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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Jahressonderzahlung, Befristung: Jahressonderzahlung, Tarifvertrag
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 10 AZR 922/11
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 12.12.2012
   
Leit­sätze: Be­ste­hen im Ka­len­der­jahr meh­re­re Ar­beits­verhält­nis­se zu dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber, sind die­se bei der Be­rech­nung der Höhe der Jah­res­son­der­zah­lung nach § 20 TV-L un­abhängig da­von zu berück­sich­ti­gen, ob sie un­mit­tel­bar an­ein­an­der an­sch­ließen. Ei­ne Kürzung der Jah­res­son­der­zah­lung um je ein Zwölf­tel nach § 20 Abs. 4 Satz 1 TV-L kommt für sol­che Mo­na­te nicht in Be­tracht, in de­nen ein Ent­gelt­an­spruch oder ein An­spruch auf Fort­zah­lung des Ent­gelts nach § 21 TV-L aus ei­nem frühe­ren Ar­beits­verhält­nis be­stand.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 20.6.2011 - 12 Ca 1656/11
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 25.10.2011 - 17 Sa 1012/11
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


10 AZR 922/11
17 Sa 1012/11
Lan­des­ar­beits­ge­richt

Düssel­dorf

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
12. De­zem­ber 2012

UR­TEIL

Jatz, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläge­rin, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

be­klag­tes, be­ru­fungs­kla­gen­des und re­vi­si­ons­be­klag­tes Land,

hat der Zehn­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 12. De­zem­ber 2012 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Mi­kosch, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt
 


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Rein­fel­der und Mest­werdt so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­te­rin­nen Schürmann und Fie­back für Recht er­kannt:

1. Auf die Re­vi­si­on der Kläge­rin wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 25. Ok­to­ber 2011 - 17 Sa 1012/11 - auf­ge­ho­ben.

2. Die Be­ru­fung des be­klag­ten Lan­des ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 20. Ju­ni 2011 - 12 Ca 1656/11 - wird zurück­ge­wie­sen.

3. Das be­klag­te Land hat die Kos­ten der Be­ru­fung und der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über die Höhe der ta­rif­li­chen Jah­res­son­der­zah­lung für das Ka­len­der­jahr 2009.


Die Kläge­rin war bei dem be­klag­ten Land als teil­zeit­beschäftig­te Lehr­kraft zunächst be­fris­tet vom 31. Ok­to­ber 2008 bis zum 16. Au­gust 2009 und so­dann auf­grund ei­nes wei­te­ren be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags vom 31. Au­gust 2009 bis zum 27. Au­gust 2010 beschäftigt. Je­den­falls auf­grund ar­beits­ver­trag­li­cher Be­zug­nah­me fand der Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst der Länder (TV-L) auf das Ar­beits­verhält­nis An­wen­dung. § 20 TV-L lau­tet aus­zugs­wei­se:


㤠20
Jah­res­son­der­zah­lung


(1) Beschäftig­te, die am 1. De­zem­ber im Ar­beits­verhält­nis ste­hen, ha­ben An­spruch auf ei­ne Jah­res­son­der­zah­lung.

(2) Die Jah­res­son­der­zah­lung beträgt bei Beschäftig­ten in den Ent­gelt­grup­pen

Ta­rif­ge­biet West Ta­rif­ge­biet Ost

...

E 9 bis E 11 80 v. H. ...

...


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der Be­mes­sungs­grund­la­ge nach Ab­satz 3. ...


(3) Be­mes­sungs­grund­la­ge im Sin­ne des Ab­sat­zes 2 Satz 1 ist das mo­nat­li­che Ent­gelt, dass den Beschäftig­ten in den Ka­len­der­mo­na­ten Ju­li, Au­gust und Sep­tem­ber durch­schnitt­lich ge­zahlt wird; un­berück­sich­tigt blei­ben hier­bei das zusätz­lich für Über­stun­den und Mehr­ar­beit ge­zahl­te Ent­gelt (mit Aus­nah­me der im Dienst­plan vor­ge­se­he­nen Mehr­ar­beits- oder Über­stun­den), Leis­tungs­zu­la­gen, Leis­tungs- und Er­folgs­prämi­en. Der Be­mes­sungs­satz be­stimmt sich nach der Ent­gelt­grup­pe am 1. Sep­tem­ber. Bei Beschäftig­ten de­ren Ar­beits­verhält­nis nach dem 31. Au­gust be­gon­nen hat, tritt an die Stel­le des Be­mes­sungs­zeit­raums der ers­te vol­le Ka­len­der­mo­nat des Ar­beits­verhält­nis­ses; an­stel­le des Be­mes­sungs­sat­zes der Ent­gelt­grup­pe am 1. Sep­tem­ber tritt die Ent­gelt­grup­pe des Ein­stel­lungs­ta­ges. ...

