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Ers­te Stu­fe des Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens ge­gen Deutsch­land ein­ge­lei­tet

Wur­de die Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27.11.2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Be­schäf­ti­gung und Be­ruf in Deutsch­land un­zu­rei­chend um­ge­setzt?: Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on sieht De­fi­zi­te beim Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung in Deutsch­land
Europafahne

05.02.2008. Wie aus ei­ner Pres­se­mit­tei­lung der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on vom 31.01.2008 her­vor­geht, wur­de ge­gen Deutsch­land die ers­te Stu­fe des Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens we­gen man­gel­haf­ter Um­set­zung der Rah­men­richt­li­nie (Richt­li­nie 2000/78/EG des Ra­tes vom 27.11.2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Be­schäf­ti­gung und Be­ruf) in deut­sches Recht ein­ge­lei­tet.

Die Richt­li­nie 2000/78/EG dient dem Schutz ge­gen Dis­kri­mi­nie­run­gen im Ar­beits­le­ben und wur­de in Deutsch­land mit dem All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) um­ge­setzt.

In der förm­li­chen Auf­for­de­rung, zu der sich Deutsch­land in­ner­halb von zwei Mo­na­ten er­klä­ren muss, wird Deutsch­land vor­ge­wor­fen, dass das deut­sche Ar­beits­recht Ent­las­sun­gen nicht be­rück­sich­ti­ge, dass Men­schen mit Be­hin­de­run­gen zu we­nig ge­schützt sei­en und dass die im deut­schen Recht vor­ge­se­he­ne Be­schwer­de­frist von zwei Mo­na­ten zu kurz wä­re.

Dass das AGG tat­säch­lich die Fra­ge auf­wirft, ob das deut­sche Ar­beits­recht ge­nug ge­gen dis­kri­mi­nie­ren­de Kün­di­gun­gen un­ter­nimmt, kann man nach­voll­zie­hen, da die­se Fra­ge auch in Deutsch­land dis­ku­tiert wird (wir be­rich­te­ten dar­über in: Ar­beits­recht ak­tu­ell 07/15 Ar­beits­ge­richt Os­na­brück: AGG gilt bei Kün­di­gun­gen und Ar­beits­recht ak­tu­ell 07/48 Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen vs. Ar­beits­ge­richt Os­na­brück).

Soll­te Deutsch­land die Er­klä­rungs­frist von zwei Mo­na­ten nicht ein­hal­ten oder kei­ne zu­frie­den­stel­len­de Ant­wort ge­ben, wird die EU den zwei­ten Schritt im Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren ge­gen Deutsch­land ein­lei­ten. Die­ser sieht ei­ne wei­te­re Ant­wort auf ei­ne Stel­lung­nah­me der EU vor, in der sie ih­re Grün­de für wei­ter­hin be­ste­hen­de Ein­wän­de dar­legt.

Soll­te die - wie­der­um bin­nen ei­ner Frist von zwei Mo­na­ten zu ge­ben­de - Ant­wort er­neut un­zu­rei­chend sein, kann dann die EU-Kom­mis­si­on den Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof an­ru­fen und ei­ne Geld­stra­fe be­an­tra­gen.

Ge­gen elf Mit­glied­staa­ten lei­te­te die Kom­mis­si­on jetzt be­reits die zwei­te Stu­fe ein. Rechts­vor­schrif­ten ei­ni­ger an­de­rer Län­der müs­sen hin­ge­gen noch ge­prüft wer­den. Die re­gu­lä­re Frist für die Um­set­zung der EU-Richt­li­nie in na­tio­na­les Recht war be­reits am 02.12.2003 ab­ge­lau­fen (Art.18 Richt­li­nie 2000/78/EG). Für die ers­te Jah­res­hälf­te 2008 ist ein Be­richt der EU-Kom­mis­si­on über die Durch­füh­rung der Gleich­be­hand­lungs­richt­li­nie an­ge­kün­digt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem Vor­gang fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 3. Januar 2014

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