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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Kündigung, Kündigungsfrist
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 6 AZR 782/14
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 20.01.2016
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Wesel, Urteil vom 29.08.2013 - 2 Ca 404/13
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 28.8.2014 - 5 Sa 1251/13
   

BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT

6 AZR 782/14
5 Sa 1251/13
Lan­des­ar­beits­ge­richt
Düssel­dorf

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am
20. Ja­nu­ar 2016

UR­TEIL

Gaßmann, Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­te, Wi­derkläge­rin, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Kläger, Wi­der­be­klag­ter, Be­ru­fungskläger und Re­vi­si­ons­be­klag­ter,

hat der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der Be­ra­tung vom 20. Ja­nu­ar 2016 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Fi­scher­mei­er, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Spel­ge, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Krum­bie­gel so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Klap­proth und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Pe­ter für Recht er­kannt:

1. Auf die Re­vi­si­on der Be­klag­ten wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 28. Au­gust 2014

 

- 2 - 

- 5 Sa 1251/13 - im Kos­ten­punkt und in­so­weit auf­ge­ho­ben, als es un­ter Abände­rung des Ur­teils des Ar­beits­ge­richts We­sel vom 29. Au­gust 2013 - 2 Ca 404/13 - fest­ge­stellt hat, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en durch die Kündi­gung der Be­klag­ten vom 1. Fe­bru­ar 2013 nicht zum 31. März 2013 be­en­det wor­den ist.

2. Die Be­ru­fung des Klägers wird zurück­ge­wie­sen.

3. Der Kläger hat die Kos­ten der Be­ru­fung und der Re­vi­si­on zu tra­gen.

Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten noch darüber, ob das zwi­schen ih­nen be­gründe­te Ar­beits­verhält­nis auf­grund ei­ner or­dent­li­chen Kündi­gung der be­klag­ten Ar­beit­ge­be­rin be­en­det wur­de.

Die Be­klag­te be­treibt ei­nen im Be­reich des An­la­gen­baus täti­gen Klein­be­trieb. Der Kläger war dort seit dem 14. April 2009 als Lüftungs­mon­teu­r­hel­fer beschäftigt. Der dem Ar­beits­verhält­nis zu­grun­de lie­gen­de Ver­trag vom 3. April 2009 lau­tet aus­zugs­wei­se wie folgt:

„§ 2 Pro­be­zeit/Kündi­gungs­fris­ten

...

Nach Ab­lauf der Pro­be­zeit und Über­nah­me in ein fes­tes Beschäfti­gungs­verhält­nis beträgt die Kündi­gungs­frist 4 Wo­chen/Mo­na­te zum Mo­nats­en­de. Verlängert sich die Kündi­gungs­frist für den Ar­beit­ge­ber aus ta­rif­li­chen oder ge­setz­li­chen Gründen, gilt die­se Verlänge­rung auch für den Ar­beit­neh­mer.

...“

Der Ar­beits­ver­trag enthält kei­ne Be­zug­nah­me auf ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen. 

Mit Schrei­ben vom 1. Fe­bru­ar 2013, wel­ches dem Kläger nach sei­nem Vor­trag am 2. Fe­bru­ar 2013 zu­ging, kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis

 

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we­gen an­geb­li­cher Pflicht­ver­let­zun­gen des Klägers „außer­or­dent­lich frist­los aus wich­ti­gen Gründen“. Das Kündi­gungs­schrei­ben enthält zu­dem fol­gen­den Satz:

„Für den Fall, dass die außer­or­dent­li­che Kündi­gung un­wirk­sam ist, kündi­ge ich hilfs­wei­se vor­sorg­lich das mit Ih­nen be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis or­dent­lich zum nächstmögli­chen Ter­min auf.“

Mit sei­ner am 15. Fe­bru­ar 2013 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kündi­gungs­schutz­kla­ge hat sich der Kläger ge­gen die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­wandt. Mit ei­ner Kla­ge­er­wei­te­rung hat er die Zah­lung von 2.176,76 Eu­ro brut­to abzüglich am 22. April 2013 ge­zahl­ter 1.030,00 Eu­ro net­to als Rest­lohn für den Mo­nat Ja­nu­ar 2013 so­wie 1.196,80 Eu­ro brut­to als an­tei­li­ges Ent­gelt für den Mo­nat Fe­bru­ar 2013 ver­langt.

