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Bes­se­re Ab­si­che­rung der Pfle­ge von An­ge­hö­ri­gen

Ge­plan­te Än­de­rung des Pfle­ge­zeit­ge­set­zes: Vor­schlag des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frau­en und Ju­gend vom 03.03.2010
15.03.2010. Die der­zei­ti­gen Re­ge­lun­gen des Pfle­ge­zeit­ge­set­zes (Pfle­geZG) gibt Ar­beit­neh­mern die Mög­lich­keit, in Fäl­len ei­nes aku­ten Pfle­ge­be­darfs in der Fa­mi­lie bis zu zehn Ta­gen der Ar­beit fern zu blei­ben, um An­ge­hö­ri­ge zu pfle­gen oder die er­for­der­li­che Pfle­ge zu or­ga­ni­sie­ren.

Au­ßer­dem ha­ben Ar­beit­neh­mer nach dem Pfle­geZG ei­nen An­spruch dar­auf, sich für ei­ne Pfle­ge­zeit, die pro pfle­ge­be­dürf­ti­gen An­ge­hö­ri­gen höchs­tens sechs Mo­na­te dau­ert, oh­ne Be­zah­lung von der Ar­beit frei­stel­len zu las­sen.

Die­se der­zeit be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen sind nach An­sicht der Bun­des­mi­nis­te­rin für für Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frau­en und Ju­gend, Frau Schrö­der, un­zu­rei­chend. Sie hat da­her vor­ge­schla­gen, die be­ste­hen­den Mög­lich­kei­ten ei­ner Be­frei­uung von der Ar­beit zum Zwe­cke der Pfle­ge na­her An­ge­hö­ri­ger zu er­wei­tern.

Pflegezeit im Pflegezeitgesetz (PflegeZG)

In der Bun­des­re­pu­blik gibt es schätzungs­wei­se 2,2 Mil­lio­nen pfle­ge­bedürf­ti­ge Men­schen, von de­nen 2/3 zu Hau­se ge­pflegt wer­den (De­sta­tis, 07. No­vem­ber 2008: „Pfle­ge­bedürf­ti­ge heu­te und in Zu­kunft“). Für An­gehöri­ge, die ih­re pfle­ge­bedürf­ti­gen Ver­wand­ten be­treu­en bzw. pfle­gen wol­len, be­steht das Pro­blem der Ver­ein­bar­keit mit dem Be­ruf, ins­be­son­de­re wenn der Be­ruf im Rah­men ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses aus­geübt wird.

Um die Pfle­ge na­her An­gehöri­ger zu er­leich­tern (und um zu­gleich die Kas­sen zu ent­las­ten) hat der Bun­des­ge­setz­ge­ber noch zu Zei­ten der großen Ko­ali­ti­on ei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung ge­schaf­fen - das Pfle­ge­zeit­ge­setz (Pfle­geZG).

Die­se Rech­te in Pfle­gefällen im we­sent­li­chen an die ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen über die El­tern­zeit an­ge­lehnt, d.h. an das Bun­des­el­tern­geld- und El­tern­zeit­ge­setz (BEEG). Das Pfle­geZG enthält in § 2 ei­nen An­spruch, sich in Fällen ei­ner aku­ten Pfle­ge­not­si­tua­ti­on kurz­zei­tig für bis zu zehn Ta­ge zur Pfle­ge ei­nes An­gehöri­gen von der Ar­beit frei­stel­len zu las­sen, wo­bei das Pfle­geZG kei­ne Re­ge­lung über die Be­zah­lung trifft, d.h. Geld gibt es hier nur, wenn an­de­re ge­setz­li­che, ta­rif­li­che oder sons­ti­ge Re­ge­lun­gen dies vor­se­hen. Darüber hin­aus be­steht gemäß § 3 die Möglich­keit, sich für ei­ne länge­re sog. Pfle­ge­zeit bis zu höchs­tens sechs Mo­na­ten pro pfle­ge­bedürf­ti­gen An­gehöri­gen un­be­zahlt frei­stel­len zu las­sen.

