Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880
Urteile zum Arbeitsrecht
Nach Alphabet
   
Schlag­worte: Arbeitszeitverringerung, Teilzeitanspruch
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Köln
Akten­zeichen: 2 Sa 181/11
Typ: Urteil
Ent­scheid­ungs­datum: 29.08.2011
   
Leit­sätze: Ein Teil­zeit­an­trag, der über die Ver­rin­ge­rung des Um­fangs der Ar­beits­zeit die Ein­schränkung des ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­rechts hin­sicht­lich be­stimm­ter Tätig­keits­in­hal­te und Ar­beits­umstände be­ab­sich­tigt, ist nicht nach dem Tz­B­fG zu be­ur­tei­len, wenn die Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit nur im Zu­sam­men­hang mit der Ände­rung der wei­te­ren Ar­beits­umstände gewünscht ist. Der An­trag kann nach bil­li­gem Er­mes­sen ab­ge­lehnt wer­den.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 16.12.2010, 8 Ca 11890/09
   

2 Sa 181/11

8 Ca 11890/09
Ar­beits­ge­richt Köln  

Verkündet am 29. Au­gust 2011

B,
Ur­kunds­be­am­tin
der Geschäfts­stel­le

 

LAN­DES­AR­BEITS­GERICHT KÖLN

IM NA­MEN DES VOL­KES

UR­TEIL


In dem Rechts­streit

hat die 2. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 29.08.2011 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt O als Vor­sit­zen­de so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter K und N

für R e c h t er­kannt:

Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits¬ge­richts Köln vom 16.12.2010 – Ak­ten­zei­chen 8 Ca 11890/09 – wird auf de­ren Kos­ten zurück­ge­wie­sen.

Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

T a t b e s t a n d

Die Par­tei­en strei­ten über ein Teil­zeit­ver­lan­gen der kla­gen­den Ar­beit­neh­me­rin.

Die 1 ge­bo­re­ne Kläge­rin be­gründe­te zum 28. März 1999 ei­nen Ar­beits­ver­trag mit der Rechts­vorgänge­rin der be­klag­ten Flug­ge­sell­schaft als Flug­be­glei­te­rin. Zu­letzt war die Kläge­rin als Purs­e­ret­te mit ei­nem in Voll­zeit er­ziel­ten Durch­schnitts­ge­halt von 2.600,00 € pro Mo­nat ein­ge­setzt.

Nach den ver­trag­lich ein­be­zo­ge­nen All­ge­mei­nen Ar­beits­ver­trags­be­din­gun­gen rich­tet sich die Ar­beits­leis­tung nach den im persönli­chen Ein­satz­plan fest­ge­leg­ten Ar­beits­zei­ten. Voll­zeit­mit­ar­bei­ter im



- 2 -

Ka­bi­nen­be­reich ha­ben da­nach, eben­so nach § 11 Nr. 2 des Man­tel­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 1 für das Ka­bi­nen­per­so­nal der G GmbH vom 17. April 2009, in Kraft ge­tre­ten am 1. Ju­li 2009 – im Fol­gen­den: MTV – ei­nen An­spruch auf neun dienst­freie Ar­beits­ta­ge (sog. Off-Ta­ge) pro Mo­nat.

Zur Re­ge­lung von Teil­zeit­beschäfti­gun­gen galt im Un­ter­neh­men der Be­klag­ten die – zwi­schen­zeit­lich gekündig­te – Be­triebs­ver­ein­ba­rung Teil­zeit Ka­bi­ne vom 14. Au­gust 2006. Da­nach konn­te Teil­zeit im sog. Un­ter­jah­res­mo­dell mit ei­ner Frei­stel­lung für zwi­schen ei­nem und sechs vol­len Mo­na­ten un­ter ent­spre­chen­der Re­du­zie­rung der Jah­res­ar­beits­zeit und Vergütung auf An­tei­le zwi­schen 91,67 % und 50 % und im sog. Un­ter­mo­nats­mo­dell mit sechs, neun oder fünf­zehn Frei­stel­lungs­ta­gen pro Mo­nat (zuzüglich Off­ta­gen und Er­ho­lungs­ur­laub) un­ter ent­spre­chend zeit­an­tei­lig re­du­zier­ter Vergütung auf 80,27, 70,41 oder 50,67 % pro Mo­nat be­an­tragt und gewährt wer­den.

