Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Diskriminierung: Geschlecht, Diskriminierung: Bewerbung
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 8 AZR 753/13
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 18.09.2014
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Siegen, Urteile vom 22.01.2013 - 1 Ca 907/12
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteile vom 06.06.2013 - 11 Sa 335/13
   

Bun­des­ar­beits­ge­richt

8 AZR 753/13

11 Sa 335/13

Lan­des­ar­beits­ge­richt

Hamm

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

18. Sep­tem­ber 2014

Ur­teil

Förs­ter, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Ach­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der Be­ra­tung vom 18. Sep­tem­ber 2014 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Hauck, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Brein­lin­ger, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Win­ter so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Burr und Dr. Bloe­sin­ger für Recht er­kannt:

- 2 -

Auf die Re­vi­si­on der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm vom 6. Ju­ni 2013 - 11 Sa 335/13 - teil­wei­se auf­ge­ho­ben, so­weit der Kla­ge statt­ge­ge­ben wur­de.

Im Um­fang der Auf­he­bung wird die Sa­che zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung, auch über die Kos­ten der Re­vi­si­on, an das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm zurück­ver­wie­sen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand



Die Par­tei­en strei­ten über ei­nen Entschädi­gungs­an­spruch, den die Kläge­rin auf­grund ei­ner Be­nach­tei­li­gung als Frau bei ei­ner Be­wer­bung gel­tend macht.

Die Kläge­rin ist ge­lern­te Ver­wal­tungs­fach­frau. Sie ist ver­hei­ra­tet und Mut­ter ei­nes schul­pflich­ti­gen Kin­des, das im Zeit­punkt der Be­wer­bung sie­ben Jah­re alt war. Die Be­klag­te, die in S ei­nen Ra­dio­sen­der be­treibt, such­te per Zei­tungs­an­zei­ge für ei­ne Voll­zeit­stel­le ei­ne/n „Buch­hal­ter/-in“ mit ab­ge­schlos­se­ner kaufmänni­scher Aus­bil­dung. Mit Schrei­ben vom 14. April 2012 be­warb sich die Kläge­rin un­ter Beifügung ih­res Le­bens­lau­fes. Sie er­hielt un­ter dem 2. Mai 2012 ei­ne Ab­sa­ge, der die Be­klag­te zu ih­rer Ent­las­tung die Be­wer­bungs­un­ter­la­gen beifügte. Auf dem zurück­ge­sand­ten Le­bens­lauf fand die Kläge­rin ne­ben ih­rer Text­zei­le „ver­hei­ra­tet, ein Kind“ den hand­schrift­lich hin­zu­ge­setz­ten Ver­merk „7 Jah­re alt!“. Die so ent­ste­hen­de Wort­fol­ge „ein Kind 7 Jah­re alt!“ war durchgängig un­ter­stri­chen wor­den.

Mit Schrei­ben vom 6. Ju­ni 2012 mach­te die Kläge­rin bei der Be­klag­ten ei­ne Entschädi­gung we­gen Ver­s­toßes ge­gen das AGG gel­tend, was die Be­klag­te un­ter dem 21. Ju­ni 2012 ab­lehn­te. Am 20./23. Ju­li 2012 ging beim Ar­beits­ge­richt die Kla­ge auf Zah­lung ei­ner Entschädi­gung iHv. 3.000,00 Eu­ro ein. Die­se wur­de der Be­klag­ten am 1. Au­gust 2012 zu­ge­stellt. Am En­de der Kla­ge-

- 3 -

be­gründung wur­de für die Kläge­rin aus­geführt, sie ma­che „ge­genwärtig ei­nen An­spruch von ins­ge­samt 3.000,00 Eu­ro gel­tend“. Im Sep­tem­ber 2012 teil­te die Be­klag­te mit, das Brut­to­mo­nats­ent­gelt der frag­li­chen Stel­le be­tra­ge 2.027,00 Eu­ro. Dar­auf­hin hat die Kläge­rin mit Schrift­satz vom 4. Ok­to­ber 2012 die Kla­ge auf 6.081,00 Eu­ro er­wei­tert.

Die Kläge­rin hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, we­gen des hand­schrift­li­chen Ver­merks auf dem zurück­ge­sand­ten Le­bens­lauf sei da­von aus­zu­ge­hen, ih­re Be­wer­bung sei ab­ge­lehnt wor­den, weil sie ein sie­benjähri­ges Kind zu be­treu­en ha­be. Da­bei sei auch zu berück­sich­ti­gen, dass sie im Le­bens­lauf das Al­ter ih­res Kin­des gar nicht an­ge­ge­ben ha­be, son­dern die Be­klag­te sich dies selbst aus den Be­wer­bungs­un­ter­la­gen er­rech­net ha­ben müsse. Die No­tiz in­di­zie­re, dass die Be­klag­te das Vor­han­den­sein ei­nes Kin­des mit ei­ner Voll­zeittätig­keit nicht für kom­pa­ti­bel hal­te. Da­von sei­en vor­ran­gig Frau­en be­trof­fen. Die In­dizwir­kung wer­de nicht da­durch wi­der­legt, dass die Be­klag­te tatsächlich ei­ne jun­ge, nicht schwan­ge­re Frau ein­ge­stellt ha­be. Die Be­klag­te ha­be nicht erklären können, wes­halb es zu dem Ver­merk ge­kom­men sei, wenn die Tat­sa­che ih­rer Mut­ter­schaft und des Kin­des­al­ters bei der Ein­stel­lungs­ent­schei­dung kei­ne Be­deu­tung ge­habt ha­ben sol­le.

Die Kläge­rin hat be­an­tragt,


die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 6.081,00 Eu­ro nebst fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit dem 21. Ju­ni 2012 zu zah­len.

