Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Diskriminierung: Alter, Diskriminierung: Kündigungsfrist, Altersdiskriminierung, Kündigungsfrist
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 6 AZR 636/13
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 18.09.2014
   
Leit­sätze: Die von der Beschäfti­gungs­dau­er abhängi­ge Staf­fe­lung der Kündi­gungs­fris­ten in § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB ver­letzt das Ver­bot der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung nicht.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Gießen, Urteil vom 8.3.2012 - 4 Ca 6/12
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 13.5.2013 - 7 Sa 511/12
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


6 AZR 636/13
7 Sa 511/12

Hes­si­sches
Lan­des­ar­beits­ge­richt

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
18. Sep­tem­ber 2014

UR­TEIL

Gaßmann, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Kläge­rin, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Be­klag­te, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 18. Sep­tem­ber 2014 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Fi­scher­mei­er, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Biebl und Krum­bie­gel so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Lauth und Kreis für Recht er­kannt:
 


- 2 -

1. Die Re­vi­si­on der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 13. Mai 2013 - 7 Sa 511/12 - wird zurück­ge­wie­sen.

2. Die Kläge­rin hat die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten über den Zeit­punkt, zu dem ihr Ar­beits­verhält­nis be­en­det wor­den ist.

Die 1983 ge­bo­re­ne Kläge­rin be­gann im Ju­ni 2007 bei der Be­klag­ten, die nicht mehr als zehn Ar­beit­neh­mer beschäftigt, ei­ne Aus­bil­dung. Nach de­ren Ab­bruch be­gründe­te sie un­mit­tel­bar an­sch­ließend im Ju­li 2008 ein Ar­beits­verhält­nis zur Be­klag­ten. Die Be­klag­te kündig­te die­ses mit Schrei­ben vom 20. De­zem­ber 2011 un­ter Ein­hal­tung der Kündi­gungs­frist des § 622 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BGB or­dent­lich zum 31. Ja­nu­ar 2012. Die Kläge­rin be­gehrt - so­weit in der Re­vi­si­ons­in­stanz noch von Be­deu­tung - den Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses bis zum Ab­lauf der längstmögli­chen Kündi­gungs­frist des § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB, dh. bis zum 31. Ju­li 2012.


Die Kläge­rin hat gel­tend ge­macht, die Staf­fe­lung der Kündi­gungs­fris­ten in § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB führe zu ei­ner mit­tel­ba­ren Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung. Die maßgeb­li­che Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27. No­vem­ber 2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf (RL 2000/78/EG) ver­fol­ge in die­sem Zu­sam­men­hang aus­sch­ließlich so­zi­al­po­li­ti­sche Zie­le. Den Ma­te­ria­li­en der No­vel­lie­rung des § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB durch das Ge­setz zur Ver­ein­heit­li­chung der Kündi­gungs­fris­ten von Ar­bei­tern und An­ge­stell­ten (Kündi­gungs­fris­ten­ge­setz - KündFG) vom 7. Ok­to­ber 1993 (BGBl. I S. 1668) las­se sich kein sol­cher Recht­fer­ti­gungs­grund ent­neh­men. Zu­dem sei ei­ne Schutzwürdig­keit älte­rer Ar-
 


- 3 -

beit­neh­mer, der durch die Staf­fe­lung der Kündi­gungs­fris­ten ha­be Rech­nung ge­tra­gen wer­den müssen, nicht er­kenn­bar.


Die Kläge­rin hat - so­weit für die Re­vi­si­ons­in­stanz noch von Be­deu­tung - be­an­tragt


fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 20. De­zem­ber 2011 nicht zum 31. Ja­nu­ar 2012, son­dern erst zum 31. Ju­li 2012 ge­en­det hat.

Die Be­klag­te hat zur Be­gründung ih­res Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trags vor­ge­tra­gen, die ge­setz­li­che Kündi­gungs­fris­ten­staf­fe­lung sei da­durch ge­recht­fer­tigt, dass sich Ar­beit­neh­mer mit länge­rer Beschäfti­gungs­dau­er ei­nen Be­sitz­stand er­ar­bei­tet hätten, der ih­nen An­spruch auf so­zia­le Ab­si­che­rung gewähre. Älte­re Ar­beit­neh­mer sei­en schlech­ter ver­mit­tel­bar. Die Staf­fe­lung der Kündi­gungs­fris­ten die­ne des­halb den so­zia­len Ge­sichts­punk­ten, die die RL 2000/78/EG im Vi­sier ge­habt ha­be.


Die Vor­in­stan­zen ha­ben die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit ih­rer vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt die Kläge­rin ihr Kla­ge­ziel wei­ter.


Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis ist zum 31. Ja­nu­ar 2012 be­en­det wor­den.


I. Die von der Beschäfti­gungs­dau­er abhängi­ge Staf­fe­lung der Kündi­gungs­fris­ten in § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB ver­letzt nicht das in Art. 21 Abs. 1 der Char­ta der Grund­rech­te der Eu­ropäischen Uni­on (GRC) nor­mier­te Ver­bot der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung, das durch die RL 2000/78/EG kon­kre­ti­siert wird (zu die­ser Kon­kre­ti­sie­rung BAG 25. Fe­bru­ar 2010 - 6 AZR 911/08 - Rn. 17, BA­GE 133, 265). Ei­ner Vor­la­ge an den Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on gemäß Art. 267 AEUV be­darf es in­so­weit nicht. Die ent­schei­dungs­re­le­van­ten uni­ons-recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen sind von die­sem geklärt.
 


- 4 -

1. Der An­wen­dungs­be­reich des Uni­ons­rechts ist eröff­net. Bei Kündi­gungs­fris­ten han­delt es sich um Ent­las­sungs­be­din­gun­gen iSd. Art. 3 Abs. 1 Buchst. c RL 2000/78/EG (EuGH 19. Ja­nu­ar 2010 - C-555/07 - [Kücükde­ve­ci] Rn. 25 f., Slg. 2010, I-365).


2. Die Verlänge­rung der Kündi­gungs­fris­ten durch § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB knüpft nicht un­mit­tel­bar an das Le­bens­al­ter, son­dern an die Beschäfti­gungs­dau­er und da­mit die Be­triebs­zu­gehörig­keit an. Die ge­setz­li­che Re­ge­lung ist da­mit dem An­schein nach hin­sicht­lich des Merk­mals „Al­ter“ neu­tral. Die Dif­fe­ren­zie­rung nach der Be­triebs­zu­gehörig­keit führt je­doch re­gelmäßig zu ei­ner mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung jünge­rer Ar­beit­neh­mer. Ar­beit­neh­mer mit länge­rer Be­triebs­zu­gehörig­keit sind je­den­falls ty­pi­scher­wei­se älter als Ar­beit­neh­mer mit kürze­rer Be­triebs­zu­gehörig­keit. Zwar können auch älte­re Ar­beit­neh­mer ei­ne nur kur­ze Be­triebs­zu­gehörig­keit ha­ben. Ei­ne lan­ge Be­triebs­zu­gehörig­keit können aber Ar­beit­neh­mer in jun­gen Jah­ren noch nicht er­langt ha­ben (BAG 19. De­zem­ber 2013 - 6 AZR 94/12 - Rn. 52).


An­ge­sichts die­ser of­fen­kun­di­gen mit­tel­ba­ren Un­gleich­be­hand­lung jünge­rer Beschäftig­ter durch das Ab­stel­len auf die Beschäfti­gungs­dau­er in § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB be­durf­te es kei­ner ge­son­der­ten Dar­le­gung der Kläge­rin zum Nach­weis des po­si­ti­ven Tat­be­stands­merk­mals ei­ner mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung we­gen des Al­ters (zu den ent­spre­chen­den An­for­de­run­gen BAG 22. April 2010 - 6 AZR 966/08 - Rn. 20 f., BA­GE 134, 160; zur Qua­li­fi­zie­rung als po­si­ti­ves Tat­be­stands­merk­mal ErfK/Schlach­ter 14. Aufl. § 3 AGG Rn. 13).


3. Das bloße Dis­kri­mi­nie­rungs­po­ten­ti­al ei­nes Kri­te­ri­ums reicht zur Be­ja­hung ei­ner mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung je­doch nicht aus. Hin­zu­kom­men muss, dass sich die­ses Po­ten­ti­al auch ver­wirk­licht. Das ist nicht der Fall, wenn der in An­spruch Ge­nom­me­ne dar­legt, dass ein zu­rei­chen­der Sach­grund iSd. Art. 2 Abs. 2 Buchst. b RL 2000/78/EG vor­liegt (vgl. Ka­man­ab­rou Anm. AP BGB § 626 Nr. 237; Adom­eit/Mohr AGG 2. Aufl. § 3 Rn. 157, 168; zur Ver­tei­lung der Dar­le­gungs­last EuGH 17. Ju­li 2008 - C-303/06 - [Cole­man] Rn. 52, Slg. 2008, I-5603; Däubler/Bertz­bach/Schra­der/Schu­bert AGG 3. Aufl. § 3 Rn. 65). Art. 2 Abs. 2 Buchst. b Ziff. i RL 2000/78/EG ist da­mit ein ne­ga­ti­ves Tat­be­stands-
 


- 5 -

merk­mal (vgl. EuGH 5. März 2009 - C-388/07 - [Age Con­cern Eng­land] Rn. 59, Slg. 2009, I-1569; vgl. BAG 15. No­vem­ber 2012 - 6 AZR 359/11 - Rn. 42).


4. Nach all­ge­mei­ner An­sicht be­wirkt die Staf­fe­lung der Kündi­gungs­fris­ten auf­grund der Dau­er der Beschäfti­gung in § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB kei­ne mit­tel­ba­re Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung.


a) Der Zwei­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist bei der Um­set­zung der Ent­schei­dung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Uni­on vom 19. Ja­nu­ar 2010 (- C-555/07 - [Kücükde­ve­ci] Slg. 2010, I-365) von der Wirk­sam­keit des § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB aus­ge­gan­gen. Er hat le­dig­lich § 622 Abs. 2 Satz 2 BGB für un­an­wend­bar ge­hal­ten und an­ge­nom­men, dies führe zur aus­sch­ließli­chen An­wen­dung von § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB (BAG 9. Sep­tem­ber 2010 - 2 AZR 714/08 - Rn. 21, BA­GE 135, 278).


b) Das Schrift­tum ist dem weit über­wie­gend ge­folgt. 


aa) Die herr­schen­de Mei­nung im Schrift­tum geht oh­ne nähe­re Be­gründung von der Wirk­sam­keit des § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB aus (KR/Spil­ger 10. Aufl. § 622 BGB Rn. 54; ErfK/Müller-Glöge 14. Aufl. § 622 BGB Rn. 9; APS/Linck 4. Aufl. § 622 BGB Rn. 52; Schaub/Linck ArbR-HdB 15. Aufl. § 126 Rn. 19; Stahl­ha­cke/Preis 10. Aufl. Rn. 425; Ey­lert Der Per­so­nal­rat 2007, 92, 93 [für § 34 TVöD]).


bb) Ei­ni­ge Stim­men im Schrift­tum neh­men an, der Ge­setz­ge­ber könne das höhe­re Kündi­gungs­ri­si­ko und die schlech­te­ren Chan­cen auf Wie­der­ein­glie­de­rung in den Ar­beits­markt älte­rer Men­schen durch länge­re Kündi­gungs­fris­ten als po­si­ti­ve Maßnah­me iSd. § 5 AGG aus­glei­chen (vgl. Thüsing Ar­beits­recht­li­cher Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz 2. Aufl. Rn. 450; Däubler/Bertz­bach/Hin­richs/Zim­mer AGG 3. Aufl. § 5 Rn. 58).

cc) An­de­re hal­ten § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB nach Art. 6 Abs. 1 Un­terabs. 2 Buchst. a RL 2000/78/EG bzw. § 10 AGG für ge­recht­fer­tigt, weil die Verlänge­rung der Kündi­gungs­fris­ten es dem Ar­beit­neh­mer er­leich­tern sol­le, ei­ne Beschäfti­gung zu fin­den und sei­nen Le­bens­stan­dard zu hal­ten (Groß Die Recht-



- 6 -

fer­ti­gung ei­ner Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung auf der Grund­la­ge der Richt­li­nie 2000/78/EG S. 139 ff.; Mei­nel/Heyn/Herms AGG 2. Aufl. § 10 Rn. 29a; Wil­lem­sen/Sch­wei­bert NJW 2006, 2583, 2586; Tem­ming Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung im Ar­beits­le­ben S. 137, 517).

dd) Sch­ließlich nimmt ein Teil des Schrift­tums an, § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB sei we­gen der stei­gen­den Schutz­bedürf­tig­keit älte­rer Ar­beit­neh­mer (Rehm Un­gleich­be­hand­lun­gen auf­grund des Al­ters im Kündi­gungs­recht S. 88 ff.; Wen­de­ling-Schröder NZA 2007, 1399, 1403 f.; Zim­mer­mann/Ling­s­cheid ju­ris­PR-ArbR 5/2014 Anm. 1), die zu ei­ner länge­ren Ar­beits­platz­su­che führe (Löwisch FS Schwerdt­ner 2003 S. 769, 771), bzw. we­gen der mit der Verlänge­rung der Kündi­gungs­fris­ten ver­bun­de­nen Be­loh­nung der Be­triebs­treue (Bau­er/Göpfert/ Krie­ger AGG 3. Aufl. § 10 Rn. 27; Ka­man­ab­rou RdA 2007, 199, 206) mit den Vor­ga­ben des Art. 2 Abs. 2 Buchst. b RL 2000/78/EG ver­ein­bar.


ee) Nur ver­ein­zelt wird an­ge­nom­men, die Staf­fe­lung der Kündi­gungs­fris­ten auf­grund ei­ner länge­ren Beschäfti­gungs­dau­er sei nicht ge­recht­fer­tigt (Kai­ser FS Kon­zen 2006 S. 381, 385 ff., 409 f.).


5. Die Staf­fe­lung der Kündi­gungs­fris­ten durch § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB ver­folgt das Ziel, länger beschäftig­ten und da­mit be­triebs­treu­en, ty­pi­scher­wei­se älte­ren Ar­beit­neh­mern durch länge­re Kündi­gungs­fris­ten ei­nen ver­bes­ser­ten Kündi­gungs­schutz zu gewähren. Zur Er­rei­chung die­ses rechtmäßigen Ziels ist die Verlänge­rung auch in ih­rer kon­kre­ten Staf­fe­lung an­ge­mes­sen und er­for­der­lich iSd. Art. 2 Abs. 2 Buchst. b Ziff. i RL 2000/78/EG. Dar­auf ver­weist die Be­klag­te zu Recht. Da­mit entfällt be­reits der Tat­be­stand ei­ner mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters, so dass es auf ei­ne Recht­fer­ti­gung nach Art. 6 oder Art. 7 RL 2000/78/EG nicht an­kommt (vgl. EuGH 5. März 2009 - C-388/07 - [Age Con­cern Eng­land] Rn. 66, Slg. 2009, I-1569; ErfK/Schlach­ter 14. Aufl. § 3 AGG Rn. 13; BT-Drs. 16/1780 S. 33).


a) Dif­fe­ren­zie­rungs­ziel des § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB ist es, den Schutz von länger beschäftig­ten und da­mit be­triebs­treu­en, ty­pi­scher­wei­se älte­ren Ar­beit­neh­mern bei Kündi­gun­gen zu ver­bes­sern. Sie sol­len ei­nen - wenn auch zeit-
 


- 7 -

lich be­grenz­ten - for­mel­len Kündi­gungs­schutz er­lan­gen (vgl. Stau­din­ger/Preis (2012) § 622 Rn. 9). Dies er­gibt sich aus der Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Norm mit hin­rei­chen­der Si­cher­heit, so dass auf wei­te­re Aus­le­gungs­kri­te­ri­en nicht zu¬rück­ge­grif­fen wer­den muss. Die­ses Ziel ist rechtmäßig.

aa) Wel­ches Ziel iSd. Art. 2 Abs. 2 Buchst. b Ziff. i RL 2000/78/EG ein Ge­setz ver­folgt, er­gibt sich aus dem Ge­set­zes­zweck. Ob der Tat­be­stand ei­ner mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung erfüllt ist, be­stimmt sich da­nach, ob die mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung von Trägern verpönter Merk­ma­le aus dem ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um und die­ses wie­der­um aus dem Dif­fe­ren­zie­rungs­ziel be­gründet wer­den kann (vgl. für Art. 3 Abs. 1 GG Gu­sy NJW 1988, 2505, 2507 f.). Da­bei ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin für Art. 2 Abs. 2 Buchst. b RL 2000/78/EG - an­ders als für ei­ne Recht­fer­ti­gung nach Art. 6 Abs. 1 der Richt­li­nie (da­zu EuGH st. Rspr. seit 5. März 2009 - C-388/07 - [Age Con­cern Eng­land] Rn. 46, 52, Slg. 2009, I-1569) - kein so­zi­al­po­li­ti­sches Ziel er­for­der­lich. Rechtmäßige Zie­le iSd. Art. 2 Abs. 2 Buchst. b RL 2000/78/EG können viel­mehr al­le von der Rechts­ord­nung an­er­kann­ten Gründe sein, die nicht ih­rer­seits dis­kri­mi­nie­rend sind (vgl. EuGH 5. März 2009 - C-388/07 - [Age Con­cern Eng­land] Rn. 59 ff., aaO; BAG 15. No­vem­ber 2012 - 6 AZR 359/11 - Rn. 42).


bb) Der Ge­set­zes­zweck ist dem in der Norm zum Aus­druck kom­men­den ob­jek­ti­vier­ten Wil­len des Ge­setz­ge­bers, wie er sich aus dem Wort­laut der Vor­schrift und dem Sinn­zu­sam­men­hang er­gibt, in den sie hin­ein­ge­stellt ist, zu ent­neh­men. Dafür sind die an­er­kann­ten Me­tho­den der Ge­set­zes­aus­le­gung an­zu­wen­den. Da­bei können ge­ra­de die sys­te­ma­ti­sche Stel­lung ei­ner Vor­schrift im Ge­setz und ihr sach­lich-lo­gi­scher Zu­sam­men­hang mit an­de­ren Vor­schrif­ten die­sen Sinn und Zweck frei­le­gen (vgl. BVerfG 19. März 2013 - 2 BvR 2628/10, 2 BvR 2883/10, 2 BvR 2155/11 - Rn. 66, BVerfGE 133, 168; 10. Ju­ni 2009 - 1 BvR 825/08, 1 BvR 831/08 - Rn. 48, BVerfGE 124, 25).


cc) Für die Er­mitt­lung des Ge­set­zes­zwecks ist ent­ge­gen der An­nah­me der Kläge­rin nicht al­lein auf die Ma­te­ria­li­en des Kündi­gungs­fris­ten­ge­set­zes ab­zu­stel­len. Mit die­sem Ge­setz woll­te der Ge­setz­ge­ber le­dig­lich den ver­fas­sungs-


- 8 -

recht­li­chen Vor­ga­ben (vgl. BVerfG 16. No­vem­ber 1982 - 1 BvL 16/75, 1 BvL 36/79 - BVerfGE 62, 256; 30. Mai 1990 - 1 BvL 2/83 - BVerfGE 82, 126) zur er­for­der­li­chen Ein­heit­lich­keit der Kündi­gungs­fris­ten der Ar­bei­ter und An­ge­stell­ten nach­kom­men. Er hat da­bei an der für An­ge­stell­te seit den 20er Jah­ren, für Ar­bei­ter seit En­de der 60er Jah­re gel­ten­den Re­ge­lungs­sys­te­ma­tik, wo­nach sich die Kündi­gungs­frist abhängig von der Beschäfti­gungs­dau­er verlängert, fest­ge­hal­ten. Maßgeb­lich sind da­her die Zie­le, die er mit die­ser Sys­te­ma­tik ver­folgt.


(1) Das Ge­setz über die Fris­ten für die Kündi­gung von An­ge­stell­ten vom 9. Ju­li 1926 (RGBl. I S. 399) sah in Be­trie­ben mit mehr als zwei An­ge­stell­ten in § 2 Abs. 1 Satz 2 nach ei­ner Beschäfti­gungs­dau­er von acht, zehn und zwölf Jah­ren Verlänge­run­gen der Kündi­gungs­frist vor. Da­mit soll­te der Schutz älte­rer An­ge­stell­ter, die der Ge­setz­ge­ber als von der ex­plo­die­ren­den Ar­beits­lo­sig­keit während der Wirt­schafts­kri­se als be­son­ders hart be­trof­fen an­sah, ver­bes­sert wer­den. Er hielt die Auf­ga­be des Grund­sat­zes glei­cher Kündi­gungs­fris­ten für Ar­beit­ge­ber und An­ge­stell­te im Hin­blick auf die ak­tu­el­le Not­la­ge für not­wen­dig, weil älte­re Ar­beit­neh­mer von Ar­beits­lo­sig­keit härter als jünge­re ge­trof­fen würden. Ih­nen fal­le ein Be­rufs- oder Wohn­ort­wech­sel be­son­ders schwer (RT-Drs. 1924/26 Bd. 409 Nr. 2534 S. 2).


(2) Ei­ne im De­tail an­ders aus­ge­stal­te­te, im Grund­satz aber ver­gleich­ba­re Re­ge­lung wur­de für Ar­bei­ter durch das Ge­setz zur Ände­rung des Kündi­gungs-rech­tes und an­de­rer ar­beits­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Ers­tes Ar­beits­rechts­be­rei­ni­gungs­ge­setz) vom 14. Au­gust 1969 (BGBl. I S. 1106) ein­geführt. Die im Ge­setz­ent­wurf (BT-Drs. V/3913 S. 3 f.) für Ar­bei­ter mit länge­rer Beschäfti­gungs­dau­er zunächst vor­ge­se­he­nen Kündi­gungs­fris­ten wur­den im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren deut­lich aus­ge­wei­tet (sie­he die Ge­genüber­stel­lung in BT-Drs. V/4376 S. 10 f.). Dies sei we­gen der in jüngs­ter Zeit geführ­ten De­bat­ten über die Schutz­bedürf­tig­keit älte­rer Ar­beit­neh­mer so­zi­al­po­li­tisch not­wen­dig, aber auch wirt­schaft­lich ver­tret­bar (BT-Drs. V/4376 S. 3). In der Fol­ge­zeit wies die Bun­des­re­gie­rung dar­auf hin, verlänger­te Kündi­gungs­fris­ten trügen der Not­wen­dig­keit verstärk­ter Si­che­rung des Ar­beits­plat­zes älte­rer Ar­beit­neh­mer Rech­nung (Ant­wort vom 26. Sep­tem­ber 1969 auf ei­ne Klei­ne An­fra­ge der FDP-Frak­ti­on


- 9 -

BT-Drs. V/4651 S. 3 f.). Älte­re Ar­beit­neh­mer würden vor plötz­li­cher Ar­beits­lo­sig­keit geschützt und er­hiel­ten die Möglich­keit, sich noch während der Kündi­gungs­frist ei­ne neue Ar­beits­stel­le zu su­chen (vgl. die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung vom 14. Au­gust 1974 auf ei­ne Klei­ne An­fra­ge von Ab­ge­ord­ne­ten der SPD-und FDP-Frak­tio­nen BT-Drs. 7/2484 S. 7).


(3) Im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren des Kündi­gungs­fris­ten­ge­set­zes im Jahr 1993 stand zwar das vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­ge­ge­be­ne Ziel, die Kündi­gungs­fris­ten von Ar­bei­tern und An­ge­stell­ten zu ver­ein­heit­li­chen, im Vor­der­grund. Gleich­wohl ließ der Ge­setz­ge­ber er­ken­nen, dass er - wenn auch mit veränder­ten Staf­fe­lun­gen und Kündi­gungs­ter­mi­nen - aus den bis­he­ri­gen Gründen und auf der Ba­sis der bis­he­ri­gen Grund­an­nah­men an ei­ner Verlänge­rung der Kündi­gungs­fris­ten für länger beschäftig­te Ar­beit­neh­mer fest­hal­ten wol­le. Dies kam schon im Ge­setz­ent­wurf vom 11. Mai 1993 (BT-Drs. 12/4902 S. 7), auf den sich die Kläge­rin be­zieht, zum Aus­druck. Dar­in wird an­ge­nom­men, dass mit der Ver­ein­heit­li­chung der Kündi­gungs­fris­ten der Ar­bei­ter und An­ge­stell­ten auf mitt­le­rem Ni­veau und ei­ner stärke­ren Staf­fe­lung der Fris­ten so­wohl die Schutz­bedürf­nis­se bei­der Ar­beit­neh­mer­grup­pen als auch das In­ter­es­se der Ar­beit­ge­ber an möglichst großer Fle­xi­bi­lität aus­ge­wo­gen berück­sich­tigt würden. Noch deut­li­cher wur­de die­ser Wil­le des Ge­setz­ge­bers im wei­te­ren Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren. Im Be­richt des Aus­schus­ses für Ar­beit und So­zi­al­ord­nung vom 22. Ju­ni 1993 (BT-Drs. 12/5228 S. 6) so­wie in der De­bat­te der Ge­set­zesände­rung im Bun­des­tag am 23. Ju­ni 1993 (Ple­nar­pro­to­koll 12/165 S. 14220) wur­de auf die exis­ten­ti­el­le Be­deu­tung des Ar­beits­plat­zes und sei­nes Schut­zes durch aus­rei­chen­de Kündi­gungs­fris­ten ver­wie­sen. Der Ge­setz­ge­ber sah da­bei be­wusst da­von ab, un­ter­schied­lich lan­ge Kündi­gungs­fris­ten nach Be­rufs­grup­pen bzw. Qua­li­fi­ka­ti­ons­stu­fen zu schaf­fen. Bran­chen­spe­zi­fi­sche Lösun­gen soll­ten den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en über­las­sen blei­ben (vgl. BT-Drs. 12/5228 S. 6; Stau­din­ger/Preis (2012) § 622 Rn. 3).


(4) Auch im Rah­men der ge­schei­ter­ten Bemühun­gen, § 622 Abs. 2 Satz 2 BGB als Re­ak­ti­on auf die Ent­schei­dung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Uni­on vom 19. Ja­nu­ar 2010 (- C-555/07 - [Kücükde­ve­ci] Rn. 25 f., Slg. 2010,


- 10 -

I-365) zu strei­chen, wur­de der Wil­le deut­lich, das Prin­zip, die Dau­er der Kündi­gungs­frist an die Beschäfti­gungs­dau­er zu kop­peln, un­an­ge­tas­tet zu las­sen, weil es sich bewährt ha­be (BT-Drs. 17/775 S. 3).


dd) Der verstärk­te (for­mel­le) Kündi­gungs­schutz von länger beschäftig­ten Ar­beit­neh­mern un­ter Aus­gleich der di­ver­gie­ren­den, rechtmäßigen In­ter­es­sen von Ar­beit­neh­mern und Ar­beit­ge­bern an (for­mel­lem) Be­stands­schutz auf der ei­nen und per­so­nal­wirt­schaft­li­cher Fle­xi­bi­lität auf der an­de­ren Sei­te ist ent­ge­gen der An­sicht der Kläge­rin un­zwei­fel­haft ein beschäfti­gungs- und ar­beits-markt­po­li­ti­sches Ziel (vgl. EuGH 12. Ok­to­ber 2010 - C-45/09 - [Ro­sen­bladt] Rn. 68, Slg. 2010, I-9391; 19. Ja­nu­ar 2010 - C-555/07 - [Kücükde­ve­ci] Rn. 35 f., Slg. 2010, I-365; Schluss­anträge des Ge­ne­ral­an­walts Bot vom 7. Ju­li 2009 - C¬555/07 - Rn. 38, 43). Ein sol­ches Dif­fe­ren­zie­rungs­ziel, das so­gar als Recht­fer­ti­gungs­grund iSd. Art. 6 Abs. 1 RL 2000/78/EG in Be­tracht käme, ist rechtmäßig iSd. Art. 2 Abs. 2 Buchst. b RL 2000/78/EG.


b) Das zur Er­rei­chung des Dif­fe­ren­zie­rungs­ziels gewähl­te Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um ei­ner von der Beschäfti­gungs­dau­er abhängi­gen Staf­fe­lung der Kündi­gungs­fris­ten ist ge­eig­net, er­for­der­lich und an­ge­mes­sen.


aa) Die­ses Kri­te­ri­um ist ge­eig­net, zeit­lich be­grenz­ten Kündi­gungs­schutz als Dif­fe­ren­zie­rungs­ziel zu gewähren. Verlänger­te Kündi­gungs­fris­ten für länger beschäftig­te und da­mit ty­pi­scher­wei­se älte­re Ar­beit­neh­mer führen zu ei­nem be­schränk­ten Kündi­gungs­schutz, in­dem sie for­mel­le Kündi­gungs­schran­ken auf­bau­en (vgl. BAG 18. April 1985 - 2 AZR 197/84 - zu II 1 a der Gründe: zeit­li­cher Be­stands­schutz; Preis Prin­zi­pi­en des Kündi­gungs­rechts bei Ar­beits­verhält­nis­sen S. 13; ErfK/Müller-Glöge 14. Aufl. § 622 BGB Rn. 2). Die for­mel­len Kündi­gungs­schran­ken schützen zwar das kon­kre­te Ar­beits­verhält­nis grundsätz­lich nicht in sei­nem Be­stand (Preis Prin­zi­pi­en des Kündi­gungs­rechts bei Ar­beits­verhält­nis­sen S. 13). Sie ge­ben dem Ar­beit­neh­mer aber je­den­falls länger Ge­le­gen­heit, ei­nen neu­en Ar­beits­platz zu fin­den (vgl. BVerfG 16. No­vem­ber 1982 - 1 BvL 16/75, 1 BvL 36/79 - zu B II 2 der Gründe, BVerfGE 62, 256; Schluss­anträge des Ge­ne­ral­an­walts Bot vom 7. Ju­li 2009 - C-555/07 - Rn. 43). Das erhöht zu­gleich sei­ne Chan­ce, ein neu­es Ar­beits­verhält­nis mit ver­gleich­ba-
 


- 11 -

rem Ver­dienst und Ar­beits­be­din­gun­gen zu be­gründen und so sei­nen Le­bens­stan­dard zu wah­ren (BVerfG 30. Mai 1990 - 1 BvL 2/83 - zu C I 3 der Gründe, BVerfGE 82,126).


bb) Dem Ge­setz­ge­ber kommt bei der Be­ur­tei­lung, ob das gewähl­te Dif­fe­ren­zie­rungs­kri­te­ri­um er­for­der­lich zur Er­rei­chung des ge­setz­ge­be­ri­schen Ziels ist, ein wei­ter Wer­tungs- und Er­mes­sens­spiel­raum zu. Ob er die­sen Spiel­raum über­schrit­ten hat, ha­ben die na­tio­na­len Ge­rich­te fest­zu­stel­len (EuGH 5. März 2009 - C-388/07 - [Age Con­cern Eng­land] Rn. 41, 51 f., Slg. 2009, I-1569). Ein mil­de­res, eben­so ge­eig­ne­tes Mit­tel ist nicht er­kenn­bar.


(1) Die Ent­schei­dung, Kündi­gungs­fris­ten nicht nach Bran­chen oder abhängig von der Qua­li­fi­ka­ti­on zu staf­feln, ist vom Er­mes­sens­spiel­raum des Ge­setz­ge­bers ge­deckt. Mit § 622 Abs. 4 Satz 1 BGB hat er den Ta­rif­ver­trags­par­tei­en bzw. mit Satz 2 die­ser Be­stim­mung den Ar­beits­ver­trags­par­tei­en un­ter den dar­in ge­nann­ten Umständen die Möglich­keit ge­ge­ben, bran­chen­spe­zi­fi­sche Be­son­der­hei­ten zu berück­sich­ti­gen. An die Qua­li­fi­ka­ti­on muss­te er die Kündi­gungs­fris­ten schon des­halb nicht bin­den, weil die An­for­de­run­gen des Ar­beits­mark­tes und da­mit der Wert von Qua­li­fi­ka­tio­nen ständig wech­seln.


(2) Ar­beitsförde­rungs­maßnah­men zur Ver­mei­dung von Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit älte­rer Ar­beit­neh­mer wie zB der Ein­glie­de­rungs­zu­schuss nach § 131 SGB III sind aus­ge­hend vom Dif­fe­ren­zie­rungs­ziel des § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB kei­ne mil­de­ren Mit­tel. Das Kon­zept des Ge­setz­ge­bers ist dar­auf ge­rich­tet, vor­ran­gig dem von Ar­beits­lo­sig­keit be­droh­ten Ar­beit­neh­mer während der Kündi­gungs­frist selbst Ge­le­gen­heit zur Su­che ei­nes neu­en, ge­eig­ne­ten Ar­beits­plat­zes zu ge­ben. Erst wenn die­se er­folg­los ge­blie­ben ist, setzt nach­ge­la­gert die be­son­de­re Förde­rung älte­rer Ar­beits­lo­ser ein.

(3) Weil die in § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB ein­geräum­ten Kündi­gungs­fris­ten den von Ar­beits­lo­sig­keit Be­droh­ten aus­rei­chend Zeit ge­ben sol­len, sich selbst um ei­ne neue Ar­beits­stel­le zu bemühen, ist auch die in § 38 Abs. 1 Satz 1 SGB III ge­nann­te Mel­de­frist von drei Mo­na­ten kein Maßstab für die Be­mes­sung der Dau­er der Kündi­gungs­fris­ten. Mit § 38 Abs. 1 SGB III so­wie der Sank­ti­on in
 


- 12 -

§ 159 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 iVm. § 159 Abs. 6 SGB III hat der Ge­setz­ge­ber in ei­nem gänz­lich an­de­ren Re­ge­lungs­zu­sam­men­hang ei­nen ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­gleich zwi­schen den ver­fas­sungsmäßigen Rech­ten des Ver­si­cher­ten und dem ge­setz­ge­be­ri­schen Ziel, Ar­beits­lo­sig­keit zu ver­mei­den bzw. zu verkürzen, ge­fun­den (vgl. BSG 28. Au­gust 2007 - B 7/7a AL 56/06 R - Rn. 20 ff. für die Vorgänger­vor­schrift des § 37b SGB III; Bötti­ger in Ei­cher/Schle­gel SGB III nF Stand Fe­bru­ar 2013 § 38 Rn. 62; Ra­de­ma­cker in Hauck/Noftz SGB III 2. Aufl. Stand Ja­nu­ar 2014 K § 38 Rn. 54 f.).


cc) Sch­ließlich ist die an die Dau­er der Beschäfti­gung ge­knüpfte Verlänge­rung der Kündi­gungs­fris­ten auch an­ge­mes­sen iSd. Art. 2 Abs. 2 Buchst. b Ziff. i RL 2000/78/EG, dh. verhält­nismäßig im en­ge­ren Sinn (vgl. BAG 6. April 2011 - 7 AZR 524/09 - Rn. 27; Däubler/Bertz­bach/Schra­der/Schu­bert AGG 3. Aufl. § 3 Rn. 60). Bei der ge­bo­te­nen Abwägung der Schwe­re der mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung Jünge­rer mit Ge­wicht und Dring­lich­keit der dafür vom Ge­setz­ge­ber ge­se­he­nen Gründe ist die Gren­ze der Zu­mut­bar­keit für die nach­tei­lig be­trof­fe­nen jünge­ren Ar­beit­neh­mer deut­lich ge­wahrt.


(1) Wel­che Chan­cen Ar­beit­neh­mer auf dem Ar­beits­markt be­sit­zen, kann der Ge­setz­ge­ber nur ty­pi­sie­rend und nicht in­di­vi­du­ell einschätzen. Sei­ne ua. der Re­ge­lung des § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB zu­grun­de­lie­gen­de An­nah­me, dass mit stei­gen­dem Le­bens­al­ter die Ver­mitt­lungs­chan­cen auf dem Ar­beits­markt sin­ken, trifft em­pi­risch nach wie vor zu. Zwar steigt die Er­werbstäti­gen­quo­te älte­rer Ar­beit­neh­mer, dh. der An­teil der er­werbstäti­gen Per­so­nen ei­ner Al­ters­grup­pe an der Ge­samt­bevölke­rung in die­ser Al­ters­grup­pe (BfA Der Ar­beits­markt in Deutsch­land Ar­beits­markt­be­richt­er­stat­tung - Sep­tem­ber 2013 S. 9 Fn. 9), seit ei­ni­gen Jah­ren an. Da­bei fällt der An­stieg kräfti­ger aus als der im Durch­schnitt über al­le Al­ters­klas­sen, so dass Deutsch­land in­zwi­schen ei­ne der höchs­ten Er­werbstäti­gen­quo­ten Älte­rer in der Eu­ropäischen Uni­on auf­weist (BfA aaO S. 10 f.; vgl. auch BiB Pres­se­mit­tei­lung Nr. 10/2013). Nach wie vor liegt aber der An­teil der Er­werbstäti­gen bei den Älte­ren ins­be­son­de­re in der Grup­pe der An­ge­stell­ten und Ar­bei­ter deut­lich un­ter dem Durch­schnitt jünge­rer An­gehöri­ger die­ser Grup­pe, während Be­am­te und Selbständi­ge un­ter den 55- bis un­ter 65-


- 13 -

Jähri­gen häufi­ger ver­tre­ten sind (BfA aaO S. 12). Ins­be­son­de­re bleibt die Ar­beits­markt­si­tua­ti­on älte­rer Ar­beit­neh­mer schwie­rig. Ih­re Ar­beits­lo­sen­quo­te über­trifft die im Durch­schnitt über al­le Al­ters­klas­sen er­rech­ne­te um 1,4 Pro­zent­punk­te (BfA aaO S. 20). Zwar ha­ben sie im Ver­gleich zum Durch­schnitt über al­le Al­ters­grup­pen als Fol­ge des in Deutsch­land be­ste­hen­den Be­stands­schut­zes, der älte­re Ar­beit­neh­mer be­son­ders schützt, ein ge­rin­ge­res Ri­si­ko, aus ei­nem Ar­beits­verhält­nis her­aus ar­beits­los zu wer­den (vgl. BfA aaO S. 29). Kommt es trotz die­ses Be­stands­schut­zes zu ei­nem Ver­lust des Ar­beits­plat­zes, sind älte­re Ar­beit­neh­mer schwie­ri­ger als Jünge­re wie­der in den Ar­beits­markt ein­zu­glie­dern, weil ihr Al­ter selbst bei vor­han­de­ner Aus­bil­dung nach wie vor ein Ver­mitt­lungs­hemm­nis ist (BfA aaO S. 25 f.). 55- bis un­ter 60-Jähri­ge hat­ten noch im Jahr 2012 ei­ne nur halb so ho­he Chan­ce, ih­re Ar­beits­lo­sig­keit durch ei­ne Beschäfti­gungs­auf­nah­me zu be­en­den, wie sie Ar­beits­lo­se im Durch­schnitt über al­le Al­ters­klas­sen be­saßen, bei den 60- bis un­ter 65-Jähri­gen san­ken die­se Chan­cen noch deut­lich wei­ter (BfA aaO S. 29). Das be­wirk­te ei­ne um knapp 55 % länge­re durch­schnitt­li­che Ar­beits­lo­sig­keit der 55- bis un­ter 65-jähri­gen Ar­beit­neh­mer (BfA aaO S. 30; vgl. auch Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt Älte­re Men­schen in Deutsch­land und der EU 2011 S. 46).


Die­se em­pi­ri­schen Da­ten stützen die Einschätzung des Ge­setz­ge­bers, dass älte­re Ar­beit­neh­mer nach wie vor länge­re Zeit als jünge­re Ar­beit­neh­mer für die Ar­beits­platz­su­che benöti­gen (vgl. BAG 15. De­zem­ber 2011 - 2 AZR 42/10 - Rn. 56, BA­GE 140, 169). Ih­re stei­gen­de Er­werbstätig­keit ist vor al­lem auf ei­ne Verlänge­rung der Er­werbs­pha­se im be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis und nicht auf über­pro­por­tio­nal häufi­ge­re Ein­stel­lun­gen im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter zurück­zuführen (vgl. IAQ Al­tersüber­gangs-Re­port 2014-02 S. 16).


(2) Darüber hin­aus sind älte­re Ar­beit­neh­mer bei der Ar­beits­platz­su­che häufig we­ni­ger fle­xi­bel als jünge­re (vgl. BAG 15. De­zem­ber 2011 - 2 AZR 42/10 - Rn. 56, BA­GE 140, 169; 15. No­vem­ber 2012 - 6 AZR 359/11 - Rn. 43).


(3) Sch­ließlich ha­ben Ar­beit­neh­mer mit länge­rer Beschäfti­gungs­dau­er über ei­nen ent­spre­chend lan­gen Zeit­raum Be­triebs­treue be­wie­sen. Dies durf­te der


- 14 -

Ge­setz­ge­ber bei sei­ner Ent­schei­dung, die­sem Per­so­nen­kreis ei­nen bes­se­ren (for­mel­len) Kündi­gungs­schutz zu gewähren, berück­sich­ti­gen.


(4) Der Ge­setz­ge­ber durf­te auch das In­ter­es­se der Ar­beit­ge­ber an per­so­nal­wirt­schaft­li­cher Fle­xi­bi­lität berück­sich­ti­gen und da­von aus­ge­hen, dass Ar­beit­ge­ber erst nach länge­rer Beschäfti­gungs­dau­er und da­mit länger er­wie­se­ner Be­triebs­treue länge­re Kündi­gungs­fris­ten als zu­mut­bar an­se­hen. Hätten Ar­beit­ge­ber be­reits un­mit­tel­bar nach Ein­stel­lung oder nach we­ni­gen Jah­ren der Be­triebs­zu­gehörig­keit lan­ge Kündi­gungs­fris­ten zu be­ach­ten, wäre das ein Ein­stel­lungs­hin­der­nis bzw. würde neu ein­ge­stell­te Ar­beit­neh­mer in be­fris­te­te Ar­beits­verhält­nis­se ab­drängen.


(5) § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB führt nicht zu ei­ner „Über­kom­pen­sa­ti­on“ der Schwie­rig­kei­ten, die älte­re Ar­beit­neh­mer auf dem Ar­beits­markt nach wie vor ha­ben. Zwar wer­den die­se Ar­beit­neh­mer auch durch den ma­te­ri­el­len ge­setz­li­chen Kündi­gungs­schutz, ins­be­son­de­re durch die Berück­sich­ti­gung des Le­bens­al­ters und der Be­triebs­zu­gehörig­keit bei der So­zi­al­aus­wahl nach § 1 Abs. 3 KSchG, im Ein­klang mit der RL 2000/78/EG aus dem­sel­ben Grund be­son­ders geschützt (BAG 15. De­zem­ber 2011 - 2 AZR 42/10 - Rn. 49 ff., BA­GE 140, 169). Das Kündi­gungs­schutz­ge­setz ver­folgt je­doch ein gänz­lich an­de­res Schutz­kon­zept als § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB. Es will das Ar­beits­verhält­nis in sei­nem Be­stand er­hal­ten und so den Ar­beit­neh­mer gänz­lich vor dem mit ei­nem Ar­beits­platz­ver­lust ver­bun­de­nen Ar­beits­platz­wech­sel schützen. Kommt es gleich­wohl zu ei­nem sol­chen Ver­lust oder wird der Ar­beit­neh­mer von die­sem Ge­setz nicht er­fasst, greift der kom­ple­mentäre Schutz des § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB, der dem ty­pi­scher­wei­se älte­ren, lan­ge be­triebs­treu­en Ar­beit­neh­mer Ge­le­gen­heit ge­ben will, während ei­ner länge­ren Frist vor der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses aus dem noch be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis her­aus ei­nen neu­en Ar­beits­platz zu su­chen. Die dar­ge­stell­ten em­pi­ri­schen Da­ten be­le­gen, dass die­se Ar­beit­neh­mer nach wie vor ge­ra­de bei ei­ner sol­chen Su­che be­son­ders schutz­bedürf­tig sind.


(6) Al­ler­dings pro­fi­tie­ren von der Verlänge­rung der Kündi­gungs­fris­ten nach § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB nicht nur Ar­beit­neh­mer, die zwi­schen 55 und 65 Jah­re
 


- 15 -

oder je­den­falls min­des­tens 50 Jah­re alt und da­mit nach herkömm­li­chem Verständ­nis „älter“ sind (vgl. un­ter Be­zug auf die Lis­sa­bon-Stra­te­gie BfA Der Ar­beits­markt in Deutsch­land Ar­beits­markt­be­richt­er­stat­tung - Sep­tem­ber 2013 S. 5). Dies wird da­durch verstärkt, dass § 622 Abs. 2 Satz 2 BGB al­ters­dis­kri­mi­nie­rend und des­we­gen un­an­wend­bar ist (BAG 9. Sep­tem­ber 2010 - 2 AZR 714/08 - BA­GE 135, 278). Ei­ne Nach­fol­ge­re­ge­lung gibt es bis­her nicht. Ins­be­son­de­re hat der Ge­setz­ge­ber die Erwägung, die ers­ten Jah­re des Ar­beits­verhält­nis­ses bei der Er­mitt­lung der Beschäfti­gungs­dau­er ge­ne­rell außer Be­tracht zu las­sen (BT-Drs. 17/7489 S. 5; Ple­nar­pro­to­koll 17/24 S. 2164), nicht um­ge­setzt. Nicht in Be­tracht ge­zo­gen hat er auch die Möglich­keit, die Verlänge­rung der Kündi­gungs­fris­ten aus­ge­hend vom ursprüng­li­chen Re­ge­lungs­kon­zept erst in ei­nem ty­pi­scher­wei­se höhe­ren Le­bens­al­ter be­gin­nen zu las­sen, in­dem die er­for­der­li­che Min­dest­dau­er der Beschäfti­gung bis zur ers­ten Staf­fe­lungs­stu­fe deut­lich verlängert wird.


(a) Die Re­du­zie­rung des § 622 Abs. 2 BGB auf die Re­ge­lung in Satz 1 be­wirkt, dass der Schutz durch for­mel­le Kündi­gungs­schran­ken schon we­sent­lich früher ein­setzt als ursprüng­lich vom Ge­setz­ge­ber be­ab­sich­tigt. Die letz­te der sie­ben Staf­fe­lungs­stu­fen wird jetzt nicht mehr mit frühes­tens 45 Jah­ren er­reicht, son­dern kann theo­re­tisch schon mit 35 Jah­ren er­reicht sein, weil auch Zei­ten der Be­rufs­aus­bil­dung bei der Be­rech­nung der Beschäfti­gungs­dau­er zu berück­sich­ti­gen sind (BAG 2. De­zem­ber 1999 - 2 AZR 139/99 -).


(b) Gleich­wohl ist die Re­ge­lung noch an­ge­mes­sen. 

(aa) Der Ge­setz­ge­ber durf­te im Rah­men sei­ner Einschätzungs­präro­ga­ti­ve ty­pi­sie­rend dar­auf ab­stel­len, dass die Be­triebs­zu­gehörig­keit nicht im Re­gel­fall mit 15 Jah­ren be­ginnt und im sel­ben Be­trieb un­un­ter­bro­chen fort­be­steht, son­dern in ei­ner Viel­zahl von Fällen Ar­beits­verhält­nis­se - wie auch im vor­lie­gen­den Fall - in deut­lich höhe­rem Al­ter neu be­gründet wer­den, so dass die ge­setz­li­che Re­ge­lung ih­re Schutz­wir­kung ty­pi­scher­wei­se im höhe­ren Le­bens­al­ter ent­fal­tet.


(bb) Der Ge­setz­ge­ber durf­te in sei­ne Wer­tung auch ein­be­zie­hen, dass mit der von ihm gewähl­ten Re­ge­lungs­sys­te­ma­tik die Be­triebs­treue der begüns­tig­ten



- 16 -

Ar­beit­neh­mer ho­no­riert wird (vgl. BAG 15. De­zem­ber 2011 - 2 AZR 42/10 - Rn. 58, BA­GE 140, 169).

(cc) Sch­ließlich be­las­tet die vom Ge­setz­ge­ber gewähl­te Ge­stal­tung die kürzer beschäftig­ten, ty­pi­scher­wei­se jünge­ren Ar­beit­neh­mer nicht zusätz­lich. Die Kündi­gungs­fris­ten für kürzer Beschäftig­te wer­den nicht verkürzt. Sie pro­fi­tie­ren nur nicht im sel­ben Um­fang von der Verlänge­rung der Fris­ten wie länger Beschäftig­te (vgl. Wen­de­ling-Schröder NZA 2007, 1399, 1403; Rehm Un­gleich­be­hand­lun­gen auf­grund des Al­ters im Kündi­gungs­recht S. 93).


(7) Der Ge­setz­ge­ber muss­te die Kündi­gungs­fris­ten nicht in Jah­res­abständen verlängern, son­dern durf­te Staf­fe­lungs­stu­fen vor­se­hen. Er hat zu­dem bei der kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung der Staf­fe­lung nicht länge­re Beschäfti­gungs­zei­ten un­an­ge­mes­sen ge­wich­tet, son­dern bis zur längst mögli­chen Kündi­gungs­frist ein annähernd glei­ches pro­por­tio­na­les Verhält­nis zwi­schen der Beschäfti­gungs­dau­er und der Länge der Kündi­gungs­frist bei­be­hal­ten. Die­ses beträgt nach zwei Jah­ren und da­mit mit Be­ginn der ers­ten Stu­fe der Verlänge­rung gemäß § 622 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BGB 4,2 % und schwankt in den wei­te­ren Stu­fen zwi­schen 2,1 % im letz­ten Jahr der ers­ten Stu­fe und 3,5 % nach zwölf Jah­ren des Ar­beits­verhält­nis­ses. Mit Be­ginn der sie­ben­ten und letz­ten Stu­fe beträgt es 2,9 % (vgl. die Auf­stel­lung bei Rehm Un­gleich­be­hand­lun­gen auf­grund des Al­ters im Kündi­gungs­recht S. 94). Da­nach sinkt es kon­ti­nu­ier­lich ab, weil die Kündi­gungs­frist bei sie­ben Mo­na­ten zum Mo­nats­en­de ein­ge­fro­ren wird.


II. Die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 20. De­zem­ber 2011 hat das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en mit der Frist des § 622 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BGB und da­mit zum 31. Ja­nu­ar 2012 be­en­det. Die Kläge­rin wies im Zeit­punkt des Zu­gangs der Kündi­gung am 28. De­zem­ber 2011 ei­ne Beschäfti­gungs­dau­er von mehr als zwei, aber we­ni­ger als fünf Jah­ren auf. Zwar ist auch die Zeit der ab-ge­bro­che­nen Aus­bil­dung zu berück­sich­ti­gen (vgl. BAG 2. De­zem­ber 1999 - 2 AZR 139/99 -). Selbst un­ter Ein­be­zie­hung die­ser Zeit war die Kläge­rin bei Zu­gang der Kündi­gung je­doch erst et­was mehr als vier­ein­halb Jah­re beschäftigt.
 


- 17 -

III. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. 


Fi­scher­mei­er 

Biebl 

Krum­bie­gel

Lauth 

Kreis

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 6 AZR 636/13  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin

Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

E-Mail: berlin@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

E-Mail: frankfurt@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg

Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

E-Mail: hamburg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover

Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

E-Mail: hannover@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln

Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

E-mail: koeln@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München

Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

E-Mail: muenchen@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg

Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

E-Mail: nuernberg@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Nora Schubert

Rechtsanwalt Christoph Hildebrandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht



 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart

Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

E-Mail: stuttgart@hensche.de

Ansprechpartner:

Rechtsanwältin Maike Roters
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880