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Noch­mals zur Fra­ge des dis­kri­mi­nie­ren­den Cha­rak­ters von Le­bens­al­ters­stu­fen

Ar­beits­ge­richt Mar­burg hält ta­rif­li­che Ge­halts­stei­ge­run­gen auf­grund des Le­bens­al­ters für rech­tens: Ar­beits­ge­richt Mar­burg, Ur­teil vom 26.09.2008, 2 Ca 183/08

01.12.2008. Vor kur­zem hat­ten das Ar­beits­ge­richt Ber­lin (Ur­teil vom 22.08.2007, 86 Ca 1696/07) und das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG ) Ber­lin-Bran­den­burg dar­über zu ent­schei­den, ob die bes­se­re Be­zah­lung bei hö­he­rem Al­ter ge­mäß dem Bun­des­an­ge­stell­ten­ta­rif­ver­trag (BAT) ei­ne al­ters­be­ding­te Dis­kri­mi­nie­rung ist oder nicht (Ur­teil vom 11.09.2008, 20 Sa 2244/07 - wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 08/121 Ist ein nach dem Le­bens­al­ter ge­staf­fel­ter Ta­rif­lohn dis­kri­mi­nie­rend?)

Jetzt muss­te auch das Ar­beits­ge­richt Mar­burg über die­se Streit­fra­ge ent­schei­den.

In dem vom Ar­beits­ge­richt Mar­burg ent­schie­de­nen Fall war der 31jährige Klä­ger bei dem be­klag­ten Land Hes­sen be­schäf­tigt. Auf das Ar­beits­ver­hält­nis fand der BAT An­wen­dung, der ei­ne Staf­fe­lung der Ver­gü­tung nach Le­bens­al­ter vor­sieht. Ver­se­hent­lich zahl­te das Land dem Klä­ger ei­ne hö­he­re Ver­gü­tung als ta­rif­lich vor­ge­se­hen, näm­lich ent­spre­chend der Le­bens­al­ters­stu­fe 45 statt nach der Le­bens­al­ters­stu­fe 31. Der Klä­ger ver­wei­ger­te die Rück­zah­lung, da die Staf­fe­lung nach Le­bens­al­ter dis­kri­mi­nie­rend sei.

An­ders als das Ar­beits­ge­richt Ber­lin und das LAG Ber­lin-Bran­den­burg hält das Ar­beits­ge­richt Mar­burg die in der Staf­fe­lung lie­gen­de Un­gleich­be­hand­lung auf­grund des Al­ters für sach­lich ge­recht­fer­tigt. Es be­grün­det dies im We­sent­li­chen da­mit, dass die Ta­rif­par­tei­en da­mit der hö­he­ren Be­rufs- und Le­bens­er­fah­rung so­wie den hö­he­ren fa­mi­liä­ren Kos­ten äl­te­rer Ar­beit­neh­mer Rech­nung tra­gen woll­ten. Dies sei ein le­gi­ti­mes Ziel.

Fa­zit: Das Ar­beits­ge­richt Mar­burg ar­gu­men­tiert ge­nau um­ge­kehrt wie die Ber­li­ner Ge­rich­te. Die­se füh­ren ge­ra­de an, so­wohl ei­ne grö­ße­re Be­rufs­er­fah­rung als auch hö­he­re fa­mi­liä­re Kos­ten sei­en nicht ty­pi­scher­wei­se mit hö­he­rem Al­ter ver­bun­den und recht­fer­tig­ten ei­ne al­ters­be­ding­te Un­gleich­be­hand­lung des­halb nicht. Wel­cher Ar­gu­men­ta­ti­on das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) fol­gen wird, bleibt ab­zu­war­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem Vor­gang fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. Februar 2015

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