Das Ar­beits­ge­richt hat die außer­or­dent­li­che Kündi­gung man­gels ei­nes sie recht­fer­ti­gen­den wich­ti­gen Grun­des als un­wirk­sam an­ge­se­hen und in­so­fern der Kündi­gungs­schutz­kla­ge statt­ge­ge­ben. Es hat aber die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses durch die hilfs­wei­se erklärte or­dent­li­che Kündi­gung un­ter Wah­rung der ge­setz­li­chen Kündi­gungs­frist zum 31. März 2013 fest­ge­stellt. Hin­sicht­lich der Leis­tungs­kla­ge hat das Ar­beits­ge­richt in den Ent­schei­dungs­gründen sei­nes Ur­teils an­geführt, der Kläger könne die be­gehr­ten Zah­lun­gen für bei­de Mo­na­te in vol­ler Höhe be­an­spru­chen. Im Te­nor des Ur­teils wur­de dem Kläger für Ja­nu­ar 2013 je­doch nur ein Be­trag von 2.167,00 Eu­ro brut­to statt der ein­ge­klag­ten 2.176,76 Eu­ro brut­to zu­ge­spro­chen. Ei­ne von der Be­klag­ten er­ho­be­ne Wi­der­kla­ge wur­de we­gen un­zu­rei­chen­den Sach­vor­trags ab­ge­wie­sen.

Die Be­klag­te hat ge­gen die­ses Ur­teil kei­ne Be­ru­fung ein­ge­legt. Der Kläger hat hin­ge­gen mit sei­ner Be­ru­fung die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung bzgl. der fest­ge­stell­ten Wirk­sam­keit der or­dent­li­chen Kündi­gung an­ge­grif­fen.

Nach sei­ner Auf­fas­sung ist die­se Kündi­gung man­gels hin­rei­chen­der Be­stimmt­heit un­wirk­sam. Das Kündi­gungs­schrei­ben las­se nicht er­ken­nen, zu wel­chem Ter­min das Ar­beits­verhält­nis hilfs­wei­se durch die or­dent­li­che Kündi­gung en­den sol­le. Die Kündi­gungs­frist er­ge­be sich auch nicht aus dem Ar­beits­ver­trag. Die­ser ent­hal­te in § 2 hin­sicht­lich der Kündi­gungs­fris­ten ei­ne ge­gen das Trans­pa­renz­ge­bot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB ver­s­toßen­de Re­ge­lung. Bei

 

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der mögli­chen Verlänge­rung der Kündi­gungs­frist blei­be of­fen, ob und ge­ge­be­nen­falls wel­che Ta­rif­nor­men An­wen­dung fin­den sol­len. Die­se Zwei­fel gin­gen zu Las­ten der Be­klag­ten.

Der Kläger hat da­her vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt be­an­tragt, un­ter teil­wei­ser Abände­rung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis auch nicht durch die ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge or­dent­li­che Kündi­gung vom 1. Fe­bru­ar 2013 be­en­det wur­de.

Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen. Die or­dent­li­che Kündi­gung sei hin­rei­chend be­stimmt zum 31. März 2013 erklärt. Die Maßgeb­lich­keit der ge­setz­li­chen Kündi­gungs­fris­ten er­ge­be sich aus § 2 des Ar­beits­ver­trags. Für den Kläger sei oh­ne wei­te­res aufklärbar ge­we­sen, dass auf das Ar­beits­verhält­nis zu kei­nem Zeit­punkt ein Ta­rif­ver­trag An­wen­dung ge­fun­den ha­be. Die Erwähnung ta­rif­li­cher Kündi­gungs­fris­ten im Ar­beits­ver­trag sei den­noch sinn­voll ge­we­sen, da die späte­re Gel­tung ei­nes Ta­rif­ver­trags nie aus­ge­schlos­sen wer­den könne.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts ent­spre­chend der Be­ru­fung teil­wei­se ab­geändert und bei vollständi­ger Neu­fas­sung des Te­nors ua. fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis durch die Kündi­gung vom 1. Fe­bru­ar 2013 we­der mit so­for­ti­ger Wir­kung noch zum 31. März 2013 be­en­det wor­den ist. Der für Ja­nu­ar 2013 zu zah­len­de Be­trag wur­de oh­ne Be­gründung auf 2.176,00 Eu­ro kor­ri­giert. Mit ih­rer vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt die Be­klag­te ihr Ziel der Zurück­wei­sung der Be­ru­fung wei­ter.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on ist be­gründet. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts ist die Be­ru­fung des Klägers zurück­zu­wei­sen. Das Ar­beits­verhält­nis wur­de durch die al­lein noch streit­ge­genständ­li­che or­dent­li­che Kündi­gung vom 1. Fe­bru­ar 2013 un­ter Wah­rung der Kündi­gungs­frist des § 622 Abs. 2

