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Ab­fin­dung und Steu­er: Än­de­run­gen 2006

Weg­fall der Steu­er­frei­be­trä­ge bei Ab­fin­dun­gen: Ab 2006 sind Ab­fin­dun­gen im­mer zu ver­steu­ern: Ge­setz zum Ein­stieg in ein steu­er­li­ches So­fort­pro­gramm vom 27.12.2005

03.01.2006. Bis En­de 2005 gab es ei­nen Steu­er­frei­be­trag für Ab­fin­dung, wenn die­se we­gen ei­ner vom Ar­beit­ge­ber ver­an­laß­ten oder ge­richt­lich aus­ge­spro­che­nen Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ver­ein­bart wur­den.

Bis zu ei­nem Ab­fin­dungs-Höchst­be­trag von 7.200 EUR woll­te der Staat kei­ne Geld ha­ben, d.h. Ab­fin­dun­gen bis zu die­ser Hö­he wa­ren steu­er­frei.

Die­se Steu­er­ver­güns­ti­gung wur­de mit Wir­kung vom 01.01.2006 ab­ge­schafft. Es gel­ten aber Über­gangs­fris­ten.

Wie war eine Abfindung bisher zu versteuern?

Bis zum 31.12.2005 galt gemäß § 3 Nr.9 EStG (Ein­kom­men­steu­er­ge­setz), daß ei­ne Ab­fin­dung we­gen ei­ner vom Ar­beit­ge­ber ver­an­laßten oder ge­richt­lich aus­ge­spro­che­nen Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses bis zu ei­nem Höchst­be­trag von 7.200 EUR steu­er­frei war.

Hat­te der Ar­beit­neh­mer das 50. Le­bens­jahr voll­endet und hat­te das Ar­beits­verhält­nis min­des­tens 15 Jah­re be­stan­den, erhöhte sich der Frei­be­trag auf 9.000,00 EUR. Hat­te der Ar­beit­neh­mer das 55. Le­bens­jahr voll­endet und hat­te das Ar­beits­verhält­nis min­des­tens 15 Jah­re be­stan­den, galt ein noch­mals erhöhter Frei­be­trag, nämlich ein Frei­be­trag von 11.000,00 EUR.

Über­stieg die Ab­fin­dung die oben ge­nann­ten Höchst­beträge des § 3 Nr.9 EStG, dann mußte dafür Lohn­steu­er ab­geführt wer­den. Die­se konn­te al­ler­dings gemäß § 24 Nr.1 a oder b in Ver­bin­dung mit § 34 EStG ermäßigt sein.

Was hat sich zum 01.01.2006 geändert?

Der Ge­setz­ge­ber hat mit dem "Ge­setz zum Ein­stieg in ein steu­er­li­ches So­fort­pro­gramm" vom 27.12.2005 die Vor­schrift des § 3 Nr. 9 EStG mit Wir­kung vom 01.01.2006 er­satz­los ab­ge­schafft und mit ihm die bis­her gel­ten­de Steu­er­vergüns­ti­gung für Ab­fin­dun­gen.

Für Ar­beits­verhält­nis­se, die nach dem 01.01.2006 ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung auf Ver­an­las­sung des Ar­beit­ge­bers be­en­det wer­den, gibt es da­her kei­ne steu­er­li­chen Begüns­ti­gun­gen von Ab­fin­dun­gen mehr. Al­ler­dings hat der Ge­setz­ge­ber gleich­zei­tig mit der Ab­schaf­fung des § 3 Nr.9 EStG ei­ne Über­g­angs­re­ge­lung ge­schaf­fen. Die­se ist in § 52 Abs.4a Satz 1 EStG ent­hal­ten und lau­tet:

"(4a) § 3 Nr.9 in der bis zum 31. De­zem­ber 2005 gel­ten­den Fas­sung ist wei­ter an­zu­wen­den für vor dem 1. Ja­nu­ar 2006 ent­stan­de­ne Ansprüche der Ar­beit­neh­mer auf Ab­fin­dun­gen oder für Ab­fin­dun­gen we­gen ei­ner vor dem 1. Ja­nu­ar 2006 ge­trof­fe­nen Ge­richts­ent­schei­dung oder ei­ner am 31. De­zem­ber 2005 anhängi­gen Kla­ge, so­weit die Ab­fin­dun­gen dem Ar­beit­neh­mer vor dem 1. Ja­nu­ar 2008 zu­fließen."

Wenn die Vor­aus­set­zun­gen die­ser Über­g­angs­re­ge­lung vor­lie­gen, ist die Ab­fin­dung wei­ter­hin gemäß der ehe­ma­li­gen Re­ge­lung des § 3 Nr.9 EStG steu­er­lich begüns­tigt, d.h. es gel­ten die o.g. Frei­beträge.

In welchen Fällen gilt die Übergangsregelung des § 52 Abs.4a Satz 1 EStG?

Ers­te Kon­stel­la­ti­on: Der An­spruch auf Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung ist vor dem 01.01.2006 ent­stan­den (et­wa auf­grund ei­ner vom Ar­beit­ge­ber spätes­tens am 31.12.2006 erklärten Kündi­gung, falls ein So­zi­al­plan da­mit ei­nen Ab­fin­dungs­an­spruch ver­knüpft) UND die Ab­fin­dung wird dem Ar­beit­neh­mer bis spätes­tens am 31.12.2007 aus­be­zahlt.

Zwei­te Kon­stel­la­ti­on: Der An­spruch auf Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung er­gibt sich aus ei­ner vor dem 01.01.2006 ge­trof­fe­nen ar­beits­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung (z.B. un­mit­tel­bar aus ei­ner ge­richt­li­chen Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung oder mit­tel­bar aus ei­ner ge­richt­li­chen Fest­stel­lung der Wirk­sam­keit ei­ner Kündi­gung, falls da­mit auf­grund ei­nes So­zi­al­pla­nes ein Ab­fin­dungs­an­spruch ver­bun­den ist) UND die Ab­fin­dung wird dem Ar­beit­neh­mer bis spätes­tens am 31.12.2007 aus­be­zahlt.

Drit­te Kon­stel­la­ti­on: Der An­spruch auf Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung er­gibt sich als Fol­ge ei­ner Kla­ge, die spätes­tens am 31.12.2005 anhängig ge­macht wur­de (et­wa als Fol­ge ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge, die mit ei­nem Ab­fin­dungs­ver­gleich en­det) UND die Ab­fin­dung wird dem Ar­beit­neh­mer bis spätes­tens am 31.12.2007 aus­be­zahlt.

Ach­tung: Ab­fin­dun­gen sind un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch auf das Ar­beits­lo­sen­geld an­zu­rech­nen.

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Letzte Überarbeitung: 30. Dezember 2013

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