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Bil­dungs­prä­mie

Bun­des­ka­bi­nett be­schließt Ein­füh­rung ei­ner Bil­dungs­prä­mie: Wei­ter­bil­dungs­quo­te soll kräf­tig stei­gen

29.05.2008. Mit ei­ner Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung (BMBF) vom 23.04.2008 hat das Bun­des­ka­bi­nett be­kannt ge­ge­ben, dass man die Ein­füh­rung ei­ner Bil­dungs­prä­mie be­schlos­sen ha­be.

Die Bil­dungs­prä­mie soll ab Herbst die­ses Jah­res für ei­nen Zeit­raum von zu­nächst drei Jah­ren gel­ten.

Als Teil ei­ner um­fas­sen­den Qua­li­fi­zie­rungs­of­fen­si­ve und ei­ner von drei Maß­nah­men des „Wei­ter­bil­dungs­spa­rens“ hat sie als Ziel­grup­pe die Ge­ring­ver­die­ner im Vi­sier, die bis­lang von der Mög­lich­keit in­di­vi­du­el­ler be­ruf­li­cher Wei­ter­bil­dung man­gels Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten aus­ge­grenzt wa­ren.

Die Wei­ter­bil­dungs­prä­mie ist ge­mäß dem be­schlos­se­nen Eck­punk­te­pa­pier des BMBF „Wachs­tums­po­ten­ti­al der Wei­ter­bil­dung nut­zen." für Al­lein­ste­hen­de mit ei­nem zu ver­steu­ern­dem Jah­res­ein­kom­men von bis zu 17.900,00 EUR bzw. für Zu­sam­men­ver­an­lag­te mit ei­nem zu ver­steu­ern­den Jah­res­ein­kom­men von 35.800,00 EUR vor­ge­se­hen.

Ih­nen soll ei­ne Wei­ter­bil­dungs­prä­mie von ma­xi­mal 154,00 EUR pro Jahr zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den, die un­ter Be­rück­sich­ti­gung ei­ner Ba­ga­tell­gren­ze von 30,00 EUR zur hälf­ti­gen Fi­nan­zie­rung ei­ner Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­me ge­nutzt wer­den kann, wenn die­se der be­ruf­li­chen Wei­ter­bil­dung dient. Sie wird bei an­fal­len­den Wei­ter­bil­dungs­kos­ten in Hö­he von 308,00 EUR voll aus­ge­schöpft.

Die In­an­spruch­nah­me der Wei­ter­bil­dungs­prä­mie soll durch ei­ne För­der­richt­li­nie ge­re­gelt wer­den, die ge­gen­wär­tig durch das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um er­ar­bei­tet wird. Das Eck­punk­te­pa­pier sieht vor, dass es kei­nen Rechts­an­spruch auf die Wei­ter­bil­dungs­prä­mie ge­ben soll. Die För­de­rungs­wür­dig­keit ei­ner Maß­nah­me soll ei­ner Ein­zel­fall­prü­fung ob­lie­gen, die als Teil ei­ner ob­li­ga­to­ri­schen Be­ra­tung vor­ge­se­hen ist. Die Geld­leis­tun­gen sol­len aus­schließ­lich mit Mit­teln des Eu­ro­päi­schen So­zi­al­fonds (ESF) er­bracht wer­den.

Als wei­te­re Be­stand­tei­le des Wei­ter­bil­dungs­spa­rens sind vor­fris­ti­ge Ent­nah­me­mög­lich­kei­ten aus dem nach dem Ver­mö­gens­bil­dungs­ge­setz ge­för­der­ten Spar­gut­ha­ben in Hö­he der ent­ste­hen­den Wei­ter­bil­dungs­kos­ten oh­ne Ein­bu­ße der Ar­beit­neh­mer­spar­zu­la­ge vor­ge­se­hen. Da­zu soll das Ver­mö­gens­bil­dungs­ge­setz no­vel­liert wer­den. Ge­rich­tet ist die­se Maß­nah­me an die glei­che Ein­kom­mens­grup­pe, für die auch die Bil­dungs­prä­mie ge­dacht ist.

Als drit­tes Ele­ment des Wei­ter­bil­dungs­spa­rens ist ein Wei­ter­bil­dungs­dar­le­hen ge­plant, mit dem kos­ten­in­ten­si­ve Maß­nah­men un­ab­hän­gig von der Ein­kom­mens­hö­he, aber „nach be­schränk­ter Bo­ni­täts­prü­fung“ un­ter­stützt wer­den sol­len.

Die ein­zel­nen Maß­nah­men kön­nen je­weils er­gän­zend in An­spruch ge­nom­men wer­den. So kann et­wa der Ei­gen­an­teil an der Bil­dungs­prä­mie durch Rück­griff auf das ge­för­der­te Spar­gut­ha­ben nach dem Ver­mö­gens­bil­dungs­ge­setz er­bracht wer­den.

An­ge­sichts der sehr klein­ka­riert de­fi­nier­ten Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne eher ge­ring be­mes­se­ne För­de­rung, die noch da­zu als Er­mes­sens­leis­tung, d.h. oh­ne Rechts­an­spruch ge­währt wer­den soll, hat man den un­an­ge­neh­men Ein­druck, dass hier in ers­ter Li­nie der Amts­schim­mel und we­ni­ger die ei­gent­li­chen Adres­sa­ten der För­de­run­gen „ge­füt­tert“ wer­den soll. Ei­ne be­herz­te staat­li­che Initia­ti­ve zur För­de­rung der Wei­ter­bil­dung sieht an­ders aus.

Zum Pro­blem für In­ter­es­sen­ten dürf­te auch der Zeit­auf­wand wer­den, der bei der In­an­spruch­nah­me der Bil­dungs­prä­mie auf­grund di­ver­ser Be­schei­ni­gun­gen und der ob­li­ga­to­ri­schen Be­ra­tung des Bil­dungs­hung­ri­gen in Kauf ge­nom­men wer­den muss.

Fa­zit: Dass die jetzt be­schlos­se­nen Maß­nah­men der Wei­ter­bil­dung in Deutsch­land ei­nen spür­ba­ren Schub ver­set­zen wer­den, ist zu be­zwei­feln, je­den­falls was die Bil­dungs­prä­mie be­trifft.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem Vor­gang fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 14. September 2016

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