Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Arbeitsrecht aktuell
Jahr

Nach ta­ge­lan­gem War­ten auf dem Flug­ha­fen in Bang­kok Är­ger mit dem Ar­beit­ge­ber?

Ur­lau­bern dro­hen nach ver­spä­te­ter Rück­kehr aus Thai­land ar­beits­recht­li­che Nach­tei­le: An­tei­li­ge Ge­halts­kür­zun­gen oder so­gar Ab­mah­nun­gen sind mög­lich

05.12.2008. Ar­beit­neh­mer, die we­gen der Flug­ha­fen­blo­cka­de in Bang­kok ver­spä­tet aus dem Ur­laub von Thai­land nach Deutsch­land zu­rück­keh­ren, müs­sen sich auf ar­beits­recht­li­che Nach­tei­le ein­stel­len, falls es auf­grund der ver­spä­te­ten Heim­kehr zu Ar­beits­aus­fäl­len ge­kom­men ist.

Das be­trifft zu­nächst die Ver­gü­tung für aus­ge­fal­le­ne Ar­beits­ta­ge: Wer zum Bei­spiel erst am 05.12.2008 (Frei­tag) statt wie ge­plant zu Wo­chen­be­ginn am 01.12.2008 (Mon­tag) bei der Ar­beit in Deutsch­land er­scheint, kann für die aus­ge­fal­le­nen vier Ar­beits­ta­ge kei­ne Ver­gü­tung ver­lan­gen, d.h. der Ar­beit­ge­ber ist we­gen die­ser Aus­fall­ta­ge zu ei­ner an­tei­li­gen Lohn­kür­zung be­rech­tigt. Dies folgt aus dem Prin­zip „Oh­ne Ar­beit kein Lohn“ (nä­he­re In­for­ma­tio­nen hier­zu fin­den Sie in Hand­buch Ar­beits­recht: Ver­gü­tung bei Ar­beits­aus­fall).

Nach die­sem Grund­satz ist im All­ge­mei­nen kein Lohn für Zei­ten zu zah­len, an de­nen ent­ge­gen den ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten oder vom Ar­beit­ge­ber zu­läs­sig fest­ge­setz­ten Ar­beits­zei­ten nicht ge­ar­bei­tet wur­de - es sei denn, es liegt ein an­er­kann­ter Aus­nah­me­fall wie bei­spiels­wei­se ei­ne krank­heits­be­ding­te Ar­beits­un­fä­hig­keit oder ein ge­neh­mig­ter Ur­laub vor. An­ders als im Fall von Krank­heit oder Ur­laub wird der Ar­beits­aus­fall in den Fäl­len des sog. „We­ge­ri­si­kos“ da­durch ver­ur­sacht, dass der Ar­beits­neh­mer nicht oder nicht recht­zei­tig zur Ar­beit kommt, weil er auf dem Weg zur Ar­beit - auch oh­ne sein Ver­schul­den - be­hin­dert wur­de, et­wa durch Schnee, star­ken Re­gen oder aus an­de­ren Grün­den.

Da der Ar­beit­neh­mer das We­ge­ri­si­ko trägt, muss er für die fi­nan­zi­el­len Fol­gen ei­nes we­ge­be­ding­ten Ar­beits­aus­falls ein­ste­hen, d.h. der Ar­beit­ge­ber braucht für aus­ge­fal­le­ne Ar­beits­ta­ge kei­nen Lohn zu zah­len.

Dies führt zu der Fra­ge, ob Flug­ge­sell­schaf­ten oder Rei­se­un­ter­neh­men, die die Ur­lau­ber recht­zei­tig nach Hau­se hät­ten brin­gen müs­sen, auf­grund ih­rer ge­gen­über den Ur­lau­bern be­ste­hen­den Ver­trags­pflich­ten zum Er­satz des Lohn­aus­falls ver­pflich­tet sind. Ein sol­cher Re­gress­an­spruch dürf­te al­ler­dings aus­ge­schlos­sen sein, da die blo­cka­de­be­ding­ten Ver­spä­tun­gen au­ßer­halb des Ver­ant­wor­tungs­be­reichs von Flug­ge­sell­schaf­ten und Rei­se­un­ter­neh­men lie­gen, d.h. es lie­gen po­li­ti­sche Un­ru­hen bzw. hö­he­re Ge­walt vor.

Ei­ne an­de­re Fra­ge ist, ob der Ar­beit­ge­ber den ver­spä­tet er­schei­nen­den Ar­beit­neh­mer ab­mah­nen oder gar kün­di­gen kann. Die­se Fra­ge ist in der Re­gel zu ver­nei­nen. Da die Thai­land­ur­lau­ber bei Be­ginn ih­rer Rei­se näm­lich zu­meist nicht da­mit rech­nen muss­ten, dass der ge­plan­te Rück­rei­se­ter­min auf­grund po­li­ti­scher Un­ru­hen in Bang­kok aus­fal­len wird, sind sie von die­sem Pro­blem eben­so über­rascht wie al­le an­de­ren. Für Ab­mah­nun­gen oder gar Kün­di­gun­gen ist dann kein Raum. Zwar setzt ei­ne Ab­mah­nung nach der Recht­spre­chung an­ders als ei­ne ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung kein Ver­schul­den des Ab­ge­mahn­ten vor­aus, doch wä­re es ei­ne un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge und da­her recht­lich nicht zu­läs­si­ge Re­ak­ti­on, wenn der Ar­beit­ge­ber ei­ne Ver­spä­tung auf­grund der Flug­ha­fen­blo­cka­de zum An­lass für ei­ne Ab­mah­nung neh­men wür­de.

Da den Ar­beit­neh­mer an der ver­spä­te­ten Heim­kehr und dem da­durch be­ding­ten Ar­beits­aus­fall kein Ver­schul­den trifft (er hat all dies we­der vor­sätz­lich noch fahr­läs­sig her­bei­ge­führt), kommt auch ei­ne Haf­tung des Ar­beit­neh­mers auf Scha­dens­er­satz nicht in Be­tracht, wenn es bei­spiels­wei­se auf­grund des Ar­beits­aus­falls zu Um­satz­ein­bu­ßen oder an­de­ren fi­nan­zi­el­len Nach­tei­len für den Ar­beit­ge­ber ge­kom­men sein soll­te.

An­ders ist die Rechts­la­ge, wenn ein Ar­beit­neh­mer ei­nen Kurz­trip nach Bang­kok an­ge­tre­ten hat, nach­dem die Flug­ha­fen­blo­cka­de be­reits be­gon­nen hat­te. Un­ter sol­chen Um­stän­den kann man nicht dar­auf ver­trau­en, dass man wie ge­plant pünkt­lich wie­der nach Deutsch­land zu­rück­flie­gen kann. Hier sind Ab­mah­nun­gen denk­bar. Auch ei­ne Haf­tung auf ar­beits­aus­fall­be­ding­ten Scha­dens­er­satz ist dann nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem Vor­gang fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 24. August 2016

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Autorenprofil

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



 

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de

Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880