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Urteile zum Arbeitsrecht
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Schlag­worte: Diskriminierung: Alter, Zwangspensionierung
   
Gericht: Bundesarbeitsgericht
Akten­zeichen: 7 AZR 1021/08
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 23.06.2010
   
Leit­sätze:
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 29.4.2008 - 7 Ca 7849/07
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 5.11.2008 - 12 Sa 860/08
   


BUN­DES­AR­BEITS­GERICHT


7 AZR 1021/08
12 Sa 860/08
Lan­des­ar­beits­ge­richt
Düssel­dorf

 

Im Na­men des Vol­kes!

Verkündet am

23. Ju­ni 2010

UR­TEIL

Förs­ter, Ur­kunds­be­am­tin

der Geschäfts­stel­le

In Sa­chen

Be­klag­te, Be­ru­fungskläge­rin und Re­vi­si­onskläge­rin,

pp.

Kläge­rin, Be­ru­fungs­be­klag­te und Re­vi­si­ons­be­klag­te,

hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 23. Ju­ni 2010 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Lin­sen­mai­er, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Gräfl, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Kiel so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Güner und Han­sen für Recht er­kannt:
 


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Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 5. No­vem­ber 2008 - 12 Sa 860/08 - wird zurück­ge­wie­sen.

Die Be­klag­te hat die Kos­ten der Re­vi­si­on zu tra­gen.


Von Rechts we­gen!

Tat­be­stand

Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob ihr Ar­beits­verhält­nis auf­grund ei­ner ta­rif­li­chen Al­ters­gren­zen­re­ge­lung am 30. No­vem­ber 2009 ge­en­det hat.


Die am 23. No­vem­ber 1949 ge­bo­re­ne Kläge­rin war seit 1970 als Flug­be­glei­te­rin bei der Be­klag­ten beschäftigt. Sie ist Mit­glied der Ge­werk­schaft ver.di. In dem von der Be­klag­ten und der Ge­werk­schaft ver.di ab­ge­schlos­se­nen Man­tel­ta­rif­ver­trag Nr. 11 Ka­bi­nen­per­so­nal LTU in der Fas­sung vom 1. Ja­nu­ar 2007 (im Fol­gen­den: MTV Nr. 11) ist ua. be­stimmt:


㤠47
Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze


Das Ar­beits­verhält­nis en­det - oh­ne dass es ei­ner Kündi­gung be­darf - mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem die Zah­lung ei­ner Al­ters­ren­te durch den ge­setz­li­chen Ver­si­che­rungs­träger ein­tritt, spätes­tens je­doch mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem der Ar­beit­neh­mer das 60. Le­bens­jahr voll­endet hat.“

Die Kläge­rin bat die Be­klag­te mit Schrei­ben vom 12. März und 23. April 2007 um die Fort­set­zung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses über die ta­rif­li­che Al­ters­gren­ze hin­aus. Dies lehn­te die Be­klag­te mit Schrei­ben vom 20. März und 8. Mai 2007 ab.

Mit der am 4. De­zem­ber 2007 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat sich die Kläge­rin ge­gen die Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses
 


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auf­grund der Al­ters­gren­zen­re­ge­lung ge­wandt und ge­meint, die­se sei un­wirk­sam. Für ei­ne Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren für Ka­bi­nen­per­so­nal ge­be es kei­nen sach­li­chen Grund. Außer­dem be­wir­ke die Re­ge­lung ei­ne un­zulässi­ge Dis­kri­mi­nie­rung we­gen des Al­ters.


Die Kläge­rin hat zu­letzt be­an­tragt, 


1. fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en nicht auf­grund der Be­fris­tung nach § 47 des Man­tel­ta­rif­ver­trags Nr. 11 für das Ka­bi­nen­per­so­nal LTU zum 30. No­vem­ber 2009 be­en­det wird,


2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, sie über den 30. No­vem­ber 2009 hin­aus zu den bis­he­ri­gen ver­trag­li­chen Ar­beits­be­din­gun­gen als Flug­be­glei­te­rin tatsächlich wei­ter­zu­beschäfti­gen.