(4) Der An­spruch nach den Absätzen 1 bis 3 ver­min­dert sich um ein Zwölf­tel für je­den Ka­len­der­mo­nat, in dem Beschäftig­te kei­nen An­spruch auf Ent­gelt oder Fort­zah­lung des Ent­gelts nach § 21 ha­ben. Die Ver­min­de­rung un­ter­bleibt für Ka­len­der­mo­na­te, ...“


Die Kläge­rin war in Ent­gelt­grup­pe 11 ein­grup­piert. Das be­klag­te Land zahl­te für das Ka­len­der­jahr 2009 ei­ne Jah­res­son­der­zah­lung in Höhe von 640,16 Eu­ro brut­to auf der Ba­sis ei­ner Beschäfti­gungs­zeit vom 31. Au­gust 2009 bis zum 31. De­zem­ber 2009.

Die Kläge­rin hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, ihr ste­he ei­ne un­gekürz­te ta­rif­li­che Jah­res­son­der­zah­lung zu. Bei der Be­rech­nung sei­en auch die im Jahr 2009 zurück­ge­leg­ten Beschäfti­gungs­zei­ten des ers­ten be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags zu berück­sich­ti­gen. Für die An­nah­me, „An­spruch auf Ent­gelt“ iSd. § 20 Abs. 4 Satz 1 TV-L be­tref­fe aus­sch­ließlich das am 1. De­zem­ber be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis, ge­be es kei­ne An­halts­punk­te. Leg­te man § 20 Abs. 4 TV-L in die­sem Sin­ne aus, ver­stieße die Vor­schrift zu­dem ge­gen das Ver­bot der Be­nach­tei­li­gung be­fris­tet beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer.

Die Kläge­rin hat be­an­tragt, 

das be­klag­te Land zu ver­ur­tei­len, an sie 664,94 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem je­wei­li­gen Ba­sis­zins­satz seit dem 1. De­zem­ber 2009 zu zah­len.


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Das be­klag­te Land hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Es hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, bei der Be­rech­nung der Jah­res­son­der­zah­lung sei nur das am 1. De­zem­ber be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis zu berück­sich­ti­gen. Nach all­ge­mei­nen Grundsätzen wirk­ten sich die in ei­nem frühe­ren Ar­beits­verhält­nis er­wor­be­nen Rech­te nicht au­to­ma­tisch in ei­nem späte­ren Ar­beits­verhält­nis aus. Wenn dies aus­nahms­wei­se doch ein­mal der Fall sein sol­le, bedürfe es ei­ner aus­drück­li­chen ent­spre­chen­den Re­ge­lung, die in § 20 TV-L feh­le. Ein frühe­res Ar­beits­verhält­nis könn­te nur berück­sich­tigt wer­den, wenn sich das am 1. De­zem­ber be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis un­mit­tel­bar an­ge­schlos­sen hätte. Dies fol­ge auch aus den Ta­rif­verträgen für Aus­zu­bil­den­de der Länder. Nach § 16 Abs. 4 Satz 1 TVA-L Pfle­ge, § 16 Abs. 4 Satz 1 TVA-L BBiG wer­de im Fal­le des Über­tritts ei­nes Aus­zu­bil­den­den in ein Ar­beits­verhält­nis zu dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber für die Zeit im Aus­bil­dungs­verhält­nis nur dann ei­ne Jah­res­son­der­zah­lung ge­leis­tet, wenn der Über­tritt in das Ar­beits­verhält­nis in un­mit­tel­ba­rem An­schluss er­fol­ge. Die­se Wer­tent­schei­dung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en sei auch im Rah­men des § 20 Abs. 4 TV-L zu berück­sich­ti­gen.
 

Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts ab­geändert und die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on be­gehrt die Kläge­rin die Wie­der­her­stel­lung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung.

