Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Der Berg kreißt und ge­biert ei­ne Maus.

An­mer­kun­gen zur Re­form des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes und des Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­set­zes

20.08.2008. Die Dis­kus­si­on über staat­lich fest­ge­setz­te Min­dest­löh­ne hat un­ter an­de­rem da­zu ge­führt, dass das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) seit mehr als ei­nem Jahr an ent­spre­chen­den Ge­setz­ent­wür­fen ar­bei­tet.

Am 16.07.2008 war es end­lich so­weit: Das BMAS prä­sen­tier­te gleich zwei Ge­set­zes­ent­wür­fe: Ei­ne Ent­wurf zur Re­form des Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­set­zes (AEntG) und ei­nen wei­te­ren Ent­wurf zur Re­form des Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­set­zes (Mi­ArbG).

Die Durch­sicht der Ent­wür­fe ist er­nüch­ternd. Kei­ner der bei­den Ent­wür­fe er­wei­tert den Spiel­raum für staat­lich fest­ge­setz­te Min­dest­löh­ne in nen­nens­wer­tem Um­fang. Das The­ma Min­dest­löh­ne wird da­her auch in den kom­men­den Jah­re wei­ter in der po­li­ti­sche Dis­kus­si­on blei­ben.

Nach langem Nachdenken wird das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aktiv

Nach­dem bis zu der von der Bun­des­re­gie­rung zum 31.03.2008 ge­setz­ten Frist le­dig­lich acht (Mi­ni-)„Bran­chen“ ihr In­ter­es­se an ei­ner Auf­nah­me in das Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz (AEntG) be­kun­det hat­ten (wir be­rich­te­ten hierüber in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 08/47), wur­de es ei­ni­ge Mo­na­te lang still um die von der Re­gie­rung ge­heg­ten Pläne zur Einführung ei­nes ge­setz­li­chen Min­dest­lohns. Am 16.07.2008 war es end­lich so weit:

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit und So­zia­les (BMAS) präsen­tier­te zwei Ge­set­zes­entwürfe, von de­nen der ei­ne die Re­form des AEntG und der an­de­re die des Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen­ge­set­zes (Mi­ArbG) vom 11.01.1952 be­trifft.

We­der die ge­plan­ten Ände­run­gen des AEntG noch die des Mi­ArbG können als aus­rei­chend be­zeich­net wer­den. Auch das The­ma Min­dest­lohn ist da­mit noch lan­ge nicht vom Tisch.

Welche Änderungen des Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) sind geplant?

Das AEntG hat im We­sent­li­chen die Wir­kung, dass die Rechts­nor­men ei­nes für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärten Ta­rif­ver­trags über Min­destlöhne und ei­ni­ge an­de­re Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen auch auf Ar­beits­verhält­nis­se zwi­schen ei­nem Ar­beit­ge­ber mit Sitz im Aus­land und sei­nen in Deutsch­land bzw. beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer zwin­gend An­wen­dung fin­den, falls die Bran­che, für die der all­ge­mein­ver­bind­li­che Ta­rif­ver­trag gilt, aus­drück­lich im AEntG ge­nannt ist (§ 1 Abs.1 Satz 1 AEntG).

Die­se Grund­kon­zep­ti­on des AEntG soll bei­be­hal­ten wer­den.

Das AEntG in der Fas­sung des Ent­wurfs ist da­her im We­sent­li­chen mit dem der­zeit be­reits gel­ten­den Ge­setz iden­tisch, sieht man von ei­ner Rei­he nütz­li­cher re­dak­tio­nel­ler Klar­stel­lun­gen ab. So soll zum Bei­spiel der vollständi­ge Ti­tel des Ge­set­zes von „Ge­setz über zwin­gen­de Ar­beits­be­din­gun­gen bei grenzüber­schrei­ten­den Dienst­leis­tun­gen“ sach­lich zu­tref­fend in „Ge­setz über zwin­gen­de Ar­beits­be­din­gun­gen für grenzüber­schrei­tend ent­sand­te und für re­gelmäßig im In­land beschäftig­te Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­me­rin­nen (Ar­beit­neh­mer-Ent­sen­de­ge­setz - AEntG)“ er­wei­tert wer­den.

