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Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Allgemeine Geschäftsbedingungen, Dienstkleidung, Bekleidung
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 9 AZR 676/07
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 17.02.2009
   
Leit­sätze: Der Pfändungs­schutz für Ar­beits­ein­kom­men kann nicht durch ei­ne Ver­ein­ba­rung um­gan­gen wer­den, in der dem Ar­beit­ge­ber die Be­fug­nis ein­geräumt wird, ei­ne mo­nat­li­che Be­tei­li­gung des Ar­beit­neh­mers an der Rei­ni­gung und Pfle­ge der Be­rufs­klei­dung mit dem mo­nat­li­chen Net­to­ent­gelt oh­ne Rück­sicht auf Pfändungs­frei­gren­zen zu "ver­rech­nen".
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Emden, Urteil vom 26.10.2006 - 2 Ca 350/06
Landesarbeitsgericht Niedersachsen, Urteil vom 16.7.2007 - 9 Sa 1894/06
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


9 AZR 676/07
9 Sa 1894/06
Lan­des­ar­beits­ge­richt
Nie­der­sach­sen

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

17. Fe­bru­ar 2009

UR­TEIL

Brüne, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Neun­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 17. Fe­bru­ar 2009 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Düwell, die Rich­te­rin­nen am Bun­des­ar­beits­ge­richt
 


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Rei­ne­cke und Gall­ner so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Bruse und Dr. Star­ke für Recht er­kannt:


Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Nie­der­sach­sen vom 16. Ju­li 2007 - 9 Sa 1894/06 - wird zurück­ge­wie­sen.

Die Be­klag­te hat die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über Ent­gelt­ansprüche der Kläge­rin. 


Die Kläge­rin ist seit 1985 bei der Be­klag­ten in de­ren Ver­brau­cher­markt in B als Ein­zel­han­dels­kauf­frau beschäftigt; sie wird im Be­reich „Obst und Gemüse“ ein­ge­setzt. Die re­gelmäßige Ar­beits­zeit beträgt 130 St­un­den/Mo­nat. Dem Ar­beits­verhält­nis liegt der An­stel­lungs­ver­trag vom 1. Fe­bru­ar 1988 zu­grun­de. Dar­in heißt es ua.:


㤠23
Be­rufs­klei­dung

Der Ar­beit­neh­mer ver­pflich­tet sich, die vom Ar­beit­ge­ber vor­ge­schrie­be­ne Be­rufs­klei­dung zu tra­gen. Die An­schaf­fungs­kos­ten ge­hen zu Las­ten des Ar­beit­neh­mers.“


Dar­an schließt sich ma­schi­nen­schrift­lich der Pas­sus an: 


„Es gel­ten fol­gen­de Son­der­be­stim­mun­gen:


Der Ar­beit­neh­mer ver­pflich­tet sich, die vom Ar­beit­ge­ber zur Verfügung ge­stell­te Be­rufs­klei­dung zu tra­gen und mit die­ser pfleg­lich um­zu­ge­hen. Der Ar­beit­ge­ber trägt sämt­li­che Pfle­ge- und Wie­der­be­schaf­fungs­kos­ten; der Ar­beit­neh­mer be­tei­ligt sich an die­sen Kos­ten mit ei­nem mo­nat­li­chen Be­trag von DM 15,00. Die­ser Be­trag wird mit sei­nen Mo­nats­bezügen ver­rech­net.“
 


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Im April 2005 schloss die Be­klag­te mit dem bei ihr er­rich­te­ten Ge­samt­be­triebs­rat die Be­triebs­ver­ein­ba­rung „Be­rufs­klei­dung“. Dort ist ua. ge­re­gelt:

㤠1

Ständi­ge Mit­ar­bei­ter (Voll- und Teil­zeit­kräfte) in den Häusern der C-Ver­brau­chermärk­te so­wie die ge­ringfügig Beschäftig­ten er­hal­ten Be­rufs­klei­dung gem. nach­fol­gen­der Re­ge­lung.