Ent­schei­dungs­gründe

Die zulässi­ge Re­vi­si­on ist be­gründet. Die Kläge­rin hat ge­genüber dem be­klag­ten Land gemäß § 20 TV-L An­spruch auf ei­ne wei­te­re Jah­res­son­der­zah­lung für das Jahr 2009 iHv. 664,94 Eu­ro brut­to.


I. Die Kläge­rin hat gemäß § 20 Abs. 1 TV-L dem Grun­de nach ei­nen An­spruch auf ei­ne Jah­res­son­der­zah­lung für das Jahr 2009, weil sie am 1. De­zem­ber 2009 in ei­nem Ar­beits­verhält­nis zum be­klag­ten Land stand. Hier­von ge­hen die Par­tei­en übe­rein­stim­mend aus. Die Be­rech­nung des An-
 


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spruchs er­folgt nach § 20 Abs. 2 und Abs. 3 TV-L. Ei­ne Ver­min­de­rung nach § 20 Abs. 4 TV-L darf nur für sol­che Mo­na­te er­fol­gen, in de­nen kein Ent­gelt­an­spruch oder An­spruch auf Fort­zah­lung des Ent­gelts nach § 21 TV-L be­stand und kei­ne Aus­nah­me iSd. § 20 Abs. 4 Satz 2 TV-L vor­lag. „Ent­gelt“ iSd. § 20 Abs. 4 Satz 1 TV-L ist da­bei auch das Ent­gelt aus ei­nem frühe­ren Ar­beits­verhält­nis zu dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber (eben­so Cle­mens/Scheu­ring/St­ein­gen/Wie­se TV-L Stand Ok­to­ber 2012 Teil II § 20 Rn. 126 ff.; Fie­berg in Fürst GKÖD Bd. IV Stand No­vem­ber 2012 E § 20 TVöD/TV-L Rn. 54; Sch­will in Be­p­ler/Böhle/Meer­kamp/Stöhr TV-L Stand April 2012 Bd. I § 20 Rn. 28d; aA Spo­ner/St­ein­herr TV-L Stand No­vem­ber 2012 (Gey­er) Ord­ner 2 § 20 Rn. 78 ff.). Das er­gibt die Aus­le­gung der Ta­rif­norm.


1. Be­reits der Wort­laut der Ta­rif­be­stim­mun­gen, von dem bei der Ta­rif­aus­le­gung vor­ran­gig aus­zu­ge­hen ist (st. Rspr., vgl. zB BAG 26. Sep­tem­ber 2012 - 10 AZR 330/11 - Rn. 12, ZTR 2012, 713; 16. No­vem­ber 2011 - 10 AZR 549/10 - Rn. 9, AP TVöD § 20 Nr. 2), spricht deut­lich für ein sol­ches Verständ­nis. Der Wort­laut der Ta­rif­norm setzt für ei­ne Kürzung vor­aus, dass kein „An­spruch auf Ent­gelt oder Fort­zah­lung des Ent­gelts“ be­steht. Da­bei lässt sich dem Wort­laut ent­neh­men, dass sich der An­spruch auf Ent­gelt ge­gen den­sel­ben Schuld­ner rich­ten muss, der auch Schuld­ner der Jah­res­son­der­zah­lung ist. Der „An­spruch nach den Absätzen 1 bis 3“, auf den in § 20 Abs. 4 TV-L Be­zug ge­nom­men wird, rich­tet sich ge­gen den Ar­beit­ge­ber, mit dem am 1. De­zem­ber ein Ar­beits­verhält­nis be­steht. Die eben­falls in § 20 Abs. 4 TV-L ge­nann­ten Ansprüche „auf Ent­gelt oder Fort­zah­lung des Ent­gelts“ wer­den durch die Norm kei­ner an­de­ren Rechts­be­zie­hung zu­ge­ord­net. Es wäre über­ra­schend, wenn in § 20 Abs. 4 TV-L an­de­re An­spruchs­geg­ner ge­meint wären als der Ar­beit­ge­ber, der Schuld­ner der Jah­res­son­der­zah­lung ist (BAG 11. Ju­li 2012 - 10 AZR 488/11 - Rn. 16, ZTR 2012, 582).