Auch die bis­lang be­reits im AEntG ge­nann­ten drei Bran­chen - Bau­ge­wer­be, Gebäuderei­ni­gung und Brief­dienst­leis­tun­gen - sol­len nicht um wei­te­re Wirt­schafts­zwei­ge bzw. Ge­wer­be er­wei­tert wer­den. Darüber soll viel­mehr im wei­te­ren Ver­lauf der po­li­ti­schen Dis­kus­si­on ent­schie­den wer­den. Hier­zu heißt es in der Pres­se­mit­tei­lung der Bun­des­re­gie­rung vom 16.07.2008 la­pi­dar, die Bran­chen­er­wei­te­rung des AEntG sei nicht Ge­gen­stand des Ka­bi­netts­be­schlus­ses.

Ei­ne nen­nens­wer­te in­halt­li­che Ände­rung soll das AEntG nur in ei­nem Punkt er­fah­ren, nämlich in Be­zug auf die sog. An­wen­dungs- oder Er­stre­ckungs­ver­ord­nung.

Was soll sich beim Verfahren der Erstreckungsverordnung ändern?

§ 1 Abs.3a AEntG in der der­zeit gel­ten­den Fas­sung ermäch­tigt das BMAS da­zu, die Rechts­nor­men ei­nes Min­dest­lohn­ta­rif­ver­trags im Be­reich der im AEntG ge­nann­ten, der­zeit drei Bran­chen (s.o.) durch Rechts­ver­ord­nung auf die ge­sam­te Bran­che zu er­stre­cken, wenn ein An­trag auf All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung gemäß § 5 Ta­rif­ver­trags­ge­setz (TVG) ge­stellt ist (mit wel­chen Er­folgs­aus­sich­ten auch im­mer).

An­ders als bei der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung ei­nes Ta­rif­ver­trags gemäß § 5 TVG ist es bei § 1 Abs.3a AEntG nicht er­for­der­lich, dass der per Ver­ord­nung auf die ge­sam­te Bran­che er­streck­te Ta­rif­ver­trag das für ei­ne All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung nöti­ge Quo­rum erfüllt (da­nach müssen die ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­ber min­des­tens 50 % der un­ter den Gel­tungs­be­reich des Ta­rif­ver­trags fal­len­den Ar­beit­neh­mer beschäfti­gen).

Dafür ist die Rechts­fol­ge ei­ner Er­stre­ckungs­ver­ord­nung nach der­zei­ti­gem Recht be­grenzt: Sie kann nur be­stim­men, dass die Rechts­nor­men des in Be­zug ge­nom­me­nen Ta­rif­ver­trags auf al­le un­ter sei­nen Gel­tungs­be­reich fal­len­den nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer ("Außen­sei­ter") An­wen­dung fin­den. Die Er­stre­ckungs­ver­ord­nung führt da­her nach der­zei­ti­ger Rechts­la­ge - an­ders als die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung - nur zu ei­ner Bin­dung der Außen­sei­ter an den er­streck­bar erklärten Ta­rif­ver­trag.

Dem­ge­genüber sieht der Ge­set­zes­ent­wurf in sei­nem § 7 die Be­fug­nis des BMAS vor, durch Rechts­ver­ord­nung oh­ne Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes zu be­stim­men, dass die Rechts­nor­men ei­nes Ta­rif­ver­tra­ges auf al­le un­ter sei­nen Gel­tungs­be­reich fal­len­den und nicht an ihn ge­bun­de­nen Ar­beits­ver­trags­par­tei­en An­wen­dung fin­den, falls für die­sen Ta­rif­ver­trag ein An­trag auf All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung ge­stellt wor­den ist.