§ 2

Mit­ar­bei­ter/-in­nen in dem Be­reich ‚Markt’ er­hal­ten - abhängig von ih­ren Ein­satz­ta­gen - als Erst­aus­stat­tung max. 5 Wes­ten, 11 Blu­sen/Hem­den und 4 Kra­wat­ten/Flie­gen und die O & G Ab­tei­lung als Erst­aus­stat­tung max. 5 Schürzen.

Mit­ar­bei­ter/-in­nen in dem Be­reich ‚Fleisch’ er­hal­ten - abhängig von ih­ren Ein­satz­ta­gen - als Erst­aus­stat­tung max. 11 Wes­ten, 11 Blu­sen/Hem­den und 11 Schürzen so­wie 4 Kra­wat­ten/Flie­gen. Schlüssel­ket­ten und wahl-wei­se Bis­tro­ta­schen wer­den kos­ten­los zur Verfügung ge­stellt.

Die Rei­ni­gung der Be­rufs­klei­dung er­folgt im wöchent­li­chen Rhyth­mus und wird durch die je­wei­li­ge Rei­ni­gungs­fir­ma durch­geführt.

§ 3

Die Be­rufs­klei­dung geht nicht in das Ei­gen­tum des Mit­ar­bei­ters über.

§ 4

Das Tra­gen der Be­rufs­klei­dung auf dem Be­triebs­gelände ist Pflicht und von der Markt­lei­tung zu über­wa­chen. Soll­te im Som­mer ei­ne Tem­pe­ra­tur von 25 °C im Markt über­schrit­ten wer­den, kann an­statt Hemd/Blu­se ein ei­ge­nes weißes T-Shirt ge­tra­gen wer­den. Zu die­sem Zeit­punkt ge­schieht das Tra­gen der Kra­wat­ten/Flie­gen auf frei­wil­li­ger Ba­sis. Wes­ten wer­den ge­schlos­sen ge­tra­gen.

§ 5

Al­le Blu­sen, Hem­den und Wes­ten wer­den mit dem persönli­chen Na­men des je­wei­li­gen Beschäftig­ten ver­se­hen.

§ 6

Aus­hil­fen wird die Be­rufs­klei­dung ent­spre­chend der o. a. Re­ge­lun­gen zur Verfügung ge­stellt. Die­se wer­den


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al­ler­dings nicht mit dem persönli­chen Na­men des je­wei­li­gen Beschäftig­ten ver­se­hen.

§ 7

Für die Be­rufs­klei­dung muss ei­ne La­ge­rungsmöglich­keit im je­wei­li­gen Markt vor­han­den sein. Um­klei­demöglich­kei­ten müssen für al­le Mit­ar­bei­ter/-in­nen im Markt ge­ge­ben sein.“


Im Jahr 2005 be­lief sich die Kos­ten­pau­scha­le für so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäftig­te auf mo­nat­lich 8,94 Eu­ro. Im Ja­nu­ar 2006 teil­te die Be­klag­te den Ar­beit­neh­mern mit, die „Kit­tel­gebühr“ wer­de ab 1. Ja­nu­ar 2006 für die so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäftig­ten auf mo­nat­lich 7,05 Eu­ro ab­ge­senkt, für ge­ringfügig Beschäftig­te von 6,13 Eu­ro auf 4,85 Eu­ro und für Aus­zu­bil­den­de von 7,66 auf 6,05 Eu­ro.


Auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en sind auf­grund bei­der­sei­ti­ger Ta­rif­bin­dung die Ta­rif­verträge für den nie­dersäch­si­schen Ein­zel­han­del an­zu­wen­den. Das von der Be­klag­ten ab­ge­rech­ne­te Mo­nats­ge­halt der Kläge­rin von zu­letzt 1.583,93 Eu­ro brut­to ent­sprach dem an­tei­li­gen Ta­ri­fent­gelt. Die Be­klag­te wies die Be­tei­li­gungs­pau­scha­le für die Be­rufs­klei­dung un­ter dem Stich­wort „Kit­tel­gebühr“ in der mo­nat­li­chen Ver­dienstab­rech­nung der Kläge­rin aus und be­hielt sie von dem er­rech­ne­ten Net­to­ent­gelt ein. Das bei der Lohn­steu­er­klas­se V er­ziel­te re­gelmäßige mo­nat­li­che Net­to­ein­kom­men der Kläge­rin lag un­ter mo­nat­lich 800,00 Eu­ro. Im Ju­ni 2005 for­der­te die Kläge­rin die Be­klag­te ver­geb­lich auf, die in den Mo­na­ten März bis Mai 2005 ein­be­hal­te­nen Beträge aus­zu­zah­len.


Mit ih­rer im Ju­li 2006 er­ho­be­nen Kla­ge hat die Kläge­rin gel­tend ge­macht, die in § 23 des Ar­beits­ver­trags vor­ge­se­he­ne for­mu­larmäßige Be­las­tung mit der Kos­ten­pau­scha­le be­nach­tei­li­ge sie un­an­ge­mes­sen iSv. § 307 Abs. 1 BGB. Die Ein­be­hal­tun­gen ver­stießen außer­dem ge­gen das Truck­ver­bot und führ­ten zu ei­ner un­ter­ta­rif­li­chen Vergütung. Die Be­klag­te sei des­halb ver­pflich­tet, die in den Mo­na­ten März bis Mai 2005 und in den Mo­na­ten April bis Ju­ni 2006 ein­be­hal­te­nen Beträge zu zah­len.
 


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Die Kläge­rin hat be­an­tragt, 


die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 47,97 Eu­ro net­to nebst Zin­sen iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit 13. Ju­li 2006 zu zah­len.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. 


Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Auf die Be­ru­fung der Kläge­rin hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts ab­geändert und der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Da­ge­gen wen­det sich die Be­klag­te mit der von dem Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist un­be­gründet. 


Der An­spruch der Kläge­rin folgt aus § 611 Abs. 1 BGB. Ih­re Ent­gelt­for­de­run­gen für die Mo­na­te März bis Mai 2005 und April bis Ju­ni 2006 sind ent­stan­den. Die mit der Ein­be­hal­tung ver­bun­de­nen „Ver­rech­nun­gen“ der mo­nat­li­chen „Kit­tel­gebühr“ in Höhe von ins­ge­samt 47,97 Eu­ro mit dem in den Ver­dienstab­rech­nun­gen der Kläge­rin aus­ge­wie­se­nen Net­to­ent­gelt ha­ben nicht das Erlöschen der Ent­gelt­ansprüche be­wirkt.

I. Die Kla­ge ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin nicht be­reits we­gen ei­nes Ver­s­toßes der Be­klag­ten ge­gen das sog. Truck­ver­bot be­gründet.

1. Nach § 107 Abs. 1 Ge­wO ist das Ar­beits­ent­gelt in Eu­ro zu be­rech­nen und zu zah­len. Von dem nor­mier­ten Tausch­ver­bot „Wa­re statt Lohn“ (vgl. BVerfG 24. Fe­bru­ar 1992 - 1 BvR 980/88 - zu 1 a der Gründe, AP Ge­wO § 115 Nr. 5 = EzA Ge­wO § 115 Nr. 6) darf nur nach Maßga­be von § 107 Abs. 2 Satz 1 Ge­wO ab­ge­wi­chen wer­den. Sach­bezüge können als Teil des Ar­beits­ent­gelts ver­ein­bart wer­den, wenn dies dem In­ter­es­se des Ar­beit­neh­mers oder der Ei­gen­art des Ar­beits­verhält­nis­ses ent­spricht. Sach­be­zug iSd. Vor­schrift ist ei­ne Leis­tung des Ar­beit­ge­bers, die dem Ar­beit­neh­mer als Ge­gen­leis­tung für die