Die Kläge­rin un­ter­lag während ei­ner Schwan­ger­schaft dem ge­setz­li­chen Beschäfti­gungs­ver­bot für Ka­bi­nentätig­keit und wur­de in die­ser Zeit an ei­nem Ar­beits­platz am Bo­den ein­ge­setzt. In die­ser Zeit be­an­trag­te sie die Re­du­zie­rung ih­rer Ar­beits­zeit auf 50 %, wel­che die Be­klag­te ihr gewähr­te. Nach dem Mut­ter­schutz ging die Kläge­rin in El­tern­zeit, an die sich ei­ne Be­ur­lau­bung an­schloss. Aus die­ser soll­te sie nach den ge­trof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen am 1. Ja­nu­ar 2010 zurück­keh­ren.

Mit Schrei­ben vom 25. Au­gust 2009 stell­te die Kläge­rin bei der Be­klag­ten den An­trag auf un­be­fris­te­te Gewährung von Teil­zeit­ar­beit wie folgt: 50 Pro­zent Teil­zeit ab dem 01.01.2010, da­her ma­xi­mal 10 Ar­beits­ta­ge pro Mo­nat am Sta­tio­nie­rungs­ort K, mit ma­xi­mal 35 Block­stun­den pro Mo­nat, kei­ne Über­stun­den, Ur­laubs­an­spruch 21 Ta­ge pro Jahr, kei­ne Diens­te, die außer­halb der Sta­ti­on K be­gin­nen oder en­den, da­her kei­ne Über­nach­tun­gen oder Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te.

Mit Schrei­ben vom 8. Ok­to­ber 2009 ant­wor­te­te die Be­klag­te, sie freue sich der Kläge­rin mit­tei­len zu können, dass sie ab dem 1. Ja­nu­ar 2010 in



- 3 -

Teil­zeit ein­ge­setzt wer­den könne und über­sand­te die ent­spre­chend aus­ge­fer­tig­te und ar­beit­ge­ber­seits un­ter­schrie­be­ne Zu­satz­ver­ein­ba­rung zum Ar­beits­ver­trag mit der Bit­te um Un­ter­zeich­nung und Rück­sen­dung bis zum 30. Ok­to­ber 2009. In der Zu­satz­ver­ein­ba­rung war die Abände­rung der mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit auf 50,67 % nach den Re­ge­lun­gen der Be­triebs­ver­ein­ba­rung Teil­zeit Ka­bi­ne vom 14. Au­gust 2006 mit 15 Frei­stel­lungs­ta­gen pro Ka­len­der­mo­nat vor­ge­se­hen.

Die Kläge­rin un­ter­zeich­ne­te die Zu­satz­ver­ein­ba­rung nicht. Mit Schrei­ben vom 2. De­zem­ber 2009 teil­te sie der Be­klag­ten mit, sie ge­he da­von aus, dass ihr An­trag vom 25. Au­gust 2009 über un­be­fris­te­te Teil­zeit als ge­neh­migt gel­te. Nach­dem die Be­klag­te auf te­le­fo­ni­sche Nach­fra­ge der Kläge­rin ih­re Auf­fas­sung mit­tei­len ließ, es sei kein Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis zu­stan­de ge­kom­men, hat die Kläge­rin am 23. De­zem­ber 2009 das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren anhängig ge­macht, ge­rich­tet auf die Beschäfti­gung in Teil­zeit mit den im Schrei­ben vom 25. Au­gust 2009 an­geführ­ten wei­te­ren Be­din­gun­gen, hilfs­wei­se auf Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Ab­ga­be ei­ner ent­spre­chen­den ver­trag­li­chen Zu­stim­mungs­erklärung.