Die Be­klag­te hat zur Be­gründung ih­res Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trags dar­auf ver­wie­sen, dass sie ei­ne Buch­hal­te­rin ge­sucht und schließlich ei­ne jun­ge ver­hei­ra­te­te Frau be­fris­tet ein­ge­stellt ha­be, die ne­ben ei­ner Aus­bil­dung zur Bank­kauf­frau über Kennt­nis­se zur De­bi­to­ren- und Kre­di­to­ren­buch­hal­tung verfügt ha­be. Die ein­ge­stell­te Be­wer­be­rin ha­be über ei­ne Wei­ter­bil­dung als Bi­lanz­buch­hal­te­rin verfügt. Die Aus­wah­l­ent­schei­dung sei al­lein nach der Qua­li­fi­ka­ti­on und un­ter fach­li­chen Ge­sichts­punk­ten ge­trof­fen wor­den. Fa­mi­li­en­stand und Be­treu­ungs­pflicht ge­genüber Kin­dern hätten kei­ne Be­deu­tung ge­habt. Die No­tiz sei als Hil­fe­stel­lung er­folgt, weil man so fest­ge­hal­ten ha­be, dass das Kind der Klä-

- 4 -

ge­rin schon in der Schu­le und da­mit ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung möglich sei. Dass ver­hei­ra­te­te Mütter auf dem Ar­beits­markt schlech­te­re Ein­stel­lungs­chan­cen hätten, träfe nicht zu.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Der Be­ru­fung der Kläge­rin hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt in Höhe von 3.000,00 Eu­ro ent­spro­chen und die Re­vi­si­on ge­gen sein Ur­teil zu­ge­las­sen. Mit der nur von der Be­klag­ten ein­ge­leg­ten Re­vi­si­on will die­se das erst­in­stanz­li­che Ur­teil wie­der­her­stel­len las­sen.

 

Ent­schei­dungs­gründe




Die zulässi­ge Re­vi­si­on ist be­gründet. Die vom Lan­des­ar­beits­ge­richt für sei­ne Ent­schei­dung ge­ge­be­ne Be­gründung hält ei­ner re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung nicht stand. Ob die Kla­ge be­gründet ist, kann der Se­nat nicht selbst ent­schei­den.

A. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sei­ne Ent­schei­dung im We­sent­li­chen wie folgt be­gründet: Die Be­nach­tei­li­gung der Kläge­rin durch Nicht­berück­sich­ti­gung ih­rer Be­wer­bung stel­le kei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung we­gen des Ge­schlechts dar. Das Merk­mal der „Mut­ter­schaft“ iSd. § 3 Abs. 1 Satz 2 AGG um­fas­se nur Umstände, die un­mit­tel­bar mit der Schwan­ger­schaft und der Ge­burt zu­sam­menhängen. Je­doch sei die Kläge­rin mit­tel­bar we­gen ih­res Ge­schlechts iSd. § 3 Abs. 2 AGG be­nach­tei­ligt wor­den. Mit der An­mer­kung der Be­klag­ten auf dem Le­bens­lauf der Kläge­rin sei die Fra­ge der Ver­ein­bar­keit von be­ruf­li­cher Tätig­keit und Be­treu­ung ei­nes min­derjähri­gen Kin­des im Grund­schul­al­ter in den Blick ge­nom­men wor­den. In der Li­te­ra­tur, ins­be­son­de­re aber auf­grund des Be­fun­des des Mi­kro­zen­sus 2010 ste­he fest, dass we­sent­lich we­ni­ger ver­hei­ra­te­te Frau­en mit ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten Kin­dern in Voll­zeit ar­bei­te­ten als dies bei ver­hei­ra­te­ten Vätern der Fall sei. Die Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf stel­le vor al­lem für Frau­en ei­ne be­son­de­re Her­aus­for­de­rung dar. So­mit sei der Tat­be­stand ei­ner mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung zu be­ja­hen. Ei­nen über 3.000,00 Eu­ro

- 5 -

hin­aus­ge­hen­den Entschädi­gungs­an­spruch ha­be die Kläge­rin nicht bin­nen der Frist des § 61b Abs. 1 ArbGG ein­ge­klagt.

B. Die Be­gründung des Be­ru­fungs­ur­teils ist nicht frei von Rechts­feh­lern.

I. Der persönli­che An­wen­dungs­be­reich des AGG ist eröff­net.

1. Als Be­wer­be­rin ist die Kläge­rin „Beschäftig­te“ nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Alt. 1 AGG. Da die Be­klag­te um Be­wer­bun­gen für das von ihr an­ge­streb­te Beschäfti­gungs­verhält­nis nach­ge­sucht hat, ist sie „Ar­beit­ge­be­rin“ iSd. § 6 Abs. 2 Satz 1 AGG (vgl. BAG 23. Ja­nu­ar 2014 - 8 AZR 118/13 - Rn. 17 und 20; 21. Ju­ni 2012 - 8 AZR 188/11 - Rn. 17 und 18, BA­GE 142, 143; 19. Au­gust 2010 - 8 AZR 370/09 - Rn. 23).

2. Ih­ren auf ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen ih­res Ge­schlechts gestütz­ten Entschädi­gungs­an­spruch hat die Kläge­rin je­den­falls, so­weit er in die Re­vi­si­on ge­langt ist, in­ner­halb der Fris­ten des § 15 Abs. 4 AGG, § 61b Abs. 1 ArbGG gel­tend ge­macht und ein­ge­klagt.

a) Nach § 15 Abs. 4 Satz 1 AGG muss ein An­spruch nach Abs. 1 oder Abs. 2 des § 15 AGG in­ner­halb ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten schrift­lich gel­tend ge­macht wer­den. Im Fal­le ei­ner Be­wer­bung be­ginnt die Frist grundsätz­lich mit dem Zu­gang der Ab­leh­nung (§ 15 Abs. 4 Satz 2 AGG) zu lau­fen, nicht je­doch vor dem Zeit­punkt, in dem der Be­wer­ber von sei­ner Be­nach­tei­li­gung Kennt­nis er­langt hat (BAG 15. März 2012 - 8 AZR 37/11 - Rn. 55, BA­GE 141, 48 = AP AGG § 15 Nr. 11).