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ge­leis­te­ten Diens­te in an­de­rer Form als in Geld er­bracht wird. Sach­leis­tung und Ar­beits­leis­tung müssen im un­mit­tel­ba­ren Ge­gen­sei­tig­keits­verhält­nis ste­hen (allg. Mei­nung, vgl. HWK/Lembke 3. Aufl. § 107 Ge­wO Rn. 25). Über den Wort­laut der Vor­schrift hin­aus kann der „Sach­be­zug“ auch in ei­ner Dienst­leis­tung des Ar­beit­ge­bers be­ste­hen. In kei­nem Fall darf nach § 107 Abs. 2 Satz 5 Ge­wO der Wert der ver­ein­bar­ten Sach­bezüge die Höhe des pfänd­ba­ren Teils des Ar­beits­ent­gelts über­stei­gen, dh. der Ar­beit­neh­mer muss Ar­beits­ent­gelt min­des­tens in Höhe des Pfändungs­frei­be­trags in Geld er­hal­ten (BT-Drucks. 14/8796 S. 25).


2. Die Über­las­sung der Be­rufs­klei­dung so­wie ih­re Pfle­ge und Er­satz­be­schaf­fung durch die Be­klag­te ist kein Sach­be­zug iSv. § 107 Abs. 2 Satz 1 Ge­wO. Die Leis­tung der Be­klag­ten er­folgt zwar auf­grund des Ar­beits­verhält­nis­ses und kann da­her als Ent­gelt im wei­te­ren Sinn ver­stan­den wer­den (vgl. zum Per­so­nal­ein­kauf Se­nat 7. Sep­tem­ber 2004 - 9 AZR 631/03 - zu II 1 a der Gründe, BA­GE 112, 23). Es fehlt aber am syn­al­lag­ma­ti­schen Zu­sam­men­hang. Die während der Ar­beit zu tra­gen­den Hem­den/Blu­sen/Wes­ten und Schürzen wer­den der Kläge­rin nicht als Ge­gen­leis­tung für ih­re Ar­beit zur Verfügung ge­stellt. Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts dient die Ge­stel­lung viel­mehr der ord­nungs­gemäßen Diens­terfüllung. Das Er­schei­nungs­bild des Un­ter­neh­mens soll durch die ein­heit­li­che und sau­be­re Klei­dung der Ar­beit­neh­mer ver­bes­sert wer­den. Das ver­deut­licht auch die nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 Be­trVG ge­schlos­se­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung über die Be­rufs­klei­dung im Un­ter­neh­men (vgl. da­zu BAG 13. Fe­bru­ar 2007 - 1 ABR 18/06 - BA­GE 121, 147).


II. Die Ansprüche er­ge­ben sich ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin auch nicht aus ei­ner un­zulässi­gen Un­ter­schrei­tung der ta­rif­li­chen Min­dest­vergütung, weil die Be­klag­te das sich aus dem ta­rif­li­chen Brut­to­ent­gelt er­ge­ben­de Net­to­ent­gelt nicht in vol­ler Höhe aus­ge­zahlt hat, son­dern die „Kit­tel­gebühr“ ein­be­hal­ten hat. Die Ein­be­hal­tung be­ruht auf der ver­trag­li­chen Ver­rech­nungs­ver­ein­ba­rung mit ei­ner Ge­gen­for­de­rung der Be­klag­ten. Ei­ne ver­re­chen­ba­re For­de­rung führt nicht zu ei­ner nach § 4 Abs. 3 oder 4 TVG un­zulässi­gen Ab­sen­kung des Ta­ri­fent­gelts. Be­steht die Ge­gen­for­de­rung, wird die Kläge­rin von

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ih­rer Zah­lungs­pflicht be­freit; die Schuld er­lischt. Sie erhält das Ta­ri­fent­gelt, wenn auch nicht in Form ei­nes Geld­be­trags.

III. Die Be­klag­te war nicht zur Ein­be­hal­tung der „Kit­tel­gebühr“ be­rech­tigt. Die vor­ge­nom­me­nen Ver­rech­nun­gen ver­let­zen das Auf­rech­nungs­ver­bot des § 394 BGB und sind des­halb un­wirk­sam.


1. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben, weil die Be­klag­te kei­nen An­spruch ge­gen die Kläge­rin auf Be­tei­li­gung an den Kos­ten der Be­rufs­klei­dung ha­be; § 23 des Ar­beits­ver­trags sei un­wirk­sam. Da­bei ist es da­von aus­ge­gan­gen, dass der Ar­beit­ge­ber dem Ar­beit­neh­mer ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne Schutz­klei­dung kos­ten­los zur Verfügung zu stel­len ha­be. Be­ste­he kei­ne ge­setz­li­che Ver­pflich­tung des Ar­beit­ge­bers, sei ei­ne Be­tei­li­gung des Ar­beit­neh­mers an den Kos­ten ei­ner zur Verfügung ge­stell­ten Be­rufs­klei­dung nicht aus­ge­schlos­sen. Die Kläge­rin wer­de je­doch durch die von der Be­klag­ten vor­for­mu­lier­te Ver­trags­klau­sel ent­ge­gen dem Ge­bot von Treu und Glau­ben un­an­ge­mes­sen iSv. § 307 Abs. 1 Satz 1 iVm. § 307 Abs. 2 BGB be­nach­tei­ligt. Denn die Kos­ten­pau­scha­le fal­le un­abhängig von mögli­chen Ab­we­sen­heits­zei­ten der Kläge­rin in­fol­ge Ur­laubs oder krank­heits­be­ding­ter Ar­beits­unfähig­keit an. Des­halb könne nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, die Pau­scha­le ent­spre­che den er­spar­ten ei­ge­nen Auf­wen­dun­gen der Kläge­rin für Klei­dung und de­ren Rei­ni­gung.


2. Die­se Erwägun­gen und die von der Be­klag­ten er­ho­be­ne Ver­fah­rensrüge (§ 551 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. b ZPO) sind für die Ent­schei­dung des Rechts­streits nicht er­heb­lich.


a) Die Par­tei­en und die Vor­in­stan­zen ha­ben die An­wend­bar­keit der Be­stim­mun­gen über die Auf­rech­nung und die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit des Auf­rech­nungs­ver­bots (§ 394 Satz 1 BGB) über­se­hen.


aa) Auf­rech­nung iSv. § 387 BGB ist die wech­sel­sei­ti­ge Til­gung zwei­er sich ge­genüber­ste­hen­der For­de­run­gen durch ein­sei­ti­ge emp­fangs­bedürf­ti­ge Wil­lens­erklärung des Schuld­ners, § 388 BGB. § 394 Satz 1 BGB schließt ei­ne
 


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Auf­rech­nung ge­gen ei­ne For­de­rung aus, so­weit die­se nicht der Pfändung un­ter­wor­fen ist. Da­von zu un­ter­schei­den ist die Ver­rech­nung. Bei ihr wer­den un­selbständi­ge Rech­nungs­pos­ten in ei­ne Ge­samt­ab­rech­nung ein­ge­stellt und so un­mit­tel­bar sal­diert. Sie ist recht­lich kei­ne Auf­rech­nung und un­ter­liegt nicht den ge­setz­li­chen Auf­rech­nungs­ver­bo­ten und -be­schränkun­gen (vgl. BAG 13. De­zem­ber 2000 - 5 AZR 334/99 - zu II 2 d der Gründe, AP BGB § 394 Nr. 31 = EzA TVG § 4 Fri­seur­hand­werk Nr. 1). Ob der­ar­ti­ge Ver­rech­nungs­pos­ten vor-lie­gen, be­stimmt sich nach dem In­halt des zu­grun­de lie­gen­den Rechts­geschäfts. Das zwin­gen­de Auf­rech­nungs­ver­bot kann nicht durch Par­tei­ver­ein­ba­rung um­gan­gen wer­den.