Die Kläge­rin be­an­tragt,

1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, die Kläge­rin gemäß Teil­zeit­an­trag vom 25.08.2009 in ei­ner auf 50 % der Voll­zeit­ar­beit re­du­zier­ten Ar­beits­zeit an höchs­tens 10 Ar­beits­ta­gen pro Mo­nat mit höchs­tens 35 Block­stun­den pro Mo­nat oh­ne Über­nach­tun­gen oder Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te als den Ein­satz­ort K zu beschäfti­gen,

2. hilfs­wei­se

die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ei­ner Re­du­zie­rung der Ar­beits­zeit der Kläge­rin auf 50 % der Voll­zeit­ar­beit mit ei­nem Ein­satz mit höchs­tens 10 Ar­beits­ta­gen pro Mo­nat am Sta­tio­nie­rungs­ort K mit höchs­tens 35 mo­nat­li­chen Block­stun­den und oh­ne Über­nach­tun­gen oder Beförde-



- 4 -

run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te zu­zu­stim­men.

Die Be­klag­te be­an­tragt,

die Kla­ge ab­zu­wei­sen.

We­gen der wei­te­ren von den Par­tei­en um­fas­send schriftsätz­lich dar­ge­stell­ten, hier gemäß § 313 Abs. 2 S. 1 ZPO knapp zu­sam­men­ge­fass­ten tatsächlich und recht­li­chen Ar­gu­men­ta­tio­nen der Par­tei­en wird gemäß § 313 Abs. 2 S. 2 ZPO auf den Ak­ten­in­halt ver­wie­sen.

Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der Be­ru­fung ver­fol­gen bei­de Par­tei­en ih­re erst­in­stanz­lich ge­stell­ten Anträge un­ter ver­tief­ter Dar­le­gung ih­rer Rechts­an­sich­ten.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e

Die zulässi­ge und frist­ge­rech­te Be­ru­fung der Kläge­rin ist nicht be­gründet.

Zwi­schen den Par­tei­en ist durch den An­trag der Kläge­rin vom 25.08.2009 der bis­he­ri­ge Voll­zeit­ar­beits­ver­trag nicht ab­geändert wor­den. Ein Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis zu den im An­trag vom 25.08.2009 von der Kläge­rin ge­stell­ten Be­din­gun­gen ist nicht zu­stan­de ge­kom­men. Die Be­klag­te hat das An­ge­bot der Kläge­rin mit Schrei­ben vom 08.10.2009 ab­ge­lehnt. Die­ses Schrei­ben stellt im Sin­ne des § 150 Abs. 2 BGB ei­ne Ab­leh­nung dar, da es in meh­re­ren Punk­ten von dem An­ge­bot der Kläge­rin ab­weicht. Die Kläge­rin be­gehr­te 50 % Teil­zeit, die Be­klag­te bot ein Teil­zeit­mo­dell mit 50,67% an und wich da­bei be­reits bei der Teil­zeit­men­ge vom An­ge­bot der Kläge­rin ab. Die Kläge­rin be­gehr­te zehn Ar­beits­ta­ge pro Mo­nat. Die Be­klag­te war be­reit, 15 freie Ta­ge zuzüglich an­tei­li­ger wei­te­rer Off-Ta­ge zu gewähren. Die Kläge­rin be­gehr­te die Fest­le­gung von 35 Block­stun­den pro Mo­nat. Die Be­klag­te lehn­te die Be­schränkung der Block­stun­den da­durch ab, dass sie ent­spre­chend dem Man­tel­ta­rif­ver­trag für das Ka­bi­nen­per­so­nal bei G ei­ne Mehr­flug­stun­den­zu­la­ge ab der 71. Soll­block­stun­de zu­sag­te. Die Kläge­rin be­gehr­te die ver­trag­li­che



- 5 -

Fest­le­gung, dass kei­ne Diens­te außer­halb der Sta­ti­on be­gin­nen oder en­den durf­ten und kei­ne Über­nach­tun­gen und Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te an­fie­len. Dies lehn­te die Be­klag­te kon­klu­dent da­durch ab, dass sie die bis­he­ri­gen Be­stim­mun­gen des Ar­beits­ver­tra­ges und der ver­ein­bar­ten Ta­rif­verträge nicht wei­ter abändern woll­te.