 

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Satz 1 Nr. 1 BGB zum 31. März 2013 be­en­det. Die Kündi­gung ist nicht man­gels hin­rei­chen­der Be­stimmt­heit un­wirk­sam. Sons­ti­ge Un­wirk­sam­keits­gründe wer­den vom Kläger nicht an­geführt und sind auch nicht er­sicht­lich. Das Be­ru­fungs­ur­teil ist al­ler­dings nur bzgl. der Ent­schei­dung über die or­dent­li­che Kündi­gung auf­zu­he­ben. Die vom Lan­des­ar­beits­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Kor­rek­tur des für Ja­nu­ar 2013 zu zah­len­den Be­trags auf 2.176,00 Eu­ro wird von der Re­vi­si­on nicht be­an­stan­det.

1. Die hilfs­wei­se erklärte or­dent­li­che Kündi­gung ist wirk­sam, ob­wohl dem Kündi­gungs­schrei­ben nicht zu ent­neh­men ist, zu wel­chem Ter­min das Ar­beits­verhält­nis ge­ge­be­nen­falls or­dent­lich be­en­det wer­den soll. Der von der Be­klag­ten an­ge­streb­te Be­en­di­gungs­zeit­punkt er­gibt sich ent­spre­chend der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on aus der vor­ran­gig erklärten außer­or­dent­li­chen Kündi­gung.

a) Ei­ne Kündi­gungs­erklärung un­ter­liegt nicht der Trans­pa­renz­kon­trol­le nach § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB. Ein­sei­ti­ge Rechts­geschäfte des Ver­wen­ders ent­hal­ten kei­ne All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen iSv. § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB (BAG 20. Ju­ni 2013 - 6 AZR 805/11 - Rn. 13, BA­GE 145, 249; 14. April 2011 - 6 AZR 727/09 - Rn. 29 mwN, BA­GE 137, 347).

b) Ei­ne Kündi­gung muss als emp­fangs­bedürf­ti­ge Wil­lens­erklärung aber so be­stimmt sein, dass der Empfänger Klar­heit über die Ab­sich­ten des Kündi­gen­den erhält. Der Kündi­gungs­adres­sat muss er­ken­nen können, zu wel­chem Zeit­punkt das Ar­beits­verhält­nis aus Sicht des Kündi­gen­den be­en­det sein soll. Des­halb muss sich aus der Kündi­gungs­erklärung oder den Umständen er­ge­ben, ob ei­ne frist­gemäße oder ei­ne frist­lo­se Kündi­gung ge­wollt ist (vgl. BAG 23. Mai 2013 - 2 AZR 54/12 - Rn. 46, BA­GE 145, 184; 15. De­zem­ber 2005 - 2 AZR 148/05 - Rn. 24, BA­GE 116, 336). Im Fall ei­ner or­dent­li­chen Kündi­gung genügt re­gelmäßig die An­ga­be des Kündi­gungs­ter­mins oder der Kündi­gungs­frist. Ei­ne Kündi­gung ist al­ler­dings nicht aus­le­gungsfähig und da­mit nicht hin­rei­chend be­stimmt, wenn in der Erklärung meh­re­re Ter­mi­ne für die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­nannt wer­den und für den Erklärungs­empfänger nicht er­kenn­bar ist, wel­cher Ter­min gel­ten soll (BAG 10. April 2014 - 2 AZR 647/13 - Rn. 18; 20. Ju­ni 2013 - 6 AZR 805/11 - Rn. 15, BA­GE 145, 249; zur Aus­leg­bar-

 

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keit ei­ner or­dent­li­chen Kündi­gung mit feh­ler­haf­ter Kündi­gungs­frist vgl. BAG 15. Mai 2013 - 5 AZR 130/12 - Rn. 16 f.).