Die Be­klag­te hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt und ge­meint, die Re­ge­lung in § 47 MTV Nr. 11 sei wirk­sam und ha­be das Ar­beits­verhält­nis zum 30. No­vem­ber 2009 be­en­det. Die ta­rif­li­che Al­ters­gren­ze die­ne - eben­so wie die Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren für Cock­pit-Per­so­nal - der Flug­si­cher­heit und sei da­her von der Re­ge­lungs­be­fug­nis der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ge­deckt. Das Ka­bi­nen­per­so­nal sei in glei­cher Wei­se wie das Cock­pit-Per­so­nal außer­gewöhn­lich ho­hen phy­si­schen und psy­chi­schen Be­las­tun­gen wie zB Höhen­strah­lung, Druck­un­ter­schie­den, Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen, ver­schie­de­nen Zeit­zo­nen und Schicht­dienst aus­ge­setzt. We­gen die­ser be­son­de­ren Be­las­tun­gen sei die Wahr­schein­lich­keit ei­nes al­ters­be­ding­ten Leis­tungs­ab­baus höher als bei an­de­ren Ar­beit­neh­mern. Der Aus­fall ei­nes Mit­glieds des Ka­bi­nen­per­so­nals könne die Flug­si­cher­heit er­heb­lich gefähr­den. Das Ka­bi­nen­per­so­nal tra­ge eben­so wie das Cock­pit-Per­so­nal die Ver­ant­wor­tung für die Si­cher­heit der Pas­sa­gie­re, der All­ge­mein­heit und wert­vol­ler Wirt­schaftsgüter. Nach dem Flight Sa­fe­ty Ma­nu­al und den öffent­lich-recht­li­chen Be­stim­mun­gen in OPS 1 „Ge­werbsmäßige Beförde­rung in Flug­zeu­gen“, Ab­schn. O „Ka­bi­nen­be­sat­zung“ dürfe nur ei­ne ge­rin­ge­re An­zahl von Pas­sa­gie­ren befördert wer­den, wenn be­reits vor Flug­be­ginn fest­ste­he, dass ein Flug­be­glei­ter aus­fal­le. Dies be­ru­he dar­auf, dass ein Flug­be­glei­ter nur für ei­ne be­stimm­te An­zahl von Pas­sa­gie­ren ver­ant­wort­lich sein könne. In Notfällen, in de­nen das Flug­zeug in­ner­halb von



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90 Se­kun­den eva­ku­iert wer­den müsse, führe der Aus­fall ei­nes Flug­be­glei­ters zu ei­ner er­heb­li­chen Gefähr­dung der Pas­sa­gie­re. Auch während des nor­ma­len Flug­be­triebs sei die Tätig­keit des Ka­bi­nen­per­so­nals si­cher­heits­re­le­vant. Das zeig­ten die Vor­schrif­ten des Flight Sa­fe­ty Ma­nu­al über die Un­ter­brin­gung von Kin­dern an Bord, über nicht gehfähi­ge Pas­sa­gie­re, über Si­cher­heits­ausrüstun­gen der Ka­bi­ne, die Un­ter­brin­gung von Hand­gepäck, die Si­cher­heits­be­leh­rung der Pas­sa­gie­re, über das Ver­fah­ren nach der Lan­dung, über Feu­er­schutz­vor­schrif­ten, den Be­trieb elek­tro­ni­scher Geräte so­wie die Vor­schrif­ten über die vom Ka­bi­nen­per­so­nal durch­zuführen­den Checks. Auch das First Aid Ma­nu­al ent­hal­te im nor­ma­len Flug­be­trieb zu be­ach­ten­de si­cher­heits­re­le­van­te Re­ge­lun­gen für das Ka­bi­nen­per­so­nal. Die Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren für Ka­bi­nen­per­so­nal sei auch aus Gründen der Gleich­be­hand­lung mit Cock­pit-Per­so­nal nach Art. 3 Abs. 1 GG so­wie zur Ver­hin­de­rung ei­ner ge­schlechts­spe­zi­fi­schen Dis­kri­mi­nie­rung des zu 95,79 % männ­li­chen Cock­pit-Per­so­nals ge­bo­ten.


Das Ar­beits­ge­richt hat der - erst­in­stanz­lich noch ge­gen ei­ne Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zum 23. No­vem­ber 2009 so­wie auf Wei­ter­beschäfti­gung bis zur Voll­endung des 65. Le­bens­jah­res ge­rich­te­ten - Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung der Be­klag­ten mit ei­ner den zu­letzt ge­stell­ten Kla­ge­anträgen ent­spre­chen­den Maßga­be zurück-ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on ver­folgt die Be­klag­te ih­ren Kla­ge­ab­wei­sungs­an­trag wei­ter. Die Kläge­rin be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Re­vi­si­on.