Die mit dem An­ge­bot ei­nes an­de­ren Teil­zeit­mo­dells ver­bun­de­ne Ab­leh­nung des kläge­ri­schen An­ge­bots erfüll­te auch das Schrift­for­mer­for­der­nis, denn das Schrei­ben vom 08.10.2009 ein­sch­ließlich des ge­son­dert for­mu­lier­ten neu­en Ver­trags­an­ge­bots wa­ren je­weils für die Be­klag­te un­ter­zeich­net wor­den.

Die Ab­leh­nung be­durf­te darüber hin­aus aber auch kei­ner Schrift­form nach § 8 Abs. 5 Satz 3 Tz­B­fG, da es sich bei dem An­trag der Kläge­rin um ei­nen ein­heit­li­chen An­trag han­del­te, der auf ei­ne Ver­tragsände­rung ab­ziel­te, die nicht le­dig­lich Dau­er und La­ge der Ar­beits­zeit be­inhal­te­te.

Der Teil­zeit­an­trag der Kläge­rin war als ein­heit­li­ches Be­geh­ren auf ei­ne ins­ge­samt durch­zuführen­de Ver­tragsände­rung aus­zu­le­gen. Die Kläge­rin hat an der von ihr gewünsch­ten Kom­bi­na­ti­on von Dau­er der Ar­beits­zeit und hier­mit ver­bun­de­nen kon­kre­ten Ar­beits­in­hal­ten bis zum Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­ge­hal­ten. Sie hat ge­ra­de die von ihr gewünsch­te Ein­schränkung des ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­rechts da­mit be­gründet, dass sie an­dern­falls ei­ne Kin­der­be­treu­ung nicht si­cher­stel­len könne. Der Wunsch nach ver­trag­li­cher Zu­si­che­rung, dass die Kläge­rin nicht mit Diens­ten beschäftigt wird, die außer­halb der Sta­ti­on K be­gin­nen oder en­den, so dass kei­ne Über­nach­tun­gen und Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te für sie an­fal­len, ist nicht Ge­gen­stand der Dau­er der Ar­beits­zeit eben­so we­nig wie er die La­ge der Ar­beits­zeit re­gelt. Viel­mehr be­trifft er un­mit­tel­bar die von der Kläge­rin ge­schul­de­ten Ar­beits­in­hal­te. Sie zie­len dar­auf ab, das ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Di­rek­ti­ons­recht, fest­zu­le­gen, mit wel­chen kon­kre­ten Tätig­kei­ten die Ar­beits­zeit der Kläge­rin gefüllt wird, ver­trag­lich ein­zu­schränken. Glei­ches gilt für das Ver­lan­gen, die An­zahl der Block­stun­den pro Mo­nat ver­trag­lich zu fi­xie­ren. Nach dem An­ge­bot der Kläge­rin soll­te die Be­klag­te nicht be­rech­tigt sein, der Kläge­rin mehr als 35 Block­stun­den zu­zu­tei­len. Bei den



- 6 -

Block­stun­den han­delt es sich um St­un­den mit ei­ner be­stimm­ten Tätig­keit, die sich dar­aus er­gibt, dass der Mit­ar­bei­ter sich in ei­nem Flug­zeug be­fin­det, das sich an be­stimm­ten Po­si­tio­nen (ins­be­son­de­re in der Luft) be­fin­det. Bei Voll­zeit­mit­ar­bei­tern ist da­bei die Soll­block­stun­den­zeit nicht auf 70 St­un­den be­schränkt, son­dern ab Er­rei­chen von 70 Stoll­block­stun­den wird ei­ne Mehr­flug­stun­den­vergütung ge­zahlt. Da­bei sieht die von der Be­klag­ten zur Grund­la­ge ih­res An­ge­bots ge­mach­te, gekündig­te Be­triebs­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit vor, dass für je­den auf­grund der Teil­zeit­ver­ein­ba­rung an­fal­len­den Frei­stel­lungs­tag 2,33 Flug­stun­den, al­so 140 Mi­nu­ten pro Tag, in die Be­rech­nung der für die Mehr­flug­stun­den­vergütung zu er­rei­chen­den 70 Flug­stun­den Ein­gang fin­det.