c) Ei­ne Kündi­gung „zum nächst­zulässi­gen Ter­min“ ist möglich, wenn dem Erklärungs­empfänger die Dau­er der Kündi­gungs­frist be­kannt oder für ihn be­stimm­bar ist (BAG 20. Ju­ni 2013 - 6 AZR 805/11 - Rn. 15, BA­GE 145, 249). Ei­ne sol­che Kündi­gung ist ty­pi­scher­wei­se da­hin zu ver­ste­hen, dass der Kündi­gen­de die Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu dem Zeit­punkt er­rei­chen will, der sich bei An­wen­dung der ein­schlägi­gen ge­setz­li­chen, ta­rif­ver­trag­li­chen und/oder ver­trag­li­chen Re­ge­lun­gen als recht­lich frühestmögli­cher Be­en­di­gungs­ter­min er­gibt. Der vom Erklären­den ge­woll­te Be­en­di­gungs­ter­min ist da­mit ob­jek­tiv ein­deu­tig be­stimm­bar. Dies ist je­den­falls dann aus­rei­chend, wenn die recht­lich zu­tref­fen­de Frist für den Kündi­gungs­adres­sa­ten leicht fest­stell­bar ist und nicht um­fas­sen­de tatsächli­che Er­mitt­lun­gen oder die Be­ant­wor­tung schwie­ri­ger Rechts­fra­gen er­for­dert (BAG 10. April 2014 - 2 AZR 647/13 - Rn. 17; 23. Mai 2013 - 2 AZR 54/12 - Rn. 49, BA­GE 145, 184). Die Er­mitt­lung der maßgeb­li­chen Kündi­gungs­frist kann sich aus An­ga­ben im Kündi­gungs­schrei­ben (vgl. BAG 20. Ju­ni 2013 - 6 AZR 805/11 - Rn. 18, aaO) oder aus ei­ner ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­nen ta­rif­li­chen Re­ge­lung er­ge­ben (vgl. BAG 10. April 2014 - 2 AZR 647/13 - Rn. 21 f.).

d) Im vor­lie­gen­den Fall kann da­hin­ste­hen, ob die recht­lich zu­tref­fen­de Kündi­gungs­frist für den Kläger an­ge­sichts der „zum nächstmögli­chen Ter­min“ erklärten Kündi­gung leicht fest­stell­bar war.

aa) Wird ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung nicht iso­liert erklärt, son­dern nur hilfs­wei­se für den Fall der Un­wirk­sam­keit ei­ner außer­or­dent­li­chen frist­lo­sen Kündi­gung, ist der Kündi­gungs­empfänger nicht im Un­kla­ren darüber, wann das Ar­beits­verhält­nis nach Vor­stel­lung des Kündi­gen­den en­den soll. Die Be­en­di­gung soll of­fen­sicht­lich be­reits mit Zu­gang der frist­lo­sen Kündi­gung er­fol­gen. Der Kündi­gungs­empfänger muss und kann sich in sei­nem prak­ti­schen Han­deln auf die­sen Be­en­di­gungs­zeit­punkt ein­stel­len. Un­ter die­sen Umständen kommt es nicht dar­auf an, ob es ihm oh­ne Schwie­rig­kei­ten möglich ist, die Kündi­gungs­frist der hilfs­wei­se erklärten or­dent­li­chen Kündi­gung zu er­mit­teln (vgl. BAG 23. Mai

 

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2013 - 2 AZR 54/12 - Rn. 50, BA­GE 145, 184; Schie­fer/Bor­chard Anm. AP KSchG 1969 § 23 Nr. 50). Das Ab­stel­len auf die Erklärung der frist­lo­sen Kündi­gung ver­mei­det zu­dem ei­nen Wer­tungs­wi­der­spruch zur Möglich­keit der Um­deu­tung ei­ner außer­or­dent­li­chen in ei­ne or­dent­li­che Kündi­gung zum nächst­zulässi­gen Ter­min (vgl. hier­zu BAG 25. Ok­to­ber 2012 - 2 AZR 700/11 - Rn. 21, BA­GE 143, 244; KR/Fried­rich/Rinck 11. Aufl. § 13 KSchG Rn. 70 mwN). Bei ei­ner Um­deu­tung wäre die or­dent­li­che Kündi­gung nicht man­gels An­ga­be der Kündi­gungs­frist bzw. des Kündi­gungs­ter­mins un­wirk­sam (zum Fall ei­ner An­wen­dung der ge­setz­li­chen Kündi­gungs­frist vgl. BAG 12. Mai 2010 - 2 AZR 845/08 - Rn. 15, 39 f.).