Die Ge­set­zesände­rung er­wei­tert da­mit die Rechts­fol­ge ei­ner Er­stre­ckungs­ver­ord­nung, in­dem sie - wie ei­ne All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung - auch sol­che Ar­beits­verhält­nis­se dem Ta­rif­ver­trag un­ter­wirft, die be­reits an­der­wei­tig ta­rif­ver­trag­lich re­gu­liert sind. Auf ei­ner sol­chen ge­setz­li­chen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge wäre es nicht zu dem Streit um die Wirk­sam­keit der Post­min­dest­lohn­ver­ord­nung vom 28.12.2007 (Ar­beits­recht ak­tu­ell 08/31 Ar­beits­recht ak­tu­ell: 08/031 Post­min­dest­lohn­ver­ord­nung für rechts­wid­rig erklärt) ge­kom­men.

Welche Änderungen sind beim Mindestarbeitsbedingungengesetz (MiArbG) geplant?

Da das AEntG in sei­ner re­for­mier­ten Fas­sung den Spiel­raum für staat­li­che Min­destlöhne so­mit kaum er­wei­tert, fragt sich, ob ein sol­cher Ef­fekt mögli­cher­wei­se mit ei­nem ent­spre­chend dem Re­gie­rungs­ent­wurf geänder­ten Mi­ArbG ver­bun­den ist. Die Ant­wort lau­tet nein.

Das Mi­ArbG in sei­ner jet­zi­gen, aus dem Jahr 1952 stam­men­den Fas­sung ge­stat­tet dem BMAS zu­sam­men mit ei­nem bei ihm ge­bil­de­ten Fach­aus­schuss, Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen fest­zu­set­zen.

Ge­re­gelt wer­den können da­bei so­wohl Min­destlöhne als auch sons­ti­ge Ar­beits­be­din­gun­gen in ei­nem Wirt­schafts­zweig oder ei­ner Beschäfti­gungs­art (§ 4 Abs.4 Mi­ArbG). Vor­aus­set­zung für die­se staat­li­che Fest­set­zung von Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen ist gemäß § 1 Abs.2 Mi­ArbG,

  • dass Ge­werk­schaf­ten oder Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern für den Wirt­schafts­zweig oder die Beschäfti­gungs­art nicht be­ste­hen oder nur ei­ne Min­der­heit der Ar­beit­neh­mer oder der Ar­beit­ge­ber um­fas­sen,
  • dass die Fest­set­zung von Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen zur Be­frie­di­gung der not­wen­di­gen so­zia­len und wirt­schaft­li­chen Bedürf­nis­se der Ar­beit­neh­mer er­for­der­lich er­scheint und
  • dass ei­ne Re­ge­lung von Ent­gel­ten oder sons­ti­gen Ar­beits­be­din­gun­gen durch All­ge­mein­ver­bind­li­cherklärung ei­nes Ta­rif­ver­trags nicht er­folgt ist.

Dem­ge­genüber sieht der Re­form­ent­wurf im We­sent­li­chen vor, dass an­stel­le der bis­lang re­gel­ba­ren Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen nur noch Min­destlöhne fest­ge­setzt wer­den können, dies al­ler­dings un­ter schein­bar er­leich­ter­ten Be­din­gun­gen, in­dem nämlich nicht sämt­li­che drei o.g. Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen müssen, son­dern nur noch ei­ne:

Min­dest­ar­beits­ent­gel­te sol­len künf­tig be­reits dann in ei­nem Wirt­schafts­zweig fest­ge­setzt wer­den können, wenn in ihm die an Ta­rif­verträge ge­bun­de­nen Ar­beit­ge­ber bun­des­weit we­ni­ger als 50 Pro­zent der un­ter den Gel­tungs­be­reich der Ta­rif­verträge fal­len­den Ar­beit­neh­mer beschäfti­gen.