Die Kläge­rin er­hielt un­ter dem 2. Mai 2012 von der Be­klag­ten die Ab­sa­ge, der die Be­wer­bungs­un­ter­la­gen mit dem pro­ble­ma­ti­schen hand­schrift­li­chen Ver­merk bei­gefügt wa­ren. Un­strei­tig hat die Kläge­rin so­dann schrift­lich un­ter dem 6. Ju­ni 2012 ei­ne Entschädi­gung we­gen Ver­s­toßes ge­gen das AGG ver­langt, was die Be­klag­te am 21. Ju­ni 2012 ab­lehn­te. Die­se Gel­tend­ma­chung wahrt die Frist des § 15 Abs. 4 AGG.

b) Nach der Ab­leh­nung hat die Kläge­rin mit Ein­gang beim Ar­beits­ge­richt am 20./23. Ju­li 2012 ei­ne Entschädi­gungs­zah­lung iHv. 3.000,00 Eu­ro ein­ge-

- 6 -

klagt. Die­se Kla­ge, in de­ren Be­gründung die Kläge­rin ausführen lässt, sie ma­che „ge­genwärtig ei­nen An­spruch von ins­ge­samt 3.000,00 Eu­ro gel­tend“, wur­de der Be­klag­ten am 1. Au­gust 2012 zu­ge­stellt, wo­mit auch die Drei­mo­nats­frist des § 61b Abs. 1 ArbGG ge­wahrt wur­de.

c) Die Ab­wei­sung der darüber hin­aus­ge­hen­den Kla­ge durch die Vor­in­stan­zen ist rechts­kräftig. Der Se­nat hat da­her nicht darüber zu ent­schei­den, ob die Be­gründung des Be­ru­fungs­ge­richts, die späte­re Kla­ge­er­wei­te­rung sei nach Ab­lauf der Frist des § 61b Abs. 1 ArbGG er­folgt und da­her „aus den Gründen des § 61b Abs. 1 ArbGG ab­zu­wei­sen“, rechts­feh­ler­haft ist.

II. Das Be­ru­fungs­ge­richt, das aus­sch­ließlich auf ei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung ab­ge­stellt hat, hat ver­kannt, dass ei­ne ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge hand­schrift­li­che An­mer­kung oder Äußerung „ein Kind 7 Jah­re alt!“ auf dem Le­bens­lauf ei­ner Frau von dem Ver­bot un­mit­tel­ba­rer Be­nach­tei­li­gung er­fasst sein kann (§ 3 Abs. 1 AGG). Ei­ne sol­che ver­bo­te­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung ist stets vor­ran­gig zu prüfen (vgl. EuGH 20. Ok­to­ber 2011 - C-123/10 - [Brach­ner] Rn. 55, Slg. 2011, I-10003; 6. De­zem­ber 2007 - C-300/06 - [Voß] Rn. 26, Slg. 2007, I-10573; 9. Sep­tem­ber 2003 - C-25/02 - [Rin­ke] Rn. 32, Slg. 2003, I-8349; 9. Fe­bru­ar 1999 - C-167/97 - [Sey­mour-Smith und Pe­rez] Rn. 53, Slg. 1999, I-623).

1. Die Be­klag­te hat die Kläge­rin mit der Be­wer­bungsa­b­leh­nung be­nach­tei­ligt. Ei­ne sol­che Be­nach­tei­li­gung liegt nach § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG vor, wenn ei­ne Per­son ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung erfährt, als ei­ne an­de­re Per­son in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on erfährt, er­fah­ren hat oder er­fah­ren würde. Im Verhält­nis zur tatsächlich ein­ge­stell­ten, er­folg­rei­chen Per­son wur­de die Kläge­rin we­ni­ger güns­tig be­han­delt.

2. Die Kläge­rin be­fand sich mit der letzt­lich aus­gewähl­ten Per­son in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on (§ 3 Abs. 1 Satz 1 AGG). Zwar hat die Be­klag­te vor­ge­tra­gen, ih­re Ein­stel­lungs­ent­schei­dung hätte aus­sch­ließlich fach­li­che Ge­sichts­punk­te ge­habt. Da­mit hat sie je­doch nicht in Ab­re­de ge­stellt, dass die Kläge­rin ob­jek­tiv für die aus­ge­schrie­be­ne Stel­le ge­eig­net ge­we­sen wäre. In der Stel­len-

- 7 -

aus­schrei­bung wur­de (nur) ein/e Buch­hal­ter/in mit ab­ge­schlos­se­ner kaufmänni­scher Aus­bil­dung ge­sucht. Spe­zi­el­le Kennt­nis­se der Bi­lanz­buch­hal­tung wur­den in der Aus­schrei­bung nicht ver­langt.