Ent­schei­dungs­gründe

Die Re­vi­si­on ist un­be­gründet. Die Vor­in­stan­zen ha­ben dem Kla­ge­an­trag zu 1. zu Recht statt­ge­ge­ben. Die Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ist zulässig und be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en hat nicht nach § 47 MTV Nr. 11 am 30. No­vem­ber 2009 ge­en­det. Die in die­ser Be­stim­mung fest­ge­leg­te Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren für Ka­bi­nen­per­so­nal ist un­wirk­sam. Für sie be­steht


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kein sach­li­cher Grund iSv. § 14 Abs. 1 Tz­B­fG. Der Kla­ge­an­trag zu 2. ist dem Se­nat nicht zur Ent­schei­dung an­ge­fal­len.


I. Der Kla­ge­an­trag zu 1. ist zulässig und be­gründet. 


1. Der Kla­ge­an­trag ist zulässig. 


a) Mit dem Kla­ge­an­trag zu 1. wen­det sich die Kläge­rin im We­ge ei­ner Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge iSv. § 17 Satz 1 Tz­B­fG ge­gen die Be­en­di­gung ih­res Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der Al­ters­gren­zen­re­ge­lung in § 47 MTV Nr. 11 zum 30. No­vem­ber 2009. Der erst­in­stanz­lich ge­stell­te An­trag war zwar auf die Fest­stel­lung ge­rich­tet, dass das Ar­beits­verhält­nis nicht mit Er­rei­chen des 60. Le­bens­jah­res am 23. No­vem­ber 2009 ge­en­det hat. Die Be­klag­te hat­te sich al­ler­dings nicht auf ei­ne Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu die­sem Zeit­punkt, son­dern zum 30. No­vem­ber 2009 nach § 47 MTV Nr. 11 be­ru­fen. Die Vor­schrift sieht die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht am Tag der Voll­endung des 60. Le­bens­jah­res, son­dern erst mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem der Ar­beit­neh­mer das 60. Le­bens­jahr voll­endet, vor. Nach der zur Aus­le­gung des Kla­ge­an­trags her­an­zu­zie­hen­den Kla­ge­be­gründung war je­doch zwei­fels­frei er­kenn­bar, dass sich die Kläge­rin von An­fang an ge­gen die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses auf­grund der Al­ters­gren­zen­re­ge­lung in § 47 MTV Nr. 11 ge­wandt hat. Des­halb war trotz der feh­ler­haf­ten Da­tums­an­ga­be in dem ursprüng­li­chen Kla­ge­an­trag zu 1. aus­sch­ließlich die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zum 30. No­vem­ber 2009 Ge­gen­stand des vor­lie­gen­den Rechts­streits. In die­sem Sin­ne hat die Kläge­rin den Kla­ge­an­trag zu 1. in der Be­ru­fungs­ver­hand­lung vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt aus­drück­lich klar­ge­stellt.

b) Für die Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge be­steht nach § 17 Satz 1 Tz­B­fG das er­for­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die Kla­ge be­reits na­he­zu zwei Jah­re vor dem Er­rei­chen der Al­ters­gren­ze er­ho­ben wur­de. An der als­bal­di­gen Klärung der Fra­ge, ob ei­ne Be­fris­tung wirk­sam ist, be­steht in der Re­gel be­reits vor dem ver­ein­bar­ten Ver­trags­en­de ein recht­li­ches In­ter­es­se der Par­tei­en. Dies gilt je­den­falls dann, wenn sich der Ar­beit­ge­ber - wie im Streit­fall - auf die Wirk­sam­keit der Be­fris­tung be­ruft. Dem­ent­spre­chend wird die

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ma­te­ri­ell-recht­li­che Kla­ge­frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG nach ständi­ger Recht­spre­chung des Se­nats auch durch die Er­he­bung ei­ner Kla­ge vor dem Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit ge­wahrt (vgl. et­wa BAG 13. Ok­to­ber 2004 - 7 AZR 654/03 - zu I 1 der Gründe, AP Tz­B­fG § 14 Nr. 13 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 14; 10. März 2004 - 7 AZR 402/03 - zu I der Gründe, BA­GE 110, 38).


