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07/12b LAG Ber­lin ur­teilt zu krank­heits­be­ding­ter Kün­di­gung.

Kei­ne Be­ru­fung auf krank­heits­be­ding­te be­trieb­li­che Be­las­tun­gen, wenn der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer aus be­triebs­be­ding­ten Grün­den oh­ne­hin nicht mehr be­schäf­ti­gen kann: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin, Ur­teil vom 25.01.2007, 6 Sa 1245/06

22.05.2007. In ei­nem ak­tu­el­len Fall hat­te das Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Ber­lin über ei­ne krank­heits­be­ding­te Kün­di­gung zu ent­schei­den, von der ei­ne sehr lan­ge be­schäf­tig­te und in­fol­ge­des­sen ta­rif­lich un­künd­ba­re Ar­beit­neh­me­rin be­trof­fen war.

Die Ent­schei­dung ist des­halb in­ter­es­sant, weil der Ar­beit­ge­ber hier gleich zwei­mal ge­kün­digt hat und im Er­geb­nis in­fol­ge die­ser zwei­fa­chen Kün­di­gung auf die Na­se ge­fal­len ist.

Die Be­son­der­heit des Fal­les be­stand dar­in, dass der Ar­beit­ge­ber zu­nächst ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gung mit Aus­lauf­frist er­klärt hat­te, da er die Rei­ni­gungs­ar­bei­ten, für die die Ar­beit­neh­me­rin ein­ge­stellt war, ei­nem ein­hun­dert­pro­zen­ti­gen Toch­ter­un­ter­neh­men über­tra­gen woll­te. Aus die­sem be­trieb­li­chen Grun­de ent­fiel - nach ei­ge­nem Vor­brin­gen des Ar­beit­ge­bers - die Mög­lich­keit ei­ner wei­te­ren ver­trags­ge­rech­ten Be­schäf­ti­gung der Ar­beit­neh­me­rin, und zwar lan­ge vor En­de der Aus­lauf­frist.

Aber mit die­ser Kün­di­gung ließ es der Ar­beit­ge­ber nicht be­wen­den, son­dern sprach vor­sichts­hal­ber ei­ne wei­te­re Kün­di­gung aus, und zwar we­gen krank­heits­be­ding­ter Fehl­zei­ten der Ar­beit­neh­me­rin. Auch die­se Kün­di­gung konn­te er we­gen der Un­künd­bar­keit nur als au­ßer­or­dent­li­che Kün­di­gung mit Aus­lauf­frist aus­spre­chen.

Die Ar­beit­neh­me­rin zog vor Ge­richt und er­hob mit Er­folg Kün­di­gungs­schutz­kla­ge. Das Ar­beits­ge­richt hielt al­le bei­de Kün­di­gun­gen für un­wirk­sam. Da­ge­gen ging der Ar­beit­ge­ber in Be­ru­fung, wand­te sich da­bei aber nur ge­gen die Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts zu der au­ßer­or­dent­li­chen krank­heits­be­ding­ten Kün­di­gung.

Da­mit hat­te er kein Glück, denn das LAG Ber­lin wies sei­ne Be­ru­fung zu­rück. In der Be­ru­fung wur­de dem Ar­beit­ge­ber sein „Dop­pel­schlag“ zum Ver­häng­nis: 

Da er zwei Kün­di­gun­gen aus­ge­spro­chen hat­te und sich zur Be­grün­dung sei­ner ei­ge­nen be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gung auf den dau­er­haf­ten Weg­fall der Be­schäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten be­ru­fen hat­te, hielt im das LAG vor, er hät­te doch oh­ne­hin aus be­trieb­li­chen Grün­den kei­ne Ein­satz­mög­lich­kei­ten mehr für die Ar­beit­neh­me­rin. Dann aber könn­te die Krank­heit, so die Über­le­gung des LAG, auch kei­ne ne­ga­ti­ven be­trieb­li­chen Aus­wir­kun­gen ha­ben.

Fa­zit: Ei­ne Kün­di­gung kann nicht auf an­geb­li­che be­trieb­li­che Be­las­tun­gen we­gen pro­gnos­ti­zier­ter wei­te­rer krank­heits­be­ding­ter Fehl­zei­ten ge­stützt wer­den, wenn der Ar­beit­ge­ber den Ar­beit­neh­mer aus be­triebs­be­ding­ten Grün­den oh­ne­hin nicht mehr be­schäf­ti­gen kann.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 24. August 2016

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