Die mo­nat­li­che „Kit­tel­gebühr“ ist kein un­selbständi­ger Rech­nungs­pos­ten in­ner­halb ei­ner Ge­samt­ab­rech­nung, ob­gleich die Par­tei­en in § 23 des An­stel­lungs­ver­trags ver­ein­bart ha­ben, die Kos­ten­pau­scha­le von da­mals 15,00 DM wer­de mit den „Mo­nats­bezügen“ der Kläge­rin „ver­rech­net“. Nach der ver­trag­li­chen Kon­zep­ti­on ha­ben die Par­tei­en ei­ne ei­genständi­ge For­de­rung der Be­klag­ten ge­gen die Kläge­rin be­gründet: Die An­schaf­fungs­kos­ten der während der Ar­beits­zeit zu tra­gen­den Be­rufs­klei­dung tref­fen die Kläge­rin. Die Be­klag­te ver­pflich­tet sich zu de­ren Pfle­ge und Er­satz­be­schaf­fung und die Kläge­rin wie­der­um ge­genläufig zur Be­tei­li­gung an den Kos­ten. Die „Ver­rech­nung“ mit den Mo­nats­bezügen der Kläge­rin er­folgt nicht au­to­ma­tisch. Die Ver­rech­nungs­klau­sel zeigt nur auf, wie die Kos­ten­be­tei­li­gung idR be­gli­chen wer­den soll.

bb) Auch wenn mit der Re­vi­si­on § 23 des Ar­beits­ver­trags als „Auf­rech­nungs­ver­trag“ ver­stan­den wird, ver­bleibt es bei der An­wen­dung des § 394 Abs. 1 BGB. Ein sol­cher Ver­trag ist nach dem Grund­satz der Ver­trags­frei­heit (§ 105 Abs. 1 Ge­wO) möglich. Er bringt die For­de­run­gen un­mit­tel­bar zum Erlöschen, so­bald sie sich auf­re­chen­bar ge­genüber­ste­hen. Es be­darf kei­ner ge­son­der­ten Auf­rech­nungs­erklärung. § 394 Satz 1 BGB gilt je­doch auch für Auf­rech­nungs­ver­ein­ba­run­gen, die - wie hier - vor Fällig­keit der auf-zu­rech­nen­den Ge­gen­for­de­rung ge­trof­fen wer­den (BGH 25. Fe­bru­ar 1999 - IX ZR 353/98 - zu III der Gründe, NJW 1999, 3264).
 


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b) Die durch die Ent­gelt­ein­be­hal­tun­gen rea­li­sier­ten Auf­rech­nun­gen der Be­klag­ten (vgl. BAG 25. Sep­tem­ber 2002 - 10 AZR 7/02 - zu II 4 der Gründe, BA­GE 103, 1) ver­s­toßen ge­gen das Auf­rech­nungs­ver­bot des § 394 Satz 1 BGB. Das gilt so­wohl für die Ein­be­hal­tun­gen im Jahr 2005 in Höhe von mo­nat­lich 8,94 Eu­ro als auch für die des Jah­res 2006 in Höhe von mo­nat­lich 7,05 Eu­ro.

aa) § 394 Satz 1 BGB schließt ei­ne Auf­rech­nung ge­gen ei­ne For­de­rung aus, so­weit die­se nicht der Pfändung un­ter­wor­fen ist. Bei Ar­beits­ein­kom­men be­stimmt sich der pfänd­ba­re Teil gemäß § 850 Abs. 1 ZPO nach Maßga­be der §§ 850a bis 850i ZPO. Zur Si­che­rung des Exis­tenz­mi­ni­mums des Ar­beit­neh­mers und sei­ner un­ter­halts­be­rech­tig­ten Fa­mi­li­en­an­gehöri­gen re­gelt § 850c Abs. 1 ZPO ei­nen unpfänd­ba­ren Grund­be­trag. Er ist ent­spre­chend den Un­ter­halts­pflich­ten des Ar­beit­neh­mers ge­staf­felt und nach oben be­grenzt. Für den Teil des Ar­beits­ein­kom­mens, der die­sen Grund­be­trag über­steigt, grei­fen die wei­te­ren Pfändungs­be­schränkun­gen des § 850c Abs. 2 ZPO. Die Dar­le­gungs-last für die Vor­aus­set­zun­gen der Pfändungs­frei­heit liegt beim Ar­beit­ge­ber (BAG 5. De­zem­ber 2002 - 6 AZR 569/01 - zu 2 b der Gründe, AP BGB § 394 Nr. 32 = EzA BGB 2002 § 394 Nr. 2). Der Se­nat hat die Par­tei­en auf das mögli­che Ein­grei­fen der Pfändungs­schutz­be­stim­mun­gen vor der münd­li­chen Re­vi­si­ons­ver­hand­lung hin­ge­wie­sen.