2. Der Kla­ge­an­trag zu 1. ist be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en hat nicht nach § 47 MTV Nr. 11 am 30. No­vem­ber 2009 ge­en­det. Die ta­rif­li­che Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren für Mit­glie­der des Ka­bi­nen­per­so­nals ist man­gels ei­nes sie recht­fer­ti­gen­den sach­li­chen Grun­des iSv. § 14 Abs. 1 Satz 1 Tz­B­fG un­wirk­sam. Beim Ein­satz von Ka­bi­nen­per­so­nal be­steht kein annähernd ver­gleich­ba­res Ri­si­ko für die Si­cher­heit des Flug­ver­kehrs wie beim Ein­satz von Cock­pit-Per­so­nal, für das nach der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Se­nats ei­ne Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren sach­lich ge­recht­fer­tigt ist.


a) Die in § 47 MTV Nr. 11 nor­mier­te Al­ters­gren­ze ist nicht durch ei­nen sach­li­chen Grund iSv. § 14 Abs. 1 Satz 1 Tz­B­fG ge­recht­fer­tigt.


aa) Nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Se­nats un­ter­lie­gen ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen über die Be­en­di­gung von Ar­beits­verhält­nis­sen auf­grund von Be­fris­tun­gen der ar­beits­ge­richt­li­chen Be­fris­tungs­kon­trol­le. Da­zu gehören auch ta­rif­li­che Al­ters­gren­zen (vgl. et­wa BAG 27. No­vem­ber 2002 - 7 AZR 655/01 - zu B II 1 a der Gründe, AP BGB § 620 Al­ters­gren­ze Nr. 22 = EzA BGB 2002 § 620 Al­ters­gren­ze Nr. 2).


(1) Nach der be­reits vor In­kraft­tre­ten des Tz­B­fG am 1. Ja­nu­ar 2001 ent­wi­ckel­ten ständi­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts wa­ren Al­ters-gren­zen, die ei­ne Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zu ei­nem Zeit­punkt vor­se­hen, in dem der Ar­beit­neh­mer noch nicht die Möglich­keit hat, ei­ne ge­setz­li­che Al­ters­ren­te zu be­zie­hen, sach­lich ge­recht­fer­tigt, wenn das Er­rei­chen ei­nes be­stimm­ten Le­bens­al­ters we­gen der vom Ar­beit­neh­mer aus­geübten Tätig­keit zu ei­ner Gefähr­dung wich­ti­ger Rechtsgüter führen kann. Al­ters­gren­zen, wel­che die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses von Mit­glie­dern der Be­sat­zung von Luft­fahr­zeu­gen vor­se­hen, hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt für zulässig ge­hal­ten,

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wenn durch die Beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers über ein be­stimm­tes Le­bens­al­ter hin­aus nach ei­ner nach­voll­zieh­ba­ren Einschätzung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en das Ri­si­ko un­er­war­te­ter al­ters­be­ding­ter Aus­fall­er­schei­nun­gen zu­nimmt und da­durch die Ge­fahr für Le­ben und Ge­sund­heit der Be­sat­zungs­mit­glie­der, der Pas­sa­gie­re so­wie der Per­so­nen am Bo­den an­steigt (vgl. die zahl­rei­chen Nach­wei­se in BAG 16. Ok­to­ber 2008 - 7 AZR 253/07 (A) - Rn. 17, AP Tz­B­fG § 14 Nr. 55 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 54). Zwar hängt das zur Min­de­rung der Leis­tungsfähig­keit führen­de Al­tern nicht al­lein vom Le­bens­al­ter ab, son­dern ist ein schlei­chen­der Pro­zess, der in­di­vi­du­ell ver­schie­den schnell vor sich geht. Es ent­spricht je­doch der all­ge­mei­nen Le­bens­er­fah­rung, dass die Ge­fahr ei­ner Be­ein­träch­ti­gung der Leis­tungsfähig­keit ge­ne­rell mit zu­neh­men­den Al­ter größer wird (BAG 27. No­vem­ber 2002 - 7 AZR 655/01 - zu B II 1 a der Gründe, AP BGB § 620 Al­ters­gren­ze Nr. 22 = EzA BGB 2002 § 620 Al­ters­gren­ze Nr. 2). Wie der Se­nat wie­der­holt aus­geführt hat, sind ins­be­son­de­re Flug­zeugführer über­durch­schnitt­li­chen phy­si­schen und psy­chi­schen Be­las­tun­gen aus­ge­setzt, in de­ren Ge­fol­ge auch bei gu­ter in­di­vi­du­el­ler ge­sund­heit­li­cher Ver­fas­sung mit höhe­rem Le­bens­al­ter das Ri­si­ko plötz­li­cher Aus­fall­er­schei­nun­gen und un­er­war­te­ter Fehl­re­ak­tio­nen zu­nimmt (vgl. BAG 20. Fe­bru­ar 2002 - 7 AZR 748/00 - zu B II 3 b bb der Gründe mwN, BA­GE 100, 292). Die Ver­ein­ba­rung ei­ner Al­ters­gren­ze, die das En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­nes Mit­glieds des Cock­pit-Per­so­nals von dem Er­rei­chen ei­nes be­stimm­ten Le­bens­al­ters abhängig macht, trägt die­ser mögli­chen Ge­fah­ren­la­ge Rech­nung und schützt da­mit zu­gleich das Be­sat­zungs­mit­glied vor ei­ner Über­be­an­spru­chung durch sei­ne be­ruf­li­che Tätig­keit (vgl. BAG 16. Ok­to­ber 2008 - 7 AZR 253/07 (A) - aaO). Bei der Be­ur­tei­lung des Si­cher­heits­ri­si­kos ha­ben die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ei­nen Einschätzungs­spiel­raum, der von den Ge­rich­ten für Ar­beits­sa­chen bei der Würdi­gung, ob für die ta­rif­li­che Re­ge­lung ein sach­li­cher Grund iSd. § 14 Abs. 1 Tz­B­fG be­steht, zu be­ach­ten ist (BAG 21. Ju­li 2004 - 7 AZR 589/03 - zu II 1 b der Gründe, EzA BGB 2002 § 620 Al­ters­gren­ze Nr. 5).