3. Zwi­schen der be­nach­tei­li­gen­den Be­hand­lung und ei­nem durch § 1 AGG ver­bo­te­nen An­knüpfungs­merk­mal muss ein Kau­sal­zu­sam­men­hang be­ste­hen. § 22 AGG trifft da­bei hin­sicht­lich des Ur­sa­chen­zu­sam­men­hangs zwi­schen Nach­teil und ver­bo­te­nem Merk­mal ei­ne Be­weis­last­re­ge­lung, die sich zu­gleich auf die Dar­le­gungs­last aus­wirkt. Nach § 22 Halbs. 1 AGG genügt ei­ne Per­son, die sich we­gen ei­nes der in § 1 AGG ge­nann­ten Gründe für be­nach­tei­ligt hält, ih­rer Dar­le­gungs­last, wenn sie In­di­zi­en vorträgt, die die­se Be­nach­tei­li­gung ver­mu­ten las­sen (BAG 26. Ju­ni 2014 - 8 AZR 547/13 - Rn. 31 mwN; 26. Sep­tem­ber 2013 - 8 AZR 650/12 - Rn. 25 f. mwN; EuGH 19. April 2012 - C-415/10 - [Meis­ter] Rn. 34 ff.; vgl. auch Art. 19 Abs. 1 RL 2006/54/EG). Bei der Prüfung ei­nes sol­chen Kau­sal­zu­sam­men­hangs sind al­le Umstände des Rechts­streits im Sin­ne ei­ner Ge­samt­be­trach­tung und -würdi­gung des Sach­ver­halts zu berück­sich­ti­gen (vgl. EuGH 25. April 2013 - C-81/12 - [Aso­cia­tia AC­CEPT] Rn. 50; 19. April 2012 - C-415/10 - [Meis­ter] Rn. 42 ff.; BAG 26. Ju­ni 2014 - 8 AZR 547/13 - Rn. 31 mwN; 21. Ju­ni 2012 - 8 AZR 364/11 - Rn. 33, BA­GE 142, 158). Die vor­ge­tra­ge­nen Tat­sa­chen müssen dar­auf schließen las­sen, dass die Be­nach­tei­li­gung zu­min­dest auch we­gen je­nes Merk­mals er­folgt ist. Durch die Ver­wen­dung der Be­grif­fe „In­di­zi­en“ und „ver­mu­ten“ bringt das Ge­setz zum Aus­druck, dass es hin­sicht­lich des Zu­sam­men­hangs zwi­schen ei­nem der in § 1 AGG ge­nann­ten Gründe und ei­ner ungüns­ti­ge­ren Be­hand­lung genügt, Hilfs­tat­sa­chen vor­zu­tra­gen, die zwar nicht zwin­gend den Schluss auf die Kau­sa­lität zu­las­sen, die aber gleich­wohl die An­nah­me recht­fer­ti­gen, dass die Kau­sa­lität ge­ge­ben ist (BAG 23. Au­gust 2012 - 8 AZR 285/11 - Rn. 32; 27. Ja­nu­ar 2011 - 8 AZR 580/09 - Rn. 29). Auf ein schuld­haf­tes Han­deln oder gar ei­ne Be­nach­tei­li­gungs­ab­sicht kommt es nicht an (BAG 21. Ju­ni 2012 - 8 AZR 364/11 - Rn. 32, aaO). Ist ei­ne sol­che Ver­mu­tung für ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen ei­nes in § 1 AGG ge­nann­ten Grun­des zu be­ja­hen, trägt nach § 22 AGG die an­de­re Par­tei die Dar­le­gungs- und Be­weis­last dafür, dass

- 8 -

kein Ver­s­toß ge­gen die Be­stim­mun­gen zum Schutz vor Be­nach­tei­li­gun­gen vor­ge­le­gen hat.

4. Für die Ver­mu­tungs­wir­kung des § 22 AGG ist es aus­rei­chend, dass ein in § 1 AGG ge­nann­ter Grund „Be­stand­teil ei­nes Mo­tivbündels“ ist, das die Ent­schei­dung be­ein­flusst hat. Wie die von Art. 3 Abs. 2 und Abs. 3 GG ge­nann­ten „Merk­ma­le“ dürfen auch die „Gründe“ des § 1 AGG nicht als An­knüpfungs­punkt für ei­ne be­nach­tei­li­gen­de recht­li­che Un­gleich­be­hand­lung her­an­ge­zo­gen wer­den (vgl. BVerfG 28. Ja­nu­ar 1992 - 1 BvR 1025/82, 1 BvL 16/83, 1 BvL 10/91 - zu C I 1 der Gründe, BVerfGE 85, 191). Es ist nicht er­for­der­lich, dass der von Ver­fas­sungs oder Ge­set­zes we­gen als An­knüpfungs­punkt ver­bo­te­ne Grund aus­sch­ließli­ches oder auch nur ein we­sent­li­ches Mo­tiv für das Han­deln des Be­nach­tei­li­gen­den ist. Ei­ne bloße Mit­ursächlich­keit genügt (BAG 26. Ju­ni 2014 - 8 AZR 547/13 - Rn. 34; 26. Sep­tem­ber 2013 - 8 AZR 650/12 - Rn. 25). Soll­te die Be­klag­te vor­lie­gend al­so an das Ge­schlecht der Kläge­rin bei ih­rer be­nach­tei­li­gen­den Be­hand­lung an­ge­knüpft ha­ben, so muss­te dies nicht der vor­herr­schen­de Be­weg­grund, ihr Haupt­mo­tiv oder die „Trieb­fe­der“ ih­res Ver­hal­tens sein.

5. Bei der Be­ur­tei­lung von Tat­beständen, die auf ei­ne un­mit­tel­ba­re oder mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung schließen las­sen, sind die in­ner­staat­li­chen Rechts­vor­schrif­ten oder -ge­pflo­gen­hei­ten maßge­bend (RL 2006/54/EG, 30. Erwägungs­grund). Die Be­weis­kraft der vor­ge­leg­ten Be­weis­mit­tel ist nach den Re­geln des in­ner­staat­li­chen Rechts zu be­ur­tei­len (vgl. EuGH 21. Ju­li 2011 - C-159/10, C-160/10 - [Fuchs und Köhler] Rn. 79, 82, Slg. 2011, I-6919). Maßge­bend für die Be­weiswürdi­gung ist die freie Über­zeu­gung des Tat­sa­chen­ge­richts un­ter Zu­grun­de­le­gung des ab­ge­senk­ten Be­weis­maßes des § 22 AGG, § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO. Die Ge­rich­te ha­ben da­bei darüber zu wa­chen, dass im Rah­men des Nach­wei­ses von Tat­sa­chen, die das Vor­lie­gen ei­ner Dis­kri­mi­nie­rung ver­mu­ten las­sen, die Ver­wirk­li­chung des mit der RL 2006/54/EG ver­folg­ten Ziels nicht be­ein­träch­tigt wird (EuGH 19. April 2012 - C-415/10 - [Meis­ter] Rn. 42; BAG 26. Ju­ni 2014 - 8 AZR 547/13 - Rn. 39).

- 9 -


6. Die Würdi­gung der Tat­sa­chen­ge­rich­te, ob die von ei­nem Be­wer­ber vor­ge­tra­ge­nen und un­strei­ti­gen oder be­wie­se­nen (Hilfs-)Tat­sa­chen ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen des Ge­schlechts ver­mu­ten las­sen, ist nur ein­ge­schränkt re­vi­si­bel. Die nach § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO ge­won­ne­ne Über­zeu­gung bzw. Nichtüber­zeu­gung von ei­ner über­wie­gen­den Wahr­schein­lich­keit für die Kau­sa­lität zwi­schen dem verpönten Merk­mal - hier das Ge­schlecht der Kläge­rin - und ei­nem Nach­teil kann re­vi­si­ons­recht­lich nur dar­auf über­prüft wer­den, ob sie möglich und in sich wi­der­spruchs­frei ist und nicht ge­gen Rechtssätze, Denk­ge­set­ze oder Er­fah­rungssätze verstößt (BAG 27. März 2014 - 6 AZR 989/12 - Rn. 37; 26. Sep­tem­ber 2013 - 8 AZR 650/12 - Rn. 28; 21. Ju­ni 2012 - 8 AZR 364/11 - Rn. 34, BA­GE 142, 158; 13. Ok­to­ber 2011 - 8 AZR 608/10 - Rn. 36).

7. Ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung we­gen des Ge­schlechts iSd. § 3 Abs. 1 Satz 2 AGG liegt nicht schon des­we­gen vor, weil die Kläge­rin bei ih­rer Be­wer­bung we­gen ih­rer „Mut­ter­schaft“ ungüns­ti­ger be­han­delt wor­den wäre.

a) Schwan­ger­schaft und Mut­ter­schaft sind un­trenn­bar mit dem Ge­schlecht ver­bun­den, sie können als Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­le aus­sch­ließlich Frau­en nach­tei­lig tref­fen. Das hat Ein­gang in Art. 2 Abs. 7 Un­terabs. 3 der Richt­li­nie 76/207/EWG des Ra­tes vom 9. Fe­bru­ar 1976 zur Ver­wirk­li­chung des Grund­sat­zes der Gleich­be­hand­lung von Männern und Frau­en hin­sicht­lich des Zu­gangs zur Beschäfti­gung, zur Be­rufs­bil­dung und zum be­ruf­li­chen Auf­stieg so­wie in Be­zug auf die Ar­beits­be­din­gun­gen (RL 76/207/EWG) idF der Richt­li­nie 2002/73/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 23. Sep­tem­ber 2002 zur Ände­rung der Richt­li­nie 76/207/EWG (RL 2002/73/EG) so­wie später in Art. 2 Abs. 2 Buchst. c der die Richt­li­nie 76/207/EWG ablösen­den Richt­li­nie 2006/54/EG des Eu­ropäischen Par­la­ments und des Ra­tes vom 5. Ju­li 2006 zur Ver­wirk­li­chung des Grund­sat­zes der Chan­cen­gleich­heit und Gleich­be­hand­lung von Männern und Frau­en in Ar­beits- und Beschäfti­gungs­fra­gen (RL 2006/54/EG) ge­fun­den (sie­he nur Erwägungs­grund 23 RL 2006/54/EG). Der EuGH hat stets mit sei­ner Recht­spre­chung un­ter­stri­chen, dass je­de im Zu­sam­men­hang mit Schwan­ger­schaft und Mut­ter­schaft er­fol­gen­de Schlech­ter­stel­lung von Frau­en ei­ne un­mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund des Ge­schlechts

- 10 -

dar­stellt (EuGH 8. No­vem­ber 1990 - C-177/88 - [Dek­ker] Rn. 14, Slg. 1990, I-3941; 4. Ok­to­ber 2001 - C-438/99 - [Jiménez Mel­gar] Rn. 46, Slg. 2001, I-6915; vgl. 18. No­vem­ber 2004 - C-284/02 - [Sass] Rn. 35 f., Slg. 2004, I-11143). Un­ter „Mut­ter­schaft“ ist aber nur der be­son­de­re Schutz der Frau im Zu­sam­men­hang mit ei­ner kurz be­vor­ste­hen­den oder ge­ra­de er­folg­ten Ent­bin­dung zu ver­ste­hen.

b) Die Tat­sa­che, dass die Kläge­rin Mut­ter ei­nes sie­benjähri­gen Kin­des ist, fällt nicht un­ter „Mut­ter­schaft“, wie sie das AGG und das Uni­ons­recht un­ter be­son­de­ren Schutz stel­len. Ei­ne un­mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung in die­sem Sin­ne liegt nicht vor.

8. Ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung ei­ner Frau we­gen ih­res Ge­schlechts ist aber nicht auf die Fälle ei­ner ungüns­ti­ge­ren Be­hand­lung we­gen Schwan­ger­schaft oder Mut­ter­schaft be­grenzt. § 3 Abs. 1 Satz 2 AGG sieht bei die­sen Umständen „auch“ ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung, was klar­stellt, dass ei­ne Be­schränkung des An­wen­dungs­be­reichs von § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG nicht vom Ge­setz­ge­ber ge­wollt war (vgl. da­zu die Ge­set­zes­be­gründung BT-Drs. 16/1780 S. 32). Zwar geht es bei der un­mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung we­gen des Ge­schlechts um ei­nen Grund, der aus­sch­ließlich Ar­beit­neh­mer ei­nes der bei­den Ge­schlech­ter be­trifft (EuGH 18. März 2014 - C-167/12 - [CD] Rn. 46 f.; 7. De­zem­ber 2000 - C-79/99 - [Schnor­bus] Rn. 33, Slg. 2000, I-10997). Sol­che Gründe sind je­doch nicht auf bio­lo­gi­sche Tat­sa­chen zu re­du­zie­ren, die Männer und Frau­en nicht in glei­cher Wei­se be­tref­fen können, wie sich zum ei­nen an dem Wort­laut von § 3 Abs. 1 Satz 2 AGG („auch“), aber auch an der Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Uni­on ab­le­sen lässt (vgl. EuGH 8. No­vem­ber 1990 - C-177/88 - [Dek­ker] Slg. 1990, I-3941; vgl. BT-Drs. 16/1780 S. 32).

a) Ei­ne ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Äußerung, die dem an­de­ren Ge­schlecht ge­genüber nicht ge­macht wor­den wäre, kann ei­nen Grund iSv. § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG dar­stel­len, wenn aus­sch­ließlich Ar­beit­neh­mer ei­nes der bei­den Ge­schlech­ter da­von be­trof­fen sind. Dar­un­ter können auch Äußerun­gen fal­len, die von tra­dier­ten Rol­len­mus­tern aus­ge­hen und die­se als Grund­la­ge der Per­so­nal­aus­wahl