bb) Das pfänd­ba­re Net­to­ent­gelt er­rech­net sich nach § 850e ZPO. Maßgeb­lich sind die für den Ar­beit­neh­mer an­zu­wen­den­den öffent­lich-recht­li­chen Be­stim­mun­gen über die ab­zuführen­den Steu­ern und Beiträge (Nr. 1 Satz 1). Nach den in der Re­vi­si­on ver­vollständig­ten Ver­dienstab­rech­nun­gen für die streit­be­fan­ge­nen Mo­na­te lag das Net­to­ent­gelt der in der Steu­er­klas­se V ver­an­lag­ten Kläge­rin stets deut­lich un­ter dem pfändungs­frei­en Grund­be­trag von 950,00 Eu­ro. Das im Ju­ni 2006 ge­zahl­te Ur­laubs­geld, das zu ei­nem Ge­samt­net­to­ver­dienst von 1.081,34 Eu­ro geführt hat, ist nach § 850a Nr. 2 ZPO unpfänd­bar.


cc) Der Zu­griff auf das pfändungs­freie Net­to­ent­gelt lässt sich ent­ge­gen der Re­vi­si­on nicht mit der Erwägung recht­fer­ti­gen, die Kläge­rin ha­be durch die



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Ge­stel­lung der Be­rufs­klei­dung ei­nen wirt­schaft­lich gleich­wer­ti­gen Vor­teil er­langt, nämlich Auf­wen­dun­gen für Pfle­ge/Rei­ni­gung und Ver­sch­leiß ei­ge­ner Klei­dung er­spart. Auch der Hin­weis der Be­klag­ten auf die steu­er­li­che Ab­setz­bar­keit der in Rech­nung ge­stell­ten Beträge von 8,94 Eu­ro/7,05 Eu­ro als Wer­bungs­kos­ten führt nicht wei­ter.


(1) Das Auf­rech­nungs­ver­bot des § 394 Satz 1 BGB soll ver­hin­dern, dass dem Gläubi­ger der unpfänd­ba­ren For­de­rung die Geld­mit­tel ent­zo­gen wer­den, die er zur Be­strei­tung sei­nes Le­bens­un­ter­halts benötigt. Es dient mit­hin dem Schutz des Ar­beit­neh­mers und sei­ner un­ter­halts­be­rech­tig­ten An­gehöri­gen. Die Si­che­rung ih­rer Le­bens­grund­la­ge liegt zu­gleich im öffent­li­chen In­ter­es­se. Die In­an­spruch­nah­me von So­zi­al­hil­fe soll ver­mie­den wer­den (vgl. zum Ab­tre­tungs-ver­bot des § 400 BGB Se­nat 21. No­vem­ber 2000 - 9 AZR 692/99 - zu I 2 a der Gründe, BA­GE 96, 266). Die Be­zug­nah­me in § 394 Satz 1 BGB auf das Pfändungs­recht stellt si­cher, dass der Schuld­ner vor der pri­vat­recht­lich im We­ge der Auf­rech­nung er­fol­gen­den Durch­set­zung ei­ner For­de­rung in glei­cher Wei­se geschützt wird wie vor staat­li­cher Voll­stre­ckung nach § 829 Abs. 1 ZPO. Der Gläubi­ger muss hin­neh­men, dass er sei­ne For­de­rung nicht zu Las­ten der All­ge­mein­heit durch­set­zen kann. Hier­von macht § 394 Satz 2 BGB ei­ne Aus­nah­me nur für Beiträge, die der Schuld­ner an ei­ne Kran­ken­kas­se oder ei­ne der an­de­ren in der Vor­schrift ge­nann­ten Kas­sen zu ent­rich­ten hat. Die Kas­se kann ih­re Leis­tung ge­gen die ge­schul­de­ten Beiträge auf­rech­nen.