Da so­mit das An­ge­bot der Kläge­rin in we­sent­li­chen Tei­len ei­ne Ein­schränkung des ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­rechts hin­sicht­lich der kon­kre­ten Ar­beits­in­hal­te be­zweck­te, kann es nicht als An­ge­bot nach § 8 Tz­B­fG be­han­delt wer­den. Die Be­klag­te war so­mit we­der an die dort ge­re­gel­ten Fris­ten noch an die Schrift­form ge­hal­ten. Ins­be­son­de­re wa­ren für die Ab­leh­nung der Be­klag­ten nicht die in § 8 Abs. 4 nor­mier­ten Ab­leh­nungs­gründe zu über­prüfen. Viel­mehr muss­ten sich die Ab­leh­nungs­gründe der Be­klag­ten le­dig­lich am bil­li­gen Er­mes­sen im Sin­ne des § 315 BGB ori­en­tie­ren. Dem wer­den die von der Be­klag­ten vor­ge­brach­ten Ab­leh­nungs­gründe ge­recht.

Die Ab­leh­nung war we­der willkürlich noch in an­de­rer Wei­se dis­kri­mi­nie­rend. Die Be­klag­te hat sich viel­mehr da­von lei­ten las­sen, dass sie in den Ein­satzmöglich­kei­ten, die ihr mit dem Teil­zeit­vo­lu­men der Kläge­rin noch ver­blei­ben würden, nicht noch zusätz­lich durch ei­ne Ein­schränkung ih­res Di­rek­ti­ons­rechts bei der gleichmäßigen Pla­nung und Ver­tei­lung von Flug­diens­ten auf al­le Mit­ar­bei­ter ein­ge­schränkt wer­den möch­te. Bei der von der Kläge­rin gewünsch­ten Ver­tragsände­rung würde die Be­klag­te so­gleich ver­trags­brüchig, wenn ein mit der Kläge­rin be­setz­tes Flug­zeug auf­grund von Wit­te­rungs­be­din­gun­gen, Ter­ro­ris­mus­war­nun­gen oder Vul­kan­aus­brüchen nicht in K lan­den könn­te und des­halb ei­nen an­de­ren Flug­ha­fen an­flie­gen müss­te. Auch war zu berück­sich­ti­gen, dass je­de Her­aus­nah­me der Kläge­rin aus der Möglich­keit, Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te vor­zu­se­hen, die



- 7 -

Ar­beits­be­din­gun­gen für die ver­blei­ben­den Mit­ar­bei­ter, bei de­nen das Di­rek­ti­ons­recht der Be­klag­ten nicht ein­ge­schränkt ist, mit­tel­bar ver­schlech­tert. Al­lein die­se Über­le­gun­gen recht­fer­ti­gen be­reits die Ab­leh­nungs­ent­schei­dung der Be­klag­ten als sach­lich rich­tig und bil­li­gem Er­mes­sen ent­spre­chend. Die Pflich­ten der Kläge­rin im Hin­blick auf die Er­zie­hung ih­res Kin­des wie­gen da­ge­gen nicht so schwer, dass die Be­klag­te zu der gewünsch­ten Ver­tragsände­rung ge­zwun­gen wäre.

Auch der mit dem An­trag zu 2) gel­tend ge­mach­te An­spruch der Kläge­rin auf Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Ab­ga­be ei­ner Wil­lens­erklärung ist nicht be­gründet. Auch in die­sem An­trag hat die Kläge­rin die von ihr gewünsch­te Ein­schränkung des ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­rechts mit den Ände­run­gen hin­sicht­lich der Dau­er der Ar­beits­zeit un­auflösbar ver­knüpft, auch wenn der An­trag nun­mehr in­so­weit nicht mehr den gewünsch­ten ver­trag­li­chen Ver­zicht auf die Zu­wei­sung von Über­stun­den enthält. Die Kläge­rin hat die Ver­knüpfung von Ar­beits­in­hal­ten und Dau­er der Ar­beits­zeit auch da­durch klar­ge­stellt, dass sie dar­ge­legt hat, dass nur bei ei­ner in­halt­li­chen Ein­schränkung der Diens­te gewähr­leis­tet sei, dass sie ei­ne Kin­der­be­treu­ung für die Zeit ih­rer Ab­we­sen­heit si­cher­stel­len könne.