- 11 -

ver­deut­li­chen. Dies kann auch ei­ne ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Be­zug­nah­me auf die tra­dier­te Rol­len­ver­tei­lung in Fa­mi­li­en ein­sch­ließlich der da­mit ein­her­ge­hen­den pau­scha­len An­nah­me sein, ei­nes der bei­den Ge­schlech­ter sei hauptsächlich für die Kin­der­be­treu­ung zuständig und als Ar­beits­kraft des­halb we­ni­ger fle­xi­bel oder nur mit Ein­schränkun­gen verfügbar.

b) Ob die An­mer­kung der Be­klag­ten auf dem zurück­ge­sand­ten Le­bens­lauf für die Per­so­nal­aus­wahl und die Ab­leh­nung der Be­wer­bung der Kläge­rin in die­sem Sin­ne Teil des Mo­tivbündels war, ob­liegt der Be­ur­tei­lung durch das Tat­sa­chen­ge­richt und kann vom Se­nat nicht ent­schie­den wer­den, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO.

aa) Ei­ne ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge hand­schrift­li­che An­mer­kung „ein Kind 7 Jah­re alt!“, kann an sich auf ei­nem Le­bens­lauf bezüglich der in § 1 AGG ge­nann­ten Gründe neu­tral sein, wenn sie bei al­len sich be­wer­ben­den El­tern ge­macht würde, un­abhängig vom Ge­schlecht und aus ei­ner Mo­ti­va­ti­on her­aus, die mit dem AGG of­fen­sicht­lich in Ein­klang steht, § 5 AGG. Dies et­wa bei ei­nem Ar­beit­ge­ber, der sich be­son­ders für die be­ruf­li­che Ent­wick­lung von El­tern stark macht und be­vor­zugt die­se bei Ein­stel­lun­gen berück­sich­tigt. Wird da­ge­gen ei­ne sol­che An­mer­kung nur auf Le­bensläufen weib­li­cher El­tern­tei­le ge­macht, liegt dar­in ei­ne di­rek­te Be­nach­tei­li­gung „als Frau“, wenn die Äußerung auf die herkömmli­che Rol­len­ver­tei­lung zwi­schen Männern und Frau­en be­zo­gen ist und die Pro­ble­ma­tik der Ver­ein­ba­rung von Kin­der­be­treu­ung und Be­rufstätig­keit dem­gemäß nur als Ein­stel­lungs­hin­der­nis für Frau­en und Mütter ne­ga­tiv in den Blick ge­nom­men wird. In ei­nem sol­chen Fall ist ei­ne da­hin ge­hen­de An­mer­kung des Ar­beit­ge­bers nicht neu­tral, son­dern un­mit­tel­bar auf die Be­wer­be­rin als Frau be­zo­gen. Ob ein sol­cher Fall un­mit­tel­ba­rer Be­nach­tei­li­gung we­gen des Ge­schlechts vor­liegt, ist ei­ne Fra­ge der zu prüfen­den In­dizwir­kung. Es ist nicht Auf­ga­be der Per­so­nal­po­li­tik, die ge­sell­schaft­li­che Rol­len­ver­tei­lung zu ändern (vgl. BAG 27. Ja­nu­ar 2011 - 8 AZR 483/09 - Rn. 32; 22. Ju­li 2010 - 8 AZR 1012/08 - Rn. 74). Sie darf je­doch in der kon­kre­ten Per­so­nal­ent­schei­dung auch nicht zu Las­ten ei­ner Be­wer­be­rin an sol­che ge­sell­schaft­li­chen Rol­len­ver­tei­lun­gen an­knüpfen und sie in die Mo­ti­va­ti­on der ab­leh­nen­den Ent­schei­dung ein­be­zie­hen. Das Lan­des­ar­beits­ge-

- 12 -

richt wird tatrich­ter­lich zu ent­schei­den ha­ben, ob bei­spiels­wei­se in An­se­hung des Mi­kro­zen­sus 2010 vor­lie­gend ein sol­ches Vor­ge­hen der Be­klag­ten zu be­ja­hen oder zu ver­nei­nen ist.

bb) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt wird auch zu prüfen ha­ben, ob die Art der An­mer­kung und ihr Zu­stan­de­kom­men dar­auf hin­deu­ten, dass dar­in tatsächlich ei­ne sol­che un­zulässi­ge Mo­ti­va­ti­on der Be­klag­ten zum Aus­druck kommt. Es wird da­bei die Be­to­nung durch Un­ter­strei­chung und Aus­ru­fe­zei­chen so­wie die Tat­sa­che zu würdi­gen ha­ben, dass die Kläge­rin bei ih­rer Be­wer­bung das Al­ter ih­res Kin­des nicht an­ge­ge­ben hat, son­dern die­ses - aufwändig - von der Be­klag­ten selbst er­rech­net wur­de.

cc) So­fern das Lan­des­ar­beits­ge­richt bei er­neu­ter Prüfung ei­ne durch Hilfs­tat­sa­chen aus­gelöste Ver­mu­tung ei­ner un­mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung der Kläge­rin we­gen ih­res Ge­schlechts be­jaht, hat die Be­klag­te die Dar­le­gungs- und Be­weis­last - mit dem Be­weis­maß des Voll­be­wei­ses, § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO - dafür, dass der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz nicht ver­letzt wor­den ist. Dar­zu­le­gen und zu be­wei­sen ist, dass die auf dem Le­bens­lauf der Kläge­rin ver­merk­te hand­schrift­li­che Ergänzung kei­ne An­knüpfung an das Ge­schlecht be­inhal­tet, auch nicht im Sin­ne der dar­ge­stell­ten Recht­spre­chung zum „Mo­tivbündel“. In­so­fern hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt recht­lich zu­tref­fend schon über­legt, dass we­der ei­ne ver­meint­lich bes­se­re Qua­li­fi­ka­ti­on der ein­ge­stell­ten Be­wer­be­rin von Be­deu­tung ist, noch der Um­stand, dass die be­vor­zug­te Be­wer­be­rin kei­ne Kin­der hat. Dass sich die Be­klag­te auf letz­te­re Tat­sa­che bis­her be­ru­fen hat, deu­tet im Ge­gen­teil eher dar­auf hin, dass bei der Be­klag­ten ge­schlechts­be­zo­ge­ne Über­le­gun­gen bei der Ein­stel­lungs­ent­schei­dung durch­aus ei­ne Rol­le ge­spielt ha­ben können.

