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Kurz­ar­bei­ter­geld für die Köl­ner Haie?

Die Agen­tur für Ar­beit hat ei­nen An­trag der Eis­ho­ckey­mann­schaft "Köl­ner Haie" auf Kurz­ar­bei­ter­geld ab­ge­lehnt: Der sport­li­che Miss­er­folg der Köl­ner Haie ist kei­ne Fol­ge ei­nes Kon­junk­tur­ein­bruchs

16.07.2009. Ge­rät ein Un­ter­neh­men in ei­ne wirt­schaft­lich schwie­ri­ge La­ge, er­wä­gen Ar­beit­ge­ber oft be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen. Falls die wirt­schaft­li­che Kri­se aber nur vor­über­ge­hend ist, kann das Un­ter­neh­men mög­li­cher­wei­se mit Zu­stim­mung des Be­triebs­ra­tes bzw. der Ar­beit­neh­mer Kurz­ar­beit ein­füh­ren, bei der Ar­beits­agen­tur Kurz­ar­bei­ter­geld be­an­tra­gen und so Ent­las­sun­gen ver­mei­den.

Dies setzt ei­nen nur vor­über­ge­hen­den er­heb­li­chen und un­ver­meid­ba­ren Ar­beits­aus­fall vor­aus, der min­des­tens ein Drit­tel der Be­leg­schaft mit je­weils min­des­tens 10 Pro­zent des Brut­to­ent­gelts be­trifft (§ 170 Drit­tes So­zi­al­ge­setz­buch – SGB III).

Ge­währt die Ar­beits­agen­tur auf die An­zei­ge des Ar­beit­ge­bers hin Kurz­ar­bei­ter­geld, hat dies für Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer Vor­tei­le: Der Ar­beit­ge­ber zahlt den Be­schäf­tig­ten nur noch die Ver­gü­tung für die re­du­zier­te Ar­beits­zeit, die auch auf Null re­du­ziert wer­den kann. Die Leis­tun­gen der Bun­des­agen­tur glei­chen 60 bis 67 Pro­zent des Lohn­aus­falls aus. Die auf die­sen Be­trag zu zah­len­den So­zi­al­ab­ga­ben wer­den dem Ar­beit­ge­ber zu­dem zur Hälf­te, ab dem sieb­ten Mo­nat der Kurz­ar­beit so­gar ins­ge­samt er­setzt.

Nicht je­de fi­nan­zi­el­le Not­la­ge ei­nes Un­ter­neh­mens er­füllt je­doch die Kri­te­ri­en für Kurz­ar­beit. Wirt­schaft­li­che Grün­de im Sin­ne des Ge­set­zes lie­gen näm­lich nur vor, wenn der Ar­beits­aus­fall durch be­trieb­li­che Um­struk­tu­rie­run­gen ver­ur­sacht wird, die auf die all­ge­mei­ne wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung zu­rück­zu­füh­ren ist (§ 170 Abs. 2 SGB III). Bran­chen­üb­li­che, sai­son­be­ding­te oder be­triebs­üb­li­che Grün­de wer­den da­ge­gen aus­ge­nom­men. Die­se im Prin­zip vor­her­seh­ba­ren Grün­de für fi­nan­zi­el­le oder be­trieb­li­che Pro­ble­me fal­len in den Ri­si­ko­be­reich des Ar­beit­ge­bers.

Die Vor­tei­le des Kurz­ar­bei­ter­gel­des woll­te auch die Eis­ho­ckey­mann­schaft „Köl­ner Haie“ nut­zen. Sie wa­ren we­gen ho­her Alt­schul­den in fi­nan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten ge­ra­ten. Zu al­lem Übel ver­pass­ten sie dann noch - erst­ma­lig seit 28 Jah­ren - die Play­offs. Das hat­te nicht nur sport­li­che son­dern auch fi­nan­zi­el­le Fol­gen, da die Play­offs den Hai­en nor­ma­ler­wei­se er­heb­li­che Ein­nah­men be­sche­ren und für hö­he­re Zu­schau­er­zah­len sor­gen.

Die Haie be­an­trag­ten da­für für die Mo­na­te März und April 2009 Kurz­ar­bei­ter­geld. Denn oh­ne Teil­nah­me an den Play­offs, so das Ar­gu­ment, fal­len zwei Mo­na­te Ar­beit weg. Aus Sicht der Haie ist das letzt­lich auch auf die Fi­nanz­kri­se zu­rück­zu­füh­ren. Denn des­halb sei­en Zu­schau­er weg­ge­blie­ben und den Köl­ner Hai­en feh­le so das Geld, um gu­te Spie­ler zu kau­fen. Dar­auf sei letzt­lich auch das Schei­tern bei den Play­offs zu­rück­zu­füh­ren.

Die­ser Ar­gu­men­ta­ti­on schloss sich die Ar­beits­agen­tur nicht an. Sie kam zu dem Er­geb­nis, dass der sport­li­che Miss­er­folg der Köl­ner Haie kei­ne Fol­ge des Kon­junk­tur­ein­bruchs ist.

Für den Haie-Ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Eichin ist das ei­ne Un­ge­rech­tig­keit: „Die Au­to­mo­bil­her­stel­ler be­kom­men Hil­fe, die mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men müs­sen se­hen, wo sie blei­ben. Oder bes­ser: Bei den Gro­ßen kommt der Bun­des­ad­ler, bei den Klei­nen der Plei­te­gei­er. Das kann es doch nicht sein.“

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 14. September 2016

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