Da­mit be­steht für Ar­beit­neh­mer, die ih­re An­gehöri­gen pfle­gen wol­len, trotz der ver­bes­ser­ten recht­li­chen Aus­gangs­la­ge auf­grund des Pfle­geZG nach wie vor ein fi­nan­zi­el­les Pro­blem. Außer­dem beträgt die Zeit, die pfle­ge­bedürf­ti­ge An­gehöri­ge in der Re­gel ge­pflegt wer­den müssen, weit mehr als sechs Mo­na­te, ins­ge­samt nämlich acht Jah­re.

Bundesfamilienministerin will Pflegezeitgesetz reformieren

Vor die­sem Hin­ter­grund hat die Bun­des­mi­nis­te­rin für Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frau­en und Ju­gend Kris­ti­na Schröder (CDU) vor kur­zem ei­ne Re­form des Pfle­ge­zeit­ge­set­zes vor­ge­schla­gen (BM­FSFJ, Pres­se­mit­tei­lung vom 03.03.2010: „Kris­ti­na Schröder for­dert Fa­mi­li­en-Pfle­ge­zeit“).

Da­nach sol­len Ar­beit­neh­mer künf­tig zur Pfle­ge ih­rer An­gehöri­gen die Möglich­keit be­kom­men, ih­re Ar­beits­zeit bis zu zwei Jah­re auf 50 Pro­zent zu re­du­zie­ren. Um die­se Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit fi­nan­zi­ell ab­zu­si­chern, soll ein ähn­li­ches Mo­dell an­ge­wandt wer­den wie bei der Re­ge­lung über die Al­ters­teil­zeit.

Bei der Al­ters­teil­zeit ha­ben Ar­beit­neh­mer die Möglich­keit, die Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung in den letz­ten Jah­ren vor dem Aus­schei­den aus dem Ar­beits­le­ben im sog. „Block­mo­dell“ durch­zuführen. Nach die­sem Mo­dell ar­bei­ten Ar­beit­neh­mer während der ers­ten Hälf­te der Al­ters­teil­zeit wei­ter wie bis­her, d.h. voll­zei­tig, er­hal­ten aber nur ei­ne im Prin­zip auf die Hälf­te re­du­zier­te Vergütung, die al­ler­dings auf 70 Pro­zent vom Net­to­ge­halt auf­ge­stockt wird. Das in die­ser ers­ten Pha­se der Al­ters­teil­zeit, der Ar­beits­pha­se, an­ge­spar­te Wert­gut­ha­ben, d.h. der nicht aus­ge­zahl­te Ar­beits­lohn, bil­det die fi­nan­zi­el­le Grund­la­ge für die Be­zah­lung des Ar­beit­neh­mers in der an­sch­ließen­den Frei­stel­lungs­pha­se.

Da al­ler­dings die Pfle­ge­bedürf­tig­keit von An­gehöri­gen an­ders als die Teil­al­ters­zeit nicht vor­her­seh­bar und da­mit auch nicht plan­bar ist, denkt die Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin an ein „um­ge­kehr­tes Block­mo­dell“: An­statt für die Frei­stel­lungs­pha­se vor­zu­ar­bei­ten sol­len Ar­beit­neh­mer zunächst be­zahl­te Frei­zeit er­hal­ten und die Frei­stel­lung später nach­ar­bei­ten. Kon­kret ist an­ge­dacht, dass Ar­beit­ge­ber bei ei­ner Re­du­zie­rung der Ar­beits­zeit um 50 Pro­zent dem Ar­beit­neh­mer wei­ter­hin 75 Pro­zent der Vergütung zah­len und dass der Ar­beit­neh­mer im An­schluss während ei­ner der Frei­stel­lungs­pha­se ent­spre­chen­den Zeit bei Vol­l­ar­beit nur 75 Pro­zent der Vergütung erhält.

Der Staat würde auf der Grund­la­ge die­ses Mo­dells nur auf ei­nen Teil der Ein­kom­mens­steu­er ver­zich­ten und wäre da­her kaum mit fi­nan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen be­las­tet (BM­FSFJ, Pres­se­mit­tei­lung vom 03.03.2010: „Kris­ti­na Schröder for­dert Fa­mi­li­en-Pfle­ge­zeit“).

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Letzte Überarbeitung: 16. September 2016

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