III. Die Be­gründung des Be­ru­fungs­ge­richts, die Be­klag­te ha­be die Kläge­rin bei der Ab­leh­nung ih­rer Be­wer­bung mit­tel­bar we­gen ih­res Ge­schlechts be­nach­tei­ligt, was durch die An­mer­kung „ein Kind 7 Jah­re alt!“ auf dem zurück­ge­sand­ten Le­bens­lauf in­di­ziert wer­de, hält ei­ner re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung nicht stand, da das sta­tis­ti­sche Ma­te­ri­al des Mi­kro­zen­sus 2010 dar­auf be­zo­gen nicht aus­sa­ge­kräftig ist.

- 13 -


1. Nach § 3 Abs. 2 AGG liegt ei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung vor, wenn dem An­schein nach neu­tra­le Vor­schrif­ten, Kri­te­ri­en oder Ver­fah­ren Per­so­nen we­gen ei­nes in § 1 AGG ge­nann­ten Grun­des ge­genüber an­de­ren Per­so­nen in be­son­de­rer Wei­se be­nach­tei­li­gen können, es sei denn, die be­tref­fen­den Vor­schrif­ten, Kri­te­ri­en oder Ver­fah­ren sind durch ein rechtmäßiges Ziel sach­lich ge­recht­fer­tigt und die Mit­tel sind zur Er­rei­chung die­ses Ziels an­ge­mes­sen und er­for­der­lich.

a) Der Tat­be­stand ei­ner mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung setzt das Vor­lie­gen dem An­schein nach neu­tra­ler Vor­schrif­ten, Kri­te­ri­en oder Ver­fah­ren vor­aus. Neu­tral iSv. § 3 Abs. 2 AGG sind die be­zeich­ne­ten Re­ge­lun­gen stets dann, wenn sie nicht an ei­nen ver­bo­te­nen An­knüpfungs­grund nach § 1 AGG un­mit­tel­bar oder ver­deckt zwin­gend an­knüpfen. Als neu­tra­le Re­ge­lun­gen kom­men ne­ben al­len in­di­vi­du­al- und kol­lek­tiv­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen auch sol­che Ein­zel­maßnah­men - et­wa in Ge­stalt von Wei­sun­gen - in Be­tracht, die auf die Auf­stel­lung oder die An­wen­dung ei­ner all­ge­mei­nen Re­gel bzw. ei­nes ver­all­ge­mei­nern­den Kri­te­ri­ums zurück­ge­hen (BAG 22. Ju­ni 2011 - 8 AZR 48/10 - Rn. 36 f., BA­GE 138, 166; HWK/Rupp 6. Aufl. § 3 AGG Rn. 6; Schleu­se­ner in Schleu­se­ner/Suckow/Voigt AGG 4. Aufl. § 3 Rn. 74; vgl. auch Bau­er/Göpfert/Krie­ger AGG 3. Aufl. § 3 Rn. 21 f., die von ein­sei­ti­ger Auf­stel­lung von Maßstäben oder Vor­aus­set­zun­gen durch den Ar­beit­ge­ber spre­chen).

b) Für die An­nah­me ei­ner mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung iSd. § 3 Abs. 2 AGG ist ein sta­tis­ti­scher Nach­weis nicht zwin­gend er­for­der­lich, dass Per­so­nen, bei de­nen ei­nes der Merk­ma­le des § 1 AGG vor­liegt, im Verhält­nis zu Per­so­nen, bei de­nen dies nicht der Fall ist, zah­lenmäßig we­sent­lich stärker von ei­ner Vor­schrift be­nach­tei­ligt wer­den, wenn das Kri­te­ri­um da­zu ty­pi­scher­wei­se ge­eig­net ist. Dies folgt aus dem Ge­set­zes­wort­laut und ent­spricht dem uni­ons­recht­li­chen Ge­bot des ef­fet-uti­le, wo­nach die Re­ge­lun­gen ei­ner Richt­li­nie in­ner­halb ih­res Gel­tungs­be­reichs tatsächli­che Wirk­sam­keit ent­fal­ten sol­len (BAG 22. April 2010 - 6 AZR 966/08 - Rn. 20, BA­GE 134, 160; 18. Au­gust 2009 - 1 ABR 47/08 - Rn. 29, BA­GE 131, 342).

- 14 -


c) Nach der Recht­spre­chung des EuGH wie des Se­nats können sich auch aus Sta­tis­ti­ken grundsätz­lich In­di­zi­en für ei­ne Ge­schlech­ter­dis­kri­mi­nie­rung er­ge­ben, al­so dafür, dass im Sin­ne ei­ner mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung schein­bar neu­tra­le Re­ge­lun­gen/Vor­schrif­ten, Kri­te­ri­en, Leis­tun­gen oder Maßnah­men tatsächlich nur ei­ne Grup­pe von Merk­mal­strägern, zB nur das ei­ne Ge­schlecht über­wie­gend be­tref­fen. Nach der Recht­spre­chung des EuGH ist ei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung et­wa dann an­zu­neh­men, wenn sich aus den verfügba­ren sta­tis­ti­schen Da­ten er­gibt, dass ein we­sent­lich ge­rin­ge­rer Pro­zent­satz der weib­li­chen als der männ­li­chen Ar­beit­neh­mer die durch die­se Re­ge­lung auf­ge­stell­ten Vor­aus­set­zun­gen erfüllen kann (sie­he EuGH 6. De­zem­ber 2007 - C-300/06 - [Voß] Rn. 41, Slg. 2007, I-10573; 9. Fe­bru­ar 1999 - C-167/97 - [Sey­mour Smith und Pe­rez] Rn. 59, Slg. 1999, I-623). Da­bei ist es Sa­che des na­tio­na­len Ge­richts zu be­ur­tei­len, ob die sta­tis­ti­schen Da­ten über die Si­tua­ti­on bei den Ar­beits­kräften aus­sa­gefähig sind und ob es sie berück­sich­ti­gen kann, ob sie sich auf ei­ne aus­rei­chen­de Zahl von Per­so­nen be­zie­hen, ob sie nicht rein zufälli­ge oder kon­junk­tu­rel­le Er­schei­nun­gen wi­der­spie­geln und ob sie, ge­ne­rell ge­se­hen, aus­sa­ge­kräftig er­schei­nen (EuGH 27. Ok­to­ber 1993 - C-127/92 - [End­er­by] Rn. 17, Slg. 1993, I-5535).

