.

- 37 -

Für den 17. Fe­bru­ar 2008 de­fi­niert der Kläger Be­reit­schafts­zeit im Um­fang von 22 Min. in Ar­beits­zeit um, was sich vergütungs­recht­lich nicht aus­wirkt; sein Auf­schlag um 3 Min. bleibt oh­ne Sub­stanz.

Für den 18. Fe­bru­ar 2008 gilt das glei­che, hier beträgt der Auf­schlag 10 Min.

Eben­falls das glei­che gilt für den 19. Fe­bru­ar 2008 und den dort vor­ge­nom­me­nen Auf­schlag um 6 Min.

Für den 20. Fe­bru­ar 2008 er­folgt ein Auf­schlag von 6 Min., der nicht sub­stan­zi­ell dar­ge­legt und mit ei­nem taug­li­chen Be­weis­mit­tel ver­se­hen ist.

Für den 21. Fe­bru­ar 2008 de­fi­niert der Kläger Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 1 Std. 19 Min. in Ar­beits­zeit um und macht ei­nen Auf­schlag im Um­fang von 4 Min., wo­bei er wei­te­re 2 Min. Ar­beits­zeit hin­zu­rech­net. Die dies­bezügli­chen An­ga­ben sind nicht näher be­gründet, wor­auf die Be­klag­te in ih­rem Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 82 zu Recht hin­weist. Ein taug­li­ches Be­weis­mit­tel ist nicht er­kenn­bar.

Für den 24. Fe­bru­ar 2008 geht der Kläger von ei­nem um 34 Min. frühe­ren Ar­beits­be­ginn aus, den er zu 20 Min. in Ar­beits­zeit und zu 15 Min. in Be­reit­schafts­zeit erläutert. Die tatsächli­chen Grund­la­gen für die­se An­nah­me sind nicht sub­stan­ti­iert ge­nug, ein taug­li­ches Be­weis­mit­tel liegt für den be­strit­te­nen Vor­trag nicht vor.

Für den 25. Fe­bru­ar 2008 de­fi­niert der Kläger Be­reit­schafts­zeit im Um­fan­ge von 4 Std. und 16 Min. in Ar­beits­zeit um, was sich vergütungsmäßig nicht aus­wirkt; sein Auf­schlag im Um­fang von 4 Min. bleibt oh­ne sub­stan­zi­el­len Sach­vor­trag.
Für den 26. Fe­bru­ar 2008 gilt das glei­che.

Für den 27. Fe­bru­ar 2008 geht der Kläger von ei­ner länge­ren Be­reit­schafts­zeit aus, und zwar um 17 Min. Das und wie die­se 17 Min. in Ab­wei­chung von der di­gi­ta­len Auf­zeich­nung ent­stan­den sind, er­gibt sich nicht hin­rei­chend schlüssig aus dem Sach­vor­trag des Klägers im Schrift­satz im 18.06.2009, S. 12. Das Ge­richt ver­moch­te hier nicht zu er­ken­nen, wie der Kläger zu die­ser Be­rech­nung ge­langt ist.

- 38 -

Für den 28. Fe­bru­ar 2008 nimmt der Kläger ein um 3 Min. veränder­tes En­de der Ar­beits­zeit an, geht von ei­ner um 1 Std. verlänger­ten Lenk­zeit aus und ge­langt im Er­geb­nis zu ei­ner um 1 Std. 36 Min. länge­ren Be­reit­schafts­zeit. In sei­nem Schrift­satz vom 18.06.2009, S. 12 wer­den die­se Zu­sam­menhänge nicht deut­lich. Die Zei­ten der Be- und Ent­la­dung sind nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­legt, so dass das Ge­richt hier­aus nicht die Be­rech­nung des Klägers hin­rei­chend nach­voll­zie­hen konn­te. Die Be­klag­te rügt dies zu Recht im Schrift­satz vom 28.09.2009, S. 85.

Für Fe­bru­ar 2008 steht dem Kläger kei­ne zusätz­li­che Zeit zu.


2.3.4.8
Aus al­le­dem er­gibt sich, dass dem Kläger über die di­gi­tal auf­ge­zeich­ne­ten Zei­ten (nur) noch 25 Std. 50 Min. hin­aus­ge­hend zu­ste­hen, die mit ei­nem St­un­den­satz von 7,86 EUR zu vergüten wa­ren.

3.
Nach al­le­dem war das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Pots­dam ent­spre­chend des hie­si­gen Ur­teils­te­nors teil­wei­se ab­zuändern; im Übri­gen wa­ren die Be­ru­fun­gen zurück­zu­wei­sen.

Die Kos­ten­ent­schei­dung er­gibt sich aus §§ 91, 92, 97 ZPO.


4.
Für die Be­klag­te war die Re­vi­si­on we­gen grundsätz­li­cher Be­deu­tung zur Aus­le­gung des § 21 a Arb­ZG zu­zu­las­sen; ge­setz­li­che Zu­las­sungs­gründe für den Kläger la­gen nicht vor.

 


R e c h t s m i t t e l b e le h r u n g

- 39 -

Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der Be­klag­ten bei dem

Bun­des­ar­beits­ge­richt,
Hu­go-Preuß-Platz 1, 99084 Er­furt
(Post­adres­se: 99113 Er­furt),

Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­den.

Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb

ei­ner Not­frist von ei­nem Mo­nat

schrift­lich beim Bun­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­legt wer­den.

Sie ist gleich­zei­tig oder in­ner­halb

ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten

schrift­lich zu be­gründen.

Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit der Zu­stel­lung des in vollständi­ger Form ab­ge­setz­ten Ur­teils, spätes­tens aber mit Ab­lauf von fünf Mo­na­ten nach der Verkündung.

Die Re­vi­si­ons­schrift muss die Be­zeich­nung des Ur­teils, ge­gen das die Re­vi­si­on ge­rich­tet wird und die Erklärung ent­hal­ten, dass ge­gen die­ses Ur­teil Re­vi­si­on ein­ge­legt wer­de.

Die Re­vi­si­ons­schrift und die Re­vi­si­ons­be­gründung müssen von ei­nem Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten un­ter­zeich­net sein. Als sol­che sind außer Rechts­anwälten nur fol­gen­de Stel­len zu­ge­las­sen, die zu­dem durch Per­so­nen mit Befähi­gung zum Rich­ter­amt han­deln müssen:

Für den Kläger ist kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben.
Auf die Möglich­keit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de gem. § 72 a ArbGG wird hin­ge­wie­sen.

Der Schrift­form wird auch durch Ein­rei­chung ei­nes elek­tro­ni­schen Do­ku­ments i. S. d. § 46b ArbGG genügt. Nähe­re In­for­ma­tio­nen da­zu fin­den sich auf der In­ter­net­sei­te des Bun­des­ar­beits­ge­richts un­ter www.bun­des­ar­beits­ge­richt.de.

Dr. B.

S. B. -van E.

Pe­tra J.

 

Hin­weis der Geschäfts­stel­le
Das Bun­des­ar­beits­ge­richt bit­tet, sämt­li­che Schriftsätze in sie­ben­fa­cher Aus­fer­ti­gung ein­zu­rei­chen.

 

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