(2) An die­sen Grundsätzen, die das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus ver­fas­sungs­recht­li­cher Sicht nicht be­an­stan­det hat (BVerfG 25. No­vem­ber 2004 - 1 BvR 2459/04 - zu B II 3 c der Gründe, AP BGB § 620 Al­ters­gren­ze Nr. 25),
 


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hat der Se­nat un­ter der Gel­tung des Tz­B­fG fest­ge­hal­ten (BAG 16. Ok­to­ber 2008 - 7 AZR 253/07 (A) - Rn. 17, AP Tz­B­fG § 14 Nr. 55 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 54).


bb) Da­nach be­steht für die in § 47 MTV Nr. 11 ent­hal­te­ne Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren für Ka­bi­nen­per­so­nal kein sach­li­cher Grund. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend er­kannt, dass kei­ne nach­voll­zieh­ba­ren An­halts­punk­te für die An­nah­me dar­ge­legt oder sonst er­sicht­lich sind, das al­ters­be­ding­te Nach­las­sen der Leis­tungsfähig­keit von Mit­glie­dern des Ka­bi­nen­per­so­nals könne zu ei­ner ernst­haf­ten Gefähr­dung von Le­ben und Ge­sund­heit der Pas­sa­gie­re, der Flug­be­sat­zung oder der Per­so­nen in den über­flo­ge­nen Ge­bie­ten führen. Die Ta­rif­ver­trags­par­tei­en ha­ben da­her die ih­nen zu­ste­hen­de Einschätzungs­präro­ga­ti­ve und ih­ren Ge­stal­tungs­spiel­raum bei der Norm­set­zung über­schrit­ten.