Dem Wort­laut der Ta­rif­norm lässt sich je­doch nicht ent­neh­men, dass nur Ansprüche aus dem am 1. De­zem­ber be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis zu dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber an­spruch­s­er­hal­tend wir­ken. Viel­mehr lässt sich je­der ge­gen den Ar­beit­ge­ber des zum Stich­tag be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses
 


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ge­rich­te­te An­spruch auf Ent­gelt oder Fort­zah­lung des Ent­gelts im Ka­len­der­jahr hier­un­ter fas­sen. Die Norm un­ter­schei­det nicht da­nach, ob die­ser An­spruch aus dem am 1. De­zem­ber be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis re­sul­tiert oder sei­ne Grund­la­ge in ei­nem frühe­ren Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en im Ka­len­der­jahr fin­det. Hätten die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en nur Ansprüche aus dem am 1. De­zem­ber be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis berück­sich­ti­gen und Ansprüche aus frühe­ren Ar­beits­verhält­nis­sen zu dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber aus­sch­ließen wol­len, hätte es na­he­ge­le­gen, dies in der Ta­rif­norm klar­zu­stel­len, zB durch den Zu­satz „aus dem Ar­beits­verhält­nis nach Abs. 1“ (vgl. Fie­berg in Fürst GKÖD Bd. IV E § 20 TVöD/TV-L Rn. 54). Der Wort­laut des § 20 Abs. 4 TV-L un­ter­schei­det auch nicht da­nach, ob zwi­schen dem frühe­ren und dem am 1. De­zem­ber be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis ei­ne Un­ter­bre­chung lag. Ent­gelt­ansprüche aus frühe­ren Ar­beits­verhält­nis­sen, an die sich das ge­genwärti­ge Ar­beits­verhält­nis nicht un­mit­tel­bar an­ge­schlos­sen hat, wer­den eben­falls vom Wort­laut des § 20 Abs. 4 TV-L er­fasst.


2. Ge­samt­zu­sam­men­hang und Sys­te­ma­tik der ta­rif­li­chen Re­ge­lung ste­hen die­sem Aus­le­gungs­er­geb­nis nicht ent­ge­gen.


a) So­weit Beschäfti­gungs­zei­ten aus ei­nem frühe­ren Ar­beits­verhält­nis zu dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber im ge­genwärti­gen Ar­beits­verhält­nis von Be­deu­tung sein sol­len, wird dies im TV-L je­weils an­ge­ord­net (§ 34 Abs. 3 Satz 1, § 30 Abs. 5 Satz 2 und Satz 3, § 16 Abs. 2 Satz 2 TV-L). Ei­ne sol­che An­ord­nung enthält auch § 20 Abs. 4 Satz 1 TV-L, denn nach dem Wort­laut der Ta­rif­norm sind nicht nur Ansprüche aus dem ge­genwärti­gen, son­dern auch Ansprüche aus frühe­ren Ar­beits­verhält­nis­sen zu dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber zu berück­sich­ti­gen.


Ei­ne darüber hin­aus­ge­hen­de aus­drück­li­che An­ord­nung der Berück­sich­ti­gung frühe­rer Ar­beits­verhält­nis­se, wie sie in § 34 Abs. 3 Satz 1, § 30 Abs. 5 Satz 2 und Satz 3, § 16 Abs. 2 Satz 2 TV-L er­folgt ist, war im Rah­men des § 20 Abs. 4 TV-L nicht ge­bo­ten. In je­nen Vor­schrif­ten ist die aus­drück­li­che Ein­be­zie­hung frühe­rer Ar­beits­verhält­nis­se er­for­der­lich, weil sich die maßgeb­li­chen Ta­rif­nor­men an­sons­ten nur auf das ge­genwärti­ge Ar­beits­verhält­nis be­zie­hen würden. So würde oh­ne die spe­zi­fi­schen Re­ge­lun­gen in § 34 Abs. 3 TV-L bei
 