2. Ent­ge­gen der An­nah­me des Be­ru­fungs­ge­richts kann ei­ne mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung der Kläge­rin we­gen ih­res Ge­schlechts in­fol­ge des hand­schrift­li­chen Zu­sat­zes auf ih­rem Le­bens­lauf nicht auf die sta­tis­ti­schen Da­ten des Mi­kro­zen­sus 2010 des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes gestützt wer­den.

a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die An­mer­kung „ein Kind 7 Jah­re alt!“ als ei­ne dem An­schein nach neu­tra­le Vor­schrift oder als ein sol­ches Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um an­ge­se­hen.

b) Bei ei­ner mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung iSd. § 3 Abs. 2 AGG können Vor­schrif­ten, Kri­te­ri­en oder Ver­fah­ren, die dem An­schein nach neu­tral sind, je­doch ei­ne Grup­pe von Merk­mal­strägern we­gen ei­nes in § 1 AGG ge­nann­ten Grun­des ge­genüber ei­ner an­de­ren Grup­pe in be­son­de­rer Wei­se be­nach­tei­lig­ten, auch durch nicht ar­beit­ge­ber­be­zo­ge­ne Sta­tis­ti­ken be­legt wer­den (vgl. BAG 22. April

- 15 -

2010 - 6 AZR 966/08 - Rn. 20, BA­GE 134, 160; 18. Au­gust 2009 - 1 ABR 47/08 - Rn. 29, BA­GE 131, 342).

c) Im Grund­satz ist es da­her re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den, wenn das Lan­des­ar­beits­ge­richt den Mi­kro­zen­sus 2010 als nicht ar­beit­ge­ber­be­zo­ge­ne Sta­tis­tik für die Be­ur­tei­lung ei­nes von ihm so ver­stan­de­nen „dem An­schein nach neu­tra­len Ver­hal­tens“ her­an­ge­zo­gen hat. In­so­weit ist die Sta­tis­tik des Mi­kro­zen­sus je­doch vor­lie­gend nicht aus­sa­ge­kräftig.

aa) Der Mi­kro­zen­sus 2010 präsen­tiert Er­geb­nis­se für ver­schie­de­ne Le­bens­for­men. Dem liegt das Le­bens­for­men­kon­zept des Be­richts­jahrs 2005 zu­grun­de, nach dem ei­ner­seits tra­di­tio­nel­le For­men des (Zu­sam­men-)Le­bens wie Ehe­paa­re oder Al­lein­ste­hen­de, an­de­rer­seits al­ter­na­ti­ve Le­bens­for­men wie bei­spiels­wei­se nicht­ehe­li­che Le­bens­ge­mein­schaf­ten oder Al­lein­er­zie­hen­de un­ter­schie­den wer­den (Kel­ler/Hau­stein Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf, Er­geb­nis­se des Mi­kro­zen­sus 2010, Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt, Wirt­schaft und Sta­tis­tik, Ja­nu­ar 2012 S. 30). In dem Le­bens­for­men­kon­zept wird die Er­werbstätig­keit der Bevölke­rung grundsätz­lich ent­lang zwei­er „Ach­sen“ sta­tis­tisch er­fasst: Ers­tens der El­tern­schaft und zwei­tens der Part­ner­schaft. Die Er­werbstäti­gen­quo­ten von Müttern und Vätern sind als An­teil der ak­tiv er­werbstäti­gen Mütter und Väter an al­len Müttern bzw. Vätern de­fi­niert. Die Voll­zeit­quo­te drückt den An­teil an al­len ak­tiv Er­werbstäti­gen aus (vgl. Kel­ler/Hau­stein aaO S. 31). Aus dem Mi­kro­zen­sus geht her­vor, dass Ehe­frau­en mit Kin­dern zu 60 %, ver­hei­ra­te­te Väter zu 85 % be­rufstätig wa­ren. Gra­vie­ren­de Un­ter­schie­de be­ste­hen hin­sicht­lich des Um­fangs der aus­geübten Tätig­keit, da nur 25 % der er­werbstäti­gen, ver­hei­ra­te­ten Mütter in Voll­zeit ar­bei­te­ten im Ge­gen­satz zu 95 % der ver­hei­ra­te­ten Väter (Kel­ler/Hau­stein aaO S. 36/37).

bb) Von die­sen Da­ten kann nicht auf ei­ne mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung der Kläge­rin als Be­wer­be­rin ge­schlos­sen wer­den. Der Mi­kro­zen­sus un­ter­sucht nur, auf­ge­teilt in Le­bens­for­men, die je­wei­li­ge Quo­te der Beschäfti­gung und in die­sem Zu­sam­men­hang auch die Ver­tei­lung auf die Ge­schlech­ter. Vor­lie­gend geht es je­doch nicht um ei­ne Beschäfti­gung, son­dern um ei­ne an­ge­streb­te Beschäfti­gung, al­so um die Fra­ge der Be­hand­lung von Be­wer­bun­gen. Den Er­geb­nis­sen

- 16 -

des Mi­kro­zen­sus können kei­ne Zah­len­an­ga­ben/Ge­schlech­ter­quo­ten hin­sicht­lich des Er­fol­ges oder Miss­er­fol­ges von Be­wer­bun­gen oder an­ge­streb­ten Beschäfti­gun­gen in Voll­zeit­ar­beit ent­nom­men wer­den.


Hauck

Brein­lin­ger

Win­ter

Burr

Bloe­sin­ger

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 8 AZR 753/13  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880