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Arbeitsrecht aktuell
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Al­ters­gren­ze für Tä­tig­keit von Ärz­ten

Ent­we­der ge­ne­rell oder gar nicht: Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof, Ur­teil vom 12.01.2010, C-341/08 (Pe­ter­sen gg. Be­ru­fungs­aus­schuss für Zahn­ärz­te)
Europafahne
15.04.2010. Selb­stän­di­ge kön­nen sel­ber ent­schei­den, wann sie mit ih­rer Tä­tig­keit auf­hö­ren wol­len, d.h. sie kön­nen auch im "Ren­ten­al­ter" noch wei­ter ar­bei­ten.

An­ders war dies für Ver­trags(zahn)ärz­te, al­so Ärz­te, die auch ge­setz­lich kran­ken­ver­si­cher­te Pa­ti­en­ten be­han­deln dür­fen, bis En­de 2008 ge­re­gelt. Ih­re Zu­las­sung en­de­te zwangs­wei­se mit En­de des Quar­tals, in dem sie das 68. Le­bens­jahr voll­endet hat­ten. Hier­über ent­zün­de­ten sich vie­le Rechts­strei­tig­kei­ten.

Um die Fra­ge der eu­ro­pa­recht­li­chen Zu­läs­sig­keit der­ar­ti­ger Al­ters­ober­gren­zen kreist das vor­lie­gen­de Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs (EUGH) vom 12.01.2010, bei dem es um ei­ne Zahn­ärz­tin ging, die auch nach Er­rei­chen der Al­ters­ober­gren­ze wei­ter prak­ti­zie­ren woll­te: EUGH, Ur­teil vom 12.01.2010, C-341/08 (Pe­ter­sen gg. Be­ru­fungs­aus­schuss für Zahn­ärz­te).

Altersgrenze und Diskriminierungsverbot aufgrund des Alters

Das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung im Er­werbs­le­ben auf­grund des Al­ters ist nach der Recht­spre­chung des Eu­ropäischen Ge­richts­hofs (EuGH) ein all­ge­mei­ner Grund­satz des Ge­mein­schafts­rechts. Die Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27.11.2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf (Richt­li­nie 2000/78/EG) dient der Durch­set­zung die­ses Grund­sat­zes, in­dem sie Al­ters­dis­kri­mi­nie­run­gen im All­ge­mei­nen ver­bie­tet (Art.1, Art.2 der Richt­li­nie).

An­de­rer­seits er­laubt die Richt­li­nie „ge­recht­fer­tig­te Un­gleich­be­hand­lun­gen we­gen des Al­ters“ un­ter be­stimm­ten Umständen aus­drück­lich (Art.6 der Richt­li­nie). Die­sen Vor­ga­ben der Richt­li­nie ent­spre­chend enthält auch das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ein all­ge­mei­nes Ver­bot der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung, lässt al­ters­be­ding­te Schlech­ter­stel­lun­gen aber im Aus­nah­me­fall zu (§ 10 AGG).

Wel­che Un­gleich­be­hand­lun­gen we­gen des Al­ters ge­recht­fer­tigt sind und wel­che nicht, ist seit Jah­ren um­strit­ten. Ins­be­son­de­re an der Be­en­di­gung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses, des ak­ti­ven Diens­tes ei­nes Be­am­ten oder ei­ner selbständi­gen Be­rufstätig­keit auf­grund recht­lich fest­ge­leg­ter star­rer Al­ters­gren­zen schei­den sich die Geis­ter. Die hier­zu in den letz­ten Jah­ren er­gan­ge­ne Recht­spre­chung des EuGH und der deut­schen Ge­rich­te ist wi­dersprüchlich.

Grund­le­gend für die Mei­nung des EuGH zum The­ma Zwangs­pen­sio­nie­rung ist nach wie vor sein Ur­teil in dem aus Spa­ni­en stam­men­den Fall „Pa­la­ci­os“ (EuGH, Ur­teil vom 16.10.2007, C-411/05), das drei we­sent­li­che Eck­punk­te für die Be­ur­tei­lung von Al­ters­gren­zen enthält:

Ers­tens: Die Be­en­di­gung von Ar­beits­verhält­nis­sen auf­grund von Al­ters­gren­zen ist ei­ne al­ters­be­ding­te Schlech­ter­stel­lung der da­von be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer, da die­se ih­ren Ar­beits­platz ver­lie­ren, und be­darf da­her ei­ner Recht­fer­ti­gung im Sin­ne von Art.6 der Richt­li­nie 2000/78/EG. Er­for­der­lich ist da­zu ein an­er­ken­nens­wer­tes so­zi­al­po­li­ti­sches Ziel, v.a. aus den Po­li­tik­fel­dern Beschäfti­gungs­po­li­tik und Ar­beits­markt.

Zwei­tens: Die Mit­tel, mit de­nen ein sol­ches Ziel er­reicht wer­den soll, d.h. die Re­ge­lun­gen über die Zwangs­pen­sio­nie­rung, müssen „ob­jek­tiv und an­ge­mes­sen“ sein. Da­bei ha­ben Staat und So­zi­al­part­ner zwar ei­nen wei­ten Er­mes­sens­spiel­raum bei der Wahl der Zie­le und Mit­tel, müssen aber Zie­le und Mit­tel in ei­ner ra­tio­nal nach­voll­zieh­ba­ren bzw. „kohären­ten“ Wei­se mit­ein­an­der in Be­zie­hung set­zen.

Drit­tens muss auch die recht­li­che Un­gleich­be­hand­lung selbst, d.h. die Art und Wei­se der recht­li­chen Schlech­ter­stel­lung älte­rer Ar­beit­neh­mer un­ter Berück­sich­ti­gung der da­mit ver­folg­ten Zie­le „an­ge­mes­sen“ und „er­for­der­lich“ sein. Be­nennt der Norm­ge­ber sei­ne Zie­le nicht aus­drück­lich, müssen sie we­nigs­tens aus den Umständen (Ab­lauf der Ge­setz­ge­bung, Zu­sam­men­hang mit an­de­ren Ge­set­zen etc.) er­kenn­bar sein.

In dem Rechts­streit, der dem Ur­teil des EuGH in Sa­chen Pa­la­ci­os zu­grun­de lag, ging es um ei­ne ge­setz­lich ge­re­gel­te Be­en­di­gung von Ar­beits­verhält­nis­sen zum Zwe­cke der Ent­las­tung des na­tio­na­len Ar­beits­mark­tes und da­mit der Eindämmung der Ar­beits­lo­sig­keit. Vor dem Hin­ter­grund die­ser Zweck­set­zung hat­te der EuGH die spa­ni­sche Zwangs­be­ren­tung nicht be­an­stan­det. Heik­ler sind da­ge­gen Fälle der al­ters­be­ding­ten Be­en­di­gung von Er­werbs­bio­gra­phi­en, wenn sie mit dem Nach­las­sen der Leis­tungsfähig­keit und/oder mit dem ganz abs­trak­ten Ziel ei­nes Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sels be­gründet wer­den.

Über ei­ne sol­che Kon­stel­la­ti­on hat­te der EuGH kürz­lich auf der Grund­la­ge ei­nes aus Deutsch­land stam­men­den Vor­la­ge­fal­les zu ent­schei­den (EuGH, Ur­teil vom 12.01.2010, C-341/08 - Pe­ter­sen gg. Be­ru­fungs­aus­schuss für Zahnärz­te).

Der Fall des Europäischen Gerichtshof: Zahnärztin klagt gegen Altersobergrenze für Kassenzulassung

Das Ge­setz zur Si­che­rung und Struk­tur­ver­bes­se­rung der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung vom 21.12.1992 (BGBl. I, S. 2266) führ­te zu­sam­men mit der Be­schränkung der Kas­sen­arzt­zu­las­sung ei­ne Höchst­al­ters­gren­ze für Kas­senärz­te („Ver­tragsärz­te“) ein. Sie war später in § 95 Abs. 7 Satz 3 Fünf­tes Buch So­zi­al­ge­setz­buch (SGB V) fest­ge­schrie­ben und galt auch für Zahnärz­te. Da­nach en­de­te die Zu­las­sung zur ver­tragsärzt­li­chen Ver­sor­gung seit dem 01.01.1999 mit Ab­lauf des Ka­len­der­vier­tel­jahrs, in dem der Ver­trags­arzt das 68. Le­bens­jahr voll­ende­te. Seit Ok­to­ber 2008 sind die Al­ters­gren­zen fort­ge­fal­len; für das Jahr 2008 gel­ten Über­g­angs­re­ge­lun­gen.

Hin­ter die­ser mitt­ler­wei­le ab­ge­schaff­ten Al­ters­gren­ze stan­den ver­schie­de­ne Zweck­set­zun­gen. Bei Einführung der Al­ters­gren­ze ging es vor al­lem um die Ge­rech­tig­keit zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen. Da die Zu­las­sungs­be­schränkun­gen vor al­lem die jünge­ren, noch nicht zur ver­tragsärzt­li­chen Ver­sor­gung zu­ge­las­se­nen Ärz­te und Zahnärz­te be­las­te­ten, soll­ten die älte­ren bei Er­rei­chen ei­ner Al­ters­gren­ze dem­ent­spre­chend „Platz ma­chen“. Da die ge­biets­be­zo­ge­nen Zu­las­sungs­be­schränkun­gen aber be­reits vor dem Weg­fall der Al­ters­gren­ze, nämlich ab 2007, ab­ge­schafft wur­den, war die­se Be­gründung der Al­ters­gren­ze nicht mehr recht über­zeu­gend. Als wei­te­rer Zweck der Al­ters­gren­ze wur­den da­her der Schutz der Ge­sund­heit der ge­setz­lich kran­ken­ver­si­cher­ten Pa­ti­en­ten an­geführt so­wie das Ziel ei­ner Kos­tendämp­fung im Ge­sund­heits­we­sen. Der Kos­tendämp­fungs­zweck wird mit der The­se un­ter­mau­ert, dass es im Ge­sund­heits­we­sen ei­ne „an­ge­bots­in­du­zier­te Nach­fra­ge“ ge­be, d.h. dass vie­le Kas­senärz­te vie­le Be­hand­lun­gen und da­mit ver­mehr­te Kos­ten für die Kran­ken­kas­sen „er­zeug­ten“.

Die­se Zie­le be­fand das So­zi­al­ge­richt (SG) Dort­mund für nicht über­zeu­gend, als es über den Fall ei­ner zum 30.06.2007 zwangs­pen­sio­nier­ten Ver­trags­zahnärz­tin, Frau Dr. Pe­ter­sen, zu ent­schei­den hat­te. Da das So­zi­al­ge­richt al­lein das Ziel des Schut­zes der Pa­ti­en­ten vor al­ters­be­dingt nach­las­sen­der ärzt­li­cher Leis­tungsfähig­keit für ernst­haft dis­ku­ta­bel er­ach­te­te, leg­te es dem EuGH ver­schie­de­ne Fra­gen zur Vor­ab­ent­schei­dung vor, die auf die Klärung der Fra­ge ziel­ten, ob der Zweck des Pa­ti­en­ten­schut­zes vor al­ters­be­dingt nach­las­sen­der ärzt­li­cher Leis­tungsfähig­keit mit der Richt­li­nie 2000/78/EG ver­ein­bar sei oder nicht (SG Dort­mund, Be­schluss vom 25.06.2008, S 16 KA 117/07).

Europäischer Gerichtshof: Keine Altersdiskriminierung, wenn Altersgrenze gegenüber allen Ärzten gleichermaßen gilt

Der EuGH hat im An­schluss an sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung, v.a. an das Pa­la­ci­os-Ur­teil, den be­nach­tei­li­gen­den Cha­rak­ter der hier strei­ti­gen Zwangs­pen­sio­nie­rung her­aus­ge­stellt und sich so­dann mit den hier strei­ti­gen Zie­len aus­ein­an­der­ge­setzt.

Das vom SG Dort­mund in den Vor­der­grund gerück­te Ziel des Schut­zes der Pa­ti­en­ten vor den Fol­gen al­ters­be­dingt schlech­ter wer­den­der zahnärzt­li­cher Leis­tun­gen ließ der Ge­richts­hof nicht gel­ten, da ei­ne sol­che Ziel­set­zung des deut­schen Ge­setz­ge­bers „in­kohärent“ wäre: Da nämlich Zahnärz­te in Deutsch­land auch dann, wenn sie 68 Jah­re oder älter sind, Pri­vat­pa­ti­en­ten oh­ne je­de Ein­schränkung wei­ter be­han­deln dürfen, würde der deut­sche Ge­setz­ge­ber ex­tre­me Schutzlücken zu­las­ten pri­vat ver­si­cher­ter Pa­ti­en­ten in Kauf neh­men. Das „Tat­te­rich-Ar­gu­ment“ zieht da­her nur dann, wenn es kon­se­quent ge­genüber al­len Be­rufs­an­gehöri­gen um­ge­setzt wird: Dann müss­ten al­le Zahnärz­te - ob Frei­be­ruf­ler oder An­ge­stell­te, ob für Kas­sen- oder Pri­vat­pa­ti­en­ten tätig - mit 68 Jah­ren vom Staat zur Be­rufs­auf­ga­be ge­zwun­gen wer­den.

Das Kos­tendämp­fungs­ar­gu­ment ließ der EuGH da­ge­gen un­ter Ver­weis auf Art.2 Abs.5 der Richt­li­nie 2000/78/EG als ein mögli­cher­wei­se bzw. im Prin­zip be­rech­tig­tes Ar­gu­ment gel­ten, woll­te da­zu aber im kon­kre­ten Fall nicht Stel­lung neh­men, da das SG Dort­mund selbst die­sen Zweck nicht in sei­ne an den EuGH ge­rich­te­te An­fra­ge auf­ge­nom­men hat­te. Da­her wur­de das SG Dort­mund da­hin­ge­hend be­schie­den, es möge nun­mehr prüfen, ob die strei­ti­ge Al­ters­gren­ze „das Ri­si­ko ei­ner er­heb­li­chen Gefähr­dung des fi­nan­zi­el­len Gleich­ge­wichts des Sys­tems der so­zia­len Si­cher­heit mit dem Ziel ver­mei­den soll, ein ho­hes Ni­veau des Ge­sund­heits­schut­zes zu er­rei­chen“ (Ur­teil, Rn.64).

Kri­tisch ist zu die­sen Ausführun­gen des EuGH an­zu­mer­ken, dass ein sach­li­cher Zu­sam­men­hang zwi­schen ei­nem vor­gerück­ten Al­ter und dem Ziel der Kos­tendämp­fung nicht er­kenn­bar ist: Wenn vie­le Kas­sen-Zahnärz­te vie­le Be­hand­lun­gen und da­mit ho­he Kos­ten er­zeu­gen, ver­rin­gert ein „Aus­mus­tern“ älte­rer Zahnärz­te si­cher­lich das vor­han­de­ne An­ge­bot und da­mit die Ge­sund­heits­kos­ten, doch käme wohl nie­mand auf die Idee, mit ei­ner sol­chen Be­gründung weib­li­chen, un­ver­hei­ra­te­ten oder ka­tho­li­schen Zahnärz­ten die Zu­las­sung zu ent­zie­hen. Al­ler­dings steht der EuGH hier in Übe­rein­stim­mung mit der Ten­denz sei­ner Ent­schei­dung in Sa­chen Pa­la­ci­os (Ur­teil vom 16.10.2007, C-411/05).

Sch­ließlich lässt der EuGH auch das Ziel der Her­stel­lung der Ge­rech­tig­keit zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen im Prin­zip gel­ten, wo­bei er auf Art.6 Abs.1 Satz 1 der Richt­li­nie 2000/878/EG, d.h. auf die Möglich­keit ei­ner „ge­recht­fer­tig­ten“ Schlech­ter­stel­lung we­gen des Al­ters ver­weist. Ei­ne Al­ters­gren­ze von der Art der hier strei­ti­gen und die da­mit ver­bun­de­ne Schlech­ter­stel­lung älte­rer Ver­trags­zahnärz­te kann durch das Ziel der Ver­tei­lung der „Be­rufs­chan­cen zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen“ ge­recht­fer­tigt sein, falls die Zahl der Ver­trags­zahnärz­te überhöht ist oder, so der EuGH im An­schluss an die Ar­gu­men­ta­ti­on der Bun­des­re­gie­rung, „die la­ten­te Ge­fahr be­steht, dass ei­ne sol­che Si­tua­ti­on ein­tritt“.

Auch in die­sem Punkt sind die Über­le­gun­gen des EuGH nicht recht nach­voll­zieh­bar: Zu der Zeit, zu der die hier strei­ti­ge Al­ters­gren­ze die Kläge­rin be­las­te­te (2007), gal­ten kei­ne ge­biets­quo­tenmäßigen Zu­gangs­be­schränkun­gen mehr, so dass die Bun­des­re­gie­rung nur mit ei­ner mögli­chen bzw. „la­ten­ten“ Ge­fahr ei­ner Über­ver­sor­gung mit Ver­trags­zahnärz­ten ar­gu­men­tie­ren konn­te. Be­steht aber fak­tisch kei­ne Über­ver­sor­gung, wird der Zu­gang jünge­rer Ver­trags­zahnärz­te zum Markt nicht da­durch be­hin­dert, dass dort (auch) Zahnärz­te im Al­ter von mehr als 68 Jah­ren tätig sind (Ur­teil, Rn.71). Wenn die Al­ten den Jun­gen aber nichts weg­neh­men, wie­so wer­den sie dann zum Aufhören ge­zwun­gen? Mit der erst vor kur­zem vom EuGH zu­recht be­ton­ten weit­ge­hen­den Be­gründungs­last, die der Staat im Fal­le von al­ters­be­ding­ten recht­li­chen Schlech­ter­stel­lun­gen trägt (Ur­teil vom 05.03.2009, C-388/07 - Age Con­cern, Rn.65), ist die­se vor­neh­me Zurück­hal­tung des EuGH nicht in Ein­klang zu brin­gen.

Fa­zit: Das Ar­gu­ment der nach­las­sen­den Leis­tungsfähig­keit kann Zwangs­pen­sio­nie­run­gen recht­fer­ti­gen, muss aber dann ge­genüber al­len Be­rufs­trägern in glei­cher Wei­se um­ge­setzt wer­den, da die Ziel­vor­ga­be an­sons­ten wi­dersprüchlich ist. Darüber hin­aus hält der EuGH es für zulässig, älte­re Er­werbstäti­ge zum Zwe­cke der „Markt­be­rei­ni­gung“ (hier: der Kos­tendämp­fung im Ge­sund­heits­we­sen) von der wei­te­ren Be­rufs­ausübung ab­zu­hal­ten - wo­mit aber letzt­lich das Ver­bot der Al­ters­dis­kri­mi­nie­rung auf­ge­ge­ben wird. Sch­ließlich kann sich der Staat nach Mei­nung des EuGH auch ei­ne Ver­tei­lung der Be­rufs­chan­cen zwi­schen den Ge­ne­ra­tio­nen zur Auf­ga­be ma­chen und zur Er­rei­chung ei­nes sol­chen Zie­les älte­ren Er­werbstäti­gen „den Ste­cker her­aus­zie­hen“, dies al­ler­dings nur dann, wenn die Be­rufstätig­keit der Al­ten die Markt­ein­tritts­chan­cen der Jun­gen be­hin­dert, was bei Kar­rie­re­po­si­tio­nen im Staats­dienst, wohl kaum aber bei selbständi­gen Dienst­leis­tungs­er­brin­gern vor­stell­bar ist.

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Letzte Überarbeitung: 21. August 2016

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