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der Be­rech­nung der Kündi­gungs­frist nur das ge­genwärti­ge Ar­beits­verhält­nis berück­sich­tigt, weil § 34 Abs. 1 Satz 1 TV-L auf den „Be­ginn des Ar­beits­verhält­nis­ses“ ab­stellt. Eben­so würden oh­ne die aus­drück­li­che An­ord­nung in § 30 Abs. 5 Satz 3 TV-L bei der Be­rech­nung der Kündi­gungs­frist im Rah­men be­fris­te­ter Ar­beits­verhält­nis­se frühe­re, zeit­lich nicht un­mit­tel­bar mit dem ge­genwärti­gen Ar­beits­verhält­nis ver­bun­de­ne Ar­beits­verhält­nis­se nicht berück­sich­tigt, weil § 30 Abs. 5 Satz 2 TV-L auf die Beschäfti­gungs­zeit „in ei­nem oder meh­re­ren an­ein­an­der ge­reih­ten Ar­beits­verhält­nis­sen bei dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber“ ab­stellt. Oh­ne die aus­drück­li­che An­ord­nung in § 16 Abs. 2 Satz 2 TV-L würde (vor­be­halt­lich der all­ge­mei­nen Er­mes­sens­vor­schrift in § 16 Abs. 2 Satz 4 TV-L) die in ei­nem frühe­ren Ar­beits­verhält­nis er­wor­be­ne Be­rufs­er­fah­rung im Rah­men der Stu­fen­zu­ord­nung nicht berück­sich­tigt, weil § 16 Abs. 2 Satz 1 TV-L als Grund­satz die Zu­ord­nung zur ers­ten Stu­fe an­ord­net.


Ei­ne ver­gleich­ba­re Si­tua­ti­on be­steht im Rah­men des § 20 TV-L nicht. Hier wer­den Ent­gelt­ansprüche aus frühe­ren Ar­beits­verhält­nis­sen be­reits nach dem Wort­laut des Ab­sat­zes 4 Satz 1 der Vor­schrift er­fasst; die Kürzungs­re­ge­lung greift nur für sol­che Mo­na­te, in de­nen kei­ner­lei Ent­gelt­an­spruch ge­gen den Ar­beit­ge­ber be­steht.


b) Et­was an­de­res er­gibt sich nicht aus den Be­stim­mun­gen über die Er­mitt­lung der Be­mes­sungs­grund­la­ge nach § 20 Abs. 3 TV-L.


§ 20 Abs. 3 Satz 3 TV-L be­stimmt, dass bei Beschäftig­ten, „de­ren Ar­beits­verhält­nis“ nach dem 31. Au­gust be­gon­nen hat, an die Stel­le des Be­mes­sungs­zeit­raums nach Satz 1 der ers­te vol­le Ka­len­der­mo­nat „des Ar­beits­verhält­nis­ses“ tritt. Dies scheint dar­auf hin­zu­deu­ten, dass „Ent­gelt“ iSd. § 20 Abs. 3 Satz 1 TV-L nur das Ent­gelt aus dem am 1. De­zem­ber be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis ist; an­sons­ten hätte es mögli­cher­wei­se näher­ge­le­gen, in § 20 Abs. 3 Satz 3 TV-L nicht auf den Be­ginn des Ar­beits­verhält­nis­ses, son­dern dar­auf ab­zu­stel­len, ob der Beschäftig­te - auf wel­cher Grund­la­ge auch im­mer - im Ju­li und Au­gust Ent­gelt er­hal­ten hat. Ge­gen die­se An­nah­me spricht al­ler­dings, dass sich dem Wort­laut des § 20 Abs. 3 Satz 1 TV-L ei­ne Be­schränkung auf Ent­gelt aus dem am 1. De­zem­ber be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis nicht
 

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ent­neh­men lässt. Auch die Pro­to­kollerklärung zu § 20 Abs. 3 TV-L enthält kei­nen Hin­weis auf ei­nen sol­chen Wil­len der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en. Dort wer­den für die Be­rech­nung nach Satz 1 viel­mehr Umstände wie ei­ne Ände­rung des Beschäfti­gungs­um­fangs und ei­ne nicht durch­ge­hen­de Gewährung von Ent­gelt berück­sich­tigt, die ge­ra­de auch bei ei­ner Un­ter­bre­chung des Ar­beits­verhält­nis­ses im Be­mes­sungs­zeit­raum ein­tre­ten können. § 20 Abs. 3 Satz 3 TV-L ord­net da­mit die Her­an­zie­hung ei­ner be­son­de­ren Be­mes­sungs­grund­la­ge in den Fällen an, in de­nen das am 1. De­zem­ber be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis erst nach dem 31. Au­gust be­gon­nen hat. Dies führt im Übri­gen zu ei­ner stärke­ren Ori­en­tie­rung der Höhe der Leis­tung am letz­ten Ar­beits­verhält­nis, steht je­doch ei­ner Berück­sich­ti­gung von Ent­gelt­ansprüchen aus frühe­ren Ar­beits­verhält­nis­sen im Rah­men des § 20 Abs. 4 TV-L nicht ent­ge­gen.