(2) An­er­kannt ist, dass das nach Wort­laut und Zweck der Vor­schrift zwin­gen­de Auf­rech­nungs­ver­bot durch die Grundsätze von Treu und Glau­ben be­schränkt wird. Die Be­ru­fung des Ar­beit­neh­mers oder Ru­heständ­lers auf den Pfändungs­schutz kann rechts­miss­bräuch­lich sein, wenn er Scha­dens­er­satz we­gen vorsätz­li­cher un­er­laub­ter Hand­lung zu leis­ten hat (vgl. BAG 18. März 1997 - 3 AZR 756/95 - zu III 2 b der Gründe, BA­GE 85, 274). Ein sol­cher Fall liegt hier nicht vor. Die Kläge­rin schul­det die Kos­ten­be­tei­li­gung auf­grund der zu­guns­ten der Re­vi­si­on zu un­ter­stel­len­den Wirk­sam­keit der ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung in § 23 des An­stel­lungs­ver­trags.
 


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(3) Wei­te­re Durch­bre­chun­gen des Auf­rech­nungs­ver­bots sind nach gel­ten­dem Recht aus­ge­schlos­sen. Das gilt auch hin­sicht­lich des Bei­trags der Be­klag­ten zu den Le­bens­hal­tungs­kos­ten der Kläge­rin. Auf den Rechts­grund der For­de­rung, mit der auf­ge­rech­net wird, kommt es - ab­ge­se­hen vom Fall des Rechts­miss­brauchs - nicht an. Dem­ent­spre­chend hat der Se­nat zu dem Ab­tre­tungs­ver­bot des § 400 BGB be­reits ent­schie­den, dass das Ab­tre­tungs­ver­bot zwar aus­nahms­wei­se durch­bro­chen wer­den kann, wenn der mit dem Ab­tre­tungs­ver­bot be­zweck­te Schuld­ner­schutz in glei­cher Wei­se gewähr­leis­tet ist. Hierfür genügt nicht, dass der Ab­tre­tungs­empfänger in ir­gend­ei­ner Wei­se zum Le­bens­un­ter­halt des Ar­beit­neh­mers beiträgt. Viel­mehr müssen sich die Leis­tun­gen in­halt­lich de­cken. Das setzt vor­aus, dass der Ab­tre­tungs­empfänger dem Ar­beit­neh­mer ei­nen Geld­be­trag in Höhe der ab­ge­tre­te­nen For­de­rung zur Verfügung stellt. Ein Ver­gleich zwi­schen Sach­leis­tung und Geld­leis­tung ist da­ge­gen grds. aus­ge­schlos­sen (vgl. Se­nat 21. No­vem­ber 2000 - 9 AZR 692/99 - zu I 2 b der Gründe, BA­GE 96, 266). Für das Auf­rech­nungs­ver­bot des § 394 Satz 1 BGB gilt nichts an­de­res. Ob der Gläubi­ger dem Schuld­ner Wa­ren lie­fert, ei­ne Woh­nung ver­mie­tet oder - wie hier - Be­rufs­klei­dung zur Verfügung stellt, ist un­er­heb­lich. Der Ar­beit­ge­ber hat in­so­weit ge­genüber an­de­ren Gläubi­gern kein Vor­recht.


IV. Der Zins­an­spruch be­ruht auf § 288 Abs. 1, § 291 BGB. 


V. Die Be­klag­te hat die Kos­ten ih­res er­folg­lo­sen Rechts­mit­tels nach § 97 Abs. 1 ZPO zu tra­gen.


Düwell 

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Rei­ne­cke

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