Der An­spruch der Kläge­rin folgt auch nicht aus dem Ge­sichts­punkt der Gleich­be­hand­lung. Das Ge­richt folgt in­so­weit der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 15.08.2006 (9 AZR 30/06). Da­nach sind Teil­zeit­mo­del­le, die zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt ver­ein­bart wur­den und die zum An­trags­zeit­punkt nicht mehr wei­ter­geführt wer­den sol­len, nicht ge­eig­net, ei­nen An­spruch auf Gleich­be­hand­lung zu be­gründen. Der Ar­beit­ge­ber ist nicht ver­pflich­tet, ei­ne ein­mal auf­ge­stell­te Re­ge­lung stets bei­zu­be­hal­ten. Er kann sie un­ter Wah­rung des Ver­trau­ens­schut­zes auf­ge­ben. Zu­dem ist zu berück­sich­ti­gen, dass die drei von der Kläge­rin ge­nann­ten Ver­gleichs­ar­beit­neh­me­rin­nen sämt­lich am Flug­ha­fen D ein­ge­setzt wer­den. Die Kläge­rin macht selbst nicht gel­tend, dass ih­re Home­ba­se nach Do ver­legt wer­den soll. Ob am dor­ti­gen Flug­ha­fen we­gen der dort be­gin­nen­den und en­den­den Flug­umläufe an­de­re Ar­beits­zeit­mo­del­le durch­geführt wer­den, ist des­halb für den An­spruch der Kläge­rin, am Flug­ha­fen K mit be­schränk­ten



- 8 -

Ar­beits­in­hal­ten ein­ge­setzt zu wer­den, nicht maßgeb­lich. In­so­weit ist der Sach­ver­halt nicht ein­mal gleich­ge­la­gert.

Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. Die Re­vi­si­on wur­de man­gels all­ge­mei­ner Be­deu­tung nicht zu­ge­las­sen.

O

K

N

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 


zur Übersicht 2 Sa 181/11  

Kontakt

Sie erreichen uns jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit
von 09:00 bis 19:00 Uhr:

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin

Lützowstraße 32
10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: berlin@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt am Main

Schumannstraße 27
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 71 03 30 04
Telefax: 069 - 71 03 30 05

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: frankfurt@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg

Neuer Wall 10
20354 Hamburg
Telefon: 040 - 69 20 68 04
Telefax: 040 - 69 20 68 08

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Sebastian Schroeder
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hamburg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38
30159 Hannover
Telefon: 0511 - 899 77 01
Telefax: 0511 - 899 77 02

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Nina Wesemann
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: hannover@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln

Hohenstaufenring 62
50674 Köln
Telefon: 0221 - 709 07 18
Telefax: 0221 - 709 07 31

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Thomas Becker

Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

E-mail: koeln@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München

Ludwigstraße 8
80539 München
Telefon: 089 - 21 56 88 63
Telefax: 089 -21 56 88 67

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt

E-Mail: muenchen@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg

Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Telefon: 0911 - 953 32 07
Telefax: 0911 - 953 32 08

Ansprechpartner:
Rechts­an­wältin Nora Schu­bert

Rechts­an­walt Chris­toph Hil­de­brandt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

E-Mail: nuernberg@hensche.de





 

Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart

Königstraße 10c
70173 Stuttgart
Telefon: 0711 - 470 97 10
Telefax: 0711 - 470 97 96

Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Dr. Simone Wernicke
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt Thomas Becker

E-Mail: stuttgart@hensche.de



Presse Karriere Links A bis Z Sitemap Impressum
Gebühren­freie Hot­line: 0800 - 440 1 880