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Richt­li­ni­en­ent­wür­fe zur Ar­beits­zeit­re­ge­lung und Zeit­ar­beit ge­schei­tert

Kei­ne Ei­ni­gung im Mi­nis­ter­rat: Vor­erst kei­ne Über­ar­bei­tung der Ar­beits­zeit­richt­li­nie zu­sam­men mit ei­ner neu­en Richt­li­nie zur Leih­ar­beit

20.12.2007. Ar­beits­zeit­re­ge­lun­gen und Re­ge­lun­gen zur Ar­beit­neh­mer­über­las­sung ("Leih­ar­beit", "Zeit­ar­beit") ste­hen seit län­ge­rem auch auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne in der Dis­kus­si­on. Am 05.12.2007 stand im Mi­nis­ter­rat die Ent­schei­dung über ei­ne grund­le­gen­de Än­de­rung der Ar­beits­zeit-Richt­li­nie 2003/88/EG so­wie über den Er­lass ei­ner Richt­li­nie über die Leih­ar­beit an. Da sich die gro­ßen Län­der nicht ei­ni­gen konn­ten, muss­te die ge­plan­te Än­de­rung der Ar­beits­zeit­richt­li­nie er­neut ver­tagt wer­den.

Da­mit ging der Plan der Kom­mis­si­on nicht auf, die bri­ti­sche De­le­ga­ti­on durch Zu­ge­ständ­nis­se bei der Ar­beits­zeit­re­ge­lung zu ei­ner Zu­stim­mung zur Zeit­ar­beits­richt­li­nie zu be­we­gen.

Streit­punkt bei der Ar­beits­zeit­richt­li­nie ist vor al­lem die ge­plan­te Auf­wei­chung der Re­ge­lung des Be­reit­schafts­diens­tes. Nach der bis­her gel­ten­den EU-Richt­li­nie 2003/88/EG, die durch die Si­map-Ent­schei­dung des EuGH be­stä­tigt wur­de (Ur­teil vom 03.10.2000, C-303/98), gel­ten Zei­ten des Be­reit­schafts­diens­tes in vol­lem Um­fang als Ar­beits­zeit. Zu­künf­tig soll nach dem Vor­schlag der EU-Kom­mis­sa­re nur die ak­ti­ve Zeit des Be­reit­schafts­diens­tes als Ar­beits­zeit gel­ten. Die in­ak­ti­ve Zeit soll nach der Richt­li­nie nicht mehr als Ar­beits­zeit zu wer­ten sein, wo­bei ein­zel­staat­li­che ent­ge­gen­ge­setz­te Re­ge­lun­gen aus­drück­lich zu­läs­sig sein sol­len.

Im Rah­men der Ar­beits­zeit­richt­li­nie um­strit­ten ist wei­ter­hin die wö­chent­lich zu­läs­si­ge Höchst­ar­beits­zeit, die die EU-Kom­mis­si­on EU-weit auf 48 St­un­den be­schränkt se­hen möch­te. Da­bei wa­ren um­fang­rei­che Zu­ge­ständ­nis­se u.a. für Deutsch­land und Groß­bri­tan­ni­en vor­ge­se­hen.

Die­se Län­der soll­ten die Mög­lich­keit er­hal­ten, in na­tio­na­len Ge­set­zen ei­ne Höchst­ar­beits­zeit von bis zu 60 St­un­den zu er­lau­ben. Dies reich­te je­den­falls der Deut­schen De­le­ga­ti­on nicht aus, die für ge­wis­se Be­rei­che ei­ne Höchst­ar­beits­zeit von 65 St­un­den (!) avi­siert. Frank­reich will dem­ge­gen­über al­len Staa­ten ei­ne wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit von 48 St­un­den auf­er­le­gen.

Zu­sam­men mit der Ent­schei­dung über die o.g. Än­de­run­gen soll­te die seit 25 Jah­ren dis­ku­tier­te Zeit­ar­beits­richt­li­nie end­lich ver­ab­schie­det wer­den. Grund­la­ge der Dis­kus­si­on ist ein Ent­wurf zur Fest­le­gung ei­nes Rah­mens zum Schutz der Leih-/ Zeit­ar­bei­ter, die ge­gen­über ver­gleich­ba­ren an­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mern nicht dis­kri­mi­niert wer­den sol­len. Da­her sah der Richt­li­ni­en­ent­wurf vom 20.03.2002 in der ge­än­der­ten Fas­sung vom 28.11.2002 vor, dass Leih­ar­bei­ter be­reits nach sechs Wo­chen die glei­che Ver­gü­tung und die glei­chen Rech­te wie Fest­an­ge­stell­te er­hal­ten sol­len.

Ob­gleich ei­ne Ei­ni­gung ins­ge­samt nicht zu­stan­de kam, will die EU-Kom­mis­si­on von der Ein­lei­tung von Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren ab­se­hen, nach­dem al­le Mi­nis­ter ver­si­cher­ten, so bald als mög­lich ei­ne Ei­ni­gung er­zie­len zu wol­len.

 

Letzte Überarbeitung: 1. Februar 2016

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