c) § 16 Abs. 4 Satz 1 TVA-L Pfle­ge und § 16 Abs. 4 Satz 1 TVA-L BBiG lässt sich ent­ge­gen der Rechts­auf­fas­sung des be­klag­ten Lan­des nicht der Wil­le der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ent­neh­men, dass ein frühe­res Ar­beits­verhält­nis zu dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber bei der Be­rech­nung der Jah­res­son­der­zah­lung nur zu berück­sich­ti­gen sei, wenn zwi­schen ihm und dem am 1. De­zem­ber be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis kei­ne Un­ter­bre­chung lag. Die­se nur auf Aus­bil­dungs­verhält­nis­se an­wend­ba­ren Ta­rif­nor­men (vgl. § 1 Abs. 1 Satz 1 TVA-L Pfle­ge, § 1 Abs. 1 Satz 1 TVA-L BBiG) stel­len Son­der­re­ge­lun­gen für den Über­tritt von ei­nem Aus­bil­dungs- in ein Ar­beits­verhält­nis dar. Für die Aus­le­gung des § 20 Abs. 4 TV-L sind sie nur von ge­rin­ger Aus­sa­ge­kraft. Selbst wenn man sie aber ver­glei­chend her­an­zieht, spricht der Um­stand, dass § 20 Abs. 4 TV-L ge­ra­de kei­ne ver­gleich­ba­re Ein­schränkung auf un­mit­tel­bar an­ein­an­der­ge­reih­te Ar­beits­verhält­nis­se enthält, eher ge­gen die An­nah­me, dass ei­ne sol­che Ein­schränkung be­ab­sich­tigt war.


3. Das Aus­le­gungs­er­geb­nis ent­spricht dem Sinn und Zweck der Jah­res­son­der­zah­lung und führt zu ei­ner sach­ge­rech­ten, zweck­ori­en­tier­ten und prak­tisch brauch­ba­ren Re­ge­lung.


a) Die Jah­res­son­der­zah­lung nach § 20 TV-L stellt ei­ne Ge­gen­leis­tung für die vom Ar­beit­neh­mer er­brach­te Ar­beits­leis­tung dar und hat Vergütungs­cha-
 


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rak­ter (BAG 10. No­vem­ber 2010 - 5 AZR 633/09 - Rn. 28, ZTR 2011, 150; Spo­ner/St­ein­herr § 20 Rn. 138; zu § 44 TVöD BT-S: BAG 14. März 2012 - 10 AZR 778/10 - Rn. 17, EzA ZPO 2002 § 850a Nr. 2). Dies zeigt die Kürzungs­vor­schrift des § 20 Abs. 4 TV-L. Hat ein Ar­beit­neh­mer ganzjährig kei­nen An­spruch auf Ent­gelt, erhält er, so­fern nicht die Aus­nah­men des § 20 Abs. 4 Satz 2 TV-L grei­fen, kei­ne Jah­res­son­der­zah­lung. Gleich­zei­tig wird mit der Jah­res­son­der­zah­lung Be­triebs­treue ho­no­riert (vgl. zu § 44 TVöD BT-S: BAG 14. März 2012 - 10 AZR 778/10 - Rn. 18, aaO). Dies be­legt die Stich­tags­re­ge­lung in § 20 Abs. 1 TV-L, die ei­nen Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses am 1. De­zem­ber ver­langt. Darüber hin­aus sol­len die Mit­ar­bei­ter durch die Jah­res­son­der­zah­lung auch für die Zu­kunft zu re­ger und en­ga­gier­ter Mit­ar­beit mo­ti­viert wer­den (Spo­ner/St­ein­herr § 20 Rn. 80; vgl. zu die­sem Mo­ti­va­ti­ons-ge­dan­ken auch: BAG 23. Mai 2007 - 10 AZR 363/06 - Rn. 27, AP TVG § 1 Ta­rif­verträge: Großhan­del Nr. 24; 8. März 1995 - 10 AZR 208/94 - zu I 2 b der Gründe, AP BGB § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on Nr. 184 = EzA BGB § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on, Prämie Nr. 131; 26. Ok­to­ber 1994 - 10 AZR 109/93 - zu II 3 der Gründe, AP BGB § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on Nr. 167 = EzA BGB § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on, Prämie Nr. 115).

