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Zu­gang zur Pri­vat­ver­si­che­rung er­schwert

10.05.2007. Das Fünf­te Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB V) de­fi­niert wie an­de­re Bü­cher des So­zi­al­ge­setz­bu­ches zu Be­ginn den Um­kreis der ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Per­so­nen.

Dies sind ge­mäß § 5 Abs.1 Nr.1 SGB V vor al­lem die Ar­beit­neh­mer. Vor­aus­ge­setzt ist al­ler­dings, dass die Ar­beit­neh­mer nicht die lau­fend nach oben hin an­ge­pass­te Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze (JAE) in der Ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) über­schrei­ten.

Dann näm­lich sind auch Ar­beit­neh­mer ge­mäß der Aus­nah­me­vor­schrift des § 6 Abs.1 Nr.1 SGB V ver­si­che­rungs­frei. Die JAE be­trug in den ver­gan­gen Jah­ren:

Für die Ver­si­che­rungs­frei­heit von Ar­beit­neh­mern war nach bis­he­ri­gem Recht al­lein er­for­der­lich, dass das "re­gel­mä­ßi­ge Jah­res­ar­beits­ent­gelt" die Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze "über­steigt".

Nun­mehr wur­de § 6 Abs.1 Nr.1 SGB V ge­än­dert, und zwar durch das "Ge­setz zur Stär­kung des Wett­be­werbs in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV-Wett­be­werbs­ver­stär­kungs­ge­setz - GKV-WSG).

Auf­grund des GKV-WSG wur­de die An­wen­dung der JAE da­hin­ge­hend ge­än­dert, dass der Ar­beit­neh­mer nun­mehr über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum von drei auf­ein­an­der fol­gen­den Ka­len­der­jah­ren ein über der JAE lie­gen­des Jah­res­ge­halt ha­ben muss. Ge­nau­er ge­sagt: Die Ver­si­che­rungs­frei­heit setzt erst dann ein, wenn das ak­tu­el­le (re­gel­mä­ßi­ge) Jah­res­ge­halt über der Gren­ze liegt und wenn dies zu­gleich (in der Rück­schau) wäh­rend der ver­gan­ge­nen drei Jah­re der Fall war. § 6 Abs.1 Nr.1 SGB V lau­tet in der Fas­sung des GKV-WSG wie folgt:

"(1) Ver­si­che­rungs­frei sind

1. Ar­bei­ter und An­ge­stell­te, de­ren re­gel­mä­ßi­ges Jah­res­ar­beits­ent­gelt die Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze nach den Ab­sät­zen 6 oder 7 über­steigt und in drei auf­ein­an­der fol­gen­den Ka­len­der­jah­ren über­stie­gen hat; dies gilt nicht für See­leu­te; Zu­schlä­ge, die mit Rück­sicht auf den Fa­mi­li­en­stand ge­zahlt wer­den, blei­ben un­be­rück­sich­tigt,

2. (…)"

Auf­grund die­ser Ge­set­zes­re­form er­gibt sich vor al­lem für Be­rufs­ein­stei­ger ei­ne gra­vie­ren­de Än­de­rung: Die­se kön­nen sich bei re­gel­mä­ßi­gem Über­stei­gen der JAE nicht mehr ab so­fort für ei­ne pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung ent­schei­den, son­dern ha­ben die­ses Recht frü­hes­tens nach ei­ner drei­jäh­ri­gen Be­schäf­ti­gungs­zeit.

Aus Grün­den des Ver­trau­ens­schut­zes sieht das GKV-WSG ei­ne Be­sitz­stands­wah­rung vor (§ 6 Abs.8 SGB V neue Fas­sung): Wer am 02.02.2007 we­gen Über­schrei­tens der JAE pri­vat ver­si­chert war, al­ler­dings die ver­schärf­ten Vor­aus­set­zun­gen der Neu­re­ge­lung für die Ver­si­che­rungs­frei­heit nicht er­füllt, bleibt wei­ter­hin ver­si­che­rungs­frei, so­lan­ge er kei­nen an­der­wei­ti­gen Tat­be­stand der Ver­si­che­rungs­pflicht er­füllt.

Das Ge­setz tritt am 01.04.2007 in Kraft. Auf­grund der Stich­tags­re­ge­lung (02.02.2007, Tag der ers­ten Le­sung) wer­den al­ler­dings die­je­ni­gen Ar­beit­neh­mer rück­wir­kend der ge­än­der­ten bzw. wei­ter­ge­hen­den Ver­si­che­rungs­pflicht un­ter­wor­fen, die am Stich­tag nicht die Vor­aus­set­zun­gen für die Be­sitz­stands­wah­rung er­fül­len.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 13. September 2016

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