(1) Der Se­nat hat durch Ur­teil vom 31. Ju­li 2002 (- 7 AZR 140/01 - zu B II 1 b der Gründe, BA­GE 102, 65) ent­schie­den, dass ei­ne auf die Voll­endung des 55. Le­bens­jah­res be­zo­ge­ne ta­rif­ver­trag­li­che Al­ters­gren­ze für das Ka­bi­nen-per­so­nal, die mit dem mögli­chen al­ters­be­ding­ten Nach­las­sen des phy­si­schen und psy­chi­schen Leis­tungs­vermögens be­gründet wird, die Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses nicht recht­fer­ti­gen kann. Er hat dies da­mit be­gründet, dass das Si­cher­heits­ri­si­ko beim Ein­satz von Ka­bi­nen­per­so­nal dem­je­ni­gen von Cock­pit-Per­so­nal nicht annähernd ver­gleich­bar sei. Fälle, in de­nen der al­ters­be­ding­te Aus­fall ei­nes Mit­glieds des Ka­bi­nen­per­so­nals die Pas­sa­gie­re, die Be­sat­zung oder gar Men­schen in über­flo­ge­nen Ge­bie­ten in erns­te Ge­fahr brin­gen könn­te, sei­en der­art theo­re­tisch und un­wahr­schein­lich, dass sie nicht ge­eig­net sei­en, ei­ne ge­ne­rel­le Al­ters­gren­ze von 55 Jah­ren für die­se Per­so­nen­grup­pen zu recht­fer­ti­gen. Falls ein Mit­glied des Ka­bi­nen­per­so­nals tatsächlich während ei­nes Flugs al­ters­be­dingt aus­fal­len soll­te, würden da­durch Leib und Le­ben der Flug­pas­sa­gie­re und der Be­sat­zungs­mit­glie­der oder sons­ti­ge wich­ti­ge Rechtsgüter nicht gefähr­det. Al­lein mit der ex­tre­men Aus­nah­me­si­tua­ti­on ei­ner et­wai­gen Not­lan­dung las­se sich die Al­ters­gren­ze nicht recht­fer­ti­gen. Die­se Recht­spre­chung hat der Se­nat für ei­ne ta­rif­li­che Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren für
 


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Ka­bi­nen­per­so­nal im Be­schluss vom 16. Ok­to­ber 2008 (- 7 AZR 253/07 (A) - Rn. 20 ff., AP Tz­B­fG § 14 Nr. 55 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 54) bestätigt.

(2) Für die in § 47 MTV Nr. 11 nor­mier­te Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren gilt nichts an­de­res. Der al­ters­be­ding­te Leis­tungs­ab­bau oder das mit zu­neh­men­dem Al­ter erhöhte Ri­si­ko plötz­li­cher, un­vor­her­seh­ba­rer ge­sund­heit­li­cher Aus­fall­er­schei­nun­gen können bei ei­nem Mit­glied des Ka­bi­nen­per­so­nals nicht zu ei­ner annähernd ver­gleich­ba­ren Gefähr­dung für die Si­cher­heit des Flug­ver­kehrs führen wie bei ei­nem Mit­glied des Cock­pit-Per­so­nals. Fälle, in de­nen der al­ters­be­ding­te Aus­fall ei­nes Flug­be­glei­ters an­de­re Men­schen in erns­te Ge­fahr brin­gen könn­te, sind der­art theo­re­tisch und un­wahr­schein­lich, dass sie nicht ge­eig­net sind, ei­ne ge­ne­rel­le Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren zu recht­fer­ti­gen.


(a) Beim Aus­fall ei­nes Mit­glieds des Ka­bi­nen­per­so­nals während des Flugs wer­den Leib und Le­ben an­de­rer Men­schen oder sons­ti­ge wich­ti­ge Rechtsgüter nicht ernst­haft gefähr­det. Zwar hat sich die Be­klag­te dar­auf be­ru­fen, dass ein Flug­be­glei­ter nur ei­ne be­stimm­te An­zahl von Fluggästen hin­sicht­lich der Ein­hal­tung von Si­cher­heits­vor­schrif­ten nach dem sog. Flight Sa­fe­ty Ma­nu­al be­treu­en könne, zB was die ord­nungs­gemäße Un­ter­brin­gung des Gepäcks, die Betäti­gung der Sit­ze und Si­cher­heits­gur­te, das Frei­hal­ten von Ausgängen so­wie die Si­cher­heits­be­leh­rung der Pas­sa­gie­re be­tref­fe. Die durch den Aus­fall ei­nes Flug­be­glei­ters während des Flu­ges ent­ste­hen­de Ge­fah­ren­la­ge ist je­doch der­je­ni­gen beim Aus­fall ei­nes Mit­glieds des Cock­pit-Per­so­nals, das für die Führung des Flug­zeugs ver­ant­wort­lich ist, nicht ver­gleich­bar. Selbst wenn der Aus­fall ei­nes Flug­be­glei­ters zur Ver­nachlässi­gung ein­zel­ner nach dem Flight Sa­fe­ty Ma­nu­al oder dem First Aid Ma­nu­al be­ste­hen­der Si­cher­heits­be­stim­mun­gen führen soll­te, er­scheint es völlig un­wahr­schein­lich, dass dies den Ab­sturz des Flug­zeu­ges zur Fol­ge ha­ben könn­te.