Al­ler­dings wird die­se sach­li­che Er­leich­te­rung der staat­li­chen Min­dest­lohn­fest­set­zung durch ei­ne Ver­kom­pli­zie­rung des Ver­fah­rens wie­der zurück­ge­nom­men: Während bis­lang der je­wei­li­ge Fach­aus­schuss zu­sam­men mit dem BMAS die Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen fest­set­zen kann, soll dies künf­tig nur noch im Zu­sam­men­wir­ken von Haupt­aus­schuss, Fach­aus­schuss, BMAS und Bun­des­re­gie­rung möglich sein, und zwar wie folgt:

  • Zunächst stellt gemäß § 3 des Ent­wurfs der beim BMAS ge­bil­de­te Haupt­aus­schuss un­ter um­fas­sen­der Berück­sich­ti­gung der so­zia­len und öko­no­mi­schen Aus­wir­kun­gen durch Be­schluss fest, ob in ei­nem Wirt­schafts­zweig so­zia­le Ver­wer­fun­gen vor­lie­gen und Min­dest­ar­beits­ent­gel­te fest­ge­setzt, geändert oder auf­ge­ho­ben wer­den sol­len. Der Be­schluss ist schrift­lich zu be­gründen. Er be­darf der Zu­stim­mung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ar­beit und So­zia­les.
  • So­dann setzt der Fach­aus­schuss, der für den je­wei­li­gen Wirt­schafts­zweig bzw. die je­wei­li­ge Beschäfti­gungs­art zuständig und beim BMAS zu bil­den ist, die Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen nach der­zei­ti­ger und fort­gel­ten­der Ge­set­zes­fas­sung durch Be­schluss fest (§ 4 Abs.2 Mi­ArbG).
  • Im nächs­ten Schritt hat nach dem Re­form­ent­wurf das BMAS nicht mehr wie bis­her selbst über den Be­schluss des Fach­aus­schus­ses zu ent­schei­den, son­dern le­dig­lich den Be­schluss des Fach­aus­schus­ses zu prüfen und im Fal­le ei­ner po­si­ti­ven Be­wer­tung der Bun­des­re­gie­rung den Vor­schlag zu ma­chen, ihn im We­ge der Rechts­ver­ord­nung in gel­ten­des Recht um­zu­set­zen. Das BMAS soll da­bei nach dem Ge­setz­ent­wurf an den Be­schluss des Fach­aus­schus­ses ge­bun­den, d.h. zu ei­ner Ände­rung nicht be­fugt zu sein.
  • Bil­ligt das BMAS den Be­schluss des Fach­aus­schus­ses, kann die Bun­des­re­gie­rung auf ent­spre­chen­den Vor­schlag des BMAS hin die vom Fach­aus­schuss fest­ge­setz­ten Min­dest­ar­beits­ent­gel­te als Rechts­ver­ord­nung er­las­sen (oder auch nicht). Die Rechts­ver­ord­nung kann be­fris­tet wer­den. Sie be­darf nicht der Zu­stim­mung des Bun­des­ra­tes.

Wie wahrscheinlich ist eine staatliche Mindestlohnfestsetzung auf der Grundlage des Mindestarbeitsbedingungengesetzes (MiArbG)?

An­ge­sichts der Tat­sa­che, dass von der seit An­fang 1952 un­un­ter­bro­chen be­ste­hen­den ge­setz­li­chen Ermäch­ti­gung zur staat­li­chen Fest­set­zung von Min­dest­ar­beits­be­din­gun­gen nie auch nur in ei­nem Fall Ge­brauch ge­macht wur­de, da ein brei­ter po­li­ti­scher Kon­sens über das Funk­tio­nie­ren der Ta­rif­au­to­no­mie be­stand (und be­steht?), ist zwei­fel­haft, ob die oh­ne­hin nicht bahn­bre­chend er­wei­ter­ten ge­setz­li­chen Möglich­kei­ten ei­nes „mo­der­ni­sier­ten“ Mi­ArbG auf den po­li­ti­schen Wil­len bei die­ser oder bei künf­ti­gen Bun­des­re­gie­run­gen tref­fen, sie auch be­herzt in die Tat um­zu­set­zen.