b) Dem Vergütungs­cha­rak­ter der Jah­res­son­der­zah­lung ent­spricht es, ei­nem Ar­beit­neh­mer ei­ne an­tei­li­ge Jah­res­son­der­zah­lung auch für die Ka­len­der­mo­na­te zu gewähren, in de­nen er auf der Grund­la­ge ei­nes frühe­ren Ar­beits­verhält­nis­ses für den Ar­beit­ge­ber ge­ar­bei­tet hat. Denn auch hier hat er zu­guns­ten des Ar­beit­ge­bers im Ka­len­der­jahr Ar­beits­leis­tun­gen er­bracht, die durch die Jah­res­son­der­zah­lung ent­lohnt wer­den können (vgl. BAG 18. Ja­nu­ar 2012 - 10 AZR 612/10 - Rn. 28, EzA BGB 2002 § 611 Gra­ti­fi­ka­ti­on, Prämie Nr. 31; 7. Ju­ni 2011 - 1 AZR 807/09 - Rn. 37, AP Be­trVG 1972 § 77 Be­triebs­ver­ein­ba­rung Nr. 55 = EzA Be­trVG 2001 § 88 Nr. 3; 12. April 2011 - 1 AZR 412/09 - Rn. 21, BA­GE 137, 300).

Die Berück­sich­ti­gung vor­an­ge­gan­ge­ner Ar­beits­verhält­nis­se führt nicht da­zu, dass die Beschäftig­ten stets ei­ne un­gekürz­te Jah­res­son­der­zah­lung ver­lan­gen könn­ten. Viel­mehr wird der An­spruch für je­den Ka­len­der­mo­nat, in
 


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dem kein Ar­beits­verhält­nis be­stand und der Ar­beit­neh­mer des­halb kei­nen An­spruch auf Ent­gelt hat­te, gemäß § 20 Abs. 4 TV-L um ein Zwölf­tel gekürzt. Auch bei Berück­sich­ti­gung frühe­rer Ar­beits­verhält­nis­se erhält der Ar­beit­neh­mer al­so nur für die Ka­len­der­mo­na­te ei­ne an­tei­li­ge Jah­res­son­der­zah­lung, in de­nen ein Ent­gelt­an­spruch ge­gen den Ar­beit­ge­ber be­stand.


Die Berück­sich­ti­gung frühe­rer Ar­beits­verhält­nis­se steht auch mit den wei­te­ren mit der Jah­res­son­der­zah­lung ver­folg­ten Zwe­cken im Ein­klang. Be­steht am 1. De­zem­ber wie­der ein Ar­beits­verhält­nis, hat der Ar­beit­neh­mer die von § 20 Abs. 1 TV-L ge­for­der­te Be­triebs­treue ge­zeigt. Im Ge­gen­satz zur Vorgänger­re­ge­lung (§ 1 Abs. 1 des Ta­rif­ver­trags über ei­ne Zu­wen­dung für An­ge­stell­te vom 12. Ok­to­ber 1973, zu­letzt geändert durch den Ta­rif­ver­trag zur Ände­rung der Zu­wen­dungs­ta­rif­verträge vom 31. Ja­nu­ar 2003, im Fol­gen­den: TV Zu­wen­dung), nach der der Ar­beit­neh­mer ent­we­der seit dem 1. Ok­to­ber un­un­ter­bro­chen im öffent­li­chen Dienst oder im lau­fen­den Ka­len­der­jahr min­des­tens sechs Mo­na­te im Ar­beits­verhält­nis ge­stan­den ha­ben muss­te, ist der Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses während ei­nes be­stimm­ten Zeit­raums nach § 20 TV-L kei­ne Vor­aus­set­zung für die Gewährung der Jah­res­son­der­zah­lung. Sch­ließlich kann die Jah­res­son­der­zah­lung auch Ar­beit­neh­mer, de­ren Beschäfti­gung während des Ka­len­der­jah­res un­ter­bro­chen war, für die Zu­kunft zu re­ger und en­ga­gier­ter Mit­ar­beit mo­ti­vie­ren, da sie sich zum Stich­tag in ei­nem Ar­beits­verhält­nis be­fin­den.


4. Die Ta­rif­ge­schich­te steht nicht ent­ge­gen. Im Un­ter­schied zu § 20 Abs. 4 TV-L knüpfte § 2 Abs. 2 Satz 1 TV Zu­wen­dung die Zwölf­te­lung zwar noch dar­an, dass der Ar­beit­neh­mer nicht während des gan­zen Ka­len­der­jah­res „Bezüge von dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber“ er­hal­ten hat­te. Da­her wa­ren auch Zei­ten zu berück­sich­ti­gen, die der Beschäftig­te während des Ka­len­der­jah­res bei dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber in ei­nem frühe­ren Ar­beits­verhält­nis zurück­ge­legt hat­te (BAG 26. Mai 1982 - 5 AZR 58/80 - BA­GE 39, 98). Der Um­stand, dass § 20 Abs. 4 TV-L kei­nen ver­gleich­ba­ren Zu­satz enthält, spricht je­doch nicht ge­gen die An­nah­me, auch im Rah­men der Neu­re­ge­lung sei­en frühe­re Ar­beits­verhält­nis­se zu dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber zu berück­sich­ti­gen. In der Vorgänger­re­ge­lung war der Zu­satz im
 


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Kon­text der Ein­be­zie­hung sämt­li­cher in § 1 Abs. 1 Nr. 2 TV Zu­wen­dung auf­gezähl­ten Rechts­verhält­nis­se „im öffent­li­chen Dienst“ er­for­der­lich, um Rechts­verhält­nis­se zu an­de­ren Ar­beit­ge­bern aus­zu­sch­ließen. Da § 20 Abs. 4 TV-L von vorn­her­ein nur Ansprüche aus Ar­beits­verhält­nis­sen mit dem­sel­ben Ar­beit­ge­ber er­fasst (vgl. BAG 11. Ju­li 2012 - 10 AZR 488/11 - ZTR 2012, 582), be­durf­te es ei­nes sol­chen Zu­sat­zes in der Neu­re­ge­lung nicht mehr (Fie­berg in Fürst GKÖD Bd. IV E § 20 TVöD/TV-L Rn. 54).


II. Bei An­wen­dung die­ser Grundsätze hat das be­klag­te Land den An­spruch der Kläge­rin auf die ta­rif­li­che Jah­res­son­der­zah­lung für das Jahr 2009 nicht vollständig erfüllt. Der Kläge­rin steht noch ein Dif­fe­renz­an­spruch in un­strei­ti­ger Höhe von 664,94 Eu­ro brut­to zu.


1. Ei­ne Kürzung nach § 20 Abs. 4 TV-L durf­te nicht er­fol­gen, da die Kläge­rin im Jahr 2009 in je­dem Ka­len­der­mo­nat ei­nen An­spruch auf Ent­gelt ge­gen das be­klag­te Land hat­te. Die Ent­gelt­ansprüche der Kläge­rin aus dem frühe­ren, bis zum 16. Au­gust 2009 be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag sind zu berück­sich­ti­gen. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die Kläge­rin nicht für den ge­sam­ten Mo­nat Au­gust 2009 ei­nen Ent­gelt­an­spruch hat­te. § 20 Abs. 4 TV-L stellt nicht auf vol­le Ka­len­der­mo­na­te ab. Die Jah­res­son­der­zah­lung wird für je­den Mo­nat ge­zahlt, in dem min­des­tens für ei­nen Tag ein Ent­gelt­an­spruch be­steht (allgM: Sch­will in Be­p­ler/Böhle/Meer­kamp/Stöhr § 20 Rn. 28a; Brei­er/Das­sau/Kie­fer/Thi­ves­sen TV-L Stand Ok­to­ber 2012 Ord­ner 2 § 20 Rn. 36; Cle­mens/Scheu­ring/ St­ein­gen/Wie­se § 20 Rn. 115; Spo­ner/St­ein­herr § 20 Rn. 75). Das war auch im Au­gust 2009 der Fall.

2. Die Aus­schluss­frist des § 37 Abs. 1 Satz 1 TV-L ist ge­wahrt. 


3. Der Zins­an­spruch er­gibt sich aus § 286 Abs. 2 Nr. 1, § 288 Abs. 1 BGB iVm. § 20 Abs. 5 Satz 1, § 24 Abs. 1 Satz 2 TV-L.
 


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III. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 91 Abs. 1 Satz 1, § 97 Abs. 1 ZPO.

 

Mi­kosch 

W. Rein­fel­der 

Mest­werdt

Schürmann 

Fie­back

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