(b) In Fällen ei­ner Not­lan­dung oder Not­was­se­rung könn­te das al­ters­be­ding­te Nach­las­sen der Leis­tungsfähig­keit oder der vollständi­ge Aus­fall ei­nes Mit­glieds des Ka­bi­nen­per­so­nals zwar zu ei­ner Gefähr­dung der Pas­sa­gie­re führen, wenn das Flug­zeug nicht schnell ge­nug oder nicht sach­ge­recht geräumt wer­den könn­te oder - bei ei­ner Not­was­se­rung - nicht al­le Ret­tungs­boo­te


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ord­nungs­gemäß be­treut wer­den könn­ten. Die­se Fälle sind je­doch der­art theo­re­tisch und un­wahr­schein­lich, dass sie zur Recht­fer­ti­gung ei­ner ge­ne­rel­len Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren für das Ka­bi­nen­per­so­nal nicht ge­eig­net sind (vgl. BAG 16. Ok­to­ber 2008 - 7 AZR 253/07 (A) - Rn. 19 - 21, AP Tz­B­fG § 14 Nr. 55 = EzA Tz­B­fG § 14 Nr. 54).

cc) Die Al­ters­gren­ze von 60 Jah­ren ist nicht des­halb sach­lich ge­recht­fer­tigt, weil das Ka­bi­nen­per­so­nal die Möglich­keit hat, Ansprüche auf ei­ne von der Be­klag­ten fi­nan­zier­te, ta­rif­lich ge­re­gel­te Über­g­angs­ver­sor­gung zu er­wer­ben. Ei­ne Über­g­angs­ver­sor­gung ist nach der ständi­gen Recht­spre­chung des Se­nats al­len­falls ge­eig­net, ei­ne an sich sach­lich ge­recht­fer­tig­te Al­ters­gren­ze als „noch eher zu­mut­bar“ er­schei­nen zu las­sen (BAG 31. Ju­li 2002 - 7 AZR 140/01 - zu B II 4 der Gründe, BA­GE 102, 65).


b) Da die Ge­fah­ren­la­ge für die Si­cher­heit des Flug­ver­kehrs beim Aus­fall von Mit­glie­dern des Ka­bi­nen­per­so­nals der­je­ni­gen beim Aus­fall von Cock­pit-Per­so­nal nicht annähernd ver­gleich­bar ist, ist die Nor­mie­rung ei­ner Al­ters-gren­ze von 60 Jah­ren für Ka­bi­nen­per­so­nal nicht aus Gründen der Gleich­be­hand­lung mit Cock­pit-Per­so­nal ge­bo­ten. Ei­ne Un­gleich­be­hand­lung bei­der Per­so­nen­grup­pen in Be­zug auf die Al­ters­gren­ze verstößt da­her we­der ge­gen Art. 3 Abs. 1 GG, noch be­wirkt sie ei­ne un­zulässi­ge ge­schlechts­spe­zi­fi­sche Dis­kri­mi­nie­rung iSv. §§ 7, 1 AGG des über­wie­gend männ­li­chen Cock­pit-Per­so­nals ge­genüber dem über­wie­gend weib­li­chen Ka­bi­nen­per­so­nal.

II. Der Kla­ge­an­trag zu 2. ist dem Se­nat nicht zur Ent­schei­dung an­ge­fal­len. Mit die­sem An­trag macht die Kläge­rin den vom Großen Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­wi­ckel­ten Wei­ter­beschäfti­gungs­an­spruch für die Dau­er des Rechts­streits (BAG 27. Fe­bru­ar 1985 - GS 1/84 - BA­GE 48, 122) gel­tend. In die­sem Sin­ne hat das Ar­beits­ge­richt den An­trag nach den Ausführun­gen zu II des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils aus­ge­legt. Ge­gen die­se Würdi­gung ha­ben sich die Par­tei­en nicht ge­wandt. Der Rechts­streit ist mit der Verkündung der Ent­schei­dung des Se­nats über den Kla­ge­an­trag zu 1. rechts­kräftig ab­ge­schlos­sen. Der Se­nat hat da­her nicht zu prüfen, ob das Lan­des­ar­beits­ge­richt dem Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag zu Recht statt­ge­ge­ben hat.


III. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 97 Abs. 1 ZPO. 


Lin­sen­mai­er 

Gräfl 

Kiel

G. Güner 

Han­sen

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