Ei­ne sol­che Ver­wen­dung des geänder­ten Mi­ArbG ist um­so we­ni­ger wahr­schein­lich, als sie stets mit der Ge­fahr der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit ver­bun­den wäre. Der Fach­aus­schuss hat nach dem Re­form­ent­wurf die Möglich­keit, bei der Fest­le­gung von Min­destlöhnen nach Art der Tätig­keit, der Qua­li­fi­ka­ti­on der Ar­beit­neh­mer und nach Re­gio­nen zu dif­fe­ren­zie­ren. Da­bei soll er im Rah­men ei­ner ihm auf­ge­ge­be­nen „Ge­samt­abwägung“ prüfen, ob sei­ne Ent­schei­dung ge­eig­net ist, „an­ge­mes­se­ne“ Ar­beits­be­din­gun­gen zu schaf­fen, „fai­re und funk­tio­nie­ren­de“ Wett­be­werbs­be­din­gun­gen zu gewähr­leis­ten und so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäfti­gung zu er­hal­ten.

Mit ei­nem so weit­ge­hen­den bzw. de­tail­lier­ten Re­gu­lie­rungs­auf­trag müssen die Fach­ausschüsse der Ta­rif­au­to­no­mie not­wen­dig ins Ge­he­ge kom­men, d.h. Fach­aus­schuss­emp­feh­lun­gen wer­den stets mit mehr oder we­ni­ger gra­vie­ren­den Ein­grif­fen in die Ta­rif­au­to­no­mie ver­bun­den sein: So­weit Ta­rif­verträge exis­tie­ren und nied­ri­ge­re Löhne vor­se­hen, sol­len sie ja von den auf der Grund­la­ge des Mi­ArbG er­las­se­nen, vielfältig aus­dif­fe­ren­zier­ten Lohn­un­ter­gren­zen ver­drängt wer­den. Ob der Staat dies ver­fas­sungs­recht­lich darf, wird in je­dem Ein­zel­fall po­li­tisch und recht­lich um­strit­ten sein.

Fazit: Große Ziele, kleine Gesetzesänderungen

Während der von Rhein­land-Pfalz in den Bun­des­rat ein­ge­brach­te Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes über die Fest­set­zung des Min­dest­lohns (Min­dest­l­ohn­ge­setz - Mind­L­ohnG) vom 04.09.2007 noch in An­leh­nung an die in Großbri­tan­ni­en be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen ei­nen deutsch­land­weit und für al­le Bran­chen gel­ten­den Min­dest­lohn vor­sah (wir be­rich­te­ten darüber in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 07/62 Ent­wurf ei­nes Min­dest­l­ohn­ge­set­zes liegt vor), ist die Bun­des­re­gie­rung der­zeit ent­schlos­sen, nicht ei­nen, son­dern vie­le „Bran­chen-Min­destlöhne“ ein­zuführen.

Da­ge­gen be­ste­hen aber ver­fas­sungs­recht­li­che Be­den­ken: Ein deutsch­land­weit und für al­le Bran­chen gel­ten­der Min­dest­lohn wäre mit der Ta­rif­au­to­no­mie oh­ne wei­te­res ver­ein­bar, dut­zen­de oder gar hun­der­te, fein­sin­nig nach Bran­chen, der Art der Ar­beit, den Qua­li­fi­ka­ti­ons­stu­fen usw. aus­dif­fe­ren­zier­te „Bran­chen-Min­destlöhne“ da­ge­gen kaum.

Außer­dem trägt ein zen­tra­les Ar­gu­ment der Min­dest­lohn­befürwor­ter, nämlich der Ver­weis auf an­de­re In­dus­tri­eländer, die der­zeit vor­ge­schla­ge­ne Re­form des Mi­ArbG eben­falls nicht. Dort mag es hier und da ei­nen lan­des­weit ein­heit­li­chen Min­dest­lohn ge­ben, nicht aber vie­le Min­destlöhne. Die der­zeit vor­ge­schla­ge­nen Re­form­vor­ha­ben ho­len da­her kei­nes­wegs das nach, was es „in an­de­ren Ländern“ schon lan­ge gibt, son­dern stel­len sich als deut­scher Son­der­weg dar.

Nähe­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem Vor­gang fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 11. April 2014

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880