bb) Die Re­vi­si­on weist zu­tref­fend dar­auf hin, dass die streit­ge­genständ­li­che or­dent­li­che Kündi­gung aus­weis­lich des Schrei­bens vom 1. Fe­bru­ar 2013 nur hilfs­wei­se erklärt wur­de. Die Be­klag­te hat primär „außer­or­dent­lich frist­los aus wich­ti­gen Gründen“ gekündigt. Der Kläger als Kündi­gungs­empfänger war da­mit nicht im Un­kla­ren darüber, wann das Ar­beits­verhält­nis nach Vor­stel­lung der Be­klag­ten be­en­det sein soll­te. We­gen der Erklärung der frist­lo­sen Kündi­gung soll­te die Be­en­di­gung of­fen­sicht­lich mit Zu­gang des Schrei­bens vom 1. Fe­bru­ar 2013 ein­tre­ten. Dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht berück­sich­tigt.

2. Die Ent­schei­dung stellt sich auch nicht aus an­de­ren Gründen als rich­tig dar (§ 561 ZPO). Dies wäre nur dann der Fall, wenn die streit­ge­genständ­li­che or­dent­li­che Kündi­gung aus an­de­ren Gründen un­wirk­sam wäre. Dies ist je­doch nicht er­kenn­bar.

a) Die or­dent­li­che Kündi­gung enthält kei­ne Be­din­gung, die ih­rer Wirk­sam­keit im We­ge stünde. Auch ei­ne „hilfs­wei­se“ oder „vor­sorg­lich“ erklärte Kündi­gung drückt den Wil­len des Ar­beit­ge­bers aus, das Ar­beits­verhält­nis zu be­en­den. Der Zu­satz „hilfs­wei­se“ oder „vor­sorg­lich“ macht le­dig­lich deut­lich, dass der Ar­beit­ge­ber sich in ers­ter Li­nie auf ei­nen an­de­ren Be­en­di­gungs­tat­be­stand be­ruft, auf des­sen Rechts­wir­kun­gen er nicht ver­zich­ten will. Die „hilfs­wei­se“ oder „vor­sorg­lich“ erklärte Kündi­gung steht un­ter ei­ner zulässi­gen auflösen­den Rechts­be­din­gung iSv. § 158 Abs. 2 BGB. Ih­re Wir­kung en­digt, wenn fest­steht, dass das Ar­beits­verhält­nis be­reits zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt auf­gelöst wor-

 

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den ist (BAG 10. April 2014 - 2 AZR 647/13 - Rn. 12 mwN). Die­se Be­din­gung ist im Streit­fall nicht ein­ge­tre­ten. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en ist nicht be­reits durch die mit Schrei­ben vom 1. Fe­bru­ar 2013 erklärte außer­or­dent­li­che Kündi­gung als ein­zig mögli­chen an­de­ren Be­en­di­gungs­tat­be­stand auf­gelöst wor­den.

b) Die Kündi­gung be­darf nicht der so­zia­len Recht­fer­ti­gung nach § 1 Abs. 2, Abs. 3 KSchG, da der Gel­tungs­be­reich des Ers­ten Ab­schnitts des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes nach § 23 Abs. 1 KSchG un­strei­tig nicht eröff­net ist. Die Be­klag­te be­treibt ei­nen Klein­be­trieb.

c) An­de­re Un­wirk­sam­keits­gründe wer­den nicht be­haup­tet und sind nicht er­sicht­lich.

3. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 91 Abs. 1, § 97 Abs. 1 ZPO. Da­bei ist die vom Lan­des­ar­beits­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Kor­rek­tur des für Ja­nu­ar 2013 zu zah­len­den Be­trags un­be­acht­lich. Es han­delt sich nur um die Rich­tig­stel­lung ei­nes of­fen­sicht­li­chen Schreib­ver­se­hens im erst­in­stanz­li­chen Ur­teil. Über die Höhe des Be­trags be­stand zwi­schen den Par­tei­en kein Streit.

Fi­scher­mei­er 

Spel­ge 

Krum­bie­gel

Klap­proth 

